Stellenmarkt Um top zu bleiben, baut Tamedia den Kaderstellenmarkt aus. Doch die Konkurrenz holt auf – dank Cash selig.Mit 1,115 Millionen Lesern ist Apha, die Beilage des Tages-Anzeigers und der SonntagsZeitung (SoZ), der meistbeachtete Kaderstellenmarkt der Schweiz. Diesen will Tamedia jetzt noch ausbauen und bietet ab dem 1. September das Alpha-Finanz-Kombi an, eine Anzeigenkombination zwischen Alpha und der zweimal wöchentlich erscheinenden Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft (FuW).Demnach wird ein Inserat im Alpha für einen Zuschlag von 25 Prozent auch in der FuW publiziert (was einem Kombirabatt von 4,2 Prozent entspricht). Verglichen mit Alpha solo vermag das Alpha-Finanz-Kombi die Reichweite von 26,6 auf 28,1 Prozent oder 1,178 Millionen Leser zu steigern.
Der Grund für dieses Angebot liegt auf der Hand: Damit Alpha seinen komfortablen Reichweitenvorsprung gegenüber dem Kaderstellenmarkt NZZ Executive Plus mit NZZ, NZZ am Sonntag und Handelszeitung halten kann, muss es etwas tun. Denn seine Trägertitel Tagi und SoZ verlieren Leser. Bei der letzten Wemf-Reichweitenstudie schrumpfte diese innert eines halben Jahres um 41’000 Leser, während NZZ Executive Plus stabil blieb. Ob dieser Trend auch bei der Mach Basic 2007-2 anhält? Die FuW-Zusatzreichweite kann jedenfalls Tamedias Kaderstellenmarkt nur gut tun, auch wenn die FuW punkto Reichweite ebenfalls nicht auf Rosen gebettet ist.
Doch selbst ohne Reichweitenverlust wird Alphas Vorsprung schrumpfen, weil die Handelszeitung dank dem Abo-Stamm des eingestellten Cash zusätzliche Leser gewinnen und somit das NZZ Executive Plus stärken dürfte. Das Heikelste daran aus Tamedia-Sicht: Cash selig hatte rund 51’000 Leader. Zwar kann Alpha in diesem Segment 15’000 Leser mehr und das Alpha-Finanz-Kombi gar 23’000 Leser mehr ausweisen als NZZ Executive Plus – doch wenn Letzteres nur ein Drittel der Cash-Leader gewinnt, wirds eng für Tamedias Kaderstellenmarkt.
Markus Knöpfli