Aegis Media kontert
Die Antwort Aegis-Media-CEO Zentraleuropa, Andreas Bölte, gibt kein Interview. Er liess mitteilen, dass Ruzickas Behauptungen «unwahr und irreführend» seien.
Die Antwort Aegis-Media-CEO Zentraleuropa, Andreas Bölte, gibt kein Interview. Er liess mitteilen, dass Ruzickas Behauptungen «unwahr und irreführend» seien.
Gegenüber dem deutschen Branchenmagazin Horizont nahm Aegis-Media- Rechtsanwalt Johann-Christoph Gaedertz die Rolle des Pressesprechers ein. Er konterte Ruzickas Äusserungen (siehe «Egal weshalb – der Mann muss weg»
) energisch. Laut Gaedertz war das kollusive Zusammenwirken von drei Personen (gemeint sind Ruzicka sowie die Media- Einkaufschefs Linn und Jackson) massgeblich. Dieser «Unrechtspakt» soll in der Absicht entstanden sein, Aegis Media zu schädigen. Wie Gaedertz weiter ausführt, soll das Buchhaltungs- und Abrechnungssystem bei Aegis Media von Jackson und Linn manipuliert worden sein. Sie hätten im System hinterlegt, dass die Rechnung von Emerson FF und nicht von den TV-Vermarktern kommt.Die so hinterlegten Sendezeiten, Preis- und Rabattangaben seien daraufhin von Jackson an die Buchhaltung von Emerson FF gemeldet worden: «Emerson FF hat danach eine Rechnung mit diesen Buchungsangaben an Carat geschickt», erklärt Gaedertz weiter. Daher sollen die Rechnungen die Aegis-Media-Buchhaltung automatisch passiert haben, ohne dass jemand etwas bemerken konnte: «Damit war keine Kontrolle für Aegis möglich», wird Gaedertz von Horizont zitiert. «Aufgrund von identischen Rechnungen, die von Watson und Camaco an Emerson FF gesandt wurden, flossen diese Gelder an deren Treuhänder (Ruzicka, Linn, Jackson, Anm.) zurück», so der Rechtsanwalt von Aegis Media.
Fragen – mit welchem Grund die betroffenen Freispots von den TV-Vermarktern zu Carat gekommen sind, an welcher Stelle die Freispots wieder zu den TV-Sendern gekommen sind (wo sie ausschliesslich kundenbezogen eingesetzt werden können) oder ob Rechnungen nicht bezahlt wurden, wenn das Geld zu Emerson FF statt zu den TV-Vermarktern geflossen sein soll – wollten Aegis Media und Rechtsanwalt Gaedertz nicht beantworten.
Trotzdem bleibt der begründete Verdacht, dass Geld in private Taschen geflossen ist. Das Landgericht Wiesbaden muss entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Das Oberlandesgericht Frankfurt prüft, ob für Ruzicka Haftfortdauer angeordnet wird.
Michael Ziesmann
