Migros zeigt ihre besten Werbespots aus fünf Jahrzehnten

Die Migros hat im Archiv ihrer Werbespots gewühlt und eine Auswahl der 50 besten der letzten fünf Jahrzehnte zusammengestellt. Auf www.migros.ch/werbespots geht die Zeitreise bis zurück in die 1960er Jahre.

Die Migros hat im Archiv ihrer Werbespots gewühlt und eine Auswahl der 50 besten der letzten fünf Jahrzehnte zusammengestellt. Auf www.migros.ch/werbespots kann man so eine Zeitreise bis zurück in die 1960er Jahre machen und zum Beispiel die ersten Schwarzweiss-Spots aus der Zeit der toupierten Frisuren und der geblümten Tapeten ansehen. Die Reise endet mit den neusten Werbespots der Migros aus dem zu Ende gehenden Jahr 2008.

Grands Prix Design 2008 vergeben

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat auch dieses Jahr fünf Designerinnen und Designer für ihr Wirken ausgezeichnet. Hauptkriterium für die Vergabe des Preises ist, dass die Personen auf nationaler und internationaler Ebene massgeblich zum Ruf des Schweizer Designs beigetragen haben.

Die diesjährigen Grands Prix Design gehen an den Modedesigner Albert Kriemler, den Fotographen Walter Pfeiffer, die Ausstellungsgestalter Barbara Holzer und Tristan Kobler und das «Multitalent» Alain Kupper. Die Preisträger, die älter als 40 Jahre sein müssen, wurden von der Eidgenössischen Designkommission unter dem Vorsitz von Lorette Coen gewählt. Jede Auszeichnung ist mit 40’000 Franken dotiert. Mit den Grands Prix Design zeichnet der Bund seit 2007 Designerinnen und Designer aus, die wirkungsvoll und nachhaltig zum Ruf des Schweizer Designs beitragen.
Albert Kriemler wurde für seine Kreativität und seine stete Perfektionierung von Form, Schnitt und Material seiner Kollektionen geehrt. Aber auch für den Mitaufbau und die Positionierung der Modefirma Akris, die 1922 als Schürzenmanufaktur von seiner Grossmutter gegründet wurde.
Walter Pfeiffer habe mit seiner Art, die Welt in Bildern festzuhalten, im Bereich der Fotografie neue Wege eröffnet, heisst es in einer Mitteilung. Walter Pfeiffer sei ein Grenzgänger zwischen der sogenannten angewandten und freien Fotografie, und es sei ihm dabei gelungen, diese Bereiche mit Leichtigkeit zu verbinden.
Barbara Holzer und Tristan Kobler erhalten den Grand Prix Design der Schweizerischen Eidgenossenschaft für ihr internationales Engagement im Bereich der Ausstellungsgestaltung. Ihre herausragende Leistung in diesem Gebiet sei die konsequente Verknüpfung von Ausstellungsinhalten und -gestaltung. Holzer Kobler verstünden es, eine ganzheitliche Atmosphäre zu kreieren, die das Publikum direkt auf emotionaler und intuitiver Ebene anspreche.
Alain Kupper, auch bekannt als Rockmaster K., sei ein Mehrfachtalent: Er habe sich über die Jahre die Integrität und den Willen, sich in einem ganz eigenen Kosmos zu bewegen und seinen ureigenen Weg zu gehen, bewahrt, heisst es in der Mitteilung weiter. Er arbeitet als Grafiker, Musiker, Künstler, Galerist und Fotograf. Das Erscheinungsbild des Bilgerverlags und aktuell dasjenige des Theater Neumarkt in Zürich tragen beispielsweise seine Handschrift.

Aufgefallen…

Weil die Musik-Website Restorm.com in den letzten Monaten «derart rasant wuchs», hat das Zürcher Team der Plattform keine Zeit gefunden, sich um Alltägliches wie Werbung zu kümmern. Die Anzeige im Magazin Bestpicture, die besten Bilder von Keystone, war aber bereits gebucht. Deshalb hat man aus der Not eine ¬Tugend gemacht und die Anzeige gleich zu einem Kreativwettbewerb umfunktioniert.

Claim gesucht per Anzeige
Weil die Musik-Website Restorm.com in den letzten Monaten «derart rasant wuchs», hat das Zürcher Team der Plattform keine Zeit gefunden, sich um Alltägliches wie Werbung zu kümmern. Die Anzeige im Magazin Bestpicture, die besten Bilder von Keystone, war aber bereits gebucht. Deshalb hat man aus der Not eine Tugend gemacht und die Anzeige gleich zu einem Kreativwettbewerb umfunktioniert. Thema: Wer findet für Restorm.com den besten Claim? Restorm ist ein Knotenpunkt zwischen Bands, Musikliebhabern, Labels und Konzertveranstaltern.
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Geschenke, die doppelt ankommen

HEKS geht mit AY&R neue Wege im Fundraising.

Keine Idee, was Sie Ihren Liebsten schenken sollen? Versuchen Sie es doch anstelle der ewiggleichen Parfüms, Weinflaschen und Foulards mit etwas Originellerem. Zum Beispiel einer Büchse Würmer, einer Zuchtsau oder einem Plumpsklo. Die Aktion „Hilfe schenken“ von HEKS (Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz) machts möglich.
Der Clou dabei: Jedes Geschenk kommt doppelt an. Beim Beschenkten in Form einer Geschenkurkunde. Und bei bedürftigen Menschen in der ganzen Welt tatsächlich. Eine Büchse Würmer beispielsweise lockert und düngt das Feld einer armen kambodschanischen Familie nachhaltig und sorgt so für grössere Ernten.
Passend zum überraschenden Mechanismus der Aktion schlägt auch die Werbung neue Töne an: AY&R verbindet für HEKS das Spenden mit Spass. Damit sollen auch Leute erreicht werden, welche von den geläufigen, oft deprimierenden Fundraising-Aufrufen abgeschreckt werden. Die Website www.hilfe-schenken.ch sowie Anzeigen, Plakate, Banner und Mailings sind ab Ende Oktober im Einsatz. (pan)

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Zu guter Letzt: All the President’s cars

Kaum gewählt, wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bereits für PR-Zwecke instrumentalisiert. Es war zu erwarten.

Kaum gewählt, wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bereits für PR-Zwecke instrumentalisiert. «Barack Obama gewinnt mit Avis-Motto Präsidentschaftswahlen» lautete die vom US-amerikanischen Autovermittler Avis am Mittwoch via Pressemitteilung verbreitete Nachricht.
Als Begründung für die Aktion verweist das Unternehmen auf ein Zitat in der Washington Post, wo Obama den seit den 60er Jahren gültigen Avis-Claim: «We try harder» benutzte. «When your name is Barack Obama, you’re like Avis: you’ve got to work, you know, twice as hard», schreibt Avis folgerichtig, und vergisst bei der Gelegenheit nicht zu erwähnen, dass das Motto für Avis immer noch aktuell ist.
Als potenzieller Avis-Kunde wird man sich diese Episode merken müssen. Steht man nämlich einmal in einem Avis-Geschäft und bekommt nicht, was man will, wird man dem Angestellten höflich sagen müssen: «Try harder, and just say: Yes, we can.»

«Im Internet geht es um Leute»

Im GDI haben internationale Betreiber von Community-Plattformen neue Trends für Social Media analysiert.

Das ging schnell. Vor drei Wochen hat Arjen Strijker einen Aufruf auf der Plattform Twitter gestartet. Der in Zürich lebende Holländer, der im Business Relationship Management tätig ist und ein Spezialist für Kaderrekrutierung im Bereich Finanzen und Consulting, wollte sich mit Gleichgesinnten über die Trends und jüngsten Entwicklungen in den Web-Diensten austauschen. Soziale Medien wie Facebook, Twitter, Xing oder First Tuesday «bieten mehr als blossen Zeitvertrieb», ist er überzeugt. Längst haben solche Web-Dienste die Welt der Unternehmenskommunikation massiv verändert. «Wie können Unternehmen am meisten Nutzen aus Social Media ziehen?», ist deshalb die Frage.
Gefragt getan: Drei Wochen nach Strijkers Aufruf über Twitter hat im Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon die Somesso Zürich 08 stattgefunden. An der Konferenz traf sich ein ausgewählter Kreis von rund 80 Unternehmern aus ganz Europa und diskutierte einen ganzen Tag lang über das Netz und das Netzwerken.
«Ich habe die Idee zu Somesso auf Twitter entdeckt und fühlte mich sofort angesprochen», verrät Daniel Jörg. Der Leiter Crossmedia bei Burson-Marsteller in Bern spielte die Meldung auf Twitter an gleichgesinnte Kollegen weiter und stampfte mit seiner Agentur und anderen Spezialisten innerhalb weniger Tage die Website www.sommesso.com aus dem Boden. Diese Plattform könnte nun so etwas wie die Dachluke der vereinigten Portalbetreiber werden. Von diesen haben sich die meis¬ten wichtigen Exponenten den Termin in Rüschlikon freischaufeln können. Auch beim GDI hat man auf die Twitter-Botschaft reagiert und für Somesso die Konferenzräume angeboten. Jojo Rufener, der schon lange als grosser Netzwerker wirkt, ist von der neuen Initiative so begeistert, dass er bereits angeboten hat, nach der Somesso im GDI auch die nächste Konferenz im März in London sowie ebenfalls 2009 in Barcelona mit Rufener Events zu betreuen. «Natürlich zu einem Förderpreis.» Denn auch wenn Agoracs als Veranstalter der Somesso schon viele Initiativen im Ausbau von Geschäftskontakten bündelt, bewegt sich die Avantgarde solcher Entwicklungen natürlich immer wieder im Bereich der Start-ups.
75 Prozent der Innovationen scheitern
Neun ausgewählte Start-ups waren es auch, die beim ersten Somesso je vier Minuten Zeit bekommen haben, um ihre Ideen und Business-Modelle zu präsentieren. Vorgängig referierten Experten und die Vertreter bereits erfolgreicher Netzwerke über ihre Aktivitäten. Moderiert wurde diese Präsentation von Susan Kish, die seit dem Aufkommen der ersten Social Networks als internationale Expertin in dieser Sparte auftritt. «Social und Media gibt es schon ewige Zeiten. Aber wir haben heute eine neue Technologie, welche die Gesellschaft in der Zukunft noch mehr verändern wird als die Erfindung der Zeitung», versuchte Kish die Bedeutung der neuen Medien in richtige Dimensionen zu fassen. Das revolutionär Neue an dieser Kommunikationsform: Das Verbreiten von Information und das Vernetzen von Interessierten ist möglich für alle zu einem äusserst günstigen Preis. Dass dabei das Medium Print noch lange nicht verloren hat, demonstrierte Kish mit einem Mitbringsel aus London. Dort hat sie am Flughafenkiosk ein buntes und dickes Heft namens Facebook Guide Magazin gefunden.
Bei der Vorschau auf kommende Entwicklungen hat der holländische Professor Frans van der Reep festgestellt, dass ein Trend von der Gattung Marketing zu Sales verläuft. Das spanische Modehaus Zara zum Beispiel betreibt gar kein Marketing mehr. Man stellt einfach eine grosse Auswahl von neuen Kleidern in die Läden. Was nach drei Wochen verkauft ist, wird in das Sortiment aufgenommen. Der Rest fliegt raus. Die modische Strategie für das Marketing liefert somit die Kundschaft selber. Eine weitere Analyse von Reep: «Social Media macht jeden zu einem Verkäufer.» Die Präsenz im Netz wird dazu eine zwingende sein. Wer nicht irgendwo vernetzt ist, wird auch nicht gesehen. Interessant auch seine Zahlen, dass 75 Prozent der geplanten Innovationen ins Nichts führen. Neu in unserem Zeitalter funktioniert, was aus der Basis heraus irgendwie von selber entsteht und dann von unten nach oben wächst. «Das führt zu neuen Business-Modellen, die viel mehr auf Kooperation als auf hergebrachte Befehlsausgabe bauen.» Vernetzt die Anregungen aus seiner Umgebung wahrnehmen ist auch nötig, weil 70 Prozent der Erfindungen von ausserhalb einer Institution oder gar der Branche kommen. «Develop talent to spot talent», folgerte Reep deshalb zum Schluss.
Eines dieser Talente ist sicher Julie Meyer. Ausgezeichnet mit dem Titel «Ernst & Young Entrepreneur of the Year 2000» wurde die Engländerin für den Aufbau ihrer Plattform First Tuesday. Der Thinktank der neuen Wirtschaft hat Meyer vor vier Jahren für 50 Millionen Dollar verkaufen können. Mit ihrer Ariadne Capital fördert Meyer seither Start-ups wie zum Beispiel Skype, welches revolutionäres Telefonieren im Internet ermöglicht. Am WEF in Davos wurde Julie Meyer als «Global Leader of Tomorrow» gekürt. In Rüschlikon hat sie erklärt, dass die Entwicklung von einer «digital island» zu einem «entrepreneur country» verläuft. Meyer sieht einen wachsenden Trend zu Micro-Unternehmen. Sollten diese einmal gross werden, müssen sie unbedingt ihre Start-up-Mentalität beibehalten können, sonst wird das Unternehmen zu fett. Für Aufsehen auch in Blogs nach der Somesso hat ihre Aussage gesorgt, dass 2012 «90 Prozent der Firmen mit ‹open source›-Software arbeiten werden». Als Open source gilt Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und durch die allgemein verfügbare Lizenz Weiterentwicklungen fördert. Ein zukunftsträchtiges Businessmodell, das über die Plattform «Slice The Pie» funktioniert, ist auch ein Netzwerk, wo Musikschaffende ihre Arbeiten ins Netz stellen und dort ihre Fans finden. Diese können interaktiv in ihre Lieblingsgruppen investieren und werden so am Erfolg ihrer geförderten Künstler finanziell beteiligt.
Bezahlende User – interessantere User
«The Greater IBM Connection – IBM’s Social Media Tools.» Unter diesem Titel präsentierte Bettina Kahlau von IBM, wie das ehemals führende Computerunternehmen mit einem neuen Netzwerk noch einmal möglichst viele aktive und vor allem auch ehemalige IBM-Mitarbeitende zusammenbringen will. Im Sinne eines Kulturwandels bei IBM sollen die Spezialisten, die oft im Frust das Unternehmen verlassen haben, der Marke IBM noch einmal neuen Glanz verleihen. «Es darf doch nicht sein, dass soviel Know-how plötzlich nicht mehr greifbar ist», fasste Kahlau die Idee dieser neuen IBM-Family zusammen. Tatsächlich haben sich schon 30 Prozent der Ehemaligen dem neuen Netzwerk angeschlossen, das in der Startphase über Xing gelaufen ist.
Thomas Power hat mit seiner Frau zusammen vor zehn Jahren die Plattform www.ecademy.com gegründet. Sechs Jahre lang brauchten die beiden, bis ihr Netzwerk ein wichtiger Player im Markt werden konnte. Auf Ecademy kann man alles finden und anbieten, was irgendwie zum Claim «connecting business people» passt. Finanziert wird die Plattform zu 80 Prozent von Abonnenten und 20 Prozent Werbung. «Mitglieder, die für ein Netzwerk bezahlen, sind auch abgesehen vom Geld die interessantesten User», meinte Power.
Bei seinem Exkurs in die Geschichte solcher Netzwerke stellte er das Sachbuch «The death of competition» von James F. Moore als die Bibel vor, welche die¬se ganze Bewegung ausgelöst hat. In sechs Wörtern zusammengefasst hiess die Entwicklung «find me» für Web.1.0, «join me» für Web.2.0 und demnächst «follow me» für Web.3.0. Dazu passt: «Microsoft hat Probleme, im Web erfolgreich zu sein, weil sie Dokumente organisieren und verwalten. Im Internet geht es aber nicht um Dokumente, sondern um Leute.»
Daniel Jörg von Burson-Marsteller untersuchte in seinem Referat: Was kann passieren, wenn man die Blogger-Szene nicht ernst nimmt und Kommentare ignoriert oder abweist? Seine Folgerung: Man hat sehr schnell nicht nur die Blogger, sondern im worst case die ganzen Medien gegen sich. Im Fall des Veloschlossherstellers Kryptonite endete das Ingnorieren von Kritik beinahe mit Bankrott. Natürlich hat auch eine Veranstaltung wie Somesso bereits den Weg in viele Blogs gefunden. Fazit: Somesso war das Geld wert, auch wenn die Konferenz 720 Euro gekostet hat oder 590 für Frühbucher.
Unter den von Peter Hogenkamp, dem Gründer und CEO von Blogwerk, vorgestellten neun Start-ups sind Cassiber.com mit seinem Slogan «Make ideas happen» aufgefallen sowie das Schweizer Unternehmen Amazee.com zum Initiieren von Projekten. Vielversprechend ist auch Kyte aus Zürich und San Francisco. Nokia ist ein Hauptinvestor für diese «digitale Multimedia-Plattform für das 21. Jahrhundert».

Andreas Panzeri

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Daniel Jörg von Burson-Marsteller hat viele Fäden gezogen.
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Julie Meyer gründete First Tuesday. Amir Suissa ist Advisor.
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Susan Kish und Jojo Rufener engagieren sich für Somesso.
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Arjen Strijker hatte die Idee zur Somesso-Konferenz.

Tropic Fredi wills noch einmal wissen

Radio Tropic steht wieder bereit – diesmal per Internet. Noch fehlt aber das nötige Geld.

Ende 2007 zog Frédéric Dru, der Initiant von Radio Tropic, bei seinem UKW-Sender nach zehn Jahren den Stecker, seither ertönt auf derselben Frequenz Roger Schawinskis Radio 1. «Es wird sehr lange dauern, bis wieder so etwas entsteht wie Radio Tropic», sagte Dru damals traurig im Tages-Anzeiger. Er hatte aufgegeben, weil er sich nicht um eine neue UKW-Konzession bewerben mochte. Die Auflagen bezüglich journalistisch aufbereiteter Lokalinformationen passten seinem «Kulturradio ohne allzu viel Blabla» nicht ins Konzept.
Doch bereits fünf Monate nach dem Ende wurde Dru wieder radio-aktiv. Genauer: Drus Tochter und seine Frau gründeten am 9. Mai 2008 zusammen eine neue Firma namens Radio Tropic International, deren Zweck die «Verbreitung von Radiosendungen im Internet und durch andere elektronische Medien» ist. Auskunft dazu erteilt jedoch einzig Frédéric Dru.
Und er will es noch einmal wissen. Das Echo auf das Aus seines Radios sei so überwältigend gewesen («einige Leute haben sogar geweint»), dass er sich entschieden habe, es ein weiteres Mal zu versuchen – und zwar mit demselben Programmkonzept. Will heissen mit rund 270 verschiedenen Rhythmen aus Blues, Soul, Reggae, Tropical Jazz, African Jazz, Gospel und Tango und kombiniert mit Nachrichten in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Natürlich wird Familie Dru nicht mehr auf UKW on air gehen, aber via Internet und vielleicht auch einmal via DAB+. Als Grund für den erneuten Versuch gibt Frédéric Dru die Liebe zur Musik sowie zu den Menschen und deren verschiedenen Kulturen an. «Musik hat viele Kräfte. Sie ist eine Medizin und sorgt für das innere Gleichgewicht. Zudem bringt sie die Gefühle in Bewegung», umschreibt er seine Philosophie. Zudem sollte sich Radio Tropic abheben. «Wir wollen nicht sein wie alle andern, schliesslich besteht die Welt nicht nur aus den USA und Grossbritannien.» Sein Radio sollte bei den Hörern vielmehr zu einer Horizonterweiterung beitragen. Geld ist ihm hingegen sekundär. «Ich wollte mit Tropic nie die Nummer 1 und auch nie Millionär werden», sagt er.
Noch sendet Radio Tropic nicht. Es steht auch noch kein Starttermin fest, obwohl Familie Dru an der Limmatstrasse 31 in Zürich startbereit wäre. Das Hindernis sind die fehlenden Finanzen. Zehn Jahre lang hat Dru Radio gemacht – oftmals finanziell am Limit und nur dank ehrenamtlicher Mitarbeiter, Freunden und Bekannten. Das möchten Drus nicht mehr. Für das neue Projekt benötigen sie jedoch Sponsoren oder fes¬te Zusagen von Werbekunden. «Viele haben sich interessiert gezeigt, doch niemand will sich festlegen. Alle warten die definitive Vergabe der Sendekonzessionen ab. Und auch die Finanzkrise liess viele vorsichtiger werden», sagt der Radiomann. Wie viel Geld benötigen Drus denn zum Starten – eine Million Franken? Frédéric Dru winkt ab. «Die Hälfte tuts auch», sagt er, ohne Budgetdetails preisgeben zu wollen.
Markus Knöpfli
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TBS Identity gestaltet einheitliche Dachmarke Clienia-Gruppe

Die Kommunikations- und Designagentur TBS Identity hat einen kommunikativen Gesamtauftritt für die Unternehmens-Identität und das Erscheinungsbild der Clienia-Gruppe entwickelt. Die Umsetzung erfolgt nun in Etappen. Wesentliche Bereiche des visuellen Auftritts und der Unternehmenskommunikation seien bereits realisiert, wie TBS Identity in einem Pressecommuniqué vom Mittwoch mitteilt.

Die Kommunikations- und Designagentur TBS Identity hat einen kommunikativen Gesamtauftritt für die Unternehmens-Identität und das Erscheinungsbild der Clienia-Gruppe entwickelt. Die Umsetzung erfolgt nun in Etappen. Wesentliche Bereiche des visuellen Auftritts und der Unternehmenskommunikation seien bereits realisiert, wie TBS Identity in einem Pressecommuniqué vom Mittwoch mitteilt.
Neben Marke, Typografie und Farbe sei ein zentrales Element der Gestaltung auch eine eigene Clienia-Bildwelt. Mit Aufnahmen des betrieblichen Alltags und der ruhigen landschaftlichen Umgebung soll eine freundliche und unspektakuläre Welt dargestellt. Ängste und Vorurteile gegenüber der Psychiatrie sollen damit aufgefangen und die Zielgruppen direkt angesprochen werden, schreibt die Agentur.
Seit Juli 2008 agieren die Privatkliniken Schlössli und Littenheid an insgesamt sechs Standorten unter dem gemeinsamen Credo «psychiatrische Kompetenz » als Clienia-Gruppe. Die verschiedenen Standorte der zwei Kliniken, mit stationären und ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Angeboten, treten unter einer einheitlichen Dachmarke auf.
Verantwortlich bei Clienia: Hans Schwyn (CEO), David J. Bosshard (CFO). Verantwortlich bei TBS Identity (ASW): Michael Schädelin (Konzept/Beratung), Christian Tobler (CD), Kathrin Treml (AD), Heidi Röllin (Projektmanagement).

JvM/Limmat bewirbt Rückwärtskamera von Mercedes rückwärts

Mercedes-Benz hat eine Rückfahrkamera entwickelt, welche dem Fahrer das Rückwärtsfahren erleichtern soll. Die Agentur Jung von Matt/Limmat hat dazu die Kampagne unter dem Motto «Rückwärts genauso gut wie vorwärts» realisiert.

Mercedes-Benz hat eine Rückfahrkamera entwickelt, welche dem Fahrer das Rückwärtsfahren erleichtern soll. Die Agentur Jung von Matt/Limmat hat dazu die Kampagne unter dem Motto «Rückwärts genauso gut wie vorwärts» realisiert und dabei auf ein Stilmittel aus der Literatur zurückgegriffen: das Palindrom. Dies sind Sätze und Begriffe, die vorwärts und rückwärts gelesen den gleichen Sinn ergeben. Die Motive sind seit 1. Oktober in der Schweiz zu sehen.
Verantwortlich bei Mercedes-Benz Schweiz: Doris Lengwiler (Leiterin Marketing-Kommunikation Mercedes-Benz Cars). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Alexander Jaggy, Michael Rottmann (Creative Direction), Alexander Holtz (Text), Inken Rohweder (Art Direction), Nora Vögeli (Grafik), Felix Schröder (Beratung).

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Flop der Woche: NZZ: Neuer CEO kehrt mit eisernem Besen

Der NZZ AG, dem Stammhaus der NZZ-Gruppe, steht «ein umfassendes Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm» bevor – wegen rückläufiger Erträge und schlechter Konjunkturprognosen.

Der NZZ AG, dem Stammhaus der NZZ-Gruppe, steht «ein umfassendes Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm» bevor – wegen rückläufiger Erträge und schlechter Konjunkturprognosen. Dabei wird es auch zu einem Arbeitsplatzabbau mittels natürlicher Fluktuation, Frühpensionierungen und Streichung offener Stellen kommen, hiess es am Dienstag in einem Communiqué. Auf die Frage nach dem genauen Ausmass des Abbaus konnte der neue CEO Polo Stäheli noch keine Auskunft geben. Die Zahl der insgesamt zu streichenden Stellen werde sich aber «im unteren zweistelligen Bereich» bewegen, sagte er. Man werde sofort alle Bereiche nach Sparpotenzial durchforsten, um dem Verwaltungsrat ein möglichst realitätsnahes Budget 2009 vorlegen zu können. «Wir wollen nicht nur reagieren, sondern auch antizipieren, was nächstes Jahr auf uns zukommen könnte», sagte Stäheli. Auf den ersten Blick erscheinen die Massnahmen etwas überstürzt, weisen doch die Titel der NZZ 2008 ein stabiles Inseratenvolumen aus. Das täusche, sagt Stäheli, da die VSW-Statistik keine Finanzinserate enthalte. «Und da sind wir ziemlich exponiert.» Dass er als nahezu erste Amtshandlung bei der NZZ einen Abbau vornehmen muss, habe ihn nicht überrascht, sagt der CEO weiter. Schliesslich habe er den Markt auch schon von Bern aus beobachtet. «Überrascht hat mich aber das Ausmass des Einbruchs in diesem Herbst.» Für das Haus NZZ hingegen sei es wohl neu, «dass frühzeitig reagiert wird, statt zuzuwarten, bis es zu spät ist».

Mit Ironie aus der Erklärungskrise

Das ganze Finanzdebakel hatte System und war folglich vorhersehbar – oder wäre vielmehr vorhersehbar gewesen, wenn sich die Medien der Thematik mit genügend Beharrlichkeit und kritischer Distanz gewidmet hätten. Gastkommentar von Oliver Classen, Pressesprecher bei der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern und ehemaliger Medienredaktor der Werbewoche.

Die vertrackte Dynamik des globalen Bankenkollapses überfordert neben Wirtschaft und Politik auch die Medien. Vor 20 Jahren wurde noch das Ende der Geschichte kolportiert, jetzt mokiert man sich kollektiv über die Ironie der Geschichte. Und versucht damit eigenes Versagen zu kaschieren.
Allmählich wirds ernst. Die Einschläge kommen näher, das Reduit wackelt, eine währschafte Rezession steht vor der Tür von Herrn und Frau Schweizer. Die Zeitungen liefern täglich neue Zahlen, Zeichen und Zitate, die zeigen, dass die sich von der Wall Street konzentrisch ausbreitenden Krisenkreise nächstens auf helvetisches Kernland treffen werden. Dabei ist inflationär von Ironie die Rede. Die Palette reicht von Leserbriefen («Dass mir mein UBS-Berater damals riet, die Swissair-Aktien zu behalten, tönt heute wie Ironie des Schicksals.») über Kolumnen («Die beissendste Ironie der Krisengeschichte: Finanzminister Paulson hat als Investment-Banker Millionen gescheffelt.») bis zum Magistraten-Interview («Der Bundesrat hat eine Gesamtverantwortung und muss handeln, auch wenn das angesichts der Überheblichkeiten einzelner Manager bittere Ironie ist.»).
Die öffentliche Umwertung aller Werte zeitigt also allerlei doppelbödigen Spott und offene Häme, auch in Schweizer Redaktionsstuben. Spätestens seit Thomas Mann wissen wir aber: «Wer ironisiert, macht aus einer Not eine Überlegenheit.» Mutter aller Ironien ist also die Tatsache, dass die Finanzkrise auch eine Medienkrise ist. Plötzlich erfahren wir detailliert, was publizistische Marktbeobachter längst hätten bemerken müssen: Das ganze Debakel hatte System und war folglich vorhersehbar – oder wäre vielmehr vorhersehbar gewesen, wenn sich die Medien der Thematik mit genügend Beharrlichkeit und kritischer Distanz gewidmet hätten. Stattdessen hockten sie lieber auf der Bettkante von Paris Hilton, produzierten grenzdebile Formate wie «Deal or no Deal» oder lancierten immer neue Gratisblättchen, die noch weniger Information noch bunter aufmachen.
Den Vogel in Sachen Inkompetenz und Ignoranz hat bekanntlich die Weltwoche mit ihrem Cover-Spruch «La crise n’existe pas» abgeschossen. In der Folgenummer schafft es deren Medienkolumnist, kenntnisreich das Versagen der Branche als Frühwarnsystem zu geisseln, ohne dabei auch nur ein Wort über die epochale Fehlleistung des eigenen Blattes zu verlieren. Vermutlich liest Zimmi (als Chefironiker) die eigene Postille schlicht nicht. Dass sein Verleger (als Chefideologe) zensuriert hat, kann nämlich für einmal ausgeschlossen werden. Denn in derselben Nummer finden sich gleich zwei Anflüge von Selbstironie bezüglich des besagten Aufmachers: In einem – kaum zufällig neben dem Editorial platzierten – Inserat leugnet eine regionale Suchmaschine die Wirtschaftskrise im selben Wortlaut und Schriftzug wie das legendäre Cover. Und im Zitatrückblick aus anderen Zeitungen darf die WOZ über ihre Erzfeindin höhnen: «Deutlicher schreiben, was nicht ist, geht nicht.»
Weltblätter haben eine Rubrik namens Korrigendum, die Weltwoche hat Roger Köppel. Statt Stellung zu seinem beherzten Griff ins Klo zu nehmen, spielt der Neoverleger also über Bande, lässt WOZ und Werber mit den Augen zwinkern und versucht so, eine der peinlichsten Schlagzeilen der Schweizer Pressegeschichte zu verwedeln. Umsonst. Ungleich eleganter machen das seit Beginn der Krise bereits die angelsächsischen Leitmedien der Global Financial Community. So schrieb das Wall Street Journal nach der Lehman-Pleite, dass es sich auch dann nicht umtaufen würde, wenn die New Yorker Börse in Flammen aufgehen sollte. Und die Financial Times startete eine Rubrik, wo externe Experten die Qualität ihrer täglichen Berichterstattung übers grosse Bankenbeben evaluierten. Angesichts des eigenen Anspruchs keine unironische, zugleich aber eine sehr souveräne Geste. Hiesige Medien könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

Was wäre, wenn?

TBWA Zürich sensibilisiert für ein prominentes Thema mit Prominenten.

Gegen Aids. Für die Betroffenen.» So lautet der Claim der neuen Kampagne für die Aids-Hilfe Schweiz. Die neue Aktion ist von TBWA Zürich mit prominenten Schweizer Persönlichkeiten realisiert worden.
Die Ideen aus dem Team von CD Frederick Rossmann wollen gleichzeitig sensibilisieren und die Fundraising-Aktivitäten rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember unterstützen. Von Anfang November bis Ende Monat ist die Kampagne auf Plakaten, E-Boards und Mailings zu sehen. Die heikle Thematik erzielt in diesen Medien Aufmerksamkeit, indem Schweizer Prominente wie Marc Forster, Stefanie Glaser, Stephan Eicher, Didier Cuche oder Sandra Studer die Frage stellen: «Was, wenn ich HIV-positiv wäre?»
Immer noch diskriminiert
Die Botschaft kommt an: «Es ist das HI-Virus, das es auszugrenzen gilt, nicht die HIV-Positiven.» Bei der Aids-Hilfe Schweiz ist man überzeugt, dass Infizierte immer noch diskriminiert werden. (pan)
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