Wie bereits bekannt wurde, lanciert Ringier einen abendlichen Gratis-Blick mit dem Titel Blick am Abend (siehe ). Morgens müsse also für den Blick 1.80 Franken bezahlt werden, am Abend werde er gratis abgegeben – dies sei eine Strategie, die beim Publikum für Irritation sorgen dürfte, schreibt der ehemalige Blick-Journalist Kurt-Emil Merki im Sonntag. Marc Walder, Redaktionsdirektor der Blick-Gruppe, sieht dies anders. Er denke überdachend, wird er im Sonntag zitiert. Deshalb wolle er, dass man sehe, dass alle Titel aus der Blick-Gruppe einer Marke entstammten. Sonntags-Blick, Blick und ab Juni auch Blick am Abend sollen so noch stärker von der Dachmarke «Blick» profitieren, die gerade bei den Jungen einen guten Klang habe. Die Werber hätten «extrem positiv» auf diese Überlegungen reagiert, die Leser würden dies auch tun.Entsprechend einheitlich würden die einzelnen Titel optisch daher kommen. Inhaltlich jedoch lege Walder Wert auf strikte Abgrenzung: Der Blick am Abend werde dem Gesetz der Gratiszeitung treu sein: kurz, bündig, sachlich, unterhaltsam und informativ. Zur Hälfte werde die Zeitung Feierabendtipps und Lebenshilfe anbieten, zur anderen Hälfte Informationen und News. Die Geschichten würden «sauber inszeniert» werden, Kommentare wird es nicht geben. Wenn der Blick über Tage hinweg eine Kampagne fahre, dann werde der Blick am Abend das gleiche Thema «unaufgeregt» aufbereiten. Der Blick am Abend wolle auf keinen Fall ein zweiter Blick sein – er sei in der Tonalität total anders.
Um die Eigenständigkeit des Blattes zu unterstreichen, werde der Blick am Abend einen eigenen Chefredaktor haben, schreibt Merki im Sonntag weiter. Ob es sich dabei um Daniel Steil, zurzeit interimistischer Redaktionsleiter, handle, sei unklar. Offenbar kämen auch andere Kandidaten in Frage. Walder sagt dazu bloss, dass er die Personalie in spätestens zwei Wochen vom Tisch haben wolle. Das Produkt werde einen Umfang von 32 Seiten haben. Verteilt werde es wie das Gratisblatt Heute in Zürich, Basel und Bern.