Des Wallis’ harter Kampf gegen den Beobachter-Kolumnisten

In einer satirischen Kolumne in der Beratungszeitschrift Beobachter fordert Mario Güdel, das Wallis als strukturschwache und subventionierte Region abzustossen. Dies gefällt nicht allen, was der Autor auch zu spüren bekommt.

Eine satirische Kolumne von Mario Güdel in der Beratungszeitschrift Beobachter sorgt für Empörung im Wallis. Unter dem Titel «Zeit für einen Tabubruch» forderte der Autor angesichts der momentan schwierigen wirtschaftlichen Zeiten das Tessin als «Sonnenstube der Schweiz» mit «Siesta-Mentalität» und das «strukturschwache» und «subventionierte» Wallis als unrentable Regionen «abzustossen». Seither wird der Beobachter gemäss einem Artikel im Gratisblatt 20 Minuten mit Beschwerde-Mails bombardiert. Kurzerhand wird eine Facebook-Gruppe mit dem Namen «Mario Güdel läbt gferli und versteits nid» (siehe Bild) gegründet, die unterdessen über 1’500 Mitglieder zählt. Sogar der Chefredaktor des Walliser Boten mischt sich ein und bezeichnet den Beobachter-Kolumnisten als «Klugscheisser mit Durchfall» – ein «hoffnungsloser Fall. Denn Dummheit ist nicht heilbar.»
Güdel selber hat sich nach einem Entschuldigungsmail, das von den erzürnten Wallisern als Standardantwort empfunden wurde, rar gemacht. Er antwortet, wie 20 Minuten weiss, weder auf Mails noch auf Anrufe. Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters, handelt: Er schreibt unter anderem eine öffentliche Entschuldigung an die Walliser. Für ihn sei die Sache damit erledigt, meint er gegenüber 20 Minuten. Und alles scheint sich langsam zum Guten zu wenden. Denn der Walliser Bote veröffentlicht Büchis Entschuldigung. Zwar nicht ohne Güdels Kolumne mitzupublizieren und darauf hinzuweisen, dass man Herrn Güdel mit der Glosse nichts schuldig geblieben sei. Aber immerhin.

Baslerstab mit neuer Kinobeilage

Neue Beilage für die Gratiszeitung Baslerstab: Ab Donnerstag liegt der Zeitung regelmässig die Kinowoche bei. Die Beilage im Taschenformat informiert mit einer kompletten Programmübersicht und Kurzbeschreibungen über das aktuelle Basler Kinogeschehen.

Neue Beilage für die Gratiszeitung Baslerstab: Ab Donnerstag liegt der Zeitung regelmässig die Kinowoche bei. Die Beilage im Taschenformat informiert mit einer kompletten Programmübersicht und Kurzbeschreibungen über das aktuelle Basler Kinogeschehen. Ausserdem gibt es in jeder Ausgabe durch SMS-Teilnahme verschiedene Preise – zum Beispiel Einkaufsgutscheine oder Kinotickets – zu gewinnen.
Die Kinowoche mit einer Startauflage von 10’000 Exemplaren kann jeweils ab Donnerstagmittag an den Baslerstab-Verteilboxen in der Innerstadt und an rund 120 Kulturboxen in grösserem Umkreis bezogen werden. Zusätzlich wird die Programmübersicht auch in allen Kinos aufgelegt und am Starttag durch Kolporteure verteilt. Parallel soll die Kinowoche über Radio Basel 1 und Radio Basilisk mit Spots beworben werden, wie die Basler Zeitung Medien in einer Pressemitteilung vom Donnerstag schreibt. Mit dem neuen Produkt soll vor allem ein junges, ausgehfreudiges Publikum bedient werden.

Primus Communications kommuniziert neu für Airplus

Airplus International mit Sitz in Kloten, eine Tochter der Lufthansa Airplus Servicekarten in Deutschland, hat die Zürcher Kommunikationsagentur Primus Communications mit dem PR-Mandat für die Schweiz beauftragt.

Airplus International mit Sitz in Kloten, eine Tochter der Lufthansa Airplus Servicekarten in Deutschland, hat die Zürcher Kommunikationsagentur Primus Communications mit dem PR-Mandat für die Schweiz beauftragt. Das Team von Primus Communications arbeite dabei eng mit der Schweizer Geschäftsstelle wie auch mit der Pressestelle in der Airplus-Konzernzentrale zusammen, heisst es in einer Mitteilung der Agentur. Ziel sei, wirkungsvolle Präsenz in Schweizer Medien zu erzielen. So soll die Bekanntheit von Airplus bei Firmen und Geschäftsreisenden wie auch innerhalb der Reiseindustrie weiter gesteigert werden. Im Zentrum stehen sowohl produkt- wie auch unternehmensspezifische Themen.

Wöchentliches Alpen-TV für Davos startet Testbetrieb

Hans-Kaspar Schwarzenbach, Direktor von Davos Klosters Tourismus, hat ein touristisches Alpen-Fernsehen ins Leben gerufen. Das TV-Destinationsmagazin läuft erst im Testbetrieb. Der offizielle Startschuss fällt am 12. Februar.

Hans-Kaspar Schwarzenbach, Direktor von Davos Klosters Tourismus, hat ein touristisches Alpen-Fernsehen ins Leben gerufen. Wie die Aargauer Zeitung am Donnerstag berichtete, wird das Magazin wöchentlich produziert. Die neuste Sendung ist jeweils ab Donnerstag auf Davosklosters.tv abrufbar. Die Beiträge werden ausserdem halbstündlich über den Informationskanal von Davos Klosters Tourismus im lokalen Kabelnetz der Region ausgestrahlt. Das zwölfminütige Magazin beinhaltet einen Newsblock, ein Kernthema, eine Vorschau auf Anlässe vom Wochenende sowie einen Wetterbericht.
Das TV-Destinationsmagazin läuft erst im Testbetrieb. Der offizielle Startschuss fällt am 12. Februar. Bis dahin müssen gemäss AZ noch Verbesserungen vorgenommen werden. Das Budget beläuft sich auf rund 500’000 Franken. Laut Schweiz Tourismus handelt es sich hierbei um das erste Projekt dieser Art in der Schweiz.

Nun ist es offiziell: De Schepper als AZ-Blattmacher bestätigt

Wie bereits bekannt, übernimmt der 43-jährige Werner De Schepper den Posten des stellvertretenden Chefredaktors der Aargauer Zeitung. Der ehemalige Chefredaktor des Blicks wird in dieser Funktion als Blattmacher des Aargau-Bundes und der Regionalteile amten. Er tritt seinen Posten am 15. Februar an, wie die AZ Medien am Donnerstag nach der offiziellen Wahl durch den Verwaltungsrat mitteilte.

Wie bereits bekannt, übernimmt der 43-jährige Werner De Schepper den Posten des stellvertretenden Chefredaktors der Aargauer Zeitung. Der ehemalige Chefredaktor des Blicks wird in dieser Funktion als Blattmacher des Aargau-Bundes und der Regionalteile amten. Er tritt seinen Posten am 15. Februar an, wie die AZ Medien am Donnerstag nach der offiziellen Wahl durch den Verwaltungsrat mitteilte. Er ersetzt Balz Bruder, der die Aargauer Zeitung Mitte Februar verlässt.
Werner de Schepper ist seit 1. September 2008 als Coach für die Regionalressorts der Aargauer Zeitung im Einsatz und leitet das Projekt zum Relaunch der Regionalausgaben. Der studierte Theologe wohnt in Olten. Er behält auch weiterhin sein Mandat als Lehrbeauftragter der Universität Neuenburg.
Am 1. Februar wird der 33-jährige Christian Dorer als neuer Chefredaktor der AZ und des Verbundes Mittelland Zeitung seine Arbeit aufnehmen. Der weitere stellvertretende Chefredaktor und Blattmacher des MZ-Mantelteils, der 34-jährige Philipp Mäder, übernimmt seine Aufgabe am 1. März.

IAB-Studie: TV und Online verstärken gegenseitig Werbewirkung

Gleichzeitige Werbepräsenz in TV und Internet steigert die Effizienz: Die Kaufabsicht für ein Produkt steigt um mehr als 50 Prozent, wenn die beiden Medien kombiniert eingesetzt werden. Dies ist das Resultat einer kürzlich im Auftrag des Internet Advertising Bureau (IAB) und Thinkbox durchgeführten Studie.

Gleichzeitige Werbepräsenz in TV und Internet steigert die Effizienz: Die Kaufabsicht für ein Produkt steigt um mehr als 50 Prozent, wenn die beiden Medien kombiniert eingesetzt werden. Dies ist das Resultat einer kürzlich im Auftrag des Internet Advertising Bureau (IAB) und Thinkbox durchgeführten Studie.
Im Fernsehen gezeigte Werbung führt gemäss Studie sehr oft zu einer Informationssuche und einem Kauf im Internet. Zusätzlich steigert TV-Werbung die Klickrate von Onlinewerbung signifikant, welche wiederum Internetrecherchen zum Produkt und einen Einkauf im Internet auslöst. Onlinewerbung dient so ohne Medienbruch zum direkten Bestellweg und Kaufkanal. Umgekehrt kann online geschaltete Werbung auch vorangegangene TV-Werbung in Erinnerung rufen.
Bei der Goldbach Media Gruppe, seit kurzem im Vorstand der IAB Europe vertreten, sieht man sich durch die Studie bestätigt: Die Vermarktung von elektronischen Medien unter einem Kompetenzdach steigert die Effizienz nachhaltig. Die Resultate der Studien bestätigten, dass das multimediale Angebot von Goldbach Media Synergien für die Kunden bringe und die Effizienz des Werbefranken deutlich gesteigert werden könne, wird Martin Radelfinger, IAB Europe Vorstand und Geschäftsleitungsmitglied von Goldbach Media in der Mitteilung zitiert.

Jungsozialisten müssen Filmplakat von Website entfernen

Die Jungsozialisten (Juso) Schweiz müssen das für ihre Petition gegen einen Schweizer Armee-Einsatz vor Somalia modifizierte Filmplakat von «Black Hawk Down» von ihrer Internetseite entfernen.

Die Jungsozialisten (Juso) Schweiz müssen das für ihre Petition gegen einen Schweizer Armee-Einsatz vor Somalia modifizierte Filmplakat von «Black Hawk Down» von ihrer Internetseite entfernen. Wie es in einem Artikel in der Gratiszeitung 20 Minuten heisst, hatte die die Schweizer Verleihfirma Ascot Elite des US-Kriegsfilms mit rechtlichen Schritten gedroht, weil die Juso das Urheberrecht missbraucht haben soll. Anscheinend habe man trotz der Bearbeitung des Plakates einen der Schauspieler erkennen können.

Ebookers.ch lanciert Reiseblog für die Romandie

Das Online-Reiseportal Ebookers.ch lanciert gut ein Jahr nach dem deutschsprachigen Reiseblog den französischsprachigen «Blog de Voyage» für die Romandie.

Das Online-Reiseportal Ebookers.ch lanciert gut ein Jahr nach dem deutschsprachigen Reiseblog den französischsprachigen «Blog de Voyage» für die Romandie. Unter blog.ebookers.ch/fr sorgt ein Team von Bloggern unter der Leitung von Stephanie Booth täglich für Reiseinformationen. Geboten werden laut Mitteilung von Ebookers.ch professionell recherchierte Reportagen, Kolumnen und Tipps rund um das Thema Reisen. Die Leserschaft wird mit einbezogen und kann Kommentare abgeben. Der Blog wird redaktionell betreut vom Onlineverlag Blogwerk in Zürich.

Verleihung der Swiss Music Awards wird zum medialen Anlass

Am 19. Februar werden die Swiss Music Awards im Zürcher Kaufleuten verliehen. Zum ersten Mal wird der Anlass auch am Fernsehen zu sehen sein.

Am 19. Februar werden zum zweiten Mal die Swiss Music Awards verliehen. Zum ersten Mal wird der Anlass auch am Fernsehen zu sehen sein. Jubaira Bachmann führt durch die Sendung, welche am 20. Februar und in der Wiederholung am 22. Februar auf Pro Sieben Schweiz ausgestrahlt wird. Auf Viva Schweiz ist die Sendung am 21. Februar zu sehen.
Die Verleihung findet im Zürcher Kaufleuten statt und wird von Melanie Winiger und Marco Fritsche moderiert. Der Musikpreis zeichnet nationale und internationale Künstler in zehn Kategorien aus, zum ersten Mal auch in der Kategorie Best Live Act International. Die Nominationen sind seit Mittwoch bekannt und auf Swissmusicawards.ch aufgelistet.

China zensiert Obamas Antrittsrede

China hat die Antrittsrede von Barack Obama im Fernsehen und Internet zensiert. Kaum hatte der Übersetzer der Rede des neuen US- Präsidenten das Wort «Kommunismus» ausgesprochen, unterbrach das chinesische Staatsfernsehen die Tonübertragung.

China hat die Antrittsrede von Barack Obama im Fernsehen und Internet zensiert. Kaum hatte der Übersetzer der Rede des neuen US- Präsidenten das Wort «Kommunismus» ausgesprochen, brach beim staatlichen chinesischen Fernsehen der Ton ab. Dann wurde die Rede ganz ausgeblendet und ein Moderator fragte einen Experten über die kommenden Herausforderungen in der amerikanischen Wirtschaft aus.
Obama hatte in seiner Rede erklärt, frühere Generationen von Amerikaner hätten «den Kommunismus und Faschismus nicht nur mit Raketen und Panzern, sondern auch mit stabilen Bündnissen und festen Überzeugungen» überwunden. In den Übersetzungen der Rede auf den grossen chinesischen Internet-Portalen Sina und Sohu fehlte am Mittwoch das Wort «Kommunismus». Ein zweiter Absatz der Rede, in dem Obama Staaten ansprach, die ihre Kritiker mundtot machten, fehlte ganz.
Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Wochen die Zensur im Internet massiv ausgeweitet und mehr als 200 Websites geschlossen. Offiziell wird dies mit «vulgärem Inhalt» begründet. Die Zensur steht in Zusammenhang mit mehreren politisch bedeutsamen Terminen, wie der 20. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

Neuen LGK dreifach im Jahrbuch der Werbung vertreten

Die Berner Agentur Neue LGK ist gleich im Jahrbuch der Werbung gleich dreifach vertreten: Mit einem TV-Spot für die Schweizerische Post sicherte sie sich gar zum zweiten Mal in Folge den Branchensieg in der Kategorie «Transport und Logistik».

Die Berner Agentur Neue LGK ist gleich im Jahrbuch der Werbung gleich dreifach vertreten: Mit einem TV-Spot für die Schweizerische Post sicherte sie sich gar zum zweiten Mal in Folge den Branchensieg in der Kategorie «Transport und Logistik». Der Sieger-Spot «Wir» zeigt, wie sehr die Mitarbeitenden der Post ihre Arbeit im Blut haben.
Zudem wurden im aktuellen Jahrbuch mit den Filmen für Schweizer Zucker sowie der Crossmedia-Kampagne mit Trainer Max für die Krankenversicherung KPT zwei weitere LGK-Arbeiten aufgenommen.

Gesteigerter Realitätsverlust

Der Lesermarkt ist träge, aber gesättigt. Der Anzeigenmarkt dagegen verhält sich frühzyklisch, das heisst: Er nimmt die Einschätzungen der Konjunktur und die Erwartungen der Unternehmer in allen Branchen vorweg. Die Verantwortlichen in den Verlagen haben keine andere Wahl als zu handeln, und zwar schnell. Gastkommentar von Karl Lüönd, freier Publizist und Buchautor.

Gewerkschafter protestieren gegen Sparmassnahmen und Entlassungen. Intellektuelle und Politiker fordern die Erhaltung des Bundes. Warum protestiert eigentlich niemand gegen die Kältewelle und fordert Frühling im Januar?
Was in diesen Krisenzeiten in der Medienöffentlichkeit abgeht, ist zu einem guten Teil Inszenierung mit gesteigertem Realitätsverlust. Die Verantwortlichen in den Verlagen haben keine andere Wahl als zu handeln, und zwar schnell. Zeitungen zum Beispiel bewegen pro Beschäftigten sehr viel mehr Geld als zum Beispiel Industriebetriebe. Das bedeutet erhöhtes Risiko. Nun spielt sich die ganze Veranstaltung noch in einer Branche ab, die ihre Erträge aus zwei teilweise gegenläufigen Märkten holen muss. Der Lesermarkt ist träge (oder höflicher ausgedrückt: beständig), aber gesättigt. Der Anzeigenmarkt dagegen verhält sich frühzyklisch, das heisst: Er nimmt die Einschätzungen der Konjunktur und die Erwartungen der Unternehmer in allen Branchen vorweg, was sich nicht nur in den Stellenanzeigern spiegelt. Marketing (und damit Werbeausgaben) gehört zu den Aufwandkategorien, die am schnellsten zu beeinflussen sind. Und da die Mehrheit der Manager auch beim Sparen nicht das Nötige und Wichtige tut, sondern das, was am schnellsten Wirkung zeigt, werden in der Krise eben die Kommunikations- und Werbebudgets früh bzw. gar vorsorglich zusammengestrichen. Dieser Mechanismus führt dazu, dass es die Werbung und damit die Medienindustrie in jeder Krise früh erwischt.
An der Dreikönigstagung war die Spannweite der Handlungsvarianten deutlich auszumessen, wenn man etwa die Auftritte von NZZ-Verwaltungsratspräsident Conrad Meyer und Tamedia-CEO Martin Kall vergleicht. Mit einer Offenheit, die mich überrascht hat, hat Kall die Einzelheiten der Synergieprojekte zwischen Bern und Zürich offengelegt. Man hörte, viele seiner eigenen Mitarbeiter hätten aus diesem mit aussagekräftigen Berater-Charts gespickten Referat mehr erfahren, als ihnen bis dahin im Hause selbst mitgeteilt worden sei. (Dass die Charts hinterher auf der Website nicht mehr aufgeschaltet waren, hat mich dann auch nicht mehr überrascht.) Kall hat den Geschäftsstil, der auch in schwierigen Zeiten nicht nur das Überleben, sondern die Marktführerschaft ermöglicht, im Massstab 1:1 vorgeführt: Alles wird in Frage gestellt, alles von aussen neu geprüft, und umgesetzt wird in hohem Tempo. «Rücksichtslos» sei das, hört man auch aus dem Hause Tamedia murren. Das ist richtig. Rücksichten auf eingeschliffene Gewohnheiten und teure Traditionen sind in diesen Zeiten nicht mehr erschwinglich. Der Mann tut das, wofür er bezahlt wird, und er erklärt sein Tun auch öffentlich ohne Umschweife. Chapeau!
Von Conrad Meyers Referat, das einmal mehr mit dem reitenden Boten aus dem 18. Jahrhundert begann, ist mir eigentlich nur eine Zahl geblieben: ein Zielwert von 31 Prozent, der anzustrebende Anteil der Redaktionskosten an den Gesamtkosten der NZZ. Anderswo beträgt dieser Wert 22 bis 25 Prozent. Wer sich solche Ziele setzen kann, leidet auf hohem Niveau.
Aber ob 31 oder 21 Prozent: Nichts führt an der Tatsache vorbei, dass Redaktionskosten zum überwiegenden Teil Personalkosten sind, dass also Sparen ohne Reduktion dieses Kostenblocks nicht möglich ist. Das damit verbundene Risiko ist offenkundig, da haben die gewerkschaftlichen und intellektuellen Kritiker schon Recht. Journalismus und die nachgelagerten Fächer der Formenherstellung sind intellektuelle Dienstleistungen und als solche nur sehr begrenzt rationalisierbar (etwa gleich wie Architektur oder Seelsorge). Personalabbau hat schnell (aber nicht zwangsläufig) Rückwirkungen auf die redaktionelle Qualität. Je weniger qualifizierte Leute in der Redaktion, desto weniger Arbeit auf den Dossiers, desto weniger Vertiefung (was doch eigentlich die Überlebensstrategie der Bezahlzeitungen wäre!), desto grösser der Einfluss der interessengesteuerten Kommunikationsindustrie, deren Wachstum ohnehin schon enorm ist, Krise hin oder her.
Da ist, wenn schon, der Ansatz der Basler Zeitung, soweit bekannt, vorzuziehen: ein starker Schnitt, Rückzug aus einem ganzen nicht mehr funktionierenden Segment (Wochenendbeilage), Konzentration auf die eigenen Stärken. Proteste helfen da wenig, es wären Proteste gegen die Gesetze der Wirklichkeit. Was wäre die Alternative?
Soeben hat David Montgomery, der aggressive Zeitungsinvestor, seine deutschen Beteiligungen verkauft und sich – vermutlich unter hohen Verlusten – aus dem Geschäft verabschiedet. Das schnelle Geld findet den Medienbereich anscheinend nicht mehr so «sexy» wie auch schon. Und wer ist eingestiegen? Neven du Mont, auch so eine der alten Verlegerfamilien, die in allen Widrigkeiten bei ihrem Geschäft bleiben, weil sie kein anderes haben.
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