Bronzener Clio für Advico Young & Rubicam

Die Kampagnen von Advico Young & Rubicam entwickeln auch unter der Sonne Floridas ihre Wirkung: Für die Kampagne für Rowen Loudspeaker ist der Schweizer Agentur vor wenigen Tagen in South Beach ein bronzener Clio zugesprochen worden.

 Die Kampagnen von Advico Young & Rubicam entwickeln auch unter der Sonne Floridas ihre Wirkung: Für die Kampagne für Rowen Loudspeaker ist der Schweizer Agentur vor wenigen Tagen in South Beach ein bronzener Clio zugesprochen worden.Wie Markus Gut, der CCO der Schweizer Young & Rubicam-Gruppe, am Montag weiter vermeldete, konnte sich die Agentur ausserdem zwei Merits bei den One Show-Awards sichern. Bedacht wurde die Kampagnenarbeiten für Leica und NJP Print.

Neuer Sales Manager bei Aurum Communication

Bei der St. Galler Aurum Communication AG ist Cihan C. Cebec ab 1. Juni als Sales Manager tätig. Cebec war zuvor europaweit bei internationalen Firmen wie der Deutschen Bank Gruppe und bei Medienunternehmen tätig.

 Bei der St. Galler Aurum Communication AG ist Cihan C. Cebec ab 1. Juni als Sales Manager tätig. Cebec war zuvor europaweit bei internationalen Firmen wie der Deutschen Bank Gruppe und bei Medienunternehmen tätig, wie es in einer Mitteilung heisst. Cebec verfüge über langjährige Erfahrung in der Verkaufsleitung und Personalführung. Zu seinen Aufgaben bei Aurum gehört es, die verschiedenen Kanäle wie Promotion, Werbung und Events zu koordinieren, neue Kunden zu akquirieren und Kunden für das Unternehmenskonzept zu begeistern.

SF: Marktanteil von 61 Prozent für «Arena»

Durchschnittlich 810'000 Zuschauer haben am Freitagabend auf SF 1 die Sendung «Arena» mit Christoph Blocher und Eveline Widmer-Schlumpf zur Einbürgerungsinitiative verfolgt.

 Durchschnittlich 810’000 Zuschauer haben am Freitagabend auf SF 1 die Sendung «Arena» mit Christoph Blocher und Eveline Widmer-Schlumpf zur Einbürgerungsinitiative verfolgt. Das seien so viele wie noch nie, wie SF-Sprecher Urs Durrer am Samstag mitteilte. Die Sendung erreichte einen Marktanteil von 61 Prozent. Einen exakt gleich hohen Anteil hatte die «Arena» erst einmal registrieren können, und zwar am 5. Oktober 2001. Thema war damals das wenige Tage zuvor erfolgte Grounding der Swissair. Die Diskussion zog laut SDA 679’000 Zuschauer vor die TV-Geräte.

Niklaus Zeier ist neuer Präsident der SRG Zentralschweiz

Niklaus Zeier ist neuer Präsident der SRG Zentralschweiz. An der Delegiertenversammlung vom Samstag in Altdorf übernahm 54-jährige Kommunikationschef der Stadt Luzern das Amt von Viktor Baumeler.

 Niklaus Zeier ist neuer Präsident der SRG Zentralschweiz. An der Delegiertenversammlung vom Samstag in Altdorf übernahm der 54-jährige Kommunikationschef der Stadt Luzern das Amt von Viktor Baumeler, wie die SDA meldete. Baumeler tritt nach 13 Jahren zurück.Der ehemalige Staatsschreiber des Kantons Luzern steht seit Anfang 2008 der SRG Deutschschweiz vor und ist Verwaltungsratspräsident von Schweizer Fernsehen SF und Schweizer Radio DRS. Sein Nachfolger arbeitet seit 1995 in verschiedenen Funktionen für die SRG Zentralschweiz, zurzeit noch als Präsident der Kommission Öffentlichkeitsarbeit.

Mit rund 4’300 Mitgliedern ist die SRG Zentralschweiz die grösste Mitgliedgesellschaft der SRG Deutschschweiz. Sie besteht aus sechs kantonalen Sektionen.

Nzzdomizil.ch: Neu mit Interior Design-Magazin

Die bestehende Immobilien-Plattform Nzzdomizil.ch wurde erweitert und einem umfassenden Redesign unterzogen. Nebst Immobilien findet man auf der Site neu Informationen, Tipps und Neuheiten aus dem Bereich Interior Design.

Die bestehende Immobilien-Plattform Nzzdomizil.ch wurde erweitert und einem umfassenden Redesign unterzogen. Nebst Immobilien findet man auf der Site neu Informationen, Tipps und Neuheiten aus dem Bereich Interior Design in Form eines redaktionell bearbeiteten Online-Magazins. Im Immobilienbereich erhalten Anzeigenkunden zudem Möglichkeiten, ihre Objekte in Form von Sonderplatzierungen zu präsentieren. Dadurch würden nicht nur Aktiv- sonder auch Passivsuchende noch besser erreicht werden, heisst es in einer Medienmitteilung. Der User kann sich auf der neuen Plattform nicht nur informieren, sondern selber zum Akteur werden: Er kann Produkte bewerten, Produkte mit Begriffen assoziieren, Rezensionen schreiben, Artikel kommentieren oder Produkte in seine persönliche Hitliste aufnehmen.

Christian Lutz erhält Fotopreis

Der Fotograf Christian Lutz hat für seine Arbeit «Protokoll» den Ewz.selection-Award 2007 erhalten. Der Preis für zeitgenössische, schweizerische Fotografie ist mit 15'000 Franken dotiert und wurde zum zehnten Mal vergeben.

 Der Fotograf Christian Lutz hat für seine Arbeit «Protokoll» den Ewz.selection-Award 2007 erhalten. Der Genfer hat dafür drei Jahre lang das diplomatische Korps der Schweiz begleitet. Lutz sei es gelungen, Gesten, Situationen und Momente hautnah, überraschend und präzise festzuhalten, teilten die Organisatoren mit. Der Preis für zeitgenössische, schweizerische Fotografie ist mit 15’000 Franken dotiert und wurde zum zehnten Mal vergeben.Die weiteren Preise gingen an Betty Fleck, Zürich (Fotopreis der Vereinigung fotografischer GestalterInnen in der Kategorie «Werbung»), Fabio Biasio, Luzern (Fotopreis der Sonntagszeitung in der Kategorie «Redaktionelle Fotografie»), Nathalie Bissig, Zürich (Fotopreis von Blick in der Kategorie «Fine Arts») und Philip Schaerer, Zürich (Fotopreis des Kulturmagazins Du in der Kategorie «Free»). Die Kategoriepreise sind mit 5’000 Franken dotiert. Den Publikumspreis der Fachzeitschrift für Fotografie «Fotointern» in der Höhe von 1’000 Franken erhielt Noe Flum aus Zürich.

Die Preisverleihung fand an der Nacht der Schweizer Fotografie in Zürich statt. Im EWZ-Unterwerk Selnau wurde zugleich die Ausstellung Swiss Photography eröffnet, welche Werbe-, Kunst- und redaktionelle Fotografie zeigt.

SFLB gewinnt Clio-Silber mit Migros-Models

Erneuter Erfolg für die Migros-Models-Kampagne von Spillmann/Felser/ Leo Burnett: Die «Singels in Unterwäsche» sind bei den amerikanischen Clio-Awards mit einer Silbermedaille ausgezeichnet worden.

  Erneuter Erfolg für die Migros-Models-Kampagne von Spillmann/Felser/Leo Burnett: Die «Singels in Unterwäsche», die vor einem Jahr für die Wäsche der Migros und sich selbst warben, sind bei den amerikanischen Clio-Awards mit einer Silbermedaille ausgezeichnet worden.  

Zu guter Letzt: Eine Einkaufstasche mit teurem Inhalt

Stellen wir uns heute doch mal die unglaublich komplexe Frage, was eine Werbekampagne eigentlich für einen Sinn hat. Sie soll natürlich den Bekanntheitsgrad einer bestimmten Produktmarke erhöhen. Und wenn sich sogar das abgebildete Model noch den Ruf sanieren darf, dann hat sie wohl ihren Zweck mehr als erfüllt.

Stellen wir uns heute doch mal die unglaublich komplexe Frage, was eine Werbekampagne eigentlich für einen Sinn hat. Die Frage ist tatsächlich so komplex, dass wir uns sogar das Fragezeichen sparen. Aber nun gut: Eine Werbekampagne soll natürlich den Bekanntheitsgrad einer bestimmten Produktmarke erhöhen. Und wenn dabei die Markenaura noch einen coolen, originellen Anstrich verliehen bekommt, Kunst erschaffen, Ironie angewendet wird und sich sogar das abgebildete Model noch den Ruf sanieren darf, dann hat die betreffende Werbeaktion wohl ihren Zweck mehr als erfüllt. Eine, von der man eben all das mit Fug und Recht behaupten kann, ist die aktuelle Kampagne von Marc Jacobs. Victoria Beckham, die immer wieder zur am Schlechtesten gekleideten Frau der Welt gekürte Fussballerfrau ist darauf zu sehen. Allerdings nicht immer eindeutig: Auf dem besten Bild hängen nur ihre weit gespreizten Beine aus einer zerknautschten Einkaufstüte. An den Füssen Pumps mit pinkfarbenem Absatz, die Kordel der Tüte zu einem Smilie verformt. «Die Frau ist ein totales Produkt. Und in der Werbung geht es um Produkte. Als sagten wir: Wir stecken sie in eine Tüte!», erklärte Fotograf Jürgen Teller gegenüber dem deutschen Musikmagazin Spex das Konzept der genialen Kampagne. Alix Sharkey, der englischen Mode- und Stilexperten der Weltwoche, ist da leider ganz anderer Meinung. «Tellers frühere Werbekampagnen für Marc waren brillant. Die Beckham-Serie dagegen ist eindeutig bitter und unheimlich.» Die Bitterkeit ist in diesem Fall wohl eher beim Kritiker zu suchen.

Mark van Huisseling als Society-Kolumnist bei Radio 1 an Bord

Roger Schawinskis Radio 1 geht mit Mark van Huisseling eine Zusammenarbeit ein. Der Kolumnist der Weltwoche und Buchautor wird eine Society-Kolumne betreuen

Roger Schawinskis Radio 1 geht mit Mark van Huisseling eine Zusammenarbeit ein. Der Kolumnist der Weltwoche und Buchautor («How to be a Star») wird eine Society-Kolumne betreuen, wie der Sender in einer Mitteilung schreibt. Van Huisseling berichtet neu jeden Montag, Mittwoch und Freitag in der Morgenshow aus der Welt der Prominenten.

Eine Chance für Europa

Upfronts Die jährliche Präsentation neuer TV-Serien in New York findet heuer in abgespeckter Version und mit viel ausländischem Einfluss statt.

 
Upfronts Die jährliche Präsentation neuer TV-Serien in New York findet heuer in abgespeckter Version und mit viel ausländischem Einfluss statt. 
In New York sind soeben, wie jedes Jahr im Mai, die so genannten Upfronts zu Ende gegangen. An den Upfronts stellen die amerikanischen Fernsehsender den Werbetreibenden ihre neuen Serien für die kommende TV-Saison vor, um frühzeitig Werbezeiten zu verkaufen. Doch was traditionell mit grossem Aufwand, etwa mit Musik und Tanz und dem Auftritt hochkarätiger Schauspieler, über die Bühne ging, wurde in diesem Jahr deutlich kleiner gefahren. Der Grund: Die Auswirkungen des Autorenstreiks, der Teile der Fernsehindustrie im vergangenen Winter völlig lahm legte und den Verlauf populärer Serien wie «Lost» und «Desperate Housewives» monatelang unterbrach. «Die Upfronts sind von Jahr zu Jahr teurer und aufwendiger geworden, die Sender wollten sich gegenseitig ausstechen und viele sind dieses Trends schon lange müde geworden», sagt Brad Adgate, Vizepräsident des New Yorker Medienforschungsunternehmens Horizon Media. «Der Streik gab ihnen einen willkommenen Grund, kürzer zu treten.» Der Trend, von der derzeitigen Rezession untermauert, wird sich nach Ansicht von Wall-Street-Analystin Jessica Reif Cohen auch finanziell niederschlagen. Sie prognostiziert, dass die Werbeeinnahmen für die Networks in diesem Jahr um zwei Prozent einbrechen und damit einen Gesamtumsatz von elf Milliarden Dollar ausmachen werden.Der Autorenstreik, der über dreieinhalb Monate lang dauerte, zwang die Fernsehbosse zu einer Denkpause darüber, wie sich das bisher praktizierte ökonomische Modell weiterführen lässt. Das zu Universal gehörende TV-Network NBC ging dabei am weitesten und begann, sowohl die so genannte Pilot-Season stark zu verkürzen als auch den Start neuer Serien nicht wie bisher in den Herbst zu legen, sondern über das gesamte Jahr zu verteilen. Darüber hinaus schnürt NBC den Werbern ganze Pakete, die nicht nur TV-Serien, sondern auch so genannte Webisodes und Streaming Content auf der firmeneigenen Seite Hulu.com enthalten. Jede Show soll ausserdem eine eigene Website erhalten, wo Blogs, Spiele und zusätzliche Szenen für die Fans angeboten werden. «Wir stellen bei den Upfronts zwar noch immer eine Dominanz des traditionellen Fernsehens fest», sagt Chris Allen, Direktor für Videoinnovation bei der Agentur Starcom. «Aber inzwischen wechseln definitiv mehr Leute in den digitalen Bereich, die in der Vergangenheit zögerlich waren.»
Die Sender wollen, statt teurer Piloten einzusetzen, die gut und gerne über sieben Millionen Dollar kosten können, neue Serien starten, die bewährte Autoren oder Stars vorweisen können oder bereits im Ausland erfolgreich liefen. Deshalb wurden in diesem Jahr statt der üblichen 70 Piloten lediglich 30 produziert. Auch die Anzahl der Neuproduktionen fiel von den üblichen 100 auf 70.
Zu den Neuproduktionen an den Upfronts gehört das Drama «My Own Worst Enemy» (NBC) mit Christian Slater sowie die Reihe «Dollhouse» (Fox), die vom «Buffy, the Vampire Slayer»-Produzenten entwickelt wird. «Kings» (NBC), eine moderne Version der Geschichte des biblischen David, verschlingt zwar das übliche Produktionsbudget von sieben Millionen Dollar für einen Piloten, soll jedoch statt einer Stunde zwei Stunden lang dauern, damit die Sendung allein für sich stehen kann, falls sie nicht die erwünschten Einschaltquoten verbucht. NBC setzt ausserdem auf ein Remake der Autoserie «Knight Rider», während das CW-Network die Primetime-Soap «Beverly Hills 90210» und Fox die Familien-Komödie «The Pitts» wiederbeleben.
Dank dem Trend, sich auf Bewährtes zu verlassen, bekommen sogar ausländische Produktionen eine Chance. «Wir sehen mehr und mehr Shows, die nicht aus den USA stammen», sagt Dom Serafini, Chefredaktor des Branchenmagazins Videoage International, und verweist auf Importe wie die BBC-Produktionen «Merlin» und «Crusoe». «Sogar englische Cartoons wurden mit amerikanischen Voiceovers versehen.» Andere international erfolgreiche Shows wurden jedoch neu produziert, darunter die australische Mutter-Tochter-Comedy «Kath & Kim» (NBC), «The Inn», ein Abklatsch der englischen ITV-Produktion «Upstairs, Downstairs» (Fox), sowie die BBC-Serien «Life on Mars» (ABC), «Ny-Lon» und «Worst Week» (beide CBS). Kosten sollen ausserdem gespart werden, indem die Neu-Launches der vergangenen Saison, die schon nach wenigen Monaten wegen des Streiks eingestellt werden mussten, noch einmal eine Chance bekommen, darunter «Life» (NBC) und «Pushing Daisies» (ABC).
Als erfolgsträchtige neue Shows mit brandneuen Konzepten, allsamt im Bereich Thriller und Übersinnliches, gelten Jerry Bruckheimers «Eleventh Hour» (CBS), worin es um einen Geheimagenten geht, die CBS-Serie «The Mentalist» über einen Detektiv mit ungewöhnlichen Talenten sowie «Fringe» (Fox), eine Produktion des «Lost»-Regisseurs JJ. Abrams, in der ein Mutter-Sohn-Team ungewöhnlichen Phänomenen nachspürt. Als einzige vielversprechende Komödie gilt «Starting Under» (Fox) mit dem etablierten Comedystar Bernie Mac.
 
Trotz der derzeitigen Aufbruchsstimmung für die kommende Saison könnten sich die TV-Veranstalter schon in ein paar Wochen erneut in der Bredouille befinden. Denn die Gewerkschaft der Schauspieler, die ebenfalls einen Anteil für ihre Mitglieder aus den Einkünften digitaler Besitztümer fordert, hat einen Streik für den 1. Juli angekündigt, sollte es im Vorfeld zu keiner Einigung kommen. Die TV-Bosse stehen unter starkem Druck, einen erneuten Streik abzuwenden. «Der Autorenstreik hat die Networks stark getroffen», sagt Adgate. «Das Letzte, was sie nun brauchen können, ist eine weitere Arbeitsniederlegung.»
Gerti Schön, New York

Völker, höret die Signale

Kolumne Paris wollte TV5 seinem Auslandsdienst einverleiben. Und scheiterte am Widerstand der Schweiz.

 
Kolumne Paris wollte TV5 seinem Auslandsdienst einverleiben. Und scheiterte am Widerstand der Schweiz. 
Mitte April: Frankreich hatte gerade den Direktor des frankophonen Weltsenders TV5 Monde zum vorzeitigen Rücktritt genötigt. Bei der zum Vollzug anberaumten Sitzung in Paris sollte gleichzeitig das neue Organisationsmodell für TV5 verabschiedet werden. Doch die Franzosen sassen allein am Tisch. Die Vertreter der Schweiz, Kanadas, Belgiens, des europäischen Kulturkanals Arte wie auch die Delegierten der Mitarbeiterverbände waren unverrichteter Dinge wieder abgereist. Kleinlaut musste sich der neue Chef der französischen Holding France Monde den Medien präsentieren. Die Holding soll den französischen News-Sender France24, die Kurzwellenprogramme Radio France International und eben auch TV5 umfassen. «Seit zwei Monaten versuchen wir, mit unseren frankophonen Partnerländern zu reden. Es gelingt uns nicht», erklärte Alain de Pouzilhac. Doch ganz so blauäugig kann der zum Spitzenbeamten des Aussenministeriums mutierte ehemalige Journalist nicht sein. Die Grande Nation habe schon längst unzumutbare Konzessionen gemacht, muss er sich gedacht haben. Über den Ärger der frankophonen Partner hatten auch die französischen Zeitungen berichtet und dabei sehr viel Verständnis demonstriert.TV5 ist ein Bijou. Man kann den Sender fast überall auf der Welt empfangen. Mit etwas Glück kann man in New York die Tagesschau des Westschweizer Fernsehens sehen, wenn nicht gerade die Belgier dran sind.
Die Franzosen kontrollieren bei TV5 66 Prozent und stellen den Programmdirektor. Kanada, die Schweiz und Belgien verfügen mit je 11,1 Prozent über eine Sperrminorität. Weil die französischsprachige Kultur in vielen Teilen der Welt noch immer hohes Ansehen geniesst, jenes von Frankreich dagegen sehr schnell wechseln kann, profitiert auch die Grande Nation von dieser Konstellation. Doch immer wieder kommt die Erinnerung an diese verlorene «Grandeur» hoch.
 
Staatspräsident Nicolas Sarkozy will alle Auslandsender zusammenlegen. Das macht Sinn. Aber gleichzeitig will er, dass auf France24 (dem CNN-Konkurrenten) nur noch Französisch geredet wird. Englisch und Spanisch werden abgeschafft und das Arabische wird entgegen dem ursprünglichen Konzept gar nicht erst aufgenommen. Bei Radio France International will man die Zahl der Sprachen drastisch reduzieren. Das hat in den Redaktionen für Unmut gesorgt und ist auch in diplomatischer Hinsicht unsinnig. Die frankophonen Partnerländer wurden nur desto hellhöriger. Sie hegten den Verdacht, Frankreich plane, TV5 in den Hotels und Kabelnetzen der Metropolen durch France24 zu verdrängen – einmal abgesehen von der redaktionellen Einflussnahme in der staatlichen Holding France Monde.
Man weiss um die Beziehungen von Sarkozy zu den Medienbossen und die Abhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender von der Regierung. Frankreich verfolgt in Afrika bekanntlich eigene Interessen und ist in Konflikte verwickelt. Die geplante Einverleibung von TV5 Monde wurde deshalb als Arroganz, als unfreundliche Annektierung und als Gefahr für die redaktionelle Autonomie empfunden. Obendrauf sollte ausgerechnet die Gattin des Aussenministers Kouchner, die ehemalige Tageschau-Moderatorin «Königin Christine» Ockrent, die Oberaufsicht übernehmen.
Doch die Schweiz stellt sich quer. Normalerweise werden in den Mühlen der helvetischen Politik die Angelegenheiten der Frankophonie systematisch unterschätzt und vernachlässigt. Doch diesmal bekam die Anfrage eines Neuenburger Sozialisten im Parlament schnelle Antwort: Der Bundesrat drohte mit dem Auszug der Schweiz bei TV5. Das «Ultimatum aus Bern» brachte unser Land wieder einmal in die Spalten der französischen Presse. Die «Politik der leeren Stühle» hatte Erfolg. Nach der peinlichen Sitzung in Paris kam man erstaunlich rasch zu einer Lösung. Frankreich hat auf die Mehrheit verzichtet. TV5 Monde wird nicht zur Tochtergesellschaft der französischen Holding – sie bleibt eine Partnerin mit garantierter Unabhängigkeit. Das ist im Übrigen auch für Frankreich und sein Ansehen in der Welt besser. Recht geben kann man den Franzosen in einem Punkt: Es geht nicht nur um die blosse Empfangbarkeit, sondern darum, dass die Frankophonen aller Länder den Sender auch tatsächlich einschalten. Die fehlende Programmqualität kann dann immer noch verbessert werden.
Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen in Genf.

Verpackte Vielfalt

Studie Der Handel fordert heute nicht nur eine attraktive, verkaufsfördernde Verpackung, sondern auch ein einfaches Handling.

 
Studie Der Handel fordert heute nicht nur eine attraktive, verkaufsfördernde Verpackung, sondern auch ein einfaches Handling.  
EHI, ProCarton und der paneuropäische Verband der Designeragenturen (PDA) stellten anlässlich der Messe Interpack in fünf unterschiedlichen Themenbereichen die gesamte Komplexität der modernen Handelsverpackung dar. In Kompetenzinseln präsentierten die Aussteller Lösungen zu den Themen Sustainability (Entsorgung, Umwelt und Nachhaltigkeit), Convenience (Funktionalität und Gestaltung), Consumer Insights (Auswirkungen des demografischen Wandels, Emotionalität sowie Multisensorik), Imagination (Gestaltungsästhetik und Point of Sale, effizientes Handling und kundengerechte Präsentation). Darüber hinaus hat das EHI im Auftrag der Messe Düsseldorf für die Studie «Spannungsfeld Verpackung, Erwartungen, Trends und Konfliktfelder aus der Sicht von Handel und Herstellern» eine Befragung der führenden Unternehmen des Handels, der Konsumgüter- und der Verpackungsindustrie durchgeführt und die Resultate in einer Sonderschau an der Interpack vorgestellt.
Transportverpackung wichtigerDie Bedeutung der Verpackung, sowohl der Produkt- als auch der Transportverpackung, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Vor allem im Hinblick auf die Produktverpackung sind sich die Befragten einig. Diejenigen, die sich mit der Transportverpackung als Regalkarton auseinandersetzen, messen auch diesem eine zunehmende Bedeutung zu. So fungiert die Verpackung heute nicht mehr nur als Schutz- und Transportinstrument, sondern erfüllt einerseits auf Grund des verstärkten Prozessdenkens, andererseits wegen ihrer zunehmenden Funktion als Marketing- und Kommunikationsinstrument zusätzliche Aufgaben und Erwartungen.
Unterschiedliche AnsprücheDer Handel fordert ein effizientes Handling für eine Optimierung der Arbeitsprozesse in der Logistik sowie am Point of Sale. Allerdings sind die Ansprüche in der Logistik und der Handelsfiliale teilweise konfliktär, so das Ergebnis der Studie.
In der Logistik sind optimale Schutz- und Transportfähigkeit und somit eine stabile Konstruktion entscheidend. In der Handelsfiliale bedeutet ein einfaches Handling, dass die Transportverpackung der jeweiligen Ware für das Verräumpersonal leicht, durch klare Kennzeichnung mit produktspezifischen Informationen zu identifizieren, einfach und ohne Messer durch bildhafte Kennzeichnung von Öffnungsmechanismen zu öffnen und möglichst mit einem Handgriff im Regal zu verräumen ist. Am Point of Sale soll die Verpackung eine verkaufsfördernde Warenpräsentation mit freier Sicht auf die Produkte bieten. Für eine Warenpräsentation erwartet der Handel nicht nur ein attraktives Design, sondern auch eine regalgerechte Konstruktion. Zudem stehen gerade selbstständige Einzelhändler dem Einsatz von Transportverpackungen im Regal aus Imagegründen kritisch entgegen. So kann sich der Handel kaum auf einheitliche Kriterien einigen, eine Forderung, die die europaweit produzierenden Hersteller dringend erheben.
Seniorenfreundlich verpacktAuch die kundengerechte Gestaltung der Verkaufsverpackung birgt verschiedene Konfliktfelder. Auf Grund der Vielzahl an notwendigen Informationen werden diese für den Verbraucher immer schwieriger erkennbar. Verpackungen sind häufig mit Informationen überladen, so dass die Schriften immer kleiner werden und das Wesentliche wie zum Beispiel das Mindesthaltbarkeitsdatum kaum noch erkennbar ist. Der Nachfrage-Trend der Konsumenten nach kleineren Verpackungseinheiten, Umweltgründe sowie Platzprobleme im Handelsregal zeigen, dass grössere Verpackungen auch keine Lösung bieten. In die Verpackung integrierte Öffnungshilfen wie zum Beispiel Aufreisslaschen müssen für den Verbraucher leicht erkennbar sein, sich farblich vom übrigen Verpackungsdesign abheben und vor allem gut funktionieren. Weitere innovative Funktionalitäten wie die Wiederverschliessbarkeit, Dosierfunktion, Portionierung und Entnahmehilfen gewinnen an Bedeutung. Auch sollten Verkaufsverpackungen für den Produkt- und Hygieneschutz zwar gut verschlossen, trotzdem aber für den Verbraucher leicht und ohne Hilfsmittel zu öffnen sein. Auf Grund der Zunahme der Gruppe älterer Menschen stehen die Erwartungen an Verpackungen vermehrt zur Diskussion. Schwierigkeiten, Grafiken und Texte auf Verpackungen zu erkennen, sowie Probleme, diese ohne Hilfsmittel zu öffnen, geben vielfach Anlass zu Kritik. Fragen der Verpackungstechnik und des Verpackungsdesigns werden daher für die seniorenfreundliche und auch allgemein kundenfreundliche Gestaltung zunehmend wichtiger.
Umweltaspekte berücksichtigenUnterschiedlich wird die Entwicklung der Bedeutung von Umweltaspekten entlang der Wertschöpfungskette Verpackung bewertet. Die meisten vertreten den Standpunkt, dass das Umweltbewusstsein der Verbraucher vor allem durch die aktuelle Klimadiskussion deutlich zugenommen habe, andere sind der Meinung, dass Deutschland in Umweltfragen und Verpackungsanforderungen bereits sehr weit ist. Eine umweltgerechte Verpackung sollte so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig Materialeinsatz verbrauchen, um das optimale Mittel aus dem Spannungsfeld von Produktschutz, überzeugendem Marketing, gesetzlichen Anforderungen und Umweltgerechtigkeit zu finden. Ein Gedanke, der bei der Transportverpackung zu starken Reduktionen geführt hat, wohingegen bei der primären Produktverpackung häufig weiterhin Marketinggesichtspunkte und damit Überfluss dominieren.
Sabine Flachsmann
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