Nachgefragt

Die Werbewoche wollte wissen, wie der Tagi-Relaunch von der Falkenstrasse und der NZZ-Relaunch von der Werdstrasse bewertet werden.

Res Strehle zum NZZ-Relaunch
Die NZZ ist Pflicht, der Tages-Anzeiger Vergnügen. So brachte vor einigen Wochen der Kommunikationschef einer Zürcher Privatbank sein Verhältnis zu den beiden Zürcher Qualitätszeitungen auf den Punkt. Inzwischen haben beide ein neues Design und das Fazit liesse sich aus Sicht des Privatbankers wie folgt ziehen: Die NZZ ist immer noch Pflicht, aber sie ist im neuen Kleid auch ein bisschen mehr Vergnügen geworden. Das ist gut so. Schliesslich sterben auch der NZZ die Pflichtleser langsam weg. Nur noch ganz wenigen Lesern wird heute die Lektüre der Tageszeitung direkt vom Über-Ich befohlen. Wer künftig Zeitung im grossen Format auf Papier liest, schwelgt in der Zeit der schnellen Information via Internet und Pendlerzeitungen in Luxus und Musse. Broadsheet (die Bezeichnung für das grosse Format, das in der Schweiz eine ausgesprochen handliche Grösse hat) tönt plötzlich ganz ähnlich wie Broadway. Vergnügen muss also irgendwie dazugehören – umso schöner noch, wenn es auf hohem Niveau geboten wird.
Das ist der Fall: Das Auge hat in der neuen NZZ mehr Raum. Zwischen verschiedenen Artikeln auf einer Seite ist eine Hierarchie erkennbar. Die Bilder sind ausgewählt und kommen besser zur Geltung. Die analytische Kompetenz wird besser sichtbar durch deutliche Schwerpunkte im ersten Bund (Meinung & Debatte), im zweiten Bund (Reflexe) und im dritten Bund insgesamt, der vor analytischer Kompetenz nur so strotzt.
Auch die Konzentration auf drei Bünde stört den Leser nicht. Sie vermittelt das Gefühl von Kompaktheit, ein Gebot, mit dem heute jeder Fussballtrainer seine Truppe aufs Feld schickt. Der Rückgang der Anzeigen hat dazu geführt, dass bei sechs oder mehr Bünden vorab in den inseratenschwachen Zeiten (Sommer, Januar, Februar) einzelne Bünde bloss noch aus vier Seiten bestanden, von Bünden, oder wie unsere nördlichen Nachbarn sagen: Büchern, also kaum mehr die Rede sein konnte. Das einzig Schmerzliche dabei ist, dass der NZZ damit ein eigener lokaler Bund verloren gegangen ist – für eine Tageszeitung, die den Namen Zürich im Titel trägt, eine mutige Entscheidung. Wenn damit die Strategie verbunden ist, künftig stärker als sprachnationaler Titel wahrgenommen zu werden, ist sie richtig. Andernfalls ist sie wohl sehr riskant.
Wie bei jeder Zeitung nach einem Relaunch hat das neue Layout noch ein paar harmlose Kinderkrankheiten, die in den kommenden Wochen noch kuriert werden können: Die Bilder waren in den ersten Tagen mehr informativ denn gut und häufig etwas stereotyp in der Grösse. Dem Wirtschaftsressort schien in den ersten Tagen die Solidarität mit Peter Handkes Mission gegen die Bilderflut wichtiger zu sein als die Zugänglichkeit für den Leser. Und die knappen, zweizeiligen, grau unterlegten Skyboxen mit magerer Schrift dienen dem Leser noch nicht wirklich zur erfolgreichen Navigation im Blatt.
Aber alles in allem greift der Leser nun mit deutlich mehr Lust zu dieser Zeitung. Wenn sie so weitermacht, wird die NZZ noch tauglich als Alternative zum Sportfernsehen auf den Hometrainern im Fitnesszentrum. National und weltweit geht das Gespenst vom Untergang der Qualitätsmedien um. Glücklich eine Stadt, die zwei Tageszeitungen hat, die täglich beweisen wollen, dass sich Qualität und Vergnügen nicht ausschliessen.
Res Strehle ist Co-Chefredaktor des Tages Anzeigers

Rainer Stadler zum Tagi-Relaunch
Wenn eine Firma die Verpackung ihres Warenangebots neu gestaltet, sollte man die Stirn runzeln. Schwoll das Volumen der Packung etwa an, weil mehr Inhalt abgefüllt wurde? Oder diente die Aufplusterung nicht vielmehr dazu, weniger hineinzustecken, damit die tatsächliche Preiserhöhung dem Käufer verborgen bleibt? Der konsumentenkritische Pedant wird die Faktenlage durch Lektüre des Kleingedruckten klären. Er kann dann – Taschenrechner vorausgesetzt – ermitteln, wie viele Franken er für wie viele Milliliter Parfum oder für wie viele Gramm Salznüsse hingelegt hat.
Wenn eine Zeitung sich neu herausputzt, nützt der Taschenrechner allerdings nichts mehr. Kein Blatt gibt an, wie viele Kilo Zeichen es dem Publikum täglich vorsetzt. So bleibt dann einfach der Verdacht irgendwie unsicher im Kopf stehen, früher sei das Angebot doch umfangreicher gewesen.
Solches denkt man auch beim Durchblättern des neuen Tages-Anzeigers. Gemäss Selbstdeklaration will die Redaktion mehr eigene Akzente setzen und weniger die Tagesagenda abbilden. In der Tat wurde die Themenselektion härter. So war am Montag keine einzige Zeile zu lesen über das fast einstimmige Votum der SVP-Delegierten für die Minarettinitiative. Wen wirds wundern, wenn die politischen Akteure immer mehr Lärm machen werden, um überhaupt noch in die redaktionellen Spalten zu gelangen?
Das war nun allerdings eine inhaltliche Frage. Ich wurde jedoch gebeten, die Gestaltung des Tages-Anzeigers einzuschätzen. Also: Die erste Ausgabe nach der Reform hatte mich enttäuscht. Wahrnehmungen sind stark durch Erwartungen geprägt. Was heisst: Ich hatte grosse Erwartungen an die optische Gestaltungskraft des Tages-Anzeigers. Das Blatt wirkte zweifellos weiterhin seriös, aber vor allem wegen der dunklen Schrift schwer und düster. Rätsel gab mir der dicke Strich knapp über den Titelzeilen auf. Er drückt – um es vulgärpsychologisch zu sagen – wie ein Übervater auf die Hauptbotschaften. Raubt diesen die Atemluft.
Nach einer Woche habe ich mich längst ans neue Gestaltungsregime gewöhnt. Es ist gewiss nicht revolutionär, aber man kann gut unter ihm leben. Keine ästhetischen Marotten erschweren die Lektüre. Das weiss man zu schätzen. Berichte, Kommentare und Interviews werden durchs Schriftbild deutlich abgegrenzt: Blocksatz gegen Flattersatz. Klar, das Subjektive war schon immer etwas flatterhaft. Vielleicht braucht es darum den strengen, ordnenden Strich über jedem Text. Angst vor Kontrollverlust? Die Bildauswahl gefällt heute bedeutend besser als in der ersten Ausgabe. Der Eindruck von Düsternis hat sich verflüchtigt. Selbst beim nochmaligen Durchblättern der ersten Reformausgabe dünkt mich die Gestaltung weniger bedrückend – Wahrnehmungen sind offensichtlich volatil.
Die derzeitige Neugestaltung der drei grossen Zürcher Tageszeitungen hat ein starkes mediales Echo gefunden. Welchem Produkt sonst würde solche publizistische Gnade zuteil! Wenigstens diesen Marketingeffekt kann die Geldnot leidende Presse günstig erzeugen. Die positive Grossbotschaft war durchaus beabsichtigt: Wir bleiben dran, wir tun was.
Rainer Stadler ist Medienredaktor der Neuen Zürcher Zeitung

Swiss TXT baut aus und setzt auf Multimedia

Die in Biel ansässige Teletext-Vermarkterin und Crossmedia-Communications-Anbieterin Swiss TXT baut trotz der Krise den Geschäftsbereich Multimedia Solutions im 2009 um weitere sechs Mitarbeiter aus. Mit der neu geschaffenen Abteilung Customer Relations soll zudem der eigene Geschäftsbereich stärker im Markt positioniert werden.

Seit mehreren Jahren baut Swiss TXT kontinuierlich ihre IT-Leistungen im Multimedia Umfeld aus. Vor vier Jahren wurde für dieses Thema der eigene Geschäftsbereich Swiss TXT Multimedia Solutions geschaffen, der in dieser Zeit von zehn auf 30 Mitarbeiter gewachsen ist. Mit dem diesjährigen Ausbau wurden neue Stellen für Projektleiter, System-Administratoren, Entwickler und eine Marketingfachperson geschaffen.
Bisher wurden vor allem Dienstleistungen für verschiedene Unternehmenseinheiten der SRG erbracht. Ab sofort soll die neue Abteilung Customer Relations den Geschäftszweig Multimedia Solutions stärker im Markt positionieren. Für die klare Differenzierung der Multimedia-Produkte vom Teletext-Geschäft soll der neue Subbrand sorgen.
Zielkunden sind Medienunternehmen und Firmen, die auf Mobile-Kommunikation sowie Audio-Viedo-Lösungen setzen.
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PR-Werkstatt: 99 Tage am Markt

Die PR-Werkstatt feiert heute, Mittwoch, ihr 99-tägiges Bestehen. Die Zürcher Agentur ist seit dem 01. Juli operativ tätig und berät Kunden in allen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Der Gründer der Agentur, Clemens Gähwiler, war zuvor über mehrere Jahre PR-Berater bei Burson-Marsteller in Zürich.Er greift dabei auf über 10 Jahre Erfahrung in der Kommunikationsbranche zurück. 2008 hat der ausgebildet Betriebsökonom HWV zudem die Weiterbildung zum eidgenössisch diplomierten PR-Berater abgeschlossen.

www.pr-werkstatt.ch

Axel Springer: Tele listet 34 zusätzliche digitale Sender

Die TV-Illustrierte Tele erweitert ihren bestehenden Programmteil: Auf zwei Extra-Seiten pro Tag sind ab sofort die Programme von 34 zusätzlichen Sendern aufgelistet – für alle digitalen Plattformen wie Cablecom, Bluewin-TV, Quickline, Digital Cable Group und auch für Haushaltungen mit Satellitenempfang.

Die Zeitschrift bietet jede Woche einen Überblick zu insgesamt 93 Sendern – 59 analoge und 34 digitale. Das bisher gegen Aufpreis erhältliche Supplement Tele digital wird eingestellt. Gleichzeitig führt die Zeitschrift einen «Filmplaner» ein: Ein Überblick über das Spielfilmangebot der Fernseh-Woche über vier Seiten.

www.tele.ch

Produkte/Neuheiten

Schnell und gründlich informiert – das ist das Credo der eLoad24.com-eBooks. Die digitalen Bücher machen den Leser in kürzester Zeit schlau. Das GrafiLite ist eine neue kostengünstige Normlichtlösung nicht nur für den fotografischen Markt. GrafiLite bietet genormtes künstliches Tageslicht zur optimalen Farb- und Bildkontrolle.

860 eBooks bei eLoad24.com völlig kostenfrei online lesen: Fundiertes Wissen per Mausklick
Schnell und gründlich informiert – das ist das Credo der eload24.com-eBooks. Die ¬digitalen Bücher machen den Leser in kürzester Zeit schlau. Sie erklären Pokerregeln, stellen den Bussgeldkatalog für Verkehrssünder vor, sammeln 50 Tipps und Tricks zu Microsoft Office oder beraten den Leser, wie er seine nächsten Karriereschritte plant.
Wer sich für einen Titel interessiert, klickt auf das im Web-Browser abgebildete Cover, um das eBook online zu lesen. Ganz neu: Die Online-Lektüre ist völlig kostenfrei.
Eload24-Chefredakteur Jörg Schieb: «Wir denken an den Anwender, der in diesem Moment Antworten auf drängende Fragen sucht. In unserem Wissensfundus ist der passende Titel schnell gefunden und mit nur einem Mausklick aufgeschlagen.»
Bei der Online-Präsentation werden die eBooks nicht als PDF angezeigt. Stattdessen kommt eine Eigenentwicklung zum Einsatz – der TxtBear (www.txtbear.com). Dieser Online-Dienst, der ALLEN Anwendern gratis zur Verfügung steht, erlaubt es, Dokumente ins Web hochzuladen und dabei in ein einheitliches Format zu konvertieren.
Der Einsatz von TxtBear macht nicht nur auf der eload24.com-Plattform Sinn. Alle Werbetreibende können den Dienst nutzen, um Flyer, Prospekte, Newsletter und andere Texte auf der TxtBear-Plattform online zu stellen. Dabei erhalten sie einen Link, der sich an Kunden weitergeben lässt, oder einen HTML-Code, der in die eigene Homepage integriert wird.
Viele Firmen nutzen bereits die Videos auf YouTube für ihre Promo-Aktionen. Analog dazu ist es bei TxtBear möglich, Texte in ihrer ursprünglichen Formatierung online zu stellen und diese der ganzen Welt zu zeigen. Dabei ist es völlig egal, mit welchem Betriebssystem und welchem Web-Browser die Anwender online gehen: TxtBear-Dokumente lassen sich immer lesen.
Weiterführende Kontaktdaten:
Informationen zum verantwortlichen Unternehmen:
eload24 AG, Sonnenhof 3, CH-8808 Pfäffikon SZ, Schweiz
Telefon: 055 420 11 30
Telefax: 055 420 11 31
Ansprechpartner für die Presse: Ralf Seelig
Telefon Direkt: 081 920 70 05
Telefax Direkt: 081 936 74 01
Telefon Mobil: 079 401 44 73
E-Mail: [email protected]
Internet: www.eload24.com
Normlicht: Jederzeit und überall!
Das GrafiLite ist eine neue kostengünstige Normlichtlösung nicht nur für den fotografischen Markt. GrafiLite bietet genormtes künstliches Tageslicht zur optimalen Farb- und Bildkontrolle. Farbmuster, Prints und Proofs können somit unabhängig von der Tageszeit unter Tageslichtgegebenheiten beurteilt werden. Das zusammenklappbare Tischgerät in neutralgrauer Farbe mit kleiner Standfläche ist leicht und kann überallhin mitgenommen werden – damit gehört das Problem des fehlenden Normlichts der Vergangenheit an!
Erhältlich für CHF 146.00 bei www.publisher.chshop

Neuheit!
Expoexpress heisst: Bestellungen per Katalog oder per Internet. Die Haupt-Einsatzgebiete sind Kongresse, Events oder Messen. Schnell, leicht und einfach sind die hauptsächlichen Anforderungen für effiziente Präsentationen von Bild und Text mit Rolldisplays, Faltwänden, Vitrinen oder Prospektständern sowie anderes Messezubehör. ¬Alles zum Bestellen. Schnell aufzubauen. Leicht zu transportieren.
Durch den Katalogversand oder Bestellungen via Internet können Top-Preise garantiert werden.
Informieren Sie sich unter: www.expospace.biz

Anti-Minarett-Plakat sorgt weiterhin für Diskussionen

Die Anti-Minarett-Initiative sorgt bereits für Ärger, bevor das erste Plakat hängt. Während die Stadt Basel das Sujet der SVP zur Minarett-Verbotsinitiative im öffentlichen Raum bereits verboten hat, hat die Stadt St.Gallen nun beschlossen, das Plakat zu tolerieren.

Bundesrat und Bundesversammlung seien zum Schluss gekommen, dass die Initiative gültig sei, begründete der Medienchef der Stadt St. Gallen, Urs Weishaupt, den Entscheid der Behörde. «Unsere Aufgabe ist es nicht, zu entscheiden, ob die Vorlage schlau ist.» Das Plakat an und für sich ist gemäss Bazonline.ch aus Weishaupts Optik nicht rassistisch. Das Bild zeige eine Schweizer Fahne, eine verhüllte Frau und einige Minarette: Was solle daran diskriminierend sein?, so Weishaupt.
Grund für den Wirbel ist das Bild einer verhüllten Frau vor einer Schweizer Flagge, auf der raketenähnliche Moscheen stehen. Die Befürworter wollen dieses Plakat übernächste Woche in mehreren Schweizer Städten aufhängen.

Streit um Veröffentlichung der Minarett-Plakate
Der Kanton Basel-Stadt hat sich bereits entschieden und verbietet den Befürwortern, ihr Plakat auf öffentlichem Grund aufzuhängen, da es rassistisch sei, wie André Frauchiger, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements, einen Bericht vom Dienstag im Tages-Anzeiger sowie im Bund bestätigte. Auch Zürich, Winterthur, Bern und Luzern spielen gemäss SDA mit dem Gedanken, das Plakat zu verbieten. Sie warten auf ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR, das Luzern in Auftrag gegeben hat. Auch die Meinung internationaler Menschenrechtsorganisationen soll in das Urteil einbezogen werden. Auch die Stadt Lausanne verbietet das umstrittene Plakat. Es vermittle rassistische und gefährliche Bilder, teilt die Stadtregierung mit.
Auch die Zeitungsverlage haben Bedenken. Ringier lehnte die Inserate bereits ab. Das Bild setze Islam und Minarette mit Gewalt gleich. Laut Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer verzichtet auch der Tages-Anzeiger auf das Inserat, voraussichtlich auch 20 Minuten, Berner Zeitung und Bund. Den Verlagen werde der Entscheid selbst überlassen. Noch nicht entschieden hat die NZZ.

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Alles neu – und mehr als Brei

Neu ist nicht immer gut: Permanent hüpfen neue Werbe- und PR-Ideen wie Korken an die Oberfläche der Kommunikationsbranche. Die meisten sind Ein-, höchstens Zweitagsfliegen. Aber mancher Einfall hat das Zeug zu mehr: Wir haben witzige und spannende Impulse zum Weiterdenken zusammengestellt.

Neu ist nicht immer gut: Permanent hüpfen neue Werbe- und PR-Ideen wie Korken an die Oberfläche der Kommunikationsbranche. Die meisten sind Ein-, höchstens Zweitagsfliegen. Aber mancher Einfall hat das Zeug zu mehr: Wir haben witzige und spannende Impulse zum Weiterdenken zusammengestellt. Von Anne-Friederike Wilhelm.
> Zu den Ideen

Dranbleiben, so oder so

SFLB für den neuen Tages-Anzeiger.

Mit dem Baustellen-Inserat, das den Umbau des Tages-Anzeigers ankündigte, hat Spillmann Felser Leo Burnett einen früheren WHS-Texter auf den Plan gerufen. Die gleiche Idee ist dort schon 1997 für den Tagi ausgeheckt worden. Aber der Allzeitslogan für diese Zeitung sagt ja: «Wir bleiben dran.» Deshalb ist das ungewollte Recycling wohl entschuldigt. Und mit den neuen Anzeigen ist SFLB in neue Dimensionen vorgestossen. «Was, wenn die wichtigen Überzeugten dieser Welt bei ihrer Idee nicht drangeblieben wären?»
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Hier kocht die Chefin

Ringier Media Sales haben mit Publicis und Manifesto eine Crossmedia-Idee für zehn neue Maggi-Produkte realisiert.

An der jährlichen Party der Nestlé-Botschafter bin ich für die Suppe zuständig und George Clooney wird den Kaffee servieren», witzelte Claudio Zuccolini bei der Präsentation der neuen Maggi-Produkte. Kein Scherz allerdings ist es, dass Claudio für die nächsten drei Jahre im Dienste von Nestlé in den verschiedensten Kanälen als Küchenfee Margrit für Maggi präsent sein wird. So wie Clooney für Nespresso wurde Zuccolini als eine Art «Mrs. Doubtfire» für eine Markenkampagne sowie für die Lancierung von zehn neuen Produkten verpflichtet. Der populäre Comedian schlüpft dabei in Frauenkleider und agiert wie eine gute alte Tante. Keine Tunte allerdings, wie man bei der Produktion der Werbespots sehr penibel darauf geachtet hat. Auf die Fantasiefigur Margrit ist man bei Maggi gekommen, weil die weibliche Identifikationsfigur, die schon seit Beginn der Werbung auf der legendären Maggi-Flasche prangt, in eine moderne Zeit gerettet werden sollte. Allerdings wollte man keine biedere Hausfrau mit dem besserwisserischen Charme vieler Fernsehköche, sondern eine sympathische Figur mit Augenzwinkern. Claudio als Frau ist nicht die böse Schwiegermutter, die sich um das leibliche Wohl ihres Sohnes sorgt. Margrit steht aber sofort neben dem Herd, wenn es in der Küche irgendwo Probleme gibt. Und das sollte es mit den neuen Produkten von Maggi demnächst für niemand mehr geben.
Entwickelt wurde die crossmediale Werbekampagne inklusive Margrit-Konzept von Ringier Media Sales. Die Werbeagentur Publicis und Manifesto waren für die Spot-Umsetzung verantwortlich. Sechs Filme hat Reto Salimbeni mit Zuccolini im Verlauf von einer Woche gedreht. In Zukunft wird das WebCenter von Ringier pro Monat weitere zwei Episoden in etwas längeren Fassungen für das Netz realisieren. Auf www.maggi.ch soll unsere Margrit zur Kultfigur werden. Auf der neu gestalteten Site finden sich auch unzählige Rezepte und Verbesserungsvorschläge für das kreative Kochen mit Maggi. Ringier Digital Media hat passend zum Thema Kulinarik einen Online-Wettbewerb entwickelt, bei dem User auf Maggi.ch virtuell kochen können. Dazu ist ein Promotionspaket mit Publireportagen, Online-Advertorials und Display-Werbung für die Kanäle der Blick-Gruppe, der Schweizer Illustrierten und Illustré geschnürt worden, wie Roland Will vom Multichanneling bei Ringier stolz aus der Küche plaudert. Mediatechnisch massgeblich an der Margrit-Kampagne ist auch Myrta Hefner von Optimedia beteiligt, wie Miguel Serrano, Marketing Manager Maggi bei Nestlé Schweiz, erklärt.
Zucco hat neben Maggi inzwischen auch noch sein drittes Soloprogramm am Köcheln.
Andreas Panzeri
> Spot
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Bundesgericht: Beschwerde gegen Schweizer Fernsehen abgewiesen

Das Schweizer Fernsehen SF hat bei der Berichterstattung über zwei SRG-Meinungsumfragen keine programmrechtlichen Grundsätze verletzt. Dies teilte SF am Mittwoch mit. Das Bundesgericht habe die Beschwerde gegen das Schweizer Fernsehen abgewiesen.

Die Lausanner Richter stützten damit einen Entscheid der Unabhängigen
Beschwerdeinstanz UBI vom August 2008. Damals hatte die UBI zwei Beschwerden eines deutschen Mathematikprofessors abgewiesen. Der Wissenschaftler kritisierte darin die Umfrage-Ergebnisse vor den
Volksabstimmungen vom 24. Februar 2008 sowie vor den Eidgenössischen Wahlen
2007. Dem SF warf er vor, programmrechtliche Informationsgrundsätze verletzt zu haben. Das Fernsehen sei zu locker mit dem Zahlenmaterial umgegangen.
Beide Beschwerden wurden von der UBI mit der Begründung abgewiesen, das Fernsehen habe sachgerecht informiert und die eigenen Leitlinien beachtet. Aufgrund der präsentierten Ergebnisse habe das Publikum sich eine eigene Meinung bilden können.
Das Bundesgericht war bereits im März auf eine der beiden Beschwerden nicht
eingetreten, wie das SF weiter schreibt. Mit dem Urteil zur zweiten Beschwerde vom 30. September seien somit beide UBI-Entscheide rechtskräftig.

www.sda.ch

Kommt der Paywall? Guter Journalismus ist wertvoll, also darf er auch etwas kosten

Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus-Observatoriums an der Universität Lugano, ist gar nicht einverstanden mit den Ausführungen seines Kolumnisten-Kollegen Oliver Reichenstein in der Werbewoche Nr. 30/31.

Seit Monaten reden die Verleger vom Paywall, aber keiner handelt, beobachtet der US-Medienexperte Alan D. Mutter. Warum ist das so? Die Verlage befinden sich, spieltheoretisch betrachtet, in einem Gefangenen-Dilemma: Keiner weiss, wie sich die anderen verhalten werden. Wer den notwendigen Schritt als Erster riskiert, ist aber darauf angewiesen, dass die Wettbewerber sehr schnell folgen – oder er verliert seine Online-Kundschaft an die Konkurrenz. Absprachen wiederum sind kartellrechtlich nicht zulässig. So weit die Fakten.
Was zunehmend nervt, ist die ideologisch hochaufgeladene und letztlich bornierte Diskussion darüber, ob guter Journalismus etwas kosten darf oder gar soll. Natürlich darf er, ja er muss sogar, wenn er seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit wahren bzw. zurückgewinnen will. Es erstaunt schon, mit welcher Naivität die Verfasser des Internet-Manifests in Deutschland das Web als Ort der Herrschaftsfreiheit anpreisen, als gäbe es die Kraken (und neuen Oligopolisten …) Google und Microsoft nicht. Und mit welcher Verbissenheit sie die Alles-gratis-Kultur des Internets verteidigen: «Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information», behaupten sie, als hätte niemand ein Problem mit Info-Müll und als bedürften wir keiner professionellen Hilfe, die uns vor dem Ertrinken in der Nachrichtenflut bewahrt.
Obendrein erwartet offenbar selbst ein geschätzter und oftmals origineller Querdenker wie der Werbewoche-Kolumnist Oliver Reichenstein alles Heil vom Staat (Werbewoche Nr. 30/31). Gewiss, die herkömmliche weitgehende Querfinanzierung von Journalismus über Werbung funktioniert nicht mehr. Die alten Medienunternehmen verlieren ihre Oligopol- oder Monopolstellungen, und die Werbewirtschaft erreicht dank Suchmaschinen und Social Networks anderswo billiger und zielgruppengenauer die Adressaten ihrer Botschaften als über die Dinosaurier-Medien Print und Fernsehen. Dann solle eben gefälligst die öffentliche Hand, sprich: der Steuerzahler, für den Journalismus bezahlen, schlägt Reichenstein allen Ernstes vor – und mit ihm viele besorgte selbsternannte Verteidiger des Kulturguts Zeitung, darunter so prominente Fachkollegen wie der Philosoph und Sozialforscher Jürgen Habermas. Als wüssten wir nicht längst, dass dort, wo der Staat ein Monopol über den Journalismus hat, sich die Regierungen Journalisten in aller Regel auch gefügig machen – Putin, Ghadaffi, Berlusconi & Co lassen grüssen.
Nein, Herr Reichenstein, lassen Sie uns den Anfängen wehren: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind bereits gross und teuer genug, und nicht überall auf der Welt haben sie eine Journalismus-Kultur der Unbestechlichkeit wie in der Schweiz entwickelt. Bei ARD, ZDF, ORF und RAI, aber selbst bei der ehrenwerten BBC häuften sich in den letzten Jahren die Fälle von Korruption und Gebührenmissbrauch.
Teure private Elite-Universitäten wie Harvard, Stanford oder Princeton sind dagegen auch im Internet-Zeitalter keine «Groteske», lieber Herr Reichenstein, sondern immer noch «the best and the brightest» in der Forschung und auch in der Heranbildung von Führungsnachwuchs. Auch diese Hochschulen mögen nur mit Wasser kochen, aber sie gewinnen die Erkenntnisse, die wir brauchen, um unsere Lebensqualität weiter zu verbessern und um den freien Informationsaustausch in Gang zu halten.
Sie sind im Blick auf Wissensproduktion und -distribution der soeben renovierten NZZ, aber auch der New York Times, dem Guardian, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Le Monde gar nicht so unähnlich. Gewiss, Information zirkulieren zu lassen kos¬tet so gut wie nichts mehr. Teuer ist aber weiterhin, sie zu gewinnen und das Relevante vom Irrelevanten zu trennen. Genau das leistet exzellenter Journalismus, und genau dafür wird es, wenn der Paywall erst mal hochgezogen ist, auch online einen Markt geben. Die grossen Zeitungshäuser können dann bleiben, was sie sind: Mediale Produktionsstätten für Premium-Content, finanziert nicht von Hinz und Kunz, sondern von klugen Leserinnen und Lesern. Diese bezahlen dann als Online-Nutzer zwar nicht mehr für teures und umweltschädliches bedrucktes Papier und aufwändige Zustellung, wohl aber für erstklassigen Journalismus. Zu einem bescheideneren, aber nicht vernachlässigbaren Anteil werden dann auch diejenigen Werbetreibenden zu den Zeitungswebsites zurückfinden, die gezielt solche Eliten erreichen wollen.

Zu guter Letzt: Rund 10 Prozent des Online-Handels fliesst in die Werbung

Im Durchschnitt fließt jeder zehnte Umsatz-Euro deutscher Online-Händler in Werbemassnahmen. Der Anteil der Shop-Betreiber, die mehr als 30 Prozent in die Werbung investieren, liegt bei vier Prozent.

Drei Viertel der befragten Shop-Betreiber investieren bis zu zehn Prozent ihres erwirtschafteten Umsatzes wieder in die Werbung. 41 Prozent der Befragten geben zwischen ein und fünf Prozent ihres Umsatzes für Werbung aus. In der Größenordnung von sechs bis zehn Prozent sind es 33 Prozent. Der Anteil der Shop-Betreiber, die mehr als 30 Prozent in die Werbung investieren, liegt bei vier Prozent. Das hat eine Internet-Umfrage des Shop-Betreiber-Blogs von Trusted Shops – www.shopbetreiber-blog.de – unter mehr als 500 Shop-Betreibern ergeben. Gefragt wurde nach dem Kostenanteil für Google AdWords, Preisvergleichsseiten, Banner, Anzeigen, Affiliate-Programme und anderen Online-Werbeformen.
Über alle abgefragten Werte hinweg liegen die durchschnittlichen Werbeausgaben bei knapp zehn Prozent. Branchen-Experten bestätigen das Ergebnis aus praktischen Erfahrungen heraus. Gerade im Online-Handel sei vertriebsorientierte Werbung, wie etwa Suchmaschinenmarketing SEM und Suchmaschinenoptimierung SEO, das nach wie vor am häufigsten eingesetzte Instrument. Durch die Performance-orientierten Vergütungsmodelle (Cost-per-Click) in diesem Bereich gehen die Shop-Betreiber ein begrenztes Risiko bei der Entwicklung ihrer Werbekosten ein.
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Die beigefügte Grafik zeigt die Verteilung der Werbeausgaben im Online-Handel.

www.trustedshops.de/presse

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