Die Gesamtauflage der 379 grössten US-Zeitungen habe Ende September wochentags nur noch 30,4 Millionen betragen, berichtete das Fachinstitut des US- Zeitungsverlegerverbands, Audit Bureau of Circulations (ABC). Im Halbjahr zwischen Oktober 2008 und März 2009 waren die Auflagen demnach lediglich um 7,1 Prozent gefallen.
Das Wall Street Journal ist eine der wenigen Zeitungen, die zulegen konnten. Mit einer Steigerung der Auflage seit September 2008 um 0,6 Prozent auf 2,024 Millionen wurde das Wall Street Journal damit die auflagenstärkste Zeitung in den USA. Das konservative Blatt aus dem Haus des Medienmoguls Rupert Murdoch verdrängte damit die USA Today vom Spitzenplatz unter den US-Zeitungen.
Die Auflage der USA Today sank binnen eines Jahres um 17,1 Prozent auf 1,9 Millionen. Auch andere grosse Zeitungen mussten herbe Rückschläge hinnehmen: Die New York Times büsste bis September 2009 im Vergleich zum Vorjahr 7,3 Prozent ein und hat jetzt eine tägliche Auflage unter der Woche von 928’000. Die Los Angeles Times musste sogar ein Minus von elf Prozent hinnehmen (Auflage: 658’000). Die Washington Post verlor 6,4 Prozent an Auflage auf 583’000.
Rezession verschärft Krise
Die Zeitungen in den USA befinden sich schon seit mehreren Jahren in einer schweren Krise. Die Rezession hat sie noch verschärft. Seit mehr als zwei Jahren gehen auch die Werbeeinnahmen der Zeitungshäuser zurück. Im ersten Quartal 2009 sanken sie sogar um 29,7 Prozent. 2006 hatten die Zeitungen noch 49,3 Milliarden Dollar an Anzeigenerlösen, 2008 waren es bloss 38 Milliarden.
Dieses Jahr wird mit einem weiteren drastischen Rückgang gerechnet. Zwar ist die Zahl der Nutzer von Zeitungs-Webportalen in den vergangenen Jahren stetig auf inzwischen über 70 Millionen im Monat gewachsen. Allerdings sind die ohnehin spärlichen Werbeeinnahmen angesichts der Rezession auch hier gefallen (um fünf Prozent im zweiten Quartal). Als Folge der Zeitungskrise wurden seit 2007
(geschätzt) weit über 10’000 Redaktoren entlassen.