No Risk für Familie Schweizer

Magazine Die Schweizer Familie dringt – parallel zum Relaunch – mit einem kostenlosen Rechtsberatungsdienst für Abonnenten in fremde Domänen ein.

 
Magazine Die Schweizer Familie dringt – parallel zum Relaunch – mit einem kostenlosen Rechtsberatungsdienst für Abonnenten in fremde Domänen ein. 
Die Zeitung ist auch eine Versicherung: Diese Praxis ist ziemlich in Vergessenheit geraten, beziehungsweise beschränkt sich auf kaum mehr als einen Traditionstitel. Doch die gedruckte Presse hat mit Zusatzangeboten eine lange Geschichte. Vor allem in den Gründerjahren der traditionellen Zeitungstitel waren speziell Versicherungen bei Krankheit und Arbeitsausfall beliebter Lockvogel zur Abogewinnung. Da soziale Einrichtungen noch weitgehend fehlten, stand beim Erwerb eines Zeitungsabos oft nicht das Blatt, sondern die Versicherung im Fokus des Publikums. Neuer BeratungsdienstJetzt knüpft die Schweizer Familie (SF) mit einem für die Leserschaft kostenlosen Rechtsberatungsdienst sowie einer Rechtsschutzversicherung zum Vorzugspreis an diese Tradition an und spannt mit der Mobiliar-Tochter Protekta zusammen. Ab dem 20. September können sich Abonnentinnen und Abonnenten werktags kostenlos über alle Rechtsgebiete telefonisch von Protekta-Juristen beraten lassen. Darüber hinaus bietet der Rechtsversicherer der SF-Leserschaft eine entsprechende Rechtsschutzversicherung zu Sonderkonditionen an. Strategisch gesehen – eine Hand wäscht die andere – ermöglicht dieses Modell der Schweizer Familie, ihre Leserschaft enger an sich zu binden und neue Abos zu generieren, andererseits kommt die Mobiliar-Tochter zu neuen Versicherungsnehmern.
«Die Schweizer Familie bot schon immer viel Leserservice», sagt SF-Chefredaktor Daniel Dunkel. «Aber ein knackiges Haltbarkeits-Instrument für Abonnenten fehlte bisher.» Für Dunkel wurde mit dem Deal das matchentscheidende Added-Value-Teilchen gefunden. Historischer Nebeneffekt: Das Angebot ist auch eine Reminiszenz an die eigene Vergangenheit des 113-jährigen Blattes. Bereits in den 30er- Jahren waren nichterwerbstätige Frauen mit einem Abo der Schweizer Familie im Fall von Tod, Invalidität und Unfall versichert. Laut Angaben des Verlages sind das bis heute immer noch rund 20000 Personen.
Das neue Angebot entspricht durchwegs dem Profil der SF-Leserschaft, darunter viele Familien, die tendenziell Sicherheit hoch bewerten und nur begrenzt risikobereit sind. Die Rechtsberatung füllt da eine Lücke, sei es beim Autoleasing, beim Buchen von Ferien oder bei komplizierten Vertragsabschlüssen mit Telefonanbietern oder bei Mietproblemen. «Die Leute brauchen Rat, weil sie sich im Paragraphendschungel nicht mehr zurechtfinden», so Dunkel.
Nichts gegen BeratungsblätterIm vergangenen März hatte der Schweizerische Beobachter seinen Auftritt verjüngt und gibt seither Familienthemen mit einem eigenständigen Teil mehr Raum im Blatt. Die neue Rechtsberatung von Schweizer Familie/Protekta ist in diesem Zusammenhang auch als publizistische Retourkutsche zu lesen. Denn die SF-Akteure dringen mit ihrem Angebot in eine Domäne vor, die landläufig und über Generationen mit dem Beo-Beratungsdienst assoziiert wird. «Der Beobachter darf uns schon ein paar Zehntausend Leser abgeben», meint Daniel Dunkel, was er indessen nicht als Kampfansage versteht, weder gegen den Beobachter noch andere Beratungszeitschriften. So will die Schweizer Familie – bis auf einen anonymisierten Modellfall pro Monat – keine Geschichten aus der Rechtsberatung ins Blatt heben.
Für Dunkel halten denn auch Vergleiche mit dem Beobachter nicht stand. «Für uns stehen Leserbindung und Abogewinnung im Vordergrund.» Man wolle kein Kampfblatt für betrogene Konsumenten werden, sondern die Leser aufklären. Der beste Effekt, den sich Dunkel durch die Beratung seiner Leserschaft vorstellt, ist, dass die Leute – sozusagen juristisch imprägniert – gar nicht erst in schwierige Situationen geraten. Das entspricht konsequent dem Umgang mit den typischen Schweizer-Familie-Themen, deren Verantwortliche ihre Schäfchen nicht mit düsteren Geschichten vor den Kopf stossen wollen. Die Welt ist schon schlecht
genug.
René Worni
Siehe auch:
Relaunch für Mainstreamer

Zeitlos im Gleichgewicht

Papier ComMix setzt die neue Papierwarenkollektion Canteo von Biella gekonnt in Szene.

 
Papier ComMix setzt die neue Papierwarenkollektion Canteo von Biella gekonnt in Szene. 
Stil trifft Tradition – unter diesem Motto hat ComMix den neuen Auftritt der Canteo-Kollektion von Biella zum Leben erweckt. Der ebenso philosophisch angehauchte wie melodische Name Canteo für eine Papierwarenkollektion ist Programm: elegante und funktionale Schreibwaren in edlem Design für jede Gelegenheit.
Canteo wurde inspiriert von der legendären Collection Bundesordner von Biella. Das Logo der traditionsreichen Bundesordner-Kollektion wird neu als Gütesiegel und Beweis der Echtheit als Prägung auf den Papierwaren von Canteo eingesetzt. Damit verbindet Biella die reiche Tradition des Bundesordners von 1908 mit der anspruchsvollen und lebendigen Schreibkultur der Gegenwart. Die Canteo-Papierwarenkollektion ist eine «Hommage an den menschlichen Geist und dessen intimsten dauerhaften Ausdruck – die Handschrift», meint Biella. Die Gedanken finden ihren Weg über die Hand auf das Papier, und dieses dankt die investierte Zeit mit einem wertvollen Unikat. Die Zeit lässt sich nicht festhalten, aber Canteo gibt Eingebungen Bestand und schenkt damit ein Stück Zeitlosigkeit.
Diese hohe Positionierung der Kollektion bedarf einer emotionalen, auf höchstem Niveau geführten Kommunikationskampagne. Anstatt der üblichen Produktdarstellung von Schreibartikeln hat ComMix mit ihrem Konzept keine Waren, sondern Lifestyle-Objekte inszeniert. Bei der Konzeption ist das aktuelle Thema «Work Life Balance» zum Tragen gekommen. Jeder Mensch muss für sich die Balance zwischen der Arbeitswelt und dem Privatleben, zwischen der Hektik und der Entspannung finden. Mit diesem Ansatz hat ComMix in enger Zusammenarbeit mit Biella das Branding, das Logo-Design und die Product Identity kreiert. Für die Kampagne wurden bis anhin Massnahmen wie Booklets, Inserate, Displays sowie eine erste Version der Website umgesetzt.
Andreas Panzeri

Versuchslabor Cash daily

Wirtschaftsmedien Mit dem Wirtschaftstitel Cash geht Ringier seit einem Jahr neue multimediale Wege. Die Plattform, ein konsequent organisierter Medienverbund mit Website, Gratisblatt und Web TV, führt die Dachmarke über neue Medienkanäle weiter.

 
Wirtschaftsmedien Mit dem Wirtschaftstitel Cash geht Ringier seit einem Jahr neue multimediale Wege. Die Plattform, ein konsequent organisierter Medienverbund mit Website, Gratisblatt und Web TV, führt die Dachmarke über neue Medienkanäle weiter. Sie ist offenbar so stark, dass ihr der Tod des Wochentitels Cash nichts anhaben konnte.So sieht es Christroph Bauer, Leiter Wirtschaftsmedien bei Ringier. Er bezeichnet Cash daily zwar als publizistisches und verlegerisches Versuchsfeld, wartet aber dennoch mit eindrücklichen Zahlen auf: Der Medienverbund erreicht bereits 140’000 Leserinnen und Leser. Und schon heute verteilt der Verlag 113’000 Exemplare des gedruckten Gratisblattes. (rw)

 
Lesen Sie
hier
das Wocheninterview mit Christoph Bauer, Leiter Wirtschaftsmedien und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Ringier AG.  
 

Young & Rubicam setzt unter neuer Führung auf integriertes Angebot

Eine neue Agenturgruppe entsteht in der Schweiz: Advico Young & Rubicam, Futurecom interactive und Wunderman schliessen sich personell und organisatorisch zu Young & Rubicam Gruppe Schweiz zusammen. Das Führungsduo der neuen Gruppe bilden Andreas Widmer und Markus Gut. Die neue Agenturgruppe will Online- und Offline-Welten zusammenbringen sowie die Integration von dialogorientierten und breitenkommunikativen Instrumenten ermöglichen.

Eine neue Agenturgruppe entsteht in der Schweiz: Advico Young & Rubicam, Futurecom interactive und Wunderman schliessen sich personell und organisatorisch zu Young & Rubicam Gruppe Schweiz zusammen. Das Führungsduo der neuen Gruppe bilden Andreas Widmer, bis anhin CEO von Futurecom und Interactive, und Markus Gut, bisheriger Kreativchef bei Publicis (siehe ). Die gesamte Führungsequipe der Advico Young & Rubicam besteht neben Widmer als CEO und Gut als Chief Creative Officer aus Lukas Tenger (Beratung), Caspar Coppetti (Strategie), Felix Kündig (CFO) und Philipp Skrabal (Executive Creative Director). Damit werde die Führung der Gruppe verjüngt, heisst es in einem Communiqué.
Edgar C. Britschgi, der bisherige CEO und Chairman von Advico Young & Rubicam, bleibt Chairman Young & Rubicam Switzerland sowie Chair Young & Rubicam EMEA Retail Practice. Britschgi leitete die Agentur während der letzten fünf Jahren.
Die neue Gruppe sei eine Antwort auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse und dem Wunsch nach Verschmelzung von Online- und Offline-Welten sowie Integration von dialogorientierten und breitenkommunikativen Instrumenten. Die Marken der Young & Rubicam Gruppe, Wunderman (Dialog), Allaccess (Events & Promotions), Exxtra (Retail), Futurecom (Interactive) agieren unter den bestehenden Namen und mit den gleichen Führungsteams weiter.
«Alle grösseren klassischen Werbeagenturen befinden sich derzeit in strategischen Neuausrichtungen. Alle suchen Wege, dem digitalen Wandel zu begegnen. Wir bringen für unsere Kunden Online, Dialog und Werbung auf gleicher Augenhöhe zusammen», wird Widmer in der Mitteilung zitiert.
Markus Gut verlässt Publicis und wird ab Januar 2008 Chief Creative Officer der Young & Rubicam Gruppe. «Wir wollen ganzheitliche kreative Ideen für unsere Kunden entwickeln, die in den klassischen und den neuen digitalen Kanälen mediumsgerecht umgesetzt werden können. In diesem neuen integrierten Modell sehe ich die einzige Chance, um auch in Zukunft an der Spitze mitspielen zu können», sagt er.
Unter einer gemeinsamen Führung sollen den Auftraggebern künftig ein integriertes Angebot mit dem «Besten aus Off- und Online-Kommunikation» geboten werden. Massimo Costa, Chairman und CEO von Young & Rubicam in Europa meint zum neuen Führungsduo bei Young & Rubicam: «Ein innovatives Dream-Team mit einem einzigartigen Verständnis für die Kraft von kreativen Ideen und der Überzeugung für integrierte Kommunikation. Mit Andreas Widmer und Markus Gut tritt eine neue Generation an die Spitze von Young & Rubicam, die für den Paradigmenwechsel in der Kommunikation steht».

EasyFairs auf Erfolgskurs

Messe Die zweite EasyFairs Verpackung, die am 7. und 8. November 2007 in Luzern stattfindet, ist bereits ausgebucht. Damit etabliert sich die Messe zu einer nationalen Veranstaltung.

 
Messe Die zweite EasyFairs Verpackung, die am 7. und 8. November 2007 in Luzern stattfindet, ist bereits ausgebucht. Damit etabliert sich die Messe zu einer nationalen Veranstaltung. 
Kurz, kompakt und kostengünstig, so das Konzept von EasyFairs, die bereits über 40 Veranstaltungen in ganz Europa zu verschiedenen Themenschwerpunkten durchführt. Die Veranstalterin will Ausstellern und Besuchern eine professionelle und themenfokussierte Kontaktplattform für einfache und direkte Geschäfte mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten. Das Konzept kommt auch in der Schweiz an. Bereits die erste EasyFairs Verpackung, die im letzten Jahr stattfand, stiess auf grosses Interesse.
Erweiterte AusstellungsflächenÜber 100 Unternehmen werden in Luzern im November vertreten sein, 30 Prozent mehr als 2006. Gegenüber der letztjährigen EasyFairs-Verpackungsmesse hat die Ausstellungsfläche um 20 Prozent zugenommen. Zu den Ausstellern zählen namhafte Unternehmen im schweizerischen Verpackungsmarkt wie Pago, Well-Pack, Prodinger Verpackung, Antalis, Verpama und ATS Tanner. Die Messe in Luzern deckt alle Bereiche der abpackenden Wirtschaft ab: Dazu gehören Packmittel, Verpackungstechnologien, Verpackungsmaschinen, Label- und Markierungstechnik, Verpackungsdesign und -gestaltung sowie -Recycling. Umfragen zufolge bewerten 97 Prozent der 1’500 Fachbesucher der letzten Verpackungsmesse den Anlass als gut bis sehr gut. Rund die Hälfte wird Produkte von der Messe kaufen, und mehr als 60 Prozent werden dafür zwischen 7’500 und 155’000 Franken investieren.
Zwei neue VeranstaltungenIn nächster Zeit werden in der Schweiz insgesamt drei EasyFairs- Messen stattfinden. Neben der Verpackungsmesse im November auf der Allmend Luzern wird am 23. und 24. Januar 2008 die EasyFairs Maintenance in Basel, eine nationale Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Facility Management, an den Start gehen, zudem wird in Luzern am 8. und 9. April 2008 die EasyFairs Shop stattfinden. Letztere soll sich als eigentlicher Branchentreff des Schweizer Detailhandels etablieren.
Sabine Flachsmann
EasyFairs Verpackung Schweiz7. bis 8. November 2007, Messegelände Luzern.
Öffnungszeiten: 9.00 bis 17.00 Uhr.
Kostenloser Eintritt für Besucher.
Über 100 Aussteller aus dem Verpackungsbereich.
Weitere Informationen sowie die Ausstellerbroschüre zum Downloaden unter
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Trimedia engagiert SVP-Mann Zanetti für Public Affairs

Die Kommunikationsagentur Trimedia kann neue Kunden vermelden und holt den SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti an Bord. Der 40-Jährige ist ab 1. Oktober als Senior Consultant und Mitglied der Geschäftsleitung für den Ausbau des Kompetenzfeldes Public Affairs verantwortlich.

Die Kommunikationsagentur Trimedia kann neue Kunden vermelden und holt den SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti an Bord. Der 40-Jährige ist ab 1. Oktober als Senior Consultant und Mitglied der Geschäftsleitung für den Ausbau des Kompetenzfeldes Public Affairs verantwortlich. Als Zürcher Kantonsrat und ehemaliger Geschäftsführer der SVP des Kantons Zürich verfüge Zanetti über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Kontakte in der Politik und Verwaltung, ist einer Mitteilung zu entnehmen. Für Trimedia wird der Jurist und PR-Berater die wirtschaftlichen Interessen nationaler und internationaler Kunden vertreten. Zusätzlich wird er den Bereich Industrie weiterentwickeln. Weiter verstärkt wird das Team durch Adrian Schmon, Erika Bünzli, Marilena Rotundo und die Martina Bürge. Adrian Schmon, der bei Tele Ostschweiz als Produzent und stellvertretender Redaktionsleiter tätig war, baut bei Trimedia den Bereich «Videoproduktion» auf. Erika Bünzli stösst als Senior Consultant zu Trimedia. Sie zeichnete in den letzten Jahren bei der Ostschweizer Kommunikationsagentur Freicom für diverse Wirtschaftsanlässe verantwortlich. Marilena Rotundo wird die Rolle einer Projektleiterin inne haben.
Trimedia konnte ausserdem in den letzten Monaten neue Kunden gewinnen: die Crown Worldwide Group, Microsoft Digital Advertising Solutions sowie die Rheintaler Messe Rhema mit dem dort jeweils stattfindenden Wirtschaftsanlass.

Der Prinzipal

Realfernsehen Kürzlich ist ein Buch mit dem Titel «Das Blocher-Prinzip» auf den Markt gekommen. Wie es bei modernen Vermarktungen – auch von alten Prinzipien – Mode ist, folgte nur kurz darauf auch noch der Film zum Buch.

 
Real-TV «Prinzipal» ist gemäss Wikipedia ein «eher veralteter Ausdruck für Lehrmeister». Prinzipale erklären das Prinzip. Die Prinzipal -Agent-Theorie ist ein Modell, um das Handeln von Menschen in einer Hierarchie zu erklären. Kürzlich ist ein Buch mit dem Titel «Das Blocher-Prinzip» auf den Markt gekommen. Wie es bei modernen Vermarktungen – auch von alten Prinzipien – Mode ist, folgte nur kurz darauf auch noch der Film zum Buch. Ein kleiner Film zwar, im Internet nur wenige Quadratzentimeter gross. Und trotzdem hat der Beitrag grosse Wellen nicht nur im Äther geworfen, wo das Interview im Stil einer Soap für reingewaschene Politwesten auch noch in ein paar lokalen TV-Stationen verbraten worden ist. Viel persönliches Engagement bei dieser Geschichte verrät uns Matthias Ackeret. Er will fortan jede Woche seinem Prinzipal die Stichworte für neue Provokationen liefern. Dass der Autor von «Der Hammermann» – einer Autobiografie über Langstreckenläufer – seine Ausdauer nicht so schnell verliert, sollte der politischen Konkurrenz Hoffnung machen. Noch ist es nicht zu spät, auch selber auf den Zug der zukünftigen Medien aufzuspringen. Denn in einem Land, wo fast täglich ein Zeitungskonzept kopiert wird, sollte man auch ein kleines und billiges TV-Experiment nicht einfach kampflos den Starken überlassen. Und sei es nur aus Prinzip. (pan)

Zürichsee-Zeitungen springen auf den digitalen Zug auf

Die Zürichsee-Zeitungen sind seit dem 17. September 2007 auch als Online-Ausgaben abrufbar. Bis Ende 2007 ist der Zugriff ohne Anmeldung und kostenlos möglich.

Die Zürichsee-Zeitungen sind seit dem 17. September 2007 auch als Online-Ausgaben abrufbar. Gemäss Mitteilung sieht das E-Paper genau so aus wie die Printausgabe, mit allen Bildern, Fotos, Grafiken und Anzeigen. Einzelne Artikel oder Bilder lassen sich detailliert anschauen, speichern und drucken. Bis Ende 2007 ist der Zugriff ohne Anmeldung möglich und auch für Nichtabonnenten gratis. Ab 1. Januar 2008 ist eine Registrierung nötig.

«Ich freue mich auf News»

Presse Der Chefredaktor des Tages-Anzeigers und mit ihm seine Redaktion sind mit News und .ch durch zwei weitere Gratiszeitungen herausgefordert. Peter Hartmeier nimmt die Sache sportlich und bricht eine Lanze für die Qualitätszeitung.

 
Presse Der Chefredaktor des Tages-Anzeigers und mit ihm seine Redaktion sind mit News und .ch durch zwei weitere Gratiszeitungen herausgefordert. Peter Hartmeier nimmt die Sache sportlich und bricht eine Lanze für die Qualitätszeitung. 
WW: Mit News kommt ein zweiter Gratistitel aus dem eigenen Hause. Ärgert Sie das als Tagi-Chefredaktor?Peter Hartmeier: Nein überhaupt nicht, denn diese Strategie ist schlicht vernünftig.
Keine Bedenken, dass News den Tages-Anzeiger zusätzlich kannibalisiert?Jetzt schauen wir mal, wie gross dieser Kannibalisierungseffekt sein wird. Seit ich Chefredaktor bin, seit fünf Jahren, steht diese Zeitung in einem brutalen Konkurrenzkampf, den wir mit grossem Einsatz bestehen. Die Leserzahlen sind stabil. Was die Redaktion betrifft: Wir «metzgen» uns sehr gut, weil wir einerseits wissen, was die Leserinnen und Leser von uns erwarten, und anderseits versuchen wir sie zu überraschen. Ich bin politischer Journalist und Marktwirtschafter, daher gefällt mir diese harte Konkurrenz sehr.
Wir stehen vor einem erneuten Pressekrieg, diesmal von Gratistiteln angezettelt. Ich mag diese kriegerische Wortwahl nicht. Wir stehen ganz einfach in einem harten Wettbewerb und müssen uns seit Jahr und Tag vergleichen lassen – mit der NZZ, 20 Minuten, dem Blick und dem Zürcher Oberländer zum Beispiel. Jetzt wird die Konkurrenz durch die Gratiszeitungen nochmals härter. Umso wichtiger ist es, dass wir als abonnierte Zeitung unsere Stärken ausspielen, zum Beispiel die lokale Verankerung. Es ist ein Glück, dass wir rechtzeitig die Regionalausgaben lanciert haben und dass diese in den betreffenden Gebieten auch gut ankommen. Der Tages-Anzeiger löst im Millionen-Zürich jede Woche derart viel aus, dass wir – bei allem Respekt gegenüber der neuen Konkurrenz – mit der neuen Konkurrenzsituation gut werden umgehen können.
Will das Publikum denn noch Vollzeitungen?Das kommt drauf an, wen Sie zu welchem Thema befragen: Sprechen Sie mit politisch Interessierten, mit GC- und FCZ-Fussballfans, diskutieren Sie mit Planern und Architekten über die Zürcher Kongresshausdebatte. So unterschiedlich diese drei Gruppen sein mögen – sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie lesen den Tages-Anzeiger und beteiligen sich an den Debatten, die wir auslösen oder begleiten und kommentieren. Ich könnte Ihnen Dutzende von Beispielen nennen – lokale, nationale und internationale Themen. Soeben mahnte mich unser Verleger Pietro Suppino, wir sollten endlich damit aufhören, die abonnierte Zeitung dauernd und ängstlich in Frage zu stellen. Gewisse Medienjournalisten erinnern mich manchmal an Weltuntergangs-Prediger: Beide befinden sich in einer Art Endzeitstimmung. Würde ich mich ebenso ständig zermartern, zweifeln und jammern – ich müsste glatt meinen Job aufgeben. Ich rate allen diesen Pessimisten, einmal zwei oder drei Tage auf der Redaktion des Tagi zu verbringen, um zu erleben, was eine abonnierte politische Komplettzeitung auslöst, anstösst und welche Flut von Leserreaktionen uns Tag für Tag erreicht.
Hätten Sie sich nicht gewünscht, es hätte etwas mehr vom Tagi im neuen Gratisblatt als bloss ein paar Teaser auf der Seite Schweiz? Man hofft doch auch auf einen Umsteigeeffekt?Woher wissen Sie, wie diese Zeitung aussieht?
Das Gratisblatt soll doch möglichst auch auf die Bezahlzeitung neugierig machen und diese verkaufen helfen?Eine Kompaktausgabe des Tages-Anzeigers würde zu einer hohen Kannibalisierung des Tagi führen. Jetzt haben wir eine klare Trennung zwischen 20 Minuten, News und unserer abonnierten Zeitung. Ich nenne Ihnen ein konkretes Beispiel: Jener grosse Teil der Bevölkerung, der über die Affäre Roschacher wirklich Bescheid wissen will, musste zu einer Zeitung mit Hintergrund greifen, mit recherchierenden Redaktoren, die nicht die Politiker nachgebetet haben, sondern unangenehme Fragen stellten: zum Tagi, zur NZZ, zur Baz oder zu Le Temps beispielsweise. Das ist unsere Stärke. Ob in News ein kleiner, ein mittelgrosser oder ein grösserer Anriss auf BZ, BaZ und TA hinweist, ist letztlich nicht entscheidend. Der Anteil der Bevölkerung, der mehr wissen will, ist sehr gross. Dieser Anteil ist gebildeter denn je und surft kritisch zwischen Internet, Gratis- und Bezahlzeitung hin oder her. Das beobachte ich bei meinen 17- und 18-jährigen Kindern und ihren Freunden. Wäre ich nicht dieser Überzeugung, würde ich die ziemlich anstrengende Aufgabe, zusammen mit meinen Kollegen und Kolleginnen Tag für Tag den TA zu machen, gegen eine bequemere Tätigkeit eintauschen.
Ist der Tagi kompakt jetzt ganz von Tisch?Ja.
Sind Sie froh, dass Sie heil um die Kompaktausgabe herumgekommen sind?Nein, denn das ist nicht der Punkt. Tamedia hat zusammen mit Bern und Basel einfach einen vernünftigen Entscheid gefällt. – Ich freue mich auf News. News ist mit der Konstellation Bern, Basel, Zürich in der neuen Konkurrenzsituation wichtig.
Interview: René Worni

Gähn – ab sofort nie mehr Schäfchen zählen

Betten Die Genfer Agentur Saatchi & Saatchi Simko hat für die St. Galler Firma Happy eine nationale Kampagne entwickelt.

 
Betten Die Genfer Agentur Saatchi & Saatchi Simko hat für die St. Galler Firma Happy eine nationale Kampagne entwickelt. 
Jeder kennt das. Wenn man nicht einschlafen kann, zählt man Schafe. Eine andere Möglichkeit ist: Man schläft in einem Happy-Bett. Für die Genfer Agentur Saatchi & Saatchi Simko gehört «Schafe zählen» in ihrer neusten Kampagne für Happy jedenfalls der Vergangenheit an. Saatchi kann damit auch beweisen, dass Matratzenwerbung nicht zwingend problemorientiert und langweilig sein muss. «Hauptziel ist es, die Traditionsmarke Happy in eine LoveMarke zu verwandeln und den Marktanteil zu vergrössern», erklärt Account Director Jan De Schepper.Dazu haben die Genfer Kreativen unter CD Olivier Girard einen komplett neuen Markenauftritt mit dem Schaf als einer neuen Ikone kreiert, welche perfekt zur bestehenden Markenwahrnehmung passt und langfristig Bestandteil der Marke sein soll. Starke Markenelemente wie der allseits bekannte Claim «I wett i hett es Happy-Bett» wurden beibehalten, um die Wiedererkennung nach langjähriger Werbeabstinenz sicherzustellen.
«Mit der neuen Kampagne wollen wir das Schlafen enttabuisieren», erklärt Stephan Egger, CEO der Firma Happy. «Happy schlafen ist schön, erholsam und macht Spass. Medizinische, psychologische und physiotherapeutische Beratungen gehören nicht zu unseren Kernkompetenzen. Mit unseren Matratzen können die Leute einfach gut schlafen, und dafür will Happy geliebt werden.»
Kernelement der neuen Kampagne sind drei TV-Spots. Die Schafe werden jedoch auch an den übrigen Brand-Touchpoints wie am Verkaufspunkt, an Messen, im Internet oder im Happy-Konsumentenmagazin die glückliche Botschaft ihrer neuen Freiheit verkünden.
Andreas Panzeri

Ökologie immer wichtiger

Papier Immer mehr Unternehmen wollen einen Beitrag an den Umweltschutz leisten und entscheiden sich deshalb für zertifizierte Papierprodukte.

 
Papier Immer mehr Unternehmen wollen einen Beitrag an den Umweltschutz leisten und entscheiden sich deshalb für zertifizierte Papierprodukte. 
Papier Immer mehr Unternehmen wollen einen Beitrag an den Umweltschutz leisten und entscheiden sich deshalb für zertifizierte Papierprodukte. Das Thema Papier und Umwelt stand im Mittelpunkt der im Mai von der Papiergrosshändlerin Antalis durchgeführten Papertour. Für Karin Locher, Projektleiterin Papertour Antalis AG, ist das Engagement von Antalis in diesem Bereich nicht neu. «Im Gegenteil, seit Jahren bemühen wir uns, fundierte Informationen zu Herkunft, Rohstoffzusammensetzungen und Produktion unserer Handelsprodukte zu vermitteln und unsere Kunden auch mit Hilfe der Papierproduzenten bei ihrer Papierwahl zu unterstützen», sagt sie. Auf Grund der aktuellen Klimadebatte, der WWF-Berichte und der weltweiten Diskussionen zur Schonung der Umwelt steht auch das Thema der ökologischen Papiere wieder vermehrt im Vordergrund.
Paper on Tour Beim Vorhaben des Projekts liess sich Antalis hauptsächlich vom Leadership-Gedanken, verbunden mit dem Anspruch der Fachkompetenz im Bereich der ökologischen Papiere, leiten. Es galt dabei, einen Weg zu finden, Klarheit in den Inhalten dieses sehr emotionalen Themas zu schaffen und dies möglichst attraktiv und kompetent zu vermitteln, erklärt Locher.
Zielsetzung war es, dem Publikum eine Hilfestellung bei der Papierwahl zu bieten. Der Auftritt sollte zudem unverwechselbar und eigenständig sein sowie möglichst nahe beim Kunden erfolgen. Für die Papertour (paper on tour) wählte Antalis bewusst die Bahn als ökologisches Verkehrsmittel. An sieben Standorten bot sich dem Kunden die Möglichkeit, sich anhand von Referaten und im Dialog mit den Referenten über die im Markt erhältlichen Produkte und die verschiedenen Zertifizierungslabels zu informieren.
InformationsdefiziteZu den Besuchern zählten hauptsächlich Mitarbeiter aus Werbeagenturen, Grafikateliers und Druckereien, die auf Grund ihres engen Bezugs zum Papier auch über die gängigen Ökolabels informiert sein sollten. «Wir haben darüber hinaus auch Einkäufer privater und öffentlicher Unternehmungen von Cut-Size-Papieren eingeladen», sagt Locher. Zudem sei der Wissensstand je nach Funktion der Mitarbeiter in den Betrieben sehr unterschiedlich.
Das FSC-Label ist allgemein gut bekannt. Defizite bestehen aber bei den Zertifizierungslabels der Sekundärfasern wie z. B. Blauer Engel oder Nordischer Schwan, stellt sie in der Praxis fest. Die Fragen an der Papertour waren deshalb auch sehr unterschiedlich und reichten vom Umgang mit der Ressource Wald über nachhaltige Forstwirtschaft bis zu den Herstellungsprozessen und dem aktuellen Sortiment an ökologischen Papieren.
Besonders oft wurden Fragen zu Trends und Innovationen im Papierbereich sowie zu Zukunftsszenarien und Zertifizierungen gestellt. «Für uns war es zudem wichtig, gegen den Irrglauben „Die Papierindstrie ist der Killer der Wälder“ mit fundierten Informationen vorzugehen. Schliesslich fliessen nur 15 bis 17 Prozent des weltweit gerodeten Holzes in diesen Branchenzweig», so Locher. «Ebenso konnten wir anhand zahlreicher Beispiele zeigen, dass Ökologie auch nicht teuer sein muss. Schliesslich ist eine grosse Anzahl solcher Papiere aus dem Primär- und Sekundärbereich zu marktgerechten Preisen erhältlich.»
Zertifizierung als StandardLocher ist überzeugt, dass die Bedeutung von ökologischen Papieren in naher Zukunft stark zunehmen wird und Zertifizierungsangaben sehr bald zum Standard gehören werden. «Als Papierhändler wird es unsere Aufgabe sein, im strategischen Einkauf auf diese Labels zu achten und die Hersteller entsprechend zu fordern. Papiere ohne die entsprechenden Zertifikate werden zukünftig eine eher untergeordnete Rolle spielen, so Locher.
Sabine Flachsmann
Die wichtigsten ForstzertifizierungssystemeFSC
(Forest Stewardship Council) ist eine 1993 gegründete internationale Nichtregierungsorganisation, die sich weltweit für eine ökologische, sozial und wirtschaftlich verträgliche Nutzung der Wälder einsetzt. Der FSC hat Mitglieder in 58 Ländern. Die Zertifizierung nach FSC erfolgt durch unabhängige Dritte. Informationen unter www.fscoax.org.
PEFC
(Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) ist flächenmässig das weltweit grösste Zertifizierungssystem. PEFC ist eine Dachorganisation für die gegenseitige Anerkennung von nationalen oder regionalen Forstzertifizierungssystemen, die international anerkannte Kriterien für nachhaltige Forstwirtschaft erfüllen. Die Mitglieder sind nationale oder regionale Forstzertifizierungssysteme, die inhaltlich auf internationalen Beschlüssen für nachhaltige Forstwirtschaft basieren. Informationen unter: www.pefc.org (sf)

Schlafen wie im Garten Eden

Matratzen Bico hat das Trio Eden ins Bett geschickt und dort sechs witzige Produktfilme drehen lassen.

 
Matratzen Bico hat das Trio Eden ins Bett geschickt und dort sechs witzige Produktfilme drehen lassen. 
Früher hat Bico mit originellen Zwillingen geworben, jetzt soll ein Trio für noch mehr Umsatz sorgen. Das Trio Eden wurde zum neuen Botschafter für die Matratzen aus Schänis gewählt, und in einer ersten Zusammenarbeit sind jetzt sechs Kurzfilme realisiert worden. Unter dem Titel Bicotainment erklären Midi Cottet, Guy Landolt und Helmi Sigg, was für sie der Slogan «Für ä tüüfä gsundä Schlaaf» bedeutet.Die sechs Filme vom Trio Eden dauern je drei Minuten und sind in dieser Länge natürlich nicht als TV-Spots gedacht. Diese Sparte der Werbung wird nach wie vor von der Agentur Ruf Lanz betreut, die kürzlich ebenfalls einen neuen Spot für Bico vorstellen konnte. Das Projekt Bicotainment des Trios Eden ist in Zusammenarbeit mit Contract Media entstanden. Es war aber das Trio mit seinen derben Ideen, das schliesslich Bico mit dieser Art von Werbung überzeugen konnte.
Die lustigen Filme zeigen in klamaukigen Szenen die innovativen Produkte und Produktvorteile des Schweizer Bettenherstellers. «Sie dienen als Schulung für die Fachverkäufer und sollen natürlich auch als virale Werbung im Internet eine möglichst breite Community finden», erklärt Marketingleiter Roman Corbat. Zu sehen sind die Filme auch auf www.bico.ch.
Mit seinen Drehbüchern hat das Trio Eden bei Bico «in einem sehr unkomplizierten Entwicklungsprozess» alle Freiheiten geniessen können, um den typischen «Eden-Humor» auch bei diesen Industriefilmen nicht einschlafen zu lassen. Um zu demonstrieren, wie «tüüf» man auf einer Bico-Matratze tatsächlich schlafen kann, beginnt unter mysteriösen Umständen die Pyjama-Hose von Guy Landolt zu brennen. Er wacht aber nicht auf, weil er sich in einem Bett von Bico im Tiefschlaf befindet.
In einer anderen Szene wird die Technik der neuen luftregulierten Federelemente AirPulse mit der Wirkung eines Trampolins verglichen. Guy hüpft dank AirPulse immer höher in die Luft, bis er schliesslich auf dem Dach der Matratzenfabrik landet. Von dort kommt er nur dank der Hilfe eines echten Stuntman wieder auf das Filmset zurück. Regie bei den aufwändig, aber in nur sechs Tagen gedrehten Filmen führte Marc Schippert. Produziert wurden sie von Helmi Sigg.
Andreas Panzeri
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