Impressum akzeptiert Verleger im Presserat

Nach langer Bedenkzeit hat der Journalisten-Berufsverband Impressum dem Beitritt der Arbeitgeber zum Presserat zugestimmt. Der Verband will diesen Schritt als Demonstration seines Vertrauens in die Sozialpartnerschaft verstanden wissen.

 Nach langer Bedenkzeit hat der Journalisten-Berufsverband Impressum dem Beitritt der Arbeitgeber zum Presserat zugestimmt. Eigentlich wollten die Delegierten bereits im November letzten Jahres darüber entscheiden (siehe ), doch erst jetzt, pünktlich zum 125-Jahr-Jubiläum des Verbandes, konnten sie sich zu einem Entscheid durchringen. Impressum will diesen Schritt als Demonstration seines Vertrauens in die Sozialpartnerschaft verstanden wissen. Es sei ein grosses Entgegenkommen gegenüber einer Verlegerschaft, die sich bis jetzt geweigert habe, einen Gesamtarbeitsvertrag für die Deutschschweizer und Tessiner Pressejournalisten zu unterschreiben. Die Journalistinnen und Journalisten erwarten nun endlich entscheidende Schritte in Richtung eines neuen GAV in den bereits angelaufenen Verhandlungen.Gleichzeitig formulierten sie an ihrem Kongress, der am Freitag in Lugano zu Ende ging, weitere Herausforderungen für die Zukunft. Dabei wurden bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer der privaten elektronischen Medien und die Steigerung der Transparenz und Förderung des Ausbildungsangebots für Journalistinnen und Journalisten genannt.
Zur gezielten Verbesserung der Arbeitsbedingungen haben die Delegierten das Resultat der GAV-Verhandlungen mit der Union des Radios Régionales Romandes angenommen. Dieser Gesamtarbeitsvertrag sei die Frucht jahrelanger Bemühungen von Impressum, sozialpartnerschaftliche Regelungen in die Branche der elektronischen Medien zu bringen, schreibt der Verband in seiner Mitteilung. Das nächste Ziel sei ein ähnliches Ergebnis für die privaten Fernsehstationen.
Auch in Punkto Ausbildung seien grosse Fortschritte gemacht worden. Das Ziel eines einheitlichen Diploms liege zwar noch in weiter Ferne, aber dennoch könnten die Empfehlungen der Verantwortlichen für das inzwischen abgeschlossene Vorprojekt bald zu Teilresultaten, wie der Festlegung eines Ausbildungsstandards, der Definition des Berufsprofils und einer Weiterentwicklung des Berufsregisters führen.

iPhone auch über Orange erhältlich

Swisscom wird nicht der alleinige Anbieter des iPhones bleiben. Am Freitag informierte Konkurrent Orange in einer Pressemitteilung darüber, dass er das amerikanische Produkt seinen Kunden ebenfalls anbieten wird.

 
Vor wenigen Tagen meldete der Schweizer Telekommunikationsmarktleader Swisscom den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit iPhone-Hersteller Apple (siehe ). Nachdem der Vertrag nun unter Dach und Fach ist, soll das Mehrzweckhandy für Designfreaks noch dieses Jahr auch hierzulande endlich normal erhältlich sein. Swisscom wird aber nicht der alleinige Anbieter des iPhones bleiben. Am Freitag informierte Konkurrent Orange in einer Pressemitteilung darüber, dass er das amerikanische Produkt seinen Kunden ebenfalls anbieten wird. Neben der Schweiz umfasst die Orange-Kooperation auch Länder wie Österreich, Belgien, Ägypten, Polen, Portugal, die Dominikanische Republik und verschiedene afrikanische Länder.Wann das Gerät in der Schweiz auf den Markt kommen soll, war bei Orange wie schon bei der Swisscom wenige Tage zuvor nicht zu erfahren. Man sei mit Apple übereingekommen, vorerst keine weiteren Angaben zum Preis, der Version des Geräts und dem Zeitpunkt der Markteinführung zu machen, war von Orange zu vernehmen. Noch ist nicht klar, ob auch Sunrise noch in Verhandlungen mit dem Computerhersteller Apple steht. Man sei weiterhin an dem Gerät interessiert, sagte Sunrise-Sprecher gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Kopf der Woche: Der Einzelgänger

Christoph Stähli führt nach zehn Jahren die Agentur Boxx alleine weiter und freut sich auf noch mehr eigenen Stil.

Christoph Stähli führt nach zehn Jahren die Agentur Boxx alleine weiter und freut sich auf noch mehr eigenen Stil.
Es wäre der ideale Moment gewesen, um alles aufzugeben, einen neuen Partner zu finden, etwas ganz anderes zu machen, zu fusionieren oder auch mit der Agentur nach Bern zu zügeln. «Es war schon eine spezielle Situation, als Gaudenz Zemp vor mir sass und sagte, dass er eine neu geschaffene Stelle als Marketingleiter für die Hochschule Luzern annehmen will», sinniert Christoph Stähli. Zehn Jahre haben sie zusammen ihre Boxx aufgebaut. Noch viel mehr Jahre waren sie Freunde. Und jetzt? «Ich habe sofort akzeptieren können, dass Gaudenz seinem Leben noch einmal eine neue Wende geben will. Schliesslich hat er schon länger von einem Ausstieg aus der Werbung gesprochen. Wir werden auch weiter Freunde bleiben», meint Stähli. Aber die Agentur? Alles ging Stähli durch den Kopf. Aber dann hat es nur ein paar Stunden gedauert, bis der frisch gekürte Alleinbesitzer die neue Last der Verantwortung in eine neue Lust umwandeln konnte. Keine Kompromisse mehr. Die eigene Handschrift in den Arbeiten noch deutlicher zum Spielen bringen. Die Zukunft nur mit sich selbst diskutieren. «Ich fühlte mich voller Enthusiasmus, wie bei einer Neugründung», verrät Stähli. Und je länger er so dachte, desto sicherer wurde er: An der Ausrichtung und Struktur der Boxx ändert sich nichts.
Personell werden ein paar Prozentstellen aufgestockt. Die Grafik und Beratung werden verstärkt. Ein neues Team wird aufgebaut. Und mit einem jungen Spezialisten für das Web will die Boxx auch in dieser Sparte für die Zukunft gerüstet sein. Diese stellt sich der neue Alleinbesitzer mit ideal sechs Leuten vor. Aktuell sind es vier. Die Administration ist vollständig ausgegliedert. «Wir arbeiten wie auf dem Schachbrett. Die Boxx hat keine Bauern. Dafür Läufer, Springer und Türme», beschreibt Stähli sein Inhaber-geführtes Unternehmen.
In diesem nimmt der Chef das Telefon oft selber ab. Kunden schätzen das – weil auch bei diesen der Besitzer meistens direkt mit der Agentur verhandelt. Die Boxx war bisher und ist auch weiter spezialisiert als Dienstleister für Werbung und Kommunikation im Bereich der KMU.
Angefangen mit ihrer Selbstständigkeit haben Stähli und Zemp vor zehn Jahren ohne einen einzigen Kunden. Vorher führte das Duo ein Team bei der Zürcher Euro RSCG. Die Professionalität, welche sie dort für Grosse liefern konnten, wollten sie nun auch für kleine und mittelgrosse Unternehmen auf den Markt bringen. Als einer der ersten Kunden zeigten die Flughafenrestaurants Zürich Interesse. Bald folgten das Hotel Montana in Luzern mit der angegliederten Hotelfachschule, Intertime und Krebsliga. Ein wegweisender Kunde wurde Mobitare, denn über die Möbelmesse öffneten sich für die Boxx in der Folge die ganze Branche des schöneren Wohnens. Die Generalunternehmung Peikert, eine Holzhandelsfirma, Belcolor, Piatti Küchen und schon früh auch das Magazin Ideales Heim – «weil wir dort viele Inserate schalten konnten». Für die Vorhangstoffe der Création Baumann in Langenthal darf Boxx immer noch Werbung für die ganze Welt machen. Für Linoleum betreute Stähli ganz Europa und Südamerika.
Eine ganz eigene Beziehung hat der frühere Grafiker zu Glas Trösch. Schon in jungen Jahren konnte Stähli «noch als Angestellter» für diesen Marktleader das Logo gestalten. 20 Jahre später hat er als Selbstständiger den Pitch für das Redesign gewonnen. Boxx entwickelte ein neues Corporate Design und eine Identity, welche nun für die Manuals von Trösch in aller Welt verbindlich sind.
Stolz ist Stähli auch auf seinen Neukunden Swissolar. Es reizt ihn, für diese Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Verwendung von Sonnenenergie eine zukunftsträchtige Öffentlichkeitsarbeit zu gestalten.
Design und Möbel sind eine dankbare Nische für die Boxx. Ein weiterer wichtiger Zweig sind aber auch regionale Teilmandate für Produkteinführungen internationaler Konzerne. Sony hat man in der Schweiz in den Anfängen betreut. Ebenso Bally, Ciba Vision und neu jetzt DHL. Solche Weltunternehmen schätzen es, wenn sie bei Boxx einen kompetenten Partner vorfinden, welcher den regionalen Markt kennt, aber auch Erfahrung mit internationalen Marken vorweisen kann. «Wir können uns innerhalb einer Marke schnell wohl fühlen», ist Stähli überzeugt. Ein weiteres Argument für internationale Kunden: «Bei uns übernimmt der Chef selber die Arbeit an solchen Teilmandaten. Bei einer grossen Agentur wird das an den Assistenten abgeschoben.»
Wenn auch die Boxx einmal solche Assistenten braucht, dann werden die Freelancer am liebsten über längere Zeit in den Räumen der Agentur beschäftigt. «Der tägliche Austausch innerhalb eines Teams ist für mich sehr wichtig», meint Stähli.
Seine Anregungen, Ideen und Aufträge formuliert er am liebsten im Zug bei seinen täglichen Pendlerfahrten nach Bern. «Von Hand. Aber inzwischen können alle in den Boxx meine Schrift problemlos lesen», lacht er. Dass er die Agentur nach dem Strukturwandel auch weg vom Werbermekka in die Bundeshauptstadt verlegen könnte, «war nur kurz ein Thema». Im Loft an der Zürcher Grubenstrasse fühlt sich Stähli «sehr wohl». Er will deshalb lieber «zum Zehnjährigen» die Agentur mit einer neuen Möblierung auffrischen als in Bern noch einmal von vorne anfangen. Zudem empfindet er es auch als eine Bereicherung, gleichzeitig in zwei Welten leben zu können – im Berner Eigenheim mit seiner Frau und seinen Zwillingen sowie viel Wohnkultur und Garten und als Gegensatz im kargen Grau des Zürcher Industriequartiers.
In Bern hat Christoph Stähli seine Jugend erlebt. Nach der Schule für Gestaltung machte er eine Lehre als Grafiker in einer Werbeagentur. Nach Wanderjahren in verschiedenen «kleineren und grösseren» Agenturen folgte 1990 der erste Wechsel nach Zürich. Zuerst Benker und Steiner, vor der Fusion mit Matter. Dann eine kürzere Zeit bei Hermann Strittmatter. Noch einmal zurück ins Atelier Jaquet in Bern. Dann wieder Zürich, wo Stähli etwas mehr als zwei Jahre bei Euro RSCG wirkte, bevor er sich 1998 selbstständig machte.
Andreas Panzeri

Swiss Marketing tritt aus dem Sawi aus

Paukenschlag beim Verband Swiss Marketing (SMC) und dem Sawi: SMC hat der Leitung des Sawi am 4. April seinen Austritt bekannt gegeben. Weil der Verband seine Funktion als Prüfungsorganisator mit der Beteiligung an einer Schule nicht mehr zu vereinbaren sieht, zieht er sich zurück.

 Paukenschlag beim Verband Swiss Marketing (SMC) und dem Sawi: SMC hat der Leitung des Sawi am 4. April seinen Austritt bekannt gegeben. Der SMC-Vorstand habe seit längerem darüber nachgedacht, in wie weit sein Einsitz im Schulvorstand des Sawi mit seinem Vereinszweck und seinen Bildungsaktivitäten vereinbar sind, heisst es in einer Mitteilung. Der Verband hat sich in den letzten Jahren zur grössten schweizerischen Prüfungsorganisation in der höheren Berufsbildung entwickelt. Die MarKom-Zulassungsprüfung, die Berufsprüfungen Marketing- und Verkaufsfachleute sowie die höheren Fachprüfungen Verkaufs- und Marketingleiter werden von SMC betreut. 2007 wurden mehr als 2’650 Prüflinge begleitet. 2008 wird die Zahl der Prüflinge nochmals steigen.Mit der wachsenden Bedeutung des Prüfungswesen für SMC an Bedeutung gewonnen hat, wurde sein direktes Engagement im Vorstand einer Schule fragwürdig, heisst es weiter. Ein Prüfungsorganisator müsse gegenüber allen Bildungsanbietern eine neutrale Position einnehmen. Parteinahmen zugunsten irgendeiner Schule seien problematisch. Es lasse sich sachlich nicht rechtfertigen, dass der Verband, der Prüfungen abnehme, an nur einer Schule, die auf diese Prüfungen vorbereitet, beteiligt sei. Im Markt schwinge der Verdacht mit, dass diese eine Schule einen Informationsvorteil hinsichtlich der Prüfungen habe.
SMC-Zentralpräsident Uwe Tännler erklärte gegenüber der Werbewoche, dass nur der veränderte Bildungsmarkt und die zunehmende Menge an Prüflingen ausschlaggebend gewesen sei: «Es gab keinen Konflikt mit dem Sawi. Wir finden es einfach sauberer, wenn wir als Branchenverband, der Prüfungen abnimmt, nicht an einer Schule beteiligt sind. Das Sawi ist im Moment nicht ganz glücklich darüber. Aber ich denke, mittelfristig ist es besser so für das Ausbildungszentrum: Die Umstände sind transparenter, wenn wir nicht mehr beteiligt sind.» Natürlich habe SMC als Mitgründer des Sawi eine lange Tradition mit dem Ausbildungsinstitut, die nicht leichtfertig aufgelöst worden sei. Dass nun andere Institutionen, die in der gleichen Lage sind wie SMC bis anhin, ebenfalls unter Druck kommen, hält Tännler für möglich. Er betont, dass die Lösung vom Sawi freundschaftlich verlaufen sei: SMC habe den Entscheid ausführlich mit Sawi-Präsident Hans-Peter Rohner und der Direktorin Pia Kasper besprochen.
Was bedeutet der SMC-Entscheid für das Sawi? «SMC war einer der 14 Trägerverbände des Sawi. Er hatte bis anhin eine Doppelrolle: als branchenweiter Prüfungsorganisator und als Mitträger des Sawi. Daraus hat er sich nun verabschiedet, was ich grundsätzlich begrüssenswert finde», erklärte Sawi-Präsident Hans-Peter Rohner auf Anfrage der Werbewoche. Es handle sich um einen «Akt der Vernunft». Finanzielle Nachteile bringe der Austritt des SMC für das Sawi kaum. Sawi-Direktorin Pia Kasper hätte es zwar begrüsst, wenn SMC als eine Art «assoziiertes Mitglied» dabei geblieben wäre. In den kommenden Wochen und Monaten wird das SAWI auf Trägerschaftsebene ohnehin eine grundlegende Strukturdiskussion zu führen haben, um dem SAWI Führungsstrukturen zu geben, die den heutigen Marktgegebenheiten besser angepasst sind. Dies ist gemäss Rohner sein prioritäres Ziel, bevor er an die Regelung der Nachfolge im SAWI-Präsidium herangehe. Der Dachverband Schweizer Werbung wird seine Stellung innerhalb des SAWI ebenfalls zur Diskussion stellen, da er ähnlich (aber nicht direkt vergleichbar) ebenfalls eine Doppelfunktion als Prüfungsorganisator und Trägerverband wahrnimmt.

Rohner hatte selbst am Tag der Werbung öffentlich erklärt, dass die Rolle der Sawi-Trägerverbände überdacht werden müsse. Ihm waren damals die Überlegungen des SMC zu einem allfälligen Austritt bekannt, sagte er der Werbewoche weiter.

NZZ erweitert ihre Chefredaktion

Neues von der Falkenstrasse: Die NZZ ernennt Gerhard Schwarz zum stellvertretenden Chefredaktor, René Zeller zum Nachrichtenchef und nimmt den Online-Leiter Fredy Greuter ins Chefgremium auf.

 Neues von der Falkenstrasse: Die NZZ ernennt Gerhard Schwarz zum stellvertretenden Chefredaktor, René Zeller zum Nachrichtenchef und nimmt den Online-Leiter Fredy Greuter ins Chefgremium auf. Schwarz, derzeit Leiter der Wirtschaftsredaktion der NZZ, wird zum zweiten stellvertretenden Chefredaktor befördert. Er leitet die Wirtschafts- und Börsenredaktion der NZZ seit 1994. Zusammen mit dem amtierenden stellvertretenden Chefredaktor und Auslandchef, Hansrudolf Kamer, soll er den Chefredaktor bei publizistischen Grundsatzfragen und konzeptionellen Arbeiten unterstützen, heisst es in einer Mitteilung.
Zurück zur NZZ kehrt René Zeller, derzeit Mitglied der Geschäftsleitung bei Farner Consulting. Zeller wird als Mitglied der Chefredaktion die neu geschaffene Stelle des Nachrichtenchefs/Blattmachers übernehmen. Daneben soll er mit Schwerpunkt Innenpolitik auch als Autor zum Einsatz kommen. Der 46-Jährige hat vor seiner Beratertätigkeit langjährige journalistische Erfahrung als Redaktor im Ressort Zürich und im Inlandressort der NZZ, als Leiter der NZZ-Bundeshausredaktion, als Ressortleiter Inland bei der NZZ am Sonntag sowie als Bundeshauschef beim Schweizer Fernsehen gesammelt.
Zusätzlich wird die Chefredaktion, der auch Beat Brenner als Koordinator angehört, um Fredy Greuter erweitert, dem Redaktionsleiter von NZZ Online. Damit soll die mediumsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Print und Online weiter gestärkt werden.
Direkt dem Chefredaktor angegliedert wird die Stabsstelle Projektentwicklung, die von der Leiterin der Nachrichtenredaktion, Nicoletta Wagner, übernommen wird.
Die Erweiterung der Chefredaktion erfolge im Rahmen der publizistischen Weiterentwicklung und zur Stärkung der medienübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Print und Online, heisst es in der Mitteilung weiter.

Neues Filmabkommen zwischen Schweiz und Belgien

Im Rahmen des 61. Filmfestivals in Cannes unterzeichnete der Direktor des Bundesamtes für Kultur Jean-Frédéric Jauslin am Samstag ein neues Koproduktionsabkommen im Bereich Film mit der Französischen Gemeinschaft Belgiens. Das Abkommen möchte Koproduktionen mit Belgien fördern und ausbauen.

 Im Rahmen des 61. Filmfestivals in Cannes unterzeichnete der Direktor des Bundesamtes für Kultur Jean-Frédéric Jauslin am Samstag ein neues Koproduktionsabkommen im Bereich Film mit der Französischen Gemeinschaft Belgiens. Das Abkommen möchte Koproduktionen mit Belgien fördern und ausbauen.Am diesjährigen Festival in Cannes werden mit «Home» von Ursula Meier und «Le Sel de la Mer» von Annemarie Jacir gleich zwei schweizerisch-belgische Filme gezeigt: Gute Voraussetzungen, um ein neues Koproduktionsabkommen zwischen der Schweiz und der Französischen Gemeinschaft Belgiens abzuschliessen. Die Bestimmungen des am 1. Juli in Kraft tretenden Abkommens sehen einen finanziellen Mindestbeitrag von 10 Prozent bei einer Minderheitsbeteiligung und eine Mehrheitsbeteiligung von höchstens 90 Prozent vor. Die künstlerischen und technischen Beteiligungen werden ebenfalls proportional aufgeteilt.

Himmlische Salven

Aufgefallen Der Engel von Niki de Saint Phalle im Zürcher Hauptbahnhof hat ein Gspänli bekommen. Ein süsser, aber gigantischer Amor hat es sich in der Halle auf einer Fläche von über 300 Quadratmetern gemütlich gemacht.

 
Aufgefallen Der Engel von Niki de Saint Phalle im Zürcher Hauptbahnhof hat ein Gspänli bekommen. Ein süsser, aber gigantischer Amor hat es sich in der Halle auf einer Fläche von über 300 Quadratmetern gemütlich gemacht. Ausgerechnet gegenüber dem Treffpunkt schwebt der Liebesbringer vor einem romantischen Abendhimmel. Anstelle des klassischen Pfeilbogens fällt beim schnuckeligen Engelchen jedoch eine vollautomatische Maschinen-kanone auf. «Der Liesbesbote musste aufrüsten, seit er für den Partnervermittler Swissfriends.ch unterwegs ist», meint Pius Walker, der den Engel nach Zürich gebracht hat. Die Webpage seines Neukunden ist mit knapp 100’000 Mitgliedern die grösste Schweizer Datingsite. Der kleine Amor kann auch stolz sein, dass pro Woche bereits zehn Babies aus Swissfriends-Partnerschaften geboren werden. Weniger freuen kann sich Amor, dass jetzt ein Sujet aufgetaucht ist, mit welchem Y&R Singapur bereits 2007 für eine Dating-Plattform okcupid.com geworben hat. Aber dieser Amor mit Maschinengewehr braucht für seine Dienste zusätzlich einen Helikopter, während der Zürcher im freien Flug trifft. Zudem: Was gibt es Universelleres als die Liebe – und damit auch Amor als allgegenwärtiger Gott des zwischenmenschlichen Treffens. (pan)

Tally Weijl: Aileen Zumstein wird Leiterin Corporate Communications

Die 30-jährige Kommunikationsfachfrau Aileen Zumstein übernimmt ab sofort die Leitung Corporate Communications beim Basler Modeunternehmen Tally Weijl.

 
Die 30-jährige Kommunikationsfachfrau Aileen Zumstein übernimmt ab sofort die Leitung Corporate Communications bei Tally Weijl. In dieser Funktion betreut sie die Medien in den 32 Ländern, in welchen das Basler Modeunternehmen vertreten ist. Daneben leitet sie strategische Projekte im Kommunikationsbereich. Davor war Zumstein als Redaktorin und Moderatorin bei Radio Basilisk tätig. Sie hat in Basel und Zürich Publizistik, Wirtschaft und Arbeitsrecht studiert.

Jahresversammlung BSW: Milestones erfüllt

Ohne Überraschungen aber auch ohne Leichen im Keller ging am Mittwoch die BSW-Mitgliederversammlung über die Bühne. «Ganz generell ein gutes Jahr», konnte Präsident Frank Bodin in zusammenfassen. Für 2008 sieht der Vorstand eine «Trendwende bei den Honorarverhandlungen» als Antwort auf eine «gefährliche Tendenz unseres Billigzeitalters».

 Ohne Überraschungen aber auch ohne Leichen im Keller ging am Mittwoch die BSW-Mitgliederversammlung über die Bühne. «Ganz generell ein gutes Jahr», konnte BSW-Präsident Frank Bodin in seiner Rede positiv und zügig zusammenfassen. Die Milestones 2007 sind erfüllt. Zufrieden zeigt man sich über die erfolgte Weiterbildung, zum Beispiel mit Verhandlungsschulung, aber auch die Profilierung des Werbestandorts Schweiz, das BSW-Ranking 2007, mehr Kontakt mit den welschen Kollegen sowie Engagement für Werbefreiheit und Fairness haben gegriffen. Das Budget rund um den Effie konnte «positiver als erwartet» abgeschlossen werden. Aus dem Vorstand waren keine Rücktritte zu vermelden. Dieser wurde in corpore für die nächsten zwei Jahre wieder gewählt mit Frank Bodin als Präsident und Peter Felser als Vize. Als zukünftiger Ombudsmann für – nicht zu erwartende Konflikte zwischen den BSW-Mitgliedern – stellt sich Urs Beer zu Verfügung. Als neue Agentur konnte Krieg, Schlupp, Bürge / Springer & Jacoby in den Verband aufgenommen werden.
Der Ort, an dem die 73. BSW-Mitgliederversammlung stattfand, war «kein zufälliger». An der Zürcher Spiegelgasse 1 wurde 1916 das Cabaret Voltaire gegründet und so der Grundstein gelegt für den Dadaismus – «ein Schweizer Kreativ-Export-Schlager», wie Bodin mit ein paar witzigen Anspielungen meinte, ohne die Werber gleich mit Dadaisten vergleichen zu wollen.
Für 2008 sieht der Vorstand einen weiteren «Kampf für Nutzungsrechte und Ideen», eine «Trendwende bei den Honorarverhandlungen» als Antwort auf eine «gefährliche Tendenz unseres Billigzeitalters», wo immer mehr Agenturen nach dem Preis und nicht nach Ideen und Arbeitsqualität beurteilt werden. In Entwicklung ist die Definition der BSW-Mitgliedschaft für Spezialagenturen und Agentur-Gruppen. Anlass zur Diskussion wird weiter die Media-Honorierung geben.
Beim gemeinsamen Nachtessen in der Giesserei gesellte sich auch noch Thomas Bargetzi, CEO von Publicitas Sales Schweiz, zur Runde. «Aus der Publicitas wird keine Mediaagentur!», wollte er in einem Gastreferat beruhigen. Aber seine Verkäufer sollen in Zukunft «aktiver» auf potenzielle Kunden zugehen und nicht nur auf die Inserate warten.
Andreas Panzeri

Drei neue Kampfansagen

Werbefreiheit Die Allianz gegen Werbeverbote ist nicht mehr, es fehlte ihr an Einheit. Deshalb formierten sich drei neue Gruppen.

 
Werbefreiheit Die Allianz gegen Werbeverbote ist nicht mehr, es fehlte ihr an Einheit. Deshalb formierten sich drei neue Gruppen. 
Die Websites www.stopp-werbeverbote.ch und die der Allianz gegen Werbeverbote sind verwaist: An beiden Orten erfolgte die letzte Aktualisierung vor über einem Jahr. Und dies, obwohl die Diskussion um Werbeverbote keineswegs verebbt ist. Doch um die Organisation, die Produzenten, Werbeauftraggeber, Agenturen und Medien etwa drei Jahre lang vereinigte und mit zwei Werbekampagnen «für Freiheit in der Kommunikation» eintrat, ist es still geworden.«Die Allianz befindet sich derzeit im Dornröschenschlaf», sagt Pierre Triponez, der als Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV) federführend war. «Sie ist nicht tot, aber relativ inaktiv», sagt Hanspeter Kellermüller, Geschäftsführer Verband Schweizer Presse. Andernorts hört man deutlichere Worte. «Die Allianz hat ihre aktuelle Bedeutung verloren», konstatiert Piero Schäfer, Sprecher der Schweizer Werbung (SW) und der Allianz. Und BSW-Geschäftsführer Walter Merz ergänzt: «Die Allianz gibt es in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr.» Klar, denn SW und BSW sind im letzten Sommer ausgetreten. Die Interessengemeinschaft Elektronische Medien und der Verband Schweizerischer Werbeauftraggeber (SWA) sind ihnen gefolgt. SWA-Direktor Jürg Siegrist hielt zum Beispiel in seinem Jahresbericht 2007 fest: «Leider ist sich die Allianz gegen Werbeverbote in der Frage über den einzuschlagenden Weg uneinig – die Inseratenkampagnen waren ein Schlag ins Wasser. Wir werden den Kampf um die Werbefreiheit also mit anderen interessierten Organisationen – vor allem mit den Medien, die ja im gleichen Boot sitzen – weiterführen.»
Auch wenn die angefragten Vertreter von SW, BSW, SGV und Verlegerverband die Angelegenheit lieber anders umschreiben würden – letztlich bestätigen sie die desolate Situation. Der Frust geht auf zwei verlorene Volksabstimmungen im Herbst 2006 zurück. In den Kantonen Baselland und Solothurn hatte sich die Allianz unter anderem mit einer Werbekampagne (von DraftFCB/Lowe Group) gegen neue Werbe- und Sponsoring-Einschränkungen engagiert – die aber von 71 beziehungsweise 56 Prozent der Stimmenden gutgeheissen wurden. Die beiden Niederlagen wurden zum Waterloo der Allianz: Man ging über die Bücher. Noch im April 2007 sah es nach einer Einigung aus. In der APG-Hauszeitung Plakativ notierte Othmar Casutt, PR-Verantwortlicher der APG: «Auf einer Sitzung der bisherigen Mitglieder der Allianz im April 2007 war man sich einig, dass der Kampf intensiviert werden muss. Und zwar nicht mehr unter dem negativ besetzten Label ‚Allianz gegen Werbeverbote’, sondern mit einer positiven Botschaft, beispielsweise ‚Allianz für die Kommunikations- und Handelsfreiheit’. Im kommenden Juli will die Allianz mit einem neuen Namen und neuen Zielsetzungen an die Öffentlichkeit treten. Neben den bereits engagierten Werbe- und Medienkreisen will die Allianz auch den Detailhandel, die Dienstleistungsbetriebe, die Lebensmittelindustrie, die Getränkeproduzenten, die Autobranche, die Telekommunikationsbranche, den Bauernverband usw. mit ins Boot holen.»
Ein gemeinsamer FeindDie Verbreiterung gelingt zwar, doch die Allianz zerbricht am 5. Juli 2007. Der Grund: Die Wirtschaft fokussiert auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und erklärt dieses wegen dessen nationalen Programmen zu Tabak, Alkohol und Ernährung zum gemeinsamen Feind. SWA, Agenturen und Medien hingegen wehren sich nicht grundsätzlich dagegen, dass die Politik aus Präventionsgründen den Konsum einzelner Produkte einschränkt oder verteuert. «Wir wollen mit dem BAG kooperieren, wehren uns aber, wenn man für legale Produkte nicht mehr werben darf», findet Piero Schäfer.
Auch wenn SGV-Direktor Triponez heute beschwichtigend meint, man sei «nicht im Krach auseinander», so zieht man doch nicht mehr am selben Strick. Unterdessen haben sich gar mehrere neue Gruppen gebildet: Unter Federführung von SGV und Economiesuisse entstanden ein «Komitee der Wirtschaft für eine sinnvolle Alkoholpolitik» sowie eine «IG Freiheit», die «die Stärkung des Freiheitsgedankens in der Schweiz und dessen Umsetzung in Gesetzgebung und -anwendung» zum Ziel hat. In beiden Institutionen wirken aber weder SWA noch Agenturen noch Medien mit. Diese haben eine dritte noch namenlose Gruppe gebildet, die sich voraussichtlich Ende Mai konstituieren wird. Ob dies gelingt, hängt wesentlich von Hanspeter Kellermüller vom Verlegerverband ab. Er hat die Aufgabe, ein neues Konzept zu entwickeln. Allzuviel will er noch nicht verraten: «Wir versuchen, die Leute dafür zu sensibilisieren, dass die Kommunikationsfreiheit – und zwar auch im Bereich der kommerziellen Kommunikation – einen wichtigen Wert unserer Gesellschaft darstellt.» Doch auch Kellermüller scheint eher auf Kooperation denn auf Konfrontation zu setzen: Statt gegen BAG und Gesellschaftstrends zu kämpfen, kann er sich vorstellen, Hand zu einer gemeinsamen Präventionskampagne zu bieten. Als Demonstration des guten Willens. Und als Prävention gegen weitere Werbeverbote.
Markus Knöpfli
 
 
 
SW ist BindegliedEgal, an wie vielen Stricken man am Ende zieht
, man wird doch nicht ganz getrennt gegen neue Werbeverbote marschieren. Denn ein Verband sorgt für eine minimale Koordination: die Schweizer Werbung (SW). Deren Präsident Carlo Schmid ist im Vorstand der IG Freiheit und hat auch beim «Komitee der Wirtschaft für eine sinnvolle Alkoholpolitik» unterschrieben. Die SW ist ferner auch bei der noch losen Gruppe dabei, die sich unter der Leitung des Verlegerverbandes zu formieren versucht. Alt CVP-Ständerat Schmid tut auch alles, um dieser Rolle gerecht zu werden. So hat er sich erst kürzlich vehement gegen Werbeverbote und gegen das Bundesamt für Gesundheit geäussert, mit einer Breitseite am Tag der Werbung. (mk)

Faspo: Neu auch Einzelpersonen als Mitglieder willkommen

Der Fachverband für Sponsoring Faspo richtet eine Faspo Alumni ein. Damit können ab sofort Einzelpersonen Mitglied werden. Bisher waren nur Firmenmitgliedschaften möglich.

 
Der Fachverband für Sponsoring Faspo richtet eine Faspo Alumni ein. Damit können ab sofort Einzelpersonen Mitglied werden. Bisher waren nur Firmenmitgliedschaften möglich. Das Netzwerk steht sowohl professionellen Mitarbeitern der Sponsoringwirtschaft als auch Studenten und Berufseinsteigern offen. Dadurch soll laut Mitteilung vom Donnerstag eine Plattform geschaffen werden, die den interdisziplinären Erfahrungsaustausch zwischen Alumni-Mitgliedern und den im Faspo vertretenen Unternehmen fördert. Unter anderem steht den Alumni-Mitgliedern die neu eingerichtete Faspo-Jobbörse exklusiv zur Verfügung, welche den Berufseinstieg sowie den Positionswechsel in der Sponsoring-Branche erleichtern soll. Ausserdem können sich Mitglieder über eine Service-Hotline zu Sponsoringthemen beraten lassen.

St. Galler Tagblatt: Projekt «Tagblatt 2008» vorgestellt

An der Generalversammlung der Tagblatt Medien wurde unter anderem das Erneuerungsprojekt «Tagblatt 2008» vorgestellt, welches im Herbst des laufenden Jahres umgesetzt werden soll.

 Gottlieb F. Höpfli , Chefredaktor des St. Galler Tagblatts, stellte an der Generalversammlung das Erneuerungsprojekt «Tagblatt 2008» vor, welches im Herbst des laufenden Jahres umgesetzt werden soll. Die Neuorganisation werde einen gemeinsamen Desk und einen zentralen Newsroom mit sich bringen. Die Ressortsgrenzen sollen überschritten und eine flexiblere Arbeitsweise ermöglicht werden, wie das St. Galler Tagblatt am Donnerstag berichtete.  
 
Die Tagblatt Medien haben im Jahr 2007 ein gutes Geschäftsergebnis erreicht. Das operative Ergebnis wurde auf 11 Mio. Franken und der Gruppenumsatz auf 150 Mio. Franken gesteigert. Dabei geholfen habe vor allem der Stellenmarkt, so Verwaltungsratspräsident Adrian Rüesch. Dieser habe die Inserateeinahmen angekurbelt.
Im Jahr 2008 sind die Tagblatt Medien gut gestartet, wie das St. Galler Tagblatt weiter schreibt. Der Anzeigenverkauf lag im 1. Quartal mit 13,9 Mio. Franken leicht über Vorjahr. Dazu trug der Erwerb der «Toggenburger Nachrichten» bei. Dass das Gruppenergebnis mit 2,6 Mio. Franken unter der Vorjahresperiode lag, hat laut Geschäftsleitungsvorsitzendem Hans-Peter Klauser auch statistische Gründe: Wegen der frühen Ostern hätten sich Inserateeinnahmen vom März in den April verschoben.

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