Zu guter Letzt: Gekonntes Spiel mit Claims

«Freiheit kann man nicht kaufen. Aber wählen!», mit diesem Claim geht die FDP in den heissen Wahlherbst 2007. Nun ist eine Medienmitteilung ins Haus geflattert, die der Freisinnig-Demokratischen Partei Schweiz zu widersprechen wagt.

 «Freiheit kann man nicht kaufen. Aber wählen!», mit diesem Claim geht die FDP in den heissen Wahlherbst 2007. Freudig hüpfende Menschen unterstreichen diese Botschaft auf den Plakaten. Nun ist eine Medienmitteilung ins Haus geflattert, die der Freisinnig-Demokratischen Partei Schweiz zu widersprechen wagt: «Freiheit kann man doch kaufen!», steht in dicken Lettern über einem Communiqué von Microsoft Hardware. Kabelloses Arbeiten am Computer biete nämlich «Freiheit und Komfort im Home Office genauso wie im Büro». Ob sich die Macher der FDP-Kampagne genau das unter dem Schlagwort der Freiheit vorgestellt hatten, bleibe dahingestellt. Aber ist doch immer wieder schön, dass manche Claims sogar zum Recycling taugen.

In sieben Schritten zum Kunstwerk

Papier Ein veritables Kunststück ist die neue Broschüre der Papierfabrik Scheufelen, mit der sie ihre Traditionsmarke Job Parilux präsentiert.

 
Papier Ein veritables Kunststück ist die neue Broschüre der Papierfabrik Scheufelen, mit der sie ihre Traditionsmarke Job Parilux präsentiert. 
Seit 1836 steht die Marke Job für erstklassiges Zigarettenpapier. Schon zu Zeiten von Henri de Toulouse-Lautrec und noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war der Vorläufer von Job Parilux das Lieblingspapier der Pariser Kunstszene. Die Nähe zur Kunst war der traditionsverbundenen Lenninger Papierfabrik stets Verpflichtung, unter der Marke ein Kunstdruckpapier der Spitzenklasse weiter zu entwickeln. Heute vertreibt Scheufelen diese Papiere unter der Marke Job Parilux weltweit in über 80 Ländern.Vom Kunstwerk zum KunstdruckIn der 24-seitigen Broschüre mit dem Titel «Kunststücke» wird die Entstehung eines Oeuvres der Bildenden Kunst der industriellen Papierherstellung gegenübergestellt. Leicht verständlich und anschaulich präsentiert die Broschüre in sieben Schritten die Herstellung des Kunstdruckpapiers und zeigt Parallelen zwischen Kunst und Papierherstellung auf. Gemeinsamkeiten bestehen bereits bei der Wahl der Rohstoffe: Ob glatte Baumwolle oder grober Hanf – der Künstler entscheidet sich für das geeignete Ausgangsmaterial seiner Leinwand.
Demgegenüber wählen die Papierexperten bei Scheufelen für die zuverlässige Qualität von Job Parilux ganz ausgesuchte Zellstoff-Fasern, die später den Charakter dieses Kunstdruckpapiers so einzigartig machen. Auch die Hilfsmittel in beiden Prozessen sind vergleichbar. So definieren unterschiedliche Pinselstärken später Volumen, Struktur und ästhetische Wirkung eines Bildes.
Bei der Herstellung von Job Parilux sind es vor allem die Pigmente wie Kreide oder Kaolin, die nach einer bestimmten Rezeptur den Oberflächencharakter des Papiers ausmachen. Die Broschüre «Kunststücke» enthält zudem alle relevanten Informationen zu Papiereigenschaften sowie Druck- und Veredelungsmöglichkeiten und ist in fünf Sprachversionen erhältlich.
Sabine Flachsmann
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Innen wie aussen

Bau Die von der Agentur Inhalt&Form kreierte Imagekampagne der Keller AG Ziegeleien will die Anmut von Sichtstein und die Vorzüge der Sypla-Systemwände thematisieren.

 
Bau Die neue Imagekampagne der Keller AG Ziegeleien, der Schweizer Nummer eins für die Herstellung und Planung von Sichtmauerwerk und -bauten, will in ganz- und halbseitigen Inseraten auf die Anmutung von Sichtstein und die Vorzüge der Sypla-Systemwände thematisieren. Die Kampagne läuft in ausgewählten Architektur-Titeln im zweiten Halbjahr 2007. Entworfen hat die Kampagne die Agentur Inhalt&Form.

Ultimatives Tool

Mediaplanung Matter & Gretener kommuniziert für das neue PublimediaPlanungstool.

 
Mediaplanung Matter & Gretener kommuniziert für das neue Publimedia-Planungstool. 
Benutzerfreundlich, flexibel, effizient: Vergo ist das ultimative Tool für Mediaplanung. Und erinnert seine User schmerzhaft daran, «dass sie in anderen Bereichen noch auf die optimale Lösung warten müssen», wie Marketing Director Alexandra Kasper bei Publimedia meint.Matter & Gretener waren nicht nur mit einer humorvollen Anzeigenidee an der neuen Publimedia-Applikation beteiligt: Die Kreativen von der Zürcher Sophienstrasse zeichnen auch für Logo und Web Design von Vergo verantwortlich.
Vollumfänglich webbasiertDas dynamische Planungstool ist vollumfänglich webbasiert und baut auf Web2.0-Technologie auf. Es nimmt die Erfahrungen der letzten Jahre auf, dass die Planung von Printmedien im intramedialen Kontext höchsten Ansprüchen genügen muss und sämtliche für den Planungsprozess relevanten Informationen und Daten direkt, situativ und möglichst aus einem Guss auf jeder entsprechenden Planungsstufe zur Verfügung stehen sollen.
 
Andreas Panzeri

Glamour-Rolle

Nadja Schildknecht macht als Leiterin für Marketing und Sponsoring das Zurich Film Festival zu einer wichtigen Plattform für Filmfans, Filmkunst und Wirtschaft.

 
Nadja Schildknecht macht als Leiterin für Marketing und Sponsoring das Zurich Film Festival zu einer wichtigen Plattform für Filmfans, Filmkunst und Wirtschaft. 
Mit der «Masterclass» und dem internationalen Wettbewerb ist das Festival insbesondere für junge Filmtalente sehr attraktiv. Und mit den erwarteten 25’000 Zuschauern ist es eine offensichtlich gefragte Bereicherung für die Kultur in dieser Stadt.Im Jahre 2004 ist Zürich mit «onedotzero» erstmals von einem neuen Festival überrascht worden. Das internationale Filmfestival onedotzero aus London steht heute für das grösste und einflussreichste Festival im Bereich des animierten Films. Nadja Schildknecht, Karl Spoerri und Antoine Monot Jr. holten onedotzero 2004 zum ersten Mal nach Zürich,  und es gelang ihnen, 3’000 Besucher zu begeistern. «Wieso also nicht mehr daraus machen?», sagte sich das Trio. Schliesslich hat der heutige Festivaldirektor Karl Spoerri schon immer die Vision gehabt, in Zürich ein Filmfestival mit internationaler Ausstrahlung zu etablieren.
«Wir wussten zu Beginn gar nicht, auf was wir uns einlassen. Aber wir haben mit viel Leidenschaft und Freude die anfänglichen Schwierigkeiten hinter uns gelassen. Zürich ist eine Filmstadt, und wir haben uns genau überlegt, wieso wir hier ein Filmfestival aufbauen wollen. Wir hatten von Beginn an das Ziel, ein bedeutendes Festival zu werden», sagt Schildknecht. Es gibt für sie viele Gründe, weshalb Zürich ein Filmfestival haben soll: «Wir haben die grösste Kinodichte Europas, haben die nötige Infrastruktur mit Flughafen, Hotels und einer interessanten Wirtschaft. Dazu kommt die boomende Filmbranche. Zürich ist eine Medienstadt.» Im Ausland waren  viele sogar erstaunt, dass es hier nicht schon lange ein Filmfestival gibt.
Von der Wirtschaft ist das neue Festival von Beginn an gut aufgenommen worden. Andere Seiten haben auch Skepsis gezeigt. Die Stadt Zürich hat anfangs daran gezweifelt, ob hier wirklich ein neues Festival ins Leben gerufen werden soll. Die Bedenken waren aber unbegründet. «Beim zweiten Mal sehr gut und jetzt, beim dritten Mal, steht die Stadt Zürich nun ganz offiziell hinter uns.» Die Stadt hat in diesem Jahr das Patronat übernommen, «was für uns sehr wichtig ist», so Schildknecht. So darf vom 27. September bis 7. Oktober ein grosses Festivalzelt neben dem Zürcher Rathaus aufgestellt werden. In diesem Zentrum sollen sich Filmfans, Profis und Medien im angeregten Rahmen bei Drinks und Häppchen vor oder nach dem Kinobesuch begegnen können.
Das Zurich Film Festival hat im letzten Jahr 18’000 Besucher begeistern können. Gezeigt wurden 18 Filme im Wettbewerb und über 30 im Programm. In der aktuellen dritten Ausgabe wurde das Festival auf 11 Tage erweitert und das Programm ausgebaut. 24 Wettbewerbsfilme, zusätzliche Reihen wie die Reihe Neue Welt Sicht mit dem Gastland Russland, die exklusiven Galapremieren im Kino Le Paris und die Reihe Spotlight mit einer Auswahl von Wettbewerbsfilm anderer grosser Festivals stehen auf dem Programm. Meine Funktion im Trio der Festivalleitung ist das ganze Marketing, das Sponsoring und die Events.» Nadja Schildknecht konnte für das heurige Festival mehr als 30 Sponsoren gewinnen, darunter die vier Hauptsponsoren Credit Suisse, Jobs.ch, L’Oréal Paris und Audi. Die Kunst des Marketings beherrscht Nadja Schildknecht dank «learning by doing».
Die Jungunternehmerin hat eine kaufmännische Lehre absolviert. Das habe ihr bei der täglichen Routine «geholfen», erklärt Schildknecht ihren Background. Noch wertvoller sind natürlich bereits 13 Jahre Erfahrung als selbständige Geschäftsfrau rund um ihre erfolgreiche Karriere als Model. «Da habe ich gelernt, was Business heisst. Das schärfte meinen Geschäftssinn.» Während dieser internationalen Tätigkeit in der Welt der Mode ist Schildknecht viel gereist. «Das hat meinen Horizont erweitert.» Dazu war sie immer neugierig. «Dank meiner direkten und offenen Art, bin ich immer auf die Leute zugegangen und habe von der Erfahrung anderer profitiert, sei es von einem wichtigen CEO, einem Werber oder einer Medienfrau.»
Beim Zurich Film Festival 2007 arbeitet sie mit einem Budget von rund 2,3 Millionen Franken. «Nicht alles davon ist cash, sondern beinhaltet auch sachliche Gegenleistungen», meint die Marketingleiterin. Dank welchem Konzept konnte sie so viele Sponsoren gewinnen? «Wir bieten ein gutes Produkt. Wir stehen hundertprozentig hinter unserem Projekt und können mit überzeugenden Zahlen einem Sponsor den Return on Investment zeigen.» Und vielleicht das Wichtigste: «Film ist für viele Firmen ein schönes Thema. Wir decken eine breite Zielgruppe ab.» Dazu komme das positive Gefühl für den Sponsor, dass er von Beginn an bei etwas dabei sein kann, das für die Zürcher Kulturszene jährlich wichtiger wird.
Das Zurich Film Festival geniesst inzwischen international einen guten Ruf. In der Jury sitzen in diesem Jahr neben Dieter Meier (Yello) und Bettina Oberli («Die Herbstzeitlosen») auch Moritz Bleibtreu («Lola rennt»), Matthew Modine («Full Metal Jacket»), Justus von Dohnányi («Der Untergang») und der Festivalpräsident Produzent Albert S. Ruddy (zweifacher Oscargewinner unter anderem für «Million Dollar Baby»). Als ein weiterer Stargast wird Oliver Stone erwartet. Das Zurich Film Festival freut sich natürlich sehr, dass eine solche Hollywoodgrösse dem Festival seine Ehre gibt. Ausserdem gehört das US-Branchenblatt Variety neuerdings zu den Medienpartnern des Zurich Film Festival.
Heiner Kunz

LZ Medien übernimmt Radio Pilatus ganz

Die LZ Medien Holding ist neu alleiniger Aktionärin von Radio Pilatus. Sie hat den Sender rückwirkend per 1. Juli 2007 zu 100 Prozent übernommen. Bereits davor war das Innerschweizer Verlagshaus Mehrheitsaktionär der Radiostation.

 Die LZ Medien Holding ist neu alleiniger Aktionärin von Radio Pilatus. Sie hat den Sender rückwirkend per 1. Juli 2007 zu 100 Prozent übernommen. Bereits davor war die LZ Medien Mehrheitsaktionärin der Radiostation: Das Verlagshaus hatte Ende 2006 seine Beteiligung von 41,6 auf 52,6 Prozent erhöht. Nun hat sie die restlichen Aktienpakete verschiedener Aktionäre gekauft. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme hat keine personellen oder strukturellen Veränderungen zur Folge.
«Medien und damit auch das Medium Radio sind unser Kerngeschäft – und das insbesondere in der Zentralschweiz. Das hat uns bewogen, die Möglichkeit zu nutzen und verstärkt in der Sparte elektronische Medien zu investieren», wird Erwin Bachmann, VR-Delegierter der LZ Medien und Vize-Präsident von Radio Pilatus in einer Mitteilung zitiert.
Radio Pilatus AG hat 2006 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 7,6 Millionen Franken erreicht. Der Sender beschäftigt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Heads schürt für Ringier Zeitschriften die EM-Vorfreude

Die Ringier-Zeitschriften sind in Vorfreude auf die Fussball-Europameisterschaft 08: Sie beschenken 80 Creative Directors und Mediaspezialisten mit einer Fussball-EM-Box.

Die Ringier-Zeitschriften sind in Vorfreude auf die Fussball-Europameisterschaft 08: Sie beschenken 80 Creative Directors und Mediaspezialisten mit einer Fussball-EM-Box, die daran erinnert, dass die Schweiz schon einmal Europameister war. Ein Retro-Fussball fordert die «Boys» auf, ihre Tore aus dem Anzeigenraum von Schweizer Illustrierte, SI Style, Glückspost, Bolero und Goal zu schiessen. Und die «Girls» werden mit einer Strass-Trillerpfeife motiviert, das Spiel aus demselben Raum heraus zu dirigieren. Verantwortlich bei Ringer Zeitschriften:
Leiter Anzeigenmarkt, Beniamino Esposito; Werbeleiterin Franziska Schmid. Verantwortlich bei Heads Corporate Communication AG BSW: Creative Direction: Marco Simonetti; Text: Ralph Hermann; Grafik: Donovan Szypura; Beratung: Ralph Hermann, Nadia Francioso. Fotos: Tom Haller. Styling: Mirjam Kaeser. Casting: Nadja Putzi.

AY&R macht für Leica alles grösser

Advico Young & Rubicam demonstriert den 12fach-Zoomeffekt der digitalen Leica-Kamera V-Lux 1 anhand des Plakatumfelds. Die Sujets zeigen nämlich dessen reale Umgebung, aber enorm vergrössert.

Advico Young & Rubicam demonstriert den 12fach-Zoomeffekt der digitalen Leica-Kamera V-Lux 1 anhand des Plakatumfelds. Die Sujets zeigen nämlich dessen reale Umgebung, aber enorm vergrössert. Die alltäglichsten Sachen würden nämlich bei näherer Betrachtung interessanter, heisst es im Communiqueé. In enger Zusammenarbeit mit der APG hat die Agentur für die Media-Idee geeignete Stellen gesucht – und zahlreiche gefunden. Die Motive sind von September bis November auf F12- und 12m2-Plakaten zu sehen. Verantwortlich bei Leica Camera AG:
Oliver Bachmann (Leiter Marketing & Verkauf); verantwortlich bei AY&R: Christian Bobst (Art Director), Johannes Raggio (Text), Isabelle Hauser (Grafik), Urs Schrepfer (Creative Director), Sandro Breu (Beratung), RTK (Lithografie und Druck), APG (Plakataushang)

KSB/SJ ist neues Mitglied bei BSW Leading Swiss Agencies

Der Verband BSW Leading Swiss Agencies hat die 2004 gegründete, 50-köpfige Agentur Krieg, Schlupp, Bürge/Springer & Jacoby als neues Mitglied in der Kategorie Werbeagenturen aufgenommen.

 Der Verband BSW Leading Swiss Agencies hat die Zürcher Agentur Krieg, Schlupp, Bürge/Springer & Jacoby als neues Mitglied in der Kategorie Werbeagenturen aufgenommen. KSB/SJ wurde 2004 gegründet. Die Agentur beschäftigt zurzeit 50 Personen und hat ihren Sitz an der Seestrasse 367 in 8038 Zürich. Inhaber und Leiter von KSB/SJ sind Daniel Krieg, Uwe Schlupp und Christoph Bürge. Wichtige Kunden der Agentur sind unter anderem Coop, Maurice Lacroix, Bucherer, AMAG, AXA Winterthur, Lumimart, Maxon Motor und ZVV.

Ziegler’s best Award 07

Papier Am 31. August 2007 ermittelte die Jury aus mehr als 200 Einsendungen die Gewinner des diesjährigen Ziegler’s best Award. Mit dem 1. Preis wurde Jaaroverzicht ICTU 2005 ausgezeichnet.

 
Papier Am 31. August 2007 ermittelte die Jury aus mehr als 200 Einsendungen die Gewinner des diesjährigen Ziegler’s best Award. Das aus sechs Personen bestehende Bewertungsteam setzt sich aus Vertretern der Design- und Medienbranche sowie der Druckindustrie zusammen. Daher flossen sowohl die künstlerische Gestaltung als auch die handwerkliche Umsetzung in die Wertung ein. Mit dem 1. Preis wurde Jaaroverzicht ICTU 2005, der Geschäftsbericht eines niederländischen Unternehmens für IT-Services in der öffentlichen Verwaltung, ausgezeichnet. Die zwei 3. Preise gingen an Studentenprijs Grafisch Ontwerpen 2007 (NL) und das Nihao Magazin (AT). Der Prämien-Event findet am 15. November 2007 in Basel statt. (sf)

Hol mich der Storch…

Kolumne Die Verleger könnten Geschäfte machen und lassen es bleiben. Aus der Froschperspektive ist das unverständlich.

 
Kolumne Die Verleger könnten Geschäfte machen und lassen es bleiben. Aus der Froschperspektive ist das unverständlich. 
Grosse Nachrichten sollte man immer auch aus der Froschperspektive betrachten. Letzthin hiess es, dem Kiosk-Monopolisten Valora gehe es nicht gut. Der dafür angeblich verantwortliche Manager wurde mit derartigem Knalleffekt als unfähig blossgestellt und öffentlich hingerichtet, dass jedermann an die alte Parabel vom Sündenbock denken musste, den man in die Wüste schickt, damit die verbleibende Herde unbehelligt weiter machen kann.Zur gleichen Zeit befand sich der Frosch an einem frühen Morgen auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Er wunderte sich wie immer über die grosse Zahl von Menschen, die dort bereits um sechs Uhr unterwegs sind, und freute sich über die bereits geöffneten Valora-Kioske. Dass dort auch nach sechs Uhr noch keine aktuellen Tageszeitungen verfügbar waren, hat ihn schon bei früheren Gelegenheiten gewundert. Damals hat er sich vor allem über die stinkige Unfreundlichkeit der meisten Kioskverkäuferinnen geärgert.
Dieses Mal ist es ihm erst nach der Zoll- und Passkontrolle eingefallen, sich um Lesestoff zu kümmern. Es war Donnerstag, also «Weltwoche»-Tag – aber nichts da! Ein offener Kiosk, jede Menge Schokolade und Magazine, aber keine aktuellen Zeitungen. «Chömed dänn scho…», knurrte die Verkäuferin hörbar genervt. «Wann denn?» fragte der Frosch. «Weiss ich doch nöd …», lautete die Antwort. Die Frau machte nicht den Eindruck, sie liebe ihren Job.
Mittlerweile wurde mein Flug aufgerufen. Die Heerschar der Köfferliträger stellte sich in die Schlange, direkt neben dem grossen Ständer, an dem es früher frische Zeitungen gegeben hat. Der Ständer war leer. Gerade als ich im Fingerdock verschwand, sah ich aus den Augenwinkeln den Boten mit einem Elektroroller voll Zeitungspaketen beim Kiosk ankommen. Es war inzwischen wenige Minuten vor sieben Uhr.
Der Frosch aus seiner Perspektive hat sich die Sache überlegt: Was jammert die Valora, wenn sie ihr Kerngeschäft auf diese Weise betreibt und sich X Franken Umsatz einfach so entgehen lässt? Die Zeitungen, die um sechs Uhr überall nachgefragt werden, sind dann schon seit Stunden gedruckt und liegen irgendwo herum. Wo klemmt es, dass der Mann erst um sieben Uhr zu den Kiosken vordringt? Beim Zoll? Bei der Valora? Beim Mann? Beim gewerkschaftlichen Überstundenzuschlag? Ist das ein unlösbares Management-Problem?
Und die Zeitungsverleger: Hat sich schon je mal einer um diese brach liegende Absatzmöglichkeit ernsthaft gekümmert? Wie steht es eigentlich um den Zeitungsservice bei der Swiss? Und wenn der ahnungslose Frosch schon am Quaken ist, fällt ihm einmal mehr die absurde Geschichte der E-Papers ein – immerhin in einer Branche, in der alles vom Internet redet, aber offenbar die wenigsten diese nun immerhin schon mehr als zehn Jahre bestehende Errungenschaft auch zum Zeitunglesen benützen. Ich mag es ausgesprochen, in den Ferien oder auf Reisen schnell die Website von Tagi und NZZ anzuklicken und dank Passwort die heimische Zeitung am Bildschirm zu lesen. Zugegeben, es ist nicht das gleiche, intensive Lesen wie mit der Papierausgabe in den Händen, aber es ist immerhin ein Update für den nachrichtensüchtigen Frosch. Doch aus allen Verlagen höre ich, diese E-Papers seien ein hoffnungsloser Fall für ein paar lausige hundert Exoten und dass man diese Nutzungsart schlicht vergessen könne.
Die Einrichtung dieser E-Papers – die meisten funktionieren mit ganz anständigem Benützungskomfort – war sicher eine nicht geringe Investition. Ihr lag vielleicht sogar so etwas wie eine strategische Überlegung zugrunde. Aber was machen die Verleger im konkreten Alltag draus, fragt sich der unwissende Frosch? Habe ich je eine Kampagne für das E-Paper wahrgenommen? Am fehlenden Anzeigenraum kanns wohl nicht liegen. (Haben Sie je so viele grossflächige Inserate für so entlegene Bücher gesehen wie diesen Sommer in der NZZ? Also!) Aber die Marketingleute in den Verlagen grübeln wohl lieber über Fallstudien zum elektronischen Papierersatz, den niemand haben will, als über die Bewirtschaftung dessen, was sie schon lange haben. Und da sie ja nie reisen (oder jedenfalls nicht so früh aufstehen wie der Frosch), ist ihnen anscheinend auch die Versorgungslücke am grössten Flughafen des Landes noch nicht aufgefallen.
Der Storch soll mich holen! Sie könnten Geschäfte machen und lassen es bleiben. Das verstehe ich nicht. Aber das liegt ganz sicher daran, dass ich nur ein dummer Frosch bin.
> Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor.

Kommerzielle Inserate schwächelten im August

Der Publicitas-Index hat im August gegenüber dem Vorjahresmonat eine leichte Zunahme um 0,2 Punkte auf 97,2 Prozent verzeichnet. Allerdings mussten die vielen Stelleninserate die bescheidenen Umsätze in anderen Sparten kompensieren.

 Der Publicitas-Index hat im August gegenüber dem Vorjahresmonat eine leichte Zunahme um 0,2 Punkte auf 97,2 Prozent verzeichnet. Allerdings mussten die vielen Stelleninserate die bescheidenen Umsätze in anderen Sparten kompensieren. Der Stelleninserate-Index stieg im August um 2,4 Punkte auf 185,9 Punkte. In allen Wirtschaftsbranchen entwickelten sich die Jobanzeigen «weiterhin dynamisch», teilte die Publicitas mit.
Die kommerziellen Inserate hingegen hätten nach dem guten Juli trotz Zunahme der Anzahl Beilagen Mühe, einen Aufschwung zu erleben. Das Werbeunternehmen führt dies vor allem auf die bescheidenen Investitionen der Autoimporteure und Telekommunikationsunternehmen zurück.
Die Gelegenheitsinserate zeigen laut Publicitas gegenüber dem Vorjahr ein annährend unverändertes Ergebnis. Die nationalen Wahlen hätten bisher kaum Auswirkungen auf diese Inseratekategorie gehabt, heisst es weiter.
Hingegen hätten die Immobilieninserate einen ausgeprägten Rückgang gezeigt. Ursache dafür sei hauptsächlich der Mangel an Mietobjekten. Der Index Immobilien-Inserate erlebte einen Rückgang um 0,7 auf 93,7 Punkte.
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