Young & Rubicam Schweiz steht

Netzwerke Markus Gut wechselt zu Young & Rubicam und leitet dort mit Andreas Widmer die Gruppe. Die Marken der Young-&-Rubicam-Gruppe, Wunderman (Dialog), Allaccess (Events & Promotions), Exxtra (Retail), Futurecom (Interactive) agieren unter den bestehenden Namen weiter.

 
Netzwerke Markus Gut wechselt zu Young & Rubicam und leitet dort mit Andreas Widmer die Gruppe. 
Eine neue Agenturgruppe entsteht in der Schweiz: Advico Young & Rubicam, Futurecom interactive und Wunderman schliessen sich personell und organisatorisch zusammen zur Young-&-Rubicam-Gruppe Schweiz. Das Führungsduo der neuen Gruppe bilden Andreas Widmer, bis anhin CEO von Futurecom und Interactive, und Markus Gut, bisheriger Kreativchef bei Publicis. Die gesamte Führungsequipe der Advico Young & Rubicam besteht neben Widmer als CEO und Gut als Chief Creative Officer aus Lukas Tenger (Beratung), Caspar Coppetti (Strategie), Felix Kündig (CFO) und Philipp Skrabal (Executive Creative Director). Edgar C. Britschgi, der bisherige CEO und Chairman von Advico Young & Rubicam, bleibt Chairman Young & Rubicam Switzerland sowie Chairman Young & Rubicam EMEA Retail Practice. Britschgi leitete die Agentur während fünf Jahren.
Die Marken der Young-&-Rubicam-Gruppe, Wunderman (Dialog), Allaccess (Events & Promotions), Exxtra (Retail), Futurecom (Interactive) agieren unter den bestehenden Namen und mit den gleichen Führungsteams weiter. «Alle grösseren klassischen Werbeagenturen befinden sich derzeit in strategischen Neuausrichtungen. Alle suchen Wege, dem digitalen Wandel zu begegnen. Wir bringen für unsere Kunden Online, Dialog und Werbung auf gleicher Augenhöh
e zusammen», erklärt Widmer. Markus Gut, der nach 13 Jahren Publicis verlässt (siehe: ), meint zu seiner neuen Herausforderung: «Wir wollen ganzheitliche kreative Ideen für unsere Kunden entwickeln, die in den klassischen und den neuen digitalen Kanälen mediumsgerecht umgesetzt werden können. In diesem neuen integrierten Modell sehe ich die einzige Chance, um auch in Zukunft an der Spitze mitspielen zu können.»Carole Scheidegger?

Drei Wochenzeitungen starten ein Mittelland-Kombi

Drei Wochenzeitungen im Mittelland spannen für den regionalen Werbemarkt zusammen: Der Wiggertaler, der Landanzeiger und der Niederämter Anzeiger treten per 1. Oktober 2007 mit der Anzeigenkombination «Power One1 im Mittelland» gemeinsam auf den Markt.

 Drei Wochenzeitungen im Mittelland spannen für den regionalen Werbemarkt zusammen: Der Wiggertaler, der Landanzeiger und der Niederämter Anzeiger treten per 1. Oktober 2007 mit der Anzeigenkombination «Power One1 im Mittelland» gemeinsam auf den Markt. Der neue Inseratenpool weist eine Gesamtauflage von 78’358 Exemplaren aus. Alle drei beteiligten Wochenzeitungen sind amtliche Anzeiger, die in alle Haushaltungen verteilt werden. Ein Inserat im neuen Kombi erreiche geschätzt weit über 100’000 Leserinnen und Leser in rund 60 Gemeinden, teilten die drei Titel mit.
Das Kombi « Power One1 im Mittelland» deckt das Wiggertal mit Zofingen, das gesamte Gebiet zwischen Aarau und Olten, den Raum Aarau sowie die Seitentäler Suhren-, Wynen-, Rueder- und Uerkental ab. Die Inseratenregie übernehmen die Verlage selbst. Die Inserate können bei einem der drei Häuser und bei jeder Publicitas-Filiale aufgegeben werden.

«Ein logischer Schritt»

Remy Fabrikant will als neuer CEO die JWT+H+F zu einer Kreativ-Agentur umpolen und sich wieder ins Ranking zurückmelden. Wer ihn kennt, weiss, dass Fabrikant die Herausforderung braucht.

 
Remy Fabrikant will als neuer CEO die JWT+H+F zu einer Kreativ-Agentur umpolen und sich wieder ins Ranking zurückmelden. 
Remy Fabrikant Er hat momentan ein blaues Auge, was noch lange nicht heisst, dass er blauäugig in die Zukunft tappt. Es ist auch kein Indiz dafür, dass er sich im Streit von Andy Hostettler getrennt hat. «Das blaue Auge habe ich mir beim Fussballspielen zugezogen. Beim Badener Cup wurde ich gerammt. Jedenfalls nicht von Andy. Die Trennung von ihm ist sehr gesittet über die Bühne gegangen. Wieso trennen sich Menschen nach Jahren? Das ist ein natürlicher Prozess. Wir waren jetzt insgesamt 17 Jahre ein Team. Hostettler sagte schon zu Beginn unseres gemeinsamen Weges, er mache das höchstens fünf Jahre. Daraus wurden  einige mehr – sogar zehn mit einer gemeinsamen Agentur. Und nach so langer Zeit hat jeder das Recht, auch eigene Zukunftspläne zu schmieden und in die Tat umzusetzen. Die Trennung ist für uns beide ein Gewinn», erklärt Remy Fabrikant.
Klar habe er sich im ersten Moment überlegt, ob nach dem H auch das F von JWT+H+F gleich mit aufhören solle. Aber es ist schwer, «ein Baby» aufzugeben, das man selber aufgezogen hat. Der nächste Karriereschritt, jetzt die gesamte Verantwortung als CEO zu übernehmen, war allerdings nie Fabrikants Traum, sondern «nur ein logischer Schritt». Ein sehr ungewöhnlicher dazu – in einem Netzwerk wie JWT. «Für die Amerikaner ist ein Kreativer als CEO normalerweise undenkbar. Das ist auch verständlich in ihrer Kultur, wo Agenturen 700 Mitarbeiter und mehr haben. Die werden ausschliesslich von erfahrenen Managern geleitet.»
Deshalb sind die Partner aus Übersee sofort nach Zürich geflogen und haben «alles geprüft». Und durften entdecken, dass Remy Fabrikant «nicht einfach ein unbedarfter Kreativer ist». Schliesslich hat er auch einen Abschluss in E-Commerce an der Uni St. Gallen vorzuweisen und die Agentur mit Hostettler in einer gleichberechtigten Partnerschaft geführt. «Da musste ich mich zwangsläufig mit Zahlen befassen.» Hostettler hatte die Hoheit über die Beratung, Fabrikant über die Kreation.
Unter Fabrikants alleiniger Führung soll der Bereich Kreation in Zukunft noch mehr Gewicht bekommen. Fabrikant will die JWT+ H+F «zur Kreativagentur trimmen». Thompson sei zwar nicht wirklich berühmt für kreative Höchstleistungen, sondern deren Stärken liegen eher in der Betreuung grosser internationaler Netzwerkkunden. «Ich kann gar nicht anders – mit meinem Background. JWT+H+F wird in Zukunft weder eine Beratungsagentur noch eine  Serviceagentur sein», erklärt Fabrikant, der als Kreativer sein Unternehmen auch «wieder ins Ranking zurück» bringen will. Das sei in diesem Jahr nicht möglich, weil er sich, neben der Neuorganisation, zuerst einmal auch um neue Kunden kümmern musste. Sieben sind schon gewonnen. Darunter Nokia international, «wo wir uns auch lokal sehr stark einbringen können».
Als CD in der neu formierten Agentur wirkt bereits Mike Krüll. Weitere Mitarbeiter werden noch gesucht. Aber egal, ob Texter, AD, CD oder Berater: Bei Fabrikant ziehen nicht nur alle am gleichen Strick, sondern arbeiten auch am selben Tisch. 17 Meter lang war das erste Modell, das im grosszügig offenen Loftatelier im Zürcher Maag-Areal stand. Weil mit der Zeit zu viele Umwege gemacht wurden, wenn Texter und Berater nicht nur über die Tischplatte hinweg miteinander kommunizieren wollten, hat man das lange Ding in der Mitte getrennt und dazwischen eine Service-Station eingerichtet. Die Idee mit dem Tisch: Grundsätzlich soll es bei JWT+H+F keine dieser unproduktiven Grabenkämpfe zwischen Kreation und Beratung geben, wie er sie auf seinem erfahrungsreichen Weg als Werber immer wieder mit ansehen musste.
Der Werdegang von Remy Fabrikant zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Schweizer Kreativagenturen. Angefangen hat alles mit einer Ausbildung als Bühnenmaler am Zürcher Opernhaus. Damit wollte er weniger den Gesangskünsten nahe sein als vielmehr die Zeit sinnvoll verbringen, bis er reif genug für die Kunstgewerbeschule war. Dort hat Fabrikant, obwohl nur Schüler der Fachklasse Grafik, den europäischen Plakatpreis gewonnen. Das und seine überdurchschnittlichen Abschlussnoten brachten ihm ein erstes Jobangebot. Rudi Külling von Advico wollte ihn zum AD ausbilden.
Nach vier Jahren wurde Fabrikant von Otti Schuhmacher abgeworben. «Das war damals eine kleine Agentur, die extrem viele ADC-Preise gewonnen hat. Das hat mich fasziniert», erinnert sich Fabrikant. Er selber gewann dort Preise in Folge, zum Beispiel zweimal Gold – für einen Film mit Keith Haring und mit Plakaten für Mode. Nach drei Jahren wurde der kreative AD von Reini Weber zur damals angesagtesten Agentur von Jean Etienne Aebi geholt. Fabrikant blieb ein Jahr und zog dann zusammen mit Weber und Martin Denecke nach Basel weiter. Dort wirkte er massgeblich beim Umbau der alten GGK Basel mit, bis die Agentur «in voller Blüte stand». Als die GGK an Aloys Hirzel verkauft wurde, haben Reini Weber und Yvonne Hodel beschlossen, mit John Schmid zusammen WHS Basel zu eröffnen. Zur gleichen Zeit bekam Fabrikant das Angebot von Wolf Rogoski, die GGK international in Paris wieder zu eröffnen. Er nahm das verlockende Angebot an und blieb drei Jahre. In dieser Zeit betreute er grosse internationale Kunden wie IBM oder Swissair.
Reini Weber und Yvonne Hodel  liessen nicht locker und holten Fabrikant zurück nach Zürich. Dort sollte er zusammen mit Andy Hostettler an der Aemtlerstrasse WHS Zürich aufbauen. Er habe Hostettler, den er von der GGK her kannte, damals «noch nicht sehr gemocht», erinnert sich Fabrikant. Trotzdem ging es mit der Zürcher Filiale dank vieler Kreativpreise schnell bergauf. So steil, dass Andy Hostettler und Remy Fabrikant nach einigen erfolgreichen Jahren WHS fanden, «dass es jetzt Zeit wäre für eine Beteiligung». Doch Weber wollte nichts davon wissen. So haben die beiden zusammen mit dem ehemaligen S von WHS, John Schmid, unter dem Kürzel S+H+F eine neue Agentur in Basel gegründet. Eine der ersten Kampagnen, die in  der neuen Agentur entstanden, waren die für Passugger und für Lindt & Sprüngli, die heute noch Gültigkeit hat.
Fabrikant war immer überzeugt davon, dass man in einem internationalen Netzwerk auch mehr vom internationalen Know-how mitbekommt. So hat sich schliesslich ein Kontakt zu Peter Erzberger, Ex-GGKler und rechte Hand von Paul Gredinger ergeben. Dieser führte zu jener Zeit JWT Frankfurt und suchte eine neue Führungscrew für JWT Zürich. Fabrikant und Hostettler – inzwischen von John Schmid getrennt – sollten den kleinen «Laden» übernehmen und auf Touren bringen. Man sagte zu, traf aber am Abend vor der Vertragsunterzeichnung bei einem ersten Augenschein von JWT Zürich auf «ein totales Desaster». Der Standort der Agentur – ein Teppichlager. Die Zahlen – seit Jahren knallrot. «Und für einen solchen Schrotthaufen hatten wir unsere Agentur in Basel dicht gemacht», erinnert sich Fabrikant und staunt noch heute über seine Abenteuerlust. So wurde vor zehn Jahren JWT+H+F gegründet. Trotz schlechter Vorzeichen kamen bereits im ersten Jahr nicht nur diverse Neukunden, sondern es wurden schwarze Zahlen geschrieben. «Wir konnten alle wichtigen Kunden zurückpitchen», sagt Fabrikant. Richtig los ging es mit dem Gewinn von Siemens international. Von Zürich aus war Fabrikant verantwortlicher CD weltweit.
«Eigentlich habe ich schon alles gemacht in der Werbung, ausser eben CEO», bemerkt Fabrikant. Wer ihn kennt, weiss, dass Fabrikant die Herausforderung braucht und sein Ziel erreicht.
Andreas Panzeri

Wer hat Angst vor der Gratispresse?

Verleger Am Kongress der Zeitungsverleger im KKL in Luzern standen Google sowie die Gratispresse im Fokus. Man diskutierte Fragen wie: Wie viele Gratistitel verträgt der Markt und welche der Bezahlzeitungen trifft es am härtesten?

 
Verleger Am Kongress der Zeitungsverleger im KKL in Luzern standen Google sowie die Gratispresse im Fokus.  
Nein, das Feld wollen die Schweizer Verleger der Suchmaschine nicht einfach so überlassen und ihr unwidersprochen erlauben, dass sie auf ihrem Dienst Google.news redaktionelle Texte tel quel publiziert – wenn auch (vorerst) nur die Einstiegshilfen.
Dem nebst der Gratispresse wichtigsten Kongressthema am Jahrestreffen der Verleger im Luzerner Kunst- und Kongresshaus waren mehrere Meetings zwischen Verlegerverband und Google vorausgegangen – in unbelasteter Tonalität zwar, aber noch ohne Ergebnisse. Die Suchmaschine soll die Verletzung der Urheberrechte anerkennen und entsprechend Abgeltung leisten, fordern die Verleger. Am Rednerpult ging der Countrymanager von Google Schweiz, Andreas Schönenberger, allerdings auf derartige Problemstellungen nicht ein, sondern warb für die Dienste und Geschäftsmodelle seines Unternehmens, worin er liebend gern die Verlagshäuser einbinden möchte.
Zur Frage, wer denn eingedenk der Marktmacht des Konzerns bei derartigen Verhandlungen am längeren Hebel sitze, meinte Schönenberger, das hänge vom Engagement der Verleger selber ab. Diese müssten ja am Generieren von Traffic, der per se im Internet einen Wert darstelle, ein Interesse haben, sagte der Google-Mann mit Blick auf die New York Times, welche diesen Wert erkannt und mit Payed Content radikal aufgehört habe.
Ohne die journalistischen Inhalte der Verleger gäbe es Google gar nicht, konterte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. Solche Voten mögen verdeutlichen, dass die Annäherung zwischen den Parteien noch ein rechtes Stück entfernt ist und dass man auf Verlegerseite womöglich die Dimension von Google noch gar nicht richtig erfasst hat. Damit verschwamm auch die Frage, wer denn wem den Takt vorzugeben hätte. Derzeit ist wohl eher wahrscheinlich, dass in Sachen Google.news und Urheberrechte die Gerichte entscheiden werden. Am Rande des Kongresses sprach PubliGroupe-CEO Hanspeter Rohner von einer Monopolverteidigungsdebatte. Der Umgang zwischen Verlegern und Google sei im Ausland im Vergleich dazu weit voraus.
Prognosen zu GratiszeitungenErwartungsgemäss war das andere Hauptthema der Krieg der Gratispresse in diesem Herbst, der die Schweiz zum Markt mit dem höchsten Anteil an Gratiszeitungen pro 1000 Einwohner anwachsen lässt. Das Thema wurde auch durch .ch-Initiator Sacha Wigdorovits angeschoben, der bloss zwei Tage vor dem Kongress sein neues Gratisblatt auf den Markt gebracht hatte und selbiges auch vor dem KKL verteilen liess. Wie viele Gratistitel verträgt der Markt und welche der Bezahlzeitungen trifft es am härtesten? Derzeit wohl jene im Mediendreieck Basel, Bern, Zürich, meinte Norbert Neininger, Verleger der Schaffhauser Nachrichten. Er versteht den Angriff auf die bezahlten Tageszeitungen indessen nicht primär auf inhaltlicher Ebene, sondern über den Preis im Werbemarkt. «Der Kuchen wird zwar etwas grösser, doch es sind mehr, die etwas davon wollen.»
Ralph Büchi, CEO der Handels-zeitungs-Gruppe und des Jean Frey Verlags, sprach von Goldgräberstimmung und appellierte an die Innovationskraft der Verleger. Denn ein fünftes Gratisblatt sei schlicht keine Innovation mehr. Büchi gibt einer einzigen Gratiszeitung im Markt längerfristig eine Chance.
Für Christian Müller, CEO der Vogt Schild AG, der Herausgeberin der Solothurner Zeitung, ist die Gratispresse dagegen eine vorübergehende Zeiterscheinung von lediglich fünf bis sieben Jahren. Müller erinnerte an die «social responsability» der Verleger von Gratistiteln, von denen einige ihre Journalisten praktisch zum «Vehikel für die Distribution von Werbung» abgewertet hätten. Im Unterschied dazu setze man in Solothurn auf Leser, welche die Leistung der Journalisten schätzten.
Dieser Ansicht mochte Tamedia-CEO Martin Kall nicht folgen und konterte, dass die 1,2 Millionen Leser von 20 Minuten sich kaum bloss mit journalistischem Schrott begnügen würden – unter ihnen mehr Akademiker als unter der Lesserschaft der NZZ. Mit einer Haltung wie der von Müller gehe man am Grundbedürfnis der Leserschaft und damit an einer wichtigen gesellschaftlichen Entwicklung vorbei. So gesehen sei es einfach, ein Monopol zu verteidigen und die Arbeit anderen zu überlassen. Für Kall stellt sich nicht die Frage nach dem Entweder-oder zwischen verschiedenen Modellen, sondern es werde stets alles geben.
Hanspeter Rohner äusserte schliesslich den Verdacht, dass das eine oder andere Gratiszeitungsprojekt die Marktstrukturierung im Visier habe und sich der Markt deshalb früher oder später wieder normalisieren würde. Im Tessin und in der Westschweiz werde je eine Gratiszeitung überleben. «In der Deutschschweiz bleibt eine Gratiszeitung und ein Derivatsystem von einer Tageszeitungsgruppe.» Darunter versteht Rohner das Gratisblatt als Promotionsprodukt für eine Tageszeitung beziehungsweise elektronische Medien, also für einen ganzen Medienverbund, was sich auch als leise Anspielung auf Cash daily interpretieren liess.
René Worni
Branchentreff mit starkem MedienechoDer diesjährige Verlegerkongress
fand unter dem Eindruck der zahlreichen Neulancierungen von Printprodukten ein überdurchschnittliches Medienecho. Bei der Nabelschau der Branche glänzten auch erstmals Videobeiträge im Internet. Den Zeichen der Zeit entsprechend begleiteten Studierende des MAZ-Masterkurses den Kongress journalistisch und verarbeiteten ihre Eindrücke in einem Videoblog. In einigen Presseberichten kam zum Ausdruck, dass kaum ein Kongressteilnehmer öffentlich gegen die Gratispresse anredete, Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey mit eingeschlossen, welche zwar für den politischen Journalismus und für grösstmögliche Meinungsvielfalt eine Lanze brach, die Gratiszeitungen dennoch als «nicht wert- und bedeutungslos» bezeichnete. (rw)

JvM/Limmat zeigt Firmenkunden den Wert der Migros-Bank

In einem Mailing stellt Jung von Matt/Limmat Entscheidern vor die Wahl, ob sie mit einer Clownnase und Humor die Effizienz ihres Geschäfts erhöhen wollen oder doch lieber auf die Kompetenz der Migros-Bank vertrauen möchten.

Jung von Matt/Limmat wird mit einem Mailing für die Migros-Bank dem Claim «Es geht auch anders» gerecht. Dieser Slogan gilt auch dann, wenn es um den Geschäftsbereich der Firmenkunden geht. Viele Chefs, gerade kleinerer Firmen, liessen sich bei finanziellen Entscheiden gerne von eigenwilligen Studien und abenteuerlichen Untersuchungen beeinflussen, heisst es in einer Mitteilung von Jung von Matt/Limmat. Die Migros Bank will diesem Glauben die Kraft der Zahlen entgegen setzen. Diesen Gegensatz hat Jung von Matt/Limmat in einem Mailing umgesetzt: Entscheider erhalten hier die Wahl, ob sie mit einer Clownnase und Humor die Effizienz ihres Geschäfts erhöhen wollen oder doch lieber auf die Kompetenz der Migros-Bank vertrauen möchten, um ihr Geschäft weiter zu bringen. Laut Mitteilung führten knapp 70 Prozent der versandten Mailings zu einem Beratungs-Termin.
Verantwortlich bei Migros Bank:
Cinzia Sartorio (Leiterin Werbung & PR), Kristina Brunner, Daniel Sanchez (Marketing Kommunikation). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Tom Seinige (Creative Direction), Axel Eckstein, Fernando Perez (Art Direction), Michael Kathe, Livio Dainese (Text), Alischer Makarow, Christina Baeriswyl (Grafik), Fabian Roethlisberger, Claudio Gentili (Beratung).

Vier Titel lancieren den Öko-Pool

Die Publikationen Hochparterre, Nebelspalter, Surprise und die Wochenzeitung WOZ bieten per 1. Januar 2008 einen gemeinsamen Inserate-Pool an, der unter dem Thema «Öko» steht.

 Die Publikationen Hochparterre, Nebelspalter, Surprise und die Wochenzeitung WOZ bieten per 1. Januar 2008 einen gemeinsamen Inserate-Pool an, der unter dem Thema «Öko» steht. Die vier Titel des Öko-Pools kommen auf eine Netto-Reichweite von 476 000 Leser und Leserinnen und zeichnen sich durch hohe Affinitäten zum Thema Umweltschutz aus, heisst es in einer Mitteilung. Die Leserschaften belegen in der Mach Basic 2007-2 beim Interessengebiet «sehr stark an Umweltschutz interessiert» die vordersten Ränge im Affinitäts-Ranking. Der Öko-Pool soll die zeitgemässe Alternative für Unternehmen sein, die nicht nur ökonomischen, sondern auch ökologischen Interessen verpflichtet sind, ist dem Communiqué weiter zu entnehmen. Offizielle Administrations- und Abwicklungsstelle für Schaltungen im Öko-Pool wird die Werbeakquisitions- und Verlagsberatungsfirma von Kilian Gasser.

SFLB: Butter setzt mit Fiona und Renzo auf Natürlichkeit

Spillmann/Felser/Leo Burnett sicherte sich kürzlich den Butter-Etat und fokussiert nun in einer Kampagne darauf, wie natürlich Butter ist. In den Printsujets bekennen sich Renzo Blumenthal und Fiona Hefti zum Butteressen.

Spillmann/Felser/Leo Burnett sicherte sich kürzlich den Butter-Etat und fokussiert nun in einer Kampagne darauf, wie natürlich Butter im Gegensatz zu den pflanzlichen Konkurrenzprodukten ist. Butter nämlich ist ein reines Naturprodukt, das ausschliesslich aus Milch hergestellt wird, wie es in einer Mitteilung heisst. Ganz im Gegensatz zu so genannten pflanzlichen Streichfetten. Diese werden in zahlreichen Schritten industriell gefertigt und mit Zusatzstoffen versehen. Auf den Printsujets der Kampagne aus dem Hause SFLB sind jeweils zwei Personen abgebildet, die uns vor Augen führen, dass man ist, was man isst. So steht zum Beispiel bekennt der ehemalige Mister Schweiz Renzo Blumenthal auf einem Schildchen: «Ich esse Butter.» Neben ihm ein mit Bräunungscreme marinierter Bodybuilder. Auf seinem Schildchen steht: «Ich nicht.» Die Headline löst auf mit dem Satz «Noch Fragen?» und verweist auf die Website Butter.ch. Der Claim unterstreicht die Botschaft nochmals: «Butter. Alles andere ist nicht natürlich.»
Auf den Plakaten und Inseraten, welche die Sujets mit der Butterfrau Sarina Arnold ablösen, outet sich unter anderem auch Fiona Hefti als Butterliebhaberin. Sie sind ab sofort in der ganzen Schweiz zu sehen.
Verantwortlich bei Butter:
Charlotte Hofstetter (Abteilungsleiterin Werbung und Media bei SMP), Daniela Schmutz (Projektleiterin); verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Martin Spillmann (CD), Barbara Hutter (Text), Tabea Guhl (AD), Karin Estermann (Grafik), Regine Hubler, Pam Hügli (Beratung), Bettina Sorg (Art Buying). Fotograf: Lozza.

Phönix aus der Asche

Studierendenzeitung Mit neuem Konzept und Layout will die Zürcher Studierendenzeitung die Aufmerksamkeit der Werbewirtschaft gewinnen. Die ersten Schritte zur Gesundung der ältesten Schweizer Studierendenzeitung sind getan.

 
Studierendenzeitung Mit neuem Konzept und Layout will die Zürcher Studierendenzeitung die Aufmerksamkeit der Werbewirtschaft gewinnen.  
Die Macher (v.l.n.r.): Steven Goodman (Geschäftsführer Medienverein), Florian Frey (Redaktionsleiter) und Mirco D’Angelo (PR und Marketing).
Noch Ende letzten Jahres sah es düster aus für die bereits seit 1923 herausgegebene Zürcher Studentin, vormals Zürcher Student: Nach jahrelangem Lavieren am finanziellen Abgrund stand die Zeitung wie auch ihre Schwester iQ (Quartalsinfo für Uni und ETH) kurz vor dem Aus. Die ausschliesslich von Studierenden produzierten Gratisblätter kämpften mit sinkenden Inserateneinnahmen, so dass kaum noch die Druckkosten bezahlt werden konnten – von Löhnen ganz zu schweigen. «Es machte sich eine Endzeitstimmung breit», sagt Florian Frey, Mitglied des Medienvereins und Redaktionsleiter der neuen ZS. «Wir legten im Dezember die Karten auf den Tisch und sahen nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder aufhören oder um 180 Grad wenden, stärker kommerziell denken und ein neues Produkt definieren.»
Gesagt, getan. So ist aus der Zusammenlegung der beiden bisherigen Zeitungen die ZS, die Zürcher Studierendenzeitung, entstanden. Von der einen behält sie den traditionsreichen Namen, von der anderen übernimmt sie den auf dem Hochschulplatz Zürich einzigartigen Vertriebskanal, den Postversand an alle rund 35’000 Studierenden und Assistierenden beider Hochschulen. Neu erscheint die Zeitung im Tabloidformat monatlich dreimal pro Semester mit einem Umfang von mindestens 32 Seiten. Gedruckt wird die Zeitung bei Ringier in Adligenswil in einer Auflage von 36’000 Exemplaren.
Inhaltlich will das siebenköpfige Redaktionsteam eine attraktive Mischung aus Nachrichten, einem Schwerpunktthema und leichteren Rubriken bringen. Studentische Themen bleiben dabei im Zentrum, weshalb auch mit den grössten Studentenvereinen, dem VSETH und dem Studierendenrat der Uni Zürich, zusammengearbeitet wird.
«Werbeseitig haben sich zwei Zielgruppen herausgeschält: Die Talentgruppe und die Studierendengruppe», sagt Steven Goodman, Geschäftsleiter des Medienvereins. «Die erste Gruppe zielt auf talentierte Studienabgänger und will durch Werbung bei Studierenden im Gespräch bleiben; da findet eine Art «war for talents» statt. Die zweite Gruppe sucht die Studierenden als momentane Kunden oder zur Etablierung einer langfristigen Kundenbindung – für den Zeitpunkt, wenn sie dann mal gut verdienen.» In seiner Arbeit sucht Goodman das direkte Gespräch mit den Werbekunden. «Läuft der Kontakt nur über Agenturen, ist es für uns schwieriger, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen.»
In Kürze soll eine Website aufgeschaltet werden, wo neben der Printausgabe in eigenständiger Arbeit Nachrichten publiziert werden sollen. «Die Werbemöglichkeiten im Web werden Printwerbekunden vorerst als Mehrwert angeboten», so Goodman. Doch auch weiter in die Zukunft haben die Zeitungsmacher bereits gedacht. «Natürlich wollen wir jetzt erst mal sehen, wie es mit den ersten paar Nummern läuft. Aber Wachsen ist ganz klar ein Thema», sagt Frey. Und Goodman weiter: «Wir haben da zwei Szenarien: Das eine ist ein Wachstum in die Breite, also zum Beispiel eine Expansion an die HSG St. Gallen oder nach Basel. Das andere wäre ein Wachsen in die Tiefe, den Zürcher Markt ausbauen und die Fachhochschulen einbeziehen.» Wann das sein wird, bleibt vorerst offen. Aber die ersten Schritte zur Gesundung der ältesten Schweizer Studierendenzeitung sind getan.
Michael Koller

Markenwirkung im Kopf

Neuromarketing II Marken entstehen im Kopf. Wie und warum, das erklären die bekannten Neuropsychologen Christian Scheier und Dirk Held in ihrem neuen Buch.

 
Neuromarketing II Marken entstehen im Kopf. Wie und warum, das erklären die bekannten Neuropsychologen Christian Scheier und Dirk Held in ihrem neuen Buch. 
Pepsi hat ein Problem. Obwohl das Süssgetränk bei Blindverköstigungen als Sieger hervorgeht, verkauft sich Coca-Cola viel besser. Der Pepsi-Test zeigt, dass nicht der Gaumen das entscheidende Kaufargument ist, sondern die Marke. Christian Scheier und Dirk Held gehen in ihrem neuen Buch «Was Marken erfolgreich macht» solchen Markenphänomenen auf den Grund. Dabei beschreiben sie nicht wie viele Autoren vor ihnen die Symptome einflussreicher Marken, sondern analysieren die komplexen Abläufe im Kopf. Mit Hilfe der Erkenntnisse aus Hirnforschung und Psychologie versuchen sie das Mysterium starker Marken zu lüften. Entscheidungen sind unbewusstScheier und Held sind keine Neurowissenschaftler, die mit vielen bunten Bildern den Denkapparat und sein Funktionieren erklären. Das skizzierten die beiden in ihrem letzten Buch «Wie Werbung wirkt» ansatzweise. Im Folgewerk beschreiben die Autoren die konkreten Abläufe und ihre Wirkung auf die Markenbildung im Kopf. Dabei wird der Schwerpunkt auf das Unterbewusstsein gelegt. Was wir tun und lassen, hat nach Scheier und Held wenig mit rationalen Entscheidungen zu tun. Über 95 Prozent unserer Kaufentscheidungen laufen nämlich unbewusst ab. Zentrale Treiber dieses «impliziten» Entscheidungssystems sind Belohnung und Bedeutung. Aus deren Zusammenspiel ergibt sich die Anziehungskraft einer Marke. Im Prinzip keine Neuigkeit, die Scheier und Held uns hier ans Licht bringen. Die Autoren haben es aber geschafft, die komplexe Materie in nachvollziehbaren Modellen darzustellen. Das, was erfolgreiche Werber schon lange intuitiv tun, beschreiben Scheier/ Held mit Hilfe vieler interessanter Beispiele aus der Praxis.
Fazit: Am Ende des Tages muss Werbung nur eins tun: verkaufen. Inwiefern das neue Buch den Werbern dabei hilft, muss der Leser selbst beurteilen. Wer das letzte Werk «Wie Werbung wirkt» gelesen hat, den erwarten wenig Zusatzinformationen. Bestimmt ist aber das neue Buch keines der vielen Hundert anderen Bücher, die zum wiederholten Mal den Mehrwert von Marken erklären und dabei auf sinnleere Formeln zurückgreifen.
Christian Lüscher
 
Siehe auch:
Abschied von den Illusionen
Was Marken erfolgreich macht – Neuropsychologie in der Markenführung. Von Christian Scheier und Dirk Held. Haufe Verlag, 230 Seiten, Fr. 49.90.

 
 

Eine junge Disziplin Neuromarketing ist ein junger Forschungszweig
, der dank den Fortschritten der Hirnforschung der letzten zehn Jahre populärer geworden ist. Neuromarketing kombiniert das klassische Markt- und Konsumentenverhalten mit neurowissenschaftlicher Forschung. Dadurch konnte man zumindest teilweise das Modell des Homo oeconomicus entkräften (WW 14. März 2007, «Werbe-Operation am offenen Hirn»). Über den aktuellen Stand der Forschung lesen sie den Beitrag «Abschied von den Illusionen
» von Werner Fuchs.

Nissan kürt Miguel San Juan zum neuen Botschafter

Der ehemalige Mister Schweiz Miguel San Juan hat sich einen neuen Job gesichert: Er wird neuer Botschafter von Nissan. Der Autohersteller seinerseits spart nicht mit Lob für den Ex-Schönheitskönig.

 Der ehemalige Mister Schweiz Miguel San Juan hat sich einen neuen Job gesichert: Er wird neuer Botschafter von Nissan. An der IAA in Frankfurt nahm er die erste Sitzprobe im neuen Dienstfahrzeug, einem 350Z Roadsters. Alfonso Albaisa, Vice President Design von Nissan Europe, rühmte dabei den neuen Botschafter: «Miguel ist ein selbstbewusster Mann mit viel Ausstrahlung und einem eigenständigen Stil. Das passt perfekt zu diesem Fahrzeug». Auch sonst spart das Communiqué nicht mit Lob für den Ex-Schönheitskönig: Er sei «sympathisch, intelligent, ein Ästhet» und während seines Amtsjahres «zum Markenzeichen für eine weltoffene, kritische und multikulturelle Schweiz» geworden. Miguel San Juan wird die Schlüssel für seinen fahrbaren Untersatz im Oktober in Empfang nehmen. Die ersten Auftritte zusammen mit Nissan sind noch im Herbst dieses Jahres geplant.

Wer hat, dem wird gegeben

Lokalradio Vor allem kommerzielle Radiosender profitieren vom künftigen Gebührensplitting, die Alternativsender kommen nochmals schlechter weg. Bei den Radios geht es weitaus weniger komfortabel zu als bei den Lokal-TV-Konzessionen.

 
Lokalradio Vor allem kommerzielle Radiosender profitieren vom künftigen Gebührensplitting, die Alternativsender kommen nochmals schlechter weg.Wer viel hat, dem wird auch in Zukunft viel gegeben. Wer wenig hat, dem wird wenig gegeben. Das ist – auf einen kurzen Nenner gebracht – die Politik des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) beim Zumessen der künftigen Gebührenanteile für Lokalradios. Das Bakom hat ja neben 13 Regional-TV-Konzessionen (siehe WW 33/07) auch 42 UKW-Radio-Konzessionen in 34 Regionen ausgeschrieben, für die sich Interessenten bis zum 5. Dezember bewerben können. Doch bei den Radios geht es etwas weniger komfortabel zu als bei den Lokal-TV-Konzessionen. Während beim Medium TV alle künftigen Konzessionäre sowohl einen Zugang zu den örtlichen Kabelnetzen als auch einen Gebührenanteil zugesichert bekommen, ist den Radiokonzessionen nur eines gemeinsam: Sie gestehen jedem Konzessionär eine garantierte Verbreitung in Form einer UKW-Frequenz zu. Gebührenanteile gibt es dagegen nur für rund zwei Drittel der künftigen Gebiete, 12 von ihnen gehen dagegen leer aus – nämlich Zürich, Bern, Basel, Genf (Arc lémanique), Aargau, Solothurn-Olten sowie die Gebiete in der Ost- und der Innerschweiz. Pech hat insbesondere das Verbreitungsgebiet Innerschweiz Süd, wo heute Radio Central sendet: Hier fliessen künftig keine Gebührenanteile mehr hin. Wer auch immer dort senden will, der muss neu ohne finanziellen Zustupf auskommen.
Keine Reduktion, aber ein starker Eingriff in die heutige Radiolandschaft erfolgt im neuen Gebilde Arc jurassien: Hier werden die heutigen Gebiete des Neuenburger Radio RTN, des Jurassier-Senders Fréquence Jura sowie jenes von Radio Jura Bernois neu zu einem einzigen Versorgungsgebiet zusammengefasst. Für dieses neue Radiogebiet sind zwei deckungsgleiche Konzessionen vorgesehen, die eine mit dem Kerngebiet Neuchâtel, die andere mit der Hauptzone Porrentruy/Delémont/Freiberge. Gebührengelder werden aber nur für den nach Neuenburg orientierten Sender gesprochen, verbunden mit der Auflage, für jeden der drei tangierten Kantone je ein eigenes Sendefenster zu machen.
Ansonsten verändert die Ausschreibung wohl nur wenig. Ausser dass die Gebühren erhöht werden. Die kommerziellen Radiokonzessionen mit Gebührenanteil erhalten künftig das Drei- bis Vierfache von dem, was die kommerziellen Gebührenradios im Jahr 2005 erhalten haben. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Gebiete, in die schon heute mehr als eine Million Franken fliessen, (Südostschweiz, Arc jurassien) können «bloss» mit einer Verdoppelung des Betrags rechnen.
Markante SteigerungenDie Zahlen von 2005 sind allerdings nicht die aktuellsten. Soeben hat das Bakom die Gebührenverteilung 2007 publiziert– noch unter dem bisherigen System. Doch schon hier manifestieren sich markante Steigerungen: Die gesprochenen Beträge 2007 liegen je nach Sender um 30’000 bis 200’000 Franken über jenen von 2005. Gegenüber 2005, als im Rahmen des Gebührensplittings insgesamt 5,9 Millionen Franken verteilt wurden, werden dieses Jahr 7,4 Millionen Franken an die Radiostationen ausgeschüttet.
Gemessen an den Zahlen von 2007 steigert sich also der Geldsegen für die künftigen Gebührenradios nicht so stark wie auf der Grundlage der Zahlen von 2005. Aber auch auf der Basis von 2007 ist die Ausschüttung in den nächsten fünf Jahren immer noch zweieinhalbmal höher als heute. Dass hier dennoch primär die Zahlen von 2005 zum Zuge kommen, liegt daran, dass von den einzelnen Sendern noch keine aktuelleren Jahresrechnungen publiziert sind. Und aus diesen Jahresrechnungen geht hervor, dass die meisten kommerziellen Sender damals mit einem mehr oder minder grossen Gewinn abgeschlossen haben. Insofern erstaunt die Grosszügigkeit, mit der schon heute und erst recht in Zukunft den kommerziellen Sendern Geld zufliesst.
Verglichen damit schneiden die Komplementärsender nämlich mager ab. Anders als bei den kommerziellen Sendern hat das Bakom hier den Gesamtgebührenanteil für 2006 und 2007 auf dem Niveau von 2005 eingefroren (1,6 Millionen Franken). Neu soll er zwar auch um rund eine Million Franken erhöht werden, doch davon profitieren nicht alle. Im Gegenteil: In St. Gallen wird der Gebührenanteil für den künftigen Komplementärkonzessionär mehr als verdoppelt, in Bern wird er nur geringfügig erhöht und in Schaffhausen sogar reduziert. Dabei ist zu beachten, dass von den acht heute bestehenden Alternativsendern 2005 immerhin drei ebenfalls mit ausgeglichenen Rechnungen und sogar mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen haben.
 Markus Knöpfli
 

Berechnung der neuen GebührenanteileDie einzelnen Gebührenanteile
berechnete das Bakom wie folgt: Mit einem Sockelbetrag werden die weitgehend regionsunabhängigen Produktionskosten abgedeckt und spezifische Leistungen wie Programmfenster abgegolten. Der zweite Teil des Gebührenanteils
berücksichtigt die Besonderheiten des jeweiligen Versorgungsgebiets und berechnet sich anhand von standortgebundenen Faktoren wie Einwohnerzahlen, Daten zur Wirtschaftsstruktur und zur Konkurrenzsituation. Diese Faktoren widerspiegeln die ökonomischen Voraussetzungen für den Betrieb einer Radiostation im Versorgungsgebiet. Beim Medium Radio gewichtet das Bakom den Sockelbetrag und die Wirtschaftsfaktoren im Verhältnis 40:40, wobei hier die Verbreitungskosten noch mit 20 Prozent ins Gewicht fallen.Die festgelegten Gebührenbeträge
sollen den künftigen Veranstaltern einen gewissen Entwicklungsspielraum lassen, sind aber grundsätzlich für die nächsten fünf Jahre fix. Im Endergebnis darf ein Gebührenanteil 50 Prozent je Sender ausmachen.

Ringier und Microsoft planen Online-Plattform

Das Verlagshaus Ringier plant unter dem Arbeitstitel «Digital Life» eine neue Online-Plattform. Partner des Projekts ist Microsoft. Das berichtet die Netzwoche unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise.

  Das Verlagshaus Ringier plant unter dem Arbeitstitel «Digital Life» eine neue Online-Plattform. Partner des Projekts ist Microsoft. Das berichtet die Netzwoche unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. Die offizielle Bekanntgabe der neuen Plattform soll am 4. Oktober anlässlich des Besuchs von Microsoft-Chef Steve Ballmer in Zürich in dessen Beisein erfolgen. Digital Life solle sich laut Netzwoche an Konsumenten richten und will über die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation informieren.
Ringier mochte zu dieser Meldung allerdings nichts sagen:
«Wir verzichten auf einen Kommentar», sagte Konzernsprecher Marco Castellaneta auf Anfrage der Werbewoche.
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