Pius Walker

Nominiert für den Werber des Jahres 2008.


Pius Walker hat mit seiner «kleinsten Werbeagentur der Welt» in diesem Jahr viel Grosses geleistet. Im Kreativranking der Werbewoche ist er auf Platz 1 vorgerückt. Im internationalen Ranking, das der Gunn Report aus allen wichtigsten Kreativpreisen der Welt errechnet, ist Walker Werbung auf Platz 39 aller Agenturen dieser Welt. Möglich wurde dies vor allem dank Walkers Ideen für Amnesty International. Die Kampagne mit dem Claim «Es geschieht nicht hier. Aber jetzt.» ist mit Rang 9 auch unter den 10 am meisten ausgezeichneten «print ads and campaigns in the world 2007». Zwei goldene und ein silberner Löwe in Cannes sowie der Titel «drittbeste Media-Agentur der Welt» haben dabei mitgeholfen. Die zweite Kampagne, wegen der Walker viele Galaabende an Festivals verbringt, ist Fleurop, unter anderem mit sieben Shortlist-Plätzen in der Königskategorie Film in Cannes. Grosser Abräumer war Walker auch beim ADC, wo er vier von sieben Goldwürfeln holte. Als neues Budget kann Walker 2007 Rega vermelden. Gewonnen hat Walker auch Max Havelaar. Für Maxiprint hat Walker mit der Aktion «Newsweek» eine Woche lang die Schlagzeilen der Nacht schon am frühen Morgen auf Plakate aufgezogen und mit Witz bewiesen «Schneller druckt keiner.» Die Agentur Walker wurde 2003 gegründet. Eingestiegen in die Werbung ist Pius Walker mit einer Grafikerlehre bei AY&R. Er arbeitete bei GGK in Zürich und später bei Springer & Jacoby sowie Jung von Matt in Hamburg, Legas Delaney in London sowie als CD und Geschäftsführer bei Scholz & Friends Berlin.

Orange und Sunrise: Ausstieg aus Handy-TV-Projekt mit Swisscom

Die beiden Telekommunikationsfirmen Sunrise und Orange sind aus einem gemeinsamen Handy-TV-Projekt mit der Swisscom ausgestiegen. Trotzdem hält die Swisscom, welche die entsprechende Konzession innehat, an ihren Plänen für ein entsprechendes Netz fest. Bis zur Euro 08 soll knapp die Hälfte der Bevölkerung auf dem Mobiltelefon Fernsehen schauen können.

 Die beiden Telekommunikationsfirmen Sunrise und Orange sind aus einem gemeinsamen Handy-TV-Projekt mit der Swisscom ausgestiegen. Trotzdem hält die Swisscom, welche die entsprechende Konzession innehat, an ihren Plänen für ein entsprechendes Netz fest. Die eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hatte der Swisscom Ende September die Konzession für den Aufbau von Handy-TV gemäss DVB-H-Standard erteilt. Swisscom, Sunrise und Orange hatten die neue Technologie in einem Pilotprojekt Ende 2006 getestet. In der Folge wurde ein Kooperationsprojekt für die kommerzielle Einführung von Handy-TV gestartet. Kurzfristig sind die beiden Partner aus dem gemeinsamen Projekt ausgestiegen, wie die Swisscom am Mittwoch ohne Angabe von Gründen mitteilte.
«Das Projekt ist zu teuer. Wir verzichten auf die kommerzielle Einführung eines DVB-H Handy-TV-Angebotes im kommenden Jahr, da wir den Schweizer Markt derzeit als zuwenig reif dafür erachten», sagte Sunrise-Sprecherin Sevgi Gezici auf Anfrage der Werbewoche. Jedoch sei es gut möglich, dass sowohl Sunrise als auch Orange ein solches Angebot zu einem späteren Zeitpunkt lancieren würden.
 
Die Swisscom zeigt sich dennoch überzeugt, dass mobiles Fernsehen in digitaler Qualität einem wachsenden Kundenbedürfnis entspreche. Ziel sei es, dass bis zur Euro 08 knapp die Hälfte der Bevölkerung auf dem Mobiltelefon Fernsehen schauen könne.
Für diese erste Phase liegt die Priorität der Planung auf der Versorgung der Euro-2008-Austragungsstädte Bern, Basel, Zürich und Genf. Rund 26 Antennen an bestehenden Standorten sind dafür gemäss Mitteilung nötig. Insgesamt lässt sich die Swisscom die Einführung von Handy-TV einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Das TV-Konzessionskarussell dreht sich

Sendekonzessionen Für die 13 Regionalfernsehkonzessionen sind 21 Bewerbungen eingegangen. Das Rennen ist lanciert.

Regional-Sendekonzessionen Für die 13 Regionalfernsehkonzessionen sind 21 Bewerbungen eingegangen. Das Rennen ist lanciert.  Die erste Phase der Neuvergabe der Fernseh- und Radiokonzessionen für private Sender ist abgeschlossen. Am 5. Dezember lief die Bewerbungsfrist ab. Nötig gemacht hatte die Ausschreibung sämtlicher Konzessionen die Neuregelung des Gebühren-Splittings im neuen Radio- und Fernsehgesetz. Für die UKW-Radiosender schrieb das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) insgesamt 41 Konzessionen aus. Dafür sind 54 Bewerbungen eingegangen (siehe Kasten). Für die 13 neu definierten Regionalfernsehgebiete liegen insgesamt 21 Gesuche vor.
In der Deutschschweiz ist die Hälfte der Fernsehgebiete umstritten. Während für die Regionen Bern, Basel, Biel und Südostschweiz nur die Gesuche der jeweils bestehenden Sender eingegangen sind, hat das Bakom für die vier weiteren Sendegebiete mehrere konkurrierende Bewerbungen erhalten. Dass es um die Region Zürich mit den Kantonen Schaffhausen und Thurgau sowie um die Region Ostschweiz um ein Gerangel kommt, war abzusehen, seit das Bakom für die drei Sender Tele Züri, Tele Top und Tele Ostschweiz nur zwei Gebiete definierte.
Gerangel um die OstschweizGünter Heuberger hat sich für sein Tele Top sowohl für Zürich-Schaffhausen-Thurgau als auch für die Ostschweiz – hier unter dem Projekttitel Tele Säntis – beworben. «Wir haben breite Erfahrung mit Programmfenstern und liefern einen regionalen Service public», erklärt er. «Bei weitgehend gleichwertiger Erfüllung des Leistungsauftrages wird gemäss Gesetz jener Bewerber bevorzugt, der die Meinungs- und Angebotsvielfalt am meisten bereichert.» Vor allem im Sendegebiet Ostschweiz, wo ihm Tele Ostschweiz gegenüber steht, dürfte ihm dies nützen. Denn Tele Ostschweiz gehört der St. Galler Tagblatt AG, die auch Radio aktuell betreibt.
Im grossen Sendegebiet Zürich-Schaffhausen-Thurgau hat Heuberger dagegen schlechtere Karten: Zwar ist Tele Top nicht mit einem grossen Verlag verbandelt, war aber bisher von Frauenfeld aus nur im Osten des Gebiets, nicht aber in der Stadt Zürich tätig. Tele Züri, das sich ebenfalls um dieses Gebiet bewirbt, hat den Vorteil, im Ballungsraum Zürich gut etabliert zu sein. Sein Mutterhaus Tamedia, das mit Tages-Anzeiger, Thurgauer Zeitung und Radio 24 stark präsent ist, kann allerdings weniger zur Medienvielfalt beitragen als Tele Top.
Die unternehmerische Unabhängigkeit ist freilich nur eines von vielen Kriterien, das laut Bakom vor allem dann zum Tragen kommt, wenn zwei Bewerbungen inhaltlich gleichwertig sind. Zünglein an der Waage könnte nun das Schaffhauser Fernsehen spielen, weil die Konzession vorsieht, dass der Zürcher Veranstalter für die Kantone Schaffhausen und Thurgau je ein Fensterprogramm herstellen muss. Tele Züri ist es gelungen, das Schaffhauser Fernsehen an Bord zu holen. Vergangene Woche gab Tamedia die Zusammenarbeit bekannt.
Tele Tell im GegenwindZwei finanzstarke Interessenten stehen sich auch in der Zentralschweiz gegenüber. Neben dem Konzessionsgesuch des bisherigen Platzhirschs Tele Tell hat auch die LZ Medien Holding AG, Verlegerin der Neuen Luzerner Zeitung, ein Konzessionsgesuch eingereicht. «Es ist Teil unserer Strategie, auf allen Kanälen präsent zu sein», sagt Geschäftsleiter Jürg Weber. Für das geplante Tele 1 wolle man 52 Vollstellen schaffen. Sein Trumpf dürfte jedoch die geplante Zusammenarbeit mit den Luzerner Hochschulen und dem Medienausbildungszentrum MAZ sein. Dies biete Gewähr für ein professionelles Programm, meint Weber, der sich gute Chancen auf eine Konzession ausrechnet. Obwohl sowohl Tele 1 als auch Tele Ostschweiz über ihre jeweiligen Mutterfirmen letztlich zur Freien Presse Holding der NZZ gehören, sei keine besondere Kooperation vorgesehen. Der überwiegende Teil des Programms soll in Luzern produziert werden.
Tele Tell dagegen kooperiert eng mit Tele M1. Beide Sender gehören der AZ Mediengruppe, die sich nicht nur in Luzern, sondern auch in ihrem Aargauer Stammgebiet konkurrenziert sieht. Für das Sendegebiet Aargau-Solothurn von Tele M1 hat auch das winzige Arolfinger Lokalfernsehen ein Gesuch eingereicht.
Mitte 2008 fallen die EntscheideIn der zweiten Phase der Neuvergabe der Radio- und Fernsehkonzessionen wird das Bakom nun eine öffentliche Anhörung durchführen. Das Bakom rechnet damit, die ersten definitiven Konzessionen ab Frühsommer 2008 vergeben zu können. «Es gibt keine Bestandesgarantie für bisherige Sender», sagt Matthias Ramsauer, Leiter der Abteilung Radio und Fernsehen beim Bakom. Bei der Neuvergabe der Konzessionen zählt die Bewertung der eingereichten Unterlagen. So müssen die Gesuchsteller darlegen, dass sie die erforderlichen Investitionen finanzieren und die mit der Konzession verbundenen Pflichten erfüllen können. Dazu zählen sowohl Qualitätssicherungsverfahren als auch die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nur wenn zwei Bewerbungen inhaltlich gleichwertig sind, kann das gesetzlich festgeschriebene Kriterium der «Angebots- und Meinungsvielfalt» zum Tragen kommen. Die unternehmerische Unabhängigkeit spielt deswegen nur eine geringe Rolle bei der Konzessionsvergabe. Dennoch könnte die Neukonzessionierung das Aus für bestehende Sender bedeuten. Betroffen wären allerdings primär Radiosender, denn ohne Konzession gibt es keine UKW-Frequenzen. Fernsehsender dürfen nach dem neuen Radio- und Fernsehgesetz auch ohne Konzession senden, erhalten aber weder Geld aus dem Gebühren-Splitting noch einen privilegierten Zugang zu Kabelnetzen.
Adrian Scherrer?
54 Gesuche für 41 RadiokonzessionenInsgesamt 54 Gesuche
gingen beim Bakom für die 41 ausgeschriebenen UKW-Radiokonzessionen ein. Umstritten sind neben den attraktiven Zürcher Frequenzen auch Sendegebiete im Aargau, in Basel und im Bünderland. Um die drei Konzessionen von Radio 24, Energy Zürich und Radio Zürisee bewerben sich nicht nur die bisherigen Inhaber, sondern auch 105-Macher Giuseppe Scaglione, der 105 Züri auf UKW lancieren möchte, sowie Roger Schawinski, der zurzeit Radio Tropic in ein Radio für über 30-Jährige umbaut. Schawinski erhofft sich dadurch für sein Radio 1 ein grösseres Einzugsgebiet, als es Tropic bisher hatte. Um die bisherige Tropic-Frequenz wiederum bewerben sich neben Schawinski auch drei weitere Interessenten: Scaglione hat mit RMC Züri ein ganz ähnliches Projekt wie Schawinski eingereicht, RadioJay, das eine Digitalradio-Konzession erhalten hat, möchte mit ZüriLive ein Newsradio machen, und Radio Alpenrosen plant ein Volksmusik-Programm. Hinter diesem Gesuch steht die in Dübendorf verlegte, gleichnamige Folklore-Illustrierte, die in der Volksmusikszene gut vernetzt ist und Webradio-Erfahrung vorweisen kann.
Roger Schawinski ist an zwei weiteren Projekten beteiligt: Im Aargau bewirbt er sich um die gleiche Konzession wie Radio Argovia. Und zusammen mit den Bündnern Stefan Bühler und Patrick Vogt hat er ein Gesuch für ein neues Radio Südost eingereicht, das sich um die Frequenzen von Radio Grischa bewirbt. In beiden Fällen wird mit der Unabhängigkeit der neuen Projekte argumentiert: Im Gegensatz dazu gehört Argovia zur AZ Mediengruppe, die die Mittelland Zeitung verlegt sowie Tele M1 und Tele Tell betreibt, und Grischa ist Teil der Südostschweiz Mediengruppe.
Umstritten sind schliesslich auch die Basler Frequenzen. Um die beiden Konzessionen bewerben sich die bisherigen Inhaber Basel 1 und Radio Basilisk sowie ein Projekt RBB – Radio, das mehr Basel bietet, hinter dem mit Christian Heeb ein weiterer Schweizer Radiopionier steht. Heeb war zusammen mit Schawinski Mitbegründer von Radio 24 und gründete später Radio Basilisk. (rer)

Welt ohne Kämpfer

Taxi Der Verein «Tixi Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung» leistet mit seinem Angebot einen schönen Teil der Behindertenfahrten im Kanton Zürich. Ruf Lanz unterstützt Tixi mit einer überraschenden Kampagne und zeigt an berühmten Beispielen, wie arm die Welt ohne Kämpfer aussehen würde.

Taxi Der Verein «Tixi Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung» leistet mit seinem Angebot einen schönen Teil der Behindertenfahrten im Kanton Zürich. Im Jahr 2006 hat Tixi 54’792 behinderte Personen gefahren. Ohne finanzielle Unterstützung durch den Kanton Zürich kann Tixi seinen Betrieb längerfristig nicht mehr aufrecht erhalten. Damit würde eine Institution, die seit 1983 im Dienste der behinderten Menschen steht, eingehen. Deshalb lancierte der Verein «SOS für Tixi» anfangs Dezember eine kantonale Volksinitiative und kämpft um finanzielle Unterstützung. Der Kanton muss übrigens deswegen nicht mehr Geld ausgeben. Die Gelder würden nur etwas umgelagert und anders verteilt. Ruf Lanz unterstützt Tixi mit einer überraschenden Kampagne und zeigt an berühmten Beispielen, wie arm die Welt ohne Kämpfer aussehen würde. Martin Luther-King hätte nur von Annehmlichkeiten wie einem Häuschen mit Swimming-Pool und Garten geträumt. Und Bob Marley hätte gesungen:  «Don’t get up, don’t stand up: Don’t stand up for your rights.» Deshalb zeigen insgesamt vier Motive: Es lohnt sich, für eine gute Sache zu kämpfen.

Kinoreichweite à discretion

Vermarkter Die Lausanner Inserateagentur Mediapresse hat am 1. Dezember die Vermarktung der drei Schweizer Gratiskinozeitschriften Close-up, Film demnächst und Avant Première übernommen.

Vermarkter
Die Lausanner Inserateagentur Mediapresse hat am 1. Dezember die Vermarktung der drei Schweizer Gratiskinozeitschriften Close-up, Film demnächst und Avant Première übernommen. Mediapresse kann nun mit einer geballten Reichweite von rund 570’000 Kino-affinen Personen auftreten. Die drei Magazine liegen monatlich mit 400’000 Exemplaren gratis in den Kinos auf – Close-up in jenen der Kinokette Kitag, die andern in den übrigen Sälen. Ferner wird Close-up an Inhaber der CS-Cinecard verschickt, Avant Première an Kunden des Online-DVD-Verleihers dvdfly.ch.Mediapresse bietet die drei Zeitschriften einzeln und in zwei Kombinationen an: die ganze Deutschschweiz (Film demnächst und Close-up) mit einem Rabatt von 10 Prozent und den gesamtschweizerischen Kino-Pool (Dreier-Paket) mit 15 Prozent Rabatt. Eine 1/1-Seite vierfarbig kostet im Kino-Pool 30’572 Franken brutto.
Ein solcher Pool war längst obsolet, doch weil die Hefte von verschiedenen Agenturen vermarktet wurden, kam er nie zustande. Close-up gehört dem Teleclub und wurde bisher von der PubliGroupe-Tochter Cinecom betreut. Die zwei andern Titel gehören der Genfer Quorum-Gruppe und wurden von deren Agentur Promoguide vermarktet. Weshalb Teleclub Close-up neu Mediapresse übergab, ist unklar. Von Teleclub war keine Begründung erhältlich.
Der Wechsel von Promoguide zu Mediapresse ist dagegen nachvollziehbar: raus aus der Quorum-Gruppe – in eine eigenständige Agentur. Doch das ist kein wirklicher Schnitt, hat doch Mediapresse-Inhaber Olivier Bloch bei der Quorum-Gruppe mehrere Funktionen inne. Und Quorum-Chef Roland Ray ist VR-Präsident bei Mediapresse.    
Markus Knöpfli

Kitag ist Spitze

Kino Mit dem Kauf der Egger-Kinos in und um Luzern kann sich die Kitag-Kinogruppe neuerdings nicht nur in fünf grossen Agglos der Deutschschweiz festsetzen, sie mausert sich auch zur weitaus grössten Kinobetreiberin der Schweiz.

Kino Mit dem Kauf der Egger-Kinos in und um Luzern kann sich die Kitag-Kinogruppe neuerdings nicht nur in fünf grossen Agglos der Deutschschweiz festsetzen, sie mausert sich auch zur weitaus grössten Kinobetreiberin der Schweiz. Sie kommt neu auf 18’000 Sitzplätze in 88 Sälen in Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen.Die Kinobetreiberin Nummer zwei ist Pathé Suisse, die derzeit 13’500 Sitzplätze in  über 40 Sälen ausweist – in Zürich, Basel, Genf und Lausanne. Nächstes Jahr kann Pathé zudem das Multiplex Bern West Side mit 10 Sälen eröffnen.
2006 avancierte Pathé für kurze Zeit zur Schweizer Kino-Marktleaderin, nachdem sie in der Romandie die Europlex-Gruppe aufgekauft hatte. Ende letzten Jahres übernahm die Kitag dann aber wieder die Führung, indem sie die Kinos des St. Galler «Kinokönigs» Franz Anton Brüni übernahm. (mk)

Edel – und trotzdem billig

Food Zum Weihnachtsgeschäft hat auch Denner eine Premium-Marke im Angebot.

Food Zum Weihnachtsgeschäft hat auch Denner eine Premium-Marke im Angebot. 
Im Dezember sind die Konsumenten bester Laune. Vor allem wenn es um den gehobenen Gaumenschmaus an Weihnachten geht. Für Geniesser lancierte Denner deshalb eine Eigenmarkenlinie im Premium-Segment. Der Discounter bietet neu ausgewählte Köstlichkeiten zu attraktiven Preisen an. Für wenig Geld findet der Feinschmecker «Brie gefüllt mit Trüffelbutter», «Handgefertigte Fettuccine Artigianali» und «Pata Negra». Das Sortiment umfasst 23 Produkte für den alltäglichen Genuss, 14 aus dem Food- und die restlichen aus dem Frischebereich. Entwickelt wurde die Edelmarke von Rod Kommunikation und der Grafik-Designerin Brigitte Rüegg. Die Kreativen haben in einem ersten Schritt 25 Produkte für die neue Premium-Linie gestaltet. Um die Luxusmarke zu bewerben, positioniert die Agentur ViznerBorel den Detailhändler einmal mehr als Robin Hood der Konsumenten. Ein Discount-Knigge nach dem Motto «Das Leben ist zu kurz für teure Delikatessen» soll die Käufer auf die neuen Produkte sensibilisieren. Die Ratgeber-Kampagne beinhaltet Regeln wie «Geniesse wie ein Fürst und zahle wie ein Bettler» oder «Erstklassiges erkennt man am Genuss, nicht am Preis». Die nationale Werbeaktion umfasst Anzeigen, Trägeranzeigen mit dem Discount-Knigge als Beikleber und POS-Kommunikation.
Premiumprodukte liegen in der Schweiz im Trend und sind Umsatztreiber: Die Migros und Coop führen seit längerem erfolgreich Eigenmarken wie Sélection (Migros) und Fine Food (Coop). Bei Coop haben sich die Umsatzzahlen von Fine Food dieses Jahr im Vergleich zu 2006 auf 80 Millionen Franken fast verdoppelt. Die Migros hält sich bedeckt, wenn es um konkrete Zahlen geht. Der Umsatz sei aber markant gestiegen.
Und wie sieht es beim direkten Discount-Konkurrenten Aldi aus? Eine Edelmarke ist noch nicht am Start. Statt mit einer Luxuslinie nachzuziehen, baut der deutsche Detailhändler sein Produktsortiment rigoros aus. So wurde das Sortiment – die Rede ist von Gütern des täglichen Bedarfs – von 700 auf mittlerweile über 800 Artikel ausgebaut.
Christian Lüscher

Wer wird Werber des Jahres 2008?

Award Die Werbewoche-Abonnenten dürfen abstimmen, wer am 16. Januar 2008 im Zürcher Kaufleuten das Casting zum «Superwerber» gewinnt. Sechs verdiente Kreative stehen zur Auswahl: Peter Brönnimann, Markus Gut, Valentina Herrmann, Pedro Simko, Pius Walker und Andreas Widmer.

Award Die Werbewoche-Abonnenten dürfen abstimmen, wer am 16. Januar 2008 im Zürcher Kaufleuten das Casting zum «Superwerber» gewinnt. Sechs verdiente Kreative stehen zur Auswahl. 
Peter Brönnimann
 
Markus Gut
 
Valentina Herrmann
 
Pedro Simko
 
Pius Walker
 
Andreas Widmer

Agentur am Flughafen gestaltet Magazin für Provita

Die Altenrheiner Agentur am Flughafen hat für die Krankenkasse Provita ein neues Kundenmagazin namens Vitamin P realisiert. Es berichtet auch über Themen rund um Lifestyle, Wellness und Gesundheit.

Die Altenrheiner Agentur am Flughafen hat für die Krankenkasse Provita ein neues Kundenmagazin namens Vitamin P realisiert. Damit wolle die Kasse ihre Kunden informieren, binden und unterhalten, heisst es in einer Mitteilung der Agentur. Das Lifestyle-Magazin soll nicht nur über trockene Versicherungsbelange Aufschluss geben, sondern auch über Themen rund um Lifestyle, Wellness und Gesundheit berichten. Vitamin P erscheint zweimal jährlich in einer Auflage von 36’200 Exemplaren.
Verantwortlich bei Provita Gesundheitsversicherung:
Enrico Giovanoli (Delegierter des Verwaltungsrates), Herbert Strasser (Marketing). Verantwortlich bei der Agentur am Flughafen: René Eugster (CD), Dominique Rutishauser (AD), Désirée Schmid (Redaktion & Text), Miriam Egli (Beratung), Daniel Ammann (Fotografie).

Markus Gut

Nominiert für den Werber des Jahres 2008.


Markus Gut wirkte seit 1994 bei Publicis und prägte die Erfolge der langjährigen Nummer 1 seit 1999 in der Geschäftsleitung, die letzten sieben Jahre als Geschäftsführer Kreation und Chief Creative Officer. Ab Januar 2008 wird Markus Gut mit dem gleichen Titel für die Y&R-Gruppe Schweiz verantwortlich sein. Eingestiegen in die Werbung ist er nach dem Studium sowie einer Ausbildung zum Grafiker an der Schule für Gestaltung in Zürich. Heute ist der Topwerber Mitglied des Verwaltungsrates von AY&R, Mitglied des Vorstandes im ADC Schweiz sowie Jurymember im ADC of Europe, Crossmedia Award, Swiss Poster Award, NY Festivals, Moebius Awards und anderen. Gut wirkt als Dozent am Sawi, an der Kreativschule ADC/BSW oder an der HSG St. Gallen. Er ist Mitglied beim Design Network Switzerland. All diese Aktivitäten sowie über 350 nationale und internationale Kreativpreise haben ihm bereits 2003, 2004, 2005 und 2006 eine Nomination zum Werber des Jahres eingebracht. Bekannt ist Markus Gut aber auch als Liebhaber alles Angelsächsischen und passionierter Single-Malt-Experte. Er ist Mitglied diverser Scotch Single Malt Societies, Shareholder einer Whisky Destillery und Organisator legendärer Degustationen. Aktiv arbeitet er auch im familieneigenen Weingut «Al Mulinetto» in Gordola TI. Zudem ist Gut Mitinitiant und Mitinhaber von «La Boite», dem einzigen Restaurant von Jean Nouvel am Greifensee in Uster.

Swisscom zieht Breitband-Entscheid weiter

Die Swisscom wird den Entscheid der Kommunikationskommission in Sachen Breitbandinternet anfechten. Die ComCom will den Telekomkonzern zwingen, das Breitbandinternet der Konkurrenz zu kostenorientierten Preisen zu öffnen.

 Die Swisscom wird den Entscheid der Kommunikationskommission in Sachen Breitbandinternet anfechten. Die ComCom will den Telekomkonzern zwingen, das Breitbandinternet der Konkurrenz zu kostenorientierten Preisen zu öffnen. Die Beschwerde werde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview in der Mittwoch-Ausgabe der Westschweizer Zeitung Le Temps. Ein früherer Entscheid der Rekurskommission für Wettbewerbsfragen habe bestätigt, dass die Swisscom nicht marktbeherrschend sei, erklärte Schloter. Ein Sprecher des Unternehmens hatte schon nach Bekanntgabe des Urteils die Ansicht vertreten, dass der Wettbewerb spiele und die Swisscom deshalb den Konkurrenten auch kein Angebot für den Zugang zum schnellen Datennetz gemacht habe (siehe
).

Kopf der Woche: Die Multi-Miss

Kopf der Woche Sandra Luzia Schafroth will als neue Geschäftsführerin bei cR Kommunikation in Basel die Kreativ-Wirtschaft fördern.

Sandra Luzia Schafroth
will als neue Geschäftsführerin bei cR Kommunikation in Basel die Kreativ-Wirtschaft fördern. Sie kann in die Zukunft blicken. «LifeClipper2» heisst das Projekt, das Sandra Luzia Schafroth als Dozentin und Kommunikationsberaterin betreut. Mit Forschungsgeldern von 1,2 Millionen Franken wird unter anderem auf dem Novartis-Campus ein Programm im Bereich «augmented reality» entwickelt. Mit einer Brille vor den Augen und einem Computer im Rucksack kann man damit «zukünftige Bauten in die heutige Welt überblenden», wie Schafroth erklärt.
Die Visualisierung solch zukünftiger Welten stösst unter anderem bei Architekten auf grosses Interesse. Auch im Tourismus soll das Programm zum Einsatz kommen. Shanghai hat Interesse für die Expo 2010 angemeldet, um virtuell zeigen zu können, wie Baupläne ein ganzes Quartier verändern.
Diese Entwicklung am Institut Design und Kunstforschung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW zeigt für Sandra Luzia Schafroth in idealer Weise, wie Basel eine Schnittstelle von Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien sein kann. «Kreativ-Wirtschaft» nennt sie die Sparte, in der Basel gegenüber Zürich noch etwas aufholen müsse. Sie selber hat in den letzten Jahren jeweils freischaffend mit den verschiedensten Mandaten an diesem Kuchen aus dem etwas moderneren «Basler Daigg» mitgebacken. So hat sie zum Beispiel 2006 auch die aus der Basler Art hervorgegangene Design Miami mitorganisiert und ist so schliesslich in Kontakt mit der cR Kommunikation gekommen, weil diese Agentur dafür die PR machte.
Die cR Kommunikation ist 2000 durch ein Management-Buyout aus der Werbeagentur cr basel hervorgegangen. Beide Agenturen sind am Standort Basel immer noch im gleichen Haus und arbeiten bei Bedarf auch zusammen. Die cR Kommunikation hat inzwischen ein neues Büro in Bern, das von Stefan Batzli geleitet wird und als Schwerpunkt politische Kommunikation anbietet. Der Zürcher Ableger wird von Thomas Löhrer geleitet. Insgesamt beschäftigt das eng zusammen auftretende Netz der cR Kommunikation rund 30 Leute. In Basel leitet Sandra Luzia Schafroth als neue Geschäftsführerin den inzwischen kleinsten Ableger mit drei Mitarbeitenden. Das soll in Zukunft ausgebaut werden. Durch das Tool ihrer «augmented reality» gesehen, kann Schafroth in den nächsten Jahren eine mittlere Agenturgrösse erkennen. Und welches «möglichst breite Portfolio» will sie mit einer solchen Crew betreuen?
Um das zukünftige Angebot der Basler cR Kommunikation am besten zu erklären, lohnt sich für die neue Geschäftsführerin ein Blick in ihre Vergangenheit.
Sandra Luzia Schafroth hat in Basel Medien- und Kommunikationswissenschaft studiert, mit Jus im Nebenfach – «das kann man immer brauchen». Schon während ihres Studiums spielte die Kunst aber eine wichtige Rolle. Ihr Vater war Fotograf, ebenso ihr damaliger Freund. So kam es, dass Sandra Luzia Schafroth ihr Studium nicht nur mit Unterrichten, sondern immer mehr auch als Stylistin verdienen konnte. Sie lernte die Welt der Werbeagenturen kennen. Im Verlauf ihrer Karriere wurde sie verschiedentlich «von tollen erfahrenen Frauen unterstützt und motiviert».
Sandra Luzia Schafroth durfte Sets designen. Für einen Werbefilm wurde sie als Location Scout nach New York geschickt. Weil die Neulancierung des Produkts schliesslich verschoben wurde, fand sich die Produktionsassistentin im Big Apple plötzlich «arbeitslos». So hatte sie ein paar Wochen Zeit, um sich erstmals in diese Stadt zu verlieben. Zurückgelockt wurde sie mit einem neuen Angebot für ein Tissot-Mandat. Als die Agentur das internationale Budget dieser Marke gewinnen konnte, wurden aus diesem «Übergangsjob» in der Beratung schliesslich drei Jahre bei !Now, einem Kreativladen mit damals 12 Leuten in Basel. Schafroth drehte als ausführende Produzentin mehrere Werbefilme und reiste dazu auch «rund um die Welt».
1999 wechselte sie zur Favo Werbeagentur und wurde dort Seniorberaterin. Sie arbeitete für Kreditkarten und in Freelance-Mandaten für die neu lancierten Globus-Reisewelten der Migros. Hier betreute sie als Redaktorin 2006 die erste Ausgabe des ausgefallen schönen Magalogs.
Nach einer Freelancer-Zeit in der Werbung meldete sich Schafroth auf ein Inserat als Geschäftsleiterin für das Internationale Festival für Film, Video und Neue Medien Viper und betreute dieses in einer Teilzeitstelle. Daneben absolvierte sie ein Nachdiplomstudium und machte den Master in Kulturmanagement.
Weil ihr neuer Freund und heutiger Partner als Architekt «unbedingt in New York Hochhäuser bauen wollte», folgte sie diesem «mit wenig Widerstand» noch einmal zurück in die Stadt ihrer frühen Berufsträume. Ihr Partner konnte für die Firma arbeiten, die heute das World Trade Center wieder aufbaut. Sandra pendelte zuerst, weil sie das Viper noch abschliessen wollte, und fand dann ihren Einstieg ebenfalls in der neuen Welt bei einer PR- Agentur, welche unter anderem die Art Basel sowie Art Basel Miami Beach in den USA betreute.
Nebst der Arbeit bei Fitz&Co durfte sie auch für I-Beam, einem Institut von John Johnson (Johnson & Johnson) tätig werden. Dieses forschte im Bereich Neue Medien, organisierte Ausstellungen und förderte Künstler. «So bin ich immer mehr in das New Yorker Netzwerk gerutscht», erklärt Schafroth, wie sie schliesslich 2002 stellvertretende Kulturattachée am schweizerischen Generalkonsulat in New York wurde.
Zu den Highlights in dieser Zeit gehört für sie natürlich Swiss Peaks. In Zusammenarbeit mit Präsenz Schweiz durfte sie 2002 über hundert Events in New York mit Schweizer Unternehmen und Künstlern organisieren. Auch beim Nachfolgeprojekt Swiss Roots, wo Amerikaner mit Schweizer Wurzeln gesucht wurden, war sie später beteiligt. Weil ihr Partner aber seine Wurzeln wieder mehr in der Schweiz spürte oder wenigstens hier mehr Chancen sah, ein eigenes Architekturbüro zu eröffnen, folgte für Schafroth erneut eine Zeit des Pendelns, bis sie schliesslich vor drei Jahren – vorläufig – zum letzten Mal aus New York abreiste. «Das brauchte einen harten Schluss, so wie bei einer grossen Liebe.» Die Ironie will es dabei, dass ihr Freund inzwischen mit seinem Basler Büro zwei Häuser in New York bauen darf. «Jetzt muss er aber pendeln», wehrt Schafroth lachend weitere Spekulationen ab.
Sie hat inzwischen festen Fuss nicht nur als Kommunikationsberaterin, sondern auch als Dozentin bei der Fachhochschule Nordwestschweiz gefasst. Im einem dort 2006 neu integrierten Institut Hyperwerk der Hochschule für Gestaltung und Kunst befassten sich Schafroth und ihre Studenten mit Design, Neuen Medien und Prozessgestaltung. Eine Jahresarbeit mit einer multimedialen Installation durfte die Schweiz bereits in Tunis am World Summit of Information Society vertreten. Die aktuell entwickelte «augmented reality» dürfte noch viel weiter Furore machen.
Ihre Lust an der Kunst kann Schafroth bei cR Kommunikation inzwischen auch mit einer zum Netz gehörenden Filmproduktion ausleben. Die Firma Lichtspiele realisiert neben Werbefilmen demnächst auch einen Spielfilm mit dem Regisseur und Eishockey-Profi Riccardo Signorell.
Schafroth engagiert sich auch ausserhalb der cR Kommunikation für Politik, Medien und Kultur: Sie ist Fachfrau für Medien und Kultur beim Basler Frauenrat (Gleichstellungsfragen) und organisiert die «Regionale», eine jährlich stattfindende Kunstausstellung mit 14 Institutionen in drei Ländern (D, F und CH). Sie ist auch im Vorstand des Fördervereins Institut für Medienwissenschaft aktiv, um Gelder für medienpraktische Kurse an der Uni Basel zu akquirieren.
Dass bei einem solch vielschichtigen Leben trotzdem noch etwas Freizeit bleibt, beweist Schafroth auf ziemlich originelle Art. Sie steckt nämlich auch hinter den Insider-Tipps für den neusten «Wallpaper-Guide» über Basel.
Andreas Panzeri
get_footer();