Ich Affe, wer du?

Lebensmittel Futurecom hat für Coop im Internet das Tor zur neuen JaMaDu-Welt aufgestossen.

Lebensmittel Futurecom hat für Coop im Internet das Tor zur neuen JaMaDu-Welt aufgestossen.
Tausende Zeilen Code, eine riesige Illustrations- und Animationsgalerie und 15 Storybooks bilden die Grundfeste, auf denen Futurecom für Coop die neu lancierte JaMaDu-Welt errichtet hat. Die dreisprachige Internet-Plattform bringt Kindern spielerisch das Thema «Gesund gross werden» näher, ergänzt mit Anwendungen zu weiteren Themen. Sie unterstützt und vertieft damit auf Online-Ebene die Philosophie des Coop-Labels JaMaDu, eines Programms für Kinder zwischen vier und neun Jahren. Rund dreieinhalb Monate nachdem eine Kinderschar den roten Vari JaMaDu zu ihrem Maskottchen ernannt hat, macht das Halbäffchen damit den grossen Sprung ins Internet.Die Spielplattform stellt die Heimat des roten Vari, die Insel Madagaskar, dar. Sie umfasst zehn Online-Spiele und drei Download-Seiten – eine Mischung aus pädagogischem Anspruch und guter Unterhaltung. Der klare Auftrag von Coop und zentraler Gedanke des Konzepts ist, dass die JaMaDu-Plattform Kinder zu Aktivitäten anregen soll, die nichts mit dem Computer zu tun haben. Fast alle Spiele bieten die Möglichkeit, eine Anleitung oder eine Idee auszudrucken, die den Kinderalltag unabhängig von Online-Erfahrungen bereichert.
Die Spiele der JaMaDu-Plattform reichen vom SchlarAffenland über das Dschungelquiz oder Rechnen mit JaMaDu bis zur JaMaDu-Geschichte, über deren Fortsetzung die Kinder online abstimmen können. Aufwändiges Kernstück der Plattform ist «Meine Insel», wo Kinder ihr eigenes Fleckchen Erde durch Eintauschen von bereits gewonnenen Punkten mit Pflanzen, Tieren und sonstigen Objekten gestalten können und ihre Insel analog dem Tamagotchi-Prinzip unterhalten müssen. Daneben kann man sich Basteltipps und Malvorlagen herunterladen oder sich jede Woche einen neuen kleinen Teil eines lebensgrossen JaMaDu-Posters ausdrucken.
Alle Anwendungen ausser «Meine Insel» können mit oder ohne Login genutzt werden. Wer sich anmeldet, hat den Vorteil, dass er Punkte sammeln kann und über ein persönliches Benutzerprofil verfügt.
Futurecom hat die JaMaDu-Welt in intensiver Zusammenarbeit mit Coop konzipiert und umgesetzt. Die Agentur zeichnet verantwortlich für die Entwicklung des Plattformkonzepts, die Gestaltung und die Programmierung der JaMaDu-Welt. Diese wird laufend ausgebaut. «Mit viel Herzblut, starken Nerven und einem guten Dialog hat man es geschafft, gemeinsam wahre Berge beziehungsweise Inseln zu versetzen», meint Michael Bietenhader, Leiter Projekte Kundenprogramme bei Coop zu dieser Zusammenarbeit mit Futurecom.
Auch aus technischer Perspektive kann sich die JaMaDu-Plattform sehen lassen: Futurecom stellte mit einem ausgewählten Programmierer-Team sicher, dass das komplexe Projekt funktions- und lebensfähig wird. Mit Tausenden von Code-Zeilen wurde die Plattform basierend auf Microsoft.NET 2.0 und Adobe Flash 8 modular und objektorientiert umgesetzt.
Andreas Panzeri

Das Ende der Medienmarken?

Kolumne Umwälzungen im Medienmarkt gefährden die grossen Marken. Doch auch das Gegenteil gilt: Gerade unter verschärften Bedingungen sind die Leistungen von Marken höher denn je einzuschätzen.

Kolumne Umwälzungen im Medienmarkt gefährden die grossen Marken. Doch auch das Gegenteil gilt: Gerade unter verschärften Bedingungen sind die Leistungen von Marken höher denn je einzuschätzen.Die Medienwelt ist verunsichert. Konsumgewohnheiten wandeln sich scheinbar dramatisch. Produktionsprozesse ändern sich radikal. Neue Kanäle drohen traditionelle Medien auf das Abstellgleis zu stellen. Das Suchfeld für zukunftsweisende Geschäftsmodelle ist beängstigend breit und nebulös. Internationale Herausforderungen ängstigen. Und historisch gewachsene Industriestrukturen werden im Weltmassstab zerstört.Die Spitze dieses bedrohlichen Eisbergs hat nun einen Namen: Murdoch. Und die zuletzt bedrohte Titanic heisst Wall Street Journal. Die NZZ ist hin und hergerissen: «Auch die Medienbranche ist im Prinzip von Neuerungen, die mit Änderungen der Eignerstrukturen einhergehen, nicht ausgenommen», beruhigt sie sich selbst. Dennoch sieht sie vor allem die Gefahren solcher Übernahmen: «Die Gefahr, die von Murdoch ausgeht, ist ganz einfach die, dass er in künftigen Jahren Niveau und widerborstige Tradition des Wall Street Journal dem weltweiten Markterfolg opfert.»
Gewinnmaximierung droht also die Produktqualität zu zerstören – so die erstaunliche Befürchtung des liberalen Gewissens aus Zürich. Eigentlich gehört die gegenteilige Logik zu den grundlegenden Glaubenssätzen derer, die fest an die Tugenden des Kapitalismus glauben.
Die Frage, die hier interessiert: Gefährden die aktuellen Umwälzungen im Medienmarkt, oben genannte und global zu beobachtende Besitzerwechsel eingeschlossen, die im Medienmarkt existierenden Marken? Was bleibt von der Markenikone Wall Street Journal, wenn Murdoch mit seinem berüchtigten «hands-on editorial approach» (Financial Times) die journalistische Unabhängigkeit und die Qualität des Produkts zerstört?
Angesichts der Krisenstimmung muss zuerst daran erinnert werden, dass die grossen Marken der Medienbranche seit langer Zeit zu den wirklichen Power Brands in ihrem jeweiligen Umfeld gehören. Lokal, regional oder global. Welchen anderen Marken folgen wir tagtäglich gewohnheitsmässig, wenn es darum geht, uns in der Welt zurechtzufinden, uns zu orientieren? Welchen anderen Marken vertrauen wir derart unhinterfragt, wenn es um die Einschätzung der Entwicklungen um uns herum geht – seien es Entwicklungen des Weltgeschehens oder örtliche Vergnügungen am Wochenende? Und mit welchen anderen Marken identifizieren wir uns so expressiv wie mit der Tageszeitung unter dem Arm? All dies definiert starke Marken und macht ihren Wert aus, der beim Grossen der Branche bei über 1 Mrd. US-Dollar liegen dürfte.
Die Gefahren für die Medienmarken scheinen aber bedrückend. Was wird aus der Orientierung, wenn die Idee hinter der Marke verschwimmt und auf dem Altar der inhalts- und substanzleeren Gewinnmaximierung geopfert wird? Wie können wir den unterschiedlichen Äusserungen dieser Marken vertrauen, wenn wir doch mehr und mehr hören, dass zur Kostensenkung die Inhalte in übergreifenden Redaktionspools erstellt werden und nur noch auf unterschiedlichen Benutzeroberflächen daherkommen? Und womit sollen wir uns noch identifizieren, wenn im Dschungel der umgewälzten Besitzerstrukturen jeder Anker, jedes Gesicht verloren geht, wenn der inhaltlich getriebene Verleger durch den coolen Medienmanager ersetzt wird?
Das Fazit erscheint ambivalent. Die Umwälzungen im Mediensektor gefährden offensichtlich die grossen Medienmarken. Gleichwohl gilt auch das Gegenteil: Gerade unter den Bedingungen der aktuellen Umwälzungen sind – wären? – die Leistungen von Marken für Mediennutzer und der Wert von Marken für ihre Besitzer in der Medienindustrie höher denn je einzuschätzen. Vielleicht hat nicht zuletzt Murdoch daher begriffen, dass die Stärke der Marke Wall Street Journal «…is no esoteric nicety but is instead core to the future value of Dow Jones» (Financial Times).
Jürgen Häusler ist CEO der Gruppe Interbrand, Zintzmeier und Lux in Zürich und Honorarprofessor an der Universität Leipzig

Markus Rusterholz verstärkt Goldbach-Management

Die Vermarkterin Goldbach Media baut ihr Management um eine zusätzliche Position für die Bereiche Logistik, Prozesse und Compliance aus. Den Posten übernimmt ab 1. September Markus Rusterholz, der bisherige COO von Adlink Internet Media.

 Die Vermarkterin Goldbach Media baut ihr Management um eine zusätzliche Position für die Bereiche Logistik, Prozesse und Compliance aus. Den Posten übernimmt ab 1. September Markus Rusterholz, der bisher als Chief Operating Officer (COO) der Tochtergesellschaft Adlink Internet Media tätig war und für das Product Management verantwortlich zeichnete. Rusterholz soll Goldbach Media bei der Entwicklung von medien- und firmenübergreifenden Systemen und Prozessen unterstützen, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Mit der fortschreitenden Konvergenz und Digitalisierung der Werbemedien sei die Entwicklung und das Bereitstellen von medienübergreifenden Systemen für die Werbewirtschaft ein zunehmend erfolgskritischer Faktor geworden, heisst es weiter. Im Rahmen der weiteren Entwicklung von netzbasierten Planungs- und Buchungssystemen profitiere das Unternehmen von Rusterholz’ langjährigen Erfahrung im Bereich der medienspezifischen Systementwicklung.

Volles Haus und volle Kassen

Screenwerbung Die Fussball-EM wartet für Werber mit neuen Gelegenheiten auf: An öffentlichen Übertragungsorten kommen jetzt auch lokale Unternehmen zum Zug.

Screenwerbung Die Fussball-EM wartet für Werber mit neuen Gelegenheiten auf: An öffentlichen Übertragungsorten kommen jetzt auch lokale Unternehmen zum Zug.
Die Vermarkterin Publisuisse hat angekündigt, dass sie während der Fussball-Europameisterschaft 2008 die Screen-Werbung in den so genannten UBS-Arenen vermarkten wird. Die Grossbank, Sponsorin der Euro 08, führt an 17 Standorten die Fussballspiele auf Grossleinwand vor. Veranstalterin der Fan-Anlässe ist das Bieler Unternehmen Perron8. Für die Übertragung der Fussball-Matches müssen die Signale der SRG verwendet werden, denn diese stellt nach Vorgabe des europäischen Fussballverbandes die offiziellen Übertragungssender der Schweiz, von der Uefa als Host-Broadcaster bezeichnet. Gemäss Abmachung zwischen den beteiligten Partnern, nämlich der Uefa, der SRG und der Event-Agentur Perron8, gilt diese Regelung ausschliesslich für die effektive Sendung, also für die Fussballspiele selbst – aber nicht für das Rahmenprogramm. In den Arenen kann also ein eigenes Programm mit Stimmungsbildern vom Veranstaltungsort, mit Hintergrundberichten, Zusammenfassungen und Interviews über die Leinwand flimmern. Im Umfeld dieser Sendungen vermarktet Publisuisse die Werbung auf den Screens. Eine Restriktion besteht darin, dass die Zeitspanne von zehn Minuten vor und fünf Minuten nach dem Spiel sowie die Halbzeitpause den Uefa-Sponsoren vorbehalten bleiben.
Zusätzliche WerbemöglichkeitZahlen damit aber die Werbekunden der SRG-Programme nicht zweimal, wenn sie für die Vorführungen auf Grossleinwänden nochmals separat Werbung buchen müssen? «Nein», antwortet Manuela Gerber, Projektmanagerin Uefa Euro 2008 bei Publisuisse. «Es handelt sich um ein zusätzliches Angebot, das wir der Schweizer Werbewirtschaft offerieren können.» Die Werbung auf den Screens der Arenen habe mit der TV-Werbung in den Programmen der SRG nichts zu tun: Einerseits könnten Werbeauftraggeber ihre Zielgruppe zu Hause erreichen, andererseits weitere Zielgruppen beim Public Viewing, also dem gemeinschaftlichen Spiele-Schauen ausser Haus. Da es sich um total verschiedene Angebote handle, gebe es auch keine Werbekombis für die SRG-Programme und die UBS Arena.
Publisuisse geht davon aus, dass es sich bei der Heimnutzung und dem Public Viewing um verschiedene Publika handelt. Gerber erwartet nicht, dass sich Fussballfans sämtliche Spiele ausser Haus anschauen, sondern schätzt, dass diese die Angebote in den Arenen als zusätzliche Möglichkeit nutzen werden. Gemäss Erfahrungswerten von der Fifa-Fussball-WM 2006 ist bei den Besuchern der UBS-Arenen mit einem jüngeren Publikum mit starkem Frauenanteil zu rechnen, das sich die einzelnen Spiele kaum nur zu Hause anschauen wird.
Publisuisse vermarktet die Arenen national, sprachregional und lokal. Manuela Gerber geht davon aus, dass die Werbung in der UBS-Arena gerade auch für jene Kunden interessant sein könne, die üblicherweise nicht TV-Werbung schalteten, sowie für lokale Unternehmen, die nicht im sprachregionalen TV werben würden. «Die Arenen bieten sowohl dem Bäcker in Thun als auch dem Garagisten in Lugano die Möglichkeit, im Umfeld der Uefa-Euro 2008 zu werben», erklärt Gerber.
Grosser Andrang erwartetDie UBS-Arenen fassen gesamthaft 114’000 Personen pro Spiel. Die Arenen sind unterschiedlich gross und bieten Platz für 4000 bis 10’000 Besucher. Gerber kann keine genauen Prognosen dazu abgeben, wie viele Personen sich die Spiele zu Hause und wie viele an öffentlichen Anlässen ansehen werden. Publisuisse wird eine Erfolgskontrolle durchführen und den Auftraggebern nach den Spielen genaue Besucherzahlen liefern.
Der Forschungsdienst Mediapulse schätzt, dass sich letztes Jahr während der Fussball-WM bis zu 20 Prozent der Zuschauer auch Spiele ausser Haus angesehen hatten (siehe Kasten). Bei der kommenden Euro 08 wird sich die Zusammensetzung des Publikums wahrscheinlich verändern: Die Meisterschaft im eigenen Land sowie die vielen anreisenden Fans aus dem Ausland können dazu führen, dass sich die Vorführungen auf Grossleinwänden nochmals grösserer Beliebtheit erfreuen werden. Bereits letztes Jahr verschaffte die WM dem Schweizer Fernsehen Traumquoten. So erzielte es beim Finalspiel einen Marktanteil von 67,9 Prozent. Am beliebtesten waren allerdings die Spiele mit Schweizer Beteiligung, die bis zu 1,7 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten. Diese Aussagen gelten allerdings nur für jene Fussball-Fans, die sich die Spiele zu Hause ansahen. Bis anhin wurde die Nutzung beim Public Viewing nämlich nicht exakt gemessen. Die Werbewirtschaft wird sich aber wohl damit abfinden müssen, dass zumindest ein Teil des Public-Viewing-Angebots nicht mehr kostenlos zu haben ist.
Nutzung ausser HausVier von fünf Schweizerinnen und Schweizern verfolgten 2006 gemäss einer im Auftrag von Mediapulse realisierten Befragung die Fussball-Weltmeisterschaft am Fernsehen. 17 Prozent dieser Zuschauer sahen sich auch Spiele ausserhalb des eigenen Haushalts, also bei Freunden, in Restaurants oder vor Grossleinwänden an. Insbesondere bei Begegnungen des Schweizer Nationalteams und bei verschiedenen Spielen in der Endrunde fand bis zu rund 20 Prozent an zusätzlicher Nutzung ausserhalb der privaten Haushalte statt. Das in der Fernsehforschung in der Schweiz eingesetzte Messsystem Telecontrol erfasst nur die TV-Nutzung in Privathaushalten. Um genauere Daten über die Beachtung der WM-Übertragungen im öffentlichen Raum zu gewinnen, wurde deshalb auf Resultate aus der Radiocontrol-Forschung zurückgegriffen. Laut Markus Jedele, Leiter Fernsehforschung bei Mediapulse AG, wird derzeit geprüft, ob das Forschungsunternehmen die Nutzung von Public Viewing nächstes Jahr während der Euro 08 messen wird. Bis Ende Jahr sollte ein Entscheid gefallen sein. 
Vermarktung in den Host Citys Basel, Bern, Genf und Zürich werden während der Euro 08 zudem und unabhängig von den UBS-Arenen als so genannte Host Citys agieren. Die Werbewoche hat sich erkundigt, wer in diesen Städten die Vermarktung der Werbeblöcke bei den öffentlichen Vorführungen der Fussballspiele übernehmen wird.
Die Nase vorn hat die Westschweiz: Dort wurde bereits im Jahr 2005 einen Vertrag mit dem Genfer Unternehmen Nepsa geschlossen. Dieses kümmert sich um die Fan-Zone und die Vermarktung der Werbezeiten. Gegenwärtig sind Offerten bei
den Uefa-Sponsoren, die ein Erstzuschlagsrecht haben. Danach beginnen die Verhandlungen mit weiteren Werbepartnern.
In Basel wird die Projektleitung Euro 08 die Werbeblöcke der Uefa-Sponsoren in einer ersten Phase selbst vermarkten. Frühestens ab Oktober wird in einer zweiten Phase die restliche Zeit auf der Leinwand an weitere Partner verkauft, unter anderem an vier noch zu definierende Host-City-Förderer. Wer im Auftrag der Host City diese Vermarktung übernimmt, ist laut Projektleiter Christoph Bosshardt noch nicht klar.
Auch die Projektleitung in Zürich weiss zum heutigen Zeitpunkt noch nicht, wer für die Vermarktung der Werbeblöcke in der offiziellen Fan-Zone zuständig sein wird. Am 23. August 2007 wird der Verein EM 08 Zürich gegründet und im September oder Oktober der Betreiber der Fan-Zone bestimmt.
In Bern ist ebenfalls noch nicht definiert, wer die Vermarktung der Werbeblöcke übernehmen soll, wie Marcel Brülhart vom Projekt Euro 2008 Bern sagt.
Carole Scheidegger

SRG bittet Online-User zur Kasse

Video on demand Zahlen, wofür man schon bezahlt hat: Eine neue Internet-Videothek verleiht gegen Entgelt Filme, die von der SRG bereits mit Gebührengeldern mitfinanziert wurden. Das Publikumsinteresse hält sich in Grenzen.

Video on demand Zahlen, wofür man schon bezahlt hat: Eine neue Internet-Videothek verleiht gegen Entgelt Filme, die von der SRG bereits mit Gebührengeldern mitfinanziert wurden. Das Publikumsinteresse hält sich in Grenzen.
Seit zehn Tagen ist das Schweizer Fernsehen SF auch eine Online-Videothek. Wie seine Schwestersender TSR und TSI in der Romandie und im Tessin bietet SF auf seiner Website ein Dutzend Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zum Herunterladen an. Wie in der richtigen Videothek wird eine Ausleihgebühr verlangt und der Film muss zwar nicht zurückgebracht werden, doch man kann ihn nur während 48 Stunden anschauen. Der digitalen Filmdatei, die man aus dem Internet herunterlädt, ist diese Nutzungsfrist einprogrammiert.«Keinerlei Zusatzeinnahmen»Bei den Filmen handelt es sich um Werke, deren Produktion die SRG im Rahmen des so genannten Pacte de l’audiovisuel mitfinanziert hat. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zuschauer für das Betrachten zur Kasse gebeten werden. Haben sie doch mit einem Teil ihrer Empfangsgebühren überhaupt erst die Finanzierung der Filme ermöglicht. Pro Jahr fliessen derzeit knapp 20 Millionen Franken aus dem SRG-Budget via Pacte in die Filmproduktion. Dieser Betrag hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Die Sichtweise, wonach die Nutzer der neuen Online-Videothek zweimal für dasselbe ins Portemonnaie greifen müssen, will man indessen bei der SRG nicht gelten lassen. «Gemäss den Bestimmungen des Gesetzes ist es uns gestattet, für ein solches Zusatzangebot Geld zu verlangen. Mit diesen Einnahmen decken wir bei weitem nicht einmal unsere Kosten. Wir generieren also keinerlei Zusatzeinnahmen mit den Video-on-demand-Filmen», sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner.
Die Ausleihgebühr für einen Spielfilm, wie zum Beispiel die Armeeklamotte «Achtung, fertig, Charlie!», beträgt sechs Franken. Davon geht rund die Hälfte an die technische Umsetzung des neuen Angebots. Die andere Hälfte teilen sich die Rechteinhaber des Films sowie der Pacte de l’audiovisuel, wo das Geld für die Produktion neuer Werke eingesetzt wird. Trotzdem scheint ein Betrag von sechs Franken für das Gebotene an der oberen Grenze. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass der erwähnte Streifen «Achtung, fertig, Charlie!» auf DVD im Handel für sechzehn Franken erhältlich ist. Für den Aufpreis gegenüber dem Online-Angebot von SF bietet die DVD eine zeitlich unbeschränkte Nutzung sowie Zusatz- und Hintergrundinformationen zum Film.
Vorerst ein VersuchDie SRG hat die neue Online-Videothek als «Versuch» deklariert. Im Januar 2008 wollen die Verantwortlichen über die Bücher gehen und entscheiden, ob und in welcher Form das Angebot weitergeführt werden soll. «Das Wunschziel der SRG ist es», sagt Daniel Steiner, «alle Filme, die im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel finanziert und realisiert werden, via Video on demand dem Publikum zugänglich zu machen.»
Ob dieses Ziel je erreicht wird, hängt nicht zuletzt von der Akzeptanz des Angebots bei den Zuschauerinnen und Zuschauern ab. Eine Woche nach der Lancierung können die Verantwortlichen noch keine genauen Zahlen liefern. Beat Schneider, als Direktor der SRG-Tochter Swisstxt verantwortlich für die technische Umsetzung der Online-Videothek, weiss lediglich von 110 heruntergeladenen Filmen innerhalb der ersten 36 Stunden nach der Lancierung.
Weit grösser ist die Zahl all jener Nutzer, die sich – ohne einen Film zu mieten – im entsprechenden Webangebot von SF, TSR und TSI umgesehen haben: Mehr als 8300 Personen haben seit dem 6. August insgesamt 155 000-mal eine Site angeklickt, darunter wohl auch zahlreiche Personen mit einem Apple-Computer. Ihnen bleibt gar nichts anderes, als nur auf der Website rumzuklicken. Filme herunterladen und anschauen kann nur, wer einen Rechner mit Windows-Betriebssystem und -Abspielprogramm besitzt. Ob diese Einschränkung weiter bestehen bleibt, sei auch Gegenstand der Evaluation nach der Versuchsphase in einem halben Jahr, heisst es bei der SRG.
Es geht auch gratisWährend die SRG die Preispolitik ihrer neuen Online-Videothek verteidigt, zeigen die öffentlich-rechtlichen Kollegen vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, dass es auch gratis geht.
Seit Ende Mai steht auf der Website des Senders der mehrfach ausgezeichnete und vom NDR mitfinanzierte Spielfilm «Gegen die Wand» des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin zum Anschauen bereit. Kostenlos und ohne einschränkende Bedingungen bei der technischen Infrastruktur. Alles, was es braucht, ist ein Computer mit Internetzugang.
Einzige Einschränkung: Aus Gründen des Jungendschutzes kann der Film erst nach 20 Uhr online angeschaut werden. Der Grossteil des Publikums ist begeistert, wie dies in zahlreichen Diskussionsforen im Internet nachzulesen ist. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Sie vermuten hinter dem Angebot lediglich einen Kniff des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, um die im letzten Jahr eingeführte Rundfunk-Empfangsgebühr für Internet-Computer nachträglich zu legitimieren.
 
Nick Lüthi

Selbst Vorzeigemarken sind Orange

Mobile Saatchi & Saatchi Simko wirbt für Orange mit anderen Marken.

Mobile Saatchi & Saatchi Simko wirbt für Orange mit anderen Marken. Über Testimonial-Kampagnen denken Topkreative nicht eben begeistert. Sie werden als «nicht kreativ» abgestempelt. Saatchi & Saatchi Simko sieht das jedoch anders. Für die Werber am Genfersee ist das Testimonial nicht tot. Im Gegenteil: Für den Mobilfunkriesen Orange erfindet es die verpönte Werbeform sogar neu.Statt mit Prominenten und pointierten Aussagen zu werben, drehen die Kreativen den Spiess um. Sie lassen Marken zu Wort kommen. Nicht irgendwelche Marken, sondern globale Brands wie Puma, McDonnald’s, Campari oder Coop. Alle diese Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen zum Mobilfunkpionier. Für Beat Baumgartner, Marketingleiter bei Orange Schweiz, passen die ausgewählten Brands deshalb gut zu Orange, weil sie ein progressives Image vermittelten. «Die Werte unserer Partner passen und ergänzen jenes von Orange perfekt», so Baumgartner.
Als Kampagnenvisual wird das Schlüsselprodukt des jeweiligen Partners gezeigt. Dazu eine Headline, die einen neuen Blickwinkel zeigt, der für das Geschäftsfeld steht. Strategie- Chef Martin Fritsche von Saatchi & Saatchi Simko: «Brands haben eine viel komplexere Geschichte als Personen. Mit ihnen lassen sich viel mehr Aspekte vermitteln als mit Persönlichkeiten.» Für Fritsche, der kürzlich von TBWA zu Saatchi & Saatchi Simko wechselte, ist die Kampagne auch ein gutes Beispiel für moderne Markenführung. Denn man vermittle den Rezipienten mit Hilfe anderer Marken eine neue Botschaft. Die vertikale und horizontale Markenführung komme so zum Zug.
Fritsche ist überzeugt, dass die Kampagne auch deshalb noch interessant sei, weil sie nicht einfach «Telefonemotionen» vermittelt, sondern auf einem hohen Level zeigt, dass Orange und seine Partner für starkes Business stehen.
Mit der Kampagne will Orange nicht nur mit Witz und Charme ein positives Image aufbauen, sondern sich unter anderem auch unter den Businesskunden im Land attraktiv positionieren. «Wir haben gemerkt, dass man Orange im Businessbereich zu wenig wahrnimmt», meint Beat Baumgartner. Dabei hat Orange den Businessbereich mit der Eingliederung der beiden Unternehmen Equant und Etrali entscheidend erweitert und will gegenüber Marktführer Swisscom aufholen. Die Kampagne ging diesen August nach einer Laufzeit von sechs Wochen zu Ende. Geworben wurde ausschliesslich in der businessaffinen Presse.
Christian Lüscher

DRS 1 kippt Volkstümliches zugunsten von Information

Das Schweizer Radio DRS 1 verschiebt volkstümliche Musik auf den Sender Musigwälle und verstärkt dafür ab dem kommenden Jahr seine Informations- und Hintergrundsendungen und bringt mehr Hörspiele.

 Das Schweizer Radio DRS 1 verbannt volkstümliche Musik aus seinem Programm. Dafür verstärkt der Sender dem kommenden Jahr seine Informations- und Hintergrundsendungen und bringt mehr Hörspiele. Volkstümliche Klänge sind ab Februar 2008 ausschliesslich auf dem Kanal DRS Musigwälle zu hören, wie die Verantwortlichen von Schweizer Radio DRS laut SDA am Mittwoch bekannt gaben. Das betrifft Sendungen wie die Gratulationen oder die «Fiirabigmusig». Sie werden von DRS 1 auf die nur über DAB und Kabel empfangbare Musigwälle verschoben. Dafür verlängern die Macher von DRS 1 die Sendung «Espresso», und die Nachrichtensendung «Heute Morgen» wird nicht mehr nur werktags, sondern neu auch am Samstagmorgen über den Äther gehen.
Weil diverse Sendungen auf die DRS Musigwälle verschoben werden, gibt es auch andere Änderungen im Programmraster des ersten Senders: Die neue Sendung
«Treffpunkt Leben» wird sich jeweils am Morgen gesellschaftlichen Themen widmen, am Montagabend wird ein Hörbuchmagazin eingeführt und die Kindersendung um eine halbe Stunde verlängert. Mit den neuen Programmelementen will Radio DRS die Stärken von DRS 1 und dem Medium Radio im Allgemeinen hervorheben, wie Christoph Gebel, Programmleiter des Senders, der SDA sagte.
«Das Radio muss sich heute über Inhalte und seinen Live-Charakter von individualisierbaren Angeboten im Internet abheben.» Radio-Direktor Walter Rüegg stellte die Verlagerung der vokstümlichen Sendungen auf DRS Musigwälle in einen grösseren Zusammenhang: Es gelte, die zukünftig sechs Programme von Radio DRS klar im Markt zu positionieren. Kritik am neuen Sendeplatz für die Volksmusik äusserte auf Anfrage der SDA Hanspeter Gautschin, Geschäftsführer der IG Volkskultur. Er ist der Meinung, dass die Volksmusik mit der Verschiebung auf die DRS Musigwälle an Gewicht verliere. Gautschin kritisierte insbesondere das derzeitige Musikprofil der DRS Musigwälle. Dieses habe heute ein Schwergewicht beim volkstümlichen Schlager, welche aber mit Volksmusik wenig zu tun habe.

Reif für die Insel

Michael Kindermann hat mit seiner Firma Snap Film und Fern Media Solutions die erste Plattform in Second Life für professionelle Unternehmen aus Film und Werbung lanciert.

Michael Kindermann hat mit seiner Firma Snap Film und Fern Media Solutions die erste Plattform in Second Life für professionelle Unternehmen aus Film und Werbung lanciert. Die Action im ersten Leben von Michael Kindermann wäre eigentlich schon spannend genug. Zumal das erste Spielfilmprojekt bald seine Premiere feiern wird. «Dieser Spielfilm ist nur ein exklusives Hobby. Eine Leidenschaft. Fast jeder Werbefilmer träumt einmal davon.» Und so hätte er sich eben von Regisseur Luzius Rüedi, der auch im Regiepool von Kindermanns Snap Film ist, von dieser Idee begeistern lassen. Ob es mit der Fiction später weitergehen soll, bleibt offen. Sicher ist nur, dass diese Leidenschaft für die Kunst das Unternehmen Werbung kreativ beflügeln, unternehmerisch aber nicht tangieren soll. «Für weitere Spielfilme müssten wir eine neue Firma aus meiner Snap Film ausgliedern», erklärt Kindermann. 
Die Werbung bleibt somit nach wie vor sein erstes Leben, auch wenn es hier im Bereich Second Life ebenfalls von einer Premiere zu berichten gibt. «Bei Snap Film sind das komplette Showreel und die Corporate- Filme zu sehen, im Inselkino läuft ein wunderbarer Kurzfilm», schwärmt Kindermann von seiner Präsenz in Second Life. Lara (http://slurl.com/ secondlife/lara/82/178/58) nennt sich die Insel. Diese soll die erste Plattform in Second Life für professionelle Unternehmen aus der Schweizer Film-, Media- und Werbeindustrie werden. Entwickelt hat Kindermann die Idee zusammen mit Stefan Keller und seiner Fern Media Solutions. Beide virtuellen Insulaner sind überzeugt, dass Second Life ein wichtiges Medium der Zukunft ist, über welches Unternehmen schon bald ihre Projekte präsentieren werden. Bereits zeigen verschiedene Unternehmen Interesse für Kindermanns Insel Lara. «Ein gemeinsamer Auftritt ergibt Sinn, allein ist man verloren in Second Life», ist Kindermann überzeugt.
Allein oder im Verbund? Das war auch die Frage, als Michael Kindermann im November 2003 seine Snap Film AG gegründet hat. Hier allerdings blieb es für ihn am besten, seine Werbefilmproduktion im Alleingang zu führen. «Meine Kunden schätzen es, dass ich mich ständig persönlich um ihre Aufträge kümmere.» Ein Vorteil ist es auch, dass Snap Film «sehr schnell und flexibel» reagieren kann. Kindermann als Produzent arbeitet mit einem Regiepool von fast 30 international tätigen Regisseuren. Ein paar bekannte Köpfe sind auch Deutsche, die sich exklusiv von Kindermann in der Schweiz vertreten lassen. Alte Weggenossen, mit denen er im Verlauf seiner über 15-jährigen Karriere als Werbefilmer gute Erfahrungen sammeln konnte.
Michael Kindermann hat schon in der Mittelschule gewusst, dass er einmal beim Film arbeiten will. Er ist in Belgien aufgewachsen und hat dann in Bonn sein Abitur gemacht. Wie es die Familientradition wollte, hat er anschliessend zwar zuerst ein Studium für Bergbau angefangen. Dazu absolvierte er auch drei Monate lang ein Praktikum «unter Tage». Nach zwei Semestern in Aachen beschloss er allerdings, «dass die Familientradition nun ein Ende finden muss». Nicht unschuldig am Entschluss war eine Cousine, die in Hamburg als Schauspielerin wirkte. Sie öffnete ihm mit der Adresse einer Werbefilmproduktion den Zugang zur Branche.
«Film und Werbung zusammen, das hört sich gut an», sagte sich Kindermann, heuerte für ein Praktikum an und diente sich in den folgenden fast drei Jahren bis zum Assistenten grosser Filme hoch. Bei einem Sommerkurs an einer Filmschule in New York lernte er später eine wichtige Person von Final Touch kennen. So folgten vier weitere Jahre bei dieser renommierten Produktionsfirma in Hamburg. Seine obligatorische Militärzeit durfte Kindermann beim Armeefilm leisten, wo er noch weiter lernte, wie man auch mit grosser Kelle anrichten kann.
Kindermann ist mit Leidenschaft Produzent. Nur einmal ist er der Verlockung erlegen, auch selber die Regie zu übernehmen. Das war in einer Zeit, wo viele Produzenten sich in dieser Rolle gefallen wollten. Die Resultate waren ein Grund, dass Kindermann die Lust sehr schnell verliess, auch ein Teil dieses «Pulks» zu sein. Viel lieber hat er sich zwei Jahre lang von der Aufbauarbeit des neu gegründeten Unternehmens Sterntag Film fordern lassen. Von dort wechselte er zu einer Produktion in der Schweiz. Bei Pumpkin Film in Zürich wirkte Kindermann drei Jahre als Produktionsleiter, bis er sich seinen langjährigen Traum erfüllte, «ein bisschen Geld in die Hand nahm» und mit einer eigenen Firma «ins kalte Wasser springen» wollte.
Eine gute Starthilfe für Snap Film war gleich der erste Auftrag mit einem Kinospot für Credit Suisse, gefolgt von Filmen für die Klubschule Migros und Carlsberg. Seither arbeitet die junge Firma für fast alle wichtigen Agenturen der Schweiz. Bekannt geworden ist Snap Film in jüngster Zeit mit den «Bravo»-Spots für das Bundesamt für Gesundheit. Zusammen mit der Agentur By Heart wurde mit witzigen Filmchen publik gemacht, dass die ETH Zürich, der Turnverein Yverdon oder das Hotel Europe in Luzern im Dienste der Volksgesundheit rauchfreie Räume geschaffen haben. Stolz ist Kindermann auch auf den aktuellen Carlsberg-Spot. Dieser wird nämlich in sechzehn Ländern eingesetzt. Eine grössere Geschichte mit acht Filmen ist auch Incarom im Auftrag von Publicis.
Um sich in der Branche noch nachhaltiger bekannt zu machen, hat Michael Kindermann im letzten Jahr einen eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen. Bei seinem Snap Film Contest können junge Kreative ein Drehbuch zu einem Spot einreichen, das dann von verschiedenen Profis aus dem Portfolio von Snap Film realisiert und als viraler Film ins Netz gestellt wird. Der Contest soll auch in diesem Spätherbst wieder durchgeführt werden.
Privat liebt Michael Kindermann neben seinen beiden Kindern natürlich nach wie vor das Kino. Ein Sack mit Golfschlägern steht meistens ungenutzt herum. Dafür schätzt er es, als «echter Europäer» mit belgischen Wurzeln, deutscher Ausbildung und Schweizer Wohnsitz über möglichst viele Grenzen hinweg immer wieder interessante Gespräche zu führen.
Andreas Panzeri

Neues Cola in alten Schläuchen

Nostalgie Ab 23. September gibts bei McDonald's zu verschiedenen Menüs ein Glas von Coca-Cola im Design von 1904.

Nostalgie Da schlagen Sammlerherzen höher. Exklusiv und nur bei McDonald’s gibt es bis zum 23. September zu jedem Menü Plus oder Caesar-Salad-Menu ein trendiges Coca-Cola-Glas geschenkt. Jede Woche in einer neuen Farbe und im Design des legendären Glases von 1904. Die Idee hat schon im letzten Jahr für Furore gesorgt. Jetzt hat TBWA Switzerland mit einer reizvoll gemachten TV-Spotadaption für eine Fortsetzung gesorgt.

Swissness auf der Haut

Wäsche Die Zürcher Kreativagentur p formance hat eine symbolträchtige Imagekampagne für den Wäschehersteller ISA bodywear gestaltet.

Wäsche Die Zürcher Kreativagentur p formance hat eine symbolträchtige Imagekampagne für den Wäschehersteller ISA bodywear gestaltet.
Swissness, die (fast) unter die Haut geht. ISA bodywear ist ein traditionelles familiengeführtes Schweizer Unternehmen, welches sich seit der  Gründung 1849 zu einem der führenden Wäschehersteller auf dem Schweizer Markt entwickelt hat. Die Zürcher Kreativagentur P formance entwickelte für ISA bodywear ein Wertemodell, das entsprechend mit den Kernwerten Schweiz, Tradition und Familie argumentiert. Mit den Werten Schweiz und Tradition kann sich ISA bodywear von der Konkurrenz abheben, glauben die Werber, wird doch die Swissline vollständig in der Schweiz produziert.Die Agentur hat zusammen mit dem Fotografen Julien Vonier die Kampagnensujets Tell und Helvetia entwickelt, welche nun von BG Media als Plakatsujets national eingesetzt werden.
 
Andreas Panzeri 

Wigdorovits zeigt sich nicht beunruhigt

Sacha Wigdorovits, Initiant der Gratiszeitung .ch, zeigt sich ob der neuen Pendlerblatt-Konkurrenz durch Tamedia, Basler Zeitung Medien und Espace Media nicht beunruhigt: Seine Zeitung habe ein völlig anderes Businessmodell.

 Sacha Wigdorovits, Initiant der Gratiszeitung .ch, zeigt sich ob der neuen Pendlerblatt-Konkurrenz durch Tamedia, Basler Zeitung Medien und Espace Media nicht beunruhigt: «Das betrifft uns gar nicht. Wir wussten ja schon länger, dass da was in Planung ist. Wir haben das im Verwaltungsrat diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass es für uns nicht relevant ist, denn wir haben ein völlig anderes Businessmodell. Erstens machen wir eine Qualitätszeitung, zweitens verteilen wir 70 Prozent der Auflage per Hauszustellung.» Der Vorteil an der Distribution nach Hause sei, dass man zuerst bei den Kunden sein werde: «Wir erreichen die Leute mit einem kostenlosen Qualitätsprodukt als erste. Das ist ein unschlagbarer Vorteil», so Wigdorovits. Er erachte es auch nicht als Nachteil, dass die anderen Gratiszeitungen im Gegensatz zu .ch grosse Verlage im Rücken haben: «Im Gegenteil. So sind wir schneller, innovativer und dienstleistungsorientierter.»

La Cucaracha macht Tempo

Öffentlicher Verkehr Ruf Lanz argumentiert mit Greenpeace für die VBZ und einem politisch nicht ganz korrekten Spot.

Öffentlicher Verkehr Ruf Lanz argumentiert mit Greenpeace für die VBZ und einem politisch nicht ganz korrekten Spot. Das Seriöse zuerst: Ruf Lanz zeigt mit einer verblüffenden Kampagne, wie umweltfreundlich die Fahrzeuge der VBZ sind. Am Beispiel von Originalbildern, die «von Greenpeace grosszügig zur Verfügung gestellt wurden», wie sich Danielle Lanz bedankt, wird dem Publikum demonstriert: Man kann sich als Umweltschützer entweder vor grosse Fahrzeuge setzen. Oder täglich hinein. Denn wer mit den VBZ fährt, belastet die Umwelt weniger. Das gilt nicht nur für die Trams, sondern auch für die Busse. Neben den elektronisch angetriebenen Trolleybussen fahren die VBZ seit 1989 mit Partikelfiltern und praktisch schwefelfreiem Diesel. Auch bei der Wartung der Fahrzeuge bleibt die Umwelt nicht auf der Strecke: dank schonenden Pflegemitteln und Waschstrassen mit Wiederaufbereitungsanlagen. Die politisch engagierten Sujets erscheinen als Inserate und Plakate.Politisch weniger engagiert als unkorrekt präsentierten Ruf Lanz und die VBZ in diesem Sommer auch einen Spot. Dieser sorgte im Orange Cinema am See beim Publikum für viel Heiterkeit. Und hat in Zürich «in der Saure-Gurken-Zeit ziemlich viel zu reden gegeben», wie sich Markus Ruf natürlich freut. Die Hintergründe: In der Stadt Zürich gibts im Durchschnitt alle 300 Meter eine Haltestelle. Diesen Vorteil dramatisierte Ruf Lanz für ihren langjährigen Kunden VBZ mit einem witzigen Ulk um drei südamerikanische Strassenmusiker. Diese steigen in ihrem typischen Poncho-Outfit mitsamt Sombreros in ein Tram der VBZ – und spielen das allseits bekannte «La cucaracha» in irrwitzig schnellem Tempo. Schliesslich könnten die Fahrgäste in Zürich ja schon in 300 Metern wieder aussteigen…
Kurz nach der Uraufführung schaffte es der Spot unter der Schlagzeile «VBZ machen sich über Sombrero-Musiker lustig» sogar auf die Titelseite von 20 Minuten. Konsul Manuel Diaz Lerma von der mexikanischen Botschaft in Bern fragte sich, wie wohl die mexikanische Bevölkerung über den Film denke. Dazu meinte CD Markus Ruf als regelmässiger Kinogänger: «Wichtig ist vor allem, was das Publikum im Kino am See denkt, denn das ist die Zielgruppe des Spots. Und die hat sehr positiv reagiert.» Er glaubt auch, dass südamerikanische Musiker in Zürich jahrelang im Folklore-Look in den Trams zum Alltag gehörten und sich damit bewusst des Klischees vom bunt gewandeten, lebensfrohen Volk bedienten. «Warum sollte die Werbung diese Realität nicht mit einem Augenzwinkern aufgreifen dürfen?»
Mittlerweile ist der von Rosas ’n’ Co produzierte Spot auf dem besten Weg, Kult zu werden. Blogger haben die flinke Sombrero-Truppe bei mehreren Videoportalen wie YouTube platziert. Und die 20-Minuten-Umfrage «Sind die VBZ zu weit gegangen?» brachte ein deutliches Resultat: 76 Prozent antworteten mit Nein.
Andreas Panzeri
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