Interkulturell statt multikulti
Bei Siemens Healthcare geht es bei der weltweiten B2B-Kommunikation nicht primär um kulturelle und sprachliche Adaptationen für die Zielgruppen in heterogenen Märkten. Die Aufgaben sind Wissensaustausch und Information.
Bei Siemens Healthcare geht es bei der weltweiten B2B-Kommunikation nicht primär um kulturelle und sprachliche Adaptationen für die Zielgruppen in heterogenen Märkten. Die Aufgaben sind Wissensaustausch und Information.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von internationalem Corporate Publishing. Das eine ist der multikulturelle Ansatz: Das Thema wird für die multikulturellen, lokalen Bedürfnisse aufbereitet, in diversen Sprachen adaptiert; eventuell werden in der Printversion die einzelnen Sprach- und Länderausgaben mit Split-Seiten angereichert, die spezifisch auf Inhalte vor Ort eingehen. Als Beispiel des multikulturellen Konzepts kann man sich ein B2C-Corporate-Publishing im Konsumgüterbereich (Auto-Magazin, Kaffee-Magazin etc.) vor Augen führen: Die Marke wird weltweit kommuniziert, lokal erfährt sie ihre kulturelle Anpassung.Das andere ist der interkulturelle Ansatz – eine kommunikativ weitaus anspruchsvollere Aufgabe. Eine internationale Community beziehungsweise Zielgruppe (in der Regel im B2B-Bereich) ist mit einer Botschaft, einem gemeinsamen Inhalt anzusprechen. Oft geht es bei den Zielpersonen um gut ausgebildete Menschen. Nicht die Sprachversion ist die Herausforderung – die Lingua franca Englisch ist das probate Mittel –, nicht lokale Zusatzinformationen für die lokale Leserschaft beschäftigen die Redaktion. Vielmehr geht es um Themen, die der internationalen Target Group gemeinsam sind. Die Marke wird einheitlich über den ganzen Globus kommuniziert, die tragende Komponente ist das Wissen, die Kompetenz. Die Themenausformungen und das Design erfordern interkulturelles Fingerspitzengefühl.
Internationaler Know-how-AustauschDiese zweite geschilderte Aufgabe obliegt der weltweit tätigen Siemens Healthcare mit Hauptsitz in Erlangen in der Nähe von Nürnberg. Die Zielpublika sind weltweit homogen, ihre Märkte aber heterogen, bestimmt von unterschiedlichen regulatorischen Bestimmungen, unterschiedlichen Demografieentwicklungen, unterschiedlichen nationalen Gesundheitssystemen. Der Klinikmanager in den USA hat andere Gegebenheiten als derjenige in Deutschland oder etwa derjenige in Indien. Abgesehen davon ist die Grösse und Art der Institution – geht es um eine grosse Universitätsklinik mit Forschungsanspruch, um ein kleines Provinzkrankenhaus oder um die exklusive Privatklinik? – ausschlaggebend für die Alltagsbedürfnisse des Rezipienten der Siemens-Healthcare-Botschaft. Ungeachtet davon macht das Thema aber vor nationalen und organisatorischen Grenzen nicht Halt, die hochqualifizierte Zielgruppe ist am anderen Beispiel, an der gesundheitsökonomischen Entwicklung in der anderen Kultur, interessiert. Der Wissensaustausch ist ein ausgesprochen internationaler. Das weltweite Magazin Medical Solutions, distribuiert in 131 Ländern, sowie www.siemens. com/healthcare-magazine und entsprechende Treffen an Roundtables bieten diesem Know-how-Austausch die Plattform.
Weltweites WissenDiese Homogenität einer internationalen Zielgruppe in unterschiedlichen Marktsituationen ist nicht nur ein Merkmal auf der obersten Ebene, dem so genannten C-Level (Klinik-Managements, Opinion Leaders im Gesundheitswesen etc.), sondern ebenso klar auch auf der Ebene der Fachärzte und des medizinischen Fachpersonals. Innovationen in der Geräteschaft, welche einen optimierten Workflow ermöglichen, interessieren weltweit – auch wenn in China ein durchschnittlicher täglicher Patientendurchsatz (Anzahl behandelter Patienten am Gerät pro Tag) andere Quantitäten aufweist als etwa in der Schweiz, auch wenn in den USA die medizintechnische Diagnose oder Therapie im Falle von übergewichtigen Menschen ein ungleich brennenderes Thema ist als in Frankreich, auch wenn die Überalterung und die entsprechende Gesundheitsversorgung in Japan eine andere Rolle spielt als in Brasilien. Die Communities und Zielgruppen auch auf Fachebene, beispielsweise Radiologen, die mit verschiedenen bildgebenden Verfahren arbeiten, interessieren sich nicht nur für ihr engstes Umfeld. Auch hier begegnet Siemens Healthcare einer internationalen Wissensgemeinschaft: Die so genannten Expert Magazines von Siemens sind somit ebenfalls für internationale Leserschaften konzipiert. Die Marke Siemens garantiert für weltweit zusammengetragenes Wissen, für interkulturelles Know-how – namentlich durch ihr Corporate Publishing, das unternehmensintern von einem vernetzten Redaktionsplan vorangetrieben wird.
Konkret nun wie?Alle diese Überlegungen und Ausführungen sind theoretisch gut nachvollziehbar. Was heisst dies aber nun in der Corporate-Publishing-Praxis? Fünf Themen der letzten Ausgabe des C-Level-Magazins Medical Solutions werden hier kurz vorgestellt.
Die Ausgabe ist für die internationale Radiologiemesse in Chicago geplant. Siemens Healthcare wartet mit einem «Blumenstrauss» von medizintechnischen Innovationen auf, die Entscheidungsträger in der ökonomischen und medizinischen Relevanz verstehen sollten. Diese Entscheidungsträger haben längst nicht alle einen medizinischen Background. Die Innovationen werden somit auch nicht im typischen vertieften Healthcare Writing vorgestellt (das für die so genannten Expert Magazines ein unverzichtbarer Massstab ist), sondern mehr aus dem übergreifenden gesundheitsökonomischen Blickwinkel. Assortiert zu diesem Thema führt Financial-Times-Korrespondent Haig Simonian aus Zürich einen Dialog mit dem amerikanischen Zukunftsforscher und Bestsellerautor John Naisbitt, der das Zweierteam für Medical Solutions (Fotograf: Andreas H. Bitesnich) in seine Wohnung nach Wien einlädt. «Our relation to technology is the most unexamined relationship we have», teilt der interkulturell sensibilisierte, aber sich unbeschönigend artikulierende John Naisbitt der Leserschaft von Medical Solutions mit.
Weltweites WissenEinige Seiten weiter: Brustkrebs. Das Thema ist derzeit im Fokus des Interesses, was die Prävention, Diagnose, Therapie oder auch die Nachbehandlung anbelangt. Die Healthcare-Journalistin Laura Newman spricht, nach einem Reportagenbesuch in einem Brustkrebszentrum in Georgia, mit neun Spezialisten, beispielsweise in Paris und in New York. Für das Telefongespräch mit dem japanischen Spezialisten wird eine Übersetzerin eingeschaltet, ein Akt der Höflichkeit. Resultat ist ein mehrseitiges Update, weltweit zusammengetragenes Wissen auf den Punkt gebracht.
In der gleichen Ausgabe von Medical Solutions: In Portugal hat sich die Marktsituation nach einer Reform im Gesundheitssystem verändert; der des Portugiesischen mächtige, ortsansässige Korrespondent Manuel Meyer (die Gesprächspartner in Lissabon schätzen bei aller Englischkundigkeit den mündlichen Dialog in der Muttersprache) recherchiert die Situation, stellt sie in den Zusammenhang mit konkreten Aktivitäten von Siemens Healthcare in einer führenden, innovativen Privatklinik in der portugiesischen Hauptstadt.
Ein fünftes Thema in der vorliegenden Ausgabe von Medical Solutions (mit mehr als hundert Seiten und mehr als einem Dutzend Geschichten): Der Wissenschaftsjournalist Oliver Klaffke stellt das Nischenprodukt der Berner Sonnenklinik vor: Diagnose von Hüftgelenkentzündungen in der Radiologie. Dieses Beispiel aus der Schweiz ist ebenfalls von höchstem Interesse für die weltweite – auch – unternehmerisch denkende Leserschaft von Medical Solutions.
Viviane Egli
Medical Solutions PublishingFlaggschiff
des von einer integrierten Redaktion getragenen internationalen Corporate Publishing von Siemens Healthcare ist das dreimal jährlich erscheinende Medical Solutions. Siemens-intern liegt die Verantwortung bei Corporate Communications. Das hochkarätige B2B-Magazin wird in 131 Ländern verteilt. Für den Wissensaustausch mit der zwar homogenen, aber in heterogenen Märkten sitzenden Leserschaft ist interkulturelles Fingerspitzengefühl angesagt. Primafila AG, Zürich und USA, ist mit der Beratung, dem redaktionellen Support und dem Einsatz ihres weltweiten Journalistennetzes beauftragt; ihre Partnerfirma independent Medien Design, München, zeichnet für das Medien-Design verantwortlich.
