Time Warner schreibt 16 Milliarden Dollar Verlust

Der amerikanische Medienkonzern Time Warner hat wegen immens hoher Abschreibungen im Schlussquartal 2008 einen Verlust von mehr als 16 Milliarden Dollar erlitten. Für das laufende Jahr erwartet Time Warner ein stagnierendes Ergebnis.

Der amerikanische Medienkonzern Time Warner hat wegen immens hoher Abschreibungen im Schlussquartal 2008 einen Verlust von mehr als 16 Milliarden Dollar erlitten. Für das laufende Jahr erwartet Time Warner ein stagnierendes Ergebnis.
Auf seine kriselnde Internet-Sparte sowie das Kabel- und Verlagsgeschäft musste der Konzern insgesamt 24,2 Milliarden Dollar wegen gesunkener Firmenwerte abschreiben. Das teilte Time Warner am Mittwoch in New York mit. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von einer Milliarden Dollar erzielt. Der Umsatz fiel im vierten Quartal um knapp drei Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Das Minus fiel noch höher aus als der Konzern bereits im Vorfeld befürchtet hatte.
Im Gesamtjahr lag der Verlust bei 13,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar gemacht. Der Umsatz wuchs um ein Prozent auf 47 Milliarden Dollar.
Der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef Jeff Bewkes ist im Begriff den Medienriesen stark umzubauen. Für das kriselnde AOL-Geschäft sucht der Konzern seit längerem nach einer neuen Strategie oder einem Käufer. Für das laufende Jahr erwartet Time Warner ein stagnierendes Ergebnis.

Der Zauberberg gebiert Medienmäuse

Während die meisten Konzernlenker in Davos brav Betroffenheit mimten, herrschte bei vielen Journalisten echte Panik. Eine Erkenntnis brachte das WEF also doch: Die globale Wirtschaftskrise ist, zumindest hier zu Lande, auch eine nationale Medienkrise. Gastkommentar von Oliver Classen, Mediensprecher der Erklärung von Bern. Classen weilte als Koordinator des WEF-kritischen «Public Eye» letzte Woche in Davos.

John Gapper, Chefkolumnist der Financial Times (FT), ist ein Mann mit grundliberalen Überzeugungen und jenem staubtrockenen «sense of humour», ohne den die angelsächsische Weltwirtschaftspresse ungeniessbar wäre. Laut gut unterrichteten Freundeskreisen kommentierte er den von einem Moderator der Washington Post verursachten Podiumseklat zwischen Recip Erdogan und Shimon Peres an der Hotelbar als «mutmasslich grössten Effekt, den ein Journalist je aufs Weltwirtschaftsforum (WEF) gehabt hat». Nun, der Mann muss es wissen, schliesslich ist Gapper ein Davos-Habitué und einer der – auch vor Ort – meist gelesenen Beobachter dieses Alpaufzugs der Auserlesenen.
Journalistische Zweiklassengesellschaft
Schweizer Medienkader dürfen trotz Heimvorteil höchstens mal, wie heuer Susanne Wille oder Hannes Britschgi, die Gesprächsführung eines der weit weniger prominent besetzten Open-Forum-Panels übernehmen. Hier die Global Players CNN, Reuters oder Wall Street Journal (dessen neuer Herausgeber Rupert Murdoch diesmal auch als Co-Chair des WEF fungierte), dort marginalisierte Landes- und Regionalmedien: Diese journalistische Zweiklassengesellschaft spiegelt sich naturgemäss in der Qualität der Berichterstattung. Für diesen 2009 besonders spürbaren «Davos Gap» gibt es zwei Gründe: der limitierte Zugang zu den Top Shots und die personelle Ausstattung. Zum Vergleich: Während für die FT ein halbes Dutzend abgebrühter Reporter durch die Gänge des Kongresszentrums weibeln, bedient eine sympathische, aber unerfahrene Jungjournalistin den Deutschschweizer Regio-Pool, bestehend aus Südostschweiz, Landbote, St. Galler Tagblatt und Aargauer Zeitung. Ausserdem horten die Kollegen vom lachsfarbenen Finanzblatt all die exklusiven Party-Einladungen, ohne die man in diesem Umfeld zu keinen relevanten (Off the record)-Zitaten kommt.
Gefrustet in Davos
Überraschend ist es nicht, aber dennoch erschreckend: Statt um (fehlende) Rezepte gegen die Rezession drehten sich die Davoser Bargespräche mit Schweizer Pressevertretern primär um die eigene Jobangst. In Tagen wie diesen, wo der verlegerische Rotstift wieder Urstände feiert, ist sich halt jeder selbst der nächste. Diskutiert wurde aber weniger über aktuelle oder anstehende Entlassungen, als über die fundamentale Verunsicherung, wie weit die Gründe dafür struktureller oder zyklischer Natur sind. Die diesbezügliche Ratlosigkeit war auch nach dem dritten Bier mit Händen zu greifen und korrespondierte gespenstisch mit dem kollektiven Schulterzucken im Kongresszentrum. Einige Kollegen pilgerten dennoch hoffnungsvoll in ein «Fragility of the Fourth Estate» überschriebenes Branchen-Panel mit Steve Forbes, Thomson-Reuters-CEO Thomas Glocer und WPP-Boss Marin Sorrell. Statt neuer Anhaltspunkte lieferte diese Elefantenrunde jedoch nur «arrogante Allgemeinplätze», wie ein gefrusteter sda-Vertreter resümierte. Schreiben durfte er es leider nicht.

Unterdrückte Abweichler
Insofern war es wohl eine repräsentative WEF-Veranstaltung, an der aber immerhin die Kehrseite der Dominanz angelsächsischer Wirtschaftsmedien zur Sprache kam: Als Verstärker von Hausse-Euphorie wie Baisse-Depression bilden sie ein kommunikatives Klumpenrisiko und ein liberales Meinungskartell, in dem Abweichler kaum zu Wort kommen. Der von Tagi und NZZ (übereinstimmend!) diagnostizierte «Davoser Lemmingeffekt» macht also auch vor den Leitmedien nicht Halt. Das gilt übrigens auch für die Arroganz der Macht. So vertrat FT-Edelfeder Gapper in einem seiner gefürchteten Kommentare unlängst die Ansicht, Regionalmedien seien auch in Zeiten einer ins Stocken geratenen Globalisierung «politisch wie wirtschaftlich völlig entbehrlich». Kritisch werde es für unsere Demokratie, wenn «journalistische Premium-Qualität» nicht mehr refinanzierbar wäre. Solche Einschätzungen zeigen neben intellektueller Anmassung vor allem, dass auch der Zauberberg nur Medienmäuse gebiert.

Westschweizer TVs rüsten auf – Werbewoche

Vaud Fribourg TV ist gegründet worden, und Tele Bielingue investiert in ein digitales Studio.

Unter dem Namen Vaud Fribourg TV SA wurde kürzlich eine Firma mit Sitz in Lausanne gegründet. Das Aktienkapital beträgt 2,7 Millio¬nen Franken. Der elfköpfige Verwaltungsrat, dem auch Vertreter der Gemeinden Lausanne, Yverdon, Aigle und Vevey angehören, wird von Philippe Sordet vom Medienkonzern Edipresse Schweiz präsidiert. Die Waadtländer Gemeinden halten am Sender 38 Prozent (wobei Lausanne allein auf 22 Prozent kommt), Edipresse hat 28,6 Prozent, freiburgische Medien, darunter die Groupe Saint Paule (La Liberté) und die Freiburger Nachrichten (FN), halten 20,4 Prozent, und der Rest ist auf zahlreiche private Aktionäre verteilt. Gemäss Sordet stellt Edipresse insgesamt drei Vertreter: Auch der publizistische Leiter, Eric Hoesli, sowie Finanzchef Yvon Duboule sind im Verwaltungsrat. Aus dem Kanton Fribourg kommen zwei Vertreter: Pierre Savary, Co-Direktor von Radio Fribourg, und Albert Noth (Fondation Saint Paule, FN).
Bereits seien auch leitende Posten auf operativer Ebene besetzt worden, sagt Sordet: Zum Geschäftsführer von Vaud Fribourg TV wurde Christoph Rasch ernannt, bei Edipresse Leiter TV und interaktive Medien. Rasch war massgeb¬lich am neuen Sendekonzept und am Zusammenführen der zersplitterten Waadtländer TV-Szene beteiligt. Mit Fathi Derder (38) wurde ferner ein Chefredaktor bestimmt, der bisher bei Radio Suisse Romande tätig war. Laut Sordet ist der Sendestart auf Mitte Jahr geplant. Vaud Fribourg TV wird über ein Betriebsbudget von 7 Millionen Franken und eine Redaktion mit etwa 14 Mitarbeitern verfügen, davon ein Drittel im Kanton Fribourg.
Auch TeleBielingue baut aus: Die Aktionäre stockten das Aktienkapital von bisher 300’000 Franken auf neu 800’000 Franken auf. Am Bieler Sender sind die beiden Medienhäuser Büro Cortesi, Herausgeber der Gratiszeitung Biel-Bienne, sowie die Multimedia Gassmann AG (Bieler Tagblatt, Journal du Jura) je hälftig beteiligt. An diesem Verhältnis ändere sich nichts und auch personell bleibe alles beim Alten, sagte Roger Burckhard, Finanzchef bei Gassmann. Die AK-Erhöhung erfolge, weil man in ein digitales TV-Studio investieren möchte. Derzeit sei man am Evaluieren.
Markus Knöpfli

Bank mit schönen Ansichten

Clever und durchaus werbewirksam macht die Luganeser BSI-Bank auf sich aufmerksam: Als erstes Kreditinstitut in der Schweiz präsentiert sie sich dreidimensional auf Google Earth. Die Kunstwerke in den Bankgebäuden sind über eine weitere Website zu bestaunen.

Wie fällt eine Bank mitten in der Finanzkrise als modern und kundennah auf? Eine gross angelegte Werbekampagne ist in Zeiten knapper Kassen genauso wenig angesagt wie überzogene Bonuszahlungen. Doch wer sich komplett ruhig verhält, verpasst die Chance, in der allgemeinen Krisenstille auf sich aufmerksam zu machen. Eine pfiffige Idee hatte das älteste Tessiner Kreditinstitut, die Luganeser BSI-Bank: Sie ist schweizweit als erste Bank und als erstes Gebäude im Tessin im 3D-Format auf Google Earth zu sehen. Die Gratis-Software Google Earth ermöglicht es, via Satellitenbild Länder, Städte, einzelne Strassen oder Gebäude auf der ganzen Welt anzuschauen. Wer auf Google Earth unter «Lugano» nach «Palazzo BSI» sucht, surft unmittelbar vor den Palazzo Riva und den Palazzo BSI, den Komplex aus historischem und modernem Gebäude der BSI-Hauptniederlassung in Lugano. Ein virtueller Rundgang um das Gebäude, das direkt am Luganer See liegt, ist ebenso möglich wie ein Besuch in den Gebäuden der Bank oder ein Blick vom Hausdach auf die Strasse. Die BSI-Bank stellt sich damit in eine Reihe mit berühmten Bauwerken wie dem Pariser Louvre oder dem Hamburger Rathaus, die ebenfalls in 3D-Format auf Google Earth zu bestaunen sind.

Kunstgenuss in drei Dimensionen
Der BSI-Auftritt bei Google Earth ist ausserdem mit der Seite www.virtual.bsibank.com gekoppelt, auf der kunstinteressierte Surfer durch den Palazzo BSI spazieren und Werke zeitgenössischer Künstler betrachten können. Die auf fünf Stockwerken verteilten Bilder und Installationen wurden von Daniel Buren (Frankreich, geboren 1938), Robert Barry (USA, 1936), John Armleder (Schweiz, 1948) und Liam Gillick (Grossbritannien, 1964) eigens für die Räumlichkeiten der BSI-Bank geschaffen. Der Betrachter kann eine geführte virtuelle 360°-Tour durch die Ausstellung machen oder aber einen Galerie-Rundgang auf eigene Faust unternehmen. Die Werke kann er dabei aus nächster Nähe betrachten – Kunstgenuss ohne Absperrband. Hintergrundinformationen zu den Künstlern liefern Kurzfilme, mit denen der Kurator der BSI Art Collection, Luca Cerizza, die Künstler und ihr Schaffen vorstellt. Geplant ist zudem eine Rubrik mit Informationen über den Palazzo BSI. «Die Präsenz von zwei der repräsentativsten BSI-Gebäude auf Google Earth ist der ausgeprägten technologischen Orientierung der Bank zu verdanken sowie ihrem unermüdlichen Bestreben, ihre immer bedeutsamere Sammlung zeitgenössischer Kunst jedermann weltweit zugänglich zu machen, nicht nur über traditionelle Kanäle wie Ausstellungen», sagt Gianluca Balò, Head of Web Communication der BSI.
Ein gelungener Schachzug ist der Auftritt allemal: Mit Architektur und Kunst in drei Dimensionen leistet die BSI-Bank Imagearbeit vom Feinsten. Der Surfer wähnt sich eher in einer Galerie für moderne Kunst und Architektur als bei einem Vermögensverwalter – und das Thema Boni ist vom Tisch, wenigstens für einige unterhaltsame Minuten.

Anne-Friederike Wilhelm

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Bildreich: Die Fassade der ehemaligen Banca della Svizzera Italiana als Foto auf Google Earth.
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Virtuelle Eindrücke: Blick vom Palazzo Riva auf den Luganer See und die beiden Palazzi aus der Vogelperspektive.

Mit der Flughafenwerbung gings aufwärts

Dank mehr Flugpassagieren im 2008 konnte die Werbung in und um die Airports profitieren – vorab in Zürich und Genf.

Die zwei wichtigsten Schweizer Flughäfen wiesen letztes Jahr erneut gestiegene Passagierzahlen und damit mehr Kontakte für die Flughafenwerbung auf. Der Flughafen Zürich kam 2008 auf 22,1 Millionen Passagiere, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit verpasste er knapp den bisherigen Rekord von 22,7 Millionen Passagiere im Jahr 2000. Anders Genf-Cointrin: Dort wurde mit 11,5 Millionen Passagieren ein neuer Rekord erreicht (+ 5,7 %). Der EuroAirport Basel-Mulhouse blieb dagegen mit 4,26 Millionen praktisch stabil, das Minus betrug 11’000 Passagiere oder -0,3 Prozent. Ähnlich erging es dem Flughafen Alpar (Bern-Belp), der mit rund 105’000 Passagieren einen Rückgang von 1 Prozent aufwies. In Lugano-Agno ging das Passagieraufkommen um 3,8 Prozent auf 188 ’796 Reisende zurück.
Folgende Aussenwerber profitierten von den insgesamt gestiegenen Frequenzen: Clear Channel Outdoor Plakanda (CCOP), die Unique und Teile des EuroAirport betreut, die APG, die in Basel, Genf und Lugano präsent ist, JCDecaux, der ebenfalls am EuroAirport tätig war, und Baracom, die Bern-Belp vermarktet.
Zürich wird Basels Vorbild
Per 2009 ist die Situation in Basel aber verändert: Nach einer Plakatstellenausschreibung des EuroAirport kamen für die Flächen entlang der Zufahrtstrassen auf Schweizer Seite die APG und auf französischer Seite die Firma CBS zum Handkuss. Für alle Flächen in und an den Gebäuden hingegen wurde CCOP auserkoren. Das Unternehmen hat den Auftrag, nach dem Vorbild des Zürcher Flughafens ein auf Basler Verhältnisse angepasstes Grossflächenkonzept zu erstellen und umzusetzen. «Die klassischen Plakatstellen werden abnehmen, denn unsere Kunden wünschen eine grössere Visibility», sagt Werner Parini, der beim EuroAirport für die Ausschreibung zuständig war.
Markus Knöpfli

Zur Sache: Fatal und gefährlich

Wenn man momentan Branchenveranstaltungen besucht und mit Leuten aus der Printmedienbranche redet, dann muss man über eine gesunde Portion Optimismus verfügen, um nicht sofort in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen.

Wenn man momentan Branchenveranstaltungen besucht und mit Leuten aus der Printmedienbranche redet, dann muss man über eine gesunde Portion Optimismus verfügen, um nicht sofort in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen.
Die Stimmung ist der Branche ist gedrückt – um es einmal gelinde auszudrücken – und gespannt. Mit einer gewissen masochistischen Lust versuchen sich die Veranstaltungsteilnehmer gegenseitig mit schlechten Nachrichten zu übertrumpfen. Jeder will eine noch schlechtere Wirtschaftsprognose gelesen haben, jeder weiss von noch drastischeren Sparmassnahmen zu berichten. Man prostet sich zu (das immerhin!), nur um gleichzeitig im Gespräch gemeinsam neue Katastrophenszenarien zu entwickeln. Eine verkehrte Welt. Bis heute war man stolz darauf, dass es einem gut ging, heute gilt man so als Aussenseiter. Um zum Kreise der etablierten Branchenexponenten zu gehören, darf es einem nicht gut gehen. Jammern gehört zum Handwerk, wird gewissermassen zum Statussymbol.
Eine solche negative Haltung ist fatal und gefährlich. Self-fulfilling prophecy nennt man das Übel. Gemäss Wikipedia ist die selbsterfüllende Prophezeiung eine Vorhersage, die sich erfüllt, nur weil sie von einem sozialen Akteur geäussert und von anderen aufgenommen worden ist. Sie ist also eine besondere Ursache der Folgen, von denen sie spricht.
Ich will hier nicht einem Zweckoptimismus das Wort reden. Ganz und gar nicht. Das wäre angesichts der aktuellen Wirtschaftsprognosen fahrlässig. Doch ebenso fahrlässig und gefährlich ist es, wenn jedermann, ob Politiker, Manager, Wirtschaftsexperte oder Journalist, ständig auf die zu erwartenden negativen, ja katastrophalen Entwicklungsszenarien der Wirtschaft hinweist. Immer wieder, gebetsmühlenhaft. Die aktuelle Krise sei die schlimmste seit x Jahren, sie werde länger andauern als jede Krise zuvor. Die Auswirkungen seien noch gar nicht abzuschätzen, und überhaupt müssten sich die Menschen an eine ungewisse, unsichere und düstere Zukunft gewöhnen. So oder ähnlich tönen die Kassandra-Rufe in Zeitungsartikeln, in Interviews am Fernsehen und in den Kolumnen mancher Experten.
Dieser Pessimismus ist nicht nur Gift für die Konsumentenstimmung, sondern auch Gift für die Wirtschaft. Und für die Printmedienbranche, die von einer Krise immer zuerst betroffen ist – dafür geht es dann beim Ende einer Krise auch wieder schnell aufwärts –, ist er besonders gefährlich. Denn anstelle von Innovationen und neuen kreativen Ideen, mit denen man den Herausforderungen des Lesermarktes entsprechen könnte, treten Verteidigungsmassnahmen. Man spart Kosten, redimensioniert und fokussiert. Ob man so auf den nächsten Aufschwung vorbereitet ist, lässt sich bezweifeln.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Die Jungunternehmer

Caroline Braun und Stefan Bircher waren bei Absolutturnus Films angestellt. Jetzt hat Reiner Roduner die beiden beteiligt und die Spot-Unit Shining Pictures gegründet.

Was macht ein Unternehmer, wenn er Mitarbeiter hat, die er nicht verlieren will? «Im Schnitt bleiben die Leute fünf Jahre. Dann wollen sie weiter und mehr Verantwortung sowie Kompetenzen», sagt Reiner Roduner von Absolutturnus Films in Zürich. Will eine Mitarbeiterin dabei Kinder, ist das eine eigene Geschichte. «Bei vielen anderen Motiven kannst du aber dagegen steuern.» Und zwar indem «man die Mitarbeiter beteiligt!», ist Roduner überzeugt.
Man gibt seinen besten Spezialisten neue Aufgaben und mehr Verantwortung. Die Energie, die entsteht, wenn man Leute mitbeteiligt, «ist eine ganz andere», glaubt Roduner und will das nun mit der Gründung von Shining Pictures bestätigt sehen. Dazu kommt, dass sich diese Politik auch optimal ins Konzept von Absolutturnus einfügt und eine ideale Reaktion ist auf die aktuelle Entwicklung im Markt.
Shining Pictures ist das Resultat einer Öffnungsstrategie der Absolutturnus Films. Der Gründung lag die gleiche Idee zugrunde wie bei der Auslagerung von Seed Audio-Visual Communication aus Reiner Roduners Unternehmen. Das strategische Ziel heisst integrierte Kommunikation: Seed für Corporate-Filme, Shining für Commercials, Utainment für TV-Formate und Absolutturnus Films für neue Medien. Mit einer solchen Gliederung will Roduner eigene Kompetenzzentren für den gesamten audiovisuellen Bereich anbieten können.

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Die Rückkehrerin
«Es macht Sinn, wenn ich nach aussen klar kommunizieren kann: Wir machen Werbung, wir machen Corporate, wir produzieren TV-Formate», sagt Roduner. Es sei sonst schwierig, sich zu profilieren, wenn man alles anbietet. Corporate-Filme sind für Werber eine andere Welt. Darum hat Roduner seine Absolutturnus geteilt und klar strukturiert. «Natürlich bleiben wir ein eng verknüpftes Team. Wir sind jetzt elf Leute. Wenn wir ein Brainstorming machen, dann sind alle dabei und müssen mitdenken. Das spiegelt auch die moderne Entwicklung. Ein Spot ist ja heute nicht mehr nur einfach ein Werbespot. Die integrierte Kommunikation ist Zeitgeist. Die Kunden wollen ihre bewegten Bilder möglichst vielseitig einsetzen können. Dazu haben wir die Möglichkeit und jetzt auch alle Spezialisten unter einem Dach.»
So zum Beispiel Caroline Braun. Nach dem KV auf einer Bank und ihrer Berufsmatur wollte diese zuerst einmal «ausgiebig reisen». Die halbe Neuseeländerin besuchte ihre Heimat und trampte auch für längere Zeit durch Australien. Das «road movie» endete schliesslich beim richtigen Film. Bei Susanne Henggeler und Christian Aeby bekam Braun eine Chance als Produktionsassistentin bei der damaligen Tin Tin Film in Zürich. Schnell wusste sie rund um Kameras und Action Bescheid: «Das ist meine Welt.» Als Henggeler die Tin Tin verliess, suchte auch Braun nach einer neuen Herausforderung und drehte zum ersten Mal mit Reiner Roduner. Drei Jahre blieb sie bei der frühen Absolut Film als Produktionsleitung. Dann wollte sie «noch ein bisschen weiter schauen». Caroline Braun schaffte die Aufnahme an die Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin. Ein begehrter Ausbildungsplatz, denn hier werden pro Jahr nur zehn von Hunderten von Bewerbern aufgenommen. Der spezialisierte Lehrgang, den es mittlerweile nicht mehr gibt, lief unter dem Titel «TV Producer». Sehr praxisnah lernten die Studierenden das Handwerk rund um Serien und Spielfilme. Wie wird ein Stoff erarbeitet? Was sind die Abläufe einer Eigenproduktion? Verbunden war diese Professionalisierung auch mit zwei Praktikas bei ProSieben und Sat 1.
Nach der Filmschule hatte Caroline Braun ein Angebot in Berlin. Die Stadt war für sie «sehr spannend» – aber irgendwie auch etwas «zu gross». So jobbte sie lieber die nächsten vier Jahre als Freelancerin in der Schweiz. Aus dieser Zeit erinnert sie sich neben unzähligen Spots auch an eine «grosse Kiste» mit Stefan Zürcher und Leonhard Gmür für «Band of Brothers», einer Produktion der Hollywood-Grössen Steven Spielberg und Tom Hanks. Andere wertvolle Erfahrungen brachten auch ein paar Aufträge für die Bloofeld Entertainment Eventagentur, bevor die inzwischen erfahrene Medienfrau wieder «etwas Festeres» suchte. Das ideale Angebot kam schliesslich von Reiner Roduner, der seine Absolut inzwischen zur Absolutturnus erweitert hatte. Fünf Jahre nach ihrem Weggang folgte für Braun 2005 das «Remake», dieses Mal in der Rolle als Produzentin.

Der sportlich Kreative
Auch Stefan Bircher hat sein Glück bei Roduner gefunden. Nach der Wirtschaftsmatura studierte Bircher Publizistik. Film – das war sein langjähriger Berufstraum. Nach unzähligen eigenen kleinen Produktionen ergab sich dann bei Star TV die erste Chance für den Einstieg ins professionelle TV-Geschäft. Dort konnte er die damals noch extern produzierte Sendung «Freestyle» als Produzent übernehmen und fortan inhouse produzieren. «Der damals wie heute sehr umstrittene, weil sehr provokativ und polarisierend moderierende Marco Schwab, den ich damals in die Sendung gebracht habe, ist heute noch dabei», freut sich Bircher.
In seinen fast drei Jahren bei Star TV genoss der Produzent vor allem die vielen Freiheiten. «Man kann bei Paul Grau sehr viel selber entscheiden, muss aber auch einen Rüffel einstecken, wenn eine Sendung nicht funktioniert.» Bircher hat sehr schnell die richtige Bildsprache für sein junges Zielpublikum gefunden. Er war für diese Sendung rund um Extremsport genau der richtige Mann – schliesslich hat er selber einen starken Background als Skateboarder. Als Achtjähriger entdeckte er die Leidenschaft für das Rollbrett.
Nach der Zeit bei Star TV folgten Profivertragsangebote. Bircher musste sich entscheiden und wusste: «Ich muss es JETZT machen.» Er folgte den Angeboten von Levis und DC und wurde als Marken-Botschafter in alle Welt geschickt. «Damals konnte ich gut davon leben. Ich verdiente zwar nicht das grosse Geld, hatte aber auch fast keine Ausgaben. Hotels und Reisen wurden bezahlt, Autos und Ausrüstung zur Verfügung gestellt.» Am wertvollsten war in dieser Phase aber seine Einsicht in die Berufswelt der Medien. «Ich erlebte hautnah, wie Sponsoring funktioniert. Dazu konnte ich auch bei vielen internationalen Filmdrehs mitwirken.»
Bircher lernte damals auch Profisportlerkollegen wie Marco Lutz und Johannes Eisenhut kennen. Auch die beiden Snowboard-Legenden und weitere Freunde aus dieser Zeit sind in der Werbung gelandet. Bircher fand diese Kurve schliesslich vor sieben Jahren über den Erwerb des eidgenössischen Marketing Kommunikationsplaners und seinen Einstieg bei Reiner Roduner.
Zwölf Frauen hatten sich als Produktionsassistentinnen beworben. Die Meinung des Chefs war schon gebildet, als plötzlich noch Stefan Bircher auftauchte und den Girls die Show stahl. «Er tickte einfach irgendwie völlig anders und hat mich sofort überzeugt», freut sich Roduner heute noch über seinen Entscheid.

Andreas Panzeri

Shining Pictures unter dem Dach der Absolutturnus Films hat in der neuen Organisationsform bereits grosse Aufträge für McOptik, die Krankenkasse Concordia sowie für PricewaterhouseCoopers im Kasten. Aktuell ist ein Spot für Zimtstern Streetwear mit Marco Lutz als Regisseur in der Postproduktion. Dazu laufen diverse Pitches. Bei denen ist besonders interessant, dass immer mehr Kunden oder Agenturen nicht mehr nur einen Spot, sondern gleich für mehrere Formen offerieren lassen. Virale Filme, Kinotrailer, Billboards: Crossmedial ist heute angesagt. Und das Absolutturnus-Netzwerk kann das inhouse alles umfassend bedienen.

Grossartiger Spot: Wie sich die Tierwelt schwarzes Gold verschafft

Aufwändig und teuer sind die Spots des Imperialbrauseherstellers Coca-Cola eigentlich immer. Auch detailreich und ausgeklügelt kommen sie meist daher. Aber so schön wie dieser Werbefilm, in dem sich die vereinigte Tierwelt eine Colaflasche unter den Nagel reisst, war schon lange keiner mehr. Vorgestellt wurde er erstmals am letzten Sonntag im Rahmen des Superbowls.

Aufwändig und teuer sind die Spots des Imperialbrauseherstellers Coca-Cola eigentlich immer. Auch detailreich und ausgeklügelt kommen sie meist daher. Aber so schön wie dieser grafisch animierte Werbefilm, in dem sich die vereinigte Tierwelt eine Colaflasche unter den Nagel reisst, mit vereinten Kräften öffnet und dann den Inhalt fair untereinander aufteilt, war schon lange keiner mehr. Vorgestellt wurde er erstmals am letzten Sonntag im Rahmen des Superbowls (die Werbewoche berichtete)
Verantwortlich dafür zeichnet die amerikanische Agentur Wieden + Kennedy mit Sitz in Portland. Katzen würden Whiskas kaufen, Käfer, Schmetterlinge, Bienen, Heuschrecken, Libellen und Raupen anscheinend Cola trinken.

Die grosse Züglete der Sendeplätze zahlt sich aus

Dank neuer Sendeplätze könnten einige Sendungen von PresseTV wieder frühere Quotenhöhen erreichen.

Hans-Jürg Deutsch, Geschäftsleiter des Verlegerfernsehens PresseTV (PTV), wies in den letzten Jahren immer wieder darauf hin: Seit SF-Direktorin Ingrid Deltenre SF zwei konsequenter auf Sport und Jugend ausrichtete und am Sonntagabend auf SF1 «Musicstar» oder «Gotthelf-TV» programmierte, sahen die PTV-Sendungen alt aus. Im doppelten Sinn: Erstens weil sie mit den SF-Eigenproduktionen nicht mithalten konnten, zweitens weil die PTV-Sendungen mit ihrem eher älteren Zielpublikum auf dem jugendlichen SF zwei deplatziert wirkten. Entsprechend purzelten Jahr für Jahr die Quoten.
So überrascht es nicht, dass fast alle PTV-Sendungen auch 2008 erneut an Boden verloren und viele an einem historischen Tiefpunkt angelangt sind. Allen voran die Ringier-Sendung «Gesundheit Sprechstunde» (GES): Gegenüber 2007 verlor sie ein Drittel ihrer Zuschauer, verglichen mit 2003 waren es gar 60 Prozent oder knapp 200’000 Personen weniger. «NZZ Format», «NZZ Swiss made», «konsumTV» oder «MotorShow TCS» stürzten ebenso ab. Einzig der «BaZ Fussballtalk» konnte letztes Jahr etwa 12 Prozent zulegen.
Lange war PTV dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert. Ein Ausweichen auf andere Sendeplätze war teils aus konzessionsrechtlichen Gründen kaum möglich, teils weil sich Deltenre dagegen sperrte. Das Verlegerfernsehen, das in besseren Zeiten mitgeholfen hatte, den Quotendurchschnitt von SF zwei zu heben, stand plötzlich auf dem Abstellgleis.
Erst mit der neuen SRG-Konzession von 2007 kam Bewegung in die Sache. SRG und PTV handelten im Mai 2008 einen neuen Kooperationsvertrag aus und einigten sich, dass PTV-Sendungen ab 2009 dort platziert werden, wo sie ihr Publikum besser erreichen können. Die Konsequenz: Vier PTV-Formate, nämlich «Cash-Talk», «BaZ Fussballtalk», «konsumTV» und «100 Minuten», wurden gestrichen, alle andern verlegt – die meis¬ten auf SF1. Gleichzeitig wurden den einzelnen Sendungen intern gewisse Quotenziele vorgegeben. Entsprechend wurden die Januarresultate mit Spannung erwartet, um erste Trends erkennen zu können.
> Tabelle: PTV-Sendungen
Und diese stimmen zuversichtlich. Denn auf den neuen Sendeplätzen schnellten die Zuschauerzahlen einiger PTV-Formate hoch, bei GES, neu samstags um 18.10 Uhr auf SF1, stiegen sie gar um knapp 100 Prozent auf 208’800 Personen. Die fünf Januar-Sendungen, die neu wöchentlich statt vierzehntäglich ausgestrahlt werden und halb solange dauern wie zuvor, knüpfen etwa dort an, wo GES 2006 stand. Beim Marktanteil erreicht das Format mit 20 Prozent gar einen Rekordwert.
Mehreren andern Sendungen geht es ähnlich: «Motorshow TCS», neu am Sonntagabend auf SF zwei, konnte verglichen mit 2008 um gut 50 Prozent zulegen und ist zurück auf den Werten von 2006. Auch hier erreicht der Marktanteil ein historisches Hoch. Die «Standpunkte» werden ebenfalls häufiger denn je gesehen. Und «NZZ Format», das neu donnerstags nach Aeschbacher ausgestrahlt wird, erreicht mit 89’000 Zuschauern zwar erst den Wert von 2007 – mit seinem Rekord-Marktanteil von 14,3 Prozent übertrumpft es aber die Serien, die SF1 zuvor um dieselbe Zeit im Programm hatte und die 2008 bloss 10 Prozent schafften. Nur leicht verbessert haben sich dagegen «CashTV» und «NZZ Swiss made». Bei «CashTV» ist der Januar-Marktanteil sogar tiefer denn je.
Markus Knöpfli

Weber Harbeke stellt neuen Art Director ein

Ein neuer Art Director: Die Zürcher Agentur Weber Harbeke verstärkt ihr Team mit dem Kreativen David Dudler.

Ein neuer Art Director: Die Zürcher Agentur Weber Harbeke verstärkt ihr Team mit dem Kreativen David Dudler.
Der 36-jährige David Dudler begann seine Werbekarriere bei Lang Gysi Knoll in Bern. Weiter Stationen seiner bisherigen Laufbahn waren Lowe, Wirz Werbung und Scholz & Friends in Hamburg, wo er bereits als Art Director tätig war. Zuletzt betreute er bei Assai Interactive unter anderem Kunden wie Chrysler (Jeep, Dodge) und Migros Assistance.
Des Weiteren finden sich in seinem Portfolio Kampagnen für Marken wie Orange, Sunrise, John Player Special, Basler Versicherungen und Express Post. David Dudler ist Absolvent der ADC-Kreativschule 2005.

Streit um Tarifverträge in Hollywood

Die 120’000 Mitglieder der Gewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) arbeiten seit Juni ohne Tarifvertrag. Nun wird der Machtkampf im Verband der Hollywood-Schauspieler auch vor Gericht ausgetragen.

Die 120’000 Mitglieder der Gewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) arbeiten seit Juni ohne Tarifvertrag. Nun wird der Machtkampf im Verband der Hollywood-Schauspieler auch vor Gericht ausgetragen. Gewerkschaftspräsident Alan Rosenberg hat Einspruch eingelegt gegen die Entlassung seines Geschäftsführers Doug Allen.
Der Vorstand hatte Ende Januar den als Hardliner bekannte Allen gefeuert, um einen kompromissbereiteren Verhandlungspartner einzusetzen, da die Gespräche mit den grossen Studios in einer Sackgasse stecken geblieben waren.
Aber Rosenberg und Allen «halten so verzweifelt an ihrer Macht fest, dass sie bereit sind, ihr eigenes Haus abzubrennen», sagte der New Yorker Gewerkschaftspräsident Sam Freed, der zu den Beklagten gehört, laut einem Bericht der Los Angeles Times.
Zwischenzeitlich hatte die Gewerkschaftsspitze unter Führung von Rosenberg sogar über einen Streik abstimmen lassen wollen, stiess mit dem Vorhaben jedoch auf massiven internen Widerstand.

Google kennt deinen Standort

Der Kartendienst Google Maps erweitert sein Angebot um eine neue Funktion. Mit Google Latitude können Freunde und Familienmitglieder via Handy geortet werden.

Der Kartendienst Google Maps erweitert sein Angebot um eine neue Funktion: Mit Google Latitude können Freunde und Familienmitglieder via Handy geortet werden. Für das neue Tool anmelden kann man sich über das eigene Google-Konto. Ab dann werden auf dem Handybildschirm Profilbilder von Freunden angezeigt, die ebenfalls angemeldet sind. Per Anruf, Instant Messaging oder Email kann man sich mit der lokalisierten Person direkt in Verbindung setzen und falls gewünscht auch gleich eine Wegbeschreibung dorthin verlangen.
Festgestellt wird die Position per Ortung von Funkmasten, GPS und Wifi-Verbindungen. Google Latitude steht in der Schweiz und 26 weiteren Ländern zur Verfügung. Der Service läuft auf den meisten Blackberry-Geräten, den meisten Windows Mobile 5.0+-Geräten sowie den meisten Smartphones von Nokia. Zudem soll der Dienst auch in Kürze auf dem iPhone laufen.
Die Bedenken von Datenschützern will Google zerstreuen. Jeder Nutzer kann selbst bestimmen, wem der eigene Standort angezeigt werden soll. Google versichert zudem, keine zurückgelegten Routen aufzuzeichnen oder zu sichern. Lediglich die letzte Position ist auf den Rechnern vorhanden.
Datenschützer sehen aber genau Letzteres als ein Problem. Es stelle sich die Frage, weshalb Google überhaupt den letzten Aufenthaltsort der Nutzer speichern will, sagte Maximilian Hartung, Geschäftsführer der Datenschutz-Agentur, gegenüber dem Mediendienst Pressetext. Hartung sieht die Gefahr, dass das Unternehmen die gesammelten Informationen womöglich für eigene Zwecke missbrauchen könnte. Entscheidend ist vielmehr, dass die Daten anonym gespeichert werden, sodass keinerlei Rückschlüsse auf die Identität der Nutzer möglich sind.
Gesetzlich ist der Einsatz derartiger Systeme prinzipiell verboten. Wenn Nutzer derartiges allerdings ausdrücklich erlauben, ist der Datenschutz ausgehebelt und seine Bestimmungen greifen nicht mehr. Laut Hartung legen Nutzer heute prinzipiell zu wenig Gefahrenbewusstsein an den Tag, wenn es um die Veröffentlichung persönlicher Daten gehe.

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