«Es spricht für das Unternehmen, dass IP Multimedia in einer Zeit, wo viele Firmen abbauen müssen, noch etwas Neues angehen will», freut sich Jacqueline Sasse. «Nach vorne schauen statt runter fahren», heisst ihr visionärer Auftrag bei der Goldbach-Media-Gesellschaft. Jacqueline Sasse hat die neu geschaffene Position als Head of Radio & Sponsoring erst vor wenigen Tagen angetreten. Ziele oder konkrete Aufgaben will sie deshalb noch keine nennen. Die Heimkehrerin von einer internationalen Karriere möchte jetzt zuerst einmal das Team sowie den aktuellen Schweizer Markt genauer kennen lernen. Bereits heute kann sie aber sagen: «Ich komme in eine funktionierende Struktur und bin nicht für ein Krisenmanagement angefragt worden.» Sie will einen «added value» in das Geschäft von Goldbach bringen. Die Bereiche Radio und Sponsoring sollen langfristig ausgebaut werden. Auch international ortet Sasse in dieser Sparte für die IP Multimedia noch Potenzial. Ebenso werden gesamtheitliche Ansätze von Kommunikationskonzepten immer wichtiger. «Dazu muss die Vermarktungsplattform Antworten haben», verspricht die erfahrene Spezialistin im Media-Sales.
Auf Konzepte und Ideen, wie sie diese Herausforderung angehen will, kann sich Jacqueline Sasse abstützen auf einem bis jetzt ebenso vielseitigen wie spannenden Werdegang durch die ganze Welt der Kommunikation.
Nach dem KV in Zürich ist Jacqueline Sasse zurück nach San Francisco gezogen. In dieser Stadt wurde die Tochter einer Schweizerin und eines Brasilianers geboren, rund um die Golden Gate Bridge hat sie auch ihre Kindheit verbracht. An der Berkley University hat sie eine Marketingausbildung abgeschlossen. Zurück in der Schweiz, hat Sasse 1989 bei Bruno Oetterlis Radio Tele ihren Einstieg in die Medien gefunden. Als Sales-Assistentin durfte sie zusammen mit Markus Tellenbach die erste Vermarktung und damit den Aufbau des neuen TV-Senders Eurosport mitgestalten. Als sich schon bald der Erfolg einstellte, wurde Eurosport in ein eigenes Büro ausgegliedert. Mit dem Verkauf des paneuropäischen Senders von Rubert Murdoch an TF1 wurde sie zur Geschäftsführerin für den Schweizer Markt, Italien und Österreich befördert. Nach zwei Jahren bekam Sasse das Angebot, Eurosport von Paris aus weltweit zu vermarkten.
In sieben Jahren hat sie am Hauptsitz von TF1 für die sportliche Tochter die internationalen Verkaufsstrukturen aufgebaut. In dieser Zeit war Sasse für die Filialen in Europa verantwortlich und konnte ein bis weit in den asiatischen Raum reichendes Agenturnetz für Eurosport knüpfen. Dies sollte es ihr ermöglichen, grosse Kunden wie zum Beispiel die Automobilindustrie direkt vor Ort betreuen zu können. In den Vereinig¬ten Staaten hat Jacqueline Sasse mit ESPN zusammengearbeitet. Dieses weit gespannte Entertainment and Sports Programming Network war vor dem Verkauf seiner Anteile an TF1 und Canal plus ein weiterer Aktionär von Eurosport.
In ihrer Zeit als CEO in Paris hat Sasse mit einem Team von 110 Mitarbeitenden den Jahresumsatz schliesslich auf den damaligen Rekord von 220 Millionen Euro hochtreiben können. Paneuropäische Sender waren damals ganz neu, und Sasse musste ihre eigenen Wege finden, wie sie das gleiche Produkt in ganz unterschiedlichen Kulturen verkaufen konnte. Zum Konzept wurde schliesslich, dass neben den Mainstream-Sportarten in grossen Regionen auch lokale Wettkämpfe in das Programmraster eingebaut wurden. So konnte sie für jedes Land einen eigenen USP bieten und sich damit in der Konkurrenz der anderen Angebote erfolgreich positionieren.
Als sie ihren Mann kennen lernte, war das für Jacqueline Sasse der Auslöser, um in Bayern etwas mehr Ruhe zu suchen. Sie gönnte sich eine Babypause. Schon bald lockte die Unternehmerin aber ein neues Unterfangen: die Gründung einer eigenen Agentur. Inspiriert von der Modewelt ihres Mannes, baute Sasse die YSM – Youth Sports and Music Marketing – auf. Die Kernkom¬petenz dieser Agentur war es, Sportmarken bei ihrer Expansion in den Modemarkt zu begleiten. Eine konkrete Fragestellung war zum Beispiel: In welchem Laden wird was verkauft? Und in welcher Szene wird die Sportmode beworben?
Ein Pionier in diesem grenzüberschreitenden Business ist der Sportstyle von Willy Bogner – ein Münchner Unternehmen, das zu einem wichtigen Kunden von Jacqueline Sasse/Ispovision wurde. «Heute ist es selbstverständlich, dass Puma oder Nike ihre Fashion-Linie haben. Zu Beginn dieses Trends mussten aber noch ganz elementare Strategien gesucht werden, wie diese Branchen auch kommunikativ zusammen geführt werden konnten», erklärt Sasse ihre damalige Suche nach sinnvollen Plattformen. Zu einer wichtigen und heute noch anhaltenden wurde die Ispovision. Die internationale Fachmesse für Sportstyle in München wurde für die Messe München konzipiert und gemeinsam mit GQ Style als Medien- und Showpartner umgesetzt.
Sport, Lifestyle, Kommunikation und Wirtschaft – ihre vielseitigen Erfahrungen aus all diesen Welten prädestinierten Jacqueline Sasse schliesslich auch für ein Mandat beim America’s Cup in Valencia. Rund um die Regatta mit der Alinghi war Sasse für das ¬Hospitality-Programm zuständig. Für Sponsoren und ihre Gäste mussten attraktive Events kreiert, organisiert und realisiert werden. «Der befristete Job war ideal für unsere familiäre Situation», schwärmt Sasse von diesem Abstecher ans Mittelmeer.
Inzwischen sind die Segel wieder eingerollt. Und der Sohn ist bald reif für die Schule. Da traf es sich für alle Beteiligten ideal, dass IP Multimedia jetzt in Zürich genau so ein Spezialwissen suchte, wie es Jacqueline Sasse mit all ihren internationalen Erfahrungen bieten kann.
Andreas Panzeri
Die Funktion
Mit dem Head of Radio & Sponsoring hat die IP Multimedia eine neue Position geschaffen, um das Unternehmen weiter auszubauen.
Das Unternehmen
IP Multimedia ist die führende Vermarktungsorganisation der privaten elektronischen Offline-Medien TV, Radio, Adscreen und Special Products. Zu ihren Dienstleistungen gehören Mediaplanung, Vermarktung und Vermittlung, Buchung, Abwicklung und Controlling für private Fernsehsender wie Cartoon Network, MTV, M6, ProSieben, RTL, Viva Schweiz, Vox, Regional TV, Wilmaa.com, Zattoo.ch sowie für sämtliche Schweizer Privatradiostationen und das Instore-Radio von Coop.
Mit der Vermarktung von Eurosport hat Jacqueline Sasse dem Sender Rekordeinnahmen verschafft.
Willy Bogner war ein wichtiger Kunde von Sasses Messe Ispovision.