Tore für Migros-Töchter

Fussball Publicis hat rund um die Fanmeisterschaft M’08-Spots für die Sponsoren realisiert.

Fussball Publicis hat rund um die Fanmeisterschaft M’08-Spots für die Sponsoren realisiert.  
Die erste Fanmeisterschaft der Fussballgeschichte ist erfolgreich angelaufen. Die Aktion M’08 gefällt nicht nur vielen Zuschauern beim Schweizer Fernsehen. Sie erfreut auch die zahlreichen Sponsoren, welche die Migros als Veranstalterin der M’08 für das Fanspektakel gewinnen konnte. Darunter befinden sich Unternehmen wie M-Electronics, SportXX, LeShop und Migros-Restaurant.Für die Migros und ihre M’08-Sponsoren hat Publicis mit den CDs Ralf Kostgeld und Jean Etienne Aebi fünf Spots entwickelt. Diese haben natürlich die Welt des Fussballs zum Thema und sind auf die Bedürfnisse der Fans zugeschnitten. Die Filme werden im Umfeld der M’08-Veranstaltungen rund um «Tagesschau» und «10 vor 10» auf SF 1 geschaltet. Produziert worden sind die Spots von Pumpkin Film.
 
Andreas Panzeri

Schweizer Fernsehen erweitert Podcast-Angebot

Das Podcast-Angebot des Schweizer Fernsehens wächst: Neu stehen auch die Sendungen «Eco», «Zart oder Bart?», «SF bi de Lüt – Heimspiel», «Al Dente» und «Puls» zum Download auf der SF-Website bereit.

 Das Podcast-Angebot des Schweizer Fernsehens wächst: Neu stehen auch die Sendungen «Eco», «Zart oder Bart?», «SF bi de Lüt – Heimspiel», «Al Dente» und «Puls» zum Download auf der SF-Website bereit. Damit können die Zuschauer nun 15 Sendungen jeweils am Tag nach ihrer Ausstrahlung kostenlos beziehen und auf ihrem Computer oder einem mobilen Abspielgerät anschauen. Laut SF stossen die Podcasts auf eine rege Nachfrage: Sie werden im Schnitt 175’000 Mal im Monat heruntergeladen.

Werber im Panini-Format

Fussballfieber Im Vorfeld der Euro 08 erliegt die Werberszene der Sammelsucht der Publisuissini-Bilder.

Fussballfieber Im Vorfeld der Euro 08 erliegt die Werberszene der Sammelsucht der Publisuissini-Bilder. 
 
Bis zur Euro 08 dauert es noch eine Weile. Was tun bis zum grossen Fest? Um die Stimmung anzuheizen, lanciert Publisuisse die Aktion «Publisuissini», das erste Sticker-Album der Schweizer Werbeszene. Anstelle von Beckham und Konsorten werden darin ein Markus «das Hirn» Ruf oder ein Thomas «El Pelé» Rüttimann porträtiert.Publisuisse will mit dieser Idee das Euro-Fieber endgültig entfachen. «Die Branche soll wahrnehmen, dass Publisuisse bezüglich Werbung und Sponsoring im Umfeld der Euro eine zentrale Rolle einnimmt», sagt Projektleiter David Elsasser. Während fünf Monaten will der Fernsehvermarkter die Werbeszene zum Sammeln und Tauschen anregen und das Album zum Branchenthema machen. Die Aktion stösst auf positives Echo. Managing Director Rolf Suter von m&m/mm&b meint begeistert: «Supergeile Idee. Bin gespannt, ob die Tauscheuphorie entfacht wird.»
Die Schweizer Version steht dem Panini-Original in seiner Aufmachung in nichts nach. David Elsasser: «Inhalt und Layout wurden möglichst authentisch an das richtige Panini-Album angeglichen.» Während das italienische Original silberne Länderwappen zieren, sind es in der Publisuissini-Version glänzende Agenturlogos.
User Generated Advertising Fotografiert und gestaltet wurden die Auftritte der Agenturmannschaften nicht von Publisuisse, sondern von den Werbern und Planern selbst. Ganz im Sinn von «User Generated Advertising» wurde den Werbern genug Spielraum für kreative Porträts gelassen. Was dabei herauskam, bringt Sammler zum Schmunzeln, weil sich die Agenturen unkonventionell inszenieren. So zeigen sich die Kreativen von Draft Fcb Lowe in gelbem Dress und vorstehenden Hasenzähnen. Kein Zweifel, dass hier der Weltklassestürmer Ronaldinho parodiert wird. Auch Jung von Matt/Limmat beweist Fantasie. Quetschungen, aufgerissene Lippen und deformierte Köpfe sollen den Kampfgeist der Agentur unterstreichen.
Wie in der Urform des italienischen Sticker-Albums kommen nur die Besten ins Heft. Je 15 Kreativ- und Media-Agenturen aus der Schweiz wurden berücksichtigt. Um einen kontinuierlichen Tauschhandel und genügend Dynamik zu erzeugen, begrenzt Publisuisse die Aktion auf die Agenturszene Deutschschweiz und den Westschweizer Agentursatellit Genf. Wer letztlich ins Heft durfte, entschied laut David Elsasser das Werbewoche-Kreativranking und die Umsatzgrössen. Je nach Relevanz wurde den Agenturen eine Doppel- oder Einzelseite zugesprochen. Mitgemacht haben laut Elsasser übrigens nicht alle Agenturen, weil die Sticker-Produktion noch aufwändig gewesen sei. Elsasser ist mit der Lancierung des Albums sehr zufrieden: «Bis jetzt hatten wir nur positives Echo.»
Handel um Raritäten In den Agenturen wird schon rege gehandelt. Am Tauschgeschäft führt kein Weg vorbei, will man Ende Januar ein volles Album in den Händen halten. Einfallsreich zeigen sich die Berner Werber von Contexta. Sie haben extra ein Anschlagbrett eingerichtet. «Suche Contexta Logo. Biete Spillmann/Felser komplett.» steht auf einem der Zettel. Bei m&m/mm&b gibt man sich spielerisch. In den Agenturräumlichkeiten in Glattbrugg «blöseln» Rolf Suter und seine Teamkollegen. Dabei werden die Sticker umgekehrt an eine Wand gelegt. Wer mit Hilfe seiner Puste die Bilder umzudrehen vermag, gewinnt die aufgedeckten Kleber. «Mein Jahrgang kennt das noch. Wir haben das als Jugendliche auf dem Pausenplatz gespielt», sagt Rolf Suter.
Reger Internethandel Ein doppelter Markus Gut oder ein überzähliger Remy Fabrikant kann aber auch bequem auf www.publisuissini.ch gehandelt werden. Wer sich auf der Website einloggt, bekommt Zugriff auf ein virtuelles Sticker-Album. Die Bildchen, die gesucht werden oder überzählig sind, können registriert werden, indem das entsprechende Feld markiert wird. Einmal am Tag wird das Angebot eines Benutzers auf eine entsprechende Nachfrage geprüft. Bei der bestmöglichen Übereinstimmung wird ein Mail ausgelöst. Die Sammler können miteinander kommunizieren und per Briefversand die fehlenden Lücken im Heft füllen.
Seit Montag sind die Sticker und Alben im Umlauf. Jeder Person, die mit Bild im Album vertreten ist, wurde ein Album zugestellt. Das Kampagnenmotto «Publisuisse macht Sie zum Star der Uefa Euro 2008» wurde beim Versand speziell hervorgehoben. Das Bild des jeweiligen Empfängers war bereits eingeklebt. Ein Post-it verwies zusätzlich auf die Stärken von Publisuisse.
Das Sammelfieber soll laut David Elsasser bis Ende Januar 2008 anhalten. Krönender Abschluss der Aktion wird eine grosse Verlosung sein. Gewinnen tut, wer am meisten Sticker sammelt und es so in den Verlosungstopf schafft. Die Preise sind unter anderem agentureigene Töggelikästen oder HDTV-Flatscreens. Über den Hautpreis grübelt Publisuisse noch nach. Eine Teilnahme lohne sich aber auf jeden Fall, meint Elsasser. Also: sammeln, einkleben, tauschen.
Sammelsucht pur Insgesamt sind 90'000 Päckli im Umlauf. Zu finden sind die begehrten Sticker nur an Anlässen, an denen Publisuisse präsent ist. Zusätzlich geben die Kundenberater von Publisuisse auf ihren Besuchen die gesuchten Abziehbilder ab. Auch an den Werbewoche-Marketingseminaren am 30. August in Zürich, 6. September in Bern und 13. September in Basel werden Publisuissini verteilt. In der Fachpublikation Impact und in der Werbewoche werden regelmässig Abziehbilder beigelegt.
Christian Lüscher, Redaktor und begeisterter Sammler. Tauschangebote via: [email protected]

Storys statt Hofberichterstattung

Fachzeitschriften Die Hotelrevue wagt einen journalistischen Auftritt, kommt mit neuem Layout und findet zum alten Namen zurück. Man will mutiger werden.

Fachzeitschriften
Die Hotelrevue wagt einen journalistischen Auftritt, kommt mit neuem Layout und findet zum alten Namen zurück. 
Mutiger wollen die Berichte in der neuen Hotelrevue werden, der vormaligen Verbandszeitung des Schweizer Hotellerieverbandes. Sie hiess früher Hotel und Tourismus Revue. Davon blieb in der korrekten Schreibweise des Titels ein «htr», das gleich einem Trademark-Zeichen vorangestellt ist. «Das hat mit der Vergangenheit des Blattes zu tun», sagt Elsbeth Hobmeier, neue Publikationsleiterin und Chefredaktorin des Wochentitels in Personalunion. Denn früher habe man im Blatt nichts wagen können und stets auf die Verbandsmitglieder Rücksicht nehmen müssen. Hobmeier war zuvor seit 1990 bei der Berner Zeitung in verschiedenen Leitungspositionen aktiv und hat unter anderem das Tagblatt der Stadt Bern aufgebaut. Von einem «tiefgreifenden Wechsel in Ausrichtung und Führung» spricht auch Christoph Juen, CEO der Herausgeberin Hotellerie Suisse. Das Blatt versteht sich zwar als Teil der Organisation und gehört zu deren Kommunikationskonzept. Im Gegensatz zum Newsletter des Verbandes Hotellerie Suisse gilt das Blatt jedoch nicht als dessen offizielles Organ. Folgerichtig wollen Macherinnen und Macher die Unabhängigkeit der Redaktion hochhalten. Die Position von Publikationsleiterin Hobmeier als Verantwortliche sowohl für den Verlag als auch für die Redaktion soll dies garantieren. Für den direkten Draht zu unternehmerischen Entscheiden ist sie zudem Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.
Ein gerüttelt Mass an strategischem Aufwand für ein Blättchen von gerade mal 18’000 Exemplaren Druckauflage, mag man meinen. Offenbar braucht es diese Strukturanpassungen, damit die Redaktion mit journalistisch professionell aufbereiteten Inhalten Ernst machen kann. «Wir machen jetzt vermehrt Schritte hin zu einer Fachzeitung», sagt Hobmeier. «Gewisse Themen» werden da schon mal pro/kontra angegangen.
Hobmeier will zum Beispiel Tourismusdirektoren aus dem Nähkästchen plaudern und ihre Rolle miteinander diskutieren lassen. Auch die Anwendung von Kunstdünger beim Präparieren beispielsweise der Skiabfahrtspiste am Lauberhorn kann sie sich im Blatt gut vorstellen. Mit positiver Grundhaltung, jedoch kritisch hinterfragend will die Hotelrevue insbesondere die Schweizer Tourismuslandschaft beobachten.
Ausserdem soll das Augenmerk inskünftig vermehrt dem Ausland gelten und dort zum Beispiel anderen Hotelleriekonzepten. Für die Bewältigung solcher Stoffe wurde die Redaktion von 1760 auf 2000 Stellenprozente aufgerüstet, damit vor allem das neue Ressort «dolce vita», ein Gefäss für Lifestyle, Gastronomie, Wein, Wellness, Design und Architektur mit allen journalistischen Formen bespielt werden kann. «dolce vita» ist Teil und dritter Bund des neuen Konzeptes der Hotelrevue, die sich in vier Zeitungsbünde gliedert.

Im Bund «aktuell» werden Branchennews, Wichtiges aus den Tourismusregionen, Menschen, die etwas zu sagen haben sowie der Event der Woche behandelt. Im Bund «fokus» steht das Thema der jeweiligen Woche, während sich der vierte Bund, das «cahier français», an die Romands richtet.
Die französischsprachige Redaktion verfasst darin zu denselben Themen eigenständige Artikel. Ein zusätzlicher fünfter Bund, die ganz auf lachsfarbenes Zeitungspapier gedruckte «Stellenrevue», gilt als der grösste Stellenmarkt der Branche.
Das Blatt wird durchschnittlich von 40’000 Leuten gelesen. Es sind vor allem Hoteliers, Gastronomen und Tourismusverantwortliche. Mit dem neuen Konzept und der inhaltlichen Öffnung wollen die Verantwortlichen ausserdem mehr Leserinnen und Leser erreichen.
Es begann vor 115 JahrenDie verlegerischen Aktivitäten des Verbandes Hotellerie Suisse sind historisch bedingt. Bereits 1892, rund zehn Jahre nach der Gründung des Verbandes, erschien die erste «Hotel Revue». Im ausgehenden vorletzten Jahrhundert waren Informationen über die aufstrebende Branche Mangelware und das Blatt wurde damit zu einem wichtigen Kommunikationsinstrument. Mit der neuen Hotelrevue strebt der Verband die Themenführerschaft innerhalb der Branche an und verspricht sich eine Imagestärkung des Schweizer Hotel- und Tourismusgewerbes.
René Worni

JvM/Limmat gewinnt Graubünden-Etat

Das Kommunikationsbudget der Marke Graubünden geht nach einer Konkurrenzpräsentation an die Agentur Jung von Matt/Limmat.

 Das Kommunikationsbudget der Marke Graubünden geht nach einer Konkurrenzpräsentation an die Agentur Jung von Matt/Limmat. Für die zukünftige Kommunikation wird der Fokus neben klassischen Massnahmen insbesondere auf crossmediale Kampagnen gelegt, heisst es in einer Mitteilung der Agentur. «Die Kampagne wird sich in verschiedenen klassischen Medien, darüber hinaus aber auch im Online-Bereich abspielen», sagte Dominique von Matt der Werbewoche. Die Marke Graubünden werde als Regionenmarke gefasst und drehe sich nicht nur um den Tourismus, sondern gehe darüber hinaus. «Insofern handelt es sich um eine Pionieraufgabe», so von Matt. Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit werden diesen Spätherbst zu sehen sein.

Frauen an die Urne

Politik Damit die Frauen auch im 21. Jahrhundert nicht nur hinter dem Kochherd stehen, sondern auch mal wählen gehen, lancierte Annabelle eine von Spillmann Felser Leo Burnett entwickelte Teaser-Kampagne mit alten Sujets.

 
Politik Die Schweizer Frauen beteiligen sich in viel geringerer Zahl an nationalen Wahlen als die Männer. Bei den eidgenössischen Wahlen 2003 gingen gerade mal 38 Prozent der Schweizerinnen an die Urne. Bei den Männern waren es immerhin 54 Prozent. In keinem unserer Nachbarländer ist die Wahlbeteiligung der Frauen so niedrig. Pünktlich zum Wahlherbst 2007 will die Frauenzeitschrift Annabelle nun mehr Frauen an die Urne bewegen. Mit einer Teaser-Kampagne, die von Spillmann Felser Leo Burnett entwickelt wurde. Für diese wurden drei alte Wahlplakate ausgegraben, welche in verschiedenen Zeiträumen vor der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 gegen dasselbe warben. 40 dieser alten Plakate waren in den letzten Wochen auf den Strassen zu sehen. Darunter Sujets wie jenes von 1920, das ein verwahrlostes Kinderzimmer samt Baby zeigt, das aus dem Bett gefallen ist. Dazu der Kommentar: «Die Mutter treibt Politik! Frauenstimm- und Wahlrecht NEIN.» Diese Woche ist aufgefallen, dass die Plakate überklebt sind. In einem pinkfarbenen Balken, der quer über den Sujets prangt, ist der Text zu lesen: «Über 60% der Schweizerinnen wählen noch wie vor vielen Jahren: Nämlich gar nicht. Frauen, geht an die Urne.» eAdvertising unterstützt die Aktion mit E-Boards im HB Zürich. (pan)

Let’s twist again

Haushalt Exxtra hat für das Migros-Putzsortiment Twist einen ziemlich abgedrehten Film gestaltet.

Haushalt Exxtra hat für das Migros-Putzsortiment Twist einen ziemlich abgedrehten Film gestaltet. 
Der Reinigungsmittelmarkt kommuniziert äusserst marktschreierisch und laut. Wenn möglich mit Kindern, Müttern und möglichst vielen Superlativen, wie extrastark, super Saugkraft, Double-Power, ultrastark, magisch oder unglaublich. Für das Sortiment Twist der Migros hat sich Exxtra eine völlig andere Sprache einfallen lassen. «Twist kommuniziert beschwingt statt belehrend, smart statt dümmlich und locker statt staubtrocken», meint Berater Edi Walker.Putzen im Heavy-Metal-StyleUm das zu erreichen, haben CD Dieter Hofmann und sein Team einen Spot mit augenzwinkerndem Humor gestaltet. Die Story ist einfach und schnell erzählt: Junger Mann hat sturmfreie Bude und feiert mit Freunden eine abgedrehte Party, an der nichts ausgelassen wird. Nur kommen die Eltern offensichtlich früher als erwartet nach Hause. Was also mit dem ganzen Chaos, das nach der Party in der Wohnung herrscht? Da gibts nur eins: Alle Jungs und alle Girls, die leicht verkatert noch am Dösen sind, müssen an die Putzutensilien! Bis die Wohnung blitzblank in altem Glanz erstrahlt, noch bevor die Eltern die Treppe hochgestiegen sind.
Mit dieser Idee soll die Positionierung schnellstmöglich verankert werden: Twist steht für einfaches Putzen im Handumdrehen. Das demonstriert der Film mit einer Umsetzung, die an Dynamik kaum zu überbieten ist. In schnellen Schnitten und mit Flashbacks aus der wilden Partynacht wird zu einem Hardrock-Sound geputzt, was das Zeug hält. Die rasende Party wird in Schnitten von nur wenigen Sekundenbruchteilen erlebbar, man riecht förmlich, wie in der Wohnung die Post abging und man sieht vor allem eines: wie einfach es ist, in der kurzen Zeit, die die Eltern brauchen, um die Treppe hochzusteigen, eine versaute Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen. Sauberkeit im Handumdrehen. Oder fast. Denn zur Schlusspointe kollern aus einem Wandkasten in der Garderobe doch noch eiligst verstaute Flaschen und Büchsen.
Diese Werbeidee soll mithelfen, dass Twist längerfristig «die führende Marke im Bereich Easy Cleaning» wird. Dazu soll der Marktanteil im Gesamtreinigungsmarkt bis 2010 um drei Prozentpunkte gesteigert werden. Der von der Wiener Klappe produzierte und von der Zürcher Jingle Jungle vertonte Spot ist bis Ende Oktober auf Schweizer Fernsehkanälen zu sehen und wird begleitet von einem Onlinegame und einer Produkte-Print-Kampagne.
Andreas Panzeri

Der Marktforscher

Kopf der Woche Lukas Zihlmann ist neuer Geschäftsführer von Publitest und will die Markt- und Medienforschung promoten.

Kopf der Woche Lukas Zihlmann ist neuer Geschäftsführer von Publitest und will die Markt- und Medienforschung promoten. 
In Publitest stecken fast 45 Jahre Marktforschungserfahrung. Viele Mitarbeiter haben «einen enormen Erfahrungsschatz». Im «top gepflegten Consumer-Panel» sind 2300 Haushalte registriert, die für Produktetests zur Verfügung stehen und einen Rücklauf von bis zu 90 Prozent erreichen. «Allerdings wissen das noch zu wenig Hersteller von Konsumgütern und Markenartikeln», konstatiert Lukas Zihlmann – und ist schon mitten drin im Schildern seiner neuen Herausforderungen.Vor drei Monaten ist Lukas Zihlmann bei Publitest als neuer Geschäftsführer eingestiegen. Gelockt hat den bisherigen Geschäftsleiter von Media Focus das deutlich breitere Angebot der Publitest. In fünf «sehr spannenden und ereignisreichen Jahren» bei Media Focus ging es vor allem um das Thema Werbestatistik. Diese einzelne Disziplin der Marktforschung konnte er immer mehr Kunden erfolgreich verkaufen, bis das Unternehmen jetzt «in etwas ruhigeres Gewässer gekommen ist». Für Zihlmann kam das Angebot für einen Wechsel zur richtigen Zeit.
Publitest hat einen ausgezeichneten Ruf als Marktforschungsunternehmen, «allerdings hat man uns und unsere Leistungen teilweise etwas wenig wahrgenommen am Markt. Das wollen wir ändern», erklärt Zihlmann sein Ziel für die neue Publitest. Die Unternehmensstrategie soll noch in diesem Jahr neu ausgerichtet werden, um sich nach innen und aussen klarer im Schweizer Marktforschungsbereich zu positionieren. «Alles in allem geht es darum, dass wir unsere Erfahrung, unser Wissen und unsere Kompetenzen stärker bekannt machen und den Kontakt zu unseren aktuellen und zukünftigen Kunden aktiv suchen und gestalten.»
In Zeiten harten Wettbewerbs zwischen den Medien, in den Regalen und um die Kunden gewinnen die Möglichkeiten der Marktforschung immer mehr an Bedeutung. Dazu ist die Branche aber «gefordert zu zeigen, was man mit Marktforschung erreichen kann» und wo diese sinnvoll ist. Für Zihlmann kann Marktforschung sogar «zwingend» sein, zum Beispiel bei der Einführung eines neuen Produkts. So kann ein Produzent oder eine Agentur die bestmögliche Gewähr haben, dass eine Kampagne nicht nur auf dem Schreibtisch, sondern auch in der Praxis funktioniert. Das Testen neuer Produkte ist für grosse Konsumgüterunternehmen bereits Standard. «Bei weniger grossen Unternehmen kann man das aber noch entwickeln», glaubt Zihlmann.
Die andere Seite der Herausforderung sind für die Marktforscher die Befragten. Wie gross ist die Bereitschaft der gehetzten Leute, einen Fragebogen auszufüllen? Um die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Situation zu erwischen, braucht es akribisch recherchierte Adressdateien. Dabei muss sich die Marktforschung auch ganz klar von den Telemarketing-Aktivitäten anderer Unternehmen unterscheiden. Diese beginnen manchmal ebenfalls mit ein paar Fragen unter dem Vorwand der Marktforschung, bevor es dann zum Verkaufsgespräch geht. «Hier ist die ganze Branche gefordert, um sich von Telefonverkäufern klar abzugrenzen», sagt Zihlmann.
Neben der Marktforschung ist auch die Medienforschung ein wichtiger Pfeiler bei Publitest. Hier werden Kunden bereits seit vielen Jahren erfolgreich betreut, «was ein Zeichen für deren Zufriedenheit ist und uns sehr viel Know-how gebracht hat», besonders in den Bereichen Leserschaftsanalysen, Copy- und Anzeigen-Tests oder auch in Positionierungsstudien.
Auch von diesen Qualitäten will Zihlmann den Markt noch stärker wissen lassen. Die Chefsache Keyaccount ist somit ein weiterer wichtiger Grund, wieso Publitest Zihlmann als neuen Geschäftsführer wollte. 
Lukas Zihlmann hat in seinem bisherigen Wirken schon die verschiedensten Erfahrungen sammeln und Erfolge vorweisen können. Dabei ist Zihlmann eher zufällig in die Welt des Direktmarketing gekommen. Nach der Handelsschule in Luzern arbeitete er im Versandgeschäft für Schuler Weine und hatte Spass an den Methoden der Direktwerbung: «Man hat hier ein unmittelbares Feedback zur eigenen Arbeit und ein Erfolgserlebnis, wenn die Kunden bestellen. Tun sie es nicht, so muss man etwas besser machen.»
Um immer besser zu werden, hat sich Zihlmann während eines Jahres in München an der Bayerischen Akademie der Werbung zum Direktmarketing-Fachwirt, später in der Schweiz zum dipl. Marketingleiter ausbilden lassen und schliesslich 2005–2007 den Executive MBA-Lehrgang der Universität Zürich absolviert. Nach einem Agenturjob in München hat Zihlmann beim Zürcher Weka Verlag während vier Jahren die Kreationsabteilung aufgebaut und geführt.
Die Arbeit mit einer anderen Zielgruppe konnte er beim Meister Verlag fortsetzen, wo er als Produktmanager Bücher über Garten, Hobby oder Kochen verkaufte. Nach einem kurzen Gastspiel in Marketing und Kommunikation bei Sunrise wurde er als Leiter Vertrieb und Geschäftsleitungsmitglied zum Weka Verlag zurückgeholt. Zuletzt wirkte er von 2002 bis 2007 als Geschäftsleiter beim Marktforschungsunternehmen Media Focus, einem Joint Venture der IHA-GfK und AC Nielsen in Zürich.
Für den Wechsel zur nun «kleinen, aber feinen» Publitest war es für Zihlmann auch ausschlaggebend, dass er lieber Geschäftsführer eines kleineren Unternehmens als Abteilungsleiter in einem grossen ist. «Ich mag die Vielseitigkeit meiner Tätigkeiten, die enge  Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen und den direkten Kontakt zu unseren Kunden.» Deshalb ist er auch nicht den ganzen Tag an seinem Bürotisch anzutreffen.
Erholung findet Zihlmann vor allem bei seiner Familie mit den drei Kindern. «Daneben versuche ich so gut wie möglich meinen Freundeskreis zu pflegen, dazu koche und esse ich sehr gern.» Zeit für weitere Hobbys gibt es kaum, da auch seine Frau neben der Familie zu 50 Prozent im Marketing beim Roten Kreuz arbeitet. Kennen gelernt haben sie sich in München, weshalb er demnächst «endlich wieder einmal die Wiesn besuchen» will.
Andreas Panzeri

Männer an den Herd

Kochen Seit Annemarie Wildeisens Zeitschrift Kochen den lausigsten Koch der Schweiz sucht, sind die Seitenaufrufe bei: www.maenner-an-den-herd.ch in höchste Höhen geschossen. Scheint zu bewegen, das Thema.

Kochen Im Mai startete Annemarie Wildeisens Kochen die «Aktion Männer an den Herd». Nach der Sommerpause geht die Suche nach dem schlechtesten Koch der Schweiz in aller Frische weiter. Bis Ende Jahr werden 15 neue Anzeigenmotive, wiederum in hoher Frequenz, erscheinen. Zwischenergebnis: Tausende zusätzliche Besucher auf der Kochen-Aktionswebsite www.maenner-an-den-herd.ch, Hunderte von Reaktionen, etliche Bewerber um den Titel «Schlechtester Koch der Schweiz» und ein andauernder Dialog mit dem am Herd schwachen Geschlecht. Reinhold-Beratungschef Marco Schönenberger: «Es ist unglaublich, was da alles hereinkommt. Da fragte doch tatsächlich einer am Kochen-Beratungstelefon, woran er erkennen könne, dass das Wasser kocht.»

TV der kleinen Schritte

Interview Allen Unkenrufen zum Trotz schreiben Dominik Kaiser und sein Team mit dem TV-Sender 3+ eine Erfolgsgeschichte. Im Interview mit der Werbewoche plaudert 3+-Initiant Dominik Kaiser aus dem Nähkästchen des Fernsehmachens.

Allen Unkenrufen zum Trotz schreiben Dominik Kaiser und sein Team mit dem TV-Sender 3+ eine Erfolgsgeschichte, die im Ausland bereits mehr beachtet wird als in der Schweiz. Im Interview mit der Werbewoche plaudert 3+-Initiant Dominik Kaiser aus dem Nähkästchen des Fernsehmachens.Am 31. August 2006 ging 3+ erstmals auf Sendung. Von Anbeginn wurde der jüngste TV-Spross in der Branche belächelt. Doch Dominik Kaisers Geschäftsmodell der kleinen Schritte hat sich bewährt, das Unternehmen zeigt ein stabiles Wachstum, ist kerngesund und leistet sich durch günstige Einkäufe von Serien und Filmen mehr und mehr Eigenproduktionen. Offenbar kommt das Konzept auch beim Publikum an. 3+ hat frühere Projekte wie Tele 24 oder TV 3 überrundet und die Reichweite von Kabel 1 oder RTL 2 erreicht. WW: Ihr Sender 3+ ist just ein Jahr alt. Was fällt Ihnen spontan dazu ein?Dominik Kaiser: Dieses Jahr ging extrem schnell vorbei. Rückblickend ist natürlich viel passiert. Wir haben viele Sendungen auf vielen verschiedenen Sendeplätzen ausprobiert.
Was hat funktioniert und was nicht?Sendungen wie die Serie «CSI», «Superstar», «Wissen der Welt», «Bones», «NCIS», «Criminal Minds» haben erwartungsgemäss sehr gut funktioniert. «Ugly Betty» hat indessen entgegen unseren Erwartungen in der Primetime enttäuscht. Auf diese Serie hatten wir viele Hoffnungen gesetzt. Auch  haben wir den Start der Primetime um eine Viertelstunde von 20:00 auf 20.15 Uhr versetzt. Dies hat zu einem besseren Audienceflow geführt. Wir haben die Kurznews und den Wetterbericht gekippt, weil die Zuschauer wegzappten. Auch die schweizerdeutschen Ansagen, selbst mit Prominenten wie Beat Schlatter, kam trotz positiven Reaktionen beim Publikum nicht an. Ebenso haben deutsche Krimiserien nicht funktioniert. «Tatort» lief ganz schlecht. Andererseits haben wir zahlreiche amerikanische Topserien eingekauft. Wir haben mit «Criminal Minds» nun wie bei «Rome» auch die Erstausstrahlung vor Sat1. Ansonsten sind wir sehr zufrieden mit den Marktanteilen.
Vor einem Jahr rechneten Sie mit durchschnittlich 1,4 Prozent Marktanteil. Wo stehen Sie heute?Wir sind mit durchschnittlich 3,4 Prozent in den letzten drei Monaten mehr als doppelt so stark wie geplant. Das freut uns natürlich. Man hat uns im Nachhinein vorgeworfen, wir hätten tiefgestapelt, vor dem Sendestart hiess es hingegen, wir hätten keine Chance. Das ist irgendwie amüsant. Zum Vergleich: Tele 24 hatte 0,8 Prozent und neu gestartete deutsche Sender wie Das Vierte, Tele 5 oder DMax blieben zwischen 0,5 und 0,8 Prozent hängen. So gesehen waren wir realistisch. Es war uns wichtig, nicht zuviel zu versprechen.
Ist es die Mischung aus günstigen Einkäufen und dem wachsamen Reagieren auf die Konkurrenz, was die Marktanteile nachhaltig in die Höhe treibt?Das hat viele Aspekte. Die Kostenstruktur ist hier zu Lande sehr wichtig. Man sollte für Serien und Spielfilme nicht zuviel bezahlen. Entscheidend ist weiter die Struktur des Senders, die Anzahl der Mitarbeiter. Von Anfang an haben wir auf ein voll digitales System gesetzt, das erlaubt effizientes Arbeiten. Wichtig ist natürlich die Programmierung. Wir reagieren sehr schnell, verschieben Sendeplätze und probieren solange aus, bis wir für eine Sendung den optimalen Platz gefunden haben. Wenn sie nicht laufen, nehmen wir Sendungen schnell wieder vom Sender.
Das Publikum goutiert diese raschen Wechsel?Ja. Wir haben Programmänderungen auch schon so kurzfristig angesetzt, dass sie in keiner Programmzeitung mehr drinstanden. Trotzdem hat es funktioniert. Das liegt wohl daran, dass die Zuschauer solange zappen bis sie ein Programm finden, das ihnen gefällt. Schon erstaunlich wie schnell beliebte Sendungen funktionieren.
Wie steht es mit der publizistischen Ausrichtung von 3+?Wir verstehen uns als klassischer Unterhaltungssender, wie es sie in vielen Ländern auf der ganzen Welt gibt. Im News-Bereich gibt es bereits sehr gute Angebote von SF für nationale und internationale News, oder von Tele Züri, Tele Bern, Tele Basel, etc. im lokalen Bereich. Dazwischen gibt es keinen Platz. Deshalb macht es für uns kurzfristig keinen Sinn. Mittelfristig kommt vielleicht einmal der Zeitpunkt für den Aufbau einer gut ausgestatteten Newssendung.
Roger Schawinski meinte, Ihr Sender sei keine Konkurrenz für die SRG, deshalb müsse man ihn nicht ernst nehmen.Natürlich kann er das sehen wie er möchte. SF2 lebt jedoch schon seit einiger Zeit ebenfalls stark von Serien und Spielfilmen. Deshalb sind wir hier sicher auch eine Konkurrenz. Das Selbe gilt auch für alle deutschen Sender. Im Moment sind US Serien beim Publikum sehr beliebt.
Beschreiben Sie kurz Ihre Strategie für  3+.Wir wollen weiterhin Schritt für Schritt wachsen und unser Programm ausbauen. Unser Marktanteil ist nun in unserem Elften und Zwölften Monat auch erstmals höher als bei TV3 in den vergleichbaren Monaten. Im Unterschied zu Tele 24 investieren wir das Geld für Eigenproduktionen in einzelne grosse Sendungen, sei es «Superstar» oder «Supermodel» mit einem Budget von mehr als anderthalb Millionen Franken. Uns ist es sehr wichtig neben den grossen und teuren Event Eigenproduktionen  eine solide Grundlage mit Serien und Spielfilmen zu legen. Dazu kommen kleinere Eigenproduktion wie «Supernanny» oder «Wissen der Welt». Mit Sendungen wie „Supermodel“ testen wir auch, wie gross das Potential des Senders schon ist.
Sie haben gegenwärtig fünf Eigenproduktionen. In zwei Jahren kann das ganz anders aussehen. Wir wollen vor allem, dass es uns in vier oder fünf Jahren immer noch gibt. Deshalb wollen wir stabil, gesund und kontrolliert wachsen und nicht übermütig werden, bloss weil es bisher so gut geklappt hat.
Ihr Erfolgsrezept der kleinen Schritte blieb auch im Ausland nicht unbemerkt. Man wollte 3+ TV  sogar kaufen.Die europäische TV Branche beobachtet uns sehr genau. Über Kontakte zu deutschen Sendern wissen wir,  dass man dort unser Programm kennt und genau weiss, wie es läuft. Wir bekommen bisher im nahen Ausland wesentlich mehr Anerkennung als in der Schweiz. Dass man einen Sender in so kurzer Zeit über 3 Prozent gebracht hat finden sie beachtlich. . Deshalb auch das Kaufangebot aus Deutschland.
…das Sie abgelehnt haben. Es würde uns keinerlei Vorteile bringen. Wir sind liquid und können jederzeit – sei es ein Spielfilm- oder ein Serien-Paket, sei es eine Idee für eine Eigenproduktion – aus dem Stand finanzieren. Schneller wachsen mit mehr Geld macht keinen Sinn, denn die Zuschauer müssen sich an den Sender gewöhnen und das braucht Zeit. Wir bekämen auch keine besseren Filme. Wir bekommen jetzt schon so gutes Material wie irgend möglich. Es macht auch viel mehr Spass in einem kleinen Team von jetzt 30 Leuten zu arbeiten. Man kann  sehr unkompliziert Entscheidungen fällen, ohne dass man jemand um Erlaubnis fragen muss.
Wie ernst ist es Ihnen mit Expansionsplänen ins Ausland?Unser bisheriger Erfolg hat zu Anfragen aus verschiedenen Märkten von lokalen Senderbetreibern oder solchen, die einen neuen Sender starten wollten geführt. Vielleicht würde unser Konzept ja auch im Ausland funktionieren. Das prüfen wir im Moment in zwei, drei Märkten.
In welchen Ländern?Dazu möchte ich im Moment nichts sagen, um keine Reaktionen zu provozieren. Es sind aber alles europäische Länder.
Im deutschen Sprachraum? Oder auch aus dem wilden Osten?Der ganz wilde Osten ist ein zu hartes Pflaster. Da gibt es sehr viele Privatsender, auch solche, die nicht aus kommerziellen oder sonst sinnvollen Überlegungen ein Programm machen. Das ist eine Welt, in der  ich persönlich kein Fernsehen machen möchte.
Wie läuft es für 3+ im Werbemarkt?Gut, es zieht jetzt im zweiten Halbjahr stark an, das ist super.
Welche Erklärung haben Sie dafür?Viele wollten zuerst beobachten und herausfinden ob es uns nach drei Monaten noch gibt. In einen weiteren schnell wieder verschwindenden TV Sender wollte man nicht investieren. Nun ist das Vertrauen langsam da, man hat erkannt, dass wir stabile Werte haben, wachsen, hervorragende Konditionen bieten, kurze Werbeblöcke haben und unterdessen das Niveau von Kabel 1 und RTL 2 erreichen.
Die Privaten hört man gewöhnlich über die enge Schweiz mit der allzu starken SRG lamentieren. Wie sehen Sie die Schweizer Fernsehlandschaft?Bisher haben Sie mich kaum lamentieren hören. (lacht) Ich versuche aus einer Situation stets das Beste zu machen und glaube durchaus, dass unser Sender noch weiter wachsen kann. Es wäre natürlich schön, wenn es z.B. für alle Schweizer Sender und nicht nur für die SRG Sender eine Must Carry Rule gäbe. Dann müsste uns auch das Schaffhauser Kabelnetz aufschalten. Bisher wollen die uns einfach nicht, aber da kann man nichts machen und Alpträume habe ich deswegen keine. Wir versuchen unser Programm möglichst gut für ein möglichst breites Publikum zu machen. Das ist in meinem Job viel wichtiger, als dauernd über die Gesetzgebung zu jammern oder über den zu kleinen Markt zu. Die Schweiz wird deswegen nicht grösser. Es ist aber ein tolles Land  um hier zu leben und TV zu machen.
War umgekehrt die Klage der SRG von über einer halben Million Franken gegen Ihren Claim «Das junge Schweizer Fernsehen» Ausdruck von Missgunst?Was genau dahinter steckte, kann ich nicht beurteilen. Das Thema ist ohnehin erledigt. Ich habe den Vorgang nicht recht verstanden, denn die Klage war von Anfang an chancenlos, den Begriff Schweizer Fernsehen kann man nicht schützen lassen.
Wie weit ist 3+ vom Break even entfernt? Beim Start war von drei Jahren die Rede. Ich möchte dazu nichts Neues sagen. Man soll uns nicht aufgrund von Budgetzahlen, sondern aufgrund unseres Programms beurteilen. Sie können aber davon ausgehen, dass wir ein sehr gesundes Unternehmen sind.
Interview: René Worni

Nik Eugster neuer Programmleiter bei Capital FM

Wechsel in der Programmleitung des Hauptstadtradios Capital FM: Der 29-jährige Nik Eugster übernimmt ab September die Verantwortung für das Programm von Capital FM. Er löst damit Frederik Stucki ab, der den Sender nach zweijähriger Aufbauarbeit verlässt.

Wechsel in der Programmleitung des Hauptstadtradios Capital FM: Der 29-jährige Nik Eugster übernimmt ab September die Verantwortung für das Programm von Capital FM. Er löst damit Frederik Stucki ab, der sich nach zweijähriger Aufbauarbeit neuen Herausforderungen zuwendet, wie die Capital FM-Besitzerin Espace Media mitteilte. Eugster ist seit achten Jahren im Radiogeschäft aktiv. Im Jahr 2002 arbeitete er als Morgenmoderator bereits für Radio Extra Bern, den Vorgängersender von Capital FM. In den vergangenen vier Jahren hat Eugster das Bieler Radio Canal 3 geleitet. Zudem absolvierte er den MAS-Studiengang in «Communication Management and Leadership» der Zürcher Hochschule Winterthur. Eugster wird bis zum Verkauf von Canal3 an einen neuen Besitzer weiterhin die Programmverantwortung für Canal 3 innehaben. Für den Bieler Sender Canal 3 muss nämlich im Zusammenhang mit der Fusion der Berner Espace Media Groupe und der Zürcher Tamedia in nächster Zeit ein neuer Hauptaktionär gefunden werden.
Frederik Stucki habe in den vergangenen zwei Jahren den Aufbau des neuen Hauptstadtradios erfolgreich geprägt, heisst es weiter. Seit der Umwandlung von Radio Extra Bern in Capital FM Anfang 2006 hat der Sender seine tägliche Hörerschaft von 76’000 Personen im ersten Semester 2006 um rund 12 Prozent auf 85’000 Personen im ersten Halbjahr 2007 gesteigert.

Mehr Schutz für die Marke Schweiz gefordert

Die Schweiz ist ein beliebter Werbefaktor: Allein im Inland schmücken sich rund 6400 Marken in irgendeiner Form mit ihr, wie das Institut für Geistiges Eigentum herausfand. Um die Marke Schweiz besser zu schützen, sollen nun Gesetze erneuert werden.

 Die Schweiz ist ein beliebter Werbefaktor: Allein im Inland schmücken sich rund 6400 Marken in irgendeiner Form mit ihr, wie das Institut für Geistiges Eigentum herausfand. Um die Marke Schweiz besser zu schützen, sollen nun Gesetze erneuert werden. Der Bundesrat plant eine Revision, um die Verwendung der Bezeichnung «Schweiz» und des Schweizerkreuzes rechtlich zu regeln. Die Landesregierung möchte künftig erlauben, das Schweizerkreuz auf Waren anzubringen. Zurzeit darf es nur als Dekoration, nicht aber als Herkunftsbezeichnung verwendet werden.
Der Bundesrat will auch stärker gegen den Missbrauch vorgehen. In der Schweiz sollen schwarze Schafe besser kontrolliert und vermehrt juristisch belangt werden können, schlug die Landesregierung im letzten Herbst vor. Im Ausland will sie insbesondere die Überwachung verstärken.
Unterstützung beim Schutz der Marke Schweiz erhofft sich der Bundesrat von den Branchenverbänden. Er forderte sie auf, die Initiative zu ergreifen, um produktspezifische «Swiss-Made»-Verordnungen vorzuschlagen. Derzeit existiert nur eine einzige Verordnung für die Uhrenindustrie aus dem Jahr 1971.
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