Plakate, die nahe dran sind

Zeitungen Spillmann Felser Leo Burnett hat für den Tages-Anzeiger 120 Plakat-Unikate gezielt platziert.

 
Zeitungen Spillmann Felser Leo Burnett hat für den Tages-Anzeiger 120 Plakat-Unikate gezielt platziert. 
Da staunten die Mitarbeiter bei Goldbach Media nicht schlecht. Auf dem Perron der S-Bahn gleich vor ihrem Bürohaus hängt ein Plakat mit dem Text: «Was, wenn mehr Firmen wie Goldbach Media ihren Sitz direkt an der S-Bahn bauen? Gibts dann auf den Zürcher Strassen weniger Stau?» Auch an 120 weiteren Plakatstellen haben solche Texte mit direktem Bezug zur nächsten Umgebung die Passanten irritiert. Natürlich nur so lange, bis sie auch den Claim «Dranbleiben. Tages-Anzeiger» gelesen hatten.
SFLB-Texter auf Plakat-TourMit diesen Plakat-Unikaten will Spillmann Felser Leo Burnett für ihren Kunden Tages-Anzeiger zeigen, dass Ereignisse und Trends auch Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung haben können. Oder umgekehrt ganz lokale Ereignisse Grösseres bewirken können. «Die Plakate stellen Fragen – die Antworten erhält, wer dranbleibt und regelmässig den Tages-Anzeiger liest», fasst CD Peter Brönnimann die Idee zusammen.
Die Plakate sind im ganzen Einzugsgebiet des Tages-Anzeigers aufgehängt. Die APG hat der Agentur dazu für jedes mögliche Plakat einen genauen Standort sowie ein Foto geschickt. Dann mussten alle SFLB-Texter an einem Wochenende «statt einen Ausflug ins Grüne eine Plakat-Tour unternehmen, um vor Ort Ideen zu sammeln», erklärt Brönnimann.
Die Plakate hängen noch bis zum 24. Oktober. Über die Wirkung kann man sich bei SFLB bereits heute freuen. «Viele sagen uns, sie würden unterwegs richtiggehend das nächste Sujet suchen», verrät Brönnimann. Mehrere Leute und Firmen haben sogar schon um «ihr» Plakat angefragt – um es dann bei ihnen aufzuhängen. Eine Auswahl der 120 Unikat-Plakate kann online angeschaut werden (
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Andreas Panzeri

Zahlensalat bei .ch

Distribution Wieviel Häuser werden mit .ch beliefert? Sacha Wigdorovits und DMC widersprechen sich.

 
Distribution Wieviel Häuser werden mit .ch beliefert? Sacha Wigdorovits und DMC widersprechen sich. 
Sind es 25’000 private Liegenschaften oder 50’000, die seit dem 19. September mit der Gratiszeitung .ch beliefert werden? Die Differenz ist gross – doch beide Zahlen werden von Personen genannt, die es wissen müssen. Von 25’000 am Starttag bedienten Liegenschaften spricht Markus F. Hof, Direktor der Direct Mail Company (siehe S. 19). Die DMC ist für den Vertrieb von .ch verantwortlich und hat die gesamte Frühzustellung auf die Beine gestellt. .ch-Initiant Sacha Wigdorovits sprach dagegen am Tag vor dem Start von doppelt so vielen bedienten Liegenschaften. 70 Prozent der 435’000 Exemplare umfassenden Auflage werden so vertrieben, sagte er. Bei 20’000 der 50’000 Liegenschaften werde .ch auf metallenen Dispensern aufgelegt, in den restlichen Häusern könnten vorhandene Ablagen verwendet werden. «Das sind die korrekten Zahlen», sagt Wigdorovits. Doch Hof kann «mit diesen Zahlen nichts anfangen».
Was auch immer richtig ist: Die ersten .ch-Dispenser wurden bereits entwendet. Wigdorovits freuts: «Wir betrachten dies nicht als Diebstahl, sondern als Werbegeschenk», lacht er. Darum habe er von Anfang an 15’000 Dispenser zu viel bestellt. «Uns dient es, wenn die Ständer in Arztpraxen und Privatwohnungen zu stehen kommen», sagt der PR-Profi. (mk)

Talente gesucht

Wettbewerb Der Verband Schweizer Presse setzt weiterhin auf frische Ideen des Kreativnachwuchses.

 
Wettbewerb Der Verband Schweizer Presse setzt weiterhin auf frische Ideen des Kreativnachwuchses. 
Was kann ein Inserat alles? Die Antwort dürfen junge Kreative dieses Jahr wieder aufs Papier bringen. Der Verband Schweizer Presse startet zum dritten Mal den Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat». Wie in den letzten zwei Jahr sollen die zwölf Sujets von jungen Kreativduos realisiert werden. Bis am 11. Dezember können Teams bis Jahrgang 1979 ihre Entwürfe einreichen. Eine Jury unter der Leitung von Andreas Prokesch und sieben anderen ADC-Mitgliedern bestimmt am 19. Dezember die Sujets der Printkampagne. Die zwei besten Teams reisen nächstes Jahr an das europäische Finale – dem BestYET. Dieser findet im Mai in Stockholm statt. Der dortige Sieger reist als Besucher ans Werbefestival nach Cannes.Die Kampagne zählt zu den grössten der Schweizer Presselandschaft. Der Wettbewerb wird unterstützt von der Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW, vom Verband BSW Leading Swiss Agencies, von Schweizer Werbung SW und erstmals auch vom Art Directors Club und von Script Schweizer Texterinnen- und Texterverband. Medienpartner sind die Werbewoche und Publimedia. Der Wettbewerb der Schweizer Presse wird wieder von Matter & Gretener beworben. Das Sujet ist auf Seite 35 zu sehen. Weitere Infos zum Wettbewerb findet man auf schweizerpresse.ch.
 
Christian Lüscher

Schweizer Familie und Protekta beraten Abonnenten in Rechtsfragen

Die Schweizer Familie dringt – parallel zum Relaunch – mit einem kostenlosen Rechtsberatungsdienst für Abonnenten in fremde Domänen ein. Sie spannt dafür mit der Mobiliar-Tochter Protekta zusammen.

Die Schweizer Familie dringt – parallel zum Relaunch – mit einem kostenlosen Rechtsberatungsdienst für Abonnenten in fremde Domänen ein. Die Zeitung ist auch eine Versicherung: Diese Praxis ist ziemlich in Vergessenheit geraten, beziehungsweise beschränkt sich auf kaum mehr als einen Traditionstitel. Doch die gedruckte Presse hat mit Zusatzangeboten eine lange Geschichte. Vor allem in den Gründerjahren der traditionellen Zeitungstitel waren speziell Versicherungen bei Krankheit und Arbeitsausfall beliebter Lockvogel zur Abogewinnung. Da soziale Einrichtungen noch weitgehend fehlten, stand beim Erwerb eines Zeitungsabos oft nicht das Blatt, sondern die Versicherung im Fokus des Publikums.
Neuer BeratungsdienstJetzt knüpft die Schweizer Familie (SF) mit einem für die Leserschaft kostenlosen Rechtsberatungsdienst sowie einer Rechtsschutzversicherung zum Vorzugspreis an diese Tradition an und spannt mit der Mobiliar-Tochter Protekta zusammen. Ab dem 20. September können sich Abonnentinnen und Abonnenten werktags kostenlos über alle Rechtsgebiete telefonisch von Protekta-Juristen beraten lassen. Darüber hinaus bietet der Rechtsversicherer der SF-Leserschaft eine entsprechende Rechtsschutzversicherung zu Sonderkonditionen an. Strategisch gesehen – eine Hand wäscht die andere – ermöglicht dieses Modell der Schweizer Familie, ihre Leserschaft enger an sich zu binden und neue Abos zu generieren, andererseits kommt die Mobiliar-Tochter zu neuen Versicherungsnehmern.
«Die Schweizer Familie bot schon immer viel Leserservice», sagt SF-Chefredaktor Daniel Dunkel. «Aber ein knackiges Haltbarkeits-Instrument für Abonnenten fehlte bisher.» Für Dunkel wurde mit dem Deal das matchentscheidende Added-Value-Teilchen gefunden. Historischer Nebeneffekt: Das Angebot ist auch eine Reminiszenz an die eigene Vergangenheit des 113-jährigen Blattes. Bereits in den 30er- Jahren waren nichterwerbstätige Frauen mit einem Abo der Schweizer Familie im Fall von Tod, Invalidität und Unfall versichert. Laut Angaben des Verlages sind das bis heute immer noch rund 20000 Personen.
Das neue Angebot entspricht durchwegs dem Profil der SF-Leserschaft, darunter viele Familien, die tendenziell Sicherheit hoch bewerten und nur begrenzt risikobereit sind. Die Rechtsberatung füllt da eine Lücke, sei es beim Autoleasing, beim Buchen von Ferien oder bei komplizierten Vertragsabschlüssen mit Telefonanbietern oder bei Mietproblemen. «Die Leute brauchen Rat, weil sie sich im Paragraphendschungel nicht mehr zurechtfinden», so Dunkel.
Nichts gegen BeratungsblätterIm vergangenen März hatte der Schweizerische Beobachter seinen Auftritt verjüngt und gibt seither Familienthemen mit einem eigenständigen Teil mehr Raum im Blatt. Die neue Rechtsberatung von Schweizer Familie/Protekta ist in diesem Zusammenhang auch als publizistische Retourkutsche zu lesen. Denn die SF-Akteure dringen mit ihrem Angebot in eine Domäne vor, die landläufig und über Generationen mit dem Beo-Beratungsdienst assoziiert wird. «Der Beobachter darf uns schon ein paar Zehntausend Leser abgeben», meint Daniel Dunkel, was er indessen nicht als Kampfansage versteht, weder gegen den Beobachter noch andere Beratungszeitschriften. So will die Schweizer Familie – bis auf einen anonymisierten Modellfall pro Monat – keine Geschichten aus der Rechtsberatung ins Blatt heben.
Für Dunkel halten denn auch Vergleiche mit dem Beobachter nicht stand. «Für uns stehen Leserbindung und Abogewinnung im Vordergrund.» Man wolle kein Kampfblatt für betrogene Konsumenten werden, sondern die Leser aufklären. Der beste Effekt, den sich Dunkel durch die Beratung seiner Leserschaft vorstellt, ist, dass die Leute – sozusagen juristisch imprägniert – gar nicht erst in schwierige Situationen geraten. Das entspricht konsequent dem Umgang mit den typischen Schweizer-Familie-Themen, deren Verantwortliche ihre Schäfchen nicht mit düsteren Geschichten vor den Kopf stossen wollen. Die Welt ist schon schlecht genug.
René Worni

Freie Sicht auf das Promi-Intimleben

Zeitschriften Publicis visualisiert für die Schweizer Illustrierte: Als SI-Leser ist man näher bei den Stars.

 
Zeitschriften Publicis visualisiert für die Schweizer Illustrierte: Als SI-Leser ist man näher bei den Stars. 
Im wirklichen Leben müsste man sie als Stalker verurteilen, denn niemand ist «so nahe bei den Stars» wie die Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten. Zum Glück für die betroffenen Stars geht es hier aber nur um eine augenzwinkernde Kampagne von Publicis. Diese variiert das Thema bereits in der dritten Auflage.
Publicis konzentriert sich in dieser Imagekampagne 1:1 auf das Zielpublikum des meistgelesenen People-Magazins der Schweiz und inszeniert ungewöhnlich raffiniert den «einzigartigen USP der Illustrierten», nämlich «den exklusiven Blick in die private Welt der Stars», wie der Verlagsdirektor und Chefredaktor Urs Heller meint.
In der Umsetzung von CD Florian Beck und Fotograf Holger Pooten erlebt jeweils eine Gruppe von Lesern hautnah ihren Star. Sei das als direkter Zuschauer bei der Yogaübung im Wohnzimmer, in der Badewanne oder beim Naschen im Kühlschrank.
Andreas Panzeri

Für Feinschmecker

Essen Die neuen Besitzer eines kleinen Zürcher Restaurants beauftragten Tim&Tom mit der Kreation eines Flyers, der zukünftigen Gästen Appetit machen soll und nicht im Briefkasten verschwindet.

 
Essen Der «Lade», ein kleines Zürcher Restaurant im Kreis 4, feiert diese Tage Neueröffnung. Die neuen Besitzer beauftragten Tim&Tom mit der Kreation eines Flyers, der zukünftigen Gästen Appetit machen soll. Herausragende Küche braucht herausragende Werbung. Eine, die nicht im Briefkasten verschwindet, sondern selbst jene erreicht, die keine Werbung im Kasten sehen wollen. Schliesslich soll ja jeder mitbekommen, wie lecker es im «Lade» ist.

MySpace bietet personalisierte Werbung

Die Community-Plattform MySpace passt Werbung nun massgeschneidert an die persönlichen Interessen seiner 110 Millionen Nutzer an. Das neue System durchsucht die Profile der MySpace-Nutzer nach bestimmten Schlagwörtern.

 Die Community-Plattform MySpace kann nach einer sechsmonatigen Testphase Werbung massgeschneidert an die persönlichen Interessen seiner 110 Millionen Nutzer anpassen. Personalisierte Werbung erhöhe die Chance auf einen Kontakt mit dem Nutzer um durchschnittlich 80 Prozent, so die Verantwortlichen beim MySpace-Eigentümer Fox Interactive Media, die zu Rupert Murdochs News Corporation gehört. Das neue Angebot könnte laut Analysten für ein monatliches Umsatzplus von 40 Millionen Dollar sorgen. Zusätzlich könnte die neue Werbestrategie für MySpace die Chance darstellen, gegenüber Konkurrent Facebook verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das neue System durchsucht die Profile der MySpace-Nutzer nach bestimmten Schlagwörtern, anhand derer sie zunächst in eine von zehn Kategorien eingeteilt werden. Doch nicht nur wer sich offen als Finanz-interessierter Mensch ausgibt, kommt in die entsprechende Kategorie. Wer Donald Trump als persönliches Vorbild oder Wall Street als Lieblingsfilm nennt, wird ebenfalls in Betracht gezogen.
Datenschützer zeigen sich in Anbetracht der Entwicklung besorgt. «Das Problem ist, dass durch personalisierte Werbung sehr gezielt manipuliert werden kann und die meisten Menschen sich darüber nicht im Klaren sind. Die Frage, die man sich stellen muss, ist, wie frei man seinen eigenen Informationsfluss steuern möchte», so Christian Leitner von der Datenschutzorganisation Quintessenz gegenüber Pressetext. Die grosse Freizügigkeit, mit der Nutzer persönliche Daten auf ihren Profilen veröffentlichten, stelle für die Werbewirtschaft einen unglaublichen Wert dar und könne natürlich auch missbraucht werden.

Logistik voller Überraschungen

Distribution Die Post-Tochter DMC hat den Vertrieb für .ch gestartet. Die leichten und vielseitig verwendbaren Ständer sind die Achillesferse der neuen Gratiszeitung.

 
Distribution Die Post-Tochter DMC hat den Vertrieb für .ch gestartet. Die leichten und vielseitig verwendbaren Ständer sind die Achillesferse der neuen Gratiszeitung. 
Noch wirken sie etwas verloren, die silbergrauen, knapp hüfthohen und wackligen Metallständer mit der Plastic-Klappe. In den letzten Tagen wurden sie von der Firma Direct Mail Logistik, einer Tochterfirma der Direct Mail Company (DMC), in die Hauseingänge der Liegenschaften verteilt, während der Anfangsphase in solche mit mindestens fünf Parteien.
Ab dem 19. September sollten sie dort für die tägliche Frühverteilung der neuen Gratiszeitung .ch bereit stehen. Bereits wurden aber viele dieser Ständer von unwilligen Hausbesitzern, Hauswarten oder Bewohnern disloziert – aufs Trottoir, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt sind und Kinderwagen oder den Rollstuhl behindern, auf freie Parkplätze oder einfach auf die gegenüberliegende Strassenseite. Doch es gab nicht nur Unmutsbekundungen: Da und dort wurden die Ständer auch zweckentfremdet – als Ablage für Kulturflyer oder Wahlprospekte. Andernorts verschwanden sie bereits – als Nachttischchen, als praktische Zeitschriftenablage im WC oder als Notenständer für musizierende Kinder. Eines ist klar: Für die .ch-Verträgerinnen und -Verträger wird das kein leichter Job. Sie müssen sich wohl täglich auf die mühsame Suche nach den mobilen Ständern machen. Am vorgesehenen Ort dürften sie sie selten finden.
«Es ist alles aufgegleist»Für das Ständer-Konzept ist Sascha Wigdorovits verantwortlich, der Initiator von .ch. Er war es auch, der die einzelnen Standort-Bewilligungen einholte. «Wir führen lediglich den Auftrag aus», sagt DMC-Direktor Markus F. Hof. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Werbewoche blickte Hof jedenfalls dem Starttermin  zuversichtlich entgegen. «Wir sind bereit, es ist alles aufgeleist», sagte er. Hof und sein Team haben eine strenge Zeit hinter sich, der Aufbau der Frühzustellung für .ch, den DMC im Alleingang bewerkstelligt hat, sei ein «veritabler Kraftakt» gewesen. «Wir haben Tag und Nacht gearbeitet, und dies an sieben Tage pro Woche», sagt er. In Zürich, Basel, Bern, Winterhur, Luzern und St. Gallen habe DMC insgesamt 800 neue Verträgerinnen und Verträger rekrutieren, schulen und unter Vertrag nehmen müssen. Für die Grobverteilung der Zeitung in die sechs Zentren seien täglich zehn Camioneure und für die Feinverteilung an die Depots weitere 150 Transporteure im Einsatz. 20 Personen hat Hof zudem für die Administration, Überwachung, für die Qualitätskontrolle sowie für die eigens eingerichtete Hotline angestellt.
Von den insgesamt 35’000 Liegenschaften, die laut Hof für die Distribution von .ch in Frage kämen, kann DMC am Starttag 25 000 bedienen. Bei den anderen steht die Erlaubnis (noch) aus. «Über die Hotline werden wir täglich Mutationen entgegen nehmen», sagt Hof. Die Verteilung muss jeweils bis 7 Uhr morgens abgeschlossen sein. Die Zeitfenster sind bisweilen eng: Mancherorts bleibt den Verträgerinnen und Verträgern ab Anlieferung bloss eine halbe Stunde Zeit.
Über zwei Dinge staunte Hof beim Aufbau der .ch-Frühzustellung: 95 Prozent der Verträgerinnen und Vertärger mussten ganz neu rekrutiert werden, nur wenige Personen, die bereits in der zweimal wöchentlichen DMC-Tagzustellung tätig sind, waren bereit oder in der Lage, auch in die Frühzustellung einzusteigen.  «Ich hatte mehr Synergien erwartet», sagt der DMC-Direktor. Die zweite Überraschung: Am harzigsten war die Rekrutierung in Basel, am leichtesten funktionierte sie in Luzern und St. Gallen. In der Inner- und Ostschweiz habe er eine bessere Arbeitsmoral festgestellt, und die Leute seien dort disponibler.
Markus Knöpfli

Mit Kids auf der Frontseite ist .ch gestartet

Die Schweiz ist um eine Gratiszeitung reicher: am Mittwochmorgen erschien .ch erstmals. Die Zeitung ist einem ruhigen Layout gehalten und scheint sich optisch wie thematisch vom Boulevard absetzen zu wollen.

Die Schweiz ist um eine Gratiszeitung reicher. Am Mittwochmorgen erschien .ch erstmals in und um Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen. Die vierfarbige Zeitung ist im Tabloidformat gehalten. Die Hauptgeschichte der Frontseite trägt den Titel «Business für Kids» und berichtet darüber, dass von den Schulen «mehr Wirtschaftskunde statt Handarbeit» gefordert wird. Der Sportteil, der zuhinterst im Blatt angesiedelt ist, hat eine eigene Titelseite auf der Rückseite des Blattes.
Die Zeitung ist einem ruhigen Layout gehalten und scheint sich optisch wie thematisch vom Boulevard absetzen zu wollen. Im Editorial der Erstausgabe bot Chefredaktor Rolf Leeb, er wolle eine «Qualitätszeitung» und «Orientierungshilfe» mit «Schwerpunkten Nachrichten, Lifestyle und Sport» an, die aus Mücken keine Elefanten machen wolle. Man wolle nicht Hysterie entfachen, sondern «Ereignisse unaufgeregt und gelassen schildern und erklären».
Mit der Verteilung der Zeitung habe es deutlich besser geklappt, als er erwartet habe, sagte der Initiant des neuen Blattes, Sacha Wigdorovits, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zu einzelnen Pannen sei es allerdings gekommen. Insgesamt seien 405’000 bis 410’000 der Startauflage von 435’000 Exemplare verteilt worden, sagte Wigdorovits.
In Zürich seien fünf Chauffeure nicht zum Verteilen erschienen – aus welchen Gründen auch immer -, in Bern zwei. An ihrer Stelle werden am Donnerstag andere Personen fahren. Aus Bern habe er die Meldung erhalten, dass einzelne Verteilkästen schon am frühen Morgen leer gewesen seien. Ob die Zeitungen gestohlen wurden und wenn ja, von wem, sei nicht klar.

Markus Gut und Andreas Widmer im Interview

Die neue Young & Rubicam Gruppe Schweiz vereint die Agenturen Advico Young & Rubicam, Wunderman und Futurecom interactive unter ihrem Dach. Das Führungsduo bilden Markus Gut und Andreas Widmer. Die beiden geben im Interview Auskunft darüber, wie die integrierte Kommunikation konkret umgesetzt werden soll, wo die Gruppe ihr Domizil haben will und wie die Reaktionen der Mitarbeiter ausfielen.

Die neue Young & Rubicam Gruppe Schweiz vereint die Agenturen Advico Young & Rubicam, Wunderman und Futurecom interactive unter ihrem Dach. Die Agenturgruppe will Online- und Offline-Welten zusammenbringen sowie die Integration von dialogorientierten und breitenkommunikativen Instrumenten ermöglichen. Das Führungsduo bilden Markus Gut und Andreas Widmer. Die beiden geben im Interview Auskunft über ihre Pläne. Sie wollen für Ihre Kunden Online, Dialog und Werbung auf gleicher Augenhöhe zusammenbringen. Wie muss man sich das konkret vorstellen? Andreas Widmer: Wir wollen disziplinenübergreifend arbeiten und eine Form der Kommunikation bieten, die dem heutigen Markt entspricht. Gestützt wird diese integrierte Form durch die gemeinsame Gruppengeschäftsleitung, also durch die Zusammenlegung der Führung. Im Tagesgeschäft wird die Integration durch disziplinenübergreifende Projektgruppen geschehen, die sich aus Leuten aus den verschiedenen Einheiten der Gruppe zusammensetzen. Markus Gut: Man spricht in der Branche schon lange davon, dass die integrierte Kommunikation die Zukunft sei. Sie ist aber schon da! Dabei handelt es sich um ein weltweites Phänomen. In der Konsequenz, wie wir das nun mit der neuen Gruppe betreiben wollen, werden wir ein Novum sein in der Schweiz – auch europaweit gibt es wenige Agenturen, die so konsequent disziplinenübergreifend arbeiten. Andreas Widmer als CEO und ich als CCO werden in alle grossen Aufträge direkt involviert sein und sicherstellen, dass der integrierte Ansatz umgesetzt wird. Weil Andi Widmer aus der Beratung kommt und ich selbst aus der Kreation, können wir beide Aspekte stets berücksichtigen. Mangelte es den Agenturen Ihrer Gruppe bis anhin an übergreifenden Ansätzen? Widmer: Wir haben schon bisher so gearbeitet und verfügen auch über entsprechende Erfahrung. Allerdings war der diesbezügliche Fokus nicht bei allen Geschäftsleitungsmitgliedern gleich stark. Durch das nahe Zusammenbringen der Gruppeneinheiten wollen wir eine neue Dimension erreichen. Muss Advico auf Vordermann gebracht werden? Gut: Wichtig ist, dass die klassische Werbeagentur Advico nur ein Teil der neuen Gruppe ist. Advico hatte in den letzten Jahren unruhige Zeiten erlebt, beispielsweise nach dem Weggang von Martin Spillmann und Peter Felser. Sie ist, gemessen an dem, was sie einmal war, nicht mehr gleich stark. Nun wollen wir sie wieder ganz nach vorn bringen. Unser Ziel ist es, sowohl mit Advico als auch der gesamten Gruppe in der Topliga mitzuspielen. Wie waren die Reaktionen der Mitarbeiter in den Agenturen, die nun unter dem Dach der Young & Rubicam Gruppe Schweiz sind?Widmer: Einige haben die Neuigkeiten mit Überraschung und Erstaunen aufgenommen, seit der Bekanntgabe haben sich aber die Wogen bereits geglättet. Am kritischsten waren die Reaktionen der Advico-Leute, bei Futurecom hingegen herrschte Begeisterung.Gut: Ich habe sogar von Mitarbeitern, die ich zum Teil gar noch nicht kenne, viele begeisterte SMS und Emails erhalten. Sie freuen sich darüber, dass nun klare Strukturen herrschen. Auch von Seiten der Kunden bekamen wir Gratulationen, sogar von anderen Agenturen. Und bis sich in unserer Branche Konkurrenten mit Glückwünschen melden, braucht es doch einiges! Durch die neue Struktur ergibt sich ein organisatorischer Zusammenschluss von Advico Young & Rubicam, Wunderman und Futurecom interactive. Wird es also eine Zügelaktion geben? Widmer: Ja, die finale Konsequenz ist ein gemeinsamer Standort. Wir wollen unser Domizil in der Stadt Zürich haben, der Standort von Advico in Gockhausen wird aufgelöst. Wir werden verschiedene Optionen prüfen, der Umzug soll innert der kommenden zwölf Monate über die Bühne gehen. Gut: Es ist uns ganz wichtig, in der Stadt Zürich domiziliert zu sein. Dort ist das Geschehen, dort wollen auch wir hin. Was ergeben sich für personelle Konsequenzen?Widmer: Die einzelnen Unternehmen innerhalb der Gruppe bleiben unter der bisherigen Führung, mit Ausnahme von Advico, bei der ich die Rolle des CEO übernehmen werde. Der bisherige CEO, Edgar C. Brtischgi, wird Chairman Young & Rubicam Switzerland sowie Chair Young & Rubicam EMEA Retail Practice. Daneben wird er bei ein, zwei Kunden beratendend wirken. Gut: Die Agenturen behalten ihre strukturelle Form und sind weiterhin eigenständige Unternehmen. Es wird auch keinen Stellenabbau geben. Urs Schrepfer, der bisherige Executive Creative Director von Advico, ist nicht Teil der neuen Führungscrew? Widmer: Urs Schrepfer hat Advico im kreativen Bereich in eine sehr gute Position geführt. Er hat sowohl einige preisgekrönte Kampagnen verantwortet, als auch ein hervorragendes Team zusammengestellt. Nun wird er das Unternehmen verlassen, um sich anderweitig zu orientieren. Gut: Von aussen betrachtet stelle ich fest, dass Urs Schrepfer ein sehr gutes Team in der Kreation aufgebaut hat und sehr viel geleistet hat. Herr Gut, wieso verlassen Sie Publicis? Gut: Mich reizt es unglaublich, etwas Neues aufzubauen. Darüber bin ich sehr begeistert; ich habe nun die Chance, eine ganz neue Agenturform zu gestalten. Der Publicis-CEO Fredy Collioud hat erklärt, dass Ihnen die Möglichkeit offen gestanden wäre, in seine Fussstapfen zu treten.Gut: Ich hatte 13 sehr gute Jahre bei Publicis und habe sehr gerne und erfolgreich mit Fredy Collioud zusammengearbeitet. Ich möchte ihm an dieser Stelle ganz herzlich für sein stetiges Vertrauen in mich danken! Bis Ende Jahr werde ich bei Publicis bleiben. Mir ist es sehr wichtig, meine Arbeit gut zu Ende zu führen und sauber zu übergeben.

«Tagesschau» wird fünf Minuten länger

Ab 1. Januar 2008 erhält die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens fünf Minuten mehr Sendezeit. Der Eingriff ins bisherige Sendeschema hat Folgen für den Verlauf des restlichen Fernsehabends: Künftig beginnt die Primetime statt um 20 Uhr immer erst um 20.05 Uhr.

 Ab 1. Januar 2008 erhält die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens fünf Minuten mehr Sendezeit. Man will Raum schaffen für mehr Hintergrundberichte, Zeit haben für eine Vertiefung der Schwerpunktthemen – und vor allem mehr Sportnachrichten einbauen können, wie das Fernseh-Magazin TV-Star berichtet. Beschlossen hat diesen Schritt die SF-Geschäftsleitung. Der Eingriff ins bisherige Sendeschema hat Folgen für den Verlauf des restlichen Fernsehabends: Künftig beginnt die Primetime statt um 20 Uhr immer erst um 20.05 Uhr.

Auf Traffic-Fang mit Google

Internet Die Jobportale der Tamedia verfolgen eine rigorose Google-AdWords-Strategie. Mit grossem Erfolg.

 
Internet Die Jobportale der Tamedia verfolgen eine rigorose Google-AdWords-Strategie. Mit grossem Erfolg. 
Jobwinner.ch und der Online-Kadermarkt Alpha.ch, beide aus dem Haus Tamedia, bauten in diesem Jahr ihre Jobportale massiv aus. Neben der Aufstockung des Verkaufsteams und neuen Angeboten für mittlere und grosse Kunden lancierten beide Stellenplattformen breit angelegte Werbekampagnen. Mit dem Claim von Wirz «Kaum wird ein Job frei, ist er bei uns im Netz» ging Jobwinner.ch in diesem Frühjahr in die Werbeoffensive. Die Sujets zeigen jeweils die letzten Sekunden eines Berufslebens (WW 1.11.2006, «Das Schicksal sorgt für neue Jobs»). Alpha.ch ging im vergangenen Jahr online und warb im Fernsehen und in der Tagespresse für das neue Angebot im Internet.
Die Investitionen für die OnlinePlattformen sind auf die hohen zweistelligen Wachstumsraten und auf den anhaltend starken Trend zurückzuführen, dass Unternehmen neue Arbeitskräfte vorwiegend im Internet rekrutieren. Der Paradigmenwechsel der Unternehmen habe auch zu einer Umpositionierung der Plattformen geführt, sagt Jobwinner.ch-Produktmanager Tobias Egli. Statt die Tiefenstrategie der letzten Jahre fortzusetzen, entschied man sich bei Tamedia für eine breite Kommunikation. Ziel dabei sei es, die Jobplattformen bei den Stellensuchenden als «First on Mind» zu positionieren. «Hohe Bekanntheit führt zu Traffic und erzeugt letztlich automatisch mehr Stelleninserate», sagt Tobias Egli.
Um möglichst viele Stellensuchende an die Jobplattformen zu binden, setzten die Verantwortlichen neben der klassischen Kampagne auch auf Google AdWords. Die Textanzeigen, die jeweils neben den Suchergebnissen erscheinen, entpuppten sich für die Tamedia-Leute als ideales Traffic-Instrument (siehe unten). Zusammen mit dem Suchmaschinengiganten starteten Tobias Egli und Alpha.ch-Produktmanagerin Rebekka Affolter eine der grössten und erfolgreichsten AdWords-Kampagnen der Schweiz. Wie die beiden Verantwortlichen sagen, würden gegenwärtig zu mehreren tausend Begriffen Annoncentexte angezeigt. Die Statistik spricht für sich. Die Zahl der Besucher auf Jobwinner.ch wächst monatlich um die Hälfte gegenüber dem Vorjahr, was eigentlich gegen die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spreche. Wie Tobias Egli sagt, habe man dieses Jahr einen Rückgang an Stellensuchenden erwartet, da im vergangenen Jahr deren Zahl sehr viel höher war.
Jeder ein KampagnenmanagerDen Erfolg von Jobwinner.ch und Alpha.ch führt Egli neben der Kampagne von Wirz auf die im Einsatz stehenden Google-Textanzeigen zurück. Ein Text, der sehr gute Klickraten verbuche, sei der KampagnenClaim «Kaum wird ein Job frei, ist er bei uns im Netz».
Wer mit Google AdWords Erfolg haben will, muss knackige Texte bieten. Ob eine Annonce funktioniert, könne sehr schnell überprüft werden, da man die Kampagne und deren Verlauf am Computer mitverfolgen könne, so Rebekka Affolter. Alle Anzeigen schreiben die Tamedia-Leute selbst. Funktioniert ein Text nicht, wird er schnell ersetzt. «Die besten Klickraten haben Texte, welche die Suchwörter beinhalten», meint Affolter.
Ein anderer Grund für den Erfolg der AdWords-Kampagne sieht Egli auch in den tiefen Klickpreisen. Weist eine Kampagne hohe Klickraten auf, fallen die Preise. «Werden Wörter gebucht, die schlechte Klickraten generieren, kann es sehr teuer werden», sagt Egli. Mit den Preisen ist Egli sehr zufrieden. Derzeit betrage der Google-Klickpreis einen Viertel von dem eines Banners.
Wie die Verantwortlichen bei Tamedia sagen, werde man auch künftig stark auf die «Traffic-Maschine» von Google setzen. Seit Januar konnten die Jobplattformen laut Jobpilot-Index das Inserentenvolumen verdoppeln. Die aktuellen Marktforschungsstudie gibt der Strategie der beiden Jobvermittler recht. Jobwinner.ch ist in Zürich bezüglich der gestützten Bekanntheit die Nummer eins. In den anderen Regionen zumindest die Nummer zwei.
Christian Lüscher
Themenaffin und zielgruppengenau werben mit Google AdWordsGoogle AdWords sind Text-Annoncen, die bei der Eingabe eines Suchwortes in einer Spalte rechts neben oder über den Ergebnissen eingeblendet werden. Sie sollen eine Ergänzung zum Suchergebnis darstellen. Für eine Textanzeige muss der Inserent ein oder mehrere Stichwörter angeben, unter denen die Anzeige bei Google erscheinen soll. Dies kostet aber: Der Inserent zahlt Google einen Maximalpreis, den er für einen Klick zu bezahlen bereit ist.
Die Position der einzelnen Textanzeigen hängt von dem Gebot pro Klick (im Konkurrenzverfahren) sowie von einem internen Qualitätsfaktor (abhängig von der Klickrate des Keywords, der Relevanz des Anzeigentextes, der historischen Leistung des Keywords und anderen Relevanzfaktoren) ab. Je höher der gebotene Preis und je höher der Qualitätsfaktor, desto besser die Position unter den Textanzeigen.
Google verdiente einen Grossteil seines Gewinns von drei Milliarden im letzten Jahr mit diesem Anzeigenprogramm. (Quellen: Google und Wikipedia)
AdWords-FlauteLaut Swiss Adex von Angelink Yourposition warben pro Suchabfrage im August 15 Unternehmen mit Google AdWords. Im Juli lag dieser Wert mit 15,5 leicht höher. Die Partnervermittler, die zuvor mit Abstand am aktivsten auf Google warben, haben zum Sommerschluss zahlreiche Kampagnen gestoppt.
Wie schon im Vorjahr lässt sich beobachten, dass kaum eine Versicherung einen Frühstart wagt, obwohl die Suchhäufigkeiten rund um das Thema deutlich ansteigen. Gerade mal vier Versicherer sind im Schnitt präsent. Suchmaschinenexperte Lukas Stuber von Angelink Yourposition über die Flaute: «Das Tief wiederspiegelt bloss eine Sommerpause, nicht aber eine gesunkene Popularität des Marketing-Kanals AdWords.
In den meisten Fällen sind es nicht Schweizer Unternehmen, die ihre Kampagnen im Sommer zurückfahren, sondern ausländische Firmen, die via Google in die Schweiz herüberwerben. Gerade deutsche Unternehmen stimmen ihre AdWords-Kampagnen viel stärker auf die Saisonalitäten ab.» Es sei damit zu rechnen, dass ab September bis Ende Jahr stark mit Google AdWords geworben werde, so Stuber. 2006 stieg die Anzahl gebuchter Werbeplätze von August bis Dezember ununterbrochen an, letztlich um beinahe 30 Prozentpunkte.
Werbebranche entdeckt GoogleViel beworben wird neben der Bekleidungs- und Tourismusbranche auch die Werbebranche, die sich in den vergangenen Monaten Google-affin zeigte. Teuerste Begriffe im Monat August waren «Hosting» (12.58 Franken), «Datenrettung» (10.44 Franken) und «CRM» (10.24 Franken).
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