Aufgefallen: Ein Dutzend beste Plakate

Auszeichnungen Kürzlich wurden die 100 besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gekürt. Zwölf davon waren von der Luzerner Agentur Velvet.

 
 
Auszeichnungen Ende Februar fand die Auswahl der 100 besten Plakate von Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Jetzt kommt zu diesem Wettbewerb auch noch das traditionelle Buch in die Läden sowie demnächst eine Wanderausstellung. Auffallend dabei: Von den 100 besten Plakaten stammen volle 12 von der Luzerner Agentur Velvet. Damit wurden fast alle der 15 Arbeiten ausgezeichnet, welche Velvet eingereicht hatte. Weitere 12 der 100 Preise gingen an verschiedene Schweizer Gestalter. 67 prämierte Plakate stammen aus Deutschland, 9 aus Österreich. Sämtliche Arbeiten von Velvet waren für Theaterhäuser: Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus Köln, Theater Freiburg. (pan) 

Köpfe der Woche: Die Paarläufer

John Leuppi und Sascha Fanetti wollen als CDs Saatchi & Saatchi Simko Zürich aufbauen und potentiellen Kunden eine interessante Alternative bieten.

John Leuppi und Sascha Fanetti wollen als CDs Saatchi & Saatchi Simko Zürich aufbauen und potentiellen Kunden eine interessante Alternative bieten.
Man hörte, dass sich «so einige Leute beworben haben», lacht Sascha Fanetti nicht ohne Stolz. «Darunter waren auch namhafte Creative Directors», ergänzt John Leuppi. Diese habe man aber nicht anstellen wollen, denn sie hätten den Stil ihrer bisherigen Agenturen wohl weitergeführt. Und das war nicht das Ziel, verraten Leuppi und Fanetti, die schliesslich zum Handkuss als leitende Kreative von Saatchi & Saatchis «Start-up» in Zürich gekommen sind. Zwei noch «junge» CDs, die sowohl genügend Silber im Haar als auch Gold beim ADC und viele andere nationale und internationale Preise vorweisen können.
Für die begehrte Zusage sind die beiden seither von allen Seiten beglückwünscht worden. «Ob sie es später auch noch so toll finden, wenn wir bei den Pitches dabei sind, wird sich zeigen», scherzt Fanetti. Und beide sind sich einig: Sie möchten potentiellen Auftraggebern mit frischen kreativen Ideen und der «Lovemarks-Philosopie» eine interessante Alternative zu den klassischen Agenturen bieten.
Pläne sind in der Vergangenheit schon von verschiedenen Netzwerken geschmiedet worden, die im Mekka der Schweizer Werbung ebenfalls mit einer eigenen Adresse präsent sein wollten. Bei einigen hat es funktioniert, bei anderen nicht. Für ihre eigene Herausforderung sehen die frischgebackenen CDs den Vorteil, dass mit Saatchi & Saatchi Simko nicht nur ein starker Brand seine Arme nach Zürich ausstreckt. Die Agentur im Kreis 4 soll auch selber zu einer starken Company aufgebaut werden. Dafür stehen an der Spitze CEO Kaspar Loeb und Chief Strategic Officer Pascal Schaub. «Zwei starke, kompetente Persönlichkeiten, die wir ausserordentlich schätzen», erzählen Leuppi und Fanetti.
In der ersten Phase wird die neue Agentur rund zwölf Leute in Zürich beschäftigen. «Wir haben schon mehr Arbeit auf dem Tisch als Manpower in der Agentur», rechnen die Kreativchefs. Je nach Ausgang der Pitches kann man an der Bäckerstrasse deshalb sehr schnell wachsen. «Bei uns ist nichts unmöglich. Wir können dank der grossen starken Schwester in Genf nicht nur kleine, sondern auch mittlere und grosse Kunden mit tollen Ideen, guter Qualität und bestem Service zuverlässig bedienen.»
Die ersten Kunden sind von Genf nach Zürich transferiert worden. «Es macht Sinn, Orange B2B, Seat und Happy Bett direkt vor Ort bedienen zu können.» Aber auch in Sachen New Business stösst Saatchi & Saatchi Simko in Zürich bei verschiedenen Firmen auf reges Interesse. «Der Reiz des Neuen in Kombination mit einem etablierten Brand», resümiert das Duo. Diese Konstellation war dann auch der ausschlaggebende Punkt, weshalb sich die beiden für die neue Agentur entschieden haben.
«Man lässt uns viel Freiraum, hat aber auch entsprechend hohe Erwartungen», meinen die beiden CDs, die nun selber entscheiden können, welche ihrer Ideen es wert sind, den Weg in den offenen Markt zu finden. Neben dieser neuen kreativen Verantwortung macht es Leuppi und Fanetti auch Spass, den Stil ihrer Arbeitsweise selber in ihre gewünschten Bahnen zu lenken. «Es sind in der Agentur noch keine festgefahrenen Strukturen da. Wir können diese laufend unsern Bedürfnissen anpassen.»
«Ich war irgendwann fällig für diesen Schritt», erzählt John Leuppi. Seit Beginn der 90er-Jahre arbeitet er in der Werbung. Von den 18 Jahren verbrachte er fast sieben bei Wirz Werbung. «Mitbestimmen und mitprägen, was gemacht wird», sieht er als eine seiner grössten Motivationen in seinem neuen Job.
Genauso empfindet Sascha Fanetti. «Wir wären blöd gewesen, hätten wir diese Chance nicht gepackt.» Die beiden ersten CDs bei Saatchi & Saatchi Simko in Zürich arbeiten nämlich schon länger erfolgreich als Team. Drei Jahre war dies bei Wirz der Fall. Zwei Jahre erlebten sie gemeinsam als Duo bei Daniel Matter. «Wir sind schon fast wie ein altes Ehepaar: ab und zu Streit, keinen Sex und trotzdem jeden Tag viel Spass.» Immerhin seien sie in ihrem Job täglich oft mehr als zehn Stunden zusammen.
Fanetti wollte beruflich nie etwas anderes als Werbung machen. «Das ist für mich wohl eine Familienkrankheit.» Sein Vater war 40 Jahre Marketingchef in einem internationalen Chemie-Konzern. Sascha suchte seinen Einstieg als Grafiker. Weil er aber nicht zeichnen konnte, «musste» er Schriftsetzer lernen. Konkreter seinem Ziel entgegen ging es bei der renommierten Design-Agentur CI Programm. Dann nach drei Jahren wieder zurück in die Werbung als AD-Assistent bei Aebi Strebel und Honegger von Matt, wo sich der 36-jährige Fanetti doch noch «autodidaktisch» zum Grafiker entwickeln konnte. Für fünf Jahre wechselte er zu Daniel Matter und verdiente sich seine Sporen als AD ab. Danach folgten zwei äusserst erfolgreiche Jahre bei Ruf Lanz, bevor er zu Lesch + Frei ging. Nach einer Zeit als Freelancer, mit eigenen Kunden, wurde Fanetti schliesslich von Wirz angeheuert, wo er auch John Leuppi wieder getroffen hat.
Dieser lernte zuerst Maschinen-mechaniker und ergänzte sein Curriculum mit einer kaufmännischen Ausbildung. Offensichtlich viel Neugier neben dem nötigen Talent öffneten ihm später die Türe zur begehrten Ringier-Journalistenschule in Zofingen. Dort gab es auch einen Workshop über Werbung mit Hansjörg Zürcher und André Benker. Leuppi wurde vom Werbe-Virus gepackt und heuerte nach der Journalistenschule 1990 als Juniortexter bei Advico an. Nach sechs Jahren war ein Wechsel fällig zu Honegger von Matt und später zu Daniel Matter, wo der 44-jährige alle Stationen von Matters Agenturgeschichte miterleben durfte.
«Sehr spannend» wurde auch ein Jahr in Brasilien. Zusammen mit seiner südamerikanischen Frau und zwei Kindern wanderte der Werber nach Brasilien aus, wo er im Süden des Landes ein Restaurant mit Bar eröffnete. Als die argentinischen Touristen aus diesem von der Inflation gebeutelten Land immer mehr ausblieben, kehrte Familie Leuppi wieder in die Schweiz zurück. Das Abenteuer blieb trotz allem aber «eine reiche Erfahrung, die mich persönlich weitergebracht hat».
In Zürich stieg er mit grosser Lust wieder in die Werbung ein. Zuerst ein Comeback bei Matter und dann bei Wirz, wo er fast sieben Jahre als Senior-Texter wirkte.
Und wenn sie mal nicht arbeiten?
Fanetti steigt gerne aufs Motorrad: am liebsten mit einer seiner Ducati auf den GP-Strecken in Mugello, Barcelona oder Brünn. Familienvater Leuppi fährt ebenfalls Töff, aber nur auf der Strasse. Dafür liebt er es, seine beiden Buben an ihre Fussballspiele zu begleiten.
Andreas Panzeri

Plakat-Rating: Coop Prix Garantie schneidet am besten ab

In der zum zweiten Mal durchgeführten Plakatkampagnenbewertung der APG hat die Coop-Billiglinie Prix Garantie insgesamt am besten abgeschnitten. Berücksichtigt wurden 160 Kampagnen der Jahre 2005 bis 2007.

 
In der zum zweiten Mal durchgeführten Plakatkampagnenbewertung der APG hat die Coop-Billiglinie Prix Garantie insgesamt am besten abgeschnitten. In der mittels Umfrage eruierten Rangliste der leistungsstärksten Kampagnen wurde nach Erinnerungswerten, der Markenzuordnung und der visuellen Attraktivität gefragt. Bei den Erinnerungswerten steht Coop Prix Garantie vor Sunrise Mobile Prepaid und Nestlé Frisco Glacé an erster Stelle. Bei der Frage nach der Markenzuordnung kommt an erster Stelle Postfinance gefolgt von zwei M-Budget-Kampagnen. Am besten gefallen haben die Kampagnen SMP Swiss Yoga, Lindt Excellence und SMP Milch Akrobatik. Der sogenannte Poster Performance Index (PPI), der Name des Ratings, wurde zum ersten Mal 2003 aufgestellt. Für die zweite, aktuelle Durchführung wurden total 160 nationale oder überregionale Plakatkampagnen berücksichtigt. Befragt wurden 400 Personen zwischen 15 und 49 Jahren.

Abendzeitung «Print-it-yourself»

Abendzeitung Nur der Blick verteilt eine gedruckte Abendausgabe. Andere Titel kennen aber abendliche Online-Ausgaben - zum Selberausdrucken.

 
Abendzeitung Nur der Blick verteilt eine gedruckte Abendausgabe. Andere Titel kennen aber abendliche Online-Ausgaben – zum Selberausdrucken. 
Die Abendausgabe der Westschweizer Tageszeitung 24 Heures ist auf der Website www.24heures.ch nicht leicht zu finden, selbst wenn man weiss, dass sie existiert. Immerhin: Via Rubrik «Nos offres» und weiter über «Newsletter» wird man fündig – unter dem Titel Le 16.30. Der Name ist Programm, denn jeden Werktag um 16.30 Uhr steht die Abendausgabe des Edipresse-Blattes zum Download bereit. Le 16.30 enthält auf vier A4-Seiten die wichtigsten Informationen des Tages sowie Vorschläge für den abendlichen Ausgang. «Sie können sie ausdrucken und ruhig auf dem Nachhauseweg lesen», heisst es auf der Homepage. Die Miniversion von 24 Heures sieht aus wie eine kleine Zeitung: Sie weist Spalten auf, Bilder, ferner Rubriken wie Suisse, Vaud, Dans le Monde, Ma Soirée – selbst ein Sudoku und ein bisschen Klatsch fehlen nicht. Kurz, Le 16.30 verfügt über ein richtiges Zeitungslayout.
Exakt dieselbe Ausgabe ist auch auf der Homepage
, der Website der Tribune de Genève (ebenfalls Edipresse) abrufbar, nur dass dort Logo, Grafik und und kantonale News sowie Ausgetipps entsprechend angepasst sind. In beiden Fällen lässt sich das Mini-Abendblatt jedoch nicht nur downloaden, sondern man kann es auch gratis abonnieren und erhält es dann kurz vor Feierabend zugeschickt.Die beiden Edipresse-Titel bieten ihre Online-Abendausgaben schon seit ihrem Print- und Website-Relaunch Ende März 2007 zum Selbstausdrucken an. Bisher allerdings mit geringem Erfolg. Gemäss Online-Chefredaktor David Moginier kommen sie zusammen auf 2’000 Abonnenten. Da die versandten Online-Ausgaben vertagt sind und somit dem Verlag beim Öffnen ein Signal zukommt, wisse man, dass jedoch bloss etwa die Hälfte der Abonnenten die Ausgaben auch tatsächlich nutze. Hinzu kämen etwa rund 1’000 weitere Personen, die das Blatt täglich ab Website downloaden. Insgesamt 2’000 Nutzer pro Tag für beide Online-Ausgaben liegt aber «unter unseren Erwartungen», sagt Moginier. Umso mehr, als dafür etwa drei Personen arbeiten. Bei Edipresse habe man mit insgesamt 10’000 Nutzern nach einem Jahr gerechnet.
Näher ans PublikumEnde Juni wird man die beiden «16.30» deshalb vorläufig suspendieren und über die Sommerpause «das Produkt und unsere Organisation verbessern», sagt Moginier. Wie genau scheint noch nicht entschieden. Moginier sagt nur so viel: Es soll billiger und näher beim Publikum sein. Fest steht aber, dass Edipresse am Angebot festhalten will und dieses dann auch das Marketing besser aufgleisen will. Etwa mit Hinweisen in den Printausgaben.
Was bei beiden Abendausgaben auffällt: Sie sind werbefrei. «Dieses Produkt fiel bisher zwischen Stuhl und Bank», erklärt Moginier. Denn weder Publicitas, Pächterin der beiden Zeitungen, noch die 50-prozentige Edipresse-Tochter Romandie online, Vermarkterin der beiden Websites, sahen sich für das Zwitterding zwischen Print und Online zuständig. Auch diesbezüglich will Edipresse etwas ändern: Voraussichtlich wird die Verantwortung Romandie online übertragen, sagt Moginier.
Markus Knöpfli
Auch die BaZ hat eine Mini-AbendausgabeSchon eine längere Tradition mit ihrem Online-Newsletter
hat die Basler Zeitung. Dieser wurde 2001 lanciert und damals ausschliesslich vormittags zwischen 8 und 9 Uhr versandt – als Zusammenfassung der wichtigsten Nachtereignisse. Seit zwei Jahren erscheint er nun auch nachmittags um 16 Uhr. Auf www.baz.ch ist der Newsletter ebenso schwer zu finden wie bei Edipresse (via baz-shop – Spezialabos). Anders als bei den Westschweizer Ausgaben präsentiert er sich jedoch als reine Liste der wichtigsten Nachrichten. Er enthält weder Bilder noch findet man darauf Ausgehtipps oder Rätsel. Aber im Unterschied zu den Edipresse-Versionen ist er «ab und zu mit Werbung oder einem gesponserten Wettbewerb versehen – je nach Verlagsentscheidung», schreibt BaZ-online-Redaktor Peter Zweifel. Auch ist der Newsletter verlinkt – zum Beispiel zum BaZ-Rubrikenmarktplatz. Doch auch am Rheinknie ist die Nachfrage klein: Der Newsletter geht an rund 2’600 Abonnenten. (mk)

Wer will schon in den Final?

Verkehr Jung von Matt zelebriert für die SBB das Ausscheiden an der Euro 08. In der Schweiz immer ein aktuelles Thema.

 
Verkehr Jung von Matt zelebriert für die SBB das Ausscheiden an der Euro 08. 
Aus einem wichtigen Turnier auszuscheiden tut weh. Umso mehr, wenn es sich dabei um die Fussball-Europameisterschaft handelt. Dann sind der Trauer keine Grenzen mehr gesetzt. Normalerweise.
Etwas anders sieht es aus, wenn die Europameisterschaft in einem Land stattfindet, wo die Eisenbahn ein fast dichteres Netz hat als das Fangnetz hinter dem Tor. Zumindest wenn dieses Land dazu noch so grossartige Ausflugsziele anbieten kann wie die Schweiz. Das glaubt jedenfalls die Agentur Jung von Matt/Limmat im Auftrag ihres Kunden SBB.
Die Kreativen um die beiden CD Alexander Jaggy und Lukas Frei machen sich diese Umstände für ihre Weiterführung der Euro-08-Kampagne der SBB zu Nutze. In zwei Motiven zu einem Promotionsangebot sehen wir Fussballspieler, die vor Freude über das vorzeitige Turnierende beinahe von der Bahre kullern respektive den Schiedsrichter mit der roten Karte am liebsten umarmen würden. Ein Film zeigt einen überglücklichen Elfmeterschützen Freudensprünge vollführend, kurz nachdem er seinen Schuss komplett versemmelt hat.
Der Grund für die Freude der Verlierer ist einfach: Wenn schon nicht die richtige Ecke im Tor getroffen wurde, dann kann man dank den SBB günstig und bequem in die schönsten Ecken der Schweiz reisen. «Wer will da noch lange im Stadion rumstehen?», sinniert Texter Livio Dainese. Die Motive von AD Inken Rohweder sind per sofort auf Plakatstellen in der ganzen Schweiz zu sehen. Der Film aus der Produktion von On Line Video sowie Jingle Jungle wird in den Public Viewing Areas, den UBS-Arenen und auf E-Boards gezeigt – natürlich nur für Zuschauer, die sich dann immer noch da aufhalten.
Andreas Panzeri

Auch im Fall der Fälle sicher

Automobil Noise hat für den ACS die grenzenlose Mobilität witzig in Szene gesetzt. Mit Pleiten, Pech und Pannen.

 
Automobil Noise hat für den ACS die grenzenlose Mobilität witzig in Szene gesetzt. 
Wieso soll jemand Mitglied beim ACS werden? Antworten auf diese Frage gibt eine neue Kampagne der Zürcher Werbeagentur Noise. Diese dramatisiert mit einem augenzwinkernd in Szene gesetzten Zeigefinger: Wer heute ACS-Mitglied wird, sichert sich nicht nur das Recht auf europaweite Pannenhilfe und vielfältige Clubvorteile. ACS-Mitglieder schliessen automatisch auch eine Versicherung ab, die eines von drei auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmten Leistungspaketen umfasst. Diese sind in Zusammenarbeit mit dem Partner Zürich-Versicherungs-Gesellschaft entstanden. Zudem profitieren ACS-Mitglieder von vergünstigten Prämien bei ihrer Zürich-Motorfahrzeugversicherung.
All diese Nutzen der ACS-Mitgliedschaft werden von Noise jetzt schweizweit kommuniziert, indem die Agentur einzelne exemplarische Leistungen wirkungsvoll in Szene setzt «und dadurch der Zielgruppe anhand konkreter Beispiele ihre Vorteile aufzeigt», wie Projektleiter Patrik Leuenberger erklärt. In der Umsetzung setzt Konzepter Martin Rüegg auf hochwertige Fotografien von Oliver Nanzig und stilvolle Inszenierungen, «die sich schon auf den ersten Blick von der Konkurrenz abheben sollen», wie Mathias Friedli, Leiter Marketing & Kommunikation beim ACS, überzeugt ist.
Eine nationale Plakatkampagne und eine grosse Bannerpräsenz legen die Basis, ein Direct Mailing unterstützt den Verkauf und die Website www.acs.ch mit einfacher und klarer Führung runden das Lancierungspaket auf. Diese neuen Medien sind von Sandro Kümin gestaltet und programmiert worden.
Andreas Panzeri

Bundesrat verlängert Präventionskampagnen

Am Mittwoch hat der Bundesrat die Prioritäten in der Präventionspolitik des Bundes bestätigt. Unausgewogene Ernährung, mangelnde Bewegung, problematischer Alkoholkonsum sowie Rauchen und das Aids-Programm sollen auch in Zukunft die Kernthemen der Kampagnen des Bundesamtes für Gesundheit BAG bilden.

 Am Mittwoch hat der Bundesrat die Prioritäten in der Präventionspolitik des Bundes bestätigt. Unausgewogene Ernährung, mangelnde Bewegung, problematischer Alkoholkonsum sowie Rauchen und das Aids-Programm sollen auch in Zukunft die Kernthemen der Kampagnen des Bundesamtes für Gesundheit BAG bilden.Seit den 90er-Jahren führt der Bund in den Bereichen Drogen, Aids und Tabak nationale Präventionsprogramme durch. Nachdem man von Staatsseite seit einigen Jahren auch in Sachen Alkohol sowie Ernährung und Bewegung tätig ist, soll das Engagement hier ebenfalls im Rahmen von nationalen Programmen weitergeführt werden, schreibt der Bund in einer Pressemitteilung vom Mittwoch.
Dem Verband Schweizer Werbung gehen die Kampagnen des Bundesamtes für Gesundheit eindeutig zu weit. «Muss jeder Bürger fit wie ein Turnschuh und dafür freudlos ins Grab?», fragte Verbandspräsident Carlo Schmid etwa am letzten Tag der Werbung in Anspielung auf die Präventionsmassnahmen des BAG rhetorisch. (siehe
). Bundesamt und Bundesrat scheint dies nicht zu beeindrucken. Die Kosten zur Umsetzung der Programme belaufen sich auf ca. 20,5 Millionen Franken. Der Anteil des BAG beträgt ca. 14 Millionen und sei in dessen Finanzplan enthalten, schreibt der Bund in der Mitteilung weiter.

Post übernimmt Frühzusteller Prevag von der BZM

Die Schweizerische Post wird künftig mehr Zeitungen vertragen: Sie übernimmt die Zustellfirma Prevag (Presse-Vertriebs AG) von der Basler Zeitung Medien. Die Prevag-Frühzustellung soll mit jener für den Blick zusammengelegt werden.

 Die Schweizerische Post wird künftig mehr Zeitungen vertragen: Sie übernimmt die Zustellfirma Prevag (Presse-Vertriebs AG) von der Basler Zeitung Medien (BZM). Die Prevag bewirtschaftet mit rund 800 Mitarbeitenden seit über 30 Jahren die Frühzustellung abonnierter Tages- und Sonntagszeitungen im Einzugsgebiet der Basler Zeitung. Jährlich verteilen die Verträger rund 30 Millionen Exemplaren, wie die Post mitteilte. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Nach der Übernahme soll die Frühzustellung der Prevag mit jener des Blick zusammengelegt werden. Für die Letztere ist die Post seit vergangenem März zuständig. Damit wolle man Grosskunden in der Verlagsbranche «ein umfassendes Angebot für Zustelllösungen von Tages- und Sonntagszeitungen» unterbreiten können.
Bereits seit Mitte der 1990er Jahre ist die Post im Bereich der Frühzustellung tätig. Mit der Prevag-Übernahme will der gelbe Riese seine Stellung in der Zeitungszustellung nun weiter ausbauen.

Swiss Txt bedrängt Private

SRG Die SRG-Tochter Swiss Txt drängt mit neuen Crossmedia-Dienstleistungen auf den Markt – dies nicht nur zur Freude der Privatwirtschaft.

 
SRG Die SRG-Tochter Swiss Txt drängt mit neuen Crossmedia-Dienstleistungen auf den Markt – dies nicht nur zur Freude der Privatwirtschaft.  
Bereits seit rund zehn Jahren bietet die 97-prozentige SRG-Tochter Swiss Txt ihre Dienstleistungen im freien Markt an. Bis vor kurzem beschränkte sich das Angebot der Firma, die unter ihrem früheren Namen Schweizerische Teletext AG besser bekannt war, weitgehend auf den Content-Bereich  mit News, Sportresultaten und Tabellen sowie auf den technischen Support. Fast still und heimlich trieb Swiss Txt jedoch in den letzten zwei Jahren auch Multimedia-Lösungen aktiv voran. Unterdessen positioniert sich das Unternehmen ganz offiziell sowohl als Multimedia-Kompetenzzentrum der SRG als auch als «Fullservice-Lösungsanbieterin für den freien Markt». «Swiss Txt vereint die multimedialen Plattformen Teletext, Internet und Mobile unter einem Dach und kann dadurch echte crossmediale Kommunikationslösungen anbieten», heisst es auf der Website. Und weiter: «Vom einfachen SMS-Game bis hin zum kompletten multimedialen Mobile- und Internet-Portal, von einzelnen Basis-Seiten im Teletext bis hin zu integralen Kommunikationskampagnen – Swiss Txt hat auch für Sie die passende Lösung.»
Umsatz unter ErwartungenUm diese Angebote unter die Kunden zu bringen, baute Swiss Txt per 2007 eine Verkaufsstruktur auf. Offenbar mit mässigem Erfolg: Der Umsatz der SRG-Tochter, deren Verwaltungsrat von SF-Direktorin Ingrid Deltenre und TSR-Direktor Gilles Marchand präsidiert wird, stieg 2007 um acht Prozent auf 22,9 Millionen Franken – und blieb damit gemäss SRG-Geschäftsbericht «unter den Erwartungen». Trotzdem will man die Geschäftsfelder Crossmedia Communication und Multimedia Solutions weiter ausbauen, um neue Kundensegmente zu erschliessen.
Damit dürfte die SRG-Tochter manchen grossen und kleinen Web-Agenturen ins Gärtlein treten. An den meisten Orten hat man jedoch den neuen Konkurrenten noch gar nicht wahrgenommen. Bramwell Kaltenrieder, Geschäftsleiter der Internetagentur Orange8, die vor zwei Monaten von Goldbach Media geschluckt wurde, will sich deshalb «nur grundsätzlich» äussern: Wenn staatliche und gebührenfinanzierte Unternehmen im freien Markt aktiv werden, stelle sich die Frage, ob sie auch die vollen Kosten für ihre gesamte Infrastruktur tragen müssten, sagt er. Im Fall von Swiss Txt hat Kaltenrieder keine konkreten Kenntnisse, doch er äussert Zweifel und verweist auf die «immensen Server», welche Swiss Txt betreibt und die von der SRG und damit mit Gebühren finanziert sein könnten. Kurz: Ihm fehle die Transparenz.
Allfällige Quersubventionierungen ermöglichten es Unternehmen wie Swiss Txt, ihren Kunden die günstigeren Konditionen anbieten zu können, was wiederum zu Wettbewerbsverzerrungen führe, bemängelt er. «Gegen neue Wettbewerber habe ich nichts, ich wünsche bloss gleich lange Spiesse», sagt Kaltenrieder.
Markus Gabriel, Gründer und Alleininhaber der Crossover-Agentur Angelink, stösst ins selbe Horn. Zusätzlich kritisiert er die zunehmende Vermischung von Medienanbieter, Vermarkter, Mediaplaner und Kreativdienstleister. Swiss Txt sei dafür nur das neuste Beispiel. Die PubliGroupe sei mit Web2com bereits vorangegangen, ebenso Goldbach mit Orange8. Gabriel bezeichnet dies als eine «Wildwestsituation». «Es gibt keine Rollenverteilung mehr, und wir sind nun zum Mitmachen gezwungen», kritisiert er. Swiss Txt als neuer Player bereite ihm hingegen keine Sorgen. Denn mit dem technischen Knowhow verfüge die Firma längst nicht über gestalterische, konzeptionelle oder gar crossmediale Erfahrung, sagt Gabriel.
Ansporn für KleineKleinere Web-Agenturen beurteilen die Angebote von Swiss Txt unterschiedlich. Thomas Schüpfer, Inhaber von 3w-publishing in Langenthal, begrüsst die neue Konkurrenz sogar, zumal Swiss Txt in einer ganz anderen Liga spiele. «Solche Firmen spornen uns an, noch innovativer zu werden», sagt er. Auch Roland Lutz, Inhaber der Agentur Yeah in Einsiedeln, wehrt sich nicht grundsätzlich gegen neue Konkurrenz. Dass jedoch ein «Staatsbetrieb» die Privatwirtschaft konkurrenziert, findet er «unnötig». Die Gefahr bestehe, «dass wir dann doppelt bezahlen» – als Gebührenzahler und als Kunden.
Markus Knöpfli
Nur bedingt mit Gebühren finanziertDie grundsätzliche Frage steht im Raum: Seit wann muss Swiss Txt für Kosten wie Infrastruktur, Personal, Aus- und Weiterbildung selbst aufkommen? «Swiss Txt ist seit ihrer Gründung im Jahre 1983 eigenständig und trägt alle Kosten, welche sich für eine Unternehmensführung ergeben, selbst», schreibt SRG-Sprecher Daniel Steiner dazu. Und weiter: «Im Grundsatz» sei die SRG-Tochter nicht gebührenfinanziert, erhalte aber für Untertitelungen für Hörbehinderte, die sie im Auftrag der SRG koordiniert und produziert, eine Pauschalentschädigung. Bisher erhielt sie ferner einen fixen Grundbeitrag der SRG für die Sicherstellung ihres Grundauftrages in der Westschweiz und im Tessin. Da aber alle Teletext-Redaktionen per 1. Juli 2008 zu den einzelnen SRG-Sendern dislozieren, entfalle dieser Betrag künftig. Von da an werde Swiss Txt über keine eigenen Redaktionen mehr verfügen, kümmere sich aber weiter um den technischen Betrieb sowie die Entwicklung und Vermarktung von Teletext. Zur Frage, welchen finanziellen Zustupf die SRG von ihrem Profitcenter Swiss Txt erwarte, gibt Steiner nur eine vage Antwort: «Swiss Txt leistet der SRG einen jährlichen Beitrag im Rahmen des Vermarktungsauftrages für den Teletext», schrieb er. (mk)

Zu guter Letzt: Kidmans neue Mission

Nicole Kidman hat schon einiges er- und überlebt. Jetzt darf sie sich eine weitere Aufgabe ins Pflichtenheft schreiben: Sie soll ihrem Heimatland Australien einen neuen Tourismusboom verschaffen. Nichts weniger nämlich erwartet das schöne Land Down Under vom Film «Australia».

 Nicole Kidman hat schon einiges er- und überlebt. Jetzt darf sie sich eine weitere Aufgabe ins Pflichtenheft schreiben: Sie soll ihrem Heimatland Australien einen neuen Tourismusboom verschaffen. Nichts weniger nämlich erwartet das schöne Land Down Under vom Film «Australia», der in der Deutschschweiz am Weihnachtstag startet. Der Streifen werde voraussichtlich von Millionen Kinogängern weltweit gesehen und ihnen Australiens Naturschönheiten, Geschichte und das Leben der Ureinwohner zeigen, frohlockte Tourismusminister Martin Ferguson bei einer Fachkonferenz am Wochenende. Die Tourismuswerber hoffen auf eine Wiederholung des Effekts von «Crocodile Dundee», der in den 80er Jahren bei tausenden Touristen das Interesse an dem Land geweckt hatte. Im neuen Epos «Australia» unter der Regie von Baz Luhrmann spielt Kidman an der Seite von Hugh Jackman eine englische Aristokratin, die sich in einen raubeinigen Viehtreiber aus dem australischen Outback verliebt. Wollen wir hoffen, dass die Geschichte besser ausgeht als Kidmans Ehe mit Tom Cruise, die vor einigen Jahren unter grosser medialer Beachtung gescheitert ist. Andernfalls wird die grosse Tourismusnummer wohl doch eher schwierig.

Cannes: Silber und Bronze für die Schweiz bei «Promo»

In Cannes wurden die ersten Lions vergeben. Spillmann/Felser/Leo Burnett darf sich in der Kategorie Promo über Silber freuen, Saatchi & Saatchi Simko über Bronze.

 In Cannes wurden die Promo-Lions vergeben. Spillmann/Felser/Leo Burnett darf sich über Silber freuen, Saatchi & Saatchi Simko über Bronze. Ausgezeichnet hat die Jury die «Singles in Unterwäsche»-Kampagne für die Migros von SFLB und die Arbeit «Silicon body parts» für Voltaflex von Norvartis aus dem Hause Saatchi & Saatchi Simko.
Der Grandprix in der Kategorie Promo ging an BBDO New York für eine Kampagne im Auftrag des Fernsehsenders HBO: Sie startete mit Filmen, die im «Big Apple» an eine Hauswand projiziert wurden. Dabei erhielt der Zuschauer den Eindruck, die Frontfassade sei entfernt und er schaue verschiedenen Bewohnern direkt in die Wohnung hinein. Die Kampagne setzte sich unter anderem im Netz fort, wo die Protagonisten weiter beobachtet werden konnten.

Cannes: Publicis zwei Mal auf der Cyber-Shortlist

Am Dienstagmorgen wurden in Cannes die Nominierten in der Cyber-Kategorie bekannt gegeben. Gepunktet hat für die Schweiz gleich zwei Mal Publicis, nämlich mit den Arbeiten für die Art Poster Gallery und Chocolat Frey.

 Am Dienstagmorgen wurden in Cannes die Nominierten in der Cyber-Kategorie bekannt gegeben. Gepunktet hat für die Schweiz gleich zwei Mal Publicis: Die Zürcher Agentur strich zwei Shortlistplätze ein. Nominiert ist zum einen die Viral-Geschichte für Art Poster Gallery mit einem gestohlenen und angeblich wieder aufgetauchten Cézanne-Bild, zum andern die Einhorn-Kampagne für Chocolat Frey. Die Verleihung der Cyber-Löwen findet am Mittwochabend statt.
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