Tamedia steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia hat im ersten Halbjahr 2007 trotz Umsatzwachstum weniger verdient als im Vorjahr. Investitionen in neue Publikationen und Aufwendungen für das eingestellte Magazin Facts führten zu einem Gewinnrückgang. Das stärkste Wachstum verzeichnete Tamedia im elektronischen Bereich.

 Der Zürcher Medienkonzern Tamedia hat im ersten Halbjahr 2007 trotz Umsatzwachstum weniger verdient als im Vorjahr. Investitionen in neue Publikationen und Aufwendungen für das eingestellte Magazin Facts führten zu einem Gewinnrückgang. Das stärkste Wachstum verzeichnete Tamedia im elektronischen Bereich. Das Verlagshaus unterscheidet in der Rechnung zwischen weitergeführten und nicht weitergeführten Aktivitäten. Zu letzteren gehören Facts und Radio Basilisk.
Der Reingewinn inklusive nicht weitergeführte Aktivitäten lag bei 51,2 Millionen Franken und damit 2,1 Prozent tiefer als vor Jahresfrist, wie Tamedia am Donnerstag mitteilte. Ohne Facts und Radio Basilisk, das bis Ende Jahr verkauft werden soll, stieg der Gewinn um 8,3 Prozent auf 57 Millionen Franken.
Der Umsatz legte dank der guten Konjunktur um 5,5 Prozent auf 373 Millionen Franken zu. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 2,5 Prozent auf 64,4 Mio. Franken.
Die Konjunktur wirkte sich positiv auf das Geschäft aus. Die Print-Werbeausgaben profitierten im Januar und Februar vom kräftigen Wirtschaftswachstum und legten markant zu. Nach einem Rückgang im April fiel das Wachstum im zweiten Quartal 2007 jedoch deutlich schwächer aus. Die Umsätze mit Stellenanzeigen nahmen dank der weiterhin sinkenden Arbeitslosenquote erneut zu.
Online-Plattformen wachsen Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete die Tamedia, früher ein klassisches Printverlagshaus, im elektronischen Bereich: Hier stieg der Umsatz in den weitergeführten Bereichen in erster Linie dank eines starken Wachstums der Online-Aktivitäten um 15,8 Prozent auf 28,0 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben laut Tamedia hauptsächlich Alpha.ch und Jobwinner.ch. Die Investitionen in die Online-Plattformen 20minuten.ch, 20minutes.ch sowie Piazza.ch führten zu einem Anstieg des Betriebsaufwandes. Radio 24 konnte im ersten Halbjahr 2007 seinen Umsatz steigern, während sich mit einem gleich bleibenden Umsatz zufrieden geben. Für Radio Basilisk sucht Tamedia einen Käufer. Der Sender wird deshalb als nicht weitergeführter Bereich gefasst.
Umsatz dank Gratiszeitungen steigend Im Bereich Zeitungen, der wichtigsten Sparte des Medienhauses, stieg der Umsatz um 7,1 Prozent auf 269,9 Millionen Franken. Die Tamedia führt die Steigerung in ihrer Mitteilung auf den Zuwachs bei den Stellenanzeigen, der Finanz und Wirtschaft sowie bei 20 Minuten und 20 minutes zurück. Die Gratiszeitungen scheinen also weiterhin gut zu funktionieren. Die erstmals während sechs Monaten enthaltenen Kosten für die Pendlerzeitung 20 minutes und die Investitionen in die Regionalausgaben des Tages-Anzeigers führten gleichzeitig zu einer erheblichen Zunahme des Betriebsaufwandes. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) nahm deshalb um 0,2 Prozent auf 51,6 Millionen Franken ab. Der Tages-Anzeiger konnte dagegen dank den Regionalausgaben ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen.
Annabelle verzeichnete Ergebnisrückgang Der Bereich Zeitschriften steigerte seinen Umsatz um 4,6 Prozent auf 39,8 Millionen Franken. Während die Frauenzeitschrift Annabelle einen Gewinnrückgang verzeichnete, weist die Schweizer Familie erneut eine Verbesserung auf. Die Programmzeitschrift TVtäglich musste einen leichten Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Das Ebitda des Bereichs Zeitschriften sank um 0,7 Millionen Franken auf 5,5 Millionen Franken. Das eingestellte Nachrichtenmagazin Facts weist Tamedia unter den sogenannt nicht weitergeführten Bereichen aus.
Services Der Bereich Services verzeichnete einen Umsatzwachstum des um 5,0 Prozent auf 127,3 Millionen Franken. Zur positiven Entwicklung beigetragen haben gemäss Tamedia das Druckzentrum Bubenberg und die Zustellorganisation Zuvo, die sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich steigerten. Einen Umsatzrückgang muss dagegen der Akzidenzdruck hinnehmen.

Radio X schickt Jugendkulturfestival über den Äther

Am Freitag und am Samstag überträgt das Basler Radio X das Programm von der Bühne des Senders auf dem Barfüsserplatz. Live zu hören sein werden Bands wie Navel oder Kitchen, aber auch Diskussionen zu jugendpolitischen Themen.

Am Freitag und am Samstag überträgt das Basler Radio X das Programm von der Bühne des Senders auf dem Barfüsserplatz. Live zu hören sein werden Bands wie Navel oder Kitchen, aber auch Diskussionen zu jugendpolitischen Themen. Der Basler Jugend- und Kultursender ist bei diesem grössten Jugendanlass der Region seit der ersten Ausgabe vor zehn Jahren aktiv dabei. Wie Radio X in der entsprechenden Medienmitteilung bekannt gibt, betreibt der Sender auf dem Barfüsserplatz auch die grosse Bar.

Gratiszeitungen beeinflussen Tamedias zweites Halbjahr

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mit dem am Donnerstag veröffentlichten Ergebnis des ersten Halbjahrs «den Umständen entsprechend» zufrieden. Wie Finanzchef Christoph Tonini sagte, lag man im Rahmen der eigenen Erwartungen. Im zweiten Halbjahr wird die geplante neue Gratiszeitung die Rechnung beeinflussen.

 Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mit dem am Donnerstag veröffentlichten Ergebnis des ersten Halbjahrs «den Umständen entsprechend» zufrieden. Wie Finanzchef Christoph Tonini sagte, lag man im Rahmen der eigenen Erwartungen. Im zweiten Halbjahr wird die geplante neue Gratiszeitung die Rechnung beeinflussen. Das Verlagshaus hat im ersten Halbjahr 2007 trotz Umsatzwachstum weniger verdient als im Vorjahr. Die Höhe des Konzernumsatzes im Gesamtjahr hängt stark davon ab, wann das übernommene Berner Mediengruppe Espace Media konsolidiert wird. Espace werde wohl ab 1. Oktober oder 1. November in die Tamedia-Rechnung einfliessen, sagte Tonini der Nachrichtenagentur AWP. Der Verlag hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 250 Millionen Franken erzielt.
Das Segment Zeitungen wird im zweiten Halbjahr mit den stärksten Belastungen kämpfen. Einerseits spielt es eine Rolle, ob die in Zusammenarbeit mit der Berner Zeitung und der Basler Zeitung geplante neue Pendlerzeitung lanciert wird. Tonini rechnet damit, dass die Zeitung im November gestartet wird. Entscheide sollen bis Ende dieser Woche gefällt werden.
Zusätzlich werden sich auch die Anlaufinvestitionen für die in Luxemburg geplante neue Gratiszeitung L’Essentiel negativ niederschlagen. Für die anderen drei Bereiche Zeitschriften, Elektronische Medien und Services rechnet der Finanzchef damit, dass die im ersten Halbjahr erreichten Margen gehalten werden.
Nicht zufrieden zeigte sich Tonini mit dem Start ins zweite Semester: «Juli und August sind nicht gut gelaufen und unter unseren Erwartungen geblieben.» Für Rückenwind dürften in den verbleibenden Monaten des Jahres weiterhin das Wachstum des Stellenmarktes und die nationalen Wahlen im Oktober sorgen.

Philippe Vignon wird Direktor von Edipresse Digital

Das Verlagshaus Edipresse setzt auf das Internet und holt dafür einen Aviatikmenschen: Im Januar 2008 wird Philippe Vignon Leiter des Internet- und Digital- Developments bei Edipresse.

Das Verlagshaus Edipresse setzt auf das Internet und holt dafür einen Aviatikmenschen: Im Januar 2008 wird Philippe Vignon Leiter des Internet- und Digital- Developments bei Edipresse. Vignon ist derzeit kommerzieller Leiter und Verwaltungsratsmitglied von EasyJet Schweiz. Er übernimmt die Funktion des Generaldirektors von Edipresse Digital und wird Mitglied der Generaldirektion der Edipresse Gruppe. Vignon ist direkt Tibère Adler, Generaldirektor der Edipresse Gruppe, unterstellt. Der neuen Geschäftseinheit Digital obliegt laut Mitteilung die Festlegung der Strategie und Umsetzung des Ausbaus der Bereiche Internet und digitale Medien auf internationaler Ebene. Die offizielle Gründung von Edipresse Digital ist für Januar 2008 geplant. Die Geschäftseinheit wird die international ausgerichteten Aktivitäten in den Bereichen Internet und digitale Medien von Edipresse umfassen. Der Fokus von Entwicklung und Lancierung liegt auf den Portalen Dienstleistungen für Frauen, Familie, Gesundheit, Luxus und Lifestyle.

Vorlage über Polit-Spots am Fernsehen in der Vernehmlassung

Konzessionierte Radio- und TV-Veranstalter, die Gebührenanteile erhalten, sollen den Parteien und Abstimmungskomitees vor eidgenössischen Wahlen gratis Sendezeit zur Verfügung stellen. Dies fordert die Staatspolitischen Kommission (SPK) des Nationalrates in einer Vorlage zur Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes.

 
Konzessionierte Radio- und TV-Veranstalter, die Gebührenanteile erhalten, sollen den Parteien und Abstimmungskomitees vor eidgenössischen Wahlen gratis Sendezeit zur Verfügung stellen. Dies fordert die Staatspolitischen Kommission (SPK) des Nationalrates in einer Vorlage zur Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes. Die vom Zürcher SP-Nationalrat Andreas Gross initiierte Gesetzesvorlage ist von der SPK klar gutgeheissen worden und wurde nun bis zum 30. November in die Vernehmlassung geschickt. Ziel der Vorlage sei die bessere Information und Motivation der Bevölkerung vor den eidgenössischen Urnengängen, schreibt die SDA in einer Meldung. Zudem soll die Vorlage die politischen Parteien als traditionelle Meinungsträger bei der Meinungs- und Willensbildung des Volkes aufwerten und für mehr Fairness in den Abstimmungskämpfen sorgen. Deshalb sollen Parteien mit Fraktionsstärke sowie Initiativ- oder Abstimmungskomitees künftig in bestimmten Radio- und Fernsehprogrammen kostenlos Werbesendungen schalten können.
Die Spots dürften maximal dreissig Sekunden lang sein und eine Gesamtdauer von drei Minuten pro Tag und Medium nicht überschreiten. Der Zeitraum für die Ausstrahlungen wäre beschränkt auf die Wochen vom fünftletzten bis zum zweitletzten Samstag vor dem Urnengang. Zur Ausstrahlung der Spots verknurrt werden sollen die SRG sowie die privaten Veranstalter, die Gebührenanteile erhalten. Wie genau die Sendezeiten den Parteien, Initiativ- und Referendumskomitees zugeteilt werden, soll zu einem späteren Zeitpunkt in einer Verordnung der Bundsversammlung geregelt werden.

Wer wird Nachfolger von Walker?

Das deutsche Jahrbuch der Werbung sucht wieder edlen Nachwuchs: Ab sofort können sich Agenturen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum beim Econ Verlage wieder als Newcomer-Agentur des Jahres bewerben. Agenturen, die nach dem 1. Januar 2005 gegründet wurden, können sich kostenlos bis am 12. Oktober anmelden.

 Das deutsche Jahrbuch der Werbung sucht wieder edlen Nachwuchs: Ab sofort können sich Agenturen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum beim Econ Verlage wieder als Newcomer-Agentur des Jahres bewerben. Agenturen, die nach dem 1. Januar 2005 gegründet wurden, können sich kostenlos bis am 12. Oktober anmelden. Bis zu drei Agenturen werden jeweils mit den silbernen Megaphonen ausgezeichnet; letztes Jahr teilten sich Walker aus Zürich und Con Carne aus Berlin die Ehre. Folgende Faktoren werden für die Jurierung berücksichtigt: Gründungsdatum, Qualität der Arbeiten, wirtschaftlicher Erfolg und die Eigenwerbung. Die Siegeragenturen werden im Jahrbuch der Werbung 2008 ausführlich portraitiert und bei der Preisverleihung vorgestellt.
Der Wettbewerb wird jedes Jahr durchgeführt, dennoch ist das kommende ein spezielles: Das Jahrbuch feiert nämlich sein 45-jähriges Jubiläum. Zum Jubeljahr wird sich das Jahrbuch mit neuem Logo und überarbeitetem Layout präsentieren. Für das neue Design verantwortlich war die Berliner Agentur Etwas Neues Entsteht.

Marco Meier dirigiert neu Radio DRS 2

Radio DRS 2 bekommt einen neuen Chef: Marco Meier ist vom SRG-Verwaltungsrat zum neuen Programmleiter des DRS-Kultursenders gewählt worden. Er löst Arthur Godel ab, der im nächsten Frühjahr in Pension geht. Meier leitet seit 2003 die Redaktion der «Sternstunden» bei SF.

Radio DRS 2 bekommt einen neuen Chef: Marco Meier ist vom SRG-Verwaltungsrat zum neuen Programmleiter des DRS-Kultursenders gewählt worden. Er löst Arthur Godel ab, der im nächsten Frühjahr in Pension geht. Der 54-jährige Meier hat Philosophie und Theologie studiert. Seit 2003 leitet er die Redaktion der «Sternstunden» beim Schweizer Fernsehen. Zuvor war er während fünf Jahren stellvertretender Chefredaktor der Kulturzeitschrift Du. Von 1996 bis 1998 amtete er als Direktor des Medienausbildungszentrums (MAZ) in Luzern. Journalistisch tätig war der Theologe auch für die Weltwoche und das Magazin des Tages-Anzeigers.

Zu guter Letzt: Oscars harte Hand

Die Veranstalterin der Oscar-Filmpreisverleihung, Kennern als die Academy bekannt, hat ihren langen Arm bewiesen: Sie verbot dem Schweizer Weinmagazin Vinum, im kommenden Oktober beim Grossen Preis des Schweizer Weins 2007 dem Gewinner einen Oscar zu verleihen.

 Die Veranstalterin der Oscar-Filmpreisverleihung, Kennern als die Academy bekannt, hat ihren langen Arm bewiesen: Sie verbot dem Schweizer Weinmagazin Vinum, im kommenden Oktober beim Grossen Preis des Schweizer Weins 2007 dem Gewinner einen Oscar zu verleihen. Eine entsprechende Ausschreibung in der Juni-Ausgabe des Weinhefts war einer Schweizer Vertretung der Academy ins Argusauge gestochen. Laut der Westschweizer Tageszeitung La Liberté haben die Oscar-Organisatoren der Zeitschrift daraufhin untersagt, den Gewinnerwein des diesjährigen Grossen Preises mit einem Oscar auszuzeichnen. Da nun der Name des kleinen goldenen Mannes nicht zur Verfügung steht, sind die Vinum-Macher auf der Suche nach einem neuen Namen.
Die Anwälte der Academy haben zudem gedroht, die nächste Ausgabe der Zeitschrift mit einer Auflage von 100’000 Exemplaren gerichtlich vernichten zu lassen. Vor der Einstampfung ihres neusten Werkes kann sich Vinum-Redaktion nur retten, indem sie sich für die Verwendung des Namens Oscar entschuldigt. Nach Rücksprache mit den eigenen Anwälten entschied sich das Magazin, eine Entschuldigung zu publizieren. Und wird sicher davon absehen, je wieder die fünf Buchstaben O-s-c-a-r in dieser Reihenfolge im eigenen Blatt zu verwenden.

«Shit», findet der Redaktor

Media Wirz und OMD realisieren eine neue und freche Media-Idee für die Mobijeunes.

Media Wirz und OMD realisieren eine neue und freche Media-Idee für die Mobijeunes. 
«Shit happens», werden manche in den Redaktionen fluchen. Viele Werber hingegen werden sich freuen. Der Grund des Aufruhrs: Werbung über die so genannte chinesische Mauer zwischen Verlag und Redaktion. Zum ersten Mal geht eine Werbekampagne ganz konkret auf den aktuellen Inhalt einer Zeitung ein und macht damit den redaktionellen Inhalt zum Teil einer Anzeige. «Ohne dafür bezahlen zu müssen – notabene», wie sich Media-Planer Dominik Hofstetter bei OMD freut. Auch CD Matthias Freuler bei Wirz ist stolz: «Das hat es in der Schweiz noch nie gegeben.» Im Rahmen des bestehenden Werbekonzepts «Shit happens»  nimmt die Mobiliar für ihre Jugendversicherung Mobijeunes redaktionelle Geschichten aufs Korn, die von lustigen, bizarren oder tragisch- komischen Ereignissen berichten. Diese werden im redaktionellen Raum der Zeitungen lapidar mit dem aus der Werbung bekannten Pfeil «Shit happens» kommentiert.
Zugestimmt bei der Aktion haben die Verlagsleiter von Blick, Heute und le matin bleu. «Sie haben sich grosszügig bereit erklärt, auf dieses Experiment einzugehen», bedankt sich Freuler. Denn für die Endfassung der Anzeigen war für einmal nicht die Agentur, sondern jede einzelne Redaktion zuständig. Diese hatten eine ausgemachte Anzahl von «Shit»-Pfeilen zur Verfügung und mussten täglich kurz vor Redaktionsschluss die schrägste Geschichte des Tages wählen und in Eigenregie daraus eine Anzeige «gestalten». Natürlich gab es bestimmte Regeln, dass keine echt tragische Geschichte mit dem witzigen Pfeil ins Lächerliche gezogen wurde.
Andreas Panzeri

Prof. MAX wirbt weiser

Anzeigenpool Die Agentur Tasmanie in Lausanne wirbt für Ringier Romandie mit einer parodierten Waschmittelwerbung.

Anzeigenpool Die Agentur Tasmanie in Lausanne wirbt für Ringier Romandie mit einer parodierten Waschmittelwerbung. 
 
Bei Waschmitteln wird gern mit Schlagwörtern wie «Dreifachwirkung» geworben. Das sattsam gehörte Argument wirkt inzwischen nicht mehr besonders kreativ. Ausser: Man bringt es in Form einer Parodie und so schräg, wie es zurzeit in einer viralen Kampagne zu sehen ist. Ein gewisser Professor MAX präsentiert   die «Dreifachwirkung» des Anzeigenpools RomandieMAX von Ringier Romandie. Der Westschweizer Anzeigenpool, welcher L’Hebdo, L’illustré und TV8 vereint, setzt damit als erster in der Schweiz ein virales Konzept im B2B-Marketing ein. Für Kreation und Entwicklung der viralen Kampagne rund um die parodistische Figur des Professors zeichnet die Lausanner Werbeagentur Tasmanie verantwortlich. 
Professor Max enthüllt ab September in einer dreiteiligen Spot-Folge seine neue Formel «Dreifachwirkung». Die witzige Kunstfigur zeigt im ersten Spot den Inserenten auf, wie sie mit dem Anzeigenpool RomandieMAX ihre Geldlöcher stopfen können. Ab 4. und 11. September sind zwei weitere Folgen auf www.romandiemax.ch zu sehen.
Um die Aktion zielsicher bei Medialeuten bekannt zu machen, verschickt Ringier Romandie die Spots den Agenturen gleichzeitig per Mail. Auch werden sie im Internet auf www.werbewoche.ch zu sehen sein. Und: Wer Professor MAX auf der Website aufmerksam zuschaut, kann in jeder Folge bei einem Wettbewerb iPods oder ein Wellness-Weekend gewinnen.
Ringier Romandie hat bereits bei der Markteinführung von RomandieMAX im Dezember 2005 mit aussergewöhnlichen Aktionen wie beispielsweise dem Versenden von Fässern und Reinigungstüchern geworben. Dabei hat Ringier Romandie festgestellt, dass die Inserenten und Agenturen sehr positiv auf unkonventionelle Werbung reagieren und Kreativität nicht nur mit Sympathie belohnen, sondern auch die Auftragszahlen ansteigen lassen.
Die Dreifachwirkung von L’Hebdo, L’illustré und TV8 erreicht in einem Durchgang jeden zweiten Romand oder 782000 Kontakte auf einen Schlag. Mehr Wirkung muss aber nicht mehr Geld kosten, wie Professor MAX weiss: Der Anzeigenpool RomandieMAX ist im Vergleich zur Einzelbelegung der drei Titel 18 Prozent günstiger. Oder – um in der Sprache der Waschmittelwerbung zu bleiben: eine regelrechte «Spardosierung» für jedes Mediabudget.
Andreas Panzeri

Blick hinter die Kulissen der Klassiker

Versicherungen Wirz Werbung hat für die Mobiliar vier animierte Schadensskizzen mit Motiven aus der Filmwelt geschaffen. Hauptdarsteller: Leo Di Caprio, Tarzan, MM und der Weisse Hai.

Versicherungen Wer glaubt, dass grosse Kinoklassiker wie der «Weisse Hai» oder «Titanic» ohne grössere Pannen gedreht worden sind, wird jetzt eines Besseren belehrt. Die Mobiliar zeigt in ihren neuesten Schadenskizzen einen Blick hinter die Kulissen: Da wird etwa Leonardo Di Caprio vor dem grossen Untergang noch fast von einer Möve erschlagen, während Tarzan grossen Kummer mit seiner Liane bekundet. Insgesamt vier animierte Schadenskizzen hat Wirz Werbung speziell für das Kinosponsoring-Engagement der Mobiliar kreiert.

Bald höhere Zeitungstransporttarife

Distribution Presseförderung hin oder her: Die Post will ab 2008 von allen Verlegern mehr Geld.

Distribution Presseförderung hin oder her: Die Post will ab 2008 von allen Verlegern mehr Geld.Schulter an Schulter haben Post und Verleger im Parlament für die neue Presseförderung gekämpft – mit dem Ziel, dass wenigstens die kleinauflagige Lokal- und Regionalpresse sowie die nicht gewinnorientierte Mitgliederpresse auch nach 2007 mit 30 Millionen Franken Förderbeiträgen des Bundes und so mit gleich bleibenden Zeitungstransporttarifen rechnen kann. Nach gewonnener Schlacht folgt nun für die Verleger eine herbe Enttäuschung: Für alle Titel, die weiterhin in den Genuss der Presseförderung kommen, beantragt die Post beim Uvek nun doch einen Aufschlag – eine Anpassung an die seit 2004 aufgelaufene Teuerung von 4,4 Prozent. Je nach Gewicht eines Titels macht dies zwar nur 1 bis 1,5 Rappen mehr pro Exemplar aus. Einer Tageszeitung mit einer Auflage von 30000 Exemplaren würde dies aber jährliche Mehrkosten von rund 165000 Franken bescheren.Bei den grossauflagigen Zeitungen und Zeitschriften wartete man bisher gespannt, ob und wie die Post die wegfallenden Bundesbeiträge von 50 Millionen Franken auf die Verlage überwälzt. Am 28. August teilte die Post mit, wie sie diesen Verlagen nun «entgegenkommen» möchte, indem sie «einen Teil der wegfallenden Subventionen selber trägt». Auf Anfrage konkretisierte Post-Sprecher Richard Pfister, dass die Post 20 Millionen Franken den Verlagen mittels Tariferhöhungen überwälzen will – sofern der Preisüberwacher einverstanden ist. Gleichzeitig bezifferte Pfister die Grosszügigkeit des gelben Riesen: Dieser trage ab 2008 nicht nur die restlichen 30 Millionen Franken, sondern auch jenes Defizit von 17 Millionen, das ihr die Pressedistribution trotz Förderungsgeldern schon bisher verursacht habe – total also 47 Millionen Franken.
Unklare AuswirkungenDoch beim Verband Schweizer Presse findet man diese Sichtweise «keineswegs grosszügig», im Gegenteil: «Wir haben derzeit zwar noch kein klares Bild über die quantitativen Auswirkungen der Tariferhöhung, bezweifeln aber, dass eine Überwälzung von 20 Millionen Franken gerechtfertigt ist», sagt Verbandsgeschäftsführer Hanspeter Kellermüller. Seine Begründung: Die Pressedistribution sei Teil des Grundversorgungsauftrags, der für die Post ein gutes Geschäft darstelle. Zudem trage die Presse wesentlich zur Grundauslastung der Post bei. Deshalb sei auch das angebliche Defizit von bisher 17 Millionen Franken nicht wirklich nachvollziehbar.
Kellermüller geht sogar noch weiter und verlangt von der Post Tarifsenkungen. «Denn nur so kämen die Postpreise auf ein Niveau, das zu erwarten ist, wenn eine weitere Postmarktliberalisierung Einzug hält», sagt er. Der Verband werde dies auch dem Uvek und dem Preisüberwacher mitteilen. Gleichzeitig trete man für eine beschleunigte Postmarktöffnung ein. Und schliesslich sei der Verband bestrebt, die heutige indirekte Presseförderung längerfristig so anzupassen, dass sie nicht mehr nur auf die Post und ihre Tarife zugeschnitten sei, sondern auch auf andere Logistikanbieter anwendbar würde.
Markus Knöpfli
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