Lassen Sie Dampf ab!

Convenience Eine Foliengeneration, die Convenience-Produkte für zu Hause noch einfacher handhaben lässt.

 
Convenience Eine Foliengeneration, die Convenience-Produkte für zu Hause noch einfacher handhaben lässt.Es muss schnell, bequem und möglichst ohne Zeitaufwand gehen. Einfaches Handling bei der Zubereitung von Mahlzeiten in der Mikrowelle wird für die Konsumenten immer wichtiger. Der italienische Marktführer Di Mauro, Vertragspartner der deutschen Nabenhauer Verpackungen, hat eine mikrowellenfähige Verbundfolie entwickelt, die sich direkt vom Kühlschrank in die handelsüblichen Mikrowellen stecken lässt. Dabei wird eine Standard-Schlauchbeutelfolie für gängige Schlauchbeutelmaschinen verwendet und der Schlauchbeutel während der Herstellung mit einer Sollbruchstelle versehen. Diese Sollbruchstelle öffnet sich während des Garvorgangs, wenn der Innendruck des Dampfes stark steigt, um kontrolliert Druck abzulassen. Ein Einreissen der Packung oder ein Einstechen in die Packung wie bei anderen Verpackungen dieser Art ist für den Verbraucher nicht mehr nötig. So wird auch unkontrolliertes Dampfabweichen durch Überhitzung des Inhalts unterbunden.
Die völlig neue Art der mikrowellengeeigneten Folienverpackung bedient sich dabei der thermischen Ausdehnung zwischen den Verbundschichten. Das verdient die Bezeichnung «Convenience». (sf)

Jungkreative messen ihre Kräfte

Zeitungswerbung Zum dritten Mal nahm die Schweiz am Jungkreativen-Wettbewerb «Best YET – Best Young European Team» teil. Siegreich waren allerdings die britischen Teilnehmer.

 
Zeitungswerbung Zum dritten Mal nahm die Schweiz am Jungkreativen-Wettbewerb «Best YET – Best Young European Team» teil. Siegreich waren allerdings die britischen Teilnehmer. 
«Die Bedingungen sind speziell: Ihr habt 24 Stunden Zeit, um eure Aufgabe zu lösen. Zur Verfügung habt ihr bloss eure Köpfe, Papier und Stifte.» So eröffnete Jurypräsidentin Tove Langseth in Stockholm den Wettbewerb «Best YET», an dem 20 Zweierteams mit jungen Kreativen aus zehn europäischen Ländern teilnahmen. Kurz darauf das Briefing: Esben Stærk Jørgensen, CEO von Lego Schweden, gab den Auftrag, eine Launchkampagne für die sechste Auflage der Spielfigur Bionicle zu gestalten. Die Werbung sollte neue wie bestehende Kunden ansprechen, der Lego-Touch musste durchschimmern. Der Hauptfokus sollte auf Printanzeigen liegen. Nicht zufällig: Es sind die europäischen Zeitungsvermarkter und -verbände, die den Wettbewerb «Best YET» ausschreiben und damit unter jungen Kreativen den Bezug zur Zeitungswerbung fördern wollen. Die Schweiz ist zum dritten Mal mit von der Partie. Die vier helvetischen Teilnehmenden qualifizierten sich dafür beim Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat», der vom Verband Schweizer Presse getragen wird. Die Einladung in die schwedische Hauptstadt erhielten die jungen Kreativen von Publicitas Publimedia.
Das Team Martina Kunz und Michael Holzgang, beide von der Lysser Agentur In Flagranti, machte sich nach dem Briefing gleich am Ort des Geschehens ans Werk: Das Stockholmer Münzmuseum hatte ein Atelier für die Jungkreativen eingerichtet. Das zweite Team, Patric Franz und Patrick Ryffel von der Berner Agentur Freiburghaus und Partner, wählte einen anderen Zugang: Sie besorgten sich in der Altstadt zwei Bionicle-Figuren und studierten das Spielzeug genau.
 
 
 
Neue Zielgruppe definiertMitten in die erste Denkphase platzten die Veranstalter mit der Nachricht, das Briefing sei geändert worden: Neu galten als Zielgruppe nicht mehr Kids, sondern deren Eltern. Nicht überall lesen schon Knirpse die Zeitung – mit der neuen Zielgruppe sollte sichergestellt werden, dass eine Zeitungsanzeige tatsächlich im Zentrum der Kampagne stehen kann. Vor allem die Vertreter aus Holland und Belgien hatten auf die Anpassung gedrängt. Die Schweizer nahmen es gelassen: «Für uns war die Aufgabe von Anfang an klar», erklärte Michael Holzgang. Nächstes Jahr soll ein Rebriefing vermieden werden: Auf Initiative der Schweizer wird das Verfahren so angepasst, dass nachträgliche Änderungen ausgeschlossen sind.
Beratend zur Seite stand den Schweizer Teams an beiden Tagen Andreas Prokesch, der auch als Juror amtete. «Beide Gruppen sind auf einem guten Weg», urteilte der ehemalige ADC-Präsident.
Heisse Phase statt MittagspauseZur Mittagszeit am zweiten Tag begann für die Jungkreativen die heisse Phase, denn es blieben nur noch wenige Stunden bis zur Abgabe. Das Team Patric/Patrick setzte von mehreren Ideen drei um: «Im ersten Sujet zeigen wir die Evolution von der klassischen Lego-Figur zu den Bionicles. Im zweiten steht der Unterschied zwischen der Väter- und der Kinder-generation im Vordergrund. Und im dritten ist ein Lego-Männchen zu sehen, dem angesichts der neuen Spiel-konkurrenz der Angstschweiss auf der Stirn steht», so die beiden.
Martina und Michael, die eine Idee vom Vortag verworfen hatten, setzten nun auf ein mediales Feuerwerk: «Wir pflastern eine Ausgabe der schwedischen Sonntagszeitung mit Anzeigen zu. Damit soll mit einem Paukenschlag der Launch der Figuren gefeiert werden.»
Halb vier war Abgabetermin. Eine Stunde später mussten alle Teams ihre Arbeiten präsentieren. Gerade mal zwei Minuten stand ihnen dafür jeweils zur Verfügung. Dann zog sich die Jury zurück. Die Kreativen aus zehn europäischen Ländern entschieden schnell: Nach zwei Durchgängen hatten sie die Finalisten auserkoren. Leider blieben die Schweizer glücklos: Den ersten Platz sicherte sich gleich mit zwei Sujets ein englisches Frauenteam. Das Gewinnersujet demonstrierte, dass Eltern nicht nur Ärgerliches wie eine übergrosse Nase, sondern mit den Bionicles auch etwas Gutes an den Nachwuchs weitergeben können. Die beiden Gewinnerinnen Miranda Abbs und Zoe Hough dürfen im Juni ans Festival nach Cannes fahren. Der zweite Platz ging ebenfalls an Grossbritannien, der dritte Rang an Frankreich. Immerhin waren zwei Sujets des Teams Patric/Patrick in der engeren Wahl der Jury, schieden aber aus.
Nach der Preisverleihung zeigten die Schweizer Sportsgeist. Martina Kunz kommentierte: «Es sind 20 starke Teams angereist, da ist die Konkurrenz gross.» Vom Best YET hätten sie sehr profitiert, waren sich die Schweizer Teilnehmer einig. Neben dem Lerneffekt gab der Wettbewerb die Gelegenheit, junge Kollegen aus ganz Europa zu treffen.
Mit dem Niveau der Beiträge war Andreas Prokesch zufrieden: «Eine ganze Reihe war sehr gut, wenn auch einzelne Arbeiten abfielen. Und die Schweizer haben sich mit ihren Ideen keineswegs verstecken müssen. Sie haben sehr hart gearbeitet.» Marco Hendriks von Publicitas Publimedia und Toni Vetterli vom Verband Schweizer Presse zogen eine positive Bilanz: «Der Wettbewerb entwickelt sich stetig weiter, und die Schweiz ist nächstes Jahr definitiv wieder mit dabei.»
Carole Scheidegger
 
 

Kleine zeigen ihre wahre Grösse

Etiketten Von der exklusiven Dekoration bis zum innovativen Sicherheitskonzept: Selbstklebeetiketten übernehmen immer mehr Funktionen, wie an der Interpack zu sehen war. Drei innovative Beispiele.

 
Etiketten Von der exklusiven Dekoration bis zum innovativen Sicherheitskonzept: Selbstklebeetiketten übernehmen immer mehr Funktionen, wie an der Interpack zu sehen war. Drei innovative Beispiele.  
Im Etikettenbereich ziehen die Hersteller alle Register. Das gilt für die Produktdekoration wie für die verschiedensten Sicherheitsanwendungen. «For your success!» so das Motto der Pago-Präsentation auf der Interpack. Der Systemanbieter für Etiketten und Etikettiertechnik zeigte mit innovativen Produktideen und technologischen Neuheiten, wie durch faszinierende Produktdekoration, kreative Onpack-Promotion und praktische Funktionalität Emotionen geweckt und Kunden gewonnen werden können. Eine Innovation war die Linerless-Etikettierung. Dabei erfolgt die Produktdekoration mit Etiketten ohne Trägerband. Fühlbare EffekteEin Feuerwerk faszinierender Möglichkeiten präsentierte Pago im Dekorationsbereich. Vorgestellt wurden etwa sensationelle Dekor-Effekte, die das Auge und den Tastsinn gleichermassen ansprechen. Dazu zählen unter anderem 3D-Effekte, die sich auf transparenten Flaschen mit durchsichtigen Flüssigkeiten erzielen lassen. Ein innen auf dem Rückseitenetikett gedrucktes Hintergrundmotiv bildet dabei die Kulisse für den Markenauftritt auf dem hochtransparenten Vorderseitenetikett im No-Label-Look.
Spezialeffekte lassen sich damit auch auf bestimmten Mattflaschen erzielen. Mit ausgewählten Materialkombinationen können die Mattierung aufgehoben und ein Fenster für den Blick auf das Innenrückseitenmotiv geöffnet werden. Besonders attraktiv sind reliefartig erhebende Schmuckelemente mit integrierten Glitzerpigmenten, schimmernde Flächen mit Farbkipp-Effekten und hochglänzende Lackakzente. Durch den Kontrast von Pagometallex Top oder Brush mit spiegelnden Metallglanzprägungen lassen sich einzigartige Markenpersönlichkeiten inszenieren.
Auch Hologrammstrukturen, plakativ strahlende Leuchtfarben und feinste Mikrostrukturreliefs, die dem Produkt eine vibrierende Oberfläche verleihen, werden heute bei Etiketten eingesetzt. Solche Selbstklebeetiketten sind bei Tuben stark im Vormarsch, da sie erhebliche Vorteile in der Lagerhaltung und Logistik bieten, weil nur unbedruckte Tuben erforderlich sind. Auch Schaum-, Sand- oder andere Oberflächenreliefs sind darstellbar und verleihen dem Design höchste Plakativität. www.pago.com
Etikett mit NadelschutzDass Selbstklebeetiketten einen wichtigen Beitrag zur Pharmasicherheit leisten, zeigt auch das Needle-Trap-System von Schreiner MediPharm. Das Spritzenetikett mit integrierter Nadelschutzfunktion trägt dazu bei, eine der grössten Sicherheitslücken im Klinikalltag zu schliessen. Nach Expertenschätzungen ereignen sich allein in Deutschland jährlich rund 500’000 versehentliche Nadelstichverletzungen. Dabei besteht das Risiko, sich beispielsweise mit Hepatitis oder HIV zu infizieren. Herkömmliche Nadelschutzsysteme sind vergleichsweise teuer und rechnen sich für die Hersteller in der Regel nur bei speziellen Pharmazeutika. Needle-Trap ist eine kostengünstige Alternative, die hilft, das Personal vor Nadelstichverletzungen zu schützen. Das selbstklebende Spezialetikett lässt sich ohne Prozess- oder Verpackungsänderungen mit herkömmlichen Etikettieranlagen verspenden und verfügt über einen Sicherheitsmechanismus, der es erlaubt, die mit Blut kontaminierte Spritzennadel nach der Benutzung zu sichern. www.schreiner-medipharm.de
Echtheitsprüfung onlineEin anderes Highlight im Sicherheitsbereich ist das KeySecure-Siegel, das von Schreiner ProSecure präsentiert wurde. Es verfügt neben einem fälschungssicheren Hologrammstreifen sowie weiteren offenen und verborgenen Sicherheitsmerkmalen zusätzlich über einen 15-stelligen Zahlenschlüssel.
Mit diesem KeySecure-Code lässt sich die Echtheit eines Produktes von jedem Ort der Welt aus online überprüfen. Dazu geben Handel oder Endverbraucher einfach die individuelle Zahlenkombination über das Internet ein und erfahren per Mausklick, ob es sich um ein Originalprodukt oder eine Fälschung handelt. Schreiner ProSecure stellt die Label her und betreibt zudem das Hochsicherheits-Rechenzentrum, in dem die Zahlenschlüssel generiert und authentifiziert werden. www.schreiner-prosecure.de 
Sabine Flachsmann

«Wir haben Verrücktes gemacht»

Ringier feiert das 175-jährige Jubiläum. Im Gespräch mit der Werbewoche äussert sich Verleger Michael Ringier über die Verführbarkeit von Medien, das offene Ziel der Reise ins digitale Zeitalter, unverschämte Forderungen der Werbewirtschaft und den Umgang mit Machtverhältnissen im Ausland.

Ringier feiert das 175-jährige Jubiläum. Im Gespräch mit der Werbewoche äussert sich Verleger Michael Ringier über die Verführbarkeit der Medien, das offene Ziel der Reise ins digitale Zeitalter, unverschämte Forderungen der Werbewirtschaft und den Umgang mit Machtverhältnissen im Ausland. Werbewoche: Anlässlich des Jubiläums von Ringier findet im Kunstmuseum Luzern die Ausstellung «Blasted Allegories» statt. Viele der gezeigten Werke aus Ihrer Sammlung beschäftigen sich mit der Verführbarkeit durch Bilder. Welche Verführbarkeit geht von den Medien aus? Michael Ringier: Eine ganz ähnliche. Kunst und Journalismus sind verwandt. Beide setzen sich mit der Gegenwart auseinander, hinterfragen die Realität, geben Antworten. So gesehen müsste eigentlich jeder Verleger Kunst sammeln (lacht). Die Welt explodiert von Bildern. Wir müssen einhalten und uns fragen, was dahinter steckt. Bilder können schliesslich manipuliert sein, gerade das Internet strotzt von manipulierten Bildern und Filmen. Hier gibt es Reflexionsbedarf.
Wo sehen Sie dabei die Rolle des Journalismus? Die Journalisten müssen ihre urklassischen Aufgaben wahrnehmen: hinausgehen, hinterfragen, recherchieren, nachdenken. Das liefern sie derzeit nicht immer, es wird aber auch nicht immer finanziert. Die journalistischen Aufgaben kosten Geld, und die Frage ist, wie die Finanzierung gewährleistet wird. Die Digitalisierung hat die Finanzströme sehr verändert: Sie erlaubt jedem Zugang zur Öffentlichkeit. Wer früher eine Information öffentlich machen wollte, musste über den Journalisten gehen, heute ist das anders.
Was bedeutet das für die Zukunft der Medien? Die Digitalisierung macht zwar das Leben der gedruckten Zeitungen viel schwieriger, sie ist aber auch eine grosse Chance: Das Internet schafft ein riesiges Absenderproblem, jederzeit publizieren tausende Menschen Inhalte. Hier können die Medien verlässliche Absender sein, Glaubwürdigkeit schaffen. Natürlich gibt es auch digitale Angebote mit grosser Glaubwürdigkeit.
Welche meinen Sie da konkret? Ich schaue täglich Spiegel.de an, die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und der FAZ, daneben Schweizer Medien wie Blick Online und NZZ. Darauf verbringe ich täglich fünf bis zehn Minuten, ich schaue sogar Teletext an. Ich bin sehr sportinteressiert – im Internet kann ich dauernd nachschauen, wie ein Spiel von Roger Federer gerade steht.
Wie geht Ringier mit der Digitalisierung um? Wir haben ganz verschiedene Projekte und wollen alle 120 Marken digitalisieren, in mehr oder weniger starker Ausprägung. Aber wohin die digitale Reise geht, das weiss wohl noch niemand, Springer nicht und auch Rupert Murdoch nicht. Die Entwicklung geht schnell: Mit dem Kauf von Swissmedia sind wir plötzlich einer der ganzen grossen Akteure im Kleinanzeigen-Bereich. Wir werden bei weiteren Firmen prüfen, ob wir sie übernehmen wollen, auch bei kleinen.
Haben Sie konkrete Akquisitionspläne in der Schweiz oder im Ausland? Solche Überlegungen machen wir uns für alle Märkte. Man kann das auch nicht genau planen. Letzten Sommer hatte ich noch keine Vorstellung, dass wir im Spätherbst Swissmedia kaufen werden. Auch wenn die Entwicklung noch unklar ist, so müssen wir uns doch alle nötigen Überlegungen machen. Wenn der weisse Hirsch vorbeirennt, müssen wir ihn erkennen und packen – man muss bereit sein und schnell reagieren.
Beim Thema Gratiszeitungen haben Sie den weissen Hirsch zuerst nicht gepackt. Ja, beim ersten Fall waren wir nicht bereit. Wir haben uns aber sehr entwickelt und sind mit fünf Titeln in Europa jetzt der grösste Gratiszeitungsverlag in der Schweiz. Und nun machen wir einen weiteren Schritt mit dem Blick am Abend.
Wo stehen Sie bei der Umwandlung von Heute in den Blick am Abend? Wir sind bereit, es geht ja bald los. Auf die Karte Blick am Abend zu setzen, ist in gewisser Weise ein Risiko, aber ich bin sehr zuversichtlich. Was ich bis jetzt gesehen habe, gefällt mir. Der neue Titel übernimmt Elemente von Heute, wartet aber auch mit neuen Inhalten auf. Bei den Lesern ist Heute beliebt – da wären wir ja dumm, wenn wir ihnen die beliebten Elemente wegnehmen. In der Aufmachung kommt der Blick am Abend aber anders daher.
Mit den Gratiszeitungen ist Journalismus verstärkt zu einer Ware geworden. Nimmt damit der wirtschaftliche Druck zu? Nachrichten sind zu einer Ware geworden, nicht der Journalismus. Meldungen von der SDA abschreiben ist noch keine grosse journalistische Leistung. Aber der Druck hat sich dadurch wirklich verstärkt. Früher setzten wir über eine SDA-Meldung einen neuen Titel, schrieben ein paar Sätze dazu, machten ein farbiges Layout, fertig. Das kann man heute in einer Kaufzeitung nicht mehr machen.
Wie hat sich der Druck der Werbewirtschaft verändert? Er hat stark zugenommen, das wird Ihnen jeder Verleger sagen. Die Werbewirtschaft hat viel mehr Möglichkeiten als früher, ihr Geld zu verteilen. Und sie weiss das. Manchmal kommen unverschämte Forderungen, darauf gehen wir nicht ein.
Wie weit gehen Sie unter diesem Druck? Wir gehen soweit, wie unsere journalistischen Grundsätze nicht verletzt sind. Auch eine Publireportage hat ihre Grenzen. Man darf den Leser nicht täuschen, das bringt langfristig den Medien und den Anzeigekunden nichts. Gleichzeitig suchen wir nach kreativen Lösungen für Kunden. Neue Medien sind dafür ein gutes Übungsfeld, Cash daily beispielsweise.
Sind Sie zufrieden mit dem Übungsplatz Cash daily? Ja. Aber wir leiden darunter, dass unsere Leistungen nicht gemessen werden. Das ist ein grosses Problem: Wir wollen eine Leistung verkaufen, die nicht gemessen wird. Wir müssen Wege finden, um das sogenannte «Total Audience» zu erheben. Das muss ein Anliegen der ganzen Branche sein. Hier liegt die Zukunft.
Sie feiern das 175-jährige Jubiläum. Was hat Ringier aus dem Gestern, aus der Vergangenheit gelernt? Wir haben immer wieder aus Fehlern gelernt. Die Firma ist heute eine andere, als sie vor 20 Jahren war, das hat auch mit Fehlern zu tun. Man muss offen sein, etwas Neues wagen. Wir haben dauernd Neues gemacht, auch Verrücktes. Als wir Anfang der 90er Jahre in Vietnam und Rumänien aktiv wurden, haben alle zu mir gesagt, ich sei verrückt. Das Risiko hat sich gelohnt, und diese Aktivitäten machen Spass. Sie müssen aber auch in einem finanziell vertretbaren Rahmen befinden: Wenn diese neuen Investitionen 50 oder 100 Millionen Franken gekostet hätten, wären wir das Wagnis nicht eingegangen. Man darf durch risikoreiche Projekte niemals die Firma riskieren.
Hatte Ringiers Expansion ins Ausland damit zu tun, dass Sie selbst mehrere Jahre als Journalist im Ausland gelebt haben? Es war ein bewusster Schritt ins Ausland. Ich wollte eine Firma formen, die in einer anderen Liga spielt. Ich liebe die Schweiz, aber ich möchte hier nicht 80 Jahre eingeschlossen sein. Und ein Unternehmen, das international tätig ist, zieht andere Leute an. Leute, die Spass daran haben, in Vietnam und China zu arbeiten. Solche Mitarbeiter wollen wir, davon profitieren wir unglaublich. Wir hatten stets das Glück, Köpfe anzuziehen, die solche Wagnisse mitmachen, Thomas Trüb zum Beispiel.
Wie geht Ihr Medienhaus mit den kulturellen Unterschieden in den Ländern um, in denen es tätig ist? Wir reisen oft dorthin, versuchen möglichst viel zu fragen und zu lernen. Dazu bringen wir schweizerische Qualitäten ein wie Unkompliziertheit, Zuverlässigkeit, Kleinheit. Die wollen wir mit Abenteuerlust und Pioniergeist verbinden.
Wie beeinflussen die Machtverhältnisse in diesen Ländern Ihre Arbeit, gerade etwa in China? Wir umgehen Themen, bei denen diese Machtverhältnisse relevant wären. In China haben wir eine Frauenzeitschrift und eine Kochzeitschrift, dort stellen sich die Fragen der Pressefreiheit gar nicht. Wir hatten noch nie ein Problem, mussten auch nie gegen journalistische Grundsätze verstossen. Unsere Mitarbeiterinnen vor Ort wissen, wie weit man gehen darf. Ausserdem haben die chinesischen Medien stark aufgeholt: Aus den vom Erdbeben betroffenen Gebieten wird live berichtet, das ist wie auf CNN. Natürlich sind unsere westlichen Vorstellungen von Pressefreiheit noch nicht erfüllt. Aber diese Grundsätze sind bei uns auch noch relativ jung, und unsere Schweizer Demokratie begann mit einem Krieg. Das darf man nicht vergessen, wenn man über die Verhältnisse in China spricht.
Welche Rolle spielt die Schweiz für Ringier? Sie ist immer noch absolut zentral, und sie ist jenes Land, in dem uns die Journalisten am stärksten unter die Lupe nehmen. Wir haben hier unglaublich stark investiert, viel Geld ins Internet gesteckt. Man kann nicht im Ausland erfolgreich sein, wenn der Laden zuhause nicht läuft. Die Frage nach der Bedeutung des Schweizer Markts für Ringier kommt immer wieder. Ich habe aber keine Lust mehr zu beweisen, dass uns die Schweiz noch interessiert.
Wollen Sie im Heimmarkt expandieren? Uns interessiert alles. Konsolidierung ist angesagt – der Druckbereich ist ein Paradebeispiel dafür..,
War der Kauf von Espace Media kein Thema für Sie? Ich glaube, die Situation war so angelegt, dass ein anderer Käufer als Tamedia gar nicht in Frage kam. Es stand nicht zur Disposition.
Sie setzen auf Digitalisierung – was ist mit Fernsehen? Unsere Strategie in der Schweiz ist es, Programme herzustellen. Das wollen wir verstärkt in anderen Ländern tun. In Rumänien sind wir an einem Fernsehsender beteiligt. Das Problem: Wer Programme produziert, muss auch einen Zugang haben, um die auszustrahlen. Deshalb werden wir uns, zu unterschiedlichen Zeiten, auch in anderen Ländern an Sendern beteiligen.
Und in der Schweiz – ist es kein Thema, dass eine Art «Blick-TV» am Schweizer Fernsehen laufen könnte? Wir haben Ideen in diese Richtung. Aber da muss natürlich auch das Fernsehen mitmachen. Zudem ist die Refinanzierbarkeit solcher Sendungen unklar. Vieles läuft über Sponsoring. Das funktioniert gut bei Programmen im Medizinbereich. Bei einer engagierten Sendung, wie «Blick-TV» sein müsste, ist das eher schwierig.
Zum Schluss die unausweichliche Frage: Wird Ringier nach dem Jubiläum verkauft, wie es die Gerüchteküche herbeiredet? Auf diese Frage mag ich eigentlich wirklich nicht mehr antworten, dieses Gerücht ist Unsinn, der sich verselbstständigt hat. Ringier wird nicht verkauft, wir bleiben unabhängig, auch noch in fünf Jahren.
Und in zehn Jahren? Wer weiss schon, was in zehn Jahren ist. Aber ja: Auch dann ist Ringier noch unabhängig.
> Interview: Carole Scheidegger

Perfekt passend zu jeder Figur

Sleeves Ein zweistelliges Wachstum verzeichnen die Shrink Sleeves, das sind Ganzkörperetiketten, die sich jeder Produktform anpassen und viel Platz für Dekorationen lassen.

 
Sleeves Ein zweistelliges Wachstum verzeichnen die Shrink Sleeves, das sind Ganzkörperetiketten, die sich jeder Produktform anpassen und viel Platz für Dekorationen lassen.  
Shrink Sleeves werden als nahtloser Schlauch über einen Behälter gezogen und unter Hitzeeinwirkung an diesen angepresst. Hergestellt werden sie aus flexiblen Kunststoffmaterialien und neu sogar aus biologisch abbaubaren Materialien. Weil sie sich auch komplizierten und anspruchsvollen Behälterformen anpassen und eine vollflächige Dekoration ermöglichen, wird die zweite Haut immer beliebter. Auch die aufwändige Lagerhaltung von vorbedruckten Behältern wird damit überflüssig.UV-Schutz für GetränkeZu den führenden Unternehmen im Sleeve-Bereich gehört Sleever International, das über eine 35-jährige Erfahrung in der Herstellung und Technologie verfügt. Anlässlich der Interpack präsentierte Sleever eine ganze Palette an speziellen Sleeve-Produkten, die mehr als nur eine attraktive Dekoration bieten. So hat das Unternehmen ein neues dekoratives Konzept entwickelt, das den Fokus auf den UV-Schutz legt. Die Ausführung basiert auf einer neuen, von Sleever Technologies entwickelten, geschrumpften mono-orientierten Folie, die in der Lage ist, UV-Strahlen mit einer Wellenlänge von bis zu 370 Nanometern zu blockieren. Das schätzen besonders die Hersteller von Milchgetränken und Fruchtsäften, deren lichtempfindliche Produkte vor UV-Strahlen geschützt werden müssen. Gleichzeitig besteht mit dem transparenten Sleever UV-Barrier die Möglichkeit, das Produkt offen zu zeigen.
Scharfe Drinks in LederSleeves verblüffen vor allem durch ihre dekorativen Effekte. Weil sie wie eine zweite Haut sitzen, geht der Betrachter von einem Direktdruck des Behälters aus. Auch bei den Sleeves werden immer wieder neue haptische Spezialeffekte entwickelt, um das Interesse am Berühren der Flasche und damit auch zum Kauf zu wecken. Unter der Bezeichnung Skinsleever hat Sleever International zum ersten Mal eine neue Dimension in die Oberflächengestaltung von Sleeves gebracht, nämlich Sensorik und Haptik. Damit soll der Wunsch des Betrachters nach Berührung und dem Erfühlen der Verpackung geweckt werden. Mit den Skinsleever besteht jetzt die Möglichkeit, sechs aussergewöhnliche Lederqualitäten und -ausführungen etwa Eidechse, Python, Strauss erleben zu können, die bereits im Spirituosenbereich eingesetzt werden.
 
Sabine Flachsmann

Glänzend inszeniert

Folien Produkt- und Verpackungsdesign setzt verstärkt auf bunte Farben und glänzende Effekte.

 
Folien Produkt- und Verpackungsdesign setzt verstärkt auf bunte Farben und glänzende Effekte. 
Ob Tiefe, Glanz, Glitzern oder Mehrfarbeneffekte, das neue Effektpigment-Portfolio von BASF bietet Designern eine Vielzahl Styling-Möglichkeiten für das Einfärben von Verpackungsmaterialien. So zeichnen sich Lumina-Effektpigmente durch höchste Farbtonreinheit und Glanz für intensivere Farben aus. Die Teilchengrösse und die glatte Oberfläche der Firemist-Effektpigmente ermöglichen brillante Glitzereffekte. Das neu entwickelte Produktsortiment Firemist Colormotion verbindet diese Glitzereffekte mit wechselndem Farbspiel abhängig vom Betrachtungswinkel. Aurora-Spezialeffekt-Folien ermöglichen Produktdesignern, Verpackungs- und Etikettenherstellern eine Vielzahl an optischen Effekten. Aurora-Spezialeffekt-Folien sind vielseitig einsetzbar und mit unterschiedlichen Trägermaterialien wie zum Beispiel Papier und Karton kombinierbar. (sf)  

Grafiker Niklaus Troxler in Zagreb ausgezeichnet

Der Schweizer Grafiker Niklaus Troxler hat an der Internationalen Design Biennale ZGRAF in Zagreb gleich zwei Preise gewonnen. An der nächsten Biennale in Zagreb kann der Willisauer deshalb eine umfangreiche persönliche Ausstellung präsentieren.

Der Willisauer Grafiker Niklaus Troxler hat an der Internationalen Design Biennale ZGRAF in Zagreb gleich zwei Preise gewonnen. Troxler erhielt für seine Plakate sowohl den ZGRAF Grand Prix wie den Award des Internationalen Grafikdesignverbandes, den Icograda Excellence Award. Dies geht aus Unterlagen der kroatischen Biennale vom Freitag hervor. Troxler kann dank dieser Ehrung an der nächsten Biennale in Zagreb eine umfangreiche persönliche Ausstellung präsentieren. Troxlers Plakate haben ihm schon weltweit Preise und Ausstellungen eingetragen. Arbeiten des Willisauers finden sich in der Sammlung des New Yorker Museums of Modern Art. In Stuttgart ist er Professor für Kommunikationsdesign und Illustration. Er hat sich auch als Initiant von «Jazz in Willisau» einen Namen gemacht.

Tieferes Gebot

Medienkonzerne Der Streit um die Übernahme von Clear Channel Communications (CCC) ist beigelegt. Der US-Medienkonzern einigte sich mit den Investoren Thomas H. Lee Partners und Bain Capital sowie den beteiligten Banken, zu denen auch die Credit Suisse (CS) gehört, auf neue Bedingungen.

Medienkonzerne Der Streit um die Übernahme von Clear Channel Communications (CCC) ist beigelegt. Der US-Medienkonzern einigte sich mit den Investoren Thomas H. Lee Partners und Bain Capital sowie den beteiligten Banken, zu denen auch die Credit Suisse (CS) gehört, auf neue Bedingungen. Demnach zahlen diese für jede CCC-Aktie 36 statt der zuvor festgesetzten 39.20 Dollar.Pech für die CCC-Aktionäre: Sie erhalten insgesamt 2,1 Milliarden Dollar weniger, sofern sie dem Deal im Spätsommer zustimmen. Im März 2007 hatten die Investoren noch 37.60 Dollar je Aktie geboten, was den Aktionären damals aber nicht genügte.
Dass der Medienkonzern heute deutlich tiefer bewertet wird, hat zwei Gründe, wie aus dem CS-Umfeld verlautet: Zum einen sind wegen der Krise im US-Markt solche Kredite schwer refinanzierbar. Zudem ist der US-Werbemarkt eingebrochen, was bei CCC Umsatzeinbussen zur Folge hat. (mk)?

Swisscable gegen Digital-TV-Verschlüsselung

Der Wirtschaftsverband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen Swisscable wehrt sich wortreich gegen eine Verschlüsselung des digitalen Fernsehens. In einer Pressemitteilung vom Freitag listet der Verband etliche Argumente auf, die gegen eine weitere Regulierung des Marktes sprechen.

 Der Wirtschaftsverband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen Swisscable wehrt sich wortreich gegen eine Verschlüsselung des digitalen Fernsehens. In einer Pressemitteilung vom Freitag listet der Verband etliche Argumente auf, die gegen eine weitere Regulierung des Marktes sprechen. Er reagiert damit auf eine Motion von Simonetta Sommaruga, Präsidentin der Stiftung Konsumentenschutz, die demnächst im Nationalrat behandelt wird. Darin wird verlangt, dass sämtliche freien Programme im Bereich des digitalen Fernsehens in Kabelnetzen unverschlüsselt verbreitet werden. Alternativ fordert die Motion die Einführung eines offenen Standards des Betriebssystems für alle Hardware-Anbieter in der Schweiz. Swisscable lehnt beide Forderungen ab.In einem funktionierenden Markt brauche es keine zusätzlichen Regulierungen. Bei Annahme der Motion würde die kabelgebundene Fernsehverbreitung diskriminiert, betont der Verband nachdrücklich. Anbieter von digitalem Kabelfernsehen und digitalem Fernsehen via Telefonnetz würden in ihrer unternehmerischen Freiheit gegenüber Satelliten-TV, terrestrischem Fernsehen, Internet-TV und Mobile TV massiv und einseitig eingeschränkt.
Wie Swisscable weiter schreibt, müssten Kabelnetzunternehmen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, ihre Kunden mit personalisierten und interaktiven Angeboten wie Video-on-Demand bedienen zu können. Dies werde nur möglich durch die Verschlüsselung, die nichts anderes tut als einen bestimmten Inhalt an einen bestimmten Kunden zu liefern.
Die Schweiz befinde sich ausserdem noch in einer Übergangsphase von analogem hin zu digitalem Fernsehen. Es sei zu erwarten, dass sich für das digitale Fernsehen in den nächsten drei bis fünf Jahren ein internationaler Standard etablieren werde. Nun eine Insel-Lösung für die Schweiz herbeizuführen, wäre nicht nur unsinnig, sondern auch zu teuer, findet der Verband.

Radio 24 zeigt Flagge für Zürich

 Der Privatsender Radio 24 ist während der Euro 08 offizieller Medienpartner der Host City Zürich und wärmt sich schon für das Grossereignis auf: Die Morgenshow «Ufsteller» verteilte am Freitagmorgen innert kürzester Zeit über 500 EM-Fähnchen von Ochsner Sport. «Bereits um 5 Uhr in der Früh klopften die Ersten an die Türe und wollten eine Fahne, damit habe ich wirklich nicht gerechnet», so Produzent Michael Schweizer in einer Medienmitteilung. In den folgenden Stunden habe sich an der Limmatstrasse Auto um Auto eingereiht, um eine Fahne zu ergattern. Am «Drive in» wurden diese direkt am Fahrzeug montiert. Ein Nachschlag ist am nächsten Freitag geplant: Dann verteilt Radio 24 mit dem «Uffsteller» 1’000 EM-Fähnchen an einer BP Tankstelle in Zürich. Während der Euro ist der Sender mit einer eigenen Fussball-Show live aus der Uefa-Fanzone am Zürcher Bellevue präsent.

Publicitas-Index mit leichter Zunahme im April

Die Automobil-Branche, Telekom-Unternehmen und die Uhren-Industrie haben im April wieder mehr Werbung geschaltet. Der Publicitas-Index legte im Vergleich zum März insgesamt um 0,5 Punkte auf 97,5 Punkte zu.

 Die Automobil-Branche, Telekommunikations-Unternehmen und die Uhren-Industrie haben im April wieder mehr Werbung geschaltet. Der Publicitas-Index legte im Vergleich zum März insgesamt um 0,5 Punkte auf 97,5 Punkte zu. Der Index profitiere «logischerweise von zusätzlichen Zeitungsausgaben im April», heisst es dazu in der Mitteilung der Publicitas vom Freitag. Im März führten die zeitungsfreien Ostertage zu einem Rückgang.
Auch im April-Index waren die Stelleninserate ein wichtiger Pfeiler in der Werbelandschaft. Der Index der Stelleninserate liegt bei 201 Punkten. Dies entspricht einem Plus von 3,6 Punkten. Das letzte Mal war der Teilindex im März 1999 auf diesem Stand gewesen. Weniger gefragt waren hingegen die Immobilien-Inserate. Der Teilindex büsste 0,4 Punkte auf 83,4 Punkte ein.

Spot für die UBS abgekupfert?

Werbung Der UBS-Spot zur Euro 08 ähnelt dem von Coca-Cola zur WM 2006. Publicis bestätigt das.

 
Werbung Der UBS-Spot zur Euro 08 ähnelt dem von Coca-Cola zur WM 2006. Publicis bestätigt das. 
Nach den 40-Milliarden-Abschreibern in den USA hofft die Grossbank UBS, als Sponsorin von 16 Public-Viewing-Arenen wenigstens bei Fussballfans wieder Image-Punkte zu holen. Dazu hat sie einen breit angelegten Auftritt mit einem TV-Spot und Plakaten gestartet. Im Zentrum der von Publicis konzipierten Kampagne steht die Idee eines überdimensionalen Fussballfeldes, welches im Juni die ganze Schweiz umfassen wird (siehe ).Doch kaum war der Spot am Pfingstmontag erstmals über die Bildschirme geflimmert, wurden Plagiatsvorwürfe laut. «Na, da hat sich ja jemand ganz aufmerksam den Coca-Cola-Spot zur WM 2006 angesehen», schrieb ein Kommentator auf der Branchenplattform persoenlich.com. Ein anderer findet es «peinlich, wenn man so eine 1:1-Kopie abliefert».
Und tatsächlich: Die Spots von Coca-Cola 2006 (siehe
) und von UBS 2008 weisen frappante Ähnlichkeiten auf. Identisch ist zum einen die Grundidee eines riesigen Fussballfeldes, das sich über das ganze Land erstreckt – bei Coca-Cola über Deutschland, bei der UBS über die Schweiz. In beiden Filmen ist zudem immer wieder ein Mann zu sehen, der mit einem Kalkpulverkarren quer durchs Land zieht und die Feldlinien zeichnet. Im UBS-Spot erscheint dieses Symbol mindestens fünfmal, abwechselnd mit einer Gruppe Männer, die ein Fussballtor umhertragen.Ursula Gamper, bei Publicis für die UBS-Kampagne zuständig, stellt sich keineswegs ahnungslos. Ja, den seinerzeitigen Cola-Spot habe man bei Publicis gekannt. «Und als wir die UBS-Kampagne konzipierten, war uns die Ähnlichkeit bewusst», gesteht sie offen. Sie hält aber auch fest, dass es schon vergleichbare Sujets mit einem Tennis- statt Fussballfeld gegeben habe, notabene schon vor der WM in Deutschland. «Das Sujet war also auch 2006 nicht mehr ganz neu», rechtfertigt sich Gamper.
«Da bestehen Gemeinsamkeiten betreffend die Idee des Fussballfeldes. Der UBS-Spot zeigt aber darüber hinaus noch verschiedene Schweizer Original-Schauplätze», sagt auch UBS-Mediensprecher Dominique Gerster, nachdem er sich die beiden Spots angesehen hat. Die UBS stehe dennoch hinter der Kampagne. «Für uns stimmt sie so», sagt Gerster. «Das Sujet mit dem Fussballfeld auf dem ganzen Land bietet sich ja irgendwo an.»
Keine Stellungnahmen gab es von Coca-Cola Schweiz und Coca-Cola Deutschland. Entsprechende Anfragen der Werbewoche blieben unbeantwortet.
Markus Knöpfli
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