Ruf Lanz lässt für Hiltl Fussballer ins Gras beissen

Dank dem vegetarischen Restaurant Hiltl in Zürich gibt es selbst während der Euro 08 eine Alternative zu Bratwurst und Cervelat. Ruf Lanz zeigt passen dazu, dass in jedem Fussballer ein Vegetarier steckt.

Dank dem 1898 gegründeten Restaurant Hiltl in Zürich gibt es selbst während der Euro 08 eine Alternative zu Bratwurst und Cervelat. Im Hiltl-EM-Zelt auf dem Münsterplatz werden vom 6. bis 29. Juni 2008 vegetarische Spezialitäten serviert, dazu gibt es Live-Übertragungen aller Spiele auf grossen Plasma-Screens. Für Feststimmung sorgen täglich von 11 Uhr bis 24 Uhr eine EM-Bar, eine VIP-Lounge, Live-Bands und Partys mit DJs.
Ruf Lanz hat diese Steilvorlage angenommen und zur Bekanntmachung eine Kampagne konzipiert, die mit einem Augenzwinkern zeigt: In jedem Fussballer oder Fussballfan steckt ein Vegetarier. Neu interpretiert wurden für die Kampagne Bilder, in denen Fussballer ihre Köpfe aus den unterschiedlichsten Gründen ins Gras stecken. Die Print-Kampagne mit insgesamt sechs Sujets läuft ab anfangs Mai.
Verantwortlich bei Hiltl:
Rolf Hiltl (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Marcel Schläfle (Art Direction), Torsten Maas (Text), Gian Marco Juon (Beratung). Bilder: Archiv.

Pouletpatrioten in 3D

Food II Für die neue Marke Bell Poulet lässt Bell die Hühner jodeln. Die Agentur Bluespirit hat den neuen Markenauftritt entwickelt.

 
Food II Für die Marke Bell Poulet lässt Bluespirit Hühner jodeln. 
2007 hat die EU die Importbestimmungen für Hühnerfleisch aus Thailand und Brasilien gelockert. Auch die Schweiz ist daran, den Geflügelmarkt zu liberalisieren. Sehr zum Argwohn der Schweizer Fleischproduzenten, die deshalb seit längerem versuchen, «Schweizer Fleisch» mit Qualitätslabels aufzuwerten. Studien belegen, dass verschiedene auf dem Markt erhältliche Labels Akzente setzen können. Konsumenten sind bereit, einen höheren Preis zu bezahlen, wenn sie dafür eine entsprechende Produktequalität erhalten. Art der Aufzucht, Fütterung und Schlachtung sind bei Schweizer Verbrauchern nicht unwichtig. Nun macht Bell seine Geflügelprodukte und die tiergerechte Haltung zum Thema. Der grösste Schweizer Fleischproduzent lanciert eine Kampagne für die neue Marke Bell Poulet Suisse. «Diese Sparte hat Bell lange Zeit vernachlässigt», sagt Alban Haas von Bluespirit. Die Zürcher Agentur hat für den Fleischlieferanten den neuen Markenauftritt entwickelt. Um die Qualitätswerte den Konsumenten zu kommunizieren, setzt Bluespirit auf Swissness. In TV-Spots und Printanzeigen überraschen Schweizer Hühner mit ihren charmanten Schweizer Eigenarten – dem Jodeln zum Sonnenaufgang oder der Selbstverständlichkeit, die Landesfahne zu hissen. Leicht überzogen soll die neue Marke Bell Poulet Suisse unter dem Motto «Eifach äs bizeli schwiizerischer» damit den Beweis für beste Schweizer Geflügelqualität aus tierfreundlicher Stallhaltung und garantierte Schweizer Herkunft erbringen.
Statt echte Hühner zeigen die Spots 3D-Animationen. «Eine Dressur hätte zu lange gedauert», sagt Haas. Die Spots wurden mit Condor Films und dem in Zürich ansässigen Motion Design Studio Boutiq verwirklicht. «Ziel und Anspruch waren ein glaubhafter Look der Animationen in einem natürlichen Umfeld», so Alban Haas. Regie führte Mike Huber, der sich im Spielfilmbereich einen Namen gemacht und als Partner der Boutiq schon bei zahlreichen Animationsspots Pate gestanden hat. Für die akustische Authentizität wurde auf einen Europameister im Jodeln gesetzt. Die Bell-Poulet-Suisse-Kampagne wird im TV, Print, am POS und online zu sehen sein. Über bell.ch können sich User auf spielerische Art einen Eindruck von der neuen Marke machen, die Hühner für sich jodeln lassen oder sie als Virales per E-Mail versenden.
 
Christian Lüscher
 

Mobilezone sponsert Schweizer Fussball

Sport Die Mobilezone ist neuer Sponsor der Axpo Super League, der höchsten Fussball-Liga der Schweiz. Die führende Handy-Ladenkette der Schweiz ist ab Beginn der Saison 2008/09 in allen Stadien der zehn Clubs auf den Banden sichtbar.

  
Sport Die Mobilezone ist neuer Sponsor der Axpo Super League, der höchsten Fussball-Liga der Schweiz. Die führende Handy-Ladenkette der Schweiz ist ab Beginn der Saison 2008/09 in allen Stadien der zehn Clubs auf den Banden sichtbar und nutzt das nationale Interesse am schweizerischen Top-Fussball. Der Vertragsabschluss erfolgte über die International Sports Agency, der offiziellen Vermarktungspartnerin der Swiss Football League.

Müller Martini investiert

Unternehmen II Die in Felben TG ansässige Müller Martini Buchbinde-System AG hat seit 2006 15 Millionen Franken in Maschinen und Gebäude investiert und einen wesentlichen Teil des Maschinenparks modernisiert.

 
Unternehmen II Die in Felben TG ansässige Müller Martini Buchbinde-System AG hat seit 2006 15 Millionen Franken in Maschinen und Gebäude investiert und einen wesentlichen Teil des Maschinenparks modernisiert. Das Unternehmen mit einem Weltmarktanteil von 50 Prozent will damit die Teilefertigung effizienter und kostengünstiger gestalten sowie schneller auf Kundenbedürfnisse reagieren können. Buchbindesysteme von Müller Martini werden zur Klebebindung von Büchern, Magazinen und Katalogen verwendet und zu 97 Prozent exportiert.

Neuer Direktor

Unternehmen I David Ziltener (38) ist neuer Direktor des Geschäftsbereiches Xerox Global Services (XGS) bei Xerox Schweiz.

 
Unternehmen I David Ziltener (38) ist neuer Direktor des Geschäftsbereiches Xerox Global Services (XGS) bei Xerox Schweiz. Ziltener, der zuletzt bei der Swisscom für das ICT-Outsourcing von Schweizer Grosskunden zuständig war, ist bei Xerox verantwortlich für den gesamten Dokumenten- und Outsourcing-Service in der Schweiz.

Äpfel von AA

Airlines Flüge nach New York sind derzeit besonders billig. Um die aktuellen Spezialtarife zu kommunizieren, greift American Airlines auf eine Guerilla-Taktik zurück.

 
Airlines Flüge nach New York sind derzeit besonders billig. Um die aktuellen Spezialtarife zu kommunizieren, greift American Airlines auf eine Guerilla-Taktik zurück. Früh morgens liess die grösste US-Fluggesellschaft in Zürich Äpfel verteilen, auf denen die reingeschnitzte Botschaft zu lesen war: «www.americanairlines.ch – Der einfachste Weg zum Big Apple». Von Zürich aus fliegt American Airlines täglich non-stop in den «Big Apple», die Reise nach New York könnte also nicht einfacher sein. Das Unternehmen dürfte mit der Aktion auch etwas gegen das schlechte Image getan haben. In den vergangenen Tagen sorgte die Fluggesellschaft für negative Schlagzeilen, weil Hunderte Flüge annulliert wurden.

Der automatische Sonnenschutz

Heim Den besten Sonnenschutz geniesst, wer im Schatten bleibt. Griesser sorgt dafür, dass es auch an heissen Tagen ausreichend davon gibt.

 
 
Heim Den besten Sonnenschutz geniesst, wer im Schatten bleibt. Griesser sorgt dafür, dass es auch an heissen Tagen ausreichend davon gibt. Beim Schweizer Marktleader für Storen und Rollladen fahren die Sonnenschutzsysteme nämlich automatisch rein und raus, ohne dass man sich um etwas kümmern muss. Die Kampagne wird in Fachzeitschriften, die von Eigenheimbewohnern gelesen werden, publiziert.

Kopf der Woche: Der Verpacker

Röné Bringold will mit seiner Agentur D’SIGN Bringold & Cueni die Verpackung noch mehr als das wichtigste Werbeinstrument am POS positionieren.

 
Röné Bringold will mit seiner Agentur D’SIGN Bringold & Cueni die Verpackung noch mehr als das wichtigste Werbeinstrument am POS positionieren. 
 
«Den eingeschlagenen Weg zielstrebig verfolgen und dabei doch nicht auf ausgetretene Pfade geraten»: Das ist der Anspruch für D’SIGN Bringold & Cueni AG in Biel-Benken. Die Agentur als eine der schweizweit grössten und international tätigen Design-Agenturen schreibt seit 25 Jahren «erfolgreiche VerpackungsDesign-Geschichte».Rund 70 Prozent der Arbeit bei D’SIGN ist Packaging und Brand Design. Aber einige Kunden lassen in der Agentur auch gleich noch ihr Corporate Design oder bei Gelegenheit ein Plakat, Display, Flyers und neu natürlich auch Webdesign gestalten.
Alle Aufträge laufen direkt zwischen der Agentur und den Kunden ab. Im Idealfall kommt D’SIGN bei grossen Projekten oder einem Relaunch bereits beim Briefing mit ins Spiel, zusammen mit einer Werbeagentur. Dabei ist Bringold immer wieder überrascht, wie die Verpackung fälschlicherweise positioniert ist. «Die Verpackung wird oft unterschätzt. Dabei ist sie am POS der letzte entscheidende Faktor.»
Gerade bei Produkten, wo wenig Werbebudget vorhanden ist, zum Beispiel bei Eigenmarken, sei es deshalb umso wichtiger, dass das Verpackungsdesign «funktioniert und gut ist». Eine neue Lösung für ein Verpackungs-Design ist auch nicht nur für ein oder zwei Jahre gedacht, sondern muss im Markt in der Regel drei bis fünf Jahre bestehen können, bis es wieder eine neue Überarbeitung gibt. «Früher waren es bis acht Jahre, aber der Zyklus ist kürzer geworden.»
Und wohin laufen die Trends? Beim Food ist es sehr wichtig, dass das Produkt möglichst mit einem Serviervorschlag abgebildet wird. «Man muss dem Konsumenten zeigen: Was kann ich mit diesem Produkt machen.» Nur ein Reisbeutel abbilden, verkauft sich heute nicht mehr – ausser es sei zum Beispiel eine entsprechend hoch positionierte Spezialität.
Der Konsument geht ja nicht mit der Absicht in den Laden, einen Reis der Marke Arborio oder zum Beispiel Floralp-Butter zu kaufen. «Er schreibt sich auf den Einkaufszettel Reis und Butter und nimmt dann die schönste Packung», weiss Bringold.  Weil der Konsument den Kaufentscheid effektiv im Laden macht, muss ihn die Verpackung ansprechen. «Er muss wegen der Verpackung vor dem Gestell stehen bleiben.»
Food-Fotografie und gekonnte Retouchen sind «die halbe Miete der Verpackung». Die Kunden sind hier sehr sensibilisiert von schön gestalteten Kochbüchern oder kunstvoll fotografierten Life-Style-Magazinen. «Gekonnt hingeschmissen ist heute in. Das spüren wir auch beim Gestalten einer Verpackung.» Diese muss ein modernes und frisches Lebensgefühl transportieren. Die Formen sind dabei meistens beschränkt auf Funktionalität. Im Kosmetikbereich ist die Form aber wichtiger als beim Food. Beim Food seien die Formen hingegen «generell weiblicher geworden. Auch die Materialien, Typografie und Ästhetik.»
Ein wichtiger Teil der Arbeit bei D’SIGN ist die Markenarchitektur. Wenn eine Marke mehrere Subbrands hat, müssen durchgestylte Lösungen gefunden werden. Solche Aufgaben stellen sich vor allem bei Hengstenberg, einem Grosskunden im Portfolio von D’SIGN aus Deutschland.
Dieses Unternehmen aus Süddeutschland ist mit Sauerkraut gross geworden. Von der klassischen Sauerkrautbüchse werden heute allein in Deutschland 40 Millionen Stück pro Jahr verkauft. Jeder zweite Haushalt hat theoretisch eine solche Büchse. Diese ist von Bringold designed worden. Macht ihn das manchmal auch stolz? «Es ist tatsächlich kein schlechtes Gefühl, in einem Laden zu stehen und vielleicht 30 Produkte zu entdecken, die man selber gestaltet hat», freut sich Bringold über den Erfolg seines Wirkens. Er sieht sich aber klar als Handwerker. «Wir machen Kunsthandwerk und keine Kunst.»
Ein wichtiger Kunde in der Schweiz ist Ricola. Hier wirkt Bringolds Atelier schon seit 23 Jahren als  Lead-Agentur für das Design. In dieser Zeit hat die Verpackung «viel gewechselt, aber immer nur in kleinen Schritten».
D’SIGN arbeitet auch viel für Coop mit Qualité et Prix und der neuen Positionierung der Eigenmarken. Das Design des Grossverteilers ist aber aufgeteilt auf fünf grosse Agenturen in der Schweiz. «Das bedeutet: kein Klumpenrisiko für beide.»
D’SIGN liefert Druckdaten, sämtliche Unterlagen sowie fixfertige Reinzeichnungen. Man kann dem Kunden die gewünschte Qualität für sämtliche Arbeitsschritte von A bis Z garantieren. Englische Staragenturen machen zum Teil nur das Design, ebenso wie einige Werbeagenturen. Für Bringold ist sein Full Service deshalb ein Argument, wieso seine Arbeit auch international gefragt ist.
40 bis 60 Prozent der Auslastung kommen bei D’SIGN aus Deutschland. Da fühlt sich Bringold im Dreiländereck auch geografisch ideal positioniert. Zum internationalen Geschäft gehören aber auch länderspezifische Verpackungen für ganz Europa, Taiwan, Singapur, China. Ricola wird in 120 Länder geliefert, Hengstenberg auch bereits in 40.
Insgesamt arbeiten bei D’SIGN 15 Leute in den drei Sparten Administration, Produktion und Grafik. D’SIGN bildet auch selber Grafiker aus. Ein Anliegen, das Bringold besonders wichtig ist.
Röné Bringold selber ist in fünf verschiedenen Berufen tätig. Er kommt aus der Druckereibranche, hat sich am Sawi als Werbeassistent weiter gebildet, machte auch eine Ausbildung als Reprofotograf sowie als typografischer Gestalter. Vor 25 Jahren hat er seine eigene Agentur gegründet als «Atelier für klassische Werbegrafik». Vorher wirkte er auf Kundenseite in verschiedenen Unternehmen, zuletzt zwei Jahre als Werbeleiter bei Knauf Schweiz, einer Handelsfirma mit Produkten für den Innenausbau.
Der erste grosse Kunde war Ricola – und der ist bis heute geblieben. So ist Bringold «sukzessive ins Packaging-Design reingekommen». Zuerst als Ein-Mann-Firma. Dann musste er immer weiter ausbauen, als sich auch noch Gaba, Elmex, Aronal und Coop zu den Kunden gesellten. Parallel dazu führte er zu Beginn noch eine ASW-Agentur.
Vor zwölf Jahren, als die Agentur auch schon ein rundes Dutzend Mitarbeiter beschäftigte, kam Christian Cueni als Partner dazu. Cueni wirkte vorher bei Schmidlin und Partner in Reinach, später bekannt als Futurebrand, einer Tochter von McCann-Erickson. Die ehemals grösste Packaging-Design-Agentur Europas gibt es heute nicht mehr.
Die früheren Gestalter Röné Bringold und Christian Cueni sind heute vor allem Manager. Beide sind aber regelmässig auch am kreativen Arbeitsprozess beteiligt. Das sei auch ein Grund, wieso viele Kunden explizit zu D’SIGN kommen.
Ein wichtiges Kundenargument bei D’SIGN sind auch die regelmässigen Workshops. Dort lernen Marketingleute, wie Druckunterlagen gehandelt werden müssen – «Was sind offene Dateien? Wieso kann eine Word-Datei nicht in eine Reinzeichnung platziert werden?» Mehr als 280 Interessierte haben bis jetzt diese Kurse bei D’SIGN besucht. Damit positioniert sich die Agentur erfolgreich auch als «Schnittstelle zwischen Design und Marketing».
Die private Seite von Röné Bringold kann man auf seiner Website www.bringold.com kennen lernen. Dort stellt er vor allem seine eigenen Fotografien ins Netz. Das Jagen von Bildern in aller Welt bezeichnet er als seine grosse Leidenschaft. Mit seinen eigenen Fotos hat er bereits sechs Ausstellungen gestalten können. Dazu kommt die Freude am Jazz. Bringold gehört zum Stiftungsrat des Jazzfestivals Basel – und hat natürlich für diesen Event auch schon diverse Plakate gestaltet sowie den Relaunch zur Festival-Marke «off beat» durchgezogen.
Andreas Panzeri

Sang- und klanglos untergegangen

Award Beim Deutschen Dialogmarketing-Preis (ddp) in Berlin gab es keine einzige Medaille für die Schweiz.

 
Award Beim Deutschen Dialogmarketing-Preis (ddp) in Berlin gab es keine einzige Medaille für die Schweiz. 
Gelbe Karte für die Schweizer Agenturen: Beim Deutschen Dialogmarketing-Preis 2008 gab es nicht nur keine Medaille, sondern auch Kritik an der Passivität der Helveten. «Wir sind enttäuscht über den Response unserer internationalen Ausschreibung», sagte Michael Koch, Jurypräsident des Deutschen Dialogmarketing-Preises (ddp) und Geschäftsführer bei OgilvyOne Worldwide in Frankfurt. Dem Vorsitzenden ist die mangelnde Teilnahme der Schweizer an einem der renommiertesten Dialog-Wettbewerbe Europas «völlig schleierhaft». «Aus Österreich», so Koch, «gab es Beschwerden über 1’000 Euro, die zusätzlich fällig werden, wenn eine Kampagne entweder eine Medaille bekommt oder ausgezeichnet wird.» Aber das sei ein Unkostenbeitrag, der für eine aktuelle Buchveröffentlichung fällig werde.
Weil von den Schweizer und den österreichischen Dialogagenturen nur wenig Post an die Jury des Deutschen Dialogmarketing Verbandes (DDV) gelangte, gab es auch nicht viel auszuzeichnen. Andere Kategorien wie «Kundenbindung», «Mailing» oder «Digitale Medien» feierten zwei Goldmedaillen. Dagegen blieb die internationale Rubrik «D-A-CH» ohne Goldgewinner.
Negativrekord«Wir sind traurig, dass aus der Schweiz und aus Österreich nur 21 Kampagnen eingereicht wurden», beschrieb DDV-Präsident Dieter Weng den absoluten Negativrekord.
Nichts desto trotz war es die Wiener Agentur PKP proximity, die mit Silber («How oh») und Bronze («smartam Zug!») für den Kunden ÖBB-Personenverkehr AG in der internationalen Kategorie punkten konnte. Zwei Agenturen aus der Schweiz fielen immerhin mit je einer Auszeichnung positiv auf und schafften es auf die Shortlist.
Belobigt wurde von der Jury die Agentur am Flughafen AG, die für den Textilverband Schweiz ein mehrstufiges Mailing konzipierte. Ziel war es, qualifizierten Nachwuchs für die Textilindustrie zu akquirieren. Dies erfolgte über eine gezielte Ansprache und Informationen an Lehrer der Oberstufe. Die Jury fand Ansatz und Ausführung gut, zumal die Response-Quote für die Dialog-Aktion bei 1’200 Aussendungen 15 Prozent betrug.
Ebenfalls berücksichtigte die Jury die Arbeit von Publicis Dialog für den Kunden Hewlett-Packard Schweiz. Unter dem Titel «HP Lupen-Mailing» ging es darum, Schweizer Kunden für effiziente Druckerlösungen aus dem Haus HP zu sensibilisieren. Publicis entwickelte eine ansprechende Box, in der ein winziges Anschreiben war, das man nur mit der beigefügten Lupe lesen konnte: «Sparen Sie im Kleinen…» Auch in diesem Fall erkannten die Juroren den Response-Erfolg der Aktion an. Innerhalb von zehn Tagen hatten sich 28 Präsentationstermine vor Ort ergeben.
Die Teilnehmerzahl aus Österreich und der Schweiz für die internationale Kategorie DACH hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als halbiert. Noch 2005 reichten 56 Agenturen für diese Sparte beim ddp ein. Damals gewann Lowe Direct Bronze. Im Jahre 2006 holte sich OgilvyOne Silber, und im vergangenen Jahr gab es ebenfalls Bronze für die Schweizer Werbeagentur Fisch.Meier.Direkt/Publicis und ihre Arbeit für Saab.
Teilnehmer sensibilisierenDDV-Präsident Weng und ddp-Juryvorstand Koch wollen nun mit Schwerpunktaktionen und im persönlichen Kontakt die Schweizer und österreichischen Dialogagenturen für den ddp sensibilisieren. «Der Deutsche Dialogmarketing Verband ist heute der grösste nationale Zusammenschluss von Dialogmarketing-Unternehmen in Europa und einer der Spitzenverbände der Kommunikationswirtschaft. Wir sind offen für Kooperationen», sagte Weng. «Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen, zumal das Dialogmarketing zunehmend an Bedeutung gewinnt.»
Diesen Trend bestätigen die deutschen Dialogagenturen. Diesmal beteiligten sich mit 126 Unternehmen so viele Agenturen wie nie zuvor. Insgesamt 628 Arbeiten standen zur Bewertung (2006 waren es 728). Mit der Vergabe von 15 Gold-, 14 Silber- und 21 Bronze-Trophäen sowie 46 Auszeichnungen (Shortlist) zeige der aktuelle Jahrgang, so Juryvorsitzender Koch, «eine sehr hohe Qualität. Bei weniger Einreichungen haben wir im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr Gold verliehen.»
Den Titel «Beste Dialogagentur» konnte OgilvyOne Worldwide verteidigen. Die Kreativen erzielten insgesamt 62 Punkte und distanzierten ihre Verfolger Heye, 121 (27 Punkte) und DDB Germany (21) um Längen.
Doch den grössten Applaus des Abends kassierte nicht Dauersieger OgilvyOne, sondern DDB Germany. Die Dialogagentur mit Sitz in Hamburg und Berlin gewann den Grand Prix «Best in Show» für die bereits mehrfach ausgezeichnete Volkswagen-Kampagne mit dem kauzigen Lokaljournalisten Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling. «Keine Kampagne zeigt eindrucksvoller, wie sich das Dialogmarketing durch die digitalen Medien verändert hat und welche Möglichkeiten sich hier bieten», begründete Michael Koch die Entscheidung für Horst Schlämmer.
Über den Kundenpreis «Eddi», der bereits zum 15. Mal vergeben wurde, freute sich Procter & Gamble. Die Goldmedaille beim Junior Creative Award gewann Leo Burnett Frankfurt. Alle beim ddp 2008 ausgezeichneten Kampagnen und Arbeiten erscheinen im ddp-Jahrbuch, das im Mai im Bonner Varus-Verlag zum Preis von 50 Euro erscheint.
 
Peter Ehm, München
 

 
Mitgliederschwund gestopptAn der DDV-Mitgliederversammlung
, die vor der Gala-Veranstaltung ebenfalls in Berlin stattfand, wurde Präsident Dieter Weng mit grosser Mehrheit für die kommenden drei Jahre wiedergewählt. Der ehemalige Reemtsma-Vorstand hatte den Verband aus einem wirtschaftlichen und medialen Tief geholt. Der seit 2002 anhaltende Mitgliederschwund konnte im vergangenen Jahr gestoppt werden. Der Verband zählt derzeit 754 Mitglieder, allein seit Jahresbeginn kamen 15 Unternehmen und Agenturen neu hinzu. Auf seiner Versammlung beschloss der DDV ausserdem eine Namensänderung: Der Deutsche Direktmarketing Verband heisst nun Deutscher Dialogmarketing Verband. (pe)
 
 

Wenn es Nacht wird, fährt der Zug mit den Fledermäusen ein

Aussenwerbung Der ZVV und die ZKB bringen zusammen mit KSB/SJ das Nachtnetz mit einem Riesencomic ins Gespräch.

 
Aussenwerbung Der ZVV und die ZKB bringen zusammen mit KSB/SJ das Nachtnetz mit einem Riesencomic ins Gespräch.  
  
 
 
 
 
 
 
Rund um die Uhr werden während der Fussball-Europameisterschaft S-Bahnen und Busse verkehren. Nachts kommen Fans speziell auf ihre Kosten. Dank einem Sponsoring der Zürcher Kantonalbank verzichtet der Zürcher Verkehrsverbund die ganze Euro 08 durch auf die Erhebung des Nachtzuschlags von fünf Franken. Im Gegenzug erhält die ZKB vom ZVV die grösste Werbefläche der Schweiz, die anlässlich einer Medienkonferenz am 10. April im Hauptbahnhof Zürich offiziell präsentiert wurde.
Dabei handelt es sich um zwei je 100 Meter lange Zugskompositionen, die auf der ganzen Länge eine nächtliche Landschaft im Comic-Stil zeigen. Die Nachtwelt präsentiert die Skyline Zürichs und unzählige Fledermäuse, angeführt von einer Riesenfledermaus an der Spitze der Lokomotive. Das werberische Highlight hat die Zürcher Agentur Krieg Schlupp Bürge/Springer & Jacoby (KSB/SJ) realisiert. Die beiden Zugskompositionen werden ein ganzes Jahr lang auf dem S-Bahn-Netz im gesamten Grossraum Zürich unterwegs sein.
Star der ComicszeneFür die Kreation des Zuges wurde der Luzerner Comiczeichner Melk Thalmann beauftragt. Der 1967 geborene Zeichner gehört zu den frühen und sehr erfolgreichen Vertretern der Schweizer Comicszene. Bereits 1989, während seiner Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern, veröffentlichte Thalmann seinen Erstling «Kommissar Roggenmoser, ein schwieriger Fall». Im Jahr 2001 erhielt er von der Stadt Luzern ein Stipendium für ein Werkjahr in Chicago.
Stilistisch fühlt sich Melk Thalmann dem modernen US-Abenteuercomic verbunden und hat daraus einen eigenen Stil entwickelt. Im Jahr 2005 veröffentlichte er den Comicband «Zwischenfall», eine spannende und gleichzeitig schräge Agentengeschichte vor dem historischen Hintergrund schweizerischer Bemühungen um die Atombombe in den Sechzigerjahren. Dank dieser Publikation gewann Melk Thalmann 2005 den Kultur-Anerkennungspreis der Stadt Luzern.
Der passionierte Zeichner arbeitet seit 17 Jahren auch als freischaffender Illustrator für Presse und Werbung. Zu seinen Highlights gehören Cover-Illustrationen für das Wirtschaftsmagazin Bilanz und das 2007 eingestampfte Nachrichtenmagazin Facts. Gelegentlich tauchen auch Illustrationen in der Sonntagspresse auf, die seine Handschrift tragen.
Papier und Bleistift statt PCEntstanden sei der Nachtwelt-Comic für den ZVV nicht am Computer, wie Thalmann sagt, sondern auf Papier, gezeichnet mit Bleistift. Die Entwürfe wurden später dann mit Pinsel und Tuschfarbe gefärbt und anschliessend eingescannt. Am Computer wurden die Farben bearbeitet und der Zeichnung der Feinschliff gegeben. Für Melk Thalmann war das Plakat im Zugformat Neuland und eine besondere Herausforderung, weil die extreme Länge ihre Tücken hat. So musste der Künstler Sicherheitsvorschriften des ZVV und die Zugsarchitektur berücksichtigen. Für den passionierten Comiczeichner war die Fertigung des Zugplakates deshalb auch sehr anspruchsvoll, weil die Auftraggeber eine Inszenierung wollten, die aus der Ferne und aus kurzer Distanz erkennbar ist. Aus diesem Grund habe man gegen aussen auf die grossen Fledermäuse und im Türbereich auf den «Wühlbildcharakter» gesetzt. Im Türbereich hat das «längste Plakat der Schweiz» für den aufmerksamen Betrachter so einige Überraschungen bereit.
Zeichnete sich bereits die aktuelle Plakat- und Anzeigenkampagne des ZVV durch eine Vielzahl von Anspielungen und geheimen Botschaften aus, besticht die Zugwerbung durch diverse «Special Effects». Öffnen sich die Türen, so bewegen sich einzelne Fledermäuse oder neue Flattertiere entstehen. Nicht nur Melk Thalmann zählt das Werk für das ZKB-Nachtnetz zu seinem Karrierehöhepunkt. Auch Daniel Krieg von KSB/SJ wertet die Arbeit als Highlight seines bisherigen Schaffens: «Nach einem solchen Projekt müsste ich als Werber eigentlich in den Ruhestand treten.»
Wandelbarer SloganAnfänglich werden die beiden Züge für das ZKB-Nachtnetz werben, das während der Fussball-EM 08 ausnahmsweise Nacht für Nacht in Betrieb sein wird. Der Slogan wird «Damit du da bist, wo deine Fussball-Nacht ist» heissen. Anschliessend werden die Züge dann mit «Damit du da bist, wo deine Nacht ist» für den Rest des Jahres unterwegs sein. Noch eine ganze Reihe von weiteren Werbemitteln wird die Fussballfans sowie alle, die dem Fussballrummel im Juni lieber ausweichen wollen, begleiten: Anzeigen, Busbeschriftungen, Kleinplakate in Tram, Bus und S-Bahn, Ticketautomatenkleber sowie Infobroschüren für Fussball-EM-Gäste und ZVV-Stammkunden.
KSB/SJ zieht Feldermaus-Idee weiterSeit 2002 der Zürcher Verkehrsverbund das Nachtnetz betreibt, ist die Fledermaus Begleiterin jeder Kampagne. Unter dem Motto «Leben wie die Fledermaus – erst rumflattern, dann abhängen» kommuniziert der ZVV das Nachtangebot. Im Zentrum der Kampagne stehen beziehungsweise hängen die Heimreisenden in den S-Bahn-Waggons. Und vom wild romantischen Image des berühmtesten nachtaktiven Geschöpfs will sich der ZVV nicht trennen. Trotz des Agenturwechsels im September 2007, neu ist KSB/SJ statt Publicis für die kommunikativen Belange zuständig, hält der ZVV am Flattertier fest. Daniel Krieg von KSB/SJ: «Es ist nur richtig, dass wir die Kernidee weiter ziehen.» Zusammen mit Jean-Etienne Aebi gehört Daniel Krieg zu den Schöpfern der ZVV-Fledermaus.
 
Christian Lüscher
 

ZVV ist rund um die Uhr unterwegsMit 1’400 S-Bahn-Extrazügen,
2’000 Extrabussen und -trams will der ZVV dafür sorgen, dass während der Euro 08 im öffentlichen Verkehr alles rund läuft. Es werden mehr als eine Million Besucher erwartet. Diese sollen sich zu jeder Tages- und Nachtzeit mit S-Bahnen und Bussen bewegen können. Die Anreise soll grundsätzlich auf den Verbindungen des bestehenden Tagesnetzes erfolgen. Der ZVV setzt während der Euro täglich rund 250 Personen zusätzlich ein. An Spieltagen kommen weitere 100 Angestellte der städtischen Verkehrsbetriebe (VBZ) dazu. Die Zusatzkosten für die Euro schätzt ZVV-Direktor Franz Kagerbauer auf 4,4 Millionen Franken. Etwa die Hälfte des Betrags dürfte die ZKB mit der Übernahme des Nachtzuschlags übernehmen. (cl)

Die Liebe kurz erklärt

Möbel Die Liebe ist ein unerschöpfliches Thema. Wie man dieses in 25 Sekunden abhandeln kann, zeigt die Agentur Angelink in einem TV-Spot für Möbel Gallati.

 
Möbel Die Liebe ist ein unerschöpfliches Thema. Wie man dieses in 25 Sekunden abhandeln kann, zeigt die Agentur Angelink in einem TV-Spot für Möbel Gallati. Der Spot beobachtet ein verliebtes Paar in den Ausstellungsräumen des Sihlbrugger Einrichtungshauses und beschreibt dazu im Off-Text den prototypischen Verlauf einer amourösen Verbindung. Dass sich Möbel Gallati in diesem Zusammenhang als Ausstattungspartner empfiehlt, kommt sympathisch unaufdringlich zur Geltung. Der Spot läuft im Regionalfernsehen auf Tele Tell und Tele Züri. 

Effekte zum Fühlen

Veredelung Wertigkeit und Attraktivität von Drucksachen lassen sich durch den Prägedruck sichtbar verstärken. Mit ihren Prägetechniken bietet die Prävag fühl- und sichtbare Erlebnisse.

 
Veredelung Wertigkeit und Attraktivität von Drucksachen lassen sich durch den Prägedruck sichtbar verstärken. Mit ihren Prägetechniken bietet die Prävag fühl- und sichtbare Erlebnisse. 
Hochwertige Produkte sind gefragt, der Markt für Premiumprodukte entwickelt sich zu einem Wachstumsmarkt. Es verwundert deshalb nicht, dass Printprodukte und Verpackungen immer aufwändiger veredelt werden. Motive fühlbar zu machen und damit haptische Effekte zu erzielen, ermöglichen unter anderem Prägetechniken. Die in Köniz-Bern ansässige Prävag Prägedruck + Veredelung AG bietet seit mehr als 15 Jahren ein umfassendes Leistungsspektrum rund um den Prägedruck.Spezialistin für Prägetechnik«Wir verstehen uns als Prägedruckspezialistin, die ihren Kunden die verschiedenen Prägetechniken anbieten kann und über die entsprechende Technik und ein umfassendes Know-how verfügt», sagt Geschäftsleiter Walter Giger. Zu den typischen Prägedruckverfahren zählt etwa die klassische Blindprägung. Als Ergebnis entsteht ein farbloses, sehr naturgetreues Relief.
Charakteristisch dafür sind die Erhöhungen und Vertiefungen auf dem Druckgut. «Mit Blindprägung lassen sich einfache, aber auch sehr komplexe und grossflächige Sujets herstellen», erklärt Giger. Blindprägungen werden vielfach für die Darstellung von Wappen, Logos und Signeten verwendet, sei es auf Visitenkarten, Geschäftspapier oder auch auf der Titelseite von Jahresberichten.
Attraktiver PrägefoliendruckEin weiteres Verfahren, das zunehmend im Verpackungsbereich eingesetzt wird, ist der Prägefoliendruck. Neuentwicklungen und Verbesserungen im Folienbereich haben zur Attraktivität des Prägefoliendrucks beigetragen. Typisch für das Verfahren ist der metallische Glanz, der sich nicht nur mittels Gold und Silber, sondern auch durch viele andere, vorgegebene Farbtöne erzielen lässt.
Die Verwendung von nichtmetallisierter Mattfolie ermöglicht zudem Spezialeffekte. Für die Gravur wird eine mechanisch oder chemisch bearbeitete 7-mm-Magnesium- oder -Messingplatte verwendet. Für die Auswahl des Materials sind Druckbild und Auflage entscheidend. Der erhöhte Teil der auf 100 bis 200 Grad erwärmten Gravur löst den Folienfilm vom Trägermaterial und presst ihn gleichzeitig auf das Druckgut. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Prägefoliendruck mit einem Relief zu versehen, um die haptische Wirkung weiter zu verstärken.
Die feinste Form der Verformung ist das Microembossing, ebenfalls ein Prägefoliendruck. Dafür ist jedoch keine Gegenform wie bei einem Relief erforderlich, da hierbei nur die Oberfläche der Folie verformt wird. Der besondere Effekt bei diesem Verfahren ist die kybernetische Wirkung durch die Lichtbrechung der Oberflächenstruktur bei Veränderung des Blickwinkels.
Gefragte SicherheitslösungenÜber besonderes Know-how verfügt die Prävag auch im Hologrammbereich. Holografische Effekte entstehen dabei durch die Verwendung verschiedener Prägestempel und Diffraktionsfolien oder auch durch die Kombination verschiedener Hologrammarten. «Hologramme werden heute vor allem bei hochwertigen Markenartikeln, im Pharmabereich sowie bei Wertpapieren zum Schutz vor Fälschungen eingesetzt, oder auch als Eycatcher», sagt Giger. Weil heute immer mehr Produkte gefälscht werden, sind effiziente Sicherheitslösungen auf Hologrammbasis ein zunehmend wichtiges Thema.
Das Know-how der Prävag wird von Werbeagenturen, Marketingspezialisten, Grafikateliers und vor allem von der grafischen Industrie genutzt. «Wir übernehmen als Lohnveredler sehr oft Aufträge von Druckereien und Verpackungsunternehmen, die diese nicht selbst ausführen können», so Giger. «Das macht für alle Beteiligten Sinn. Viele Firmen, die ihre Drucksachen noch vor einigen Jahren selbst geprägt haben, greifen heute auf uns zurück.»
Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Zum einen verfügen solche Firmen nicht über die Prägesysteme, die für diese Aufträge notwendig sind. Zum anderen ist es die Komplexität eines Sujets, das sehr oft ein umfassendes Präge-Know-how verlangt, um die Qualitätsanforderungen des Kunden zu erfüllen. Dafür sind nicht nur produktions-, sondern auch materialtechnische Kenntnisse erforderlich. «So müssen wir in der Lage sein, mit den vom Kunden angelieferten vorbedruckten Produkten umzugehen, und auch über Kenntnisse im Folienbereich verfügen. Wir verstehen uns deshalb als Problemlöserin für komplizierte und anspruchsvolle Einzelaufträge», sagt Giger. «Darüber hinaus sind wir auf Grund der vorhandenen Technik, etwa einer Foliendruck-Bogenrotation-Steuer-Foil-Jet FBR 104, auch in der Lage, Grossaufträge im Bereich von 500’000 bis 1 Million Bögen schnell und kostengünstig zu produzieren. Auf der Anlage können bis zu 10’000 Bögen/Stunde im Format 72 x 104 cm geprägt werden.»
Wachsender Food-SektorHochveredelte Produkte liegen im Trend. Davon profitiert auch die Prävag. Besonders im Food-Bereich werden immer mehr Premiumlinien lanciert, die sich mit einem hochwertigen Auftritt am POS präsentieren müssen, weiss Giger. Neben Kosmetikverpackungen wird der Prägefoliendruck vor allem bei Verpackungen für Kaffee, Tabakwaren, Süsswaren sowie bei Etiketten für alkoholische Getränke eingesetzt. Aber auch im Printbereich, bei Katalogen für Luxusartikel und bei Zeitschriften werden die Möglichkeiten dieser Veredelungstechniken genutzt.
Ein wachsender Bereich ist der Wertpapiersektor. Während sich an den Prägedruckverfahren wenig geändert hat, sind es vor allem schnellere Prägedruckmaschinen, präzisere Werkzeugherstellung durch CNC-Technologie und Verbesserungen im Folienbereich, die heute auch eine kostengünstige Produktion von Grossauflagen und damit die Erschliessung neuer Marktsegmente ermöglichen.
Sabine Flachsmann
QualitätszirkelDer Arbeitskreis Prägefolien Druck e. V.
ist ein Zusammenschluss von leistungsfähigen Verfahrensanwendern und Zulieferern rund um den Prägedruck. Zu den Zielen gehören die Erarbeitung übergreifender Kenntnisse, Information und Kommunikation des Verfahrens, Qualitäts- und Innovationsgemeinschaft als allgemeines Anliegen, Promotion des Veredelungsverfahrens mit seinen prägenden Anliegen, Beratungskompetenz, Verfahrenstechnologie, Themen des Umweltschutzes, Fachvorträge, Seminare, Workshops für Gestalter und Marketing bzw. Schulung der Nachwuchskräfte. Auf können sich Interessenten einen Überblick über die einzelnen Prägedruckverfahren verschaffen. (sf)
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