Werbemarkt mit 2,8 Prozent im Plus

Mediafocus Einige Werbemärkte haben sich bemerkenswert entwickelt. Das kumulierte Plus im Werbemarkt seit Jahresbeginn beträgt 8,2 Prozent.

Mediafocus Das kumulierte Plus im Werbemarkt seit Jahresbeginn beträgt 8,2 Prozent.  Einige Werbemärkte haben sich bemerkenswert entwickelt: Die Branche Pharma/Gesundheit hat einen negativen Halbjahrestrend abwenden können und verbucht ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006. Der Schlüsselmarkt  Getränke weist mit minus 0,2 Prozent einen leicht negativen Halbjahrestrend aus. Klarer Gewinner des ersten Semesters mit einem Plus von 31,6 Prozent ist der Werbemarkt Kosmetik/Körperpflege. Auch die Mediengruppe Fernsehen hat über dem Wachstumsdurchschnit zugelegt.

Basel, Bern und Zürich erhalten neue Pendlerzeitung

Noch in diesem Jahr wollen die Basler Zeitung Medien, Tamedia und Espace Media eine neue Pendlerzeitung auf den Markt bringen. Der Name der neuen Zeitung steht noch nicht fest. Hingegen ist geplant, dass sie eine klare Verbindung zu den drei Regionalzeitungen Basler Zeitung, Tages-Anzeiger und Berner Zeitung herstellt. Das neue Blatt wird via Zeitungsboxen verteilt und setzt inhaltlich eher auf relevante News denn auf «Sex and Crime». Es wird Bestandteil des Inserateverbunds Metropool sein.

 Noch in diesem Jahr wollen die Basler Zeitung Medien, Tamedia und Espace Media eine neue Pendlerzeitung auf den Markt bringen. Der Name der neuen Zeitung steht noch nicht fest. Hingegen ist geplant, dass sie eine klare Verbindung zu den drei Regionalzeitungen Basler Zeitung, Tages-Anzeiger und Berner Zeitung herstellt. An dem neuen Blatt arbeitet laut Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer eine Projektgruppe unter der Leitung von Tamedia-Mann Rolf Bollmann. Zimmer betont allerdings, dass die drei Titel gleichberechtigt in der Projektgruppe vertreten seien. Aus Basel sind Vertreter der Baz-Chefredaktion und des Verlages beteiligt, wie Baz-Verleger Matthias Hagemann der Werbewoche sagte. Nach seinen Angaben ging die Initiative für das neue Produkt von der Tamedia aus. Von den Verwaltungsräten der drei Medienhäuser ist das Projekt laut Hagemann noch nicht abgesegnet.
Zum genauen Zeitpunkt der Lancierung kann Zimmer keine konkreten Angaben machen, der Markteintritt solle aber auf alle Fälle noch vor Ende Jahr geschehen. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran», so Zimmer.
Für die Tamedia besteht als einziges der drei beteiligten Verlagshäuser – Espace Media gehört nämlich offiziell noch nicht zum Zürcher Verlagshaus – eine Konkurrenzsituation mit einem eigenen Gratistitel; für alle drei Häuser besteht aber natürlich die Gefahr, die eigene Tageszeitung mit dem neuen Blatt zu konkurrenzieren. «Der Wettbewerb wird mit jedem Titel härter», räumte Zimmer ein.
Wie Hagemann geht er aber davon aus, dass die bestehende Tagespresse durch die neue Pendlerzeitung sogar gestärkt werden könnte: «Die Pendlerzeitung kann Leser für den gesamten Zeitungsverbund begeistern. Zudem können wir dem Werbemarkt attraktivere Angebote machen», sagte der Tamedia-Sprecher. Geplant sind Kombi-Angebote des neuen Titels mit den bestehenden Blättern. Ins gleiche Horn stösst Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien, auf der Website der Basler Zeitung: «Die neue Zeitung ist auch ein interessantes, neues Angebot für den Werbemarkt». Die Pendlerzeitung wird in den von den drei Verlagen betriebenen Inserateverbund «Metropool» integriert.
Inhaltlich solle der Titel qualitativ hochstehend sein, erklärte Zimmer. Man setze auf relevante News, was auch den Stärken der bestehenden Tageszeitungen entspreche. «Sex and Crime»-Meldungen seien nicht vorgesehen. Das Layout soll dezent und im klassischen Tageszeitungs-Stil sein, mit längeren Texten und kleineren Bildern als bei den Konkurrenzzeitungen wie 20 Minuten und Heute. Hintergrundinformationen und Kommentare sowie die Informationen aus der Region sollen sich weiterhin exklusiv in den bezahlten Tageszeitungen finden.
Die neue Pendlerzeitung soll frühmorgens in Zeitungsboxen in den Regionen Basel, Bern und Zürich aufliegen. «Ein anderes Vertriebskonzept haben wir uns nie ernsthaft überlegt», erklärte Baz-Verleger Hagemann. Mit der Verteilung in Zeitungsboxen erreiche man die «richtigen Leute»: die junge, mobile Zielgruppe. Ausserdem gebe es so eher eine Mehrfachnutzung pro Heft, als bei einer Heimzustellung. «Das Vertriebssystem von 20 Minuten ist hocheffizient», ergänzte Tamedia-Sprecher Zimmer.
Noch keine Angaben machen kann Zimmer dazu, wie sich die Redaktion des geplanten Blattes zusammensetzen wird, ob sie aus Mitarbeitern der bestehenden Tageszeitungen oder neu eingestellten Leuten rekrutiert wird: «Das werden wir zum gegeben Zeitpunkt kommunizieren». Wie Hagemann der SDA sagte, wird die Redaktion mit 20 bis 30 Leuten voraussichtlich in Zürich angesiedelt. Ob auch Regionalredaktionen eingerichtet werden, ist laut Hagemann noch offen. 
 
Bestätigt ist nun hingegen, dass die als Gerücht bereits kursierenden gemeinsamen Online-Pläne von Basler Zeitung Medien, Tamedia und Espace Medien existieren. «Daran arbeitet eine weitere Projektgruppe», erklärte Zimmer. Für weitere Informationen sei es aber zu früh.
Die Ankündigung der neuen Pendlerzeitung kann als Reaktion auf die von Sacha Wigdorovits initiierte Gratiszeitung .ch interpretiert werden. Diese wird am 19. September in den Agglomerationen von Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen starten. Wigdorovits hatte bereits bekannt gegeben, dass .ch als «Schnelllesezeitung mit Qualität» positioniert sein soll – eine ähnliche Positionierung scheint nun Tamedia, Basler Zeitung Medien und Espace Media für ihr neues Pendlerblatt vorzuschweben. Ein Unterschied besteht aber bei der Distribution; ein Grossteil der Auflage von .ch wird nach Hause geliefert werden.
 
 
Carole Scheidegger
 

Lokales Internet-TV im Kanton Aargau gestartet

Der Aargauer Internet Service-Provider Netzone.ch hat unter dem Namen Aargau.tv das erste lokale Internet-Fernsehen des Kantons lanciert. Der Kanal berichtete über lokale Ereignisse wie den Aarauer Maienzug, das Argovia-Fest oder Sportanlässe.

 Der Aargauer Internet Service-Provider Netzone.ch hat unter dem Namen Aargau.tv das erste lokale Internet-Fernsehen des Kantons lanciert. Die Seite funktioniert einerseits als Community-Portal im Stil von Youtube.ch: Jeder Nutzer kann sein eigenes Fernsehprogramm machen, selbst gemachte Filme oder Musik auf dem Netz verbreiten. Zusätzlich produziert Aargau.tv ein eigenes Fernsehprogramm mit Fokus Aargau. Der Kanal berichtete über lokale Ereignisse wie den Aarauer Maienzug, das Argovia-Fest oder Sportanlässe. In einem eigenen Fernsehstudio in Reinach werden künftig zudem Sendungen wie Talks, Quiz, Konzerte und andere Unterhaltungssendungen mit Live-Publikum produziert. Aargau.tv will sich von anderen Netzwerkplattformen durch Überschaubarkeit und regionale Informationen abgrenzen. Das Angebot scheint auf Resonanz zu stossen: Seit Anfang Juni waren über 25’000 Besucher auf der Plattform, wie Gründer Guido Würsch sagt. Eine zusätzliche Aufschaltung des Programms im herkömmlichen Kabelfernsehen sei ebenfalls in Planung.

Überragendes Fernsehen

GEMI Laut dem Goldbach Electronic Media Index (GEMI), der auf den Mediafocus-Daten von Januar bis Juni 2007 basiert, erhöht sich der Werbedruck der elektronischen Medien im ersten Halbjahr 2007 um 22 Indexpunkte auf 377.

GEMI
Laut dem Goldbach Electronic Media Index (GEMI), der auf den Mediafocus-Daten von Januar bis Juni 2007 basiert, erhöht sich der Werbedruck der elektronischen Medien im ersten Halbjahr 2007 um 22 Indexpunkte auf 377 Punkte. Alle erfassten Medien erlebten einen Zuwachs von 8 Indexpunkten auf 188 Punkte. Der Werbedruck im TV wuchs mit 26 Indexpunkten auf 386 am stärksten, gefolgt von Radio mit plus 9 Punkten auf 261. Nachdem im März, im April und im Mai die Datenlieferungen nicht komplett ausgefallen waren, sollen per Ende Juni auch rückwirkend sämtliche Daten vorliegen. Laut Media Focus machen die Ergebnisse aber Analysen notwendig. Teletext reduziert den Werbedruck um 4 Indexpunkte auf 140. Leider kann die Adscreen-Entwicklung, im 2006 durch AIS erhoben, aus technischen Gründen im GEMI nicht publiziert werden.

Gebühren zurückbehalten

Gebührengelder Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat die Gebührengelder bei vier von fünf privaten TV-Stationen, deren Jahresrechnungen zu Beanstandungen Anlass gab, nur teilweise ausbezahlt. Dagegen haben drei Rekurs eingelegt.

Gebührengelder In den vergangenen fünf Jahren hat das Bakom Gebührengelder an vier von fünf privaten TV-Stationen, deren Rechnungsführung zu Beanstandungen Anlass gab, nur teilweise ausbezahlt. Drei Sender haben dieses Jahr dagegen beim Bundesverwaltungsgericht rekurriert. Die Rekurse sind laut Medienmagazin Klartext hängig. Betroffen sind Tele Südostschweiz, Tele Ticino, Canal Alpha, Tele Bielingue und Canal 9. Erstere drei haben rekurriert. Bei Tele Ticino geht es um einen Betrag von 100’000 Franken. Bielingue hat von einer Beschwerde abgesehen, weil die Gebührenkürzung minim war. Auslöser für die Angelegenheit waren Stichproben der Jahresrechnungen der Sender durch das Bakom 2004. (elk)

Hagemann steigt ins Geschäft mit Pendlerzeitungen ein

Für Matthias Hagemann, den Verleger der Basler Zeitung Medien, bedeutet die Lancierung eines neuen Gratisblattes zusammen mit Tamedia und Espace Media den Einstieg in den Pendlerzeitungsmarkt. Wie er der Werbewoche sagte, habe er vor ein paar Jahren das Ausmass des Gratiszeitungsbooms nicht ganz erkannt.

Für Matthias Hagemann, den Verleger der Basler Zeitung Medien, bedeutet die Lancierung eines neuen Gratisblattes zusammen mit Tamedia und Espace Media der Einstieg in den Pendlerzeitungsmarkt. Wie er der Werbewoche sagte, reagiert sein Unternehmen damit auf die Schwierigkeiten, mit denen die Tageszeitungen heute aus demographischen Gründen und am Werbemarkt zu kämpfen haben. Er habe vor ein paar Jahren das Ausmass des Gratiszeitungsbooms nicht ganz erkannt. Dass er nicht schon früher mit einer Pendlerzeitung auf den Markt gekommen sei, bedauere er aber nicht: «Ich würde es bedauern, wenn wir schon früher eine reale Möglichkeit gehabt hätten». Zwar wäre vor einigen Jahren der Einstieg bei 20 Minuten möglich gewesen, «doch das hätten wir uns gar nicht leisten können.» Nun bestehe ein gute Option: «Wir arbeiten mit Espace Media und Tamedia schon mit Erfolg beim Magazin und beim Inserateverbund Metropool zusammen». Er ist überzeugt, dass auch das neue Projekt erfolgreich werde.
Hagemann lasse sich aber nur auf Zusammenarbeiten ein, die die Unabhängikeit seines Verlages stärken würden, sagte er weiter: «Unsere Unabhängigkeit ist das oberste Ziel».

«.ch greift die abonnierten Tageszeitungen an»

Interview Mit Thomas Akermann an der Spitze soll der Verband Schweizerischer Gratiszeitungen (VSGZ) noch aktiver werden. Die Ziele des neuen Präsidenten: mehr Mitglieder, Gattungsmarketing und die Integration in den Verband Schweizer Presse.

Interview Mit Thomas Akermann an der Spitze soll der Verband Schweizerischer Gratiszeitungen (VSGZ) noch aktiver werden. Die Ziele des neuen Präsidenten: mehr Mitglieder, Gattungsmarketing und die Integration in den Verband Schweizer Presse.
WW: Herr Akermann, lieben Sie es, eine ruhige Kugel zu schieben?Thomas Akermann: (lacht) Wie kommen Sie darauf? Ich bin Geschäftsführer der Anzeiger Luzern AG und der Insider Verlag AG und nun auch noch VSGZ-Präsident. Von einer ruhigen Kugel kann also keine Rede sein.
WW: Das VSGZ-Präsidium ist ein stiller Posten, den es offenbar nicht braucht. Jedenfalls war er seit 2002 unbesetzt.Thomas Akermann:
Aber wir hatten immer eine Geschäftsstelle in Zürich, die von Hannes Zaugg geleitet wird. Allerdings ist Herr Zaugg kein Verleger und konnte deshalb wenig Input und Erfahrung einbringen. Es gab also eine Führung, aber sozusagen eine branchenfremde. Deshalb macht es Sinn, dass wieder ein Verleger den Laden führt, der im Daily Business steht.WW: Warum wurde der VSGZ gerade jetzt wieder aktiv?Thomas Akermann:
Die Initiative ging von Guido Schwarz und Stephan Gartenmann, beide vom Tagblatt der Stadt Zürich von Tamedia, sowie von mir aus. Wir wollten nicht nur zusammen essen gehen und nette Worte austauschen, sondern im VSGZ auch etwas tun.WW: Wen vertritt der VSGZ? Und wo steht der Verband heute?Thomas Akermann:
Wir vertreten die regionalen Gratiswochenzeitungen, von denen einige eine sehr lange Tradition haben. Titel, die beim VSGZ Mitglied werden wollen, müssen gewisse qualitative Mindeststandards erfüllen. Für dieses Geschäftsmodell stehen wir seit Jahrzehnten ein. Allerdings sind wir damit noch am Anfang. Befänden wir uns auf einem 100-Meter-Lauf, hätten wir erst 10 Meter zurückgelegt.WW: Was wollen Sie denn erreichen?Thomas Akermann:
Wir wollen das Gattungsmarketing gegenüber Agenturen und grösseren Werbeauftraggebern verstärken und unsere USPs stärker vertreten. Zudem wollen wir die wesentlichen Player in diesem Markt vereinigen. Heute haben wir erst 10 Mitglieder – es gibt aber etwa 20 Titel, die unsere Anforderungen erfüllen. Deshalb wollen wir weitere Mitglieder werben. Ziel ist es, innert etwa eines Jahres die anderen Firmen auch an Bord zu haben, damit man als ganze Gattung auftreten kann.WW: Tamedias Tagblatt der Stadt Zürich ist erst seit wenigen Monaten beim VSGZ dabei. Etwa wegen der angekündigten Gratiszeitung .ch?Thomas Akermann:
Ich kann natürlich nicht für Tamedia sprechen. Ich weiss aber, dass die oberste Tamedia-Führung sich zum VSGZ bekannt hat. Ihrer Meinung nach macht es Sinn, neben dem Verband Schweizer Presse einen weiteren Verband für Gratiszeitungen zu haben.WW: Das sind neue Töne. Der VSGZ warb schon früher um Tamedia, doch dort blieb man sowohl mit dem ZürichExpress als auch mit dem Tagblatt abseits. Was war der Grund für die Kehrtwende?Thomas Akermann:
Wie gesagt, zu Tamedias Beweggründen kann ich nichts sagen. Aber es freut mich, dass wir Tamedia dabei haben. Dies ist ein gutes Signal für den VSGZ.WW: Unter den derzeit zehn VSGZ-Mitgliedern finden sich ansonsten kaum Titel der Grossverlage. Warum?Thomas Akermann:
Das hat mit der internen Strategie der Grossverlage zu tun. Verlage mit einer abonnierten Tageszeitung und einem Gratisanzeiger im Portfolio erzielten lange mit der abonnierten Zeitung den höheren Deckungsbeitrag. Deshalb setzten sie den Gratisbereich bewusst etwas tief, um die rentable Tageszeitung zu schützen. Was sie noch vor zehn Jahren belächelten, wurde dann aber mit 20 Minuten doch zu einem ernsthaften Thema. Damit veränderte sich auch der Stellenwert der Gratiszeitungen.WW: Auch Zeitungen des Verlagshauses Zehnder sucht man beim VSGZ vergeblich.Thomas Akermann:
Weil Zehnder Qualitätsanforderungen wie etwa die Wemf-Beglaubigung nicht erfüllt.WW: Zehnder oder auch die Titel von Migros und Coop sind beim Verband Schweizer Presse dabei, jedoch nicht beim VSGZ.Thomas Akermann:
Dieses Thema sehe ich im Zusammenhang mit der Frage, wohin der VSGZ will: Kurzfristig ist es unser Ziel, die Keyplayer unter den Gratisanzeigern zu vereinen, sie schweizweit zu vertreten und den Verband in eine vernünftige Grösse zu bringen. Sobald die Braut dann geschmückt ist, wollen wir sie mittelfristig im Verband Schweizer Presse integrieren.WW: Als eigene Untergruppe?Thomas Akermann:
Ja. In der Vergangenheit gab es schon Gespräche. Aber wir stellten fest, dass der Verlegerverband unsere Bedeutung noch als zu gering einstuft. Darum machen wir jetzt zuerst unsere Hausaufgaben und bringen uns dann als ganze Gruppe ein. Die Einzelmitgliedschaft ist für kleinere und mittlere Verlage einfach zu teuer.WW: Vor etwa sieben Jahren versuchte der VSGZ vergeblich, parallel zum damaligen Swisspool ein Gratiszeitungskombi zu bilden. Sind Kombis auch heute noch ein Ziel?
Thomas Akermann: Ja, dieses Thema diskutieren wir aktiv. Es ist denkbar, dass wir etwas lancieren. Möglich ist auch, dass wir auf bestimmte Events hin alle Zeitungen zusammenführen werden.WW: Der VSGZ weist allerdings noch geografische Lücken in Bern, Basel, St. Gallen, Winterthur, im Aargau, in Solothurn, Graubünden und im Kanton Tessin auf. Sind Sie mit allen entsprechenden Titeln im Gespräch?Thomas Akermann:
Mit einigen. Wir sind zum Beispiel mit dem Baslerstab in Kontakt, die Gespräche verliefen bisher positiv. St. Gallen und den Aargau haben wir ebenfalls im Auge, aber wir haben sie noch nicht kontaktiert. Nicht nötig ist dies von den Gratistiteln von Espace Media, das läuft dort via Tamedia.WW: Das Stadtblatt Winterthur wird demnächst als Gratis-Sonntagstitel erscheinen. Ist es ein möglicher Kandidat für den VSGZ?Thomas Akermann:
Ja, durchaus.WW: Zurück zu .ch: Das Blatt könnte für einige VSGZ-Mitglieder eine Bedrohung werden. Wie begegnet der VSGZ diesem Projekt?Thomas Akermann:
Selbstverständlich tangiert .ch unsere Gratiszeitungen bis zu einem gewissen Grad. Meines Erachtens wird das Blatt aber primär die abonnierten Tageszeitungen angreifen. Denn wenn die Leute eine Tageszeitung gratis erhalten, die zudem qualitativ höher positioniert ist als 20 Minuten, werden sich viele überlegen, ob sie überhaupt noch eine abonnierte Tageszeitung benötigen.WW: Mag sein. Aber VSGZ-Titel erreichten bisher als einzige mindestens einmal wöchentlich alle Haushalte im Verteilgebiet, auch die rund 15 Prozent Fremdsprachigen. Doch .ch macht euch diese Vorteile nun streitig – noch dazu täglich und früher am Morgen. Das ist doch eine echte Bedrohung.Thomas Akermann:
Es ist sicher richtig, dass .ch näher an unseren USP herankommt als etwa 20 Minuten.WW: Was bleibt denn von eurem USP noch übrig?Thomas Akermann:
Unser USP bleibt bestehen, denn wir kommen in die Briefkästen, auch in jene mit Stoppkleber. Das schafft .ch nicht. Und man darf gespannt sein, wie es seine Vertriebsproblematik löst. Mit Ständern nur in Mehrfamilienhäusern und mit Kolporteuren wird das Blatt kaum an unsere Abdeckung herankommen. Ein weiterer Punkt: Vermutlich werden wir weiterhin das attraktivere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.VSGZ-Mitglieder und -MitgliedschaftskriterienIn der Deutschschweiz hat der VSGZ derzeit sieben Mitglieder – den Anzeiger Luzern/Luzerner Woche, den Berner Landboten, den Fridolin, die Obersee Nachrichten, den Schaffhauser Bock, das Tagblatt der Stadt Zürich und die Wochen-Zeitung für das Emmental und Entlebuch. In der Romandie hat der Verband drei Mitglieder, nämlich Biel-Bienne, GHI und Lausanne Cités. Die Gesamtauflage beträgt rund 1,1 Millionen Exemplare. Vor kurzem waren auch noch die Uster Nachrichten beim VSGZ dabei – bis Tamedia sie Ende Mai 2007 einstellte.
Um VSGZ-Mitglied werden zu können, muss ein Gratistitel mindestens ein Jahr auf dem Markt sein und mindestens einmal wöchentlich in sämtliche Haushalte seines Verbreitungsgebietes verteilt werden. Zudem sollte der redaktionelle Anteil mindestens 20 Prozent des Umfangs betragen. Der Titel muss Auflage und Reichweite von der Wemf erheben lassen und er sollte mindestens 0,75 Leser pro Exemplar aufweisen.
Interview: Markus Knöpfli

Plakatforschung will Lücke schliessen

Plakatforschung Sieben Jahre lang hat SPR+ Kontaktwerte für Strassenflächen erhoben. Für Plakatstellen in Gebäuden braucht es aber eine separate Methodik.

Plakatforschung Sieben Jahre lang hat SPR+ Kontaktwerte für Strassenflächen erhoben. Für Plakatstellen in Gebäuden braucht es aber eine separate Methodik.Swiss Poster Research Plus (SPR+), die Plakatforschung der APG, hat ein grosses Ziel: Die Studie will Aufschluss geben über die Leistungsdaten sämtlicher rund 60 000 Plakatflächen der Formate F12 und F200 in den Schweizer Agglomerationen. So ist es auf www.sprplus.ch nachzulesen. Wohlverstanden: Die Zahl 60 000 beinhaltet nicht nur die APG-eigenen Stellen, sondern auch jene anderer Anbieter, etwa von Clear Channel Outdoor Plakanda (CCOP) oder von Star Plakat.Noch ist das Ziel aber nicht erreicht. Zwar hat SPR+ die Datenerhebung mit GPS in zwölf Schweizer Grossagglomerationen abgeschlossen (siehe Kasten) und auch die Leistungswerte für 43 weitere Städte extrapoliert. Zudem fanden diese Daten Eingang in das Planungstool SPR+ Expert. Dennoch weist SPR+ noch eine wichtige Lücke auf: Erhoben wurden bisher nur die Leistungswerte der Strassenflächen, von Plakatstellen in Gebäuden, Bahnhöfen, Unterführungen, Shoppingcentern und Parkings sind dagegen noch keine Werte vorhanden. Und das sind gemäss APG-Marketingleiter Roger Möschler gesamtschweizerisch 14’000 bis 15’000 Flächen oder rund ein Viertel aller Plakatstellen.
Der Grund: Mit GPS kann nur gemessen werden, solange sich die Testpersonen quasi im Freien bewegen. Sobald die Probanden aber stark abgeschirmte Gebäude betreten, können die darin zurückgelegten Wegstrecken nicht mehr verfolgt und die Leistungswerte der entsprechenden Plakatflächen nicht eruiert werden.
Diese Lücke will SPR+ nun füllen – mit einer Pilotstudie, die bis Ende Jahr abgeschlossen sein soll. Die Basis bilden die vorhandenen GPS-Daten: «Dank diesen wissen wir immerhin, welche Personen wann durch welchen Eingang in welches Gebäude eingetreten sind und wann diese wo das Objekt wieder verlassen haben», erklärt SPR+-Geschäftsführer Felix Mende. Im Rahmen der Pilotstudie würden nun vier Bahnhöfe, ein Shopping-Center, ein Parking, eine Autobahnraststätte und eine Tankstelle empirisch untersucht. «Es werden verschiedene Erhebungsmethoden getestet, um die bestmögliche Methode für die Hauptstudie zu identifizieren», sagt Mende. Er ist zuversichtlich, dass dies möglich ist. Darüber hinaus wird, so der SPR+-Geschäftsführer, «ein integriertes Modell» entwickelt, welches die GPS-Studie und die Objektstudie miteinander vereinen soll. «Auf diesen Datensatz wird dann das Planungstool SPR+ Expert zugreifen.»
SPR+ führt die Pilotstudie zusammen mit dem deutschen Fraunhofer- Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) durch. Fraunhofer, ein langjähriger Forschungspartner von SPR+, habe bereits grosse Erfahrung mit dem Erfassen von Personenmobilität in Objekten, sagt Mende.
So funktioniert SPR+In den vergangenen rund sieben Jahren trugen über 10’000 Schweizerinnen und Schweizer während je einer Woche einen GPS-Mobilitymeter, der in jeder Sekunde die Signale von mindestens vier Satelliten speichert. Diese gespeicherten Wegstrecken wurden danach metergenau auf eine digitale Karte übertragen, die auch die Positionen der Plakatstellen und deren Beachtungsraum enthält. So kann festgestellt werden, wann die Testpersonen welche Stelle wie schnell und in welchem Winkel passierten. Entsprechend sind für jede einzelne Fläche Aussagen über die Anzahl Kontakte und die Kontaktqualität möglich.
Sobald sich ein Proband aber an einem überdeckten Ort aufhielt, konnte sein Mobilitymeter die Satellitensignale nicht mehr oder nur noch eingeschränkt empfangen. Während dieser Zeit wurden folglich keine oder nur unvollständige Positionsdaten gespeichert.

Mit der Pilotstudie versucht man nun, diese verborgenen Wegstrecken quasi empirisch zu «rekonstruieren».
Markus Knöpfli

Geburtstag mit den Stones

Kundenbindung Zum 10-jährigen Geburtstag der Cumulus-Karte organisierte die Migros für ihre Kunden ein exklusives Konzert der Rolling Stones.

Kundenbindung Der Migros Genossenschafts Bund dankte seinen Kunden zum 10. Geburtstag der Cumulus-Karte mit einer Band der Superlative: The Rolling Stones spielten am 11. August live im Stade de la Pontaise in Lausanne für 30’000 Kumulierte. Damit diese den Event nicht so schnell vergessen, hat Art & Work im Auftrag des MGB eine stilvolle Broschüre rund um die Show und die Stones gestaltet.

Workshop für Effie

Awards Am 15. August wird die Swiss-Effie-Site 2008 aufgeschaltet (www.effie.ch). Um die wichtigsten Regeln der Eingabe noch mal in Erinnerung zu rufen, veranstaltet BSW Leading Swiss Agencies am 23. August einen Workshop.

Awards Am 15. August wird die Swiss-Effie-08-Site (www.effie.ch) aufgeschaltet und die Online-Eingabe der Cases freigegeben. Um den Teilnehmern die Arbeit etwas zu erleichtern und um nochmals die wichtigsten Regeln für eine effektive und effiziente Einreichung bei Swiss Effie in Erinnerung zu rufen, organisiert BSW Leading Swiss Agencies am Donnerstag, 23. August, wiederum einen Workshop zum Thema «Effie-Cases effektiv einreichen». Ziel des Workshops ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Agenturen anhand der 12 goldenen Effie-Tipps und Fallstudien zu zeigen, wie sie ihre Informationen und Daten effektiv aufbereiten, wie sie die Jury von der Wirksamkeit ihrer Kampagne überzeugen können und wie sie die besten Chancen haben, einen Effie zu gewinnen. Anmeldung bis 17. August 2007 an [email protected]. Kosten: 80 Franken.

Für den Mut zum Risiko belohnt

Nachwuchsförderung BMW hat Studierende das Mitarbeitermagazin gestalten lassen. Mit grossem Erfolg.

Nachwuchsförderung BMW hat Studierende das Mitarbeitermagazin gestalten lassen. Mit grossem Erfolg. Mitarbeitermagazine müssen nicht jeden Monat mit Interna oder Produktneuheiten gefüllt werden. Das beweist die Juli-Ausgabe des BMW Mitarbeitermagazins Teamwork. In der Sommerausgabe zeigt die Kommunikationsmannschaft um Oliver Aeschlimann Mut zum Experiment. Zusammen mit der Zürcher Hochschule der Künste begab sich BMW auf den Pfad der Kunst. Studierende des Bereichs Visuelle Kommunikation setzen auf rund 20 Seiten den Autohersteller ins Bild. Projektleiter Oliver Aeschlimann: «Wir wollten damit den Jungen eine Plattform bieten und unseren Mitarbeitenden neue Eindrücke, andere Ansichten und Menschen hinter den Produkten vorstellen.» Für Aeschlimann sind solche Inputs wichtig. Die Sicht von aussen komme während der Arbeit zu kurz. Die Ideen der Studierenden waren deshalb sehr willkommen.Künstlerische FreiheitUrsprünglich plante Aeschlimann, die Studierenden nur die Titelseite gestalten zu lassen. Auf Wunsch der Dozenten änderte man jedoch den Auftrag ab. Während des einmonatigen Projekts durfte der kreative Nachwuchs am ganzen Heft herumtüfteln. Bezüglich der Themen zeigte sich BMW sehr offen. Einzige Leitplanke: Die Arbeiten mussten etwas mit BMW, Mini oder Mobilität zu tun haben. Oliver Aeschlimann gibt zu, anfangs ein bisschen skeptisch gewesen zu sein. Er befürchtete, dass die Studierenden zu kritisch über BMW nachdenken würden. Zu zensieren oder sich in das künstlerische Schaffen einzumischen, kam aber für BMW nicht in Frage. Mit dem Endergebnis ist Aeschlimann zufrieden. «Wir haben alle Arbeiten ins Heft genommen. Die Arbeiten sind vielfältig und gut ausgefallen.»
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule war nicht ohne Entgelt. BMW entschädigte die Studierenden für ihre Arbeit, organisierte eine Ausstellung und platzierte das Projekt in den Medien. Aeschlimann: «Wir wollen den Jungen damit auch ein Sprungbrett in die Berufswelt bieten.» Und wie reagierte die Schweizer BMW-Mitarbeiterschaft auf das Projekt? Diese hätte sehr positiv auf das Experiment geantwortet. «Das Feedback war toll. Ich habe, seit ich bei BMW arbeite, noch nie so viel Echo erhalten», so Aeschlimann. Sein Team und er brüten auch schon an anderen Konzepten herum, wie man Studenten und ihre Ideen für BMW nutzen kann. «Derzeit denken wir darüber nach, wieder mit Studenten zu arbeiten, aber über konkrete Projekte kann ich noch nichts sagen.»
Dem deutschen Autohersteller liegt die Nachwuchsförderung am Herzen. So unterstützt BMW an vielen kleinen Festivals den Filmnachwuchs oder schreibt regelmässig verschiedenste Förderpreise für Film und Design aus. Alle Arbeiten der Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste sind übrigens am BMW-Hauptsitz in Dielsdorf zu sehen. Das Mitarbeitermagazin Teamwork erscheint monatlich und in einer Auflage von 550 Exemplaren.
Christian Lüscher

Schweizer Jugendliche und ihr elektronisches Equipment

Umfrage Die Werbewoche publiziert aus aktuellem Anlass einen Auszug aus der neuen KommTech-Studie 2007.

Umfrage Die Werbewoche publiziert aus aktuellem Anlass einen Auszug aus der neuen KommTech-Studie 2007.
Die seit 2004 jährlich durchgeführte KommTech-Studie dokumentiert die fortschreitende Digitalisierung der Kommunikations- und Unterhaltungstechnologien in der Schweiz. Ein Auszug aus den demnächst erscheinenden Ergebnissen der diesjährigen Studie wird hier beispielhaft für die 15- bis 24-jährigen Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer vorgestellt. Playstation bevorzugtDie jungen Schweizerinnen und Schweizer leben in relativ grossen Mehrpersonenhaushalten mit einer hohen Dichte an technologischem Equipment. Eine zentrale Erkenntnis der KommTech-Studie lautet daher: Vorsicht mit elektronischen Geschenken für Jugendliche. Viele verfügen zu Hause über mehrere TV-Geräte und denkbar über ein eigenes in ihrem Zimmer. So hat die Game-Nutzung der jungen Schweizerinnen und Schweizer weiter zugenommen: 43 Prozent spielen bereits ab und zu Videospiele (2006: 35 Prozent), während es bei der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren jeder Fünfte ist (2006: 12 Prozent). So wie die meisten Schweizerinnen und Schweizer besitzen auch die Jugendlichen grösstenteils eine Playstation. Die Xbox ist zwar weniger verbreitet, aber die Jugendlichen sind dafür wesentlich affiner als für die Playstation. Danach folgt Nintendo. Der Hersteller kann mit einer neuen Gerätegeneration den Rückstand auf die Xbox möglicherweise aufholen.
Zusätzlich zu Konsolen spielen 15 Prozent der Jugendlichen Games auch noch online. Kein Wunder, werden Video- und Online-Games jetzt auch als Werbeträger entdeckt. Mit dynamisch einsetzbarer Werbung direkt in den Spielen können die Jugendlichen gezielt und bei höchster Aufmerksamkeit erreicht werden.
85 Prozent der Jugendlichen nutzen fast täglich zu Hause das Internet (2006: 68 Prozent). Die beliebtesten Tätigkeiten der Jugendlichen auf dem Netz (hinter E-Mail und Informationssuche) sind Kommunikationsmittel wie Instant Messaging und Chatten. Rund 40 Prozent der Jugendlichen nutzen das Internet für Sofortkommunikation mit ihren Peers. Mit der Verdoppelung gegenüber dem letzten Jahr manifestieren diese beiden Internetfeatures ihren endgültigen Durchbruch.
Immer beliebter wird das Herunterladen von Musik übers Internet: Mehr als jeder dritte junge Schweizer nutzt das Internet dafür (2006: 24 Prozent). Parallel legte auch die Verbreitung von iPod und anderen MP3-Playern sprunghaft zu: Mit 66 Prozent besitzen nun zwei Drittel der jungen Schweizerinnen und Schweizer einen iPod oder MP3-Player (2006: 49 Prozent).
Die KommTech-Studie zeigt auch Bewegung im Bereich der neueren Internet-Trends wie Blogging, Podcasting, Internet-TV und Skype. So zeichnet sich der gegenwärtige Hype um YouTube und Co. mit einem markanten Sprung in den Daten ab: Letztes Jahr schauten erst 6 Prozent der jungen Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer auf dem Netz Videos, während das derzeit bereits 26 Prozent tun. 14 Prozent widmen sich dem Blogging und knapp ebenso viele nutzen das Internet für TV-Angebote wie beispielsweise Zattoo. Auch Podcasting und Internet-Telefonie (je 11 Prozent) haben bei den jungen Schweizerinnen und Schweizern den Sprung über die 10-Prozent-Grenze geschafft. Blogging, Internet-Fernsehen, Podcasting und Telefonie sind überwiegend eine Sache der Jugendlichen und bei diesen überproportional beliebt und verbreitet. Sie sind jedoch bei der Gesamtbevölkerung bei weitem noch kein Massenphänomen.
99 Prozent besitzen ein HandyMehr als jeder dritte junge Schweizer nutzt das so genannte Radiostreaming, bei dem ein Radiosender live übers Internet gehört wird. Praktisch jeder vierte Jugendliche tut das mindestens ein- bis mehrmals pro Woche (2006: 15 Prozent). Angesichts dieser steigenden Nutzungszahlen verwundert es nicht, dass praktisch alle Schweizer Radiostationen ihr Programm auch übers Web verbreiten.
Die Jugendlichen, aber auch die Gesamtbevölkerung hören übers Internet am liebsten Schweizer Privatradios. 20 Prozent der Jugendlichen schalten die Schweizer Privaten ein, während die SRG-Radios von 8 Prozent genutzt werden. Die Schweizer Privatradios konnten damit ihren Vorsprung im Netz zu anderen Radioangeboten weiter ausbauen.
Mit 99 Prozent verfügt die grosse Mehrheit der Jugendlichen über ein eigenes Handy (Gesamtbevölkerung: 85 Prozent). Hinter dem Marktleader Swissom stagnierte Sunrise, so dass Orange dank einem Zuwachs bei den Jugendlichen jetzt auf Platz zwei liegt. Nokia konnte seine Marktleaderschaft bei den Jugendlichen wieder ausbauen. Samsung ist das am meisten jugendaffine Handy und bei den Jugendlichen dreimal stärker verbreitet als bei der Gesamtbevölkerung, weswegen Sony Ericsson auf Rang drei abrutschte.
Telefonieren und SMS-Schreiben sind für die Jugendlichen die Hauptfunktionen des Handys. Stark zugenommen haben weiter das Fotografieren und das Aufnehmen von Videos, aber auch das Musikhören mit dem Handy. Obwohl das Fotografieren stark zugelegt hat, scheint beim Versenden von MMS der Zenit erreicht. Radio dagegen hat über das Handy einen neuen Verbreitungsweg gefunden, der bei den Jugendlichen immer mehr genutzt wird. Neuere Dienste wie Surfen im Internet, Fernsehen oder Email übers Handy werden auch von den Jugendlichen noch kaum genutzt. Einzig beim Surfen übers Handy zeichnet sich eine positive Tendenz ab.
Die aktuellen KommTech-Daten zeigen diverse technologische Entwicklungen in der Schweiz auf. Zugleich wirft die Studie allerhand Fragen für nächstes Jahr auf: Wie geht es mit Blogging, Podcasting, Internet-TV und Skype weiter? Werden alle Schweizerinnen und Schweizer weiterhin übers Internet vor allem Schweizer Privatradios hören? Boomt nächstes das Surfen im Internet, das Schreiben von E-Mails oder das Gucken von TV übers Handy? Kann das iPhone bei den Handys den Erfolg des iPod wiederholen beziehungsweise kann man nächstes Jahr einem Jugendlichen noch ein Samsung-Handy schenken oder ist das dann bereits wieder out?

Siri Fischer, IP Multimedia (Schweiz) AG

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