Frauenmagazin Sandra Stella Triebl, Initiantin und Verlegerin von Ladies Drive, dem ersten Automagazin für Frauen, gibt Auskunft.
WW: Seit Jahren tendieren die Leserzahlen bei den Automobil-Zeitschriften nach unten. Trotzdem haben Sie Ende Februar Ladies Drive, ein Frauenmagazin «für Business, Cars & Lifestyle», lanciert. Warum gerade jetzt?Sandra Stella Triebl:
Eigentlich müsste man fragen, warum erst jetzt. Denn bei 70 Prozent der Autokäufe entscheiden Frauen – nicht nur über die Farbe, auch über die Marke. Das wurde bisher zu wenig beachtet. Bei vielen Frauen zeigt sich die Freude am Auto zudem anders als bei Männern, die eher technisch interessiert sind. Ich vergleiche das gern mit dem kleinen Prinzen von Saint-Exupéry, der sich fragt, warum die Menschen so häufig nach Namen, Beruf, Titel und Alter fragen, wenn sie eine neue Person kennen lernen. Für den Prinzen ist der Klang der Stimme wichtiger. Frauen haben einen ähnlichen Zugang zum Auto: Sie fragen nach dem Design, ob sie sich im Auto wohl fühlen, ob es ihrem Bedürfnis entspricht. Sie sind detailverliebter und weniger technisch. Mehr Look and Feel. Darauf gehen gängige Automagazine aber kaum ein.Wie vertreiben Sie das Heft?4’500 Exemplare verteilten wir gratis über Garagisten und Händler, 1’000 via Kiosk, 1’500 über Continental, 2’500 über Frauen-Business-Organisationen wie Nefu (Netzwerk der Einfrau-Unternehmerinnen), die Wirtschaftsfrauen oder BPW (Business Professional Women), der Rest im Direktvertrieb. So bauen wir den Abostamm langsam auf. Bisher gingen gegen 400 Abo-Bestellungen ein – mehr als ich erwartet habe.
War das Magazin wirklich nach drei Wochen vergriffen?Wie der Kioskverlauf lief, weiss ich noch nicht. Aber alle andern Hefte sind weg. Ich erhalte täglich Bestellungen, kann aber nicht mehr liefern.
Was heisst das für die Zukunft?Ich denke, dass wir künftig bis zu 2’000 Exemplare mehr drucken werden. Zudem erwägen wir ein zweimonatliches Erscheinen. Mehr liegt aber nicht drin – aus Rücksicht auf das Zeitbudget unserer Zielgruppe. Wir reden auch mit den Inserenten darüber. Klar ist: Ladies Drive soll keinen Stress auslösen. Wir machten bewusst ein hochwertiges Heft, das man gerne mehrmals zur Hand nimmt. Es nützt niemandem, wenn es bloss herumliegt.
Wie läuft Ladies Drive punkto Inserate?Die erste Ausgabe hatte 13 Inserate, in der nächsten werden es gegen 20 sein. Viele Leute aus der Autobranche sagten mir, dass sie derzeit Mode- oder Lifestyle-Medien eher den klassischen Automobilzeitschriften vorziehen. Ladies Drive baue hier eine Brücke.
Sie sollen bereits schwarze Zahlen schreiben.Tatsächlich sind sämtliche Ausgaben für Druck, Büromiete, Freelancer und Fotograf gedeckt – fürs ganze Jahr. Aber nur, weil das Kernteam, die Familie, gratis arbeitete. Nun wäre es schön, wenn auch für uns noch etwas herausschauen würde.
Interview: Markus Knöpfli
Eckdaten zu Ladies DriveDas Magazin Ladies Drive
ist Ende Februar mit 124 Seiten und einer Auflage von 11 ‚000 Exemplaren erschienen. Es richtet sich hauptsächlich an berufstätige Kaderfrauen und Unternehmerinnen mit einer Affinität zum Auto. Inhaltlich behandelt das Heft zu etwa 60 Prozent Auto-affine Themen, im Übrigen geht es um Design, Mode, Beauty, Architektur, Kunst und Kultur – immer mit einem Fokus auf Business-Frauen. Ladies Drive erscheint viermal jährlich. Preis pro Heft: 9 Franken. Das Abo kostet 30 Franken und eine 1/1-Seite vf brutto 4’800 Franken. (mk)