Uefa beharrt auf Lizenzgelder für Euro 08

Der Europäische Fussballverband Uefa beharrt auch nach dem Entscheid der eidgenössischen Schiedskommission darauf, dass bei ihr für die Euro 08 eine Lizenz für Vorführungen auf Grossleinwänden ab 3 Metern Diagonale gelöst werden muss. Damit müssen Veranstalter doppelt bezahlen.

 Der Europäische Fussballverband Uefa beharrt auch nach dem Entscheid der eidgenössischen Schiedskommission darauf, dass bei ihr für die Euro 08 eine Lizenz für Vorführungen auf Grossleinwänden ab 3 Metern Diagonale gelöst werden muss. Aufführungs- und Vorführrechte seien nicht Gegenstand des neuen Tarifs, ausser es gehe um Konzerte, teilte der Verband mit.
Martin Wüthrich, Mediensprecher der Musikurheberrechtsgesellschaft Suisa, sagte gegenüber der SDA, mit dieser Haltung behaupte die Uefa Rechte, die über jene der Urheber hinausgingen. Seine Organisation, die den neuen Tarif für insgesamt fünf Urheberrechtsgesellschaften abrechnet, werde weiterhin auf die Uefa-Haltung verweisen. Er bedauere, dass damit zwei Lizenzsysteme bestehen.
Der Fussballverband seinerseits teilte mit, nach dem neuen Urheberrechtstarif werde auch für nicht-kommerzielle Anlässe eine Entschädigung fällig. Das sei nicht im Sinne der Uefa, die dafür seit einem Jahr eine kostenlose Lizenz vorsehe. Es sei bedauerlich, dassso kurz vor dem grossen Sportereignis ein neuer Tarif umgesetzt wird (siehe
). Ob die Uefa überhaupt eigene Lizenzen erteilen und dafür Gebühren erheben darf, ist umstritten. Laut Tages-Anzeiger haben Juristen die Vergütungsansprüche der Uefa in der Fachzeitschrift Sic! als «sehr fraglich» bezeichnet.

Ein Puzzle, das nicht zusammenpasst

Reichweiten Ringiers Berechnung der aktuellen Print-Reichweite von Cash daily wirft Fragen auf.

 
Reichweiten Ringiers Berechnung der aktuellen Print-Reichweite von Cash daily wirft Fragen auf.  
In der Mach Basic 2008-1 weist die Wemf dem Ringier-Gratisblatt Cash daily fürs erste Jahr eine durchschnittliche Reichweite von 73’000 Leserinnen und Lesern pro Ausgabe aus. Eine gute Leistung für die junge Wirtschaftszeitung. Aber wie alle Mach-Basic-Werte sind diese Zahlen Vergangenheit und Ringier benötigt aktuelle Werte. Darum verschickte Christoph Bauer, bei Ringier Leiter Wirtschaftsmedien, am 25. März 2008 seinen 16. Cash-Media-Report, in dem er darlegte, dass Cash daily aktuell eine weit höhere Reichweite aufweise, nämlich rund 127’000 Print-Leser. Wie er auf diesen Wert kommt, erklärte Bauer so: «Die Wemf-Zahlen bestätigen diese Projektion mit der Mach Basic 2008-1, die Cash daily für den Zeitraum 10/2006 bis 09/2007 erwartete 73’000 Leserinnen und Leser bescheinigt. Mit einer während dieses Zeitraums durchschnittlich verteilten Auflage von 60’800 Exemplaren ergeben sich 1,2 Leser pro Exemplar (LpE).» Mittlerweile betrage die täglich verteilte Auflage aber «durchschnittlich 106’000 gedruckte Exemplare», was bei 1,2 LpE einer täglichen Print-Reichweite von 127′ 000 Lesern entspreche.75’000 oder bloss 60’800?Die Rechnung erscheint transparent, doch nach Auffassung der Werbewoche enthält sie einen Fehler. Denn die im ersten Cash-daily-Jahr verteilte Auflage betrug durchschnittlich 75’000 Exemplare, nicht 60’800 Exemplare, wie vom Verlag angegeben. Dies lässt sich auf Grund der von Ringier monatlich publizierten Auflagenzahlen nachrechnen. Somit kommt Cash daily also im ersten Jahr auf knapp einen Leser pro Exemplar, was bei aktuell verteilten 106’000 Exemplaren eine Reichweite von 106’000 Lesern ergibt. Gegenüber dem von Bauer errechneten Wert sind das 21’000 Leser weniger – das ist eine signifikante Differenz.
Was sagt man bei Ringier dazu? Ringier-Sprecher Marco Castellaneta bestätigt zunächst: «Im Zeitraum von Oktober 2006 bis September 2007 sind effektiv 75’333 Exemplare über alle Kanäle verteilt worden», davon auch 29’083 über Boxen in Firmen. Als man diese Boxen im letzten Herbst überprüfte, habe man festgestellt, dass von den dort ausgelegten Exemplaren etwa die Hälfte liegen geblieben seien. «Auf Grund dieses Learnings haben wir die Gesamtauflage auf die Periode 10/06 bis 9/07 zurückgerechnet», indem wir für die Auflage in Firmenboxen nur noch die Hälfte, also 14’541 Exemplare, eingerechnet haben – «dies im Sinne maximaler Transparenz.» Somit habe die verteilte Printauflage von Cash daily im ersten Jahr eben doch 60’800 Exemplare betragen. Per Januar 08 habe man nun bei Cash daily einen neuen Remissionsprozess eingeführt, die Firmenboxen-Auflage nach unten korrigiert und weise sie nun korrekt aus. Die aktuell verteilten 106’000 Exemplare seien somit mit der neuen Auflagenberechnung fürs erste Jahr vergleichbar, und die hochgerechnete Reichweite von 127’000 Lesern sei richtig.
Quervergleich stimmt nichtIm Klartext heisst das allerdings: Was Ringier bisher als «verteilte Auflage» ausgewiesen hatte, war bloss die ausgelieferte Druckauflage – die Remissionen nicht abgerechnet. Das bringt Bauer in die Bredouille, denn dieser hat bisher in Wort und Grafik immer kommuniziert, dass es sich um die effektiv abgesetzte Auflage handle. Auf dieser Basis hatte er schon im letzten Herbst eine erste «aktuelle» Reichweite für Cash daily berechnet – und kam damals ebenfalls auf 127’000 Leser.
Fest steht: Ringier hat bisher in keinem Cash-Media-Report die neue Auflagenberechnung dargelegt. Das hätte der Verlag aber spätestens in der Ausgabe vom 25. März tun müssen. Stattdessen wurden in Text und Grafik zwei verschiedene Berechnungen vermischt. Castellaneta bestätigt: «Die Grafik stimmt im Quervergleich nicht mehr überein.» Das aber ist – gelinde gesagt – unprofessionell, und es entsteht der Eindruck, dass Ringier die Leistung von Cash daily bewusst besser darstellen will, als sie ist. Im Moment muss jedenfalls offen bleiben, wie hoch die aktuelle Reichweite tatsächlich ist.
 
Markus Knöpfli
Für Cash daily ist die Wemf zu langsamEs ist bereits das zweite Mal
, dass Ringier für Cash daily einen aktuelleren Reichweitenwert als den der Wemf hochrechnet. Das erste Mal war im September 07. Doch weshalb hat es Ringier so eilig? Dazu Sprecher Marco Castellaneta: «Wir haben uns für den Weg der Leserschaftsprojektion für Cash daily entschieden, da das Wemf-Forschungskonzept systembedingt das schnelle Wachstum eines Gratistitels nicht abbilden kann, insbesondere wenn sukzessive neue Vertriebswege aufgebaut und optimiert werden. Unsere Werbekunden investieren heute und daher ist die aktuelle Medialeistung relevant. Selbstverständlich räumen wir ein, dass Projektionen Unschärfen aufweisen können. Allerdings hat das auch die Wemf-Forschung, deren Vertrauensintervall in den ersten Jahren sicher über den normalen fünf Prozent liegen. Zudem sind es künftig immer mehr Verlage, die aktuellere Reichweitenzahlen benötigen: Tamedia und Basler Zeitung Medien für News, beim Blick und auch bei der Schweizer Illustrierten wird dies ebenfalls aktuell – und dann bei all den regionalen Verlagen, die neue Sonntags- oder Gratisprojekte lancieren.» (mk)

Halbe Performance

René Worni über allzu verspätete Forschungsresultate und die Gründe, weshalb es die Leute von Radio, Fernsehen und Online-Medien besser haben als diejenigen der Zeitung.

 
René Worni über allzu verspätete Forschungsresultate. 
Die Kollegen von Radio und Fernsehen und auch von den Online-Medien haben es gut. Sie geniessen im Vergleich zu den gedruckten Medien einen Luxus. Denn ihnen ist stets klar, wie sie beim Publikum ankommen. Das berühmte Kästchen in ein paar ausgewählten Haushalten misst die Publikumsquoten beim Fernsehen, die Radiouhr hört selbst unter der Dusche noch DRS, und im Internet sammeln sich die Klicks zu Millionen praktisch von alleine. In Bälde wird eine neue Mediawatch sogar TV, Radio und dazu deren Konsum über Internet messen können. Von diesem berauschenden, weil schnellen Wechselspiel zwischen Ursache und Wirkung kann die Zunft der Zeitungsleute nur träumen. Auf «Leserquoten» müssen sie nämlich lange warten. Für einen Zeitungsverleger ist es besonders dann besonders schlimm, will er schnellschnell zum Beispiel mit einer Gratiszeitung den Gegner aus dem Markt werfen oder ein altes Blatt aufmotzen und umbenennen. Will er wissen, ob dem Publikum tatsächlich gefällt, dass es das geliftete Boulevardblatt jetzt von hinten wie von vorne her geradeaus lesen muss, dann ist es vielleicht schon zu spät, und die Audience hat sich in neue Medienlabyrinthe verflüchtigt. Noch schlimmer: Ohne rechtzeitige und verlässliche Reichweitenzahlen kneifen die Inserenten (diese sind hierzulande dazu noch eine zögerliche Bande).  Ohne Inserate keine Einkünfte, ohne Einkünfte keine Zeitung und ergo keine Leser – die Schlange beisst sich von hinten grad selber.
Was tun? Schlimmstenfalls wartet ein Verleger bis zu anderthalb Jahren, bis er erste verlässliche Reichweiten für seinen neuen Titel von der Wemf bekommt. Bis dahin muss er sich mit teuren und aufwändigen Sonderstudien behelfen, um seine Marktperformance zu beweisen. Beim Gratiswirtschaftsblatt Cash Daily zeigt sich das exemplarisch. Die Reichweitenzahlen der Wemf kommen also immer zu spät. Das ist nicht die Schuld des Forschungsinstitutes, sondern der Verleger. Ihre (schweigende) Mehrheit bestimmt den Erhebungsrhythmus und blockiert damit die Innovationen gleich mit. So bleibt es wohl noch lange beim blossen Traum von der «total performance» eines Verlagshauses, also der Summe aller Reichweiten aus Print, Radio, Mobile, TV und Online.
René Worni, Redaktor

One Show: Ruf Lanz für Sport Factory Outlet im Final

Die Zürcher Kreativagentur Ruf Lanz steht mit dem Radiospot «Tribal sovereignty» für Sport Factory Outlet im Final des One Show Festival in New York.

 Die Zürcher Kreativagentur Ruf Lanz steht mit dem Radiospot «Tribal sovereignty» für Sport Factory Outlet im Final des One Show Festival in New York. In diesem bereits mehrfach preisgekrönten Radiospot wirbt George W. Bush nach einem Sturz vom Velo mit unfreiwilligem Humor für Velohelme. Damit ist Ruf Lanz im Rennen um einen der begehrten One Show Pencils in Gold, Silber oder Bronze.

Saatchi & Saatchi Simko geht Partnerschaft mit Brüngger Bachmann Dialog ein

Die Werbeagentur Saatchi & Saatchi Simko und die Zürcher Kommunikationsagentur Brüngger Bachmann Dialog gehen eine strategische Partnerschaft ein. Sie wollen den Kunden medienübergreifende Kommunikation anbieten. Beide Agenturen bleiben autonom, gegenseitige finanzielle Verpflichtungen bestehen nicht.

 Die Werbeagentur Saatchi & Saatchi Simko und die Zürcher Kommunikationsagentur Brüngger Bachmann Dialog gehen eine strategische Partnerschaft ein. Damit wollen sie den Kunden medienübergreifende Kommunikation anbieten. Die Kunden der beiden Partner sollen durch diese Kooperation die Möglichkeit erhalten, bei den jeweiligen Disziplinen von zusätzlichem Know-how zu profitieren und trotzdem Konzepte und Projektmanagement aus einer Hand zu erhalten. Die beiden Unternehmen wollen sich in dieser Konstellation auf ihre eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren und ihren Kunden Lösungen in den Disziplinen Brandbuilding, Advertising und Dialogmarketing anbieten, off- und online. Erste Arbeiten sind bereits gemeinsam realisiert worden.
Beide Agenturen bleiben autonom und arbeiten weiterhin unabhängig für ihre jeweiligen Mandate und Kunden. Gegenseitige finanzielle Verpflichtungen bestehen nicht, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst.
Brüngger Bachmann Dialog wird Kompetenzen in Sachen Dialogmarketing einbringen. «Die Zusammenarbeit mit Saatchi & Saatchi Simko ist für uns die logische Konsequenz der Fokussierung auf unser Spezialgebiet», erklärt Daniel Brüngger diesen Schritt. Kaspar Loeb, CEO von Saatchi & Saatchi Simko, hält fest: «Es ist keine Frage, dass Dialog in jedem integrierten Kommunikationsprozess eine wichtige Rolle spielt.» Er ist überzeugt, dass seine Kreativwerkstatt in Sachen Kultur und Anspruch an crossmediale Kommunikationslösungen ideal zum neuen Partner passt.

One Show: JvM/Limmat viermal für Finale nominiert

Jung von Matt/Limmat ist beim internationalen One Show Festival 2008 in New York gleich vier Mal für das Finale nominiert, mit Arbeiten für Panasonic, Smart und SBB.

 Jung von Matt/Limmat ist beim internationalen One Show Festival 2008 in New York gleich mit vier Arbeiten für das Finale nominiert. Die Zürcher Kommunikationsagentur sichert sich mit folgenden Arbeiten je einen Platz auf der Shortlist: «Panoramatafeln» für Panasonic in der Kategorie «Innovative Use of Advertising», «Zwischenplakat» für Smart in den beiden Kategorien «Innovative Use of Advertising» und «Outdoor» sowie mit der Plakatserie «Fahrplanwechsel» für SBB in der Kategorie «Outdoor». Damit darf sich JvM/Limmat Hoffnungen auf einen der begehrten One Show Pencil in Edelmetall machen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des One Show Festivals vom 5. bis 9. Mai in New York statt.

Der Umbau des Hauses von Matten

Wohnen In der Mitte des 17. Jahrhunderts stellte ein Bauer in Matten bei Interlaken sein Holzhaus im Blockbau auf. Nachdem das Freilichtmuseum Ballenberg dreissig Jahre vorgezeigt hat, wie man im späten 17. Jahrhundert im Berner Oberland wohnte, beschert ihm das Museum nun eine neue Karriere.

 
Wohnen In der Mitte des 17. Jahrhunderts stellte ein Bauer in Matten bei Interlaken sein Holzhaus im Blockbau auf. Das Haus erlebte laufend Veränderungen, seine grösste 1977. Es reiste, zerlegt als Denkmal auf einem Lastwagen, ins Freilichtmuseum Ballenberg. Nachdem es dreissig Jahre vorgezeigt hat, wie man im späten 17. Jahrhundert im Berner Oberland wohnte, beschert ihm das Museum nun eine neue Karriere. Es liess das Haus so umbauen, dass darin Vater, Mutter und zwei Chnöpf in zeitgenössischem Komfort wohnen und leben können. Das Projekt ist ein Stück Museumspädagogik, denn Jahr für Jahr besuchen 250’000 Menschen den Ballenberg. Sie sollen beim Haus von Matten lernen, dass es sich durchaus lohnen kann, ein altes Haus sorgsam umzubauen. Hochparterre widmet diesem Umbau ein Sonderheft, das den Entwurf und die Realisation Schritt um Schritt zeigt. Das Heft würdigt ein aussergewöhnliches Projekt und es ist eine praktische und ideologische Handreichung für alle Menschen, die alter Bausubstanz im ländlichen Raum ein zeitgenössisches Leben gönnen wollen.

One Show: SFLB mit Migros-Models auf der Shortlist

Auch Spillmann/Felser/Leo Burnett heimst einen Erfolg ein beim renommierten One Show Award: Die Unterwäsche-Kampagne der Migros schafft es auf die Shortlist und hat damit Chancen auf Edelmetall.

 Auch Spillmann/Felser/Leo Burnett heimst einen Erfolg ein beim renommierten One Show Award: Die Unterwäsche-Kampagne der Migros schafft es auf die Shortlist und hat damit Chancen auf Edelmetall. Die Kampagne der Migros sorgte national und international für mediales Aufsehen, weil die Single-Models per E-Mail kontaktiert werden konnten. Ob es für Gold, Silber oder Bronze reicht, wird am One Show Festival vom 5. bis 9. Mai in New York bekannt.

Urheberrechtsgesellschaften dürfen Public Viewing lizenzieren

Die Urheberrechtsgesellschaften können sich freuen: Zwei Monate vor Beginn der Euro 08 hat die schweizerische Schiedskommission entschieden, dass nur sie Lizenzgebühren für Public-Viewing-Veranstaltungen erheben dürfen, bei denen TV-Sendungen zeitgleich und unverändert öffentlich ausgestrahlt werden. Der genehmigte Tarif ist gültig für Bildschirme mit einer Diagonale ab drei Metern.

Die Urheberrechtsgesellschaften dürfen sich freuen: Zwei Monate vor Beginn der Euro 08 hat die schweizerische Schiedskommission entschieden, dass nur sie Lizenzgebühren für Public-Viewing-Veranstaltungen erheben dürfen, bei denen TV-Sendungen zeitgleich und unverändert öffentlich ausgestrahlt werden. Die Kommission genehmigte einen entsprechenden Tarif, den die Urheberrechtsgesellschaften Suisa, Suissimage, Swissperform, Pro Litteris und SSA gemeinsam mit den Nutzerverbänden eingereicht hatten. Der Tarif gilt für den Empfang von Fernsehsendungen auf Grossbildschirmen mit einer Diagonale ab drei Metern Durchmesser. Nicht unter den Tarif fallen zeitverschobene, abgeänderte oder mit anderen Inhalten ergänzte Sendungen. Er ist schon ab 15. Mai in Kraft, ist aber auch nach der EM 08 gültig. Es handle sich also nicht um einen speziellen
«Euro-Tarif», betonte die Schiedskommission. «Für uns ist das eine sehr erfreuliche Nachricht», sagte Martin Wüthrich, der als Suisa-Sprecher alle Verwertungsgesellschaften gegenüber den Medien vertritt. «Bis anhin gab es keinen Tarif, der das Public Viewing auf Bildschirmen über 3 Meter Diagonale regelt, und solche Anlässe werden ja immer häufiger. Mit diesem Entscheid ist hier eine Lücke geschlossen.»
Ab Mitte Mai müssen Veranstalter von Public-Viewing-Anlässen auf öffentlichen Plätzen, Stadien oder Restaurants also den Urheberrechtsgesellschaften Lizenzgebühren bezahlen. Unterschieden wird zunächst einmal zwischen Anbietern, die Eintrittspreise und Getränkezuschläge verlangen, und solchen, die das nicht tun. Für letztere Kategorie kommt die ganze Fussballeuropameisterschaft auf dem Grossbildschirm auf 160 Franken Lizenzgebühr zu stehen. Soviel nämlich kostet die Gebühr für das Public Viewing während dreissig Tagen.
Erhebt ein Veranstalter Eintrittsgeld oder Getränkezuschlag, liegt die Vergütung zwischen 624 und 2’500 Franken im Monat und richtet sich nach der Bildschirmgrösse. Misst die Bildschirmdiagonale weniger als 3 Meter, beträgt die Lizenzgebühr für Public Viewing 26 Franken pro Monat. Die Musik-Urheberrechtsgesellschaft Suisa übernimmt für die anderen Urheberrechtsgesellschaften der Schweiz das Inkasso.
Uefa wurde nicht konsultiert Der europäische Fussballverband (Uefa) durfte sich im Verfahren der Schiedskommission nicht äussern. Sie kann aber den Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Die Sonntagszeitung hatte im Februar spekuliert, dass ein Entscheid der Schiedskommission zugunsten der Verwertungsgesellschaften für die Uefa unangenehme Folgen haben könnte: Damit würde dem Fussballverband der Verlust von Lizenzgebühren in Millionenhöhe drohen. Die Uefa wollte den Entscheid am Mittwochnachmittag unter Verweis auf eine später erfolgende Mitteilung nicht sofort kommentieren.
Auch Suisa-Sprecher Wüthrich lehnte einen Kommentar dazu ab: «Es ist nun klar, dass nur die Verwertungsgesellschaften das zeitgleiche und unveränderte Zeigen von TV-Sendungen lizenzieren dürfen. Ob die Uefa daneben die Legitimation zur Lizenzierung hat, dazu äussern wir uns nicht.»
Welche Konsequenzen der Entscheid beispielsweise für die UBS-Arenen in 16 Städten haben wird, ist noch unklar. «Wir werden die Angelegenheit mit unseren Partnern diskutieren. Vorläufig fahren wir mit voller Kraft auf dem eingeschlagenen Weg weiter», erklärte Reto Bloesch von der Eventagentur Perron 8, welche die Grossänlasse organisiert. «Schliesslich dauert es bis zur Euro 08 nur noch 60 Tage.» Das Signal in den UBS-Arenen wird von der SRG direkt eingespiesen. Ob in diesem Fall die Gebühren an die Urheberrechtsgesellschaften zu zahlen sind, muss noch geprüft werden.

Kopf der Woche: Der totale Worker

Michel Juhasz ist als CEO bei Assai Dialog + Digital bereit, wenn «below the line» massiv verstärkt wird.

 
Michel Juhasz ist als CEO bei Assai Dialog + Digital bereit, wenn «below the line» massiv verstärkt wird.
Assai ist ein Begriff aus der klassischen Musik und bedeutet «Verstärkung». Wird auf dem Notenblatt ein Tempo mit «assai» angegeben, kommt das Konzertpublikum in den Genuss einer besonders dynamischen Passage. Und aus dieser Wirkung leitet sich auch das Versprechen der Agentur ab. Assai verstärkt Botschaften «und ihre Wirkung in Bauch, Kopf und Markt», formuliert CEO Michel Juhasz. Assai Dialog + Digital ist als Tochter der Wirz-Gruppe 1997 gegründet worden und hat letztes Jahr das Zehnjahr-Jubiläum feiern können. Die Geschichte von Assai illustriert für ihren CEO Michel Juhasz auch «den Weitblick der Wirz-Gruppe». Diese gründet immer dann eine spezialisierte Unit, wenn man sieht, dass die Relevanz einer Kommunikationsdisziplin so bedeutend wird, «dass man entsprechende Spezialisten haben muss, welche die Kunden beraten können».
Unter Wirz Interactive wurde einst Online-Kommunikation angeboten. 2002 wurde das Dienstleistungsspektrum mit der Fusion von Endeed, einem spezialisierten Anbieter von Internet-Technologien und Digital Intelligence erweitert und in Assai umbenannt. Das war rückblickend ein guter Zeitpunkt, weil damals die Internetblase platzte und sich viele Internetdienstleister neu positionieren mussten.

Assai Dialog + Digital hat seine Wurzeln in der Online-Kommunikation. Heute ist die Kernkompetenz der Agentur neben Digital auch Dialog. Die Dialog-Unit wird von Karin Lang, ehemals Fisch Meier Direkt, geleitet. Mit dem Team von Karin Lang ist Assai in der Lage, die Marken- und Produktversprechen nicht nur über digitale, sondern crossmedial auch über analoge Kommunikationskanäle zu verbreiten.
In der einen Hälfte seiner Arbeit sieht sich Juhasz als «Enabler», der etwas möglich macht, «damit Assai den Markt durch Innovation mitgestalten kann. Für die restliche Zeit lässt sich der Unternehmer aber nicht nehmen, an Mandaten und Projekten strategisch und konzeptionell mitzuarbeiten. «Ich brauche das, um ein Feedback unserer Kunden zu bekommen. Ich will den Markt persönlich erleben, um den Bezug zum kommunikativen Alltag nicht zu verlieren.»

In der Branche erwarten viele eine Verschiebung von klassischen Medien in «below the line»-Disziplinen wie Digital und Dialog. Ist dieser Trend auch in der Wirz-Gruppe zu spüren? «Absolut», meint Michel Juhasz. «Schon heute sind bei Wirz 20 Prozent der Mandate integrierte Mandate. Das Potential liegt aber eher bei 30 bis 40 Prozent.»
In der Wirz-Gruppe bestehen unter dem Begriff «Total Work» für integriertes Arbeiten klare Prozesse und Methoden. Diese werden im Wirz Campus intensiv geschult. «Kommunikation unter einem Dach ist für unsere Mitbewerber oft nur ein Schlagwort, in der Wirz- Gruppe jedoch seit mehr als 50 Jahren eine Selbstverständlichkeit und in den Köpfen und im Herzen der Mitarbeitenden fest verankert», zeigt sich Juhasz selbstbewusst.
Kreativ konnte Assai Dialog + Digital ihren Erfolg soeben am «Best of Swiss Web» bestätigt sehen. Für den Relaunch von «Laax» gab es Gold im Online-Marketing und Silber in der Kreation. Auch am letzten ADC-Award gab es für die die Online-Schadenskizze der Mobiliar mit dem bronzenen Würfel eine der begehrten Auszeichnungen. Die aktuellste Arbeit ist der neue Internetauftritt für die Annabelle, das zum 70-Jahr-Jubiläum der Frauenzeitschrift aufgeschaltet wurde. Unter
werden nicht nur die Inhalte mediengerecht ins Web gestellt, sondern auch interaktive und multimediale Tools angeboten. «Die Bildung von Communitys und Social Networks sind für eine Frauenzeitschrift besonders wichtig», meint Juhasz.Nach einer kaufmännischen Lehre ist Michel Juhasz über die damalige SKA zum Investment Banking gekommen. Während seiner Lehre hat er einen Investment-Club gegründet. Damit ist er der Fachzeitung Finanz und Wirtschaft aufgefallen. Diese hat ihn «portiert» und Juhasz konnte bei der Bank innerhalb von nur zwei Jahren die internen Ausbildungen durchlaufen und vom ersten Tag an direkt am Börsenring arbeiten. 1992 wurde er bei der CS First Bosten in London zum jüngsten Aktienhändler diplomiert, der im Ausland Schweizer Aktien handeln durfte. «Das war mein erster Traumberuf», meint Juhasz zu diesem Lebensabschnitt in einer der wichtigsten Finanzmetropolen der Welt. Und noch heute gilt sein damaliges Motto: «Was ich mache, das mache ich richtig. Ich bin ambitioniert und will etwas erreichen.»
Nach vier Jahren hatte der junge Investment Banker aber realisiert, dass ihm der Börsenhandel «viel zu wenig Inhalt bietet». Zudem waren mit dem Aufkommen von derivativen Produkten nicht mehr die Händler mit Herzblut gefragt, sondern die berechnenden Mathematiker. «Also war der Zeitpunkt richtig, um auch meinem Leben mehr kreativen Inhalt zu geben», beschloss Juhasz.
Der in Solothurn Aufgewachsene kehrte in die Provinz zurück und studierte in Olten an der Fachhochschule Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing. Die weite Welt wurde ihm aber nie fremd. Im Zusammenhang mit dem Erasmus-Programm verbrachte Michel Juhasz ein Semester in Barcelona. «Die Brötchen» für sein Studium hat er als Reiseleiter verdient. In verschiedenen Weltstädten betreute er Schweizer Touristen. Aber auch dieser Massentourismus war auf die Dauer nicht sein Ding. Juhasz erwarb sich das Diplom als «Qualified MTB Guide» für Swiss Cycling und führt seither mit dem Mountainbike Trekkings in den Höhen des Himalaya oder durch den Sand der Sahara. Diese Leidenschaft hat er bis heute beibehalten. Der grösste Teil seiner Ferien verbringt er weiter als Trekking-Guide auf dem Sattel.
Das Internet hat Juhasz bereits in der Pionierzeit des Mediums entdeckt. 1993 bekam er seine erste E-Mail-Adresse. Das war damals noch eine vierstellige Compuserve-Nummer. Das Surfen mit dem Modem kostete 12 Franken die Stunde plus 20 Franken Telefongebühr. Die Neugierigen ahnten aber, dass bald alles anders kommen wird. So hat Michel Juhasz in seiner Diplomarbeit bereits rund um das Thema «Internet und die Möglichkeiten in der Reisebranche» geforscht.
Nach dem Studium stieg er bei Pixelpark ein. Der 1991 in Berlin gegründete, international tätige Internetdienstleister wurde zu einem der wichtigsten Taktgeber für die kommerzielle Nutzung des World Wide Web und ging später unter Bertelsmann an die Börse. Noch vor dem Ende der Expansionskurve 2001 realisierte Juhasz aber, dass sich Pixelpark «im Boom verzettelte». Ihm wurde klar: «Reine Webdienstleister haben ein Ablaufdatum. Die Zukunft liegt im Vermitteln von Inhalten über das Medium und nicht im Medium per se. Und wo kann man das besser als in der Kommunikationsbranche.»
Wirz war für ihn schon immer «eine der stärksten Kommunikationsmarken in der Schweiz». 2000 wurde Juhasz in den Verwaltungsrat von Wirz Interactive gewählt, wo er zwei Jahre später die Fusion zu Assai mitgestaltete. 2005 wurde er in die Wirz-Gruppen-Leitung aufgenommen und übernahm im gleichen Jahr mit seinen Geschäftspartnern im Rahmen eines MBO die Mehrheit an der Wirz-Gruppe.
Bei Wirz fühlt er sich heute gut aufgehoben. Mit 32 Spezialisten bei Assai Dialog + Digital und total fast 150 Kommunikationstalenten in der Gruppe sieht er «alle Möglichkeiten und Chancen, um Kommunikation über alle Disziplinen hinweg auf höchstem Niveau anbieten zu können».
Andreas Panzeri

Radiotele publiziert Tarife für zweites Semester 2008

Die Publigroupe-Tochter Radiotele hat für das Tele News Combi den Sales Folder mit Tarifen und Angeboten für das zweite Semester 2008 vorgelegt. Mit dabei ist erstmals auch die neue Sendung Automobil-Revue TV auf TeleZüri.

 
Die Publigroupe-Tochter Radiotele hat für das Tele News Combi den Sales Folder mit Tarifen und Angeboten für das zweite Semester 2008 vorgelegt. Mit dabei ist erstmals auch die neue Sendung Automobil-Revue TV auf TeleZüri. Die im Combi angeschlossenen acht Sender sind Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz, Tele Tell, Tele Top und Tele Züri. Sie decken zusammen die gesamte Deutschschweiz ab. Der Sales Folder ist auf der Webseite der Vermarkterin erhältlich. 

One Show: Walker streicht zwei Finalistenplätze ein

Die Walker Werbeagentur schaffte es mit dem TV-Spot «Channel Hop» für Amnesty International gleich zwei Mal auf die Shortlist beim One Show Award in New York.

 Unter den Finalisten bei den One Show Awards in New York ist auch die Walker Werbeagentur. Sie schaffte es mit dem TV-Spot «Channel Hop» für Amnesty International gleich zwei Mal auf die Shortlist und darf sich damit Hoffnungen auf Edelmetall machen.
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