Köpfe der Woche: Feuer und Flamme

Folker Wrage ist Geschäftsführer Kreation bei Publicis Dialog und Eric Fricke sein Grouphead Art. Zusammen stehen sie schon lange in einem sehr kreativen Dialog.

Bei Publicis Dialog ist wieder die nötige Ruhe eingekehrt. Auch wenn es zurzeit sehr hektisch zu und her geht. Der neue Erfolg basiert auf einem alten «Dreamteam». Der im Frühling gestartete CEO Erik Neumann hat im Sommer zuerst Eric Fricke als Group Head Art und im August auch noch Folker Wrage als Geschäftsleiter Kreation ins Boot geholt. Die drei kennen sich schon lange. Ihre Geschichte prägte über rund zwanzig Jahre auch viele Events im deutschen Dialog-Marketing.
Wenn man Werber wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Text oder Art. «Ich bin kein Grafiker. Insofern blieb mir nur das geschriebene Wort», fasst Folker Wrage seine Berufswahl zusammen. Der Geschäftsleiter Kreation bei Publicis hat «sein ganzes Leben schon» geschrieben. Plattenbesprechungen, Musikkritiken, Reportagen für Szenemagazine. Als ein ergänzendes Studium hat er sich für Psychologie entschieden. Nach sieben Semestern merkte Wrage aber, dass er «für die Arbeitslosigkeit studiere». So hat er einen radikalen Schnitt gemacht und ging für fünf Jahre zur Lufthansa. Als Flugbegleiter konnte er seine grosse Neugier nach der grossen weiten Welt ausleben. Da Tabletts verteilen aber «nicht die ultimative berufliche Herausforderung ist», fragte sich Wrage eines Tages: Was kann ich? So ist er als Texter in die Werbung gekommen. Zuerst als Freelancer. Als sich sein Talent herumgesprochen hatte, kam ein Angebot von Ogilvy One. Dass es sich dabei um eine Dialogagentur handelte, war eher Zufall. Und so hat bei Wrage die Karriere ihre bis heute anhaltende Richtung genommen. «Am Ende ist alles prima zusammengekommen. In der Werbung hat mir alles geholfen, was ich bisher gemacht habe. Eigentlich ist es für einen gestandenen Werbetexter ja fast schon Pflicht, ein abgebrochenes Studium und einen seltsamen Beruf mitzubringen.»
Seiner ersten Agentur ist Wrage gleich eine Dekade treu geblieben. «Das war aber nie langweilig. Alles lief bei Ogilvy One wie verrückt.» Nach fünf Jahren war Wrage CD, nach sieben stellvertretender Geschäftsführer. Nach zehn Jahren hatte er «erreicht, was zu erreichen war». Um noch ein bisschen weiter zu lernen, wechselte er deshalb in eine klassische Agentur. So ist er zu Leo Burnett gekommen. Damals betreute er für Marlboro den Schweizer Etat. Als er auch «Marlboro verstanden» hatte, traf er Erik Neumann, einen alten Weggefährten von Ogilvy wieder. Der heutige Geschäftsführer von Publicis Dialog in Zürich wirkte damals für Saatchi & Saatchi X. In dieser Agentur für Shopper-Marketing ist Wrage als Kreativpartner eingestiegen, lernte dort «sehr viel» über Werbung am POS und hatte auch grossen Erfolg im Team mit Neumann. «Wir beide verstehen uns sehr partnerschaftlich. Und selbst wenn wir als leitende Angestellte arbeiten, gehen wir immer sehr unternehmerisch an unsere Aufgaben ran. Und vor allem mit viel Herz», umschreibt Wrage seinen Stil. Klar sei er mit Neumann jetzt in Zürich bei Publicis Dialog ein Teil eines grossen Netzwerks. «Wir haben aber die unternehmerische Gesamtverantwortung, fast schon im Sinne einer Eigenständigkeit.» Wrage interessierte sich auch als Kreativer schon immer für Zahlen. «Ich arbeite auch sehr gern an der Business-Strategie mit. Mir ist wichtig, dass wir wachsen und profitabel sind.»
Spass am Direct Marketing
Als er früher mal mit einem Headhunter über seine weitere Zukunft geredet hat, meinte dieser, dass Wrage an einem ganz schön grossen Rad drehe. «Aber das ist es auch, was mir Spass macht», sinniert er. Und erzählt gerne von seinen spannenden Zeiten, wo er bei Ogilvy One mitgeholfen hat, eine Agentur innerhalb von fünf Jahren «mit riesengrossem Abstand zur Nummer eins zu machen». Eine Agentur, die bis dahin noch nie einen wichtigen Preis gewonnen hatte, schaffte es, beim deutschen Dialog-Marketing-Preis fünfmal hintereinander in der gleichen Kategorie Gold zu holen, 2001 sogar Gold, Silber und Bronze, das «beste Mailing» sowie einen Gold-Clio. Fast ausschliesslich mit Arbeiten für IBM. Dazu hat Wrage auch in Cannes einen Direct-Löwen gewonnen. «Wir haben es geschafft, dass die Dialog-Agentur Ogilvy One sogar im Kreativranking der klassischen Agenturen auf Platz sieben gekommen wäre, nur noch hinter den ganz grossen wie Jung von Matt, Scholz & Friends oder Springer & Jacoby.»
Trotzdem hat Wrage an der Arbeit im Direct Marketing nach wie vor den grössten Spass. «Ich liebe es, erfolgsorientiert zu arbeiten. Im Sinne einer Messbarkeit.» Man habe auch viel mehr Möglichkeiten sich auszudrücken, «weil bei uns die Formate fast ins Endlose gehen». Und all diese Spielmöglichkeiten beflügeln auch immer wieder von Neuem die Fantasie von Eric Fricke.
Der neue Group Head Art bei Publicis Dialog hat seinen Weg in die Werbung über die Welt des Kunsthandwerks gefunden. Um später Goldschmied oder Bühnenbildner zu werden, hat Eric Fricke schon während der ordentlichen Schulzeit Privatstunden im Zeichnen bei einem freien Künstler genommen. Später hat er auf einer privaten Kunstschule in Frankfurt studiert. Finanziert hat er sich diese Ausbildung schon im zweiten Semester mit Jobs in kleinen Werbeagenturen. Zwei Tage pro Woche spielte er den Boy für alles. Da ihm diese Praxis bald mehr Spass machte als die Theorie, fand man den jungen Kunststudenten immer häufiger in diesen Agenturen. «Auf diese Weise habe ich so etwas wie eine innoffizielle Lehre in einer Werbeagentur gemacht», wertet Fricke diesen Einstieg. «Ich durfte überall reinschnuppern.» Die von ihm bedienten Agenturen waren eher klassisch. Trotzdem sammelte er bereits auch erste Erfahrungen im Bereich POS und Messebau. Während seines schliesslich vollzeitlichen Engagements bei vier verschiedenen Agenturen konnte der junge Grafiker «viele wichtigen Leute kennenlernen». Über einen Texter hat sich so ein Kontakt zu Ogilvy One ergeben. Dort erlebte Fricke in den folgenden acht Jahren die auch von Folker Wrage mitgeprägte Boomzeit. Die Anzahl der Mitarbeitenden verdoppelte sich von 60 auf 120. Wichtiger als diese Grösse dank Erfolg blieb aber für Fricke der «Spass an der Arbeit». Er war immer sofort mit Feuer und Flamme dabei, wenn es ein Team mit Ideen für einen neuen Pitch brauchte. «Das Salz in der Suppe ist das New Business, weil es immer wieder eine neue Herausforderung bedeutet.» Ein paar dieser Arbeiten waren neben IBM auch für die Deutsche Bank, American Express, Mercedes-Benz, Procter & Gamble oder zum Beispiel SAP.Wie bewegen sich Käufer im Supermarkt?
Weil Springer & Jacoby seine Kompetenz in Sachen Dialog verstärken wollte, hat Fricke später einen Ruf nach Hamburg angenommen. «Das war aber ein schlechtes Timing», denn SJ kam bald in eine – inzwischen überwundene – Krise. Bereits nach acht Monaten war Fricke wieder in Frankfurt anzutreffen. Hier hat ihm sein alter Weggefährte Erik Neumann sofort eine bessere Chance für sein neues Team bei Saatchi & Saatchi X angeboten. In der auf Shopper-Marketing spezialisierten Agentur war es für Fricke eine besondere Herausforderung, das ganze Konzept im Bereich Shopping und Retailing für den Frankfurter Flughafen zu machen. Wie bewegen sich Menschen im Supermarkt? Welche Sicherheitsvorschriften gilt es zu beachten? Welche Wegströme bieten welche Chancen? Um solche Fragen beantworten zu können, hat sich Fricke durch viele Studien gelesen. Das angesammelte Wissen soll ihm jetzt auch bei Publicis wertvolle Impulse für neue Dialoge mit Kunden liefern.
Als zuerst Folker Wrage zu Publicis Hamburg und dann auch noch Erik Neumann, der Geschäftsführer bei Saatchi & Saatchi X, nach Zürich wechselte, war es für Eric Fricke «bei einem Bier» mit Erik Neumann schnell klar, dass auch er an einem anderen Ort sein Glück finden wollte. «Obwohl man wusste, dass es damals bei Publicis Dialog eine Krise gab. Das war aber auch eine Herausforderung und damit eine Chance. Denn wir haben alle drei schon bewiesen, dass wir etwas aufbauen können», war eine wichtige Motivation für Fricke.
Inzwischen hat sich das Trio ein Ziel gesetzt: «Wir haben es alle erlebt, wie man eine ganz normale Agentur zu einer wirklich gnadenlos kreativen aufbauen kann – ein lebhafter Hot-Shop, mit Spirit und Tempo beim Wachsen.»
Andreas Panzeri

Elternnotfilm

Neue Aktion von Seven One Media.

Elterliche Kompetenzen sind nicht angeboren. Aber sie können erlernt werden. Seven One Media Schweiz unterstützt deshalb eine Kampagne «Stark durch Erziehung». Diese Aktion des Schweizerischen Bundes für Elternbildung (SBE) will die Erziehungskompetenzen von Eltern und Personen fördern, die Kinder erziehen. Jetzt wurde die Kampagne auch audiovisuell umgesetzt. Lanciert wird die Idee gemeinsam durch die Privatsender Pro Sieben, Sat.1 und Kabel eins. Die Schweizer Fenster dieser Sender stellen im Rahmen ihres Corporate-Social-Engagements Sendezeit kostenlos zur Verfügung.
Dank der Unterstützung durch das Schweizer Unternehmen Victorinox konnten aus den acht definierten Kernkompetenzen der Erziehung und dem bereits bestehenden Bildmaterial kleine Geschichten animiert werden, die auf spielerische Art und Weise «die Eckpfeiler der Erziehung vermitteln sollen», wie Programmdirektor Mike Gut erklärt. Mit diesem Social Sponsoring will Seven One Media Schweiz wie bei vorangegangenen Engagements Kinder und Familien in der Schweiz ins Zentrum der Diskussion rücken. «Wir haben durch unsere Sender die Möglichkeit, eine sinnvolle und notwendige Institution zu unterstützen», erklärt Managing Director Hardy Lussi. Zu sehen sind die acht Trailer ab sofort täglich in den Werbefenstern der beteiligten Sender. (pan)

Keine Kooperation im Werbegeschäft bei Google und Yahoo

Die Internet-Unternehmen Google und Yahoo verzichten auf die geplante Zusammenarbeit im Anzeigengeschäft. Grund dafür seien die Bedenken der US-Kartellbehörden, wie die beiden Firmen am Mittwoch mitteilten. Google und Yahoo haben sich im Juni darauf geeinigt, Werbe-Anzeigen von Google neben Resultate der Yahoo-Suchmaschine zu platzieren.

Die Internet-Unternehmen Google und Yahoo verzichten auf die geplante Zusammenarbeit im Anzeigengeschäft. Grund dafür seien die Bedenken der US-Kartellbehörden, wie die beiden Firmen am Mittwoch mitteilten. Google und Yahoo haben sich im Juni darauf geeinigt, Werbe-Anzeigen von Google neben Resultate der Yahoo-Suchmaschine zu platzieren.
Ein weiteres Festhalten am gemeinsamen Projekt hätte längere Rechtsstreitigkeiten und eine Schädigung der Kundenbeziehungen zur Folge haben können, wie Google und Yahoo weiter mitteilten. Das US-Justizministerium habe angekündigt, die Kooperation zu blockieren. Ausserdem gebe es gegen die geplante Zusammenarbeit auch Vorbehalte bei Werbekunden.
Die beiden Unternehmen beherrschen zusammen rund 80 Prozent des Suchmaschinenmarktes in den USA. Deshalb hatten die Behörden offenbar Bedenken gegen die Allianz der beiden Marktführer.

Die Migros engagiert sich für junge Kreative

Der ADC hat zum zweiten Mal die Young Creatives juriert. Die Migros wirkte als Sponsor.

Die Migros engagiert sich für eine gesunde Schweiz.» So lautete das Briefing für die Arbeiten der Young Creatives. Nach Amnesty International im ersten konnte dieses Jahr die Migros als Hauptsponsor und Auftraggeber gewonnen werden. Der ADC durfte sich aber nicht nur über einen hochkarätigen Partner freuen, sondern vor allem auch wieder über die stattliche Zahl von 86 Einsendungen zum Thema.
Deren Niveau war laut einhelliger Jury-Meinung durchwegs hoch. Ein Novum stellte das Publikums-Voting der Migros dar. Kaum hatte die Jury am Donnerstagnachmittag die Shortlist ermittelt, wurden die Arbeiten auf der Homepage der Migros einem breiten Publikum zur Abstimmung vorgelegt. Innert weniger Stunden beteiligten sich rund 8’000 Leute an der kreativen «Casting-Show». Die beiden Sieger des Votings erhielten den Migros-Publikumspreis.
Das Gros der Einsendungen war erneut in der Kategorie Print & Outdoor zu verzeichnen, dicht gefolgt von Alternative Media. Wenig Qualität gab es im Film, während gerade einmal eine Handvoll Einsendungen in der Kategorie Cyber auch dieses Jahr wieder zeigte, dass das jüngste Medium auch bei den Jungen die klassischen Disziplinen nach wie vor nicht zu konkurrenzieren vermag. Die Jury, bestehend aus Stefan Ehrler (Hasenfeld), Petra Bottignole (Freelance), Pius Walker (Walker), Dominik Oberwiler (Y&R-Gruppe), Patrick Suter (SFLB), Michael Kathe (Sulzer Sutter), Florian Birkner (Draftfcb/Lowe), Florian Beck (Publicis), Philipp Petersson (Condor), Thomas Schöb (Ruf Lanz) und Thomas Kurzmeyer (Wirz), ermittelte unter der Leitung von Urs Schrep¬fer (TBWA) zuerst im Cannes-Modus elf Finalisten. Daraus gingen die drei Sieger-Teams hervor, welche die Schweiz 2009 in Cannes beim internationalen Nachwuchs-Contest vertreten werden. Darüber hinaus wurde für die Hatchuel-Academy ein U-23-Talent gekürt, welches dort den Förder-Workshop besuchen wird.
In der Kategorie Print & Outdoor überzeugten Nora Vögeli und Conny Jäger mit ihrer Biomaschine. Eine verblüffend platzierte Plakatidee, welche jedermann just im Konsummoment auf die gesündere Alternative aufmerksam macht. Der zweite Sieger stammt ebenfalls aus der Kategorie Print & Outdoor. Laura Grümann und Laura Gomez bestachen mit einer zwar unspektakulär gemachten, aber umso klüger gedachten Idee: Sie setzten das Engagement tatsächlich direkt bei der Migros an und schlugen eine neue Verkaufsstrategie vor: Die Migros verteuert ungesunde Produkte respektive bietet gesunde Produkte günstiger an.
Nachdem letztes Jahr die Cyber-Kategorie keinen Gewinner stellen konnte, retteten Patrick Bucher und Ruben Feurer diesmal die Ehre der neuen Medien mit einer buchstäblich starken Idee: Sie funktionierten Scroll-Balken zu Fitnessgeräten um.
Das U-23-Talent Signe Fleischmann entwickelte schliesslich eine Filmidee unter dem eingängigen Motto «Geht’s ihnen gut, geht’s uns besser». Die Jury erachtete das Konzept als interessant im Ansatz, es müsste aber noch weiterentwickelt werden. Mehr Rüstzeug dazu darf sich der Lehrling aus der Agentur Walker an der Hatchuel-Academy aneignen.
Den Migros-Publikumspreis erhielt der Filmbeitrag «Schnecke» von Andrei Vid und Patricia Hazenmoser mit ihrer kleinen Geschichte über grosse Willenskraft. Nach dem Jury- noch einmal mit dem Publikumspreis geehrt wurde die Biomaschine von Nora Vögeli und Conny Jäger. Mit diesen Wertungen darf man den Schluss ziehen, dass sich ADC und Publikum also doch ganz oft einig darüber sind, was herausragende Werbung ist. (pan)
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Biomaschine von Nora Vögeli und Conny Jäger.
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Laura Grünmann und Laura Gomez wollen ungesunde Produkte verteuern.
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Bildidee für den Film von Signe Fleischmann.

Initiative Media und Universal McCann in der Schweiz unter Mediabrands zusammengeführt

Die zur Interpublic-Gruppe gehörenden Agenturen Initiative Media und Universal McCann werden in der Schweiz unter dem Dach von Mediabrands zusammengeführt. Beide Agenturen treten jedoch auch künftig unter eigenem Namen am Markt auf.

Die Interpublic-Gruppe setzt die Anfang 2008 angekündigte interne Umstrukturierung der Mediabereiche nun auf Anfang 2009 auch in der Schweiz um: Somit werden die Mediaagentur Initiative Media und die Werbeagentur Universal McCann in der Schweiz unter dem Dach von Mediabrands zusammengeführt. Beide Agenturen treten jedoch auch künftig unter eigenem Namen am Markt auf.
Die in der Schweiz eingeführte Struktur werde von Interpublic nicht in allen Märkten, sondern sehr gezielt eingeführt, wird Graham Duff, Mediabrands-President EMEA, in einem Communiqué vom Mittwoch zitiert. In Frankreich, Belgien, Portugal und Österreich habe man damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ziel sei letztlich der Ausbau und die Weiterentwicklung der Angebote der beiden Agenturen.
Der Abgang des Initiative-Media-Geschäftsführers Stephan Küng steht gemäss Verlautbarung in keinem Zusammenhang mit der Umstrukturierung. «Totally unrelated to this change is the other news that Stephan Küng, currently CEO of Initiative Switzerland, will be leaving in the first quarter of 2009 to become partner at Mediaschneider», wird Duff zitiert. Er verstehe voll und ganz, dass Küng die Chance bei Mediaschneider wahrnehmen wolle und wünsche ihm alles Gute.

Der Montag kann warten

Rod hat die Lancierung von 20 Minuten Friday kommunikativ begleitet.

Seit einer Woche liegt das neue Lifestyle- und Ausgehmagazin Friday jeweils freitags ab 12 Uhr in ausgewählten Boxen von 20 Minuten. Zusätzlich findet man den Titel auch in verschiedenen Geschäften von The Body Shop, City Disc, Marionnaud oder Tally Weijl. Die nötige Aufmerksamkeit für diese Lancierung eines Gemeinschaftswerks von 20 Minuten, Annabelle und Tilllate erzeugte Rod Kommunikation mit einer humorvollen Teaserkampagne.
In dieser greifen die Zürcher Kreativen den Aspekt der fast schon sakralen Verehrung des Freitags als «kleinen Tod der Woche» auf. Diese Verehrung haben viele junge Menschen gemeinsam, hat Rod in einer qualitativen Studie herausgefunden. Bei dieser wurden 30 junge Menschen aus allen Regionen der Schweiz mit einem Tagebuch und einer Wegwerfkamera losgeschickt, um ihren persönlichen Freitag zu dokumentieren. Die Teaser-Sujets der Auftaktkampagne zeigten in der Folge junge betende Frauen, die unter dem Motto «God I Wish It Was Friday» den lieben Gott darum bitten, dass es endlich Freitag wird.
Über Banner und die eigens kreierte Homepage www.im-himmel.ch konnten während der Lancierungswoche E-Mails mit der Bitte in den Himmel geschickt werden, die vom Herrn persönlich mit folgendem Wortlaut beantwortet wurden: «Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte. Hab heute gerade ein bisschen zu tun. Es stapelt sich halt am Montag immer alles. Grundsätzlich ist mir der Freitag ja auch lieber. Von daher gefällt mir deine Idee sehr gut. Ich denke, es müsste sich etwas arrangieren lassen. Kann aber nichts versprechen. Bin ja kein Zauberer ;-).» Die Auflösungssujets unter dem Motto «Thank God It’s Friday» schliesslich zeigen die Reliquien des «Freitagskults»: Alle Begehrlichkeiten, um die es in der neuen Zeitschrift geht, wurden altarähnlich aufgestellt. (pan)
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Condor Films stellt für Schwihag die Weichen

Die Abteilung Corporate von Condor Films hat für das Gleis- und Weichentechnik-Unternehmen Schwihag einen Imagefilm konzipiert und realisiert. Der aus Realaufnahmen und Computeranimationen bestehende Film wurde an der Innotrans Messe in Berlin zum ersten Mal aufgeführt. Nun soll er auf verschiedenen Kommunikationskanälen und für anstehende Promotionsmassnahmen eingesetzt werden.

Die Abteilung Corporate von Condor Films hat für das Gleis- und Weichentechnik-Unternehmen Schwihag einen Imagefilm konzipiert und realisiert. Der aus Realaufnahmen und Computeranimationen bestehende Film wurde an der Innotrans Messe in Berlin zum ersten Mal aufgeführt. Nun soll er auf verschiedenen Kommunikationskanälen und für anstehende Promotionsmassnahmen eingesetzt werden.
Die 1947 gegründete Condor Films besteht aus den Geschäftsbereichen Commercials, Corporate & New Media, FaroTV und Studio Bellerive. Mit dem Tochterfirma Condor Pictures produziert das Unternehmen auch Spielfilme und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen.
Verantwortlich bei Condor Films: Oliver Egli (Creative Producer).

Publigroupe baut 250 Stellen ab

Das zweistellige Umsatzminus bei Media Sales bedingt eine Überprüfung des Geschäftsmodells.

Aufgrund einer dramatisch gesunkenen Nachfrage im Bereich Media Sales baut die Publigroupe in der Schweiz und im Ausland insgesamt 250 Stellen ab. Der durch die Krise an den Finanz- und Kapitalmärkten ausgelöste Wirtschaftsabschwung hat die konjunktursensitive Werbevermarkterin offenbar härter getroffen als bisher erwartet. Deshalb werden die Kosten insgesamt um rund 40 Millionen statt wie noch im Sommer 2008 vorgesehen um 10 Millionen Franken reduziert. Das entspricht einer gruppenweiten Senkung von rund 10 Prozent. Anfang 2008 hatte der Konzern 3’000 Mitarbeiter.
Von den Kosteneinsparungen sind insbesondere die Bereiche Media Sales sowie die zentralen Dienste betroffen. Die Ergebnisse der Geschäftsbereiche Search & Find, Custom Publishing und Digital & Marketing Services sind bisher innerhalb der Erwartungen, nicht aber das wichtige Geschäftssegment Media Sales, das unter der Marke Publicitas Presse-, Fernseh-, Radio-, Kino- und Online-Werbung vermarktet, wie die Publigroupe am Dienstag mitteilte. Media Sales war 2007 für drei Viertel des Konzernumsatzes, also für 1,5 von insgesamt 2,16 Milliarden Franken verantwortlich.
Veritabler Nachfrageeinbruch
Das Konsumklima sei seit September schockartig schlechter geworden, sagte Konzernchef Hans-Peter Rohner am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Damit verbunden sei ein «veritabler» Nachfrageeinbruch bei der Werbung. Gegenwärtig verzeichne der Bereich Media Sales im Vergleich zum Vorjahr jeden Monat ein zweistelliges Umsatzminus, erklärte Rohner. Betroffen sind vor allem die Stellenanzeigen sowie die kommerzielle Werbung in wichtigen Kundensegmenten wie dem Detailhandel oder der Autoindustrie. Sollte sich die Nachfrage nach Werbung bis Ende Jahr und insbesondere im Weihnachtsgeschäft nicht wieder erholen, befürchtet Rohner im Segment Media Sales rote Zahlen.
Die tiefgreifenden Veränderungen des Medienmarkts veranlasst die Publigroupe zu einer Überprüfung des Geschäftsmodells von Media Sales. Die Publigroupe sieht im derzeit schwierigen Geschäftsgang nicht nur ein konjunkturelles, sondern auch ein strukturelles Problem. (sda/red)

Zur Sache: Radio Tamtam

Letzte Woche war es endlich so weit. An einer Pressekonferenz in Bern wurden die letzten noch offenen Lokalradio- und Fernsehkonzessionen bekanntgegeben. Es ging noch um die heiklen und umstrittenen Fälle. Umstritten deshalb, weil es für diese Sendegebiete mehr Bewerber als Konzessionen gab.

Letzte Woche war es endlich so weit. An einer Pressekonferenz in Bern wurden die letzten noch offenen Lokalradio- und Fernsehkonzessionen bekanntgegeben. Es ging noch um die heiklen und umstrittenen Fälle. Umstritten deshalb, weil es für diese Sendegebiete mehr Bewerber als Konzessionen gab. Die problemlosen Konzessionierungen wurden schon lange erteilt. Ohne Pressekonferenz und ohne Tamtam.
Landauf, landab war man deshalb gespannt, welche Bewerber als Sieger aus dem Konzessionierungsverfahren hervorgehen würden und welches die Verlierer sein werden. Die Beamten aus dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom), welche die Entscheidungsgrundlagen zuhanden des Medienministers Moritz Leuenberger lieferten, waren wahrlich nicht zu beneiden. Auch Leuenberger war es nicht, denn eines war klar: unser Medienminister würde voll in der Kritik stehen. Egal welche Entscheide fallen würden, die Konzessionierungen würden einen Riesenwirbel auslösen. Seit langem wusste man, dass die Verlierer alles daran setzen würden, doch noch zu einer der ersehnten Konzessionen zu gelangen. Das heisst Rekurse vor das Bundesverwaltungsgericht waren programmiert. Was aber in der ganzen Konzessionierungsphase weitgehend unterging, war die Tatsache, dass die allfälligen Beschwerden ans Bundesverwaltungsgericht aufschiebende Wirkung haben würden.
Und jetzt wird die Situation grotesk: Diejenigen neuen Veranstalter, welche eine Konzession erhalten haben, welche von ihren Konkurrenten mittels Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht bestritten wird, können ab März gar nicht senden. Sie müssen warten, bis das Bundesverwaltungsgericht auf die Rekurse eingegangen ist. Und dies kann bis zu einem Jahr dauern. Die Herren Scaglione, Heuberger und Schawinski müssen also zuerst einmal abwarten. Die bisherigen Veranstalter hingegen können bis zum Rekursentscheid weiter senden.
Dies ist absolut absurd. Daher ist es verständlich, dass heute auf einer breiten Front von Politikern gefordert wird, mehr Frequenzen für die Privaten freizumachen. Die SRG soll dafür einige ihrer Frequenzen abgeben. Die Reaktion der Politiker ist verständlich, doch kommt sie leider ein wenig spät. Politiker, die den gleichen Parteien angehören, die in den endlosen Debatten über das neue Radio- und Fernsehgesetz tapfer der SRG die Stange hielten, sind heute dafür, dass man der SRG Frequenzen streicht. Nur weil man jetzt in der Öffentlichkeit damit punkten kann. Dass dieser Forderung innert nützlicher Frist gar nicht entsprochen werden kann, daran denkt keiner. Eines hingegen ist klar, eine schnelle und vielleicht auch unkonventionelle Lösung muss gefunden werden. Es geht nicht an, dass das Bundesverwaltungsgericht durch seine langsame Arbeitsweise die Marktentwicklung behindert. Es bräuchte ein Machtwort. Fragt sich nur von wem.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]

AY&R verbreitet für Feldschlösschen Partystimmung am Central

Die Agentur Advico Young & Rubicam hat für Feldschlösschen ein dreiteiliges Plakat gestaltet. Auf drei verschiedenen Sujets wird Schweppes als ein Muss auf jeder Weihnachts- und Silvesterparty dargestellt. Der Slogan «It’s time to celebrate» soll Vorfreude auf die Festtage vermitteln und Partylaune machen, so die Agentur in einer Mitteilung.

Die Agentur Advico Young & Rubicam hat für Feldschlösschen ein dreiteiliges Plakat gestaltet. Auf drei verschiedenen Sujets wird Schweppes als ein Muss auf jeder Weihnachts- und Silvesterparty dargestellt. Der Slogan «It’s time to celebrate» soll Vorfreude auf die Festtage vermitteln und Partylaune machen, so die Agentur in einer Mitteilung.
Das Plakat basiert auf der aktuellen Schweppes-Identität. Zu sehen sind die drei Sujets im November und Dezember an der Weinbergstrasse in Zürich.
Verantwortlich bei Feldschlösschen Getränke: Simone Schmutz (Brand Management). Verantwortlich bei Advico Young & Rubicam: Philipp Skrabal (CD), Corina Martin, Luca Schneider (Grafik), Marietta Mügge (Text), Sandro Breu, Eliane Fischer (Beratung).
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Stephan Küng wird Partner bei Mediaschneider

Urs Schneider, Inhaber und strategischer Kopf der Mediaagentur Mediaschneider AG, hat sich Stephan Küng als Partner geholt. Damit gehen zwei erfolgreiche Agenturleiter der vergangenen Jahre per April 2009 gemeinsame Wege. Zu der gleichzeitig angekündigten Zusammenarbeit zwischen Initiative Media, wo Küng Agenturleiter ist, und Universal McCann besteht offenbar kein Zusammenhang.

Urs Schneider, Inhaber und strategischer Kopf der Mediaagentur Mediaschneider AG, hat sich Stephan Küng als Partner geholt. Damit gehen zwei erfolgreiche Agenturleiter der vergangenen Jahre in Zukunft gemeinsame Wege. Der Wechsel Küngs von Initiative Media zu Mediaschneider fiel am Mittwoch mit der Ankündigung zusammen, dass Initiative Media künftig unter einem Dach mit der Agentur Universal McCann zusammenarbeiten wird. Die beiden Vorgänge seien jedoch «totally unrelated», ganz ohne Zusammenhang, heisst es in der Mitteilung von Initiative Media vom Mittwoch.
Der 42-jährige Stephan Küng verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Mediabereich. Die letzten siebeneinhalb Jahre leitete er die Geschäfte von Initiative Media in der Schweiz und konnte das Volumen in den letzten drei Jahren mehr als verdreifachen. Weiter ist Küng Präsident der IGEM, Stiftungsratsmitglied der Mediapulse Stiftung und Mitglied des Research Advisory Council von SPR+.
Der bisherige Inhaber Urs Schneider freut sich sehr auf den neuen Partner: «Für unsere Agentur ist das ein bedeutender Schritt in die Zukunft. Mit Stephan Küng steigern wir die Qualität unserer Arbeit in der strategischen und kreativen Planung sowie im Einkauf. Die neue Geschäftsleitung mit Stephan Küng, Claudia Mühlebach und mir ist ein schlagkräftiges Team und schafft so neue Kapazität für die weitere Entwicklung unserer Agentur.»
Ebenso erfreut äussert sich der neue Partner Stephan Küng: Er freue sich riesig auf die neue Herausforderung. Dass seine Zukunft auch weiterhin in der Media liegt, habe immer ausser Frage gestanden. Mit der Möglichkeit einer Beteiligung an der Mediaschneider AG gehe für ihn ein Traum in Erfüllung. «Einerseits ist die Agentur von Urs Schneider schlicht eine Perle, äusserst erfolgreich und vor allem bekannt für qualitativ hohe Mediaarbeit, andererseits bin ich glücklich, mich in Zukunft wieder vermehrt um Kunden statt um ‹Network-Reportings› zu kümmern.»
Mediaschneider mit Sitz im Zürcher Seefeld beschäftigt 15 Mitarbeitende und betreut Kunden wie Swisscom, Manor, Swiss Airlines, Bank Julius Bär, Hyundai und 40 weitere Mandate aus verschiedenen Branchen. Gegründet im Jahr 2001 wies die Agentur Jahr für Jahr ein gesundes Wachstum aus und ist heute die grösste unabhängige Schweizer Mediaagentur. Im Sommer 2008 wurde Mediaschneider zur Mediaagentur des Jahres gewählt.

Rolling Stones

Werbewoche-Mitarbeiter Markus Knöpfli über die neue Radiolandschaft.

Zur Neuverteilung der Radio- und TV-Konzessionen kann man stehen, wie man will – nüchtern betrachtet vermochte das Uvek aber zumindest im Radiobereich einige Akzente zu setzen. Akzente, die sich für die Hörer, für die Werbung und somit auch für die Branche positiv auswirken könnten.
Da ist zunächst die Tatsache, dass sowohl Pierre Steulet im Jura und Giuseppe Scaglione in Zürich je über zwei Konzessionen verfügen, die es ihnen erlauben, je zwei Programmformate auszustrahlen. Weil sich ihre Sender nicht selbst konkurrenzieren sollen, werden sie die Formate klar auseinanderhalten. Das bringt Würze in den bisherigen Radioeinheitsbrei. Roger Schawinski mit seinem Radio nur für Erwachsene trägt hoffentlich das Seine dazu bei. Und vielleicht bringen die drei ja auch in weiteren Regionen mit mehreren Radiokonzessionen (Basel, Bern, Genf) die Steine ins Rollen. Denn weshalb sollen sich etwa Capital FM und BE1 weiterhin auf dieselbe junge Zielgruppe einschiessen und sich in jahrelangen Grabenkämpfen zermürben? Richten sich aber erst einmal ein paar Radios auf eine ältere Zielgruppe aus, kann so eine neue, regionenübergreifende Werbeplattform entstehen.
Im werblichen Bereich gerät nach den Konzessionsentscheiden ohnehin einiges in Bewegung. Scaglione und Steulet, die beim unsäglichen Pool-Gerangel der letzten 20 Jahre wenig bis gar nicht mitreden konnten, erhalten mit ihren Doppelkonzessionen nun plötzlich viel Gewicht. Zusammen mit Schawinskis Radio 1 und Günter Heubergers Radio Top verstärkt sich zudem die Phalanx der verlegerunabhängigen Sender. Das wird den von Tamedia- und NZZ-Radios dominierten Swiss Radio Pool (SRP), der sich derzeit ohnehin im Umbruch befindet, definitiv in Frage stellen. Spannend wird auch sein, wie sich IP Multimedia positionieren wird, da sie ja ihre Basis, Radio Energy Zürich, verliert.
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