Zu guter Letzt: Streit um Eisbär Knuts Einkommen

Obwohl das süsse Knuddelbärchen Knut unterdessen zu einem ausgewachsenen Eisbär herangewachsen ist, scheint ihm keine Ruhe gegönnt zu sein: Nun sorgt er für einen Streit zwischen den Zoologischen Gärten in Berlin und Neumünster.

 Obwohl das süsse Knuddelbärchen Knut unterdessen zu einem ausgewachsenen Eisbär herangewachsen ist, scheint ihm keine Ruhe gegönnt zu sein: Nun sorgt er für einen Streit zwischen den Zoologischen Gärten in Berlin und Neumünster. Der Zoo Neumünster fordert nämlich einen Anteil an dem Gewinn von rund fünf Millionen Euro, den der Zoo Berlin im Vorjahr mit dem Publikumsliebling erzielt hatte. Er beruft sich dabei laut SDA auf eine Vereinbarung, wonach ihm Knut als erster lebender Nachwuchs von Eisbär-Papa Lars gehört. Lars war nämlich von Neumünster nach Berlin ausgeliehen worden. Eine gerichtliche Klage wird es aber vorerst nicht geben.Wenn die Neumünster gewusst hätten, dass das Eisbärenkind ihres Lars rund fünf Millionen Euro aus Ticket- und Werbeerlösen einbringen würde, hätten sie ihn wohl nicht einfach mal an ihre Berliner Kollegen ausgeliehen. Aber wer weiss…dann wäre vielleicht alles ganz anders gekommen – die Eisbärendame, mit der sich Lars in Neumünster gepaart hätte, hätte Knut vielleicht nicht verstossen wie diejenige in Berlin, es hätte nie kleine Plüsch-Knuts und andere Niedlichkeiten zu kaufen gegeben, und kein Knut-Film würde je die Kinokassen klingeln lassen…So hat sich das Ganze wenigstens finanziell gelohnt – für den Berliner Zoo sicher, für den Neumünster Zoo nur vielleicht…

Creative Assets verpflichtet Fiona Hefti für Filippa K

Das schwedische Modelabel Filippa K hat die ehemalige Miss Schweiz und jetzige Journalistin Fiona Hefti als Botschafterin verpflichtet. Konzipiert und umgesetzt wurde die Partnerschaft von der Zürcher Branded Entertainment Agentur Creative Assets.

Das schwedische Modelabel Filippa K hat die ehemalige Miss Schweiz und jetzige Journalistin Fiona Hefti als Botschafterin verpflichtet. Konzipiert und umgesetzt wurde die Partnerschaft von der Zürcher Branded Entertainment Agentur Creative Assets. Der erste öffentliche Auftritt von Hefti als Testimonial sei am Donnerstag anlässlich der Eröffnung des zweiten Filippa K Concept Stores an der Schweizergasse in Zürich erfolgt, teilte die Agentur mit.Sie sei stolz, die neue Botschafterin für das Modelabel zu sein, wird Hefti in der Mitteilung zitiert. Die Mode entspreche ihrem Geschmack: Reduziert und dennoch stilvoll.
Patrick Kamm von Filippa K Schweiz freut sich ebenfalls auf die Zusammenarbeit. Mit der neuen Botschafterin mache Filippa K einen weiteren Schritt zur Festigung der Position im Schweizer Markt.

Euro RSCG wird Leadagentur von Tele 2

Im Rahmen einer mehrstufigen Konkurrenzpräsentation hat Tele 2 eine neue Leadagentur gewählt: Euro RSCG Zürich hat sich gegen mehrere namhafte Agenturen durchgesetzt.

 Im Rahmen einer mehrstufigen Konkurrenzpräsentation hat Tele 2 eine neue Leadagentur gewählt: Euro RSCG Zürich habe sich gegen mehrere namhafte Agenturen durchgesetzt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Ausschlaggebend für den Pitch-Gewinn sei eine klare Strategie und ein erfrischendes Konzept gewesen. Die Agentur soll demnächst für das Unternehmen eine Gesamtkampagne lancieren.

JvM/Limmat lässt für Swisscom Online-Mosaik bauen

Neben der Service-Kampagne für Swisscom realisiert Jung von Matt/Limmat für das Unternehmen eine Microsite, auf welcher die Besucher dazu angehalten werden, mit eigenen Fotos das neue Swisscom-Logo in Form eines Mosaiks zu komplettieren.

Neben der Service-Kampagne für Swisscom (siehe ) realisiert Jung von Matt/Limmat für das Unternehmen eine Microsite. Die Besucher werden laut Mitteilung der Agentur auf der Site dazu angehalten, mit eigenen Fotos vor rotem, blauem oder weissem Grund das neue Swisscom-Logo in Form eines Mosaiks zu komplettieren. Für jedes vervollständigte Logo wird ein iPod Touch von Apple unter den Teilnehmern verlost. Die Teilnahme ist per Web-Upload oder per MMS möglich.  
Flankierend wird während der gesamten Kampagnendauer Onlinewerbung geschaltet.
Verantwortlich bei Swisscom:
Marc Werner (Leiter Marketing & Sales), Thomas Ulrich (Leiter Marketing Kommunikation), Sake Jacqueline Goekbas, Peter Schilde, Patrizio Pivirotto (Werbeleitung). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Alexander Jaggy, Markus Rottmann (Creative Direction), Bruno Manser (Art Direction), Iris Alder (Text), Martin Samsel (Strategie), Matthias Adolf (Leitung Online Beratung), Notarmon Buchli, Severin Gehring, Bert Hofmänner (Programmierung).

Radio 24 und Tele Züri im Gegenwind

Die beiden Tamedia-Sender Radio 24 und Tele Züri sind mit der Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates in Sachen Konzessionen erwartungsgemäss nicht glücklich. Zürich ist nach Schaffhausen schon der zweite Kanton, der für die TV-Konzession Tele Top vorzieht. Radio 24 könnte sich zudem nicht mehr für die kleinere Konzession im Raum Zürich bewerben, sollte dem Sender das grössere Gebiet verwehrt bleiben.

 Die beiden Tamedia-Sender Radio 24 und Tele Züri sind mit der Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates in Sachen Konzessionen erwartungsgemäss nicht glücklich. Es sei bedauerlich, dass die Regierung die Gesuche «des ältesten Schweizer Privatradios und des ältesten Regional-Fernsehens der Schweiz» nicht unterstützen würde. Radio 24 und Tele Züri seien aufgrund der Leistungsausweise und der eingegebenen Gesuche überzeugt, dass sie alle Voraussetzungen für die Vergabe der Konzessionen «am besten» erfüllen würden, heisst es in einer Mitteilung. Zürich ist nach Schaffhausen schon der zweite Kanton, der Tele Top vorzieht. Vergeben werden die Konzessionen im Frühsommer vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Die Stellungnahmen der Kantonsregierungen sind für das Departement zwar nicht bindend, stellen aber einen Bestandteil des Meinungsfindungsprozesses dar.
Was geschieht, wenn Tele Züri oder Radio 24 leer ausgehen würden? «Bei einem negativen Entscheid des Uvek müsste Tele Züri sein Konzept überdenken und für Radio 24 wäre ein Betrieb als UKW-Radio wie bisher nicht mehr möglich», sagte dazu Tamedia-Sprecherin Sonja Levy. «Für Tele Züri würde ein negativer Entscheid bedeuten, dass es gegen einen staatlich unterstützten Sender konkurrenzieren und sich die Übertragung im Kabelnetz erstreiten muss.»
Die Zürcher Regierung geht allerdings davon aus, dass Tele Züri auch ohne Gebührengelder und garantiertem Netzplatz durchkommen würde. Gravierender wären die Konsequenzen für Radio 24, das mit der Konzession auch den Platz im UKW verlöre. Die Reichweite würde sich damit dramatisch verringern, auch wenn der Sender via Kabel und Internet weiterhin präsent wäre.
Umschwenken auf kleinere Konzession für Radios nicht möglich
Radio 24 hat sich – wie auch die Konkurrentin Energy Zürich – nur für das grosse Gebiet Zürich-Glarus beworben, nicht aber für die kleinere Konzession in der Region Zürich. Nicht möglich ist laut Bundesamt für Kommunikation, dass die beiden Sender als Notlösung noch auf das kleinere Gebiet umschwenken könnten, sollten sie für das grosse nicht berücksichtigt werden. «Das geht nicht. Die Frist für die Bewerbungen ist abgelaufen; die Sender können sich nun nicht mehr für ein anderes Gebiet bewerben», sagte Bakom-Sprecher Bernhard Bürki auf Anfrage der Werbewoche.
Tamedia würde rechtliche Schritte gegen einen allfälligen negativen Entscheid aus Bundesbern prüfen, wie Levy weiter erklärte. Sie zeigte sich überzeugt, dass Radio 24 und Tele Züri auch in Sachen Meinungsvielfalt mit der Konkurrenz mithalten. «Bei der Meinungs- und Angebotsvielfalt geht es in unseren Augen vor allem um die Qualität des Programms und nicht um die Eigentümer», sagte die Sprecherin. «Betreffend journalistischer Leistungen und den Investitionen in die Mitarbeitenden und ins Programm liegen wir vorn», so die Stellungnahme des Medienhauses. Die Zürcher Regierung hatte ihre Stellungnahme vor allem mit Überlegungen rund um die Meinungs- und Medienvielfalt begründet.
Carole Scheidegger

Erik Neumann wird neuer Chef von Publicis Dialog

Die Publicis Gruppe Schweiz ernennt Erik Neumann per 1. April 2008 zum Geschäftsführer von Publicis Dialog, der aus Fisch.Meier.Direkt entstandenen Dialog-Unit von Publicis. Neumann soll das Rebranding vorantreiben und löst Christian Hansen ab, der Fisch.Meier.Direkt bis anhin leitete.

Die Publicis Gruppe Schweiz ernennt Erik Neumann per 1. April 2008 zum Geschäftsführer von Publicis Dialog, die aus Fisch.Meier.Direkt hervorging. Neumann löst Christian Hansen ab, der Fisch.Meier.Direkt bis anhin leitete. Bereits letzten Herbst war kommuniziert worden, dass er die Agentur im Frühjahr verlässt (siehe ). Erik Neumann stösst von Saatchi & Saatchi zu Publicis. Der 41-Jährige hatte seine Karriere nach einem Studium in Betriebswirtschaft und Soziologie auf Industrieseite gestartet. Es folgten Stationen mit Fokus auf Dialog-Marketing bei internationalen Agenturen wie Ogilvy, New York Communications und Lowe/GGK. 2002 stiess er zu Saatchi & Saatchi Deutschland und baute dort ab 2005 das auf Shopper Marketing spezialisierte Tochternetzwerk Saatchi & Saatchi X Deutschland auf. Bis Ende März 2008 steht er diesem noch als Managing Director vor.
Erik Neumann soll das per Anfang 2008 eingeleitete Rebranding von Fisch.Meier.Direkt zu Publicis Dialog vorantreiben
, wie Publicis mitteilte. Er freue sich darauf, mit Erik Neumann und seinem 40-köpfigen Dialog-Team den Kurs der Integration aller Kommunikationsdisziplinen unter einem Dach fortzusetzen, erklärte Fredy Collioud, Chairman und Delegierter des Verwaltungsrates Publicis Gruppe.

SF verlor im Februar 3 Prozent Marktanteil

Das Schweizer Fernsehen musste im Februar einen Quotenrückgang einstecken: Es erreichte mit SF 1, SF zwei und SF info im Ganztagesschnitt einen Marktanteil von 32,1 Prozent.

 
Das Schweizer Fernsehen musste im Februar einen Quotenrückgang einstecken: Es erreichte mit SF 1, SF zwei und SF info im Ganztagesschnitt einen Marktanteil von 32,1 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2007 ergibt sich ein Minus von drei Prozentpunkten. Am Vorabend und besonders am Tag habe im Vergleich zum Vorjahresmonat die Ski-WM und der Publikumshit «Music Star» gefehlt, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. SF spüre zudem die immer stärker werdende Konkurrenz der kleinen Sender und der Spartenkanäle. Auch eröffne die Digitalisierung sowie das Internet neue Formen des Medienkonsums, was sich beim Schweizer Fernsehen im stetig wachsenden Interesse am programmergänzenden Angebot auf Sf.tv äussere.Im Internet verzeichnen alle SF-Plattformen im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme an Besuchen. «SF Sport» ist auch im Februar 2008 mit 1’097’100 Visits das meistbesuchte Angebot auf Sf.tv. Die Anzahl der Visits pro Monat stieg auf der Sport-Plattform gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2007 um 27 Prozent. Rund 327’000 Podcasts wurden im Februar 2008 heruntergeladen, dies entspricht gegenüber Februar 2007 einer Zunahme von über 90 Prozent.

Treiben Sie wieder mal Sport!

Gesundheit Seit fünf Jahren tritt Och Sport mit der Präventionskampagne «Treiben Sie wieder mal Sport» auf und leistet damit einen Beitrag zur Volksgesundheit.

 
Gesundheit Seit fünf Jahren tritt Och Sport mit der Präventionskampagne «Treiben Sie wieder mal Sport» auf und leistet damit einen Beitrag zur Volksgesundheit. Die neue Kampagne für 2008 fährt auf zwei Gleisen: Auf Tramplakaten werden die Leute zum Kalorienverbrennen animiert, in TV-Spots wird den Zielgruppen die artgerechte Haltung von Sportgeräten näher gebracht.

Beim TV bleibt alles ganz anders

Fernsehen An kaum einem Thema scheiden sich die Geister dermassen wie an der Zukunft des Fernsehens. Klar ist aber, das Fernsehen bleibt das zentrale Medium.

 
Fernsehen An kaum einem Thema scheiden sich die Geister dermassen wie an der Zukunft des Fernsehens. Klar ist aber, das Fernsehen bleibt das zentrale Medium.Das Fernsehen wird sich zwar neu definieren, doch dieser Wandel vollzieht sich in überschaubarem Tempo, und TV bleibt das zentrale Medium. Seit 2006 analysiert die Strategieberatung Zehnvier gemeinsam mit Publisuisse kontinuierlich, welche Veränderungen die Medienlandschaft prägen. Auftakt der Untersuchungen war die breit angelegte empirische Studie «TV – Medium der Zukunft». Seither werden die Analysen durch ein systematisches Tracking von Marktforschungsstudien und Branchenberichten fortgeführt. Erfasst werden Neuigkeiten aus der Schweiz, aus dem weiteren Europa, Asien und aus den USA. Kein digitaler TsunamiDie Marktbeobachtungen weisen darauf hin, dass die vielfach prophezeite digitale Riesenwelle ausbleibt. Der Wandel in der Mediennutzung kommt nicht radikal über uns. Das zeigt zum Beispiel die MindSet-Studie 2007. Bei dieser Studie erhielten 1923 Personen drei Tage lang einen PDA, stündlich wurden sie zu ihrer Mediennutzung befragt. Die über 77’000 Momentaufnahmen der Studie erlauben detaillierte Aussagen über die Early Adopters als Medienkonsumenten der Zukunft und damit auch wertvolle Schlüsse darüber, wie Medien morgen genutzt werden. Die MindSet-Studie definiert Early Adopters über ihre Geräteausstattung bei neuen Medien. Sie haben ein Handy, einen privaten Online-Breitbandanschluss mit Flatrate und ein Gerät, das «neues Fernsehen» erlaubt (digitaler TV-Receiver oder DVD-Recorder mit Festplatte). Early Adopters können zwischen 16 und 59 Jahre alt sein.
Die Early Adopters nutzen alle Medien intensiv, vor allem Internet und mobile Endgeräte. Das Internet bietet ihnen Aktualität, Nutzwert und Information. Das Handy wird intensiv, aber dennoch vorrangig zum Telefonieren und für SMS genutzt. Klassische Medien wie TV und Radio bleiben bei den Early Adopters im Spiel. Sie werden besonders zur sozialen Orientierung genutzt, das heisst, um zu wissen, was gesellschaftlich von Bedeutung ist, und um mitreden zu können. TV bleibt bei den Konsumenten von morgen sogar das mit Abstand meist genutzte Medium. Es bietet Unterhaltung, entspannt und sorgt für ein positives Befinden. Das Fernsehen wird nicht durch das Internet verdrängt werden, denn Funktion und Kontext der Nutzung sind zu unterschiedlich, auch wenn beides audiovisuelle Medien sind.
Trotz dieser Ergebnisse ist nicht zu übersehen, dass der TV-Sektor erheblichen Veränderungen unterliegt. David Brennan, Direktor Forschung und Strategie der britischen Branchenorganisation Thinkbox, bringt es auf den Punkt: «TV is not dying – it’s having babies.» Die Veränderungen vollziehen sich dabei allerdings in überschaubarem Tempo, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.
Mobile-TV hats schwerDas mobile Fernsehen wurde schon mehrfach als «next big thing» gefeiert. Der Durchbruch lässt trotzdem auf sich warten. Warum, das zeigt ein Blick nach Deutschland. Zwar ist inzwischen fast jedes neue Handy TV-fähig, die Deutschen nutzen ihr Mobiltelefon trotzdem hauptsächlich für Telefonie, SMS und Fotos. Unter anderem liegt das an der Bildqualität: Mobile Angebote können im Alltag noch immer nicht mit klassischen Endgeräten mithalten. Zudem fehlt echter Bedarf: Nur 13 Prozent der Deutschen sind am mobilen Fernsehen interessiert. Auch die Kosten werden als zu hoch empfunden. Dies und weitere Hürden (zum Beispiel die technische Fragmentierung) machen eine zögerliche Entwicklung des Mobile-TV wahrscheinlich. Für 2012 werden in Deutschland drei Millionen Nutzer erwartet – frühere Schätzungen gingen noch von neun bis zwölf Millionen aus.
Auch in der Schweiz ist Mobile-TV weit von einem Boom entfernt. Nur 6,9 Prozent der Bevölkerung besitzen überhaupt ein TV-fähiges Handy (2006: 4,2%), und auch die Nutzung bleibt weiter ein Randphänomen. Lediglich 1,2 Prozent der Schweizer geben an, Mobile-TV zu nutzen (2006: 0,7%). Bleibt abzuwarten, ob die DVB-H-Konzession der Swisscom und die Euro 2008 dem Mobile-TV zum Durchbruch verhelfen.
IPTV ist kein MassenmarktÄhnlich verhält es sich mit dem Thema IPTV, vielfach als TV der nächsten Generation gefeiert. Die objektive Betrachtung zeigt: Der auf dem Internet-Protokoll basierende TV-Empfang am PC oder am Fernseher legt zu, ist aber noch lange kein Massenmarkt. Etwa in Deutschland: Ende 2007 wurde mit ca. 270’000 IPTV-Abonnenten gerechnet. Bei 35 Millionen deutschen TV-Haushalten bedeutet dies einen Verbreitungsgrad von 0,8 Prozent. Für 2010 rechnet die Unternehmensberatung Deloitte mit etwa 2,2 Millionen IPTV-Nutzern, andere Studien kommen zu ähnlichen Prognosen. IPTV wird damit an Fahrt gewinnen, bezogen auf die Gesamtzahl der deutschen TV-Haushalte wird die Verbreitung aber lediglich zwischen fünf und sieben Prozent liegen.
Auch in der Schweiz weist das internetbasierte Fernsehen noch keine breite Nutzerschaft auf. Die Swisscom erwartete Ende 2007 etwa 80’000 Bluewin-TV-Abonnenten – etwa 2,7 Prozent der Schweizer TV-Haushalte. Der Web-TV-Anbieter Zattoo weist in der Schweiz rund 500’000 Registrierte aus, die monatlich aber nicht mehr als etwa 400’000 Kanalwechsel generieren.
Personal Video Recorder marginalFür die Zukunft wird oft von einem weitgehend individualisierten Medienkonsum ausgegangen, also von Konsumenten, die vorrangig zeitversetzt und on demand fernsehen. Studien und Marktbeobachtungen zeigen jedoch: Es wird weiterhin vor allem live geschaut.
Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Personal Video Recorder, der zeitversetzten Medienkonsum möglich macht. Bereits seit einiger Zeit im Angebot, bleibt seine Verbreitung dennoch hinter den Prognosen zurück. Etwa in Grossbritannien: Jupiter Research war für 2007 davon ausgegangen, dass rund 28 Prozent der britischen Haushalte einen PVR ihr eigen nennen würden. Die tatsächliche Verbreitung lag Mitte 2007 jedoch bei nur 12 Prozent. Auch in der Schweiz sind PVR weiterhin nur wenig verbreitet. Gemäss der aktuellen KommTech-Studie besitzen 6,1 Prozent der Schweizer einen PVR, in den jüngeren Zielgruppen sind es 9 Prozent Live-TV bleibt aber nicht nur prägend, weil sich PVR langsamer durchsetzen als oftmals vorhergesagt. Entscheidend ist auch, wie sie sich auf das TV-Verhalten auswirken. Hier belegen internationale Studien: Auch PVR-Besitzer sehen weiterhin vor allem live fern. Messungen von Nielsen zeigen etwa, dass amerikanische PVR-Besitzer 85 Prozent der Primetime-Sendungen unverändert zum Zeitpunkt der Ausstrahlung schauen.
Evolution statt RevolutionMobile-TV, IPTV und PVR werden den TV-Markt sicher verändern, der Übergang zum Fernsehen der nächsten Generation wird sich aber als Evolution, nicht als Revolution vollziehen. Und: Auch im Medienensemble der Zukunft wird TV der zentrale Ankerpunkt bleiben.
Roland Kopf, Clemens Koob, Kerstin Schoegel
 
Die Studie – so entstanden die ResultateDas Publisuisse-Projekt
«TV – Medium der Zukunft» besteht aus einem Mix aus Delphi-Studie, Fokusgruppendiskussionen, Online-Befragung, Experteninterviews und Sekundärforschung. Damit stellen die Macher sicher, dass die Meinungen aller Marktteilnehmer zum Ausdruck kommen.Dabei wurde in folgenden Schritten vorgegangen:
Expertensicht
mittels Delphi-Studie: Welche technischen Entwicklungen sind absehbar, wie wird die Relevanz beurteilt, was ist in welchem Zeithorizont realistisch?Gruppengespräche
mit TV-Konsumenten: Erheben des Mediennutzungsverhaltens und der zukünftigen Bedürfnisse, wie sähe das zukünftige Fernsehen im Hinblick auf Qualität, Content, Verfügbarkeit und Interaktivität aus?Online-Befragung
der Werbewirtschaft (Auftraggeber, Werbe- und Media-Agenturen): Beurteilung der technischen Entwicklung im Hinblick auf Veränderungen und Umgang im Rahmen der eigenen Marketing- und Werbeaktivitäten. Vertiefung
der Konsumenten- und Expertensicht durch individuelle Beurteilung aus Sicht der Wissenschaft (Werbepsychologie, Trendforschung usw.)
Desk Research: Umfangreiche Sekundärforschung mit Aufarbeitung bereits vorhandener Studien, Artikel und Berichte.

Alte 2007er-Daten in den Papierkorb!

Inseratestatistik Vorsicht mit Daten, die vor dem 28. Februar 2008 der VSW-Statistik entnommen wurden.

 
Inseratestatistik Vorsicht mit Daten, die vor dem 28. Februar 2008 der VSW-Statistik entnommen wurden. Am 28. Februar publizierte die Wemf die VSW-Inseratestatistik für Januar 2008 – mit zweiwöchiger Verspätung. Besser spät als falsch, war wohl die Devise. Ein weiser Entscheid. Wie bereits früher berichtet, war die bisherige Statistik fehlerhaft, weshalb die Wemf das Statistikreglement per 2008 änderte. Auf den nun erfolgten Neustart hin hat die Wemf die Verlage intensiv beraten, sodass diese ihre Inseratevolumina reglementskonform melden sollten. «Fehler sollten sich im Promillebereich bewegen», ist Wemf-Direktor Marco Bernasconi überzeugt.Klar ist auch: Die neuen Zahlen sind mit den fehlerhaften nicht vergleichbar. Das gilt auch für die 2007er-Daten – und hier wirds heikel. Denn seit dem 28. Februar sind zwei verschiedene 2007er-Datensätze im Umlauf – ein fehlerhafter alter und ein korrigierter neuer. Zwar hat die Wemf den alten Datensatz vom Netz genommen und nur den korrigierten online gestellt. Doch hat sie es verpasst, letzte Woche bei der Publikation noch einmal deutlich auf diesen Datenaustausch hinzuweisen. In den Verlagen existieren aber noch unzählige alte, fehlerhafte Auswertungen und Analysen, die plötzlich unbesehen auftauchen und für Verwirrung sorgen dürften. Beim letzten Systemwechsel vor drei Jahren war genau das geschehen. Ein Hinweis wäre auch deshalb wichtig gewesen, weil der alte Datensatz das ganze letzte Jahr über falsche und sogar marktverzerrende Eindrücke vermittelte. Wie marktverzerrend, zeigen einige Beispiele:
Wer am 27. Februar die VSW-Statistik konsultierte und 20 Minuten mit Heute verglich, erhielt die Information, dass Heute Basel 2007 die Basler Ausgabe von 20 Minuten um 500 Inserateseiten überrundet hätte. Seit 28. Februar, seit der korrigierte 2007er-Datensatz online ist, wissen wir: Die Situation ist genau umgekehrt, 20 Minuten Basel hat klar die Nase vorn.
Solch krasse Fehler waren keine Ausnahme. Le Matin Bleu und Le Matin semaine zusammen weisen nach altem Datensatz rund 1500 Inserateseiten mehr aus als nach der korrigierten Version. Bei der Neuen Zuger Zeitung beträgt die Differenz sogar 3200 Seiten. Nicht überall sind die Unterschiede so gross, aber sie betragen sehr oft mehr als 100 Seiten. Da und dort gibts gar Differenzen bei der Anzahl Ausgaben. Vier Zeitungen – Basler Zeitung, Landbote, Schaffhauser Nachrichten, Thurgauer Zeitung – waren konsequent: Sie fangen ganz neu an und weisen für 2007 eine blanke Null aus.
Darum der ultimative Werbewoche-Tipp: 2007er-Zahlen, die vor dem 28. Februar der VSW-Statistik entnommen wurden, sind als fehlerhaft zu markieren – oder zu löschen.
Markus Knöpfli

Neue LGK für Freiburger Nachrichten

Zeitungen Nur eine Tageszeitung schreibt deutsch und deutlich über das, was im Kanton Freiburg geschieht: die Freiburger Nachrichten. Für den Relaunch am 6. März hat sich das Blatt ein Redesign verpasst und seine Redaktion verstärkt.

 
Zeitungen Nur eine Tageszeitung schreibt deutsch und deutlich über das, was im Kanton Freiburg geschieht: die Freiburger Nachrichten. Für den Relaunch am 6. März hat sich das Blatt ein Redesign verpasst und seine Redaktion verstärkt. Damit es noch attraktiver über alles Relevante, Unterhaltsame und Lesenswerte aus der Region berichten kann. Die Neue LGK aus Bern und Zürich hatte sich im Pitch um die Bekanntmachung der Neulancierung durchgesetzt. Basierend auf dem Leitgedanken «Das ist uns eine Nachricht wert. Freiburger Nachrichten.», hat die Agentur eine Kampagne realisiert. Sie setzt damit auf die Kernkompetenz und den Wert der Lokalberichterstattung. Von Imageanzeigen über Radiospots bis hin zu einer Kleberaktion involvieren und vernetzen sämtliche Massnahmen die Redaktion und das Zielpublikum. Der Fotograf Tobias Madörin hat für die Kampagne Menschen aus Freiburg in Szene gesetzt, die für Nachrichten sorgen. Mit eigenen Aufnahmen spüren Leser in einem Wettbewerb Nachrichten auf – und erscheinen damit in der Zeitung. Eine Anzeige in Branchenmedien weist potenzielle Inserenten darauf hin, dass man nur über die Freiburger Nachrichten den grossen Anteil Deutschsprachiger im Kanton erreicht.

Ist die Stimmung erst angeheizt…

Kolumne Gesellschaftlich angesehene Opfer und Täter, an denen sich Vorurteile abreagieren lassen: Im Falle der jüngsten Tötungsdelikte haben die Medien auf gesicherte Fakten verzichtet.

 
Kolumne Gesellschaftlich angesehene Opfer und Täter, an denen sich Vorurteile abreagieren lassen: Im Falle der jüngsten Tötungsdelikte haben die Medien auf gesicherte Fakten verzichtet. 
«Eine brutale Exekution» sei es gewesen, behauptete unlängst NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer, eine «Aktion der geballten Vernichtung». Das Opfer sei «seinen Häschern als Objekt der Störung» entgegengetreten.Nur – von welcher Tat schreibt Meyer?
In Bussigny bei Lausanne zündete ein 19-Jähriger die Hose eines schlafenden Obdachlosen an. Das Opfer erwachte rechtzeitig, konnte den Brand löschen, erlitt aber Verbrennungen zweiten und dritten Grades.
In Aarau stieg ein 17-Jähriger in einen Massagesalon, erdrosselte eine 40-jährige Dirne und verliess den Tatort wieder durch das Fenster.
In Locarno starb ein 22-jähriger Student, nachdem er in einer Altstadtgasse niedergeschlagen worden war. Die Polizei verhaftete kurz darauf drei junge Männer…
Diese drei Taten – zwei vollendete und ein versuchtes Tötungsdelikt – begingen junge Männer in den vergangenen Wochen in der Schweiz. Sie erreichten höchst unterschiedliche Medienbeachtung und nur wenige aufgeregte Kommentare.
Das Anzünden eines Obdachlosen ist der Waadtländer Kantonspolizei weder eine Medien- noch eine Fahndungsmeldung wert. Erst Medienrecherchen schaffen fünf Wochen später Öffentlichkeit. Nach entsprechenden Hinweisen befragen Journalisten den Täter, einen 19-jährigen Schweizer Malerlehrling, noch bevor es die Polizei tut. In wenigen Deutschschweizer Zeitungen erscheint eine Agenturmeldung, nur der Blick verbreitet einen Eigenbeitrag. Kein Wort in der NZZ, auch nicht im Feuilleton, kein Wort zu Jugendgewalt, keine Frage nach Integration, sei es nun von Schweizern oder Malerlehrlingen, keine Frage dazu, wie es kommt, dass ein Familienvater die Integration verliert und zum Obdachlosen wird. Auch kein Communiqué eines politischen Vereins, weder von der SVP noch von anderen. Das Opfer ist sozial schwach, mit dem Täter – da weder Ausländer, noch Eingebürgerter, noch Konsument illegaler Drogen – lassen sich keine politischen Kampagnen führen.
Nur wenig mehr Medienbeachtung erreicht die Erdrosselung der 40-jährigen Dirne, Mutter von drei Kindern – ausser im Deutschschweizer Boulevardblatt. Der Täter ist ein 17-jähriger Schweizer, von der Vormundschaftsbehörde und den Pflegeeltern vor Monaten in ein Pflegeheim gesteckt. Wenig Thematisierung finden die Hinweise, dass der junge Mann in der rechtsextremen Szene verkehrt habe. Auch hier kein Kommentar, keine Frage nach Integration von Pflegekindern.
Am Fasnachtssamstag bleibt in Locarno ein 22-jähriger Student auf der Strasse liegen, er stirbt später im Spital an seinen Kopfverletzungen. Die Polizei verhaftet innerhalb von Stunden drei junge Männer, einen Bosnier, zwei Schweizer, im Tessin als Bosnier geboren, inzwischen eingebürgert. Es ist dieser Fall, der Meyer – wie auch weitere Kommentatoren – an den Computer treibt. Er verbreitet zwar kein rassistisches Stereotyp, aber er tönt einen Zusammenhang von Tat und Herkunft an: «Wir alle sind – auch –, woher wir kommen, mit welchen Geschichten wir fühlen, in welchen Lebenswelten unser Gewissen wurzelt.» Und man dürfe Statistiken nicht ignorieren. Allerdings sollten diese dann vollständig sein und auch die Einkommensverhältnisse offenlegen. Denn noch immer gilt die Faustregel: Kriminalität ist männlich, sie ist jung, und sie ist sozial schwach.
Zwei Wochen nach Meyers Kommentar berichtet auch die NZZ, dass ein vierter Tatverdächtiger festgenommen worden sei, ein minderjähriger Tessiner. Und weiter: «Bisher ist nach wie vor unbekannt, was in der Nacht auf den 2. Februar in Locarno geschah, als ein 22-jähriger Tessiner nach einer Prügelei das Leben verlor.»
Nur: Warum veröffentlichen Medienschaffende Kommentare zu einem Zeitpunkt, da die Fakten noch nicht gesichert sind? Es ist politische Leichenfledderei! Der Tessiner Student war noch nicht tot, als im Tessin bereits rechtsbürgerliche Parteien und opportunistische Exekutivpolitiker Massnahmen forderten: Bürgerrechtsentzug, sofortiger Landesverweis, Verwahrung. Die Medien nehmen dies auf und setzen das Karussell der politischen Forderungen in Gang, bis Kommentare unvermeidlich werden. Ist die Stimmung erst angeheizt, kann man ja auch auf gesicherte Fakten verzichten. Man braucht dazu nur Opfer, die gesellschaftlich angesehen sind und Täter, an denen sich Vorurteile abreagieren lassen.
 
Hans Stutz ist freier Journalist
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