Tag für Tag hören vier Millionen Radio
Radionutzung Die Schweizer hören wieder mehr Radio. Vor allem die heimischen Privaten profitieren – meist auf Kosten der ausländischen Programme.
Radionutzung
Die Schweizer hören wieder mehr Radio. Vor allem die heimischen Privaten profitieren – meist auf Kosten der ausländischen Programme.
Die Radiocontrol-Daten des ersten Halbjahres 2007 bestätigen den Trend nun definitiv: Nach langer Stagnation vermag das Medium Radio in der ganzen Schweiz wieder an Reichweite zuzulegen. Das Medium hatte in der Deutschschweiz erstmals im ersten Semester 2006 die 4-Millionen-Grenze überschritten, konnte sich auf diesem Level halten und sich mittlerweile auf 4,075 Millionen Hörerinnen und Hörer steigern. Auch in der Westschweiz hat das Radio mit mehr als 1,3 Millionen Hörern einen neuen Reichweitenrekord erreicht, dort gar mit einem signifikanten Zuwachs von 28’000 Personen. Im Tessin legte das Medium ebenfalls leicht zu, blieb aber knapp unter der bisherigen Höchstmarke von 247’000 Personen. Die Reichweitengewinne waren überall auch mit längerer Nutzung verbunden. So hörten die Deutschschweizer in den ersten sechs Monaten 2007 durchschnittlich 113 Minuten lang Radio, 2 Minuten mehr als vor einem Jahr. In der Westschweiz waren es 109 (plus 50 Sekunden) und im Tessin 111 Minuten (plus 5 Minuten).
Verglichen mit dem ersten Semester 2006 vermochten in der Deutschschweiz die SRG-Sender und die privaten Radios zu wachsen, Letztere gar signifikant, die ausländischen Kanäle hingegen verloren deutlich – sowohl punkto Reichweite als auch punkto Hördauer. Exakt dieselbe Entwicklung auf tieferem Niveau zeigt sich im Tessin. In der Westschweiz hingegen legten alle drei Gruppen zu, wobei auch dort das Plus nur bei den Schweizer Privatradios signifikant ausfiel.
Betrachtet man die Einzelsender in der Deutschschweiz, so haben gleich drei SRG-Radios signifikante Zuwächse zu verzeichnen: DRS 3 sowie die beiden Kabelsender MW 531 und Virus. Insbesondere der Gewinn von Virus ist bemerkenswert: Innerhalb eines Jahres hat der Jugendsender seine Reichweite auf 66600 Hörer verdoppelt. Virus ist damit quasi der Aufsteiger des Jahres, der nun seinen privaten Konkurrenten Radio 105 deutlich abgehängt hat. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Bezüglich Hördauer hat Virus ganze 3 Minuten eingebüsst (neu: 12 Minuten), diesbezüglich steht Radio 105 mit 21 Minuten fast doppelt so gut da.
Weitere signifikante Reichweitengewinne gibt es bei Argovia, das endlich wieder die Marke von 200000 Hörern überschreiten und den vierten Platz von Radio Zürisee zurückerobern konnte. In Bern und Basel mehren sich die Hinweise, dass sich die jeweiligen Konkurrenten mittelfristig angleichen. In Basel wird Radio Basilisk markant weniger eingeschaltet, während Basel 1 sich langsam der 100’000er-Grenze nähert. Der Reichweitenunterschied beträgt nun 14’000 Personen, vor einem Jahr waren es noch fast 40’000.
Ähnlich ist es in Bern zwischen BE1 und Capital FM: Letzteres legt seit seinem Relaunch Anfang 2006 leicht zu, genau so viel wie BE1 verliert. Beide Veränderungen sind allerdings nicht signifikant. Anders dagegen der deutliche Verlust von Sunshine: Mit neu 106’700 Hörern hat der Innerschweizer Sender seinen bisherigen Tiefstwert erreicht, 19’000 Personen weniger als in seinen besten Zeiten.
In der Westschweiz hat das erste Programm von Radio Suisse Romande signifikant Reichweite eingebüsst, während Couleur 3 deutlich zulegen konnte. Bei den privaten und ausländischen Sendern hat sich wenig getan. Mit zwei Ausnahmen: Die beiden Programme von Radio Fribourg sowie das französischsprachige Programm von Canal3 erfreuen sich deutlichen Zuspruchs. Fribourg, das vor wenigen Jahren hart um sein Überleben kämpfen musste, spricht nun mit seinem französischen Programm fast 100’000 Personen an.
Im Tessin verzeichnete einzig der Privatsender 3iii einen signifikanten Reichweitensprung auf beinahe 27’000 Hörerinnen und Hörer. Der ausländische Sender RTO, der in den letzten Jahren sukzessive Marktanteile eingebüsst hat, lässt sich neuerdings gar nicht mehr von Radiocontrol erheben.
Markus Knöpfli
Die Schweizer hören wieder mehr Radio. Vor allem die heimischen Privaten profitieren – meist auf Kosten der ausländischen Programme.
Die Radiocontrol-Daten des ersten Halbjahres 2007 bestätigen den Trend nun definitiv: Nach langer Stagnation vermag das Medium Radio in der ganzen Schweiz wieder an Reichweite zuzulegen. Das Medium hatte in der Deutschschweiz erstmals im ersten Semester 2006 die 4-Millionen-Grenze überschritten, konnte sich auf diesem Level halten und sich mittlerweile auf 4,075 Millionen Hörerinnen und Hörer steigern. Auch in der Westschweiz hat das Radio mit mehr als 1,3 Millionen Hörern einen neuen Reichweitenrekord erreicht, dort gar mit einem signifikanten Zuwachs von 28’000 Personen. Im Tessin legte das Medium ebenfalls leicht zu, blieb aber knapp unter der bisherigen Höchstmarke von 247’000 Personen. Die Reichweitengewinne waren überall auch mit längerer Nutzung verbunden. So hörten die Deutschschweizer in den ersten sechs Monaten 2007 durchschnittlich 113 Minuten lang Radio, 2 Minuten mehr als vor einem Jahr. In der Westschweiz waren es 109 (plus 50 Sekunden) und im Tessin 111 Minuten (plus 5 Minuten).
Verglichen mit dem ersten Semester 2006 vermochten in der Deutschschweiz die SRG-Sender und die privaten Radios zu wachsen, Letztere gar signifikant, die ausländischen Kanäle hingegen verloren deutlich – sowohl punkto Reichweite als auch punkto Hördauer. Exakt dieselbe Entwicklung auf tieferem Niveau zeigt sich im Tessin. In der Westschweiz hingegen legten alle drei Gruppen zu, wobei auch dort das Plus nur bei den Schweizer Privatradios signifikant ausfiel.
Betrachtet man die Einzelsender in der Deutschschweiz, so haben gleich drei SRG-Radios signifikante Zuwächse zu verzeichnen: DRS 3 sowie die beiden Kabelsender MW 531 und Virus. Insbesondere der Gewinn von Virus ist bemerkenswert: Innerhalb eines Jahres hat der Jugendsender seine Reichweite auf 66600 Hörer verdoppelt. Virus ist damit quasi der Aufsteiger des Jahres, der nun seinen privaten Konkurrenten Radio 105 deutlich abgehängt hat. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Bezüglich Hördauer hat Virus ganze 3 Minuten eingebüsst (neu: 12 Minuten), diesbezüglich steht Radio 105 mit 21 Minuten fast doppelt so gut da.
Weitere signifikante Reichweitengewinne gibt es bei Argovia, das endlich wieder die Marke von 200000 Hörern überschreiten und den vierten Platz von Radio Zürisee zurückerobern konnte. In Bern und Basel mehren sich die Hinweise, dass sich die jeweiligen Konkurrenten mittelfristig angleichen. In Basel wird Radio Basilisk markant weniger eingeschaltet, während Basel 1 sich langsam der 100’000er-Grenze nähert. Der Reichweitenunterschied beträgt nun 14’000 Personen, vor einem Jahr waren es noch fast 40’000.
Ähnlich ist es in Bern zwischen BE1 und Capital FM: Letzteres legt seit seinem Relaunch Anfang 2006 leicht zu, genau so viel wie BE1 verliert. Beide Veränderungen sind allerdings nicht signifikant. Anders dagegen der deutliche Verlust von Sunshine: Mit neu 106’700 Hörern hat der Innerschweizer Sender seinen bisherigen Tiefstwert erreicht, 19’000 Personen weniger als in seinen besten Zeiten.
In der Westschweiz hat das erste Programm von Radio Suisse Romande signifikant Reichweite eingebüsst, während Couleur 3 deutlich zulegen konnte. Bei den privaten und ausländischen Sendern hat sich wenig getan. Mit zwei Ausnahmen: Die beiden Programme von Radio Fribourg sowie das französischsprachige Programm von Canal3 erfreuen sich deutlichen Zuspruchs. Fribourg, das vor wenigen Jahren hart um sein Überleben kämpfen musste, spricht nun mit seinem französischen Programm fast 100’000 Personen an.
Im Tessin verzeichnete einzig der Privatsender 3iii einen signifikanten Reichweitensprung auf beinahe 27’000 Hörerinnen und Hörer. Der ausländische Sender RTO, der in den letzten Jahren sukzessive Marktanteile eingebüsst hat, lässt sich neuerdings gar nicht mehr von Radiocontrol erheben.
Markus Knöpfli
