Rotor verpasst TopPharm einen neuen Gesamtauftritt

Die Zürcher Agentur Rotor hat verschiedene Kommunikationsaufgaben für die Vereinigung unabhängiger Apotheker, TopPharm, übernommen. Die Marke soll dabei an Profil gewinnen.

 
Die Zürcher Agentur Rotor hat nach einer Konkurrenzpräsentation verschiedene Kommunikationsaufgaben für die Vereinigung unabhängiger Apotheker, TopPharm, übernommen. So wurde mit dem Ziel, die Leserführung zu verbessern und den Gesamtauftritt zu modernisieren, das zu TopPharm Ratgeber umbenannte Magazin komplett überarbeitet. Das Blatt erscheint sechs Mal jährlich in einer Auflage von rund 450’000 Exemplaren.Parallel dazu wurde auch der Kampagnenauftritt neu gestaltet. Ziel war es, die TopPharm-Apotheken als ideale Beratungsstelle für Gesundheit zu verankern sowie eine echte Markenbindung zu erreichen und Neukunden zu gewinnen. Die Werbemittel reichen vom Plakat über Schaufensterkleber und Inserat bis hin zum Flyer und Textilkleber für den POS-Einsatz.
Verantwortlich bei Toppharm:
Judith Lanz (Leiterin Marketing und Kommunikation), Karin Walder (Leiterin Ausbildung und Kampagnen), Simone Stucki (Sachbearbeiterin Marketing und Kommunikation), Andrea Oesch (Sachbearbeiterin Ausbildung und Kampagnen), Christoph Baumgartner (Redaktor). Druck: Birkhäuser + GBC AG. Verantwortlich bei Rotor Agentur für Kommunikation: Alexander Gessert (CD), Sascha Kieslinger (AD), Sandra Eichenberger (Desktop), Nastja Burger (Beratung), Suzanne Regez (Beratungsassistenz), Martin Hauser (Produktion).

Auch im Normalfall speziell

Unternehmen Roger Wessners junge Firma Printzip entwickelt und produziert Lösungen für Geschäfts- und Werbedrucksachen.

 
Unternehmen Roger Wessners junge Firma Printzip entwickelt und produziert Lösungen für Geschäfts- und Werbedrucksachen.  
Roger Wessner ist mit seiner Firma Printzip ein Neueinsteiger, aber kein Neuling. Als gelernter Offsetdrucker mit Weiterbildung zum Techniker TS und Marketingplaner ist dem 42-Jährigen das Druckhandwerk bestens bekannt. Umfassende Branchenerfahrung konnte er in den zurückliegenden Jahren als Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen und in unterschiedlichen Druckunternehmen sammeln. «Ich war z. B. für die Auftragsbearbeitung zuständig, habe als Marketingverantwortlicher und auch als Betriebsleiter gearbeitet und kenne die Abläufe», beschreibt er seinen Werdegang. «Bei meiner Arbeit habe ich jedoch immer wieder festgestellt, dass spezielle Druckaufträge die eine oder andere Druckerei in Bezug auf das zu bedruckende Material oder die anspruchsvolle Verarbeitung herausfordern oder überfordern. Oft fehlt die Zeit oder das Interesse, sich eingehend mit solchen drucktechnischen Herausforderungen zu befassen, und so bleibt man lieber bei den konventionellen Drucksachen.» Für Entwicklung und Realisation von kreativen Drucksachen hat Wessner eine Marktlücke ausgemacht, die er seit dem 1. Mai 2007 mit seiner Firma Printzip schliessen möchte.Auf Spezialitäten spezialisiert«Wir bieten von der Ideenfindung über die Produktentwicklung bis zu Produktion und Versand ein umfassendes Angebot, das den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden Rechnung trägt», beschreibt er das Leistungsspektrum. Wessner hat dabei auch keine Berührungsängste mit unterschiedlichen Materialien. «Ich bin ein Tüftler, dem das Ergebnis wichtig ist. Deshalb hole ich mir auch mal in einem Baumarkt Anregungen», sagt er. Bei den Aufträgen handelt es sich vor allem um Spezialitäten wie Mailings, Flyer, Einladungskarten, POS-Materialien, Geschenkverpackungen, Broschüren und Geschäftsberichte, die durch die Wahl von Material, Druckverfahren und Gestaltung aus dem üblichen Rahmen fallen und meist nur in kleinen Auflagen hergestellt werden. Die meisten Aufträge bewegen sich in einem Rahmen von 500 bis maximal 50’000 Stück. Viele solcher Druckaufträge sind personalisiert und richten sich an eine ausgewählte Zielgruppe. «Zu den Kunden zählen neben Direktkunden vor allem Werbeagenturen, die uns mit der technischen Umsetzung der Idee beauftragen.»
Oft entsteht eine Lösung für eine ausgefallene Verpackung oder ein auffälliges Mailing erst im Gespräch mit der beauftragten Agentur. Ein Beispiel dafür ist der Beutel Sunrise Take-away, ein laminierter Papierbeutel mit Griffloch und Klebestreifen zum Verschliessen, der überdimensioniert auch als Display für Sunrise realisiert wurde. Echte Hingucker sind auch der Umschlag des Geschäftsberichts der Affichage AG oder die Weihnachtskarte von Swisscom, die Printzip in einer Auflage von 48’000 Exemplaren realisiert hat. Bei beiden Aufträgen wurde der Lenticulardruck, mit wechselnden Bildmotiven, werbewirksam eingesetzt.
Partnerschaftliches NetzwerkAber auch Druckereien nutzen die Möglichkeiten, die Printzip ihnen bieten kann. Sie lagern Aufträge, die zu klein oder zu aufwändig sind, aus und können damit ihren bestehenden Kunden einen Service bieten. Das wiederum schafft Kundenbindung. Eigene Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen hat Printzip nicht. «Mit solchen Investitionen stünde ich unter dem gleichen Kostendruck wie die meisten Unternehmen in der Branche», so Wessner. «Wir arbeiten deshalb mit verschiedenen Partnerfirmen zusammen, die je nach Auftrag ausgewählt werden.» Im Netzwerk sind deshalb Firmen, die mit ihren Maschinen und Know-how ganz unterschiedliche Bereiche abdecken. Das reicht vom Kartonverarbeiter bis zur Digitaldruckerei. Ein Modell, das sich bisher bewährt hat. «Weil wir keine hohen Infrastrukturkosten amortisieren müssen, rechnen sich selbst komplexe Aufträge für beide Seiten», erklärt er. «Bei grossen Druckunternehmen stehen die Abläufe im Vordergrund, bei mir der Wunsch des Kunden.»
Gute Chancen in der NischeWessner ist überzeugt, dass trotz Strukturbereinigung in der Druckbranche die Chancen für Nischenplayer wie Printzip auch in Zukunft gut sind. Dazu kommt, dass viele Firmen heute zwar einen immer höheren Werbeaufwand betreiben, ein grosser Teil der Mailings jedoch keine Beachtung findet, weil sie sich in der Werbeflut zu wenig abheben. Das gilt auch im Verpackungsbereich. Es gibt deshalb immer mehr Unternehmen, die spezielle und einmalige Ideen suchen und für deren Umsetzung auch durchaus bereit sind, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. www.printzip.ch
Sabine Flachsmann

Zwei Methoden, zwei Währungen

Online-Forschung Beim Forschungswettlauf bahnt sich das Finale an. Die Resultate der Anbieter werden aber unterschiedlich ausfallen.

 
Online-Forschung Beim Forschungswettlauf bahnt sich das Finale an. Die Resultate der Anbieter werden aber unterschiedlich ausfallen. 
Die Ankündigungen bei der Internetforschung jagen sich: Kaum hatte Nielsen Online mitgeteilt, man werde das Homepanel um das Fünffache aufstocken und auch ein Workpanel machen, zog Net Metrix, die Internetforschung von Mediapulse und Wemf, nach. Ihr Panel, bekannt unter dem Namen Net-Metrix-Tracking, messe mittlerweile ebenfalls und werde Mitte Juli erste Daten freigeben, liess man dort verlauten. Doch Vorsicht: Beides sind bloss Ankündigungen. Die Branche weiss: Insbesondere seitens Net Metrix gab es schon öfters Versprechen, die nicht eingehalten wurden.Klar ist aber: Es ist bereits ein Wettlauf zweier Forschungssysteme im Gang, die – falls sie funktionieren – auch zwei verschiedene Währungen aufweisen. Denn von der Anlage her werden die beiden Messansätze und das, was sie als Reichweite ausweisen, nicht miteinander vergleichbar sein.
Die Unterschiede sind vielfältig. Die verschiedenen Panelgrössen (Net Metrix: 3’000 Panelisten; Nielsen: 15’000 Panelisten) gehören dabei nicht einmal zu den wesentlichsten. Denn Net-Metrix-Tracking steht bekanntlich nicht isoliert da, sondern ist Teil eines ganzen Forschungssystems. Seine Ergebnisse werden mit jenen von Net-Metrix-Profile kombiniert, das wiederum auf etwa 15’000 bis 20’000 Online-Befragungen pro Halbjahr basiert. Damit dürften die Resultate dereinst eine ähnliche Tiefenschärfe aufweisen wie bei Nielsen.
Auch beim Messen der Internetnutzung zu Hause gehen beide Anbieter ähnlich vor: Die Panelisten müssen auf ihrem Heim-PC eine Mess-Software installieren, die die Daten sammelt und an eine Zentrale sendet. Beim Messen der Internetnutzung ausser Haus und am Arbeitsplatz unterscheiden sich die Methoden hingegen sehr. Nielsen verpflichtet die Panelisten, die Messsoftware auch auf Laptops und beim PC am Arbeitsplatz zu installieren. Ob dies auch bei Banken, Versicherungen und öffentlichen Verwaltungen möglich sein wird, ist fraglich. Für ein repräsentatives Nutzungsverhalten wäre dies aber unabdingbar. Jörg Dietz (Foto), Director Sales und Marketing bei Nielsen Schweiz, ist zuversichtlich. In andern Ländern wie Grossbritannien oder Italien habe es Nielsen auch geschafft. Net Metrix wählte einen andern Weg: Unterwegs oder am Arbeitsplatz sollten die Panelisten immer über ein bestimmtes Webportal ins Internet einsteigen. Offen ist, ob sie diesen Umweg auch jedes Mal in Kauf nehmen. Und ob die Arbeitgeber dies eher tolerieren. Zudem: Das Webportal misst nur die Nutzung jener Sites, die auch bei Net-Metrix-Audit teilnehmen. Andere Sites – etwa Google – werden bei der Ausser-Haus-Messung von Net Metrix nicht berücksichtigt.
Für Laien nachvollziehbarEin weiterer Unterschied: Die Forschungsanlage von Nielsen ist für Laien leichter nachvollziehbar als jene von Net Metrix, wo die Ergebnisse aus verschiedenen Messmethoden stammen (Net-Metrix-Audit, Profile-Befragung, Panel). Und die Währung von Nielsen ist international vergleichbar, jedenfalls mit jenen Ländern, in denen dasselbe Messsystem eingerichtet ist. Net Metrix dagegen liefert primär Marktdaten für die Schweiz.
Last but noch least: Bei Net Metrix hat die Branche über eine User Commission die Möglichkeit, Details zum Messverfahren zu erfahren. Eine solche Kommission gibt es derzeit bei Nielsen Schweiz nicht. Doch Dietz betont, dass Nielsen im Ausland, etwa in Italien, vergleichbaren Gremien ebenfalls Mitsprache ermögliche. Man sei zudem jederzeit bereit, Details seiner Messung offen zu legen.
Das sind nur einige wenige der zahlreichen Unterschiede. Offen ist, wie nun die Branche reagiert. Zwei wichtige Datenbezüger, die Online-Vermarkter Web2com und Adlink Media, nahmen erst zurückhaltend Stellung. Vanessa Marr, Forschungsleiterin bei Adlink Media und Mitglied der Forschungskommission von Net Metrix, wollte sich aktuell noch nicht auf einen Anbieter festlegen. Derzeit beziehe Adlink Media zwar Daten von Nielsen, doch werde man Net-Metrix-Tracking, sobald im Markt eingeführt, eingehend prüfen. Für Letzteres spreche die Transparenz, die Schweizer Lösung und dass es punkto Währung mit Net-Profile kompatibel sei. Nielsen hingegen bilde die Internetnutzung im internationalen Vergleich seit Jahren systematisch ab, sagt Marr.
Auch Ueli Weber, Leiter Electronic und Interactive bei PubliGroupe, wollte sich noch nicht festlegen. Er zieht zwar grundsätzlich Net Metrix vor, will aber noch die Unterschiede und die Preise vergleichen. «Die Zukunft wird zeigen, welche der beiden Währungen sich langfristig durchsetzen kann», fügt er an.
Markus Knöpfli
 

Höheres Angebot

Unternehmen III Die Behr Bircher Cellpack BBC Group hat ihr Übernahmeangebot für die Gruppe Baumgartner Holding AG, Crissier, erhöht und präzisiert. BBC will die im Bereich flexible Verpackung tätige Baumgartner Holding mit ihrer Verpackungstochter Cellpack Packaging zusammenschliessen.

 
Unternehmen III Die Behr Bircher Cellpack BBC Group hat ihr Übernahmeangebot für die Gruppe Baumgartner Holding AG, Crissier, erhöht und präzisiert. BBC will die im Bereich flexible Verpackung tätige Baumgartner Holding mit ihrer Verpackungstochter Cellpack Packaging zusammenschliessen. Der Angebotspreis wurde auf 460 Franken je Baumgartner-Aktie erhöht. Auch diesen Preis bezeichnet der Baumgartner-Verwaltungsrat als zu niedrig. Bis zum 15. April will der Baumgartner-VR einen Bericht zum Angebot vorlegen. Aktiv weitergeführt werden auch die Verhandlungen zur Übernahme von zwei Unternehmen im Bereich der flexiblen Verpackungen. Die zwei Unternehmen würden die Stellung der Gruppe auf dem europäischen Markt verstärken und die Rentabilität verbessern, so der Verwaltungsrat.

Zu guter Letzt: Die Bürger-Reklamewehr von Kopenhagen

Vor rund zwei Jahren gab es in Zürich eine Aktion gegen Aussenwerbung, und vor sieben Monaten wurde in Berlin-Kreuzberg eine Gruppe von Leuten gegen Plakate aktiv. Nun haben die «Bürger für eine reklamefreie Innenstadt» in Kopenhagen in einer Nacht- und Nebelaktion nachgedoppelt und Kleber mit der Aufschrift «bitte keine Werbung» an die Plakate geheftet.

 
Vor rund zwei Jahren gab es in Zürich eine Aktion gegen Aussenwerbung. Und vor sieben Monaten zog in Berlin-Kreuzberg eine Gruppe von Leuten durch die Strassen, die «Spam»-Kleber an Werbeplakate heftete, um damit der «Belästigung» (O-Ton) durch Aussenwerbung etwas entgegenzusetzen (siehe: ). Nun sind in Kopenhagen Mitglieder des Anti-Reklamebündnisses «Bürger für eine reklamefreie Innenstadt» in einer Nachtaktion aktiv geworden. Sie haben 250 Werbeplakate in der Innenstadt mit überdimensionierten Klebern versehen, die in Dänemark normalerweise an den Briefkästen haften. Die Botschaft: «Ingen reklamer tak» (bitte keine Reklame). Der Organisation ist die inflationäre Ausbreitung von Werbung in Kopenhagen ein Dorn im Auge, wie es im Tagesspiegel heisst. Die erbosten Bürger wehren sich insbesondere gegen die Tatsache, dass die Werbung im öffentlichen Raum nicht «abbestellt» werden kann. «Daheim kann man bezüglich Briefkastenreklame: Werbung, nein danke! sagen, indem man einen Aufkleber mit diesen Worten an den Briefkasten klebt. Um an dieses Recht zu erinnern, haben wir überall in der Stadt ähnliche Aufkleber an Werbeplakate geklebt», sagte ein anonymer Teilnehmer gegenüber dem Tagesspiegel.
Die dänische Werbebranche war von der Aktion natürlich «not convinced», um hier den ehemaligen Deutschen Aussenminister Fischer zu zitieren. Es sei ein wesentlicher Bestandteil des freien Marktes, dass Unternehmen bei der herrschenden Konkurrenzsituation über ihre Produkte informieren könnten, heisst es im Tagesspiegel. Auch neuere Anbieter hätten gegenüber den etablierten keine Chance, wenn sie die Verbraucher nicht einmal über ihre Existenz unterrichten könnten. Auf die Frage des Anti-Reklamebündnisses, wieso diese Kommunikation ausgerechnet im öffentlichen Raum stattfinden soll, wo es doch so viele andere Kanäle gebe, wurde allerdings nicht eingegangen.
Die Bürger-Reklamewehr in Kopenhagen scheint von jeder Kritik grundsätzlich unbeeindruckt zu sein. Denn die Gruppenmitglieder nehmen einiges an Ungemach in Kauf, wenn sie erwischt werden: In Dänemark sind für die Beschädigung von Aussenwerbung gehörige Geldstrafen fällig. Die Truppe sieht sich im Gegenteil im Recht, hält die eigenen Taten nicht für Straftaten, sondern für zivilen Ungehorsam. Schliesslich habe die Stadtverwaltung einfach Aussenflächen in der Stadt an Werbekunden verkauft, ohne die Bürger nach ihrer Meinung zu fragen. Was man der Gruppe nicht absprechen kann, ist ein Gespür für demokratische Mitbestimmung.
 

Über 21’000 Unterschriften für Krebsgala auf SF 1 gesammelt

In einer Petition mit über 21'000 Unterschriften fordert die Krebsliga von der SRG, auf SF 1 eine Krebsgala auf Kosten des Senders durchzuführen. Damit reagiert sie auf die Kritik an ihrer Beteiligung an den Produktionskosten einer Spendengala zum Thema Krebs.

 
Die Krebsliga Schweiz und die Stiftung Krebsforschung Schweiz haben innert vier Wochen 21’355 Unterschriften für eine Krebsgala auf SF 1 gesammelt. Die Petition wurde am Dienstag Armin Walpen überreicht, Generaldirektor der SRG. «Mit ihrer Unterschrift fordern die Unterzeichnenden den öffentlichen Sender auf, für das gesundheitspolitisch hochaktuelle Thema Krebs eine Plattform zu schaffen», schreibt die Krebsliga gemäss SDA in einer Mitteilung.SRG-Generaldirektor Armin Walpen hat gemäss Angaben der Krebsliga versichert, dass die SRG-Geschäftsleitung das Thema noch einmal eingehend diskutieren werde. Auf frühere Forderungen war die SRG nicht eingegangen. «Wir erhalten enorm viele Anfragen von Organisationen, die eine Spendengala austragen möchten», erklärte dazu SRG-Sprecher David Affentranger.
Mit der Petition reagierte die Krebsliga auf Kritik an ihrer Beteiligung an den Produktionskosten einer Spendengala, die von PresseTV bislang als Sondersendung der «Gesundheit Sprechstunde» auf SF 2 ausgestrahlt wurde. Der «Kassensturz» hatte der Krebsliga vorgeworfen, für die Sendung Spendengelder einzusetzen. Dazu entgegnete die Krebsliga, solange SF 1 keine eigene Krebsgala produziere, sei man gezwungen, weiterhin auf ein privates Sendegefäss auszuweichen und sich an den Produktionskosten zu beteiligen.

14-jähriger Streit um Vgt-Werbespot immer noch nicht zu Ende

1994 lehnt die SRG die Ausstrahlung eines Werbespots des Vereins gegen Tierverbote ab, der die industrielle Tierhaltung anprangert. 14 Jahre später ist das juristische Hickhack, das auch das Bundesgericht und den EGMR beschäftigt, noch immer nicht zu Ende. Sieht man sich heute den Spot an, ist die Aufregung nicht mehr zu verstehen.

 
Seit nunmehr 14 Jahren beschäftigen sich die Schweizer und Europäischen Justizbehörden mit einem Sendeverbot für einen Werbespot des Vereins gegen Tierfabriken (Vgt). Das Schweizer Fernsehen verweigerte 1994 die Ausstrahlung des Spots. Mit nach heutigem Empfinden vergleichsweise harmlosen Bildern prangerte der Vgt darin die industrielle Haltung von Tieren, besonders die von Schweinen, an. Damit verbunden war die Empfehlung, weniger Fleisch zu essen.Das juristische Hickhack, damals begonnen, geht nun in eine weitere Runde. Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg hiessen den Antrag der Schweiz gut, den Fall vor die Grosse Kammer des EGMR zu bringen. Dieser Antrag ist die Reaktion auf die Verurteilung der Schweiz durch den EGMR im September 2007. Die Richter kamen damals zum Schluss, dass die Meinungsäusserungsfreiheit verletzt worden sei.
Der Streit begann 1994, als der Vgt den TV-Spot über die SRG senden wollte, damals Inhaberin der einzigen Fernsehsender auf Schweizer Boden. Dies wurde dem Vgt vom Fernsehen aber verwehrt. Die zuständige AG für das Werbefernsehen begründete die Ablehnung damit, der Spot sei politische Werbung und dazu geschäftsschädigend. Diese Haltung wurde vom Bundesrat und 1997 vom Bundesgericht bestätigt. Bereits 2001 hiess der EGMR jedoch eine Beschwerde des Vgt gut und stellte eine Verletzung der Meinungsäusserungsfreiheit fest.
Der Vgt verlangte vom Bundesgericht in der Folge eine Revision seines Entscheides von 1997. Dieses Gesuch wiesen die Lausanner Richter 2002 ab, worauf der Vgt ein weiteres Mal an den EGMR gelangte, der die Beschwerde im Herbst 2007 wiederum gut hiess. Erwin Kessler, der Präsident des VgT, setzt sich heute noch immer für eine Ausstrahlung der Bilder aus industriellen Tierhaltungen ein. Bis zum Urteil der Grossen Kammer des EGMR wird der Spot indes im Fernsehen nicht zu sehen sein.
Betrachtet man heute dank Internet den Werbespot, ist die Ablehnung durch das Schweizer Fernsehen im Jahr 1994 und nachher durch den Bundesrat und das Bundesgericht kaum mehr nachvollziehbar. Unverständlich ist auch die in verschiedenen Meldungen vom Dienstag enthaltene Passage, der Spot enthalte harte und zum Teil schockierende Bilder. Es scheint, als habe sich der Streit um den Vgt-Spot längst verselbständigt und drehe sich um alles andere als den Spot selbst.

Frank Baumann geht fischen

Der Werber und Moderator Frank Baumann kehrt am Mittwoch zurück auf den Bildschirm: Er ist in der neuen Sendung «Ein Fisch für 2» auf 3sat zu sehen. Das Konzept ist so einfach wie aussergewöhnlich: Baumann geht in jeder Folge mit einem Promi fischen. Der Fernsehmann sprach mit der Werbewoche über Langeweile, Quote und «anders fernsehen».

 
Der Werber und Moderator Frank Baumann kehrt am Mittwoch zurück auf den Bildschirm: Er ist in der neuen Sendereihe «Ein Fisch für 2» auf 3sat zu sehen. Das Konzept der Sendung ist so einfach wie aussergewöhnlich: Baumann geht in jeder Folge mit einem Promi fischen. Zu den Gästen zählen Burgschauspieler Peter Simonischek, Kabarettist Marco Rima und Plattenstar DJ Bobo. Nun muss sich Baumann von Journalisten ständig die Frage gefallen lassen, ob es denn überhaupt etwas Langweiligeres geben könne, als zwei Menschen beim Fischen zuzuschauen. «Das ist tatsächlich mörderisch langweilig», erklärt Baumann gegenüber der Werbewoche. Trotzdem hat er «eine riesige Freude» an seiner neuen Show. Warum sie den Zuschauer fesseln wird? «Weil sie die Menschen absolut privat zeigt», so der Fernsehmann. «Meine Gäste kommen nicht, weil sie PR für sich selbst, einen neuen Film oder eine neue Platte machen wollen. Sie sind einfach da mit mir, beim Fischen.» Ausserdem biete die Sendung weitere Ebenen: Sie ist mit spezieller Musik unterlegt, gleichzeitig wird ein literarischer Text von Sigmund Tischendorf vorgelesen. An manchen Stellen sind Ausschnitte aus Filmen zu sehen: «Einmal muss ich mit meinem Gast eine Bewilligung einholen. Wir gehen in ein Haus hinein, warten vor dem Lift – und wenn der aufgeht, sieht man ein Paar beim Poppen».

Im Kasten sind vorerst sechs Episoden, die innert zwei Wochen an jeweils drei Tagen hintereinander über den Bildschirm flimmern. Damit wollen die Programmplaner bei 3sat die Sendung geballt lancieren, wie Baumann erklärt. Anschliessend wird entschieden, ob die Reihe weitergeht. Dass sich das Publikum auf ein aussergewöhnliches Format einstellen muss, ist ihm klar: «Die Leute müssen sich ganz und gar auf die Sendung einlassen, dann werden sie aber auch belohnt.» Er sagt, dass «Ein Fisch für 2» völlig dem 3sat-Claim «anders fernsehen» entspreche. Und hofft, dass die Verantwortlichen beim Sender den Tatbeweis für den Slogan liefern werden. «Die Senderleitung schaut natürlich auf die Quote. Aber ich sage: Lasst doch die Quote aussen vor! Vielleicht schauen nicht viele zu, doch wer zuschaut, hat garantiert ein Erlebnis.»
Dass die Zuschauer vom ehemaligen «Ventil» und «Streetlife»-Moderator vielleicht etwas anderes erwarten, als dass er still im Boot sitzt und auf den Fang wartet, ist ihm bewusst. «Aber es erstaunt mich doch, wie sehr ich in den Köpfen der Leute auf «Ventil» reduziert werde – das war eine andere Zeit. Nun kriegen sie etwas Neues zu sehen!» Seine Sendung charakterisiert er als Format, das Oberflächlichkeiten ausblendet und dennoch heiter ist – aber ohne Schenkelklopfer-Humor.
Und wie würde der Werber Werbung für seine eigene Show machen? «Das ist ganz schwierig. Glücklicherweise konnte ich die Medienarbeit den Profis beim Sender überlassen – die machen das gut. Man muss die Leute einfach bei der Hand nehmen und ihnen das Konzept der Sendung erklären.»
«Ein Fisch für 2» startet am Mittwoch, 16. April, um 22.25 Uhr auf 3sat.

Carole Scheidegger

SFLB macht EM-Spot für Helvepharm

Für den Generikahersteller Helvepharm lanciert SFLB im Vorfeld der Fussball-Europameisterschaft einen eigenen EM-Spot. Geworben wird einmal mehr mit dem hauseigenen Klub FC Münchwilen.

 
Für den Generikahersteller Helvepharm lanciert SFLB im Vorfeld der Fussball-Europameisterschaft einen eigenen EM-Spot. Auf witzige Art wird dabei der Grossanlass mit der von Helvepharm gesponserten Mannschaft, den Senioren des FC Münchwilen, aufs Korn genommen. Aussage des Kurzspots soll gemäss Mitteilung sein: Beim FC Münchwilen müssen die Fans im Gegensatz zu EM-Spielen kein Glück haben, um an ein Ticket zu kommen. Der Spot läuft ab sofort auf SF 1.Verantwortlich bei Helvepharm:

Christoph Stoller (Geschäftsleiter) , Christina Kobi (Marketingleiterin). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Barbara Hutter (Text), Cornelia Wenk (AD), Martin Spillmann und Peter Brönimann (CD), Fabienne Brunner und Rolf Zimmermann (Beratung), Sebahat Derdiyok und Bettina Sorg (Art Buying). Filmproduktion: On-Film. Regie: Michael Steiner

Crome arrangiert EM-Aufwärmrunde für die sieben Railcitys

Die Basler Werbeagentur Crome wirbt für die Vorzüge der Railcitys mit den Insignien des Fussballs. Und somit lehnt sich auch diese Kampagne an die Fussball-EM an, ohne aber das Ereignis zu erwähnen und damit eine Markenrechtsverletzung zu riskieren. Elegant.

 
Die Dachkampagne von SBB Railcity steht diesen Frühling ganz im Zeichen des Sportereignisses des Jahres. Die von der Basler Werbeagentur Crome dazu geschaffenen Sujets sollen die «längsten Öffnungszeiten» und das «breiteste Angebot» des «grössten Shopping Centers der Schweiz» anhand von Objekten aus der Welt des Fussballs veranschaulichen. Railcitys sind die Einkaufsmeilen in den sieben Grossbahnhöfen Zürich, Bern, Basel, Luzern, Winterthur, Genf und Lausanne. Ebenso schuf Crome als visuelles Leitmotiv das «Fussball-Herz»: Es kommt als Logo-Zusatz ins Spiel und soll als Dekor den Fussball-Enthusiasmus der Railcity-Geschäfte bekräftigen, wie es in der Mitteilung der Agentur heisst. Die Kampagne beginnt ab Mitte April mit Plakaten, Anzeigen, Bannern und einem E-Board-Clip, später folgen Give-aways für die Fans. Verantwortlich bei SBB / Railcity:
Christine Leuenberger (Marketing und Kommunikation) und Hans Zimmermann (Leiter Railcity). Verantwortlich bei Crome: Bernhard Wenger (CD), Thomas Strecker (AD), Zoe Gunzenhauser (Grafik), Philipp Brogli (Desktop), Enno Wassmer (Text/Konzept), Mireille von Heeren (Beratung) und Salome Wiesli (Beratungsassistenz).

Tagi zeigt das wohl längste Inserat der Welt

Der Tages-Anzeiger startet eine neue Werbekampagne und zeigt als Auftakt eine ganz besondere Werbeform im eigenen Blatt: Über 14 Seiten und 3 Bünde erstreckt sich eine Laufschrift, die ganz dem Claim «Dranbleiben» verpflichtet ist.

Der Tages-Anzeiger startet eine neue Werbekampagne und zeigt als Auftakt eine ganz besondere Werbeform im eigenen Blatt: Über 14 Seiten und 3 Bünde erstreckt sich eine Laufschrift, die ganz dem Claim «Dranbleiben» verpflichtet ist. Im Stil der bisherigen Tagi-Anzeigen wirft das von SFLB kreierte Eigeninserat Fragen von Charles Darwin über Pfarrer Sieber bis Britney Spears auf. Im «Zürich»-Bund verläuft die Schrift sogar vertikal neben den redaktionellen Spalten. «Wir machen damit den Auftakt zur neuen Kampagne und wollen gleichzeitig nochmals den Claim «Dranbleiben» stärken», erklärte Tagi-Werbeleiter Dominique von Albertini gegenüber der Werbewoche. Die Werbung soll den Tages-Anzeiger ganz klar von den Gratiszeitungen absetzen und die Wichtigkeit von Recherchen und Hintergrundberichten betonen. Daneben soll das Eigeninserat natürlich auch ein Signal an den Markt geben, so von Albertini weiter. «Wir wollen zeigen, dass wir flexibel und für auffällige Platzierungen offen sind. Es muss ja nicht immer eine 1/1- oder Panoramaseite sein.» Der Markt sei in den letzten Jahren offener geworden für spezielle Platzierungen: «Immer mehr Kunden und Agenturen haben Werbeideen, die über das klassische Inserat herausgehen. Dafür hat sich dann auch auf der Medienseite eine grössere Flexibilität entwickelt. Der Konkurrenzkampf ist härter geworden. Dass die Tagi-Frontseite verkauft wird, war früher kein Thema – heute ist es möglich», erklärt der Werbeleiter.
Die Eigeninserat-Aktion im Tagi vom Dienstag war mit der Redaktion abgesprochen. Das Feedback der Journalisten sei bis anhin gut, sagte von Albertini. Das Lauftextinserat liegt allerdings auch auf der Linie der Zeitung – wie wäre wohl die Haltung der Redaktion, wenn die gleiche Platzierung, die schliesslich redaktionellen Raum einnimmt, an einen kommerziellen Kunden verkauft würde? «Das würden wir auf alle Fälle mit der Chefredaktion absprechen. Bei einer guten Umsetzung bin ich überzeugt, dass unser Werbemarkt sie dafür erwärmen könnte», so von Albertini. «Schliesslich wissen alle, wie eine Zeitung wie der Tagi Geld verdient.» Restriktionen gebe es aber immer noch: Ein sogenannter Mantel komme wohl auf absehbare Zeit nicht in Frage.

Grosskampagne für Westschweizer Frauenzeitschift Femina

Rund um den Relaunch der Westschweizer Frauenzeitschrift Femina startet die Lausanner Agentur Angebaultportenier für das Blatt eine grosse Kampagne. Zentrales Sujet der Anzeigen und des Spots ist die Tochter, die der Mutter die Zeitschrift klaut. Charmant.

 
Rund um den Relaunch der Westschweizer Frauenzeitschrift Femina startete die Lausanner Agentur Angebaultportenier für das Blatt eine grosse Image- und Abonnementkampagne in der Romandie. Die auflagenstarke Zeitschrift aus dem Hause Edipresse, die der Sonntagsausgabe von Le Matin beiliegt, kann neu separat abonniert werden. Mit der Kampagne sollen deshalb primär neue Leserinnen gewonnen werden. Im Zentrum steht ein TV- und Kinospot, geschaltet werden aber auch Inserate in welschen Zeitungen und Magazinen, Anzeigen im Internet sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Genf.Zentrales Sujet der Kampagne ist das Spiel zwischen Mutter und Tochter, welches die Agentur mal humorvoll, mal komplizenhaft darstellt, und das sich natürlich um Femina dreht. Der Claim heisst denn auch: Femina – ça sera pas le premier truc que tu piques à ta mère (Femina – das wird nicht das einzige sein, das du deiner Mutter klaust). Der Spot dazu wurde realisiert von der Zürcher Filmproduktionsfirma Snap Film. Regie fuehrte Luzius Rüedi, der mit Snap Film bereits Spots für den Schweizerischen Versicherungsverband, Carlsberg, Incarom und Media Markt gedreht hat.
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