Twix heisst für kurze Zeit wieder Raider

Im Jahr 1992 wurde der beliebt Schokoladen-Riegel Raider in Twix umbenannt. Die Firma Mars musste damals Kritik einstecken. Doch der Riegel war bei der Namensänderung bereits in den meisten Ländern unter der Marke Twix etabliert.

Nun kommt das alte Raider wieder auf den Markt. Wie Verena Krummenacher von Mars gegenüber
Blick.ch sagte, reagiere man nun darauf, «dass sich viele Leute offenbar noch immer gerne an Raider erinnern.» Der Riegel wird in einer limitierten Edition für kurze Zeit am Kiosk zu kaufen sein. In Deutschland lag das Raider aus anderen Gründen schon wieder in den Snackautomaten: die Firma feiert ihren 30. Geburtstag.
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Selbst ist der Mann. Oder?

Pinax zeigt für ISA Bodywear, wer beim Einkaufen die Hosen anhat.

Zuverlässig sitzende Hosen zum Zweiten: Die neueste Imagekampagne von ISA Bodywear läuft unter dem Slogan «Frauen wissen, was Männern passt». Die Agentur Pinax für Marketing und Kommunikation in Weinfelden zeigt dazu in ganzseitigen Inseraten weibliche Models in Unterwäsche, die eigentlich für Männer geschnitten wurde. Augenzwinkernd wird damit kommuniziert: 60 Prozent aller Unterwäsche für Männer werden von ihren Frauen eingekauft. Zwar argumentieren Kampagnen zu neuen Produkten für das starke Geschlecht meistens mit möglichst maskulinen Bildern und Attributen. Mag sein, dass das auch Frauen instinktiv gefällt. Aber an den POS entscheidet dann klar der Intellekt. Und dieser wird in der Kampagne für ISA mit der klaren Erkenntnis bedient: In Sachen Mode der Männer und vor allem ihrer Unterwäsche haben eben doch die Frauen die Hosen an. Die Sujets für Herrenunterwäsche werden deshalb logischerweise in Anzeigen in Frauenzeitschriften geschaltet. Mit Erfolg, denn 1’000 Test-Hosen waren bereits zwei Tage nach Erscheinen der Inserate vergriffen. pan
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Noch mehr gratis

Obwohl der Anteil der gratis oder mit hohem Rabatt abgegebenen Exemplare weiter zugenommen hat, ist die verbreitete Auflage der Publikumspresse weiter gesunken.

Obwohl der Anteil der gratis oder mit hohem Rabatt abgegebenen Exemplare weiter zugenommen hat, ist die verbreitete Auflage der Publikumspresse weiter gesunken. Von Ueli Custer.
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Michael Jackson – Werbeikone mit hohem Potenzial

Während die Welt sich langsam mit dem Tod Michael Jacksons abfindet, tritt das enorme Lizenzierungspotenzial der Musik und des Bildnisses des Stars immer klarer hervor. David Reeder, Vice President des Rechteklärungsunternehmens Green Light, beleuchtet die potentielle Vermarktbarkeit der Ikone.

Durch den tragischen Tod Michael Jacksons wurde sein Übergang vom Superstar der Popmusik zur weltbekannten Marke zementiert, so David Reeder in einem Communiqué vom Mittwoch. Wie jedoch die Nachlassverwaltung mit dem überwältigenden Drang der Öffentlichkeit umgehe, des Künstlers zu gedenken, werde ein entscheidender Faktor sein, um sowohl die Erinnerung als auch die Qualität der «Marke» Michael Jackson zu bewahren. Im Hinblick auf das Management des Nachlasses verstorbener Prominenter unterscheide man beim Rechtespezialisten Green Light mehrere Phasen, insbesondere bei Stars, die ebenso wie Michael Jackson frühzeitig aus dem Leben geschieden sind, schreibt Reeder weiter. Zunächst sei der erste Schock zu beobachten, den der Tod unmittelbar hervorruft und auf den in der Regel ein chaotischer Ausbruch der Trauer folgte. In dieser Phase gebe es aus Lizenzierungssicht zahlreiche Gelegenheiten, schnelle, einfache Merchandising-Verträge abzuschließen. In manchen Fällen mögen diese für den Nachlass sehr sinnvoll erscheinen, in anderen könnten sie jedoch den künftigen Wert der Marke mindern. Um die Marke zu schützen sei es außerdem wichtig, sich gegen minderwertige Imitationen abzusichern. Ein entscheidender Faktor dabei ist ein Netz von Vertretungen in verschiedenen Märkten, um illegale Aktivitäten zu erkennen und zu unterbinden, so Reeder. Nur so können Markenpiraterie und ihre schädigende Wirkung auf die Marke auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Die Marke Michael Jackson hat hervorragende Aussichten auf Langlebigkeit, aufgrund seiner weltweiten Popularität vielleicht sogar außerhalb der USA noch mehr als innerhalb, schreibt Reeder. Berichten zufolge existiere ein Katalog von mehr als 100 Titeln, die über viele Jahre hinweg veröffentlicht werden können, was seinen Bekanntheitsgrad bei heutigen und künftigen Generationen stärken werde. David Reeders Rat in Bezug auf den Nachlass Jacksons: Aktuell sollte eine Sättigung des Markts mit Merchandising-Produkten vermieden werden – es bestehe das Risiko, zu viel des Guten zu tun. Durch die Erhöhung des Werbeanteils der Lizenzierungsverträge und der Chancen auf Merchandising-Verträge können weitere Möglichkeiten erschlossen werden, die Marke zu nutzen und ihren Wert zu steigern. Abschließend sollte die Reichweite der Marke Michael Jackson auf Verbraucher in allen Märkten der Welt ausgedehnt werden.
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Liebes Diary

Wer etwas zu sagen hat, sollte sich verständlich ausdrücken. Von Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Wilhelm.

Du, liebes Diary, meine Work-Life-Balance ist total aus den Fugen. Take the Lead, go for Growth und create Value war bisher immer mein Leitspruch. Er hat mich gepusht, nicht nur als Screen Saver auf meinem Blackberry. Aber nun gibt mir dieser Slogan keine Power mehr, ich bin total down. Was derzeit abgeht, ist echt more than enough, so to say: f@#!!&@¢#ing Krise! Meine Zukunft sieht schwarz aus wie ein Hole. Das ist kein Game, sondern mein ganz persönliches Grounding. Oder doch einfach nur daily Business? «Keep cool, Mann, easy», sage ich immer zu mir. Aber eigentlich brauche ich dringend ein professionelles Changemanagement, best in Town. Blöd nur, dass ich so busy bin –hab gar keine Zeit zum nachdenken. Und Time is schliesslich Money.
Ist schon total strange. Vielleicht sollte ich mich mal wieder verlieben, powered by Emotion ist alles viel
easier. Aber ich bin überhaupt nicht mehr open minded. Keine guten Voraussetzungen für ein Date mit Liebes-Reboot. Trotzdem brauchts jetzt einen klaren Cut und neuen Input, sonst gesellt sich bald ein Burn-out zum Buy-out. Vielleicht versuche ich es auch mal mit einem funny Skiweekend und happy Shopping in New York. Oder ich drafte meinen Case doch einem Experten. Ach, liebes Diary, Du bist immer für mich da, sehr good to know. Schade, dass Du aus Papier bist. Sonst hättest Du mich mal am Phone connecten können. Manchmal bringt ja schon ein cleverer Trackback wieder das nötige Flesh on the Bone.
Anne-Friederike Wilhelm

Ein BLICK in die richtige Richtung – reicht es?

They never come back, besagt eine alte Boxer-Weisheit. Doch wie alle Regeln kennt mit Cassius Clay alias Muhammad Ali auch diese eine Ausnahme. Wie Muhammad Ali war auch der Blick einmal die Nummer eins seines Fachs und machte danach schwere Zeiten durch. Gastkommentar von Sacha Wigdorovits, Inhaber der Kommunikationsagentur Contract Media, ehemaliger Chefredaktor des Blick sowie Mitbegründer der Gratiszeitungen 20 Minuten und .ch.

They never come back, besagt eine alte Boxer-Weisheit. Doch wie alle Regeln kennt mit Cassius Clay alias Muhammad Ali auch diese eine Ausnahme. Wie Muhammad Ali war auch der Blick einmal die Nummer eins seines Fachs und machte danach schwere Zeiten durch. Und wie Ali versucht auch er jetzt im fortgeschrittenen Alter ein Comeback, um den Schwergewichtstitel in der Schweizer Printmedienbranche zurück zu erobern. Wird er es schaffen?
Die Umstellung des Blick aufs Zeitungsformat mit zwei Bünden, so wie er in der guten alten Zeit daher kam, wird vom Werbemarkt sicher begrüsst werden. Denn eine starke Konkurrenz unter den Medien wirkt sich positiv auf die Anzeigenpreise aus, und das neue Konzept des Blick geht in die richtige Richtung. Boulevardzeitungen müssen ihre Leserschaft durch Emotionalität packen. Diese hängt nicht nur vom Inhalt ab, sondern auch von der Aufmachung. Der neu-alte Blick im Zeitungsformat kann diesen Anspruch viel besser erfüllen als das zwar handlichere, aber auch kleinkarierte Tabloidformat. Das Gleiche gilt für die Wiedereinführung eines eigenen Sportbundes. Der Sport war immer schon ein wichtiger USP für den Blick.
Ungeachtet der «good news» in Sachen neue Aufmachung und neue Blattstruktur kommt man aber um ein paar kritische Fragen nicht herum, wenn man sich mit der Zukunft des Blick beschäftigt. Die wichtigste lautet: Haben Boulevardzeitungen überhaupt eine Zukunft?
Diese Frage ist keine Blick-spezifische. Denn nicht nur das Schweizer Boulevardblatt litt in den vergangenen Jahren unter einem steten Abwärtstrend bei Leserschaft und Auflage. Auch die Auflageentwicklung der Bild-Zeitung in Deutschland zeigt seit geraumer Zeit kontinuierlich abwärts.
Alle Printtitel, vom Tages-Anzeiger bis zur Südostschweiz und bisweilen sogar der NZZ, machen heute Boulevard. Kommt hinzu, dass auch Blick-Hauptkonkurrent 20 Minuten eine Boulevardzeitung ist – bloss gratis und urbaner.
Darüber hinaus haben sich vor allem auch die elektronischen Medien den Boulevard in einem Ausmass angeeignet, das noch vor zwanzig Jahren unvorstellbar war. Dies gilt neben den Lokalradios auch für das nationale Fernsehen. Dabei geht es nicht bloss um People-Sendungen wie «Glanz&Gloria», es geht auch um Informationssendungen wie «Tagesschau» oder «10vor10»; diese greifen heute beinahe täglich Themen auf, von denen sie früher wegen deren boulevardesken Charakters die Finger gelassen hätten. Die elektronische Boulevard-Berichterstattung ist nicht nur aktueller als jene der Zeitungen, sondern dank Bild und Ton auch viel emotionaler. Kurzum: Das Medienumfeld, in dem sich der Blick jetzt zu behaupten hat, ist weitaus schwieriger als bei seiner Lancierung vor 50 Jahren.
Der Chef von Ringier Schweiz, Marc Walder, postuliert, der Blick müsse zu seinem Markenkern zurückkehren. Aber was heisst das? Die Redaktion wird nicht darum herum kommen, den Boulevard neu zu definieren. Mit Blech, Blut und Busen allein sind heute – insbesondere in einer urbanen Umgebung – nicht mehr genügend Leserinnen und Leser hinter dem Ofen hervor zu locken. Das Wesentliche der Marke Blick war immer die Volksnähe. Die kann beziehungsweise muss heute anders erreicht werden als Ende der 1950er-Jahre. Das grosse Tiefstpreis-Interview mit Coop-Chef Hansueli Loosli in der ersten Ausgabe des neu formatierten Blick war ein gutes Beispiel dafür. Und statt der vorproduzierten «Loosli-Konserve» eine deftige Kampagne zum «Pensionsalter 70», auf das der jüngste Vorschlag von Avenir Suisse hinausläuft, wäre ein noch besseres Thema gewesen – hätte es die Redaktion nicht verschlafen.
Damit sind wir bei den hausgemachten Problemen des Blick, genauer: bei den personellen. Die Blick-Redaktion war, allen Unkenrufen zum Trotz, früher immer eine der besten im Lande. Sie verfügte über extrem versierte Politredaktoren, Sport-, Polizei- und Gesellschaftsreporter. Dies ist teilweise auch heute noch der Fall. Aber hinsichtlich gewisser für den Blick zentraler Themen, zum Beispiel in Bezug auf das Fernsehen, sind die verantwortlichen Redaktoren heute, um es in der Blick-Sprache zu sagen, «dümmer als ihre Leserinnen und Leser». Dies ist verhängnisvoll.
Ein schlechtes Zeichen ist auch, dass der Blick unter einer interimistischen Führung zum Relaunch antreten musste. Denn die Tatsache, dass Ringier bis heute nicht in der Lage war, einen fähigen Chefredaktor für den spannendsten Printmedien-Job im Lande zu finden, spricht Bände. Nicht gegen die Qualifikation potenzieller Kandidaten, denn solche wären mit Peter Rothenbühler (Edipresse), Urs Heller (Schweizer Illustrierte) und Patrik Müller (Sonntag) vorhanden. Aber entweder sind sie der grauen Eminenz bei Ringier, die immer noch Frank A. Meyer heis¬st, nicht genehm, oder sie hatten keine Lust auf eine Anstellung in einem Haus, das in publizistischer Hinsicht von eben dieser grauen Eminenz ferngesteuert wird.
Damit sind wir bei des «Pudels Kern», dem neben dem verschärften Wettbewerbsumfeld grössten Problem des Blick. Es heisst Ringier, genauer: Michael Ringier. Der Verleger und Mehrheitsaktionär hatte, entgegen allen seinen gelegentlichen anderslautenden Beteuerungen, immer schon ein zwiespältiges Verhältnis zum Blick. Jetzt scheint er an seinem Flaggschiff noch uninteressierter zu sein, als er es schon früher war. Wie sonst ist es zu erklären, dass er ausgerechnet dann in die Ferien aufbricht, wenn der Blick seinen 50. Geburtstag und seine Auferstehung feiert. Dass eine derartige Absenzmeldung gegenüber der eigenen Belegschaft wie eine Ohrfeige wirkt, ist das eine. Das andere ist, dass sie auch gegenüber dem Werbemarkt ein unmissverständliches Zeichen setzt. Nämlich: Mir ist der Blick nicht so wichtig. Oder: Ich traue der ganzen Sache auch nicht mehr.
In Sergio Leones Western «Spiel mir das Lied vom Tod» erschiesst der Bösewicht Frank (Henry Fonda) einen Hosenträger tragenden Kumpanen mit den Worten: «Weshalb soll ich jemandem trauen, der selbst seinen Hosen nicht traut?». Analog dazu könnte Michael Ringiers Verhalten den Schweizer Werbemarkt zur Frage veranlassen: «Weshalb soll ich einem Titel trauen, dem selbst sein Verleger nicht traut?». Es ist dem Blick zu wünschen, dass die Schweizer Werbeauftraggeber in ihren Aktionen weniger rigoros sind als Bösewicht Frank.
Sacha Wigdorovits

Zu guter Letzt: Danone verspricht in der Schweiz munter Gesundheitsförderung von Acitmel

Danone steht in der EU wegen nicht nachweisbarer Werbeversprechen für ihr Trinkjoghurt Actimel unter Beschuss. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem Hersteller Danone gar den Goldenen Windbeutel 2009 für die dreisteste Werbelüge des Jahres verliehen. In der Schweiz verspricht Danone munter weiter, ihr Trinkjoghurt sei gesundheitsfördernd - mit Geld-zurück-Garantie.

Im Verkauf seien Geld-zurück-Garantien meist reiner Promotionszweck. Sara Stalder, Geschäftsleiterin bei der Stiftung für Konsumentenschutz sagt zum Danone-Spot gegenüber Cash.ch, dies sei Bauernfängerei. Die Geld-zurück-Klausel sei ein falsches Gütesiegel für ein Produkt, dessen gesundheitsfördernde Wirkung kaum nachweisbar wäre. Wie der Thrugauer Kantonschemiker Christoph Spinner gegenüber Cash.ch sagt, sind Heilanpreisungen bei Lebensmittel verboten, sie bewegen sich daher in einer juristischen Grauzone. Kontrolliert wird dies in der Schweiz kantonal. Nun will die EU einen wissenschaftlichen Nachweis von so genannten Health-Food-Anbieter, welche eine gesundheitsfördernde Wirkung anpreisen. In der Schweiz ist eine Anpassung des Lebensmittelgesetzes ans EU-Recht geplant.

Zu guter Letzt: Goldener Windbeutel für Actimel
www.cash.ch

Zur Sache: Provokation

Vier grosse Tageszeitungen haben sich in den letzten vier Wochen ein neues Gesicht gegeben. Den Startschuss gab die Neue Zürcher Zeitung, kurz darauf kam der Tages-Anzeiger, dann der Blick und schliesslich noch der Bund.

Vier grosse Tageszeitungen haben sich in den letzten vier Wochen ein neues Gesicht gegeben. Den Startschuss gab die Neue Zürcher Zeitung, kurz darauf kam der Tages-Anzeiger, dann der Blick und schliesslich noch der Bund.
Die NZZ ist ein bisschen lesefreundlicher und jünger geworden. Sie wirkt modern und dennoch wie schon immer kompetent. Der Tagi-Relaunch ist zwar handwerklich gut gelungen, und man versucht in vielen Bereichen mehr Hintergrund und überraschendere Geschichten zu liefern. Irgendwie fehlt aber der ganz grosse Wurf. Man hat mehr erwartet, mehr Mut zur Eigenständigkeit und vielleicht auch mehr Pfiff. Der Blick hat zu seinen alten Werten zurückgefunden, vielmehr versucht er dies. Man ist wieder gross, farbig und fährt einen härteren Boulevardkurs. Aber irgendwie ist die ganze Anmutung noch eher bieder und irgenwie weichgespült. Das mag auch mit den vielen «frischen» Farben zu tun haben, die das neue Layout mit sich bringt. Der Bund hat sich ein neues Gesicht gegeben; es wirkt aufgeräumt und seriös und ist jetzt Tagi-kompatibel, was auch ein klares Ziel des Relaunchs war.
Jetzt schon endgültige Schlussfolgerungen ziehen zu wollen, wäre verfrüht. Bei jedem Print-Relaunch zeigt sich erst nach einer gewissen Zeit und in der täglichen Arbeit, wo noch Nachbesserungsbedarf herrscht und wo man vielleicht übers Ziel hinausgeschossen ist.
Etwas kann man aber sicher schon heute sagen: Die Relaunches allesamt sind eher evolutionär denn revolutionär. Ein solch vorsichtiges Vorgehen ist meiner Ansicht nach verständlich. Ein allzu abrupter Wechsel oder gar eine Revolution kommt bei den bestehenden Lesern in den meisten Fällen nicht gut an. Nachbessern kann man immer noch. Eine solche ist auch notwendig, denn alle vier Zeitungen brauchen neue Leser.
Da haben es die Politwerber doch viel einfacher. Mit reiner Provokation operiert die Anti-Minarett-Initiative. Das vielgeschmähte Plakat wurde schon vor dem ersten Aushang in allen Medien abgebildet und seitenweise kommentiert. Das verhängte Aushangverbot in gewissen Städten erhöhte den Aufmerksamkeitsgrad noch um einiges und das von Georg Kreis, dem Präsidenten der Antirassismuskommission, als menschenverachtend bezeichnete Onlinespiel steigerte die Wirkung gerade nochmals. Man versuche sich mal vorzustellen, was eine solche Werbung gekostet hätte, wenn man sie hätte bezahlen müssen.
Das haben sich wohl auch die Jungsozialisten gedacht, die mit einem Plakat, das Doris Leuthard als Schlächterin mit blutverschmierten Händen darstellt, ebenfalls auf den Gratis-Provokationszug aufspringen wollen.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]

Marktforschung per Tastendruck

Wenn ein Product Manager Informationen zur regionalen Nachfrage nach Konkurrenzprodukten benötigt, kann er ein Marktforschungsinstitut beauftragen. Das kostet ihn Zeit und Geld. Er kann aber auch die einfachere, schnellere und kostengünstigere Alternative nutzen: Google Search Insights stellt ihm die gewünschten Informationen in wenigen Augenblicken zur Verfügung.

Google Search Insights macht die Statistiken der Google-Suchabfragen kostenlos zugänglich. Der Nutzer sieht, ob eine Nachfrage nach einem Thema oder Produkt besteht und mit welchen Begriffen in einer Region oder einem Land gesucht wird. Die Prognosefunktion zeigt Suchtrends für Regionen, Zeiträume oder Themenfelder.
Suchabfragen als Indikatoren für Ereignisse
Mit den Google Nachfragestatistiken wurde «Flu Trends» entwickelt. Hier wird die Häufigkeit von Grippefällen auf einer Monatsachse pro Land für den kommenden Winter prognostiziert – die Wissenschaft bestätigt die Verlässlichkeit die Resultate. Dass Suchabfragen Einfluss auf Entscheide haben, konnten die Google-Mitarbeiter aufzeigen. Auf Grund von Suchabfragen nach den Filialteilnehmern des Eurovisions-Schlagerwettbewerbs haben sie den Sieger im Vornherein ermittelt.
Vom Marketing kaum genutzt
Google Insight liefert in wenigen Augenblicken repräsentative Umfragen und ist damit eine wertvolle Ergänzung zu den bekannten Marktforschungsinstrumenten. Obwohl das Instrument vielfältige Informationen und Entscheidungsgrundlagen liefert, wird es vom Marketing kaum genutzt: so zum Beispiel für die zeitliche und regionale Kampagnenplanung oder um populäre Begriffe, Phrasen für die Kommunikation zu eruieren. Der Vertrieb könnte erfahren, wie sich die Nachfrage nach einem Produkt in den Regionen sowie auf der Zeitachse entwickelt.
Zum Ausreizen von Google Insights sind Branchenerfahrung und Kreativität notwendig. Oft reicht es nicht, mit einem einzigen Begriff zu arbeiten, da unterschiedliche Schreibweisen (Fauteuil, Sofa, Sessel) bei der Suche verwendet oder mit dem gleichen Begriff unterschiedliche Themen gesucht werden. Nur wer weiss, mit welchen Begriffen der Markt nach einem Thema sucht, kommt zu aussagekräftigen Resultaten.
Wer die Möglichkeiten von Google Insights für sich entdeckt hat, möchte dieses Instrument für die Planung und Optimierung seiner Marketing- und Kommunikationsmassnahmen nicht mehr missen. Und zwar nicht nur im Online-Marketing.
Imre Sinka
Imre Sinka ist Geschäftsführer der DotPulse Web-Agentur.
Google Trends
Dieser Service der Google Lab zeigt mit Grafiken, wie oft ein Begriff bei Google über einen Zeitraum eingegeben wurde und in welchem Land der Begriff am meisten verwendet wurde.
Google Insights
Google Insights ist Google Trends sehr ähnlich. Zusätzlich werden das regionale Interesse an einem Angebot sowie neue Suchbegriffe angezeigt.

Flop der Woche: Talfahrt gebremst – 13 Prozent weniger Inserate im September

Die Flaute dauert an, doch der Abwärtstrend konnte im September gebremst werden. Die Inserateinnahmen der Schweizer Presse sanken um 12,8 Prozent auf 159,4 Millionen Franken. Von Februar bis August wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat stets Einbrüche von teilweise weit über 20 Prozent verbucht.

Die Flaute dauert an, doch der Abwärtstrend konnte im September gebremst werden. Die Inserateinnahmen der Schweizer Presse sanken um 12,8 Prozent auf 159,4 Millionen Franken. Von Februar bis August wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat stets Einbrüche von teilweise weit über 20 Prozent verbucht. In den ersten neun Monaten 2009 er¬gab dies einen Rückgang von 21,7 Prozent, wie die Wemf AG für Werbemedienforschung mitteilte. Das kräftigste Minus verbuchte im September die Sonntagspresse, deren Einnahmen um 26,3 Prozent auf 15,2 Millionen Franken fielen. Die Finanz- und Wirtschaftspresse verlor 13,9 Prozent auf 5,5 Millionen Franken. Die Tagespresse büsste 12,4 Prozent auf 85,2 Millionen Franken ein. Dagegen steigerte die regionale Wochenpresse ihre Einkünfte um 14,7 Prozent auf 4,8 Millionen Franken. Bei den Zeitungsinseraten machte sich insbesondere die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Die Einnahmen aus den Stellenanzeigen fielen um 47,9 Prozent auf 13 Millionen Franken. Die Liegenschaftsanzeigen gingen um 20,1 Prozent zurück. Bei den kommerziellen Anzeigen betrug das Minus 7,8 Prozent.

Juso: Leuthards Hände mit Blut beschmiert

Nach dem umstrittenen Anti-Minarett-Plakat folgt nun eine provokante Politwerbung aus dem anderen Lager. Die Jungsozialisten (Juso) haben ein Plakat veröffentlicht, das Doris Leuthard wegen des Wirbels um Kriegsmaterialexporte als Schlächterin mit blutverschmierten Händen darstellt.

Die heutige Gesetzgebung, die Bundesrätin Leuthard vertrete, sei verantwortlich für tausende Tote im Ausland, begründet Juso-Chef Cédric Wermuth die Sujets. Die Jungsozialisten fordern deshalb in einer Initiative ein komplettes Exportverbot für Kriegsmaterial. Bei der CVP zeigt man sich enttäuscht und bezeichnet die Darstellung als «primitiv». Das Bild sei an Niveaulosigkeit kaum zu überbieten, wird CVP-Sprecherin Marianne Binder auf 20min.ch zitiert. Den Jungsozialisten sei für politische Propaganda wie auch den Rechten jedes Mittel recht.
«Sich ab einer solchen Darstellung schockiert zu zeigen, wäre scheinheilig», heisst es demgegenüber von Seiten der Juso. «Denn täglich sterben Menschen durch Schweizer Waffen, diese weitaus schockierenderen Bilder kriegen wir hingegen kaum zu sehen.» Parallelen zur Arbeitsweise der Politgegner bestreitet man keineswegs. Man habe sich überlegt, wie man ein Gegenprogramm zur SVP realisieren könne, sagte Cédric Wermuth gegenüber der Werbewoche. Die spontane Plakataktion, die aus Budgetgründen intern realisiert wurde, arbeite bewusst auch mit dem Element der Empörung.

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Clus: Pelzkampagne für den Tierschutz Graubünden

Die Clus Werbeagentur hat für den Graubündner Tierschutzverein eine Pelzkampagne realisiert. Diese möchte auf das Leid, welches den Tieren angetan wird, aufmerksam machen und die Menschen in Graubünden für das Thema sensibilisieren.

In der Konzeption und Umsetzung der Kampagne verzichtete Clus Werbeagentur aus Chur bewusst auf brutale und abschreckende Sujets. Derartige Motive seine schon so oft eingesetzt worden, schreiben die Werber. Die Pelzträger würden deshalb solche Bilder kaum mehr ernstnehmen. Die aktuellen Motive sollen deshalb zeigen, dass Pelz zwar eigentlich ein schönes und sinnliches Produkt ist, gleichzeitig aber die Frage stellen, ob Pelz auch noch so schön ist, wenn man weiss, wie er hergestellt wurde.
Die Kampagne ist während der nächsten drei Wochen in ganz Graubünden auf Plakaten, Inseraten, im Kino und im Internet zu sehen. Gleichzeitig mit dem Start der Kampagne entwickelte die Agentur für den Graubündner Tierschutzverein einen neuen Auftritt, ein zeitgemässes Logo und eine Website.

Verantwortlich beim Graubündner Tierschutzverein, Chur: Tina Gartmann-Albin (Präsidentin ), Marianne Brunold-Kuratle (Vizepräsidentin). Fotografie: sfh Bildkommunikation, Bregenz, Reinhard Fasching. Verantwortlich bei CLUS Werbeagentur ASW, Chur: Kajo Bächle (Beratung/CD), Olivier Chauliac (AD), Robin Keller (Beratung/Text).

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