Nick Lüthi wird per 1. November neuer Chefredaktor des Medienmagazins Klartext. Er ist vom Stiftungsrat der Zeitschrift in dieses Amt gewählt worden und ersetzt Hans Stutz. Der heute 33-Jährige verdiente sein erstes Geld als Journalist vor zehn Jahren bei den linken Zeitungen Vorwärts und Berner Tagwacht. Später arbeitet er als Online-Redaktor bei Bluewin, damals noch als The Blue Window bekannt. Danach wechselte er zum damaligen Radio Förderband. Nach dessen Umwandlung in Radio BE1 kündigte Lüthi und arbeitete fortan als freier Journalist, unter anderem für den Klartext, die Werbewoche, den Bund, die Berner Zeitung, die Aargauer Zeitung und die WoZ.
Auf die bevorstehende Rückkehr ins Angestelltendasein freut sich Lüthi. Er will den Klartext als wichtige Stimme in medienpolitischer Hinsicht weiterführen, wie er der Werbewoche sagte. Daneben besteht ein wichtiges Projekt im Ausbau des Online-Auftritts: «Die Marke Klartext soll dauernd präsent sein, nicht nur mit den sechs Ausgaben pro Jahr», so Lüthi. Wie das genau gehandhabt wird, ist noch nicht entschieden. Denkbar sind wöchentliche Kommentare oder ein Blog. Stärker ins Bewusstsein der Leser rufen möchte der ehemalige Blogger Lüthi auch das Online-Archiv des Medienmagazins: «Es kann für Journalisten interessant sein, mal nachzulesen, was Herr Kall vor zehn Jahren sagte». Lüthi schwebt als weitere Neuerung im Online-Bereich vor, dass auf der Website des Klartexts Werbung möglich sein soll – der Entscheid dazu wird jedoch erst gefällt, wenn der neue Chefredaktor sein Amt angetreten hat. Er ist aber davon überzeugt, dass die Website Werbemöglichkeiten bieten soll: «Wenn wir online im redaktionellen Bereich ausbauen, dann soll auch die Vermarktung verstärkt werden».
Lüthi möchte neben Hintergrundinformationen auch mit Aspekten aus der Praxis aufwarten, beispielsweise mit Tipps gegen einen Schreibstau. Er möchte den Lesern unmittelbaren Mehrwert bieten, der ihnen im Alltag als Journalist nützlich sein kann. Im weiteren will der Klartext den Kollegen auf die Finger schauen: «Wir können uns vorstellen, Artikel nachzurecherchieren und zu prüfen, ob die zitierte Person wirklich das gesagt hat, was im Text steht», erklärte Lüthi.
Die Redaktion, die neben dem Chefredaktor aus vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Teilpensum besteht, denkt ausserdem über ein neues Layout nach. Der letzte Relaunch liegt sechs Jahre zurück. Auf Lüthi wartet zudem die Aufgabe, sein Magazin neben der Konkurrenz durch die Zeitschrift Schweizer Journalist zu positionieren. Dafür werde man adäquate Massnahmen treffen, sagte Lüthi weiter. Er will den Klartext als Pflichtstoff für alle Journalisten in der Schweiz bekannter machen.
Carole Scheidegger