Der Basler Anwalt, Medienunternehmer und Jean-Frey-Verwaltungsrat Martin Wagner übernimmt von Tamedia 100 Prozent der Aktien an Radio Basilisk. Gleichzeitig ist geplant, dass Wagner die 50-prozentige Beteiligung von Tamedia an RV Radio Vision, der gemeinsamen Radiovermarktungsorganisation von Radio Basilisk, Radio Basel 1 und Radio Regenbogen übernimmt. Er wird voraussichtlich zudem Einsitz in den Verwaltungsrat der RV Radio Vision nehmen. Mit dem Verkauf an Martin Wagner gehe Radio Basilisk wieder in Basler Hände über und bleibe als unabhängige Stimme im Basler Medienmarkt erhalten, heisst es in einer Mitteilung von Tamedia. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Radio Basilisk und die RV Radio Vision sollen in ihrer heutigen Form, mit dem bestehenden Management und den bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weitergeführt werden.
Wagner wird das Präsidium des Verwaltungsrates der Senderbetreiberin Radio Basilisk Betriebs AG übernehmen. Mit dem VR-Präsidialamt hat der Anwalt bereits Erfahrung: Bis zum Verkauf der Jean Frey an Axel Springer amtete er beim Zürcher Verlag als VR-Präsident.
Daneben werden Weltwoche-Verleger Roger Köppel und Bernhard Burgener, Präsident des Verwaltungsrates von Highlight Communications, den VR von Radio Basilisk verstärken. Wie Wagner der Werbewoche sagte, werde er selber für den rechtlichen Bereich zuständig sein, Köppel für die publizistischen Belange und Burgener für den kommerziellen Bereich.
Auf die Frage der Werbewoche, ob die Hörer dank Köppels Input nun auf Radio Basilisk verstärkt von Christoph Blocher hören werden, antwortete Wagner: «Nein, der Sender wird politisch unabhängig bleiben. Ich finde es auch unfair, wenn Roger Köppel stets in diese Ecke gestellt wird. Er soll ein Garant sein für unabhängigen Journalismus, Input liefern und den Mut vermitteln, heisse Eisen anzufassen». Man habe den klaren Anspruch, dass Radio Basilisk zu einem Sender werde, den man einfach hören müsse – so wie die Weltwoche ein Magazin sei, das man lesen müsse.
An der publizistischen Ausrichtung von Radio Basilisk soll sich aber nichts ändern, Wagner will den Sender nicht umkrempeln. Ein Stellenabbau ist ebenfalls nicht geplant. «Mich reizt es, dass der Basler Sender wieder in Basler Händen ist. Ich will die Herausforderung annehmen, das neue RTVG und den damit verbundenen Leistungsauftrag zusammen mit dem Sender umzusetzen». Das Team des Senders sei ebenfalls erfreut darüber, dass Radio Basilisk an einen Eigentümer aus der Stadt am Rheinknie übergehe und nicht etwa einem Grosskonzern angegliedert werde.
Der Übergang der Konzession von Tamedia an Radio Basilisk muss gemäss Radio- und TV-Gesetz vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) genehmigt werden. Wagner hofft, dass die Genehmigung in den nächsten Tagen erfolgt. Dann wird auch der Entscheid dazu fallen, ob er die 50-prozentige Beteiligung von Tamedia an RV Radio Vision übernimmt. Wagner ist es wichtig, dass Radio Basilisk weiterhin zusammen mit den anderen Sendern vermarktet werden kann.
Hintergrund des Verkaufs ist das neue Radio- und Fernsehgesetz, welches vorschreibt, dass kein Anbieter mehr als zwei Radiokonzessionen halten darf. Tamedia, die nach dem Zusammenschluss mit der Espace Media Groupe bereits Radio 24 und Radio Capital FM betreiben wird, ist deshalb zum Verkauf von Radio Basilisk gezwungen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Espace Media Groupe wird ihrerseits das Bieler Radio Canal 3 verkaufen.