«Abgerechnet wird Ende Jahr»

Fernsehen Bereits zum dritten Mal zeigen die Quoten des Schweizer Fernsehens nach unten in diesem Jahr.

 
Fernsehen Bereits zum dritten Mal zeigen die Quoten des Schweizer Fernsehens nach unten in diesem Jahr. 
WW: Mit den Werten Januar bis März (-1,5%, -3%, -1,6%) erstreckt sich der Quotenrückgang bei SF, zwar im tiefen Bereich, bereits über ein Quartal. Warum?David Affentranger:
Einer der Gründe ist, dass Januar und Februar 2007 die stärksten Monate des gesamten vergangenen Jahres waren mit Sendungen wie «Music Star» und der Ski-WM. Zu spüren bekommen haben wir auch den Streik der Drehbuchautoren in den USA, die entsprechenden Serien konnten folglich nicht wie geplant starten. Zweitens spüren wir, dass auch die alternative TV-Nutzung, sprich Internet, immer mehr Bedeutung bekommt.Kann man für das erste Quartal denn bereits von einem Trend sprechen?Nein. Wir rechnen erst Ende Jahr ab. Es stehen mit der Euro, der Olympiade, der neuen Serie «Tag und Nacht» und mit den grössten Schweizer Hits noch ein paar wichtige Highlights bevor. Von daher sind wir noch nicht beunruhigt.
An der Jahresmedienkonferenz war die Rede von Quotenschwankungen, die sich Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre nicht restlos erklären könne. Das ist richtig. Und es ging um die Messbarkeit der Fernsehnutzung, denn es gibt immer mehr alternative Formen. Wenn jemand zum Beispiel mit seinem DVD-Rekorder eine Sendung aufzeichnet, dann ist das nicht messbar. Die Marktforschung muss noch einen Schritt machen, damit man der alternativen Nutzung gerecht werden kann.
Die klassische Fernsehnutzung geht also zugunsten dieser alternativen Formen zurück. Wie wird das bei SF interpretiert?Die Fernsehnutzung geht nicht nur bei uns, sondern auch im Ausland, zum Beispiel in Deutschland und Österreich, zurück. Wir investieren deshalb in unsere Internetdienstleistungen, um alternative Angebote zu machen. Den Doku-Film zur Blocher-Abwahl zum Beispiel haben sich auf dem Sender 600’000 Leute angesehen, auf dem Internet waren es 100’000. Auch unsere «Tagesschau» in 100 Sekunden für das Handy haben mittlerweile 40’000 Personen abonniert. Es ist für uns deshalb enorm wichtig, dass wir diese Zahlen auch ausweisen können. Bei den Podcasts konnten wir im Februar im Vorjahresvergleich die Downloads um 90 Prozent steigern. Im März wurden ausserdem 1,9 Millionen Videos heruntergeladen. Daran sieht man, wie stark das Internet bei uns genutzt wird und wie wichtig es ist, dass wir dabei sind.
Ihr eigenes Publikum verschiebt sich demnach ins Internet. Sie bleiben unserem Medium treu und nutzen es einfach auf eine andere Art.
Sie bieten  ja Sendungen nicht nur auf an, sondern auch auf . Wo verzeichnen Sie  mehr Zugriffe?Gut genutzt werden auf Youtube Doku-Filme, Comedy und Musik. Im Januar verzeichneten wir dort über 112’000 Videoviews, im Februar gegen 200’200 und im März über 122’000. Aber die meisten Nutzer hat unsere Website Sf.tv.
Sind eigentlich alle SF-Sendungen auf Internet abrufbar?Es sind vor allem Eigenproduktionen abrufbar. Aber wir wollen das jedoch mit der Zeit auf das ganze Angebot ausweiten.
Bis wann?In der nächsten Zeit.
Sind  urheberrechtliche Hindernisse der Grund für diese vage Angabe?Ja, deshalb konzentrieren wir uns vorerst auf Eigenproduktionen.
Interview: René Worni

Euro RSCG Zürich holt einen Cube am ADC NY

Der TV- und Kino-Spot für das Zürcher Kammerorchester erhielt von der strengen Jury des Art Directors Club of New York Applaus: Sie hat ihn mit einem Cube geehrt.

 Das Zürcher Kammerorchester setzt zusammen mit Euro RSCG auf emotionale Werbung. Der TV- und Kino-Spot erhielt nun auch von der strengen Jury des Art Directors Club of New York Applaus: Sie hat ihn mit einem Cube geehrt. Der Spot simuliert eine animierte Achterbahnfahrt auf Notenlinien.

Aids-Kampagne auch in Fribourg zensuriert

Die aktuelle Aids-Präventionskampagne scheint schon wieder Unmut auszulösen: Ein aufmerksamer Werbewoche-Leser hat auf seinem Weg zur Arbeit in Fribourg und Agglomeration zensurierte Plakate entdeckt. «Respectez nos gamins», also «Respektiert unsere Kinder», so die Botschaft.

  
Die aktuelle Aids-Präventionskampagne scheint schon wieder Unmut auszulösen: Ein aufmerksamer Werbewoche-Leser hat auf seinem Weg zur Arbeit in Fribourg und Agglomeration zensurierte Plakate entdeckt. Er sei an ungefähr zehn Plakaten vorbeigefahren, und alle zehn wären an den heiklen Stellen überklebt gewesen. «Respectez nos gamins», also «Respektiert unsere Kinder», so die Botschaft. Man hätte teilweise auch bereits versucht, die verdeckenden Zettel wieder abzureissen. Dies sei aber nur begrenzt gelungen, es seien jeweils Papierreste hängengeblieben, so der Leser. Wer hinter der Aktion steckt, weiss er nicht. Er vermutet jedoch wegen des Textes «aufgebrachte Mütter», welche sich um das Wohl ihrer Kinder sorgen.In Zürich und Basel ist es ebenfalls zu einer ähnlichen Aktion gekommen. Die Junge Evangelische Volkspartei (JEVP) hat ebenfalls – immerhin wieder ablösbare – Warnkleber über die Plakate geklebt (siehe
). 
 
 

Quelle Bilder:
 
 
 

Fnac und Numéro 10 stecken hinter Happy Basel

Das Geheimnis um die Guerilla-Werbeaktion Happy Basel vom Montag ist gelüftet: Die französische Ladenkette Fnac hat für die neue Filiale geworben, die am 17. April als erste Niederlassung in der Deutschschweiz in Basel die Tore öffnet.

 
Das Geheimnis um die Guerilla-Werbeaktion Happy Basel vom Montag ist gelüftet: Die französische Ladenkette Fnac hat für die neue Filiale geworben, die am 17. April als erste Niederlassung in der Deutschschweiz in Basel die Tore öffnet. Anonyme Kleber, Bänder und Plakate mit der Aufschrift Happy Basel sorgten an verschiedensten Orten in der ganzen Stadt für Aufsehen. Geheftet wurden sie an Wände, Boden, Mülltonnen oder Verkehrschilder. Organisiert wurde die Aktion von der Berner Agentur Numéro 10. Bezüglich den Hinweisen zur Basler Kultur in der Kampagne heisst es in der Fnac-Mitteilung vom Mittwoch, die bunte Aktion sei auch eine Hommage an die Stadt Basel, die sich durch Niveau und Vielfalt  ihres Kulturangebots auszeichne. «Wir wollten mit der Aktion einen charmanten Einstieg in Basel erreichen», sagte Fnac-Sprecher Daniel Bader zur Basler Zeitung. Das Spiel mit der Basler Kultur sei Teil der Fnac-Firmenphilosophie, welche einen engen Bezug zur Kultur habe. In der Filiale soll es ein Forum für kulturelle Aktivitäten geben.
Die Guerillaaktion war illegal. Bei Fnac war man sich gemäss Basler Zeitung darüber im Klaren und nahm bewusst leicht ablösbare Kleber, die keine Rückstände zurücklassen. «Hätten wir eine Bewilligung eingeholt, wäre es keine überraschende Aktion geworden», sagt Bader. Fnac wird dafür eine Verwarnung erhalten. Fotos sowie ein Video der Aktion sind auf: Happy-Basel.ch zu finden.

Das Zeitalter der Generation Playlist

Kaufverhalten Regula Fecker und David Schärer über das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung und das Phänomen des immer selektiveren Konsums.

 
Kaufverhalten Regula Fecker und David Schärer über das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung und das Phänomen des immer selektiveren Konsums. 
Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt ein Musikalbum vom ersten Riff an durchgehört und sich nach den ersten drei Aufwärmnummern den experimentell-schmerzhaften vierten Song angetan, um danach den wahren Bringer des Albums – die berüchtigte Nummer fünf – hemmungslos mitjohlen zu können, um alsdann mit Nummer sechs wieder zu leiden – bis beim siebten Song wieder ein musikalischer Lichtblick wartete? Ja, das muss schon einige Zeit zurückliegen. MP3-Player generell und der iPod spezifisch haben das Verhalten der Menschen in Bezug auf ihren Musikkonsum nachhaltig verändert. Was wiederum einen Effekt auf das menschliche Verhalten im allgemeinen Konsum hat, wie wir später aufzeigen werden.
Erlebnis nach eigenem GustoZurück zur Musik: Intelligente Musiklisten spielen das ab, was man ohnehin schon mag, Wertung mit vier und mehr Sternchen sei Dank. Jeder Song mit vier Sternchen plus aus dem Œuvre der Beatles vermag zwar für ein mehrstündiges Musikerlebnis nach eigenem Gusto zu sorgen. Wehe aber dem, der es verpasst hat, den Song «Helter Skelter» mit mindestens vier Sternchen zu werten! Ihm bleibt wahrscheinlich der Grundstein des Heavy Metal – erschienen als 6. Song auf der C-Seite auf dem «White Album» – für immer und ewig verwehrt. Es sei denn, er stolpert im Shuffle-Modus nach 14 Tagen und zig Megabytes zufällig drüber.
Wie Musik konsumiert wird, ist eine präzise Analogie dafür, wie Inhalte, Angebote und Dienstleistungen genutzt werden. Denn abgesehen davon, dass Beatles-Songs voraussichtlich erst im Laufe dieses Jahres auf Musikdownload-Portalen zu haben sein werden, ist es umso wahrscheinlicher, dass es «Helter Skelter» gar nicht erst auf den iPod der «Generation Playlist» schaffen wird. Denn diese Generation bezieht beim primären Rohstofflieferanten der MP3 Player – dem iTunes MusicStore – nicht mehr ganze Alben, sondern nur einzelne Songs zu 1.50 Franken das Stück. Für den Konsumenten der «Generation Playlist» ist dort sichtbar, welcher Song tagesaktuell von den meisten Kunden gekauft wird. Damit ist die Spreu schon vom Weizen und der Hit sichtbar vom Ladenhüter getrennt.

Für den Konsumenten bedeutet dies natürlich eine wertvolle Orientierung für den Einkauf in einer Umgebung, in der die Auswahl schier unendlich ist. Aber es ist auch Self-Fullfilling Prophecy: Wird ein Song oft gekauft, steigt er sofort in der Kaufempfehlung. Steigt er in der Kaufempfehlung, wird er noch öfter gekauft. So orientieren sich Menschen in der totalen Überforderung, welche ihnen die Individualisierung beschert, wieder am Geschmack der Masse. Dasselbe Phänomen lässt sich übrigens auch auf YouTube beobachten – ein Blick auf die «Most Viewed Videos» beweist es.
Nur noch Singles gewünschtMenschen werden je länger, je mehr zu Hitjägern. Nie wurde es einem leichter gemacht als heute, nicht nur in musikalischer Hinsicht nur noch das Beste zu «snacken», statt einen Mehrgänger, ergo ein ganzes Album zu geniessen. Kurzum: Das Benutzerverhalten von Menschen im Web führt dazu, dass die Musikindustrie nach dem Napster-Fiasko vor einer neuen Herausforderung steht. Wie verkauft man heute noch Alben mit zwölf, dreizehn Songs, wenn eine junge Generation sich daran gewöhnt hat, nur noch Singles zu kaufen?
Die Musikindustrie reagiert auf diese Entwicklung. Erstaunlich schnell sogar. In den vergangenen Wochen erreichen uns aus der Musikindustrie interessante neue Töne: Die wiedervereinigte amerikanische Erfolgsband Smashing Pumpkins liessen per Pressecommuniqué verlautbaren, dass sie plane, das gute alte Albenformat zu verlassen und in Zukunft nur noch Mini-Alben mit drei bis vier Songs auf den Markt zu bringen. Um schneller, aktueller zu werden, aber auch, um direkter auf Strömungen, Trends und Launen der Käuferschaft, ihren immer sprunghafteren Fans, eingehen zu können. «Ein 24-Jähriger kauft heute keine Alben mehr, sondern nur noch Songs. Es ist darum in unserem besten Interesse, kleinere Blockalben zu lancieren», heisst es aus den USA. Die Band plant dafür, ihre Mini-Alben in einer höheren Kadenz sowie via alternative Kanäle zu lancieren. Mit dieser Idee sind die Smashing Pumpkins nicht alleine. Auch Muse, die Überflieger der Konzertsaison 2007, schlagen denselben Weg ein.
Website statt ZeitungsaboHellhörig macht auch ein 65-jähriger, den Verfassern bekannter Mann, der nach 40 Jahren das Abonnement bei seiner Tageszeitung kündigte, weil er sich auf deren Website mit Informationen versorgen könne – gratis, versteht sich. Er, der die Geschichten seiner Tageszeitung 40 Jahre lang jeden Tag vom grossen Aufreger auf der Frontseite über die Todesanzeigen bis hin zur Kritik einer schwer verdaulichen Inszenierung einer deutschen Kleinbühne von A bis Z verschlang, will sich denselben Gehalt der Information im Web holen. Das ist zwar möglich, aber nach dem Prinzip der Self-Fullfilling Prophecy äusserst unwahrscheinlich. Weil auch er sich an der Bestsellerliste des Mainstream orientieren wird. Und dazu gehört die Medea-Inszenierung der Kleinbühne in Bern, Hannover oder Innsbruck mit Sicherheit nicht. Wer liest schon eine Website von Anfang bis Ende durch? Niemand.
End- und uferlosDenn es gibt im Web keinen Anfang und kein Ende mehr, die Navigation in der virtuellen Dreidimensionalität ist end- und uferlos. Man entdeckt zwar öfters neue Themen, von denen man nicht einmal wusste, dass sie einen interessieren könnte, man verliert sich aber auch in der unendlichen Themenvielfalt und hat keinen Überblick mehr. Kein Wunder, wenden Plattformen wie Blick.ch dasselbe Prinzip an wie der iTunes MusicStore. Um Orientierung zu verschaffen, werden im Verlaufe des Tages Geschichten auf Grund ihrer Beliebtheit im Sinn einer Hitparade dynamisch neu arrangiert. Was wiederum die beliebtesten Storys noch beliebter macht. Immer mehr Menschen betrachten so dieselben Mainstream-Geschichten und tauchen tiefer in individuelle Interessensgebiete ein, aber im Vergleich zur gedruckten Zeitung geht im Web der gesellschaftlich integrierende Überblick über viele Themen zunehmend abhanden.
Sicher ist, dass sich die Rolle der Massenmedien längst verändert hat. Über was die Menschen nachdenken, wird nicht mehr von den Redaktionsstuben diktiert, sondern hat sich längst schon demokratisiert. Die gesellschaftliche und kulturelle Tragweite dieser Konsequenz lässt sich nicht abschätzen. Für Markenartikler bedeutet dies, im Marketing dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung getreu zu folgen. Eintritt in das öffentliche Bewusstsein verschafft man sich nicht mehr mit der Brechstange, sondern indem man schlau und nach unkonventionellen Rezepten die Bestenliste besetzt. So wird selbst der sperrigste Track zum Hit.
Die Box der PandoraMan hört einen Song
und denkt sich «Mensch, könnten doch nur alle Lieder so geil sein!». Das Problem: Man kennt nur ein bestimmtes Spektrum und hat keine Zeit/keine Lust/kein Geld, um die anderen 279 Künstler mit ähnlichen Stilen ausfindig zu machen. Natürlich hat sich «das Internet» da was einfallen lassen und bereits Pandora.com hervorgebracht. Pandora basiert auf dem Music Genome Project. Dieses analysiert anhand statistischer Merkmale die persönlichen Präferenzen anhand eines angegebenen Songs oder Künstlers und sucht dazu «passende» Titel und Interpreten aus seiner Datenbank. Dort werden die Lieder in voller Länge gespielt. Dazu gibt es einen Link, wo man die Musik kaufen kann. (pan)RodRegula Fecker und David Schärer
sind zwei der Gründer der Zürcher Kommunikationsagentur Rod, welche vor kurzem ihre Tore öffnete und mittlerweile zehn Mitarbeitende beschäftigt. Fecker und Schärer waren zusammen mit dem dritten Gründungsmitglied und Partner, Oliver Fennel, während sieben Jahren bei einer Zürcher Kreativagentur beschäftigt, bis sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagten. Rod arbeitet für Kunden wie 20 Minuten, Denner, Dove, Ikea, Sanitas und Weleda.

Schön verkehrte Welt

Ferien Wirz verbindet für Kuoni vertraute Bilder zu neuen, einzigartigen Ferienwelten.

 
Ferien Wirz verbindet für Kuoni vertraute Bilder zu neuen, einzigartigen Ferienwelten. 
Ob Rio, Badestrand oder Wüste: Kuoni macht Klischeebilder zum Hingucker, nun schon im  dritten Jahr der Kampagne. Die neuen Plakate und Anzeigen aus der Kreativschmiede von Wirz sollen die Lust der Schweizerinnen und Schweizer wecken, selber hinzureisen und vor Ort herauszufinden, was an den Ferienbildern nicht stimmt. Für die Sujets mit Stopper-Effekt arbeitet das Team um CD Hanspeter Schweizer mit Stockbildern aus dem grossen Archiv von Kuoni. Für AD Sascha Fanetti und Grafikerin Priscilla Kämpfer ist es jeweils eine «ziemlich spassige Aufgabe», zusammen mit der Bildbearbeitung von Chris Eggli, Rino Frei und Damian Pérez die kreativen Träume in alle Himmelsrichtungen abheben zu lassen. (pan)

Stefan Hauser neuer Informationsbeauftragter in Wil

Der gegenwärtige Chefredaktor der Wiler Zeitung, Stefan Hauser, löst auf den 1. Juli Andreas Nagel als Informationsbeauftragter der Stadt Wil ab.

Der gegenwärtige Chefredaktor der Wiler Zeitung, Stefan Hauser, wird neuer Informationsbeauftragter der Stadt Wil. Er löst auf den 1. Juli Andreas Nagel ab. Der 1976 geborene Hauser leitet die Redaktion der Wiler Zeitung seit 2005 und konnte sich in dieser Zeit ein profundes Wissen über die Stadt und Region Wil sowie das Geschehen im St. Galler Kantonsrat erarbeiten, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Gebt den Sauriern Saures!

Kolumne Die Rezession ist das Beste, was uns passieren kann. Uns Lesern. Uns Konsumenten. Uns neuen Medienmachern.

 
Kolumne Die Rezession ist das Beste, was uns passieren kann. Uns Lesern. Uns Konsumenten. Uns neuen Medienmachern.
Obwohl gedruckte Zeitungen trotz schwindender Leserzahlen bedeutend höhere Werbegelder einkassieren als digitale News, werden sie wirtschaftlich notwendig scheitern. Print ist als Vertriebsmodell nicht konkurrenzfähig. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: «Der wirtschaftliche Wettbewerb drückt den Marktwert eines Produkts immer auf die Grenzkosten runter» (Mike Masnick, Techdirt). Die Grenzkosten digitaler Publikation sind so unschlagbar tief wie die Grenzkosten digitalen Musikvertriebs.Musik und News stehen heute unter radikal veränderten Produktions-, Verkaufs- und Vertriebsbedingungen; die Konsumenten haben das längst begriffen; die Produzenten aber reiten im Galopp auf ihren uralten Businessmodellen in die Verzweiflung. Und dann klagen sie noch!
Wer Gratiszeitungen druckt und heult, wenn er dieselbe Information dann online ebenso kostenlos rausgeben muss, wer aus konservativem Geiz die Archive sperrt und grosspurig droht, seinen Traffic-Hauptlieferanten Google vor Gericht zu zerren, gehört zwangspensioniert. Wir Leser haben noch nie für Information bezahlt, sondern bloss fürs Papier (und das brauchen wir ja nun nicht mehr). Den Grossteil der Nachrichtenproduktionskosten hat immer schon die Werbung gedeckt.
Jeder weiss das. Und trotzdem wird dies von unseren weinerlichen Medienmogulen jetzt gerne unter den Teppich gekehrt. Statt aktiv nach Wegen zu suchen, online Geld zu machen, wird die Schuld lieber einem digitalen Che Guevara in die Schuhe geschoben. Dass innovative Online-Werbekonzepte von graumelierten Verkäufern in der Abteilung Printwerbung sabotiert werden, erstaunt auch kaum. Der Mensch ist träge, der Mogul ist bequem, Veränderung bedeutet immer Stress.
Erstaunlich ist aber, dass Firmen weiterhin so viel Geld für Papierwerbung und nichts für OnlineWerbung ausgeben. Ja, die Unternehmen verschreddern immer noch Unsummen für Zeitungs- und Hochglanzheftliwerbung – also für lustiges Raschel- und Umblätterzeug, Stopf- und Abdeckmaterial, also in einen Informationsträger, den vor allem alte Pfeifenraucher als solchen nutzten.
Aber wie lange noch? Während Online-Werbung seit Jahren astronomische Wachstumsraten verzeichnet und in den USA im 2007 wieder um 18 Prozent gewachsen ist, hat der Werbemarkt für Printprodukte im selben Jahr den grössten Rückschlag seit 50 Jahren hinnehmen müssen: Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Werbeeinnahmen der amerikanischen Printpublikationen um fast zehn Prozent zurück.
Angesichts eines einsackenden Werbemarktes, sinkender Leserzahlen und einer immer weiter auseinanderklaffenden Alterslücke zwischen Papier- und Bildschirmlesern sind aber erst die folgenden Zahlen wirklich besorgniserregend: 13 Millionen Menschen lesen die New York Times online, während gerade mal 1,6 Millionen die Zeitung abonniert haben. Das Prestigeblatt macht als Unternehmen Werbeeinnahmen in der Höhe von 484 Millionen Dollar pro Jahr. Davon gehen nur gerade mal 51 Millionen auf Online-Werbung zurück. Während die Website also zehnmal mehr Leser hat, generiert sie hundertmal weniger Geld pro Leser. Was läuft da schief?
Die Richtlinie, dass man für Online-Werbung erst richtig zahlen soll, wenn sie geklickt wird, hilft natürlich nicht. Das ist gerade auf Zeitungen ein phänomenaler Wahnwitz. Aber das Elend, auf das die Verlagshäuser zusteuern, hat viel banalere Gründe:
1. Werber sind verwöhnte Snobs und überlassen Google einen Milliardenmarkt.
2. Kommunkationschefs sind verkalkte Sprücheklopfer mit einem Kundenbild, das einem 50er-Jahre-Spot entsprang.
3. Online-Werbebudgets leiden unter Gicht.
4. CFOs kümmern sich nicht um den Return on Marketing.
5. Online-Vermarktungsabteilungen der Verlagshäuser sind machtlos.
6. Unternehmensberater können das Wort Interaktion nicht buchstabieren.
7. Es gibt keine kompetenten New-Media-Marketer.
Trotzdem besteht Hoffnung: Wenn die seit Monaten angedrohte Rezession kommt, dann werden Gross-, Mittel- und Kleinunternehmer sich hoffentlich dreimal überlegen, ob sie ihr kostbares PR-Geld weiter in die laue alte Einwegkommunikation reinpumpen wollen  oder messbare Investitionen in zeitgemässes Marketing tätigen. Dann, ja dann hätte eine neue Generation von Kommunikationsagenturen eine Chance, den Werbe-Dandys den Marsch zu blasen. Ô avalanche! Emporte-moi dans ta chute!
Oliver Reichenstein ist Kommunikationsarchitekt und lebt in Tokyo.

Handy-TV harzt

Mobile Mobile TV Schweiz kämpft kurz vor dem geplanten Sendestart mit etlichen Problemen.

 
Mobile Mobile TV Schweiz kämpft kurz vor dem geplanten Sendestart mit etlichen Problemen.  
«Wir werden den Termin für den Sendestart vermutlich nicht einhalten können», schätzt Bruno Bucher, Gründer von Mobile TV Schweiz (MoTV). Mit seinem Start-up will Bucher ein Fernsehprogramm für mobile Nutzer produzieren. Das unterscheidet sich klar von herkömmlichem TV. Das Konzept fokussiert – vergleichbar mit den Pendlerzeitungen – morgens und abends auf die Pendlerströme im öffentlichen Verkehr. Doch Bucher und seine Leute kämpfen derzeit unter erschwerten Bedingungen für die Realisierung ihres Konzeptes. Bereits mussten sie Abstriche machen und auf die Interaktivität verzichten. Grund: Die Swisscom-Tochter Swisscom Broadcast, auf deren neu gebautem DVBH-Netz Bucher einen Kanal für seine Programme erkämpfen musste, kann die technologischen Anforderungen nicht voll erfüllen. Bucher sieht sich deshalb gezwungen, auf ein lineares TV-Programm umzustellen und Inhalte für ein Nischenfernsehen zu designen, das sich an klar definierte Zielgruppen wie die Hiphop-Szene richtet.
«Das bedeutet für uns, dass wir direkt in den Werbemarkt einsteigen müssen und nicht abwarten können, bis sich unser Programm beim Publikum etabliert.» Denn die Interaktivität wäre Bestandteil des ursprünglichen Geschäftsmodells von Mobile TV Schweiz gewesen. Über Live-Votings oder Shopping-Möglichkeiten hätte MoTV Einnahmen generieren können. Ob Bruno Bucher sein ursprüngliches Konzept für ein massgeschneidertes interaktives Mobile-TV wird umsetzen können, an welchem er bereits seit zwei Jahren zielstrebig arbeitet, steht derzeit in den Sternen.    
René Worni

Zu guter Letzt: Artgerechte Filmhaltung

Seit bereits drei Jahren versucht ein Zusammenschluss deutscher Kinoverbände, mit nationalen Kampagnen die Leute wieder vermehrt in die Lichtspielhäuser zu bringen. Das diesjährige Thema: artgerechte Filmhaltung. Ein gelungenes und witziges Konzept.

 
Letztes Jahr war ein schlechtes Jahr für die deutschen Kinos. Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf insgesamt 767,9 Millionen Euro, und die Eintritte gingen um 8,2 Prozent auf 125,4 Millionen zurück. Das macht gerade mal eineinhalb Kinobesuche pro Teutone und Jahr. Im Jahr 2006, das auch nicht überaus rosig war, startete die Organisation Zukunft Kino Marketing (ZKM), ein Zusammenschluss von Kino- und Verleihverbänden, deshalb eine nationale Kampagne. Der Claim: «Kino. Dafür werden Filme gemacht». Auch dieses Jahr wird laut Horizont.net die Kampagne trotz ansteigenden Eintritten wieder durchgeführt. Prophylaktisch sozusagen. Das Thema: «artgerechte Filmhaltung». Analog zum Batteriehuhnproblem wird da geklagt über Massenfilmhaltung («Sauerei!»), über die auf Handybildschirmen eingezwängten Filme («Brutal!») und über die von Werbung zerstückelten Filme («Schockierend!»). Bei letztem handelt es sich wohl um eine Art Fleischwolfmetapher.
Die kreative Idee stammt von der Agentur Zum Goldenen Hirschen aus Köln, die bereits die Vorgängerauftritte konzipiert hat. Der ergänzende Spot wird im TV sowie in rund 1000 Kinos zu sehen sein. Zum Einsatz kommt auch die Website Filmbefreier.de (ein Besuch lohnt sich). Finanziert wird die Kampagne mit 1,2 Millionen Euro von der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin. Und das Brutto-Mediavolumen beläuft sich derzeit auf 4,5 Millionen Euro. Solche Aufträge, das ist artgerechte Werberhaltung.

Der Red Dot Award ist ausgeschrieben

Der internationale Design-Preis Red Dot Award fordert wiederum Designer, Werbeagenturen und Auftraggeber ab sofort zur Eingabe von Arbeiten auf. Die Frist läuft bis am 13. Juni 2008, anmelden kann man sich auf Red-dot.de/anmeldung.

 
Der internationale Design-Preis Red Dot Award fordert wiederum Designer, Werbeagenturen und Auftraggeber ab sofort zur Eingabe von Arbeiten auf. Die Frist läuft bis am 13. Juni 2008, anmelden kann man sich auf Red-dot.de/anmeldung. Erstmals in diesem Jahr wird der Titel Red Dot: Design Agency of the Year vergeben werden – eine Auszeichnung, mit der eine Agentur oder ein Designbüro für besonders kontinuierliche und innovative Gestaltungsleistung auf dem Gebiet des Kommunikationsdesigns ausgezeichnet werden soll. Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2008 statt.Kategorien des red dot award: communication design 2008:
1 Corporate Design
2 Annual Reports
3 Advertising
4 Packaging Design
5 Editorial
6 Posters
7 Information Design/Public Space
8 Websites/Interactive Advertising
9 Interactive Games/Tools
10 Graphical User Interfaces
11 TV & Cinema
12 Sound Design

APG führt Kleinbildschirme neben Leuchtplakaten ein

Bald flimmerts auch an den Plakatstellen: Ab Anfang Juli 2008 kann bei der APG an ausgewählten Leuchtplakatstandorten ergänzend zum Plakat ein 3,5-Zoll-Bildschirm (53 x 47 mm) gebucht werden.

 
Das Aussenwerbungsunternehmen APG führt Anfang Juli 2008 eine Neuheit in Zürich ein: An 18 der insgesamt 105 Leuchtplakatstandorte kann ergänzend zum Plakat ein 3,5-Zoll-Bildschirm (53 x 47 mm) gebucht werden, der auf Augenhöhe im Plakatrahmen eingebaut ist. Die Kunden sollen damit die Gelegenheit erhalten, ihre Plakatkampagnen mit einem Kurzfilm zu begleiten. Der detaillierte Produktebeschrieb mit Steckbrief, Standortliste der Screens, allen aushangspezifischen und produktionstechnischen Angaben findet sich in einem Produkteprospekt, der als pdf-Datei heruntergeladen werden kann unter .Standort Foto: Zürich, Giesshübelstrasse 4, VBZ-Haltestelle Sihlcity.
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