Software Das im Bereich des Verpackungs-Workflows führende Unternehmen Esko Artwork zeigt, wo es in Zukunft lang geht.
Der aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Esko Graphics und Esko und Artwork Systems hervorgegangene belgische Konzern Esko Artwork bietet Verpackungsherstellern und Akzidenzdruckern noch mehr produktionsvorbereitende Produkte und Dienstleistungen aus einer Hand. Carsten Knudsen, Präsident und CEO, hielt in einem kurzen Rückblick anlässlich einer im Vorfeld der Drupa Discovery Tour durchgeführten Pressekonferenz fest, dass die Verpackungsdruckereien wie auch deren Kunden im letzten Jahr unter grossem Druck gestanden hätten. «Produktionszyklen müssen weiter verkürzt, die Profitabilität durch Automationen gesteigert und Produktionsinseln integriert werden», führte Knudsen zur notwendigen Stossrichtung der Branche aus. Diesen Veränderungen werde der inzwischen auf allen wichtigen Märkten vertretene Hard- und Software-Konzern durch den Zusammenschluss noch besser gerecht und sei daraus als führender Systemintegrator im Verpackungs- und Akzidenzdruck sowie – im Speziellen – als bevorzugter Anbieter im Flexomarkt und in der klassischen Verpackungsindustrie hervorgegangen.
Übernahme von Gradual Als ob es mit dem Zusammenschluss noch nicht genug wäre, gab Knudsen gleich noch die Übernahme des ebenfalls belgischen und deutlich kleineren Unternehmens Gradual Software bekannt. Gradual wird in die Enfocus-Sparte integriert, die Anwender von deren Kompetenzen und Produkten im Bereich der PDF-Prüfung und -Bearbeitung kennen. Damit verfügt Esko Artwork nun über insgesamt drei unterschiedliche Verpackungs-Workflows. Diese seien für unterschiedliche Ansprüche ausgelegt, rechtfertigte Knudsen die «Dreigleisigkeit» bei den Systemen. Doch Esko Artwork wächst nicht nur durch Übernahmen.
So gab Knudsen gleich noch die Anfang März erfolgte Inbetriebnahme einer Fabrik im tschechischen Brünn bekannt. Dort werden die erfolgreichen Kongsberg-Mustertische gefertigt, womit sich Verpackungsmuster und kleine Auflagen von Verpackungen herstellen lassen.
Esko Artwork an der DrupaUnter dem Slogan «Connect more» will Esko Artwork unter anderem mit neuen Produkten und Lösungen Herausforderungen begegnen, mit denen die Verpackungsdruckereien konfrontiert sind. Hierzu zählen etwa die weltweite Fertigung und die Zusammenarbeit bei der Verpackungsentwicklung, beim Verpackungsdesign sowie bei der Optimierung der Packmittel.
Als ein Beispiel, wie Esko Artwork diesen Herausforderungen mit Produkten begegnen will, dient ein Adobe-Illustrator-Plug-in, das es erstmals erlaubt, die Packmittelproduktion mit dynamischen Textinhalten zu realisieren. Das Dynamic Content genannte Modul trennt dazu den Verpackungstext vom Verpackungsdesign. Sämtliche Produktebeschreibungen können dazu vom Markeneigner auf Basis eines PDF-Formulars erstellt und übermittelt werden und lassen sich dann auf Basis von XML in der Layoutphase mit dem Illustrator-File verknüpfen. Dieses Vorgehen erlaubt zudem ein einfacheres Aktualisieren durch den Kunden; das manuelle Übertragen von Änderungen gehört somit der Vergangenheit an, und Fehlerquellen werden wirksam eliminiert.
Studio und Studio ToolkitsWeiter stellt Esko Artwork die neue grafische Designlösung Studio vor. Studio ermöglicht zusammen mit den ebenfalls neuen, nach und nach verfügbaren Studio Toolkits unter anderem die interaktive, dreidimensionale Gestaltung von zuerst flexiblen Verpackungen und später von Faltschachteln innerhalb Adobe Illustrator. Als Vorteil von Studio lassen sich mit Illustrator erstellte Designs dank der 3D-Ansichtsumgebung sofort anzeigen. Aus der Applikation heraus können 3D-PDF-Dokumente erstellt und an die Kunden zur Prüfung und Freigabe versandt werden. Zur Drupa werden hier die ersten zwei Versionen von Studio Toolkit vorgestellt: Studio Toolkit for Flexibles ist eine flexible Designanwendung, um schnell wirklichkeitsgetreue Konstruktionsmodelle für gängige flexible Verpackungsarten zu erstellen. Das erste Toolkit unterstützt die Entwicklung von Flach- und Seitenfaltbeuteln sowie von rechteckigen Standbeuteln. Während Studio und das Studio Toolkit for Flexibles zur Drupa bereits zum Verkauf angeboten werden, müssen Interessenten der in Düsseldorf gezeigten Faltschachtellösung Studio Toolkit for Boxes noch zuwarten; das Toolkit soll kurz nach der Messe erhältlich sein.
Verpackungsvorstufe auf JDF-BasisEsko Artwork will an der Drupa, so war am Pressegespräch zu erfahren, den ersten durchgängigen JDF-Workflow für die Verpackungsproduktion zeigen. In Zusammenarbeit mit den Herstellern Dr. Lauterbach & Partner (MIS), MAN Roland (Druck), Bobst SA (Weiterverarbeitung) auf der einen sowie der Limmatdruck Zeiler AG aus Spreitenbach und dem Grossverteiler Migros auf der anderen Seite wurde eine innovative Lösung für die Prozessautomatisierung und Prozesskontrolle entwickelt. Damit will Esko Artwork in Düsseldorf beispielhaft alle Schritte von der Idee bis zur Auslieferung des fertigen Verpackungsproduktes zeigen.
Neue Flexobelichter und MustertischeAuch im Hardware-Bereich kündigt Esko Artwork zur Drupa neue Produkte an. Darunter befindet sich der Cyrel Digital Imager (CDI) Advance Cantilever, der speziell für die Bebilderung von Grossformat-Sleeves und die optionale Bebilderung von grossformatigen Flexodruckplatten entwickelt wurde. Das System ist auf Hersteller flexibler Verpackungen, Reprobetriebe und Weiterverarbeiter mit hohen Auflagen ausgerichtet. Verglichen mit dem Vorgängermodell 5080, bietet der neue Flexobelichter einen höheren Durchsatz. Während der derzeit erhältliche kleinere CDI CompactCantilever auf den Rollendruckmarkt mit mittleren Formaten ausgerichtet ist, wurde der neue CDI Advance Cantilever speziell für die Produktion von flexiblen Verpackungen auf Grossformatrollen entwickelt. Damit eigne sich, so war von Esko Artwork zu erfahren, der CDI Advance Cantilever für Hersteller flexibler Verpackungen, die einen möglichst hohen Durchsatz bei der Produktion von grossformatigen Flexodruckplatten verlangen. Der Belichter ist mit einem freitragenden Luftzylinder ausgestattet, der einen sehr schnellen Wechsel der Sleeves ohne zusätzliche Geräte ermöglicht. Benutzer des CDI-Advance-Plattenbelichters können Trommeln für Platten mit einem Format von 127 x 203,2 cm oder 106,7 x 152,4 cm sowie für Sleeves mit einer Länge von bis zu 211 cm wechseln. Der CDI Advance Cantilever gewährleistet ausserdem eine schnelle Bebilderung (bis 8 m2/h). Esko Artwork kündigte weiter die Einführung des Esko Cyrel Digital Imager (CDI) Spark 4260 Auto zur Drupa an. Der neue digitale Flexoplattenbelichter ist mit einer vollautomatischen Lade-, Bebilderungs- und Entnahmefunktion für die Platten ausgestattet. Zusätzliche Automatisierungs-Tools reduzieren darüber hinaus die bis anhin erforderlichen Verarbeitungsschritte. Der CDI Spark 4260 Auto kann drei Druckformen in voller Grösse gleichzeitig verarbeiten und soll höchste Qualitätsanforderungen bei flexiblen Verpackungen und Faltschachteln erfüllen. An der Drupa 2008 will Esko Artwork den Belichter in einer Konfiguration mit automatisierter Lade-, Bebilderungs- und Entnahmefunktion in Kombination mit der integrierten Inline-UV-Main-Exposure- und Back-Exposure-Einheit zeigen. Mit der Einführung der Kongsberg-XPProduktreihe adressiert Esko Artwork die Bedürfnisse der Hersteller von Wellpappeverpackungen und Verkaufspunkt- bzw. POP-Displays. Esko Artwort positioniert die insgesamt drei neuen digitalen Schneidetische als echte Produktionsmaschinen – und damit nicht primär als Mustertische. Die Tische wurden erstmals speziell für den Endlosbetrieb und für Umgebungen entwickelt, in denen rund um die Uhr produziert wird. Dazu gewährleisten die neuen Kongsberg-XP-Modelle eine effektive Weiterverarbeitung von einer Vielzahl an Verpackungs- und Displaymaterialien, darunter alle Arten von Wellpappe, Displaykarton, Wellkunststoff, Schaumstoffplatten sowie starre Displaymaterialien wie MDF, Sperrholz, Acryl, ACM und Forex. Die Schneidetische der XP-Reihe sind für drei Formatbereiche konzipiert: Der Kongsberg XP24 für den maximalen Arbeitsbereich von 168 x 320 cm, der Kongsberg XP44 eignet sich für 220 x 320 cm grosse Anwendungen und der Kongsberg XP46 für Grossformatanwendungen bis zu 220 x 480 cm. Mit einer maximalen Schnittgeschwindigkeit von 100 m/min. setzt die neue Baureihe auch bei der Geschwindigkeit neue Massstäbe in der digitalen Weiterverarbeitung.
Jürgen Franck
PrePressEsko-Artwork-PreDrupa-Facts.
Esko Artwork stellt zur Drupa die neue Software-Suite «Studio» vor
– Studio Toolkit for Flexibles und Studio Toolkit for Boxes erlauben das dreidimensionale Packmitteldesign in Adobe Illustrator
– neuer Schneidetisch Kongsberg XP als Produktionsmaschine
– mit dem Esko Cyrel Digital Imager Spark 4260 Auto bringt Esko Artwork einen vollautomatischen Flexoplattenbelichter auf den Markt
– Esko Artwork zeigt zur Drupa erstmals vollständigen JDF-Workflow für das Verpackungssegment.