Ruf Lanz setzt Micheline hinters Blocher-Prinzip

Die Zürcher Agentur Ruf Lanz wirbt im Auftrag des Meier Buchverlags Schaffhausen für das Buch «Das Blocher-Prinzip». Sie will mit einer Kampagne zeigen, dass sogar die Kolleginnen und Kollegen im Bundesrat noch etwas aus dem Buch lernen könnten.

Die Zürcher Agentur Ruf Lanz wirbt im Auftrag des Meier Buchverlags Schaffhausen für das Buch «Das Blocher-Prinzip». Sie will mit einer Kampagne zeigen, dass sogar die Kolleginnen und Kollegen im Bundesrat noch etwas aus dem Buch lernen könnten, heisst es in einer Mitteilung: Hinter dem Buchumschlag ist lediglich eine Haartracht zu sehen, wie auffällig an jene von Micheline Calmy-Rey erinnert. Das Sujet erscheint grossformatig in Zeitungen und Zeitschriften. Als Creative Directoren zeichnen Danielle Lanz und Markus Ruf verantwortlich, fotografiert hat Oliver Nanzig – und nicht ganz unwichtig: die Frisur stammt von Viktor Regli by Coiffeur Blow. Verantwortlich beim Meier Buchverlag Schaffhausen:
Marie-Christine Neininger, Norbert Neininger, Matthias Ackeret. Verantwortlich bei Ruf Lanz Zürich: Danielle Lanz, Markus Ruf (Creative Direction), Marcel Schläfle (Art Direction), Markus Ruf (Text), Michèle Leibacher (Beratung). Fotografie: Oliver Nanzig. Bildbearbeitung: Patrik Rohner. Frisur: Viktor Regli by Coiffeur Blow.

ADC sucht neue Mitglieder

Der Schweizer Art Directors Club sucht Designer, Fotografen, Filmer und Webdesigner, die ADC-Mitglied werden möchten, aber natürlich auch Texter und Art Directors, die das reizt.

 Der Schweizer Art Directors Club sucht Designer, Fotografen, Filmer und Webdesigner, die Mitglied werden möchten, aber natürlich auch Texter und Art Directors, die das reizt. Am 11. Oktober entscheidet die ADC-Aufnahmekommission, wer neu in den Club aufgenommen wird. Gemäss Mitteilung sind die Kriterien für eine Aufnahme gleich wie in den Vorjahren: Auch 2007 wird nur aufgenommen, wer einen substantiellen kreativen Beitrag zu mehreren ausgezeichneten Arbeiten geleistet hat oder wer in anderer Weise im Umfeld der Werbung oder Gestaltung Hervorragendes geleistet hat. Wer sich für die Mitgliedschaft im ADC bewerben möchte, schickt ein Portfolio im A4-Format von preisgekrönten oder preiswürdigen Arbeiten sowie einen Datenträger mit den besten TV- oder Radiospots bis 8. Oktober an die Geschäftsstelle: Art Directors Club, Oberdorfstrasse 15, 8001 Zürich.
Unter der Führung von Vorstandsmitglied Markus Gut setzt sich die Aufnahmekommission dieses Jahr wie folgt zusammen: Die ADC-Vorstandsmitglieder Geri Aebi, Daniel Krieg, Alexander Jaggy, Andreas Prokesch und Urs Schrepfer. Sowie die ADC-Mitglieder Petra Bottignole, Luigi Del Medico, Michael Fueter, Uwe Schlupp und Thomas Schöb.

Zu guter Letzt: Gratisblätter sorgen für Wirbel

Wer noch immer nicht glaubt, dass sich die Presselandschaft der Schweiz in den letzten Jahren nachhaltig verändert hat, muss wie ein Einsiedler leben. Seit 20 Minuten zur auflagestärksten Zeitung der Schweiz avanciert ist und seine Gewinne und Leserzahlen kontinuierlich steigern konnte, kann sich niemand mehr vor dem Thema drücken.

 Wer noch immer nicht glaubt, dass sich die Presselandschaft der Schweiz in den letzten Jahren nachhaltig verändert hat, muss wie ein Einsiedler leben. Seit 20 Minuten zur auflagenstärksten Zeitung der Schweiz avanciert ist und seine Gewinne und Leserzahlen kontinuierlich steigern konnte, kann sich niemand mehr vor dem Thema drücken. Im Vorfeld der Lancierung der neuen Gratiszeitung .ch ist der Umbruch ganz deutlich zu beobachten: Wie Tamedia, Espace Media und Basler Zeitung am Freitag vor grossem Medienaufgebot verkündeten, wollen die auch die drei grossen Verlagshäuser jetzt plötzlich noch dieses Jahr in aller Windeseile gemeinsam ein neues kostenloses Qualitätsblatt namens News auf den Markt bringen. Trotz aller Offensichtlichkeit, streiten die Verantwortlichen jedoch jede Verbindung zu .ch ab. Ausserdem wird ständig in allen Medien über die Vorbereitungen des neuen Titels um Initiator Sacha Wigdorovits berichtet. Zuletzt meldete der Sonntagsblick unter dem Titel «.chaos», dass die Verteilung der Zeitung in liegenschaftsnahen Ständern – es sollen je nach Quelle zwischen 25’000 und 35’000 sein – erheblich gefährdet sei und auf grossen Widerstand auf Seiten der Immobilienverwaltungen stosse. Anhand eines Falls in Basel, bei dem sich die Immobilienverwaltung der Stadt Basel ohne konkrete Anfrage ausdrücklich gegen das Aufstellen von Ständern aussprach, wurde dort das Vertriebskonzept quasi bereits zum Scheitern verurteilt. «Zitieren Sie mich so: Der Vertriebschef hat so viel zu tun, dass er im Moment keine Interviews geben kann», bittet Logistikleiter Peter Kümmerli und verweist an Verwaltungsrat Wigdorovits. Und der sagt: «Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht! Vieles war ungenau oder übertrieben in dem Artikel. In dem konkreten Fall in Basel ist die Verwaltung aber tatsächlich nicht avisiert worden. Die Angaben haben in unserer Datenbank gefehlt.»
Dass sich, wie dem Artikel zu entnehmen war, über 150 Immobilienbesitzer bei ihm gemeldet haben, um ihm das Aufstellen von Ständern zu untersagen, bestätigte Wigdorovits. Dies sei allerdings in Relation zu den 8500 Liegenschaftsverwaltungen zu sehen, die angegangen worden seien und daher eine sehr geringe Zahl, erklärte er weiter. Mehr war auch dem grossen Mann im Hintergrund nicht zu entlocken. Er verwies auf die auf Dienstag angesetzte Pressekonferenz zur ersten Ausgabe. Die Frage, ob er seine Vertriebsstrategie schon bereut, bleibt daher noch ein Weilchen unbeantwortet.

Matthias Zehnder wird Chefredaktor der Coopzeitung

Der freie Technologie-Journalist Matthias Zehnder übernimmt ab Mitte Oktober die Chefredaktion der Coopzeitung. Der 40-Jährige wird damit Nachfolger von Kathy Horisberger.

Der freie Technologie-Journalist Matthias Zehnder übernimmt ab Mitte Oktober die Chefredaktion der Coopzeitung. Der 40-Jährige wird damit Nachfolger von Kathy Horisberger, die im Juli von ihrem Posten zurückgetreten war.
Zehnder wirkte bereits an der Neukonzipierung des Blattes mit, wie Coop am Montag mitteilte. Er schrieb bis anhin für verschiedene Tageszeitungen und hat das Magazin Anthrazit mitproduziert. Zudem hat er als Technologiefachmann regelmässig für Radio DRS gearbeitet.
Zehnder studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Zürich und startete seine berufliche Laufbahn beim Winterthurer Landboten. Die Coopzeitung erscheint in einer Auflage von 1,7 Millionen Exemplaren.

Tamedia stösst Teile von Huber & Co. ab

Die Tamedia verkauft Teile des grafischen Unternehmens Huber & Co., das seit 2005 zum Zürcher Verlagshaus gehört: Die Druckerei Flawil übernimmt den Bereich Akzidenzdruck von Huber PrintPack in Frauenfeld sowie den Zeitschriftenverlag von Huber & Co. Das St. Galler Unternehmen K+D erwirbt den Bereich Verpackungsdruck der Huber PrintPack. Bei der Huber-Gruppe gehen im Zuge des Verkaufs rund 40 Vollzeitstellen verloren.

 Die Tamedia verkauft an verschiedene Firmen Teile des grafischen Unternehmens Huber & Co., das seit 2005 zum Zürcher Verlagshaus gehört: Das Ostschweizer Druck- und Verlagshaus Druckerei Flawil übernimmt per 1. November 2007 den Bereich Akzidenzdruck von Huber PrintPack in Frauenfeld. Gleichzeitig geht auch der Zeitschriftenverlag von Huber & Co. an die Druckerei Flawil über. Das St. Galler Familienunternehmen K+D AG übernimmt auf den 1. November 2007 den Bereich Verpackungsdruck der Huber PrintPack. Gespräche für weitere Verkäufe sind geplant. Bei der Huber-Gruppe gehen im Zuge des Verkaufs rund 40 Vollzeitstellen verloren. Die Druckerei Flawil, die unter anderem die Tageszeitung Wiler Zeitung herausgibt, führt den Zeitschriftenverlag in der neu gegründeten Firma Huber Print mit den bisherigen Mitarbeitenden in Frauenfeld weiter. Insgesamt werden 39 Mitarbeitende und sechs Lernende von der Druckerei Flawil AG weiterbeschäftigt, davon rund 14 Mitarbeitende am Standort Frauenfeld. Vom Verkauf des Zeitschriftenverlages ausgenommen ist das Magazin TIR TransNews, das an das Verlagsunternehmen Welcomedia geht, wie die Tamedia am Montag mitteilte. Die Produktion des Bereichs Akzidenzdruck von Huber PrintPack wird im Verlauf des vierten Quartals 2007 an den Standort Flawil verlegt.
Das St. Galler Familienunternehmen K+D AG übernimmt auf den 1. November 2007 den Bereich Verpackungsdruck von Huber PrintPack und führt diesen an den beiden Standorten St. Gallen und Liebefeld bei Bern weiter. Gleichzeitig investiert K+D mehr als sieben Millionen Franken in die weitere Modernisierung des Maschinenparks am Hauptsitz in St. Gallen, wie es in einer Mitteilung heisst. Sie beschäftigt 22 Mitarbeitende und zwei Lernende der Huber PrintPack weiter.
Mit der Übernahme durch die beiden Unternehmen Druckerei Flawil sowie K+D AG soll die Fortführung des Verpackungs- und Akzidenzdruckgeschäfts der Huber PrintPack in der Ostschweiz sowie rund 80 Vollzeitstellen langfristig gesichert werden, wie die beiden Firmen in einem Communiqué schreiben.
Die Firma Huber & Co. plant zudem Gespräche mit möglichen Käufern für den Geschäftsbereich Huber PrintShop in Frauenfeld mit sechs Mitarbeitenden. Bei der Huber-Gruppe werden im Zuge des Verkaufs, unter Vorbehalt der gesetzlichen Mitwirkungsrechte der Mitarbeitenden, rund 40 Vollzeitstellen abgebaut. Das Unternehmen hat die Betriebskommission und die Mitarbeitenden der Huber PrintPack AG sowie Vertreter der Gewerkschaften Comedia und Syna zu Verhandlungen über einen angemessenen Sozialplan eingeladen und wird die Mitarbeitenden bei der Stellensuche unterstützen. Den betroffenen Lehrlingen wird die Fortführung der Lehre bis zum Lehrabschluss garantiert.

Schreibszene Schweiz schafft neuen Lehrgang für Texter

Ein neuer Lehrgang ebnet angehenden Schweizer Texterinnen und Textern den Weg zum Diplom. Ab Oktober 2007 bietet Schreibszene Schweiz in Partnerschaft mit dem Schweizerischen Berufsverband für Texterinnen und Texter Script in Zürich eine einjährige Ausbildung an.

 
Ein neuer Lehrgang ebnet angehenden Schweizer Texterinnen und Textern den Weg zum Diplom. Ab Oktober 2007 bietet Schreibszene Schweiz in Partnerschaft mit dem Schweizerischen Berufsverband für Texterinnen und Texter Script in Zürich eine einjährige Ausbildung an. Das Unterrichtsprogramm bilden unter anderem Kurse in den Fächern Kreativitätstechniken, Schreibwerkstatt, Weblogs und Podcasts, sowie Radiospots. Hauptdozent ist das Vorstandsmitglied des Texterverandes Paul Girard. Den Kurs für Radiospot führt Frank Bienenfeld, Geschäftsführer der Veranstaltung «Das Goldene Ohr».

Haldimann kritisiert Blocher-TV

SF-Chefredaktor Ueli Haldimann äussert sich in seinem Blog kritisch über das neue Blocher-TV. Er fragt rhetorisch, was von diesem Projekt zu halten sei und zählt als Antwort drei Punkte auf.

 SF-Chefredaktor Ueli Haldimann äussert sich in seinem Blog kritisch über das neue Blocher-TV. Er fragt rhetorisch, was von diesem Projekt zu halten sei und zählt als Antwort drei Punkte auf. Erstens würde die Sendung «klar und in mehreren Punkten» der Gesetzgebung zu Radio und Fernsehen widersprechen, so Haldimann. Das Gesetz schreibe vor, dass Radio und Fernsehen in ihren Sendungen «die Vielfalt der Meinungen angemessen zum Ausdruck bringen» müssen. Der SF-Chefredaktor fragt sich, wiederum rhetorisch, wie eine Sendereihe das bewerkstelligen wolle, wenn immer nur der gleiche Politiker reden dürfe. Zweitens findet Haldimann, dass der Blocher-Interviewer Matthias Ackeret «ohne Einschränkung als Bewunderer von Christoph Blocher» bezeichnet werden könne, sozusagen als «Blocher-Groupie». Drittens heisst es, dass die Sendung durch Sponsoring finanziert werden solle. Nachrichtensendungen zum politischen Zeitgeschehen dürften aber laut RTVG nicht gesponsert werden, und Teleblocher sei eindeutig eine «Sendung zum politischen Zeitgeschehen».  

Nokia will Marktführer für Handy-Werbung werden

Der weltgrösste Handy-Hersteller Nokia will bei der Werbung auf Mobiltelefonen die Nummer Eins werden. Um dieses Ziel zu erreichen, übernimmt Nokia das US-Unternehmen Enpocket.

 Der weltgrösste Handy-Hersteller Nokia will bei der Werbung auf Mobiltelefonen die Nummer Eins werden. Um dieses Ziel zu erreichen, übernimmt Nokia das US-Unternehmen Enpocket, wie der finnische Konzern am Montag mitteilte. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Enpocket gilt als führend bei technischen Plattformen für Werbung auf Handys. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der US-Stadt Boston bietet eine Plattform an, mit der Werbeinhalte über SMS, MMS und Video auf Mobiltelefone übertragen werden können.

Deutschschweiz hat eine fünfte Sonntagszeitung

Mit ihrer siebten Ausgabe hat die Mittelland Zeitung am Wochenende auf Anhieb das zweitgrösste Sonntagsblatt der Schweiz lanciert. Visuell angelehnt an die Sonntagszeitung und mit thematischem Schwerpunkt Inland kann sich das neue Produkt aus Baden national sehen lassen.

 Die Deutschschweiz hat seit Sonntag eine fünfte Sonntagszeitung: Die Mittelland Zeitung (MZ) lancierte am Wochenende Sonntag, ihre siebte Ausgabe. Mit einer Auflage von 240’000 Exemplaren ist es auf Anhieb das zweitgrösste Sonntagsblatt des Landes. Der Sonntag sei ein «Meilenstein in der Geschichte der AZ Medien Gruppe», sagte Verleger Peter Wanner am Samstagabend in Aarau an einem Fest zum Start der neuen Zeitung. Er erwarte den Break Even in «etwa zwei Jahren». Die AZ Medien Gruppe hat die Federführung beim MZ-Verbund. Die erste, durchgehend vierfarbig gedruckte Ausgabe mit fünf Zeitungsbünden zählt ohne Regionalteil 72 Seiten. Die Nachricht vom Fund der Leiche der vermissten Ylenia bestimmte die Titelseite. Im Nachrichtenteil fällt auf, dass die Auslandpolitik kaum ein Thema ist: Die erste Ausgabe brachte einzig längere innenpolitische Berichte. Die Zeitung wolle den Leser «informieren, inspirieren und unterhalten», schreibt Sonntag-Chefredaktor Patrik Müller in seinem Editorial. Das Blatt wolle zur Presse- und Meinungsvielfalt beitragen. In Interviews zu Wort kommen Bundesrätin Doris Leuthard und der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann.
Im Unterschied zu Sonntagsblick, Sonntagszeitung und NZZ am Sonntag berichtet Sonntag in verschiedenen Regionalteilen ausführlich über das regionale Geschehen in den Kantonen Aargau, Solothurn, beider Basel sowie Zürich und Bern. Das Konzept einer siebten Ausgabe am Sonntag mit Regionalnachrichten verfolgt auch die Südostschweiz. Sonntag unterscheidet sich stark von den Wochentagsausgaben der MZ. Neben der Aktualität werden auch der Wirtschaft und dem Sport eigene Bünde gewidmet. Kommentare und Berichte über Personen stehen im Bund Menschen. Kultur-, Freizeit- und Wissenschaftsthemen werden in Foyer abgehandelt.
Wegen technischer Probleme wurde ein Teil der Auflage verspätet ausgeliefert, wie die AZ Medien Gruppe mitteilte. Bis Mittag sei der Sonntag bei den Abonnenten verteilt gewesen. Die Mehrheit habe die Zeitung indes bis 8.30 Uhr erhalten. 30’000 Exemplare wurden an Kioske in der Schweiz geliefert. Der Sonntag wird den Abonnenten des MZ-Verbundes bis Ende Jahr kostenlos nach Hause geliefert. 2008 müssen die Abonnenten der AZ einen Jahresaufschlag von 26 Franken bezahlen. Am Kiosk kostet das Sonntagsblatt vorerst zwei Franken. Einführungspreis.

Die Basler Zeitung hat einen neuen Wochenendbund

Die Basler Zeitung erschien am Samstag erstmals mit dem neuen Zusatz-Bund Wochenende. Nebst einem Service für die Leser scheint die Zeitung damit auch auf die Wochenendzeitung Sonntag zu reagieren, welche ihrer Konkurrentin Basellandschaftliche Zeitung am Sonntag erstmals beigelegt wurde.

 Die Basler Zeitung (BaZ) ist am Samstag mit einem neuen Zusatz-Bund für das Wochenende erschienen. Mit dem neuen Bund namens Wochenende will die BaZ ihre Leserschaft besser bedienen, wie es in der kurzen Einleitung in der Zeitung heisst; gemäss einer Studie wird in der Nordwestschweiz sonntags vor allem die BaZ-Samstagsausgabe gelesen. Erster Aufmacher des neuen Bundes ist ein langes Interview mit der Schriftstellerin Zoë Jenny in London; die mittlere Doppelseite belegt ein Report über Kinder im Elternbett. Dazu kommen eine Seite Mode, drei Rätsel, vier Kolumnen und ein Wandervorschlag für Nordostschweizer. Die Fotos sind gross, das Layout luftig.
Der neue BaZ-Bund umfasst acht Seiten im Zeitungsformat, davon knapp anderthalb Seiten Werbung; die übrige BaZ füllte am Samstag 54 Seiten plus 24 Tabloid-Seiten im beigelegten Kulturmagazin mit dem Veranstaltungskalender. Verleger Matthias Hagemann will die Familie sowie Freizeit- und Lifestyle-Themen ansprechen. Der neue Bund bringe aber keinen Preisaufschlag.
Damit zielt die BaZ klar auf die Basellandschaftliche Zeitung (BZ), welche Aufgrund der Zusammenarbeit mit der Mittelland-Zeitung (MZ) ihren Abonnenten ab letztem Wochenende die neue MZ-Sonntagszeitung Sonntag zuschickt; nach einer Anlaufzeit soll sie dann maximal 30 Franken jährlich Zuschlag kosten. Für 368 Franken im Jahr verspricht BZ-Verleger Mathis Lüdin per Inserat in der Samstagsausgabe seines Blatts künftig sieben Ausgaben pro Woche.

Zu guter Letzt: Die Schweiz ist wieder mal Thema

Das Image eines Landes zu steuern dürfte etwa so einfach sein wie einem Goldfisch das Lesen beizubringen. Da dieser Tage die Schweiz im Ausland wieder mal Thema ist, bei dem's ums Image geht, ist deshalb Gelassenheit angesagt. Zudem ist gute Unterhaltung garantiert.

 Bezüglich der Auffälligkeit der Schweiz auf der internationalen Bühne gibt es den bekannten Witz, wonach ein Brüsseler Diplomat einmal gefragt wurde, wie denn die Schweiz im Ausland wahrgenommen würde. «Gar nicht», war die kurze und gelinde gesagt vernichtende Antwort des Diplomaten. Dass es sich nicht ganz so verhält, wissen wir natürlich, beispielsweise aus Hollywoodfilmen, wo die Schweiz dank ihren Taschenmessern und Finanzhäusern immer wieder mal kurze Auftritte feiert, allerdings widersprüchliche; einerseits MacGyver, andererseits Nazigold. Ähnlich wie beim Nazigold ist denn auch der jüngste Fall gelagert, bei dem die Schweiz wieder Thema wurde; wegen den Schafsplakaten der SVP wurde die Schweiz einmal mehr von der britischen Presse angeschossen, diesmal vom Independent, der sich sinngemäss fragte, ob das Land davor sei, in ein 4. Reich abzudriften. Gleichzeitig aber war am Wochenende von jenseits des Atlantiks zu vernehmen, die US-amerikanische TV-Show «Travel Cafe» habe mit einer Sendung über die Schweiz den renommiertesten Fernsehpreis der USA, den Emmy, gewonnen. «Skiing in Switzerland is more than just skiing. It’s a lifestyle» war das Motto der Show, die den Moderator zeigte, wie er andächtig zu wichtigen Schweizer Wintersportorten pilgerte. Wie man es nun also dreht und wendet, die widersprüchlichen Signale aus der angelsächsischen Welt über das Image der Schweiz geben weiter Rätsel auf. Doch Unterhaltung ist garantiert, und man darf gespannt den nächsten Akt erwarten.

Bundesrat Blocher erhält eigene Fernsehsendung

Zum ersten Mal in der politischen Geschichte der Schweiz erhält ein Bundesrat eine eigene Fernsehsendung: Bundesrat Christoph Blocher wird wöchentlich rund 15 Minuten in einer Interviewsendung mit Moderator Matthias Ackeret zu sehen sein. Im Internet und Regionalfernsehen.

 Bundesrat Christoph Blocher wird ab sofort wöchentlich in einer rund 15-minütigen Sendung im Internet und im Regionalfernsehen zu sehen sein und erhält damit als erster Schweizer Politiker seine eigene regelmässige TV-Sendung. Sie wird nebst dem Internet von den Stationen Tele M1, Tele Tell, Schaffhauser Fernseher und Tele Südostschweiz ausgestrahlt. In der ersten Sendung, die bereits online ist, nimmt Blocher zum vieldiskutierten «Komplott» gegen ihn und zum damit verbundenen Fall Roschacher Stellung. In weiteren Sendungen soll der EJPD-Vorsteher zu jeweils aktuellen Themen aber auch über seine eigene Befindlichkeit befragt werden. Interviewt wird er vom Autor von «Das Blocher-Prinzip» und Blocher-Adepten Matthias Ackeret. Initiiert wurde die Sendung vom Schaffhauser Verleger und «Das Blocher-Prinzip»-Herausgeber Norbert Neininger.
Zum Zweck der Sendung sagte Bundesrat Blocher zur neuen Wochenendzeitung Sonntag, es gehe ihm dabei um die Verbindung zu den Leuten; er lege grossen Wert darauf, mit der Bevölkerung zu reden. Sonntag sowie der Sonntagsblick sind sich jedoch darin einig, dass die Sendung vor allem dem Wahlkampf dient; sie haben ihre Zweifel, dass die für ein Jahr angesetzte Sendung nach der Bundesratswahl vom 12. Dezember noch weitergeführt wird.
Christoph Blochers politische Gegner reagieren irritiert auf diese Neuerung durch einen Bundesrat. Gemäss Sonntagsblick sagte etwa SP-Präsident Hans-Jürg Fehr, dass laut Radio- und Fernsehgesetz politische Werbung via Fernsehen verboten sei; das Bakom müsse deshalb prüfen, ob Blocher-TV darunterfalle.
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