Lürzer’s Archive mit Ad of the Week

Auszeichnungen Das Lürzer’s Archive publiziert gute Werbung nicht nur im alle zwei Monate erscheinenden Heft, sondern auch online auf luerzersarchive.net.

Auszeichnungen Das Lürzer’s Archive publiziert gute Werbung nicht nur im alle zwei Monate erscheinenden Heft, sondern auch online auf luerzersarchive.net. Gekürt wird dort wöchentlich eine Siegerarbeit in der Kategorie Film und Print. Der aktuelle Titel «Ad of the Week» geht an die Leica-Kampagne «Zoom» von AY&R, die bereits bei Epica und Eurobest erfolgreich war. 

Highlights in Frankfurt

Papier Die Paperworld, das internationale Messe-Highlight der Papier-, Büro- und Schreibwarenbranche, findet vom 23. bis 27. Januar 2008 in Frankfurt am Main statt.

Papier
Die Paperworld, das internationale Messe-Highlight der Papier-, Büro- und Schreibwarenbranche, findet vom 23. bis 27. Januar 2008 in Frankfurt am Main statt.Als Aussteller sind bedeutende Marken wie Brunnen, Casio, Durable, Edding, Faber-Castell, Mondi Business Paper, Novus, Schwan-Stabilo, Sigel, Stora Enso oder Uhu dabei. Sie haben sich bereits frühzeitig einen Platz auf der Weltleitmesse reserviert, um hier ihre Neuheiten aus den Bereichen Papier- und Schreibwaren, Büro- und Schulbedarf, Schreibtischaccessoires, Hobby- und Künstlerbedarf sowie EDV- und Drucker-Supplies zu präsentieren. Auch Unternehmen wie Smead, Staedtler, Läufer & Gutenberg, Martin Yale oder Pébéo, die im letzten Jahr nicht auf der Paperworld ausgestellt haben, kehren 2008 zurück. Die Paperworld 2008 vereint an fünf Tagen die aktuellsten Produktneuheiten aus allen Segmenten der Branche, bringt Marktführer wie innovative Kleinunternehmen zusammen, bietet Inspiration, Trends und jede Menge Gelegenheit zum Informationsaustausch.
Im kommenden Jahr widmet sich der Angebotsbereich Paperworld Imaging (Halle 4.0) zudem erstmals verstärkt dem Thema Conferencing. Es umfasst die Produkte rund ums Präsentieren, Besprechen und Weiterbilden. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut werden die Innovationen der Anbieter mit Produktdemonstrationen in speziell gestalteten «state of the art»-Medienräumen gezeigt. Wissenschaftler und Produktspezialisten informieren über die Gegenwart und zukünftige Entwicklung dieses Marktes.
An der Paperworld  2008 finden ausserdem zahlreiche Preisverleihungen statt. So wählt die englische Fachzeitschrift OPI die Paperworld seit Jahren als Rahmen für die Verleihung der European Office Product Awards. Auch 2008 honoriert sie damit wieder hervorragende Leistungen innerhalb der PBS-Branche.
www.paperworld.de

No Way, Ebay

Aufgefallen An einem Adventssonntag an der Zürcher Bahnhofstrasse. Es streiten sich lautstark Wladimir und Olga. Um sie herum stehen Passanten. Ganz verwirrt.


Weihnachten An einem Adventssonntag an der Zürcher Bahnhofstrasse. Es streiten sich lautstark Wladimir und Olga. Um sie herum stehen Passanten. Ganz verwirrt. W:     «Für wen ist dieses Geschenk?»
O:    «Für meine Schwester.»
W:    «Für Anouschka habe ich ein anderes.»
O:     «Warum?»
W:     «Sie bekommt ein billigeres.»
O:     «Und für wen ist das da?»
W:     «Für meinen Vater.»
O:     «Der bekommt die teure Designertasche.»
W:     «Natürlich.»
O:     «Deine Familie bekommt immer nur das Beste.»
W:     «Ja, weil deine Familie die Hochzeit nicht bezahlt hat.»
Bodyguard:
«Wir müssen gehen. Die Leute gucken.»
Olga wirft ein Geschenk nach Wladimir.
W:     «Du Miststück. Der Kerzenständer ist ein Einzelstück.»
O:     «Ist mir egal. Den habe ich sowieso bezahlt.»
W:     «Mit welchem Geld bitte? Ich bezahl doch alles.»
O:     «In deinen Träumen. Meine Familie ist reicher. Und dieses Geschenk bekommt meine Schwester.»
W:     «Warum stehen diese Leute um uns.»
O:     «Das sind Schweizer. Wir sind in Zürich. Weisst du das nicht?»
Bodyguard:
«Die Situation ist zu gefährlich. Wir müssen gehen.»
W+O: «Ich liebe dich.»
Was sich hier als Streit zwischen zwei neureichen Russen liest (Kurzversion), war vor zwei Wochen in Wirklichkeit eine inszenierte Guerilla-Aktion. Die Botschaft: eBay.ch ermöglicht absolut stressfreies Vorweihnachtsshopping. Das Konzept stammt von der Basler Agentur Favo. So lustig und unterhaltsam die Aktion war: Gemerkt hat keiner der Passanten, dass eBay.ch für sich wirbt. (cl)

Schlacht der grossen Denker II

Kommunikation Einmal im Jahr gibts eine Tagung, die acht Stunden Adrenalin verschafft. Praktischerweise liefert die «Battle of Big Thinking» auch gleich den schonungslosen Update über unsere gesamte Branche. London im Herbst 2007.

Kommunikation
Einmal im Jahr gibts eine Tagung, die acht Stunden Adrenalin verschafft. Praktischerweise liefert die «Battle of Big Thinking» auch gleich den schonungslosen Update über unsere gesamte Branche. London im Herbst 2007. 7 Disziplinen, je 3 Redner, je 15 Minuten Referat: Anschliessend stimmen die Zuschauer im Saal live ab, wer gewinnt. Von allen zurzeit spannenden Agenturen sitzen Akteure im Publikum. BBDO, Wieden, Naked, BBH, Fallon, JWT, Saatchi, DDB, Mother. Aber auch immer mehr Zuhörer von Firmen wie Google, Shell oder O2 sind an der zum zweiten Mal stattfindenden Debatte. Mit und ohne Powerpoint-Gewitter – die Generalkritik der Strategen, Marktforscher, Marketing-Leute und Werber hinter dem Rednerpult zieht sich wie ein roter Faden durch den dichten Tag. Die Werbung ist tot. Die Werbeagentur ist tot. Die Idee ist tot. Es lebe die Marke. Aber wie denn?
Nicht unbedingt Schluss mit der Idee, aber um Gottes Willen Schluss mit dem sektiererischen Kult um die Idee forderte David Golding von RKCR/Young&Rubicam. Sind wir  alle zu devot und besessen vom Zwang, eine gute Idee zu haben? Erstens ist die Idee nur eine von vielen Möglichkeiten, eine starke Markenkommunikation aufzubauen. Und zweitens ists dem Konsumenten schlicht egal. Auch ohne Idee erfreuen bunte iPod-Plakate, faszinieren trommelnde Gorilla-Spots für Cadbury, locken Food-Porno-Filme wieder Käuferinnen in den Marks & Spencer.
Radikaler deutet der Planner von adliterate.com, Richard Huntington, die klassiche Rolle der Werbung um: Werbung sei das neue Below-the-line. Rein taktisch eingesetzt, begrenzt sinnvoll. Ansonsten für die Markenführung grandios überschätzt, denn ein umfassendes Markenerlebnis kann heute sowieso viel besser und kompletter online inszeniert werden. Audio. Video. Content. Entertainment. Ohne alles gehts nicht. Heutige Marken-Stories sind schlicht zu gross für Werbung.
Aus der Marketing-Ecke kam der rustikale Vorschlag, Marken müssten in Zukunft mit dem Gandhi-Approach statt mit dem Stalin-Approach geführt werden. Flu Hazlitts kraftvolle Ansage erwies sich auf gut Deutsch als ein altbekanntes Kundenlamento: Man solle aufhören mit Negativwerbung. Die Managing Direktorin von GCap Media, Vermarkterin des grössten Radiopools in England, monierte, Negativwerbung funktioniere nur wie Katastrophen-Headlines in den Medien, die kurzfristig Absatzzahlen und Einschaltquoten erzielen. Positive Schlagzeilen hingegen verleihen einer Marke Hoffnung, Inspiration und Begehrlichkeit.  
Die Allmachtsfantasie punkto Markenführung zeigte sich besonders krass beim ehemaligen Wahlkampf-Profi Joel Levy, der schon für Clinton und Blair gekämpft hat. Der Haudegen erklärte imposant, wie die kommerzielle Kommunikation nur vom politischen Campaigning die richtigen Lehren zu ziehen brauche. Totale Ausrichtung auf einen einzigen Gegner. Stärken, Schwächen und Botschaften definieren auf einem einzigen Blatt Papier. Alle Entscheidungsträger um einen Tisch einsperren im War Room. Und jetzt voll Rohr losschiessen auf die so genannten «Swings», die Wechselwähler, pardon, Wechselkäufer, denn die Treuen könne man eh vergessen. Das Ganze als Schachspiel mit Szenarien verstanden. Was ist mein nächster Schritt, was wird die Konkurrenz tun, was sind darauf wiederum meine Antwort, Optionen? Interessant, wie dabei der klassische Research neu zum Pre-Search mutiert. Für Labortests ist keine Zeit, und Verlass wäre darauf eh nicht, nur Realtime gilt. Die Strategie habe sich in Form einer rollenden Planung dauernd anzupassen.
Weniger martialisch, dafür eindringlich und eindrücklich war der Speech von Designerin Vicky Bullen. Sie hielt ein Plädoyer zur unterschätzten Bedeutung von «Schönheit». «Schönheit» sei ein derart verpönter Begriff geworden, es gehe ihm richtig dreckig. Dabei böte Schönheit viel Power für eine Marke. Das funktioniere eben ähnlich wie bei Menschen. Bereits unsere Kleinen reagieren darauf. Befragte Kids vermuten auf Grund von gezeigten Fotos, dass die schön aussehende Nanny wohl weniger schlage. Schönheit ist wahlentscheidend bei Konsumgütern im Alltag. Darüber hinaus denken lohne sich. Schönheit sei wesentlich mehr als Oberflächlichkeit und Ästhetik. Schönheit habe auch eine ethische und moralische Dimension. Grünes Denken oder Fair Trade gehörten dazu. So kann echte Schönheit eine Marke in ihrer Kategorie entscheidend profilieren (vgl. Dylon-Waschmittel in England).
Bedingungsloses ServicemodellFetch.com war eine andere klare Vision. Eine Art Butler-Service als Markenvorbild. Fetch.com gibts zwar nicht, würde aber alles organisieren – genau dann und genau dort, wo ich es wirklich brauche. Jim Hytner vom Retail Banking Marketing von Barclay‘s stellte das bedingungslose Servicemodell vor als Alternative zu all den Marken, die uns fortwährend Zeit stehlen. Indem sie uns «Instant Response» und sofortige Interaktion verweigern. «Instant Gratification» sei in einem immer schneller werdenden Zeitalter das einzige Markenkonzept mit Zukunft. Aus TV-Sendungen sofort Produkte bestellen. Auf Facebook sofort Freunde machen. Auf dem Blackberry sofort Mails beantworten. Marken, die davon nichts lernen, sind von gestern.
Aber eben. Schwarzweissmalen reichte nicht. Schönreden nicht. Klagen ebensowenig. Fast schon logisch stellte erst die Disziplin New Media den Tagessieger. Simon Waterfall von Poke überzeugte mit Charme und Schalk. Statt einer Antwort wollte er 15 Fragen aufwerfen. Ironischerweise wurde der vom Saal gekürte «Biggest Thinker of them all» selber das Opfer seiner Analyse der grassierenden Rasanz. Er schaffte es in 15 Minuten nur bis Frage 10. Was tun, in einer Zeit, wo die Digitalisierung so schnell fortschreitet wie Hundejahre – mindestens siebenmal schneller als die menschliche Realität? Was tun, wenn MySpace mit seinen 400 Millionen Usern bereits so gross ist wie das Land Brasilien? Eine neue Seite auf MySpace zu eröffnen, bedeute etwa dasselbe wie eine Postkarte mit nur einem Vornamen versehen nach Brasilien zu schicken. Was tun, wenn alles immer perfekter wird: noonebelongsheremorethanyou.com? Was tun, wenn man für sich selber und für alle seine diversen Online-Rollen gleichzeitig Tagebuch führen möchte? Was tun?
Schliesslich blieben drei kleine Begriffe hängen, die man sich merken kann: 1. Visceral. 2. Point of View. 3. Facebook.
1. Viszeral ist das neue Hype-Wort für herausragende Kampagnen und Markenerlebnisse. Visceral meint übersetzt «die Eingeweide betreffend». Also nicht streng rationalisierbar, sondern grundlos gut. Die Orgie von Orangina oder die durchgeknallten Zwillinge von 118 118 (bei uns 1818) oder die blaue Wunderwelt von O2 – man findets irgendwie brillant viszeral.
2. Point of View, das ist das, was eine Marke unabdingbar braucht, um wirkliches Engagement bei den Konsumenten auszulösen. Um Huntington zu zitieren: «Niemand ist interessiert an deiner Positionierung, alle nur an deiner Position.» Gilt für Menschen wie Marken. Interagieren will man nur mit jemandem, den man spürt, der eine klare Haltung an den Tag legt. Einen solchen Point of View hat: Omo zu Flecken (Dreck ist gut), Mastercard zum Geld (Es gibt Wertvolleres), Dove zum Körper (Jede Frau ist schön).
3. Facebook ist inzwischen ein Must. Wer nicht drin ist, ist draussen. Zwar wirds belächelt als primitiver McDonald‘s unter den Social Networks. Aber Facebook ist eben gerade deshalb so populär, weils so simpel ist. Dort findet sich selbst der CEO von British Rail oder sogar der Financial Officer der Nagra am Feierabend noch zurecht.
Die ganz grossen Ideen, wie eine Marken-Story heute erfolgreich sein kann, vermisste man ein klein wenig. Das hat womöglich damit zu tun, dass eine entscheidende Kategorie fehlte. «Big Brand Thinking». Bis zum nächsten Jahr?
Pascal Schaub, Präsident der Account Planning Group Switzerland

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Wahl Die Werbewoche und Tele suchen die «Werbekampagne des Jahres». Sie bestimmen, wer von diesen zwölf starken Ideen den begehrten Titel erhält. Stimmen und gewinnen Sie mit! 
 
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Ohne Sendepause

Kolumne Am Vorabend zum «Tag ohne Sarkozy» ging der Präsident ins Fernsehen: 19 Millionen Zuschauer – aber schon ein bisschen weniger Zustimmung.

Kolumne
Am Vorabend zum «Tag ohne Sarkozy» ging der Präsident ins Fernsehen: 19 Millionen Zuschauer – aber schon ein bisschen weniger Zustimmung.
«Sarkozy und die Medien» ist eine Fortsetzungsgeschichte ohne Ende. Dreimal häufiger als seine Vorgänger taucht der Präsident im Fernsehen auf. Im Internet zirkulieren die Sequenzen, die von den französischen Sendern – den privaten und den öffentlich-rechtlichen – nicht gezeigt werden. Zum Beispiel der Auftritt am G8-Gipfel in Deutschland, wo er bei der Abschlusspressekonferenz ziemlich beschwipst wirkte. Oder wenn er sonst irgendwie die Nerven verliert. Wie im Gespräch mit der Journalistin Lesley Stahl, die ihn vor dem Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten für die Sendung «60 Minutes» auf CBS im Elysée interviewte. Es war noch kurz vor der Scheidung, und Lesley Stahl befragte ihn auch nach seiner Frau. Sarkozy stand auf und verliess den Raum, deutlich ist seine letzte Bemerkung «was für ein Vollidiot» zu vernehmen. Er soll damit seinen Medienberater gemeint haben, der den Fragenkatalog respektive die Reporterin nicht im Griff hatte. «What’s the problem?», ruft ihm diese ungläubig nach und kann es nicht fassen. Natürlich hat CBS die Sequenz in voller Länge ausgestrahlt. Und bei YouTube oder DailyMotion haben auch Millionen von Franzosen ihren unbeherrschten Präsidenten gesehen. Im Netz ist Sarko Kult – und hier wird auch wohltuend der Personenkult korrigiert, den die französischen Medien um ihn inszenieren. Und bei dem Sarkozy selber Regie führt.
Die Medienleute müssen seinem Affentempo folgen. Jeden Tag krempelt er sein Programm um, zur Verzweiflung der bei ihm akkreditierten Journalisten. Zahlreiche Medien sahen sich gezwungen, einen zweiten Korrespondenten zu Sarkozy abzukommandieren. Zeit zum Denken, Recherchieren, Vertiefen gibt es kaum noch – und das ist genau die Strategie von Sakozy. Jeden Tag ein Knüller, eine Sensation, ein Auftritt, der das Ereignis vom Vortag als Urgeschichte erscheinen lässt.
Die Nachrichtensender allerdings jubeln: «Er bestreitet das ganze Programm», schwärmt der Chef von LCI: «Dank Sarkozy ist immer was los.» Und es ist billig zu haben. Die Kollegin vom Konkurrenzsender i-télé ist genauso begeistert: «Er ist die permanente Aktualität.» Der Chefkorrespondent von TF1 stöhnt unter der Fülle der attraktiven Bilder, die er gar nicht mehr in der Tagesschau unterbringen kann. Mitterrand, Sozialist, und Chirac, Neugaullist, waren sehr unterschiedliche Personen und Präsidenten. Aber sie hatten erstaunlicherweise den gleichen Medienberater. Dieser predigte die Mässigung, die Verknappung – sie war ganz gewiss ein Garant ihrer erstaunlichen Langlebigkeit. Der Prozess der Verschleissung wurde gebremst.
Sarkozy hingegen praktiziert die permanente Präsenz. Angst, dass seine Omnipräsenz eine Übersättigung bewirken könnte, musste er trotz gelegentlichen Anfällen von Brechreiz, vor denen die Medienkonsumenten nicht verschont blieben, bislang nicht haben. Vielleicht noch nicht. Vielleicht aber auch gilt unter Sarkozy selbst dieses eiserne Mediengesetz schlicht nicht mehr.
Schon im Sommer hatte eine Gruppe von Medienökologen die Idee vom «Tag ohne Sarkozy» in den Medien lanciert – auch ein bisschen als Witz. Auf den 30. November einigte man sich, weil an diesem Tag vor einem Jahr Sarkozy seine Kandidatur angekündigt hatte. Am Vorabend holte der Präsident TF1 und France 2 ins Elysée – 19 Millionen Zuschauer. Niemand weiss, ob sich der Präsident seinerseits einen kleinen Scherz mit seinen Kritikern erlaubte. Es war das erste Mal seit den Streiks, dass er zur Nation sprach. Der «Tag ohne Sarkozy» wurde zum Tag, an dem seine Präsenz einen Spitzenwert erreichte. Keine Zeitung, keine audiovisuelle Anstalt hat den Aufruf respektiert.
Aber er wurde diskutiert. Es gab Berichte über die Initianten. Ansätze zur Selbstreflexion der Journalisten und Medien über ihre Rolle.
Und offenbar sind auch die Franzosen etwas kritischer geworden. Während der Sendung wurde über alle Themen hinweg der Grad der Zustimmung oder Ablehnung gemessen: Sarkozys Rede und Gesten werden skeptischer beurteilt. Für eine massive Gegenreaktion ist es zweifellos zu früh. Doch der Titel, unter dem Le Monde über dieser Erhebung berichtete, spricht Bände. Und deutet an, dass die kritische Selbstreflexion der Medienschaffenden möglicherweise nicht folgenlos blieb: «Kommt Sarkozy am Fernsehen weniger gut an?», fragte die Zeitung. Und konnte es fast nicht glauben. Sarkozy selber hat sich jedenfalls nicht verändert. Vielleicht werden ihm seine Berater nun doch eine Sendepause verordnen – bis die Medien Mangelerscheinungen zeigen.
 Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen in Genf.
 

Pius Walker übernimmt die Spitze

Kreativranking Im Ranking 2007 hat Walker neu die Spitze erobert. Publicis wurde vom besten Platz wieder auf den zweiten Rang wie 2005 zurückgestuft. Ruf Lanz, 2005 an der Spitze, hat sich jetzt zum zweitenmal bei Bronze gehalten.

Kreativranking
Im Ranking 2007 hat Walker neu die Spitze erobert. Hintergründe und Neuerungen für 2008.Die auffallendste Verschiebung im Kreativranking der Werbewoche hat sich an der Spitze ergeben. Pius Walker ist von Platz 6 zur Nummer 1 aufgestiegen. Publicis wurde vom besten Platz wieder auf den zweiten Rang wie 2005 zurückgestuft. Man darf gespannt sein, welches Beben im Ranking die beiden auf Ende Jahr von Publicis scheidenden Kreativchefs Markus Gut und Philipp Skrabal mit ihrer neuen Y&R-Gruppe Schweiz auslösen können. Advico Young & Rubicam ist dieses Jahr auf Platz 4. Im 2006 und 2005 war es noch 5. Ruf Lanz, 2005 an der Spitze, hat sich jetzt zum zweitenmal bei Bronze gehalten. Spillmann Felser Leo Burnett hat von 2 auf 6 gewechselt. Jung von Matt/Limmat ist von 4 auf 5 verdrängt worden. Man habe bei den immer zahlreicheren Wettbewerben «etwas sparsamer eingereicht», meint dazu CD Alexander Jaggy. Ein Problem, das auch bei den anderen Agenturen Anlass zu wichtigen Diskussionen gibt. Die Werbewoche ist dazu in engem Kontakt mit den Vertretern des ADC. Man will die Rechenspiele anpassen.Zu erwähnen ist, dass der Publikumspreis von Euro RSCG beim Schweizer DM-Preis im aktuellen Ranking nicht berücksichtigt wurde. Ebenso der Pressepreis für Ruf Lanz beim Goldenen Ohr. Eurobest ist nur für 2007 und nicht für 2006 berechnet. Unter dem Titel New York Festivals sind auch die Midas Awards, The Global Awards und AME Awards mitgezählt.
Im kommenden Jahr soll es eine neue Gewichtung geben. Je mit Faktor 7 multipliziert werden die Punkte für Cannes, Clio, D&AD, One Show und The Cup. Faktor 5 gilt beim ADC Schweiz, 6 bei ADC of Europe und ADC New York sowie Eurobest. 3-fache Punkte bringt der Effie. Einfach gezählt werden der Swiss Poster Award, Das Goldene Ohr, DM-Preis und Crossmedia Award. Nicht mehr zählen will der ADC den Edi, weil hier nur reine Schweizer Produktionen zugelassen seien. Ebenso wegfallen sollen London Festival, New York Festival, Epica und Klappe. Ansonsten wird das offizielle Zählsystem (Sujets oder Kampagnen) der einzelnen Wettbewerbe übernommen.
Andreas Panzeri
 
 
Schauen Sie sich
die Top Ten der Schweizer Kreativagenturen 2007 an. 

Compresso erhält Verstärkung von Christophe Waeber

Christophe Waeber ist seit 1. Dezember Managing Partner der beiden Agenturen Vogel Szenenmarketing und Eye Media, die beide zum Kommunikationsnetzwerk Compresso gehören.

 Christophe Waeber ist seit 1. Dezember Managing Partner der beiden Agenturen Vogel Szenenmarketing und Eye Media, die beide zum Kommunikationsnetzwerk Compresso gehören. Vogel Szenenmarketing ist auf Kommunikation und Szenenmarketing spezialisiert, Eye Media auf digitale Kommunikation. Waeber war davor unter anderem als Managing Director bei Saatchi & Saatchi, Carat und OMD tätig. Der 39-Jährige verfügt über einen Abschluss in Marketing und Betriebswirtschaft der Universität Basel. Er zeigt sich in einem Communiqué überzeugt von der Kraft der integrierten Kommunikation: «Ich glaube mit Leib und Seele daran, dass holistische, vernetzte Strategien und Konzepte unter starker Berücksichtigung der digitalen Kommunikation die besten Resultate erzielen».

Medienunternehmer Bolloré will französische AP kaufen

Der frühere Chef der französischen Nachrichtenagentur AFP, Bertrand Eveno, und der Pariser Geschäftsmann Vincent Bolloré wollen gemeinsam die französische Tochter der US-Nachrichtenagentur AP kaufen. Bolloré kauft sich derzeit ein regelrechtes Medienimperium zusammen.

 Der frühere Chef der französischen Nachrichtenagentur AFP, Bertrand Eveno, und der Pariser Geschäftsmann Vincent Bolloré wollen gemeinsam die französische Tochter der US-Nachrichtenagentur AP kaufen. Eveno bestätigte entsprechende Informationen der Pariser Zeitung Le Canard enchainé. Sein künftiger Partner Bolloré kauft sich derzeit ein regelrechtes Medienimperium zusammen: Er kontrolliert mit starken Anteilen die Werbeagentur Havas, die Marketingagentur Aegis, das Umfrageinstitut CSA, die Gratiszeitungen Direct Soir und Matin plus sowie den TV-Sender Direct8.
Sein neustes Kaufobjekt, die Associated Press (AP), leidet gemäss Canard enchainé an akutem Kundenmangel und finanziellen Problemen: Die Agentur komme bei sechs Millionen Euro Umsatz auf 1,4 Millionen Euro Verlust. Der Kauf dürfte Eveno und Bolloré deshalb wohl nicht sehr teuer zu stehen kommen. Eveno erklärte laut französischen Medien, das Projekt müsse noch gebilligt werden. Er wolle 60 Prozent von AP France übernehmen und Bolloré 40 Prozent.
Bolloré ist im Übrigen ein guter Freund von Nicolas Sarkozy. So stellte er dem französischen Präsidenten nach dessen Wahlsieg seine Privatyacht zur Verfügung.

Zu guter Letzt: Warten auf Eveline

Eveline Widmer-Schlumpf hält die Medienlandschaft auf Trab: Zwar machte sie den Schreiberlingen der gedruckten Presse das Leben schwer. Dafür verleitete sie das Schweizer Fernsehen zu einem Zeugenaufruf und gab den 20minuten.ch-Redaktoren die Gelegenheit, mit einem korrekten Superlativ zu glänzen.

 Die Bundesratswahl vom Mittwoch ist nun in der Mediensprache offiziell ein «Krimi». Doch während bei «Tatort» und Co. stets klar ist, dass am Schluss die Ermittler triumphieren, blieb beim Casting für den siebten Sitz in der Landesregierung noch alles offen. Während der langen Reise der Eveline Widmer-Schlumpf von Chur nach Bern liess sich Reto Brennwald auf SF zu einem verzweifelten «Zeugenaufruf» hinreissen. Die Redaktoren von 20minuten.ch konnten derweil beweisen, dass sie auch in der Hitze des Gefechts den als Korrektorenfalle bekannten Superlativ «meistgesucht» korrekt hinkriegen. Nachdem die Blocher-Bezwingerin endlich, endlich in Bern ankam, verwandelte sie das Land mit der ausbedungenen Bedenkzeit in einen gigantischen Wartesaal – und machte den Schreiberlingen der gedruckten Presse das Leben schwer. Die Chefredaktoren der Tageszeitungen hatten am Mittwoch wahrlich keinen leichten Job. Was immer sie in ihren Blättern schreiben liessen, ist am Donnerstag kurz nach acht Uhr morgens Makulatur: Wenn die gewählte-aber-nicht-vereidigte Bundesrätin endlich ja oder nein sagt, ist auch der hintergründigste Kommentar im Blätterwald nicht das, was die Leser sehen wollen. Dafür wird nochmals die Stunde der Online-Medien und der Abendzeitung Heute schlagen. Letztere konnte die Bedenkzeit-Ansage gerade noch ins Blatt kriegen. Dem Ringier-Blatt ist zu gönnen, dass es am Donnerstag nochmals zuschlagen kann – wenn nicht plötzlich ein Chefschreiber der bezahlten Presse auf die Idee kommt, die alte Tradition des Extrablattes auszugraben.

Attraktives Paket aus Hollywood

Spielfilme Die Welt des Kinos ist die Welt von Star TV, seit der Sender für Film, Lifestyle und Entertainment 1995 als erster Privatsender in der Schweiz gestartet ist. Jetzt wird diese Kernkompetenz noch weiter ausgebaut.


Spielfilme Die Welt des Kinos ist die Welt von Star TV, seit der Sender für Film, Lifestyle und Entertainment 1995 als erster Privatsender in der Schweiz gestartet ist. Jetzt wird diese Kernkompetenz noch weiter ausgebaut. Nicht nur als Weihnachtsgeschenk, sondern ab Januar 2008 täglich zeigt Star TV neu jeweils in der Primetime einen Spielfilm. «Es ist uns gelungen, ein sehr attraktives Paket mit 200 der besten Kinofilme einzukaufen», ist CEO Paul Grau stolz auf seinen neusten Coup. In dieser Schatztruhe finden sich unter anderen die legendären Werke der Filmgeschichte von Spielberg, Polanski, Hitchcock. Klassiker wie «Chinatown» mit Jack Nicholson (Samstag, 29. 12.), «Zu heiss gebadet» mit Jerry Lewis, (Montag, 31. 12.) oder Hitchcocks «Die 39 Stufen» (Donnerstag, 3. 1.) werden bereits über die Festtage gezeigt. Die Spielfilme sind täglich um 20.00 Uhr programmiert, am Samstag auf speziellen Wunsch der Zuschauer um 22.00 Uhr. «Mit diesem neuen Sendekonzept und den populären Spielfilmen wollen wir den veränderten Sehgewohnheiten entgegen kommen. Das Publikum will in der Primetime gute Unterhaltung sehen», erklärt Grau. Ein detailliertes Programm mit dem neuen Raster ist auf www.startv.ch zu finden.

Komiker im Rampenlicht

Lampen Snap Film produzierte mit der Agentur K.M. Marketing aus Winterthur einen neuen Osram-Spot mit dem bekannten Komiker-Duo Lapsus.


Lampen Snap Film produzierte mit der Agentur K.M. Marketing aus Winterthur einen neuen Osram-Spot mit dem bekannten Komiker-Duo Lapsus. Lapsus waren in diesem Jahr mit dem Zirkus Knie unterwegs. Aktuell moderieren sie die TV-Aufzeichnungen beim Arosa-Humor-Festival. Nachdem Snap Film dieses Jahr bereits Spots mit dem Kabarettisten Gögi für Incarom und viele andere unterhaltsame Filme produzierte, beweist Michael Kindermann mit seiner neuen Arbeit für Osram erneut eine professionelle Comedy-Kompetenz. Regie führte das neue Nachwustalent Tolga Dilsiz.
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