Ruf Lanz für SMP: Die Milchkuh aufs Snowboard geschnallt

Ruf Lanz hat für die Kampagne der Schweizer Milchproduzenten SMP neue Sujets kreiert. Die Milchkuh Lovely hebt diesmal passend zur Jahreszeit als Snowboarderin ab.

«Milch. Dein natürliches Fitnessprogramm» heisst die Ernährungsbotschaft der aktuellen Kampagne der Schweizer Milchproduzenten. Die Sujets mit Lovely in der Hauptrolle kommen ab sofort auf Plakaten und Inseraten zum Einsatz.

Verantwortlich bei den Schweizer Milchproduzenten SMP: Charlotte Hofstetter (Leiterin Marketing), Martin Rüst (Abteilungsleiter Werbung & Media), Daniel Muriel, (Projektleiter Werbung Milch). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Danielle Lanz, Markus Ruf (CD), Lorenz Clormann (AD), Dennis Maitzen (Beratung). Visual effects: UPP Prag.

1290581263_img091120_smp1
1290581263_img091120_smp2
1290581263_img091120_smp3

Wer spricht, manipuliert

Sprechen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen. Worte können heilen oder ärger verletzen als ein Schwert. Und sie haben die Kraft, unser Denken und Handeln zu lenken. Wie uns Sprache manipuliert – und wie wir mit Sprache manipulieren.

Sprache ist in unserem Alltag allgegenwärtig. «Die meisten Berufe haben sich längst zu Sprachberufen entwickelt, in fast allen Sparten drehen sich 50 Prozent des Alltags um Sprache», sagt Petra Korte, Pädagogikprofessorin, Rhetorik-Trainerin und Leiterin von Seminaren zum Thema «Sprache und Manipulation». «Dienstleister und Projektmanager, Vertriebsleute und Verkäufer stehen ständig im Kundenkontakt, sie kommunizieren unaufhörlich.» Im Gegensatz zu klassischen Sprachberufen wie Journalist, Werber oder Politiker ist diesen Sprechern die Bedeutung von Sprache allerdings selten bewusst. Sie nutzen sie vor allem als funktionales Verständigungsmittel. Dabei kann Sprache Vertrauen und Sympathien wecken, Menschen einwickeln und gefügig machen. Ihre Kraft reicht so weit, dass sie uns glauben machen kann, wir bräuchten ein Produkt, ein Erlebnis oder eine Erfahrung unbedingt, obwohl das gar nicht der Fall ist. Kurz: Sprache ist ein erstklassiges Manipulationsmittel. Das macht sie zu einem wichtigen Werkzeug der Werbe- und Kommunikationsbranche.
Manipulation ist kein Missbrauch
Trotz ihrer Wirksamkeit wird Sprache aber nur selten bewusst und gezielt eingesetzt. Petra Korte beobachtet bei ihren Rhetorik-Trainings, dass viele Menschen sogar Mühe damit haben, der Sprache mehr Funktionen als die des blossen Informationsaustauschs zuzugestehen: «Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie mit Sprache nicht nur versuchen, andere intellektuell zu erreichen, sondern auch, sie emotional zu bewegen. Ingenieure zum Beispiel tun sich schwer mit dieser Erkenntnis. Aber spätestens, wenn sie bei der Geschäftsführung für ihr Projekt werben möchten, geht es nicht mehr ums Informieren, sondern ums Überzeugen. Und dafür brauchen sie alte Kunstmittel aus der Rhetorik.» Wenn die Ingenieure clever sind, liefern sie der Geschäftsleitung überzeugende Argumente für ihren Entwurf – das griechische «argumentos» bedeutet «Beweggrund»; die Ingenieure geben den Entscheidern also Gründe, sich selbst zu bewegen. Der Blick würde über diesen Vorgang titeln: «Ingenieure manipulieren Geschäftsleitung». Und hätte vollkommen Recht. Denn rhetorisch eingesetzte Sprache manipuliert die Empfänger von Aussagen und Argumenten.
Wenn wir von Manipulation sprechen, meinen wir für gewöhnlich eine bewusste und gezielte Beeinflussung von Menschen ohne deren Wissen und gegen deren Willen, auch unter Einsatz von verfälschten Darstellungen und Lügen. So einseitig negativ aber will Petra Korte den Begriff nicht verstanden wissen: «Natürlich kann, wer darin geübt ist, perfekt mit Sprache lügen», sagt sie. «Ich meine mit Manipulation aber ganz schlicht ‹Beeinflussung von Hörern und Lesern durch Sprache›. Und die geschieht immer, wenn wir uns äussern. Wir können gar nicht anders, als rhetorisch und damit manipulativ sprechen, denn unsere Sprache enthält viele Formen, die vom Ursprung her rhetorisch sind, zum Beispiel Wiederholungen oder Dreischritte wie ‹Sonne, Mond und Sterne› oder ‹Vater, Mutter, Kind›.» Sprechen ist rhetorisch, und Rhetorik manipuliert. Folglich manipuliert jeder, der spricht, und jeder, der hört, wird manipuliert. Das allein ist aber noch kein Grund zur Sorge. Denn es gibt zwei Arten sprachlicher Manipulation: Einerseits kann man Menschen durch Worte zum Denken und Handeln bewegen. Solche sprachlichen Beeinflussungen sind nicht automatisch negativ, schliesslich kann man auch gekonnt die Wahrheit sagen und so Menschen für hehre Ziele wie den Schutz von Kindern oder Toleranz einnehmen. Andererseits kann man Menschen durch Verwendung einseitig konnotierter Begriffe, Vorspiegelung falscher Tatsachen und Lügen bewusst täuschen und sie so manipulieren, dass sie Dinge tun, die sie im Normalfall nicht täten. Das ist die gefährliche Art der sprachlichen Manipulation.
Rhetorik ist Werbung
Marketing und Werbung setzen rhetorische Mittel ein, um Kaufanreize zu schaffen. Anzeigen und Spots beispielsweise folgen oft einem Schema, mit dem bereits die grossen Redner der Antike arbeiteten: Sie werfen zu Beginn eine Frage auf, erzeugen Spannung, wecken Erwartungen und liefern so spät wie möglich die Auflösung – damit der Rezipient bis zum Schluss dabei bleibt und neben der Produktinformation auch noch die Markenbotschaft abspeichert. Aber nicht nur der Aufbau der Spots, auch die Sprache der Werber ist rhetorisch. «Natürlich ist es eine Beeinflussung von Konsumenten, wenn ich in einem Spot wiederholt von Kundenvorteilen, Profit und Gewinn spreche», sagt Korte. «Aber ich würde das nicht als Manipulation im pejorativen Sinn bewerten. Es ist rhetorisch legitim und sehr effektiv, wenn es darum geht, Bedürfnisse zu wecken. Und das ist ja nun einmal die Aufgabe der Werbung.»
Der Einsatz rhetorischer Mittel empfiehlt sich immer dort, wo es darum geht, Menschen zu überzeugen, die einem sonst nicht so gewogen wären. Ein sprachstrategischer Kunstgriff ist die Ja-aber-Strategie: Wer die Thesen seines Gesprächspartners entkräften will, stimmt ihm zunächst zu und bestätigt dessen Überlegungen, um dann mit einem fundierten «Aber» zum Gegenschlag auszuholen. So arbeitet auch die aktuell viel diskutierte IV-Plakatkampagne: «Behinderte arbeiten nie 100 Prozent – denn sie kennen nur 120%-igen Einsatz.» Werbung darf und muss auf solche Weise in unser Denken eingreifen und es steuern.
Wer spricht, handelt
Dass wir sprachlich manipulieren und manipuliert werden können, zeugt von der Kraft der Sprache. «Wer spricht, handelt», sagte schon Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Wer hört, handelt im besten Fall auch. Das machen sich Wortarbeiter, Marketer und Politiker zunutze. Sehr kreativ und ganz legitim. Kritisch wird es, wenn sich sprachliche Manipulation negativ auswirkt. In unseren Sprachgebrauch können sich zum Beispiel Begriffe einschleichen, die Personen oder Sachverhalte nicht einfach kennzeichnen, sondern sie subtil mit Negativbewertungen belegen, die sich wiederum auf unsere Haltung diesen Personen oder Sachverhalten gegenüber auswirken. Korte bringt das Beispiel «Asylbewerber – Asylant». Der politisch korrekte Begriff ist Asylbewerber, wer «Asylant» sagt, verwendet einen rechtspopulis-tischen Kampfbegriff der 1980er- und 1990er-Jahre. «Interessanterweise verwenden Menschen aller Bildungsschichten dieses diskriminierende Wort», hat Korte beobachtet, «auch solche, die politisch überhaupt keine Schwierigkeiten mit Asylbewerbern haben.»
Sprache etikettiert nicht nur die Sache oder den Menschen, über den gesprochen wird, sondern auch den Sprecher. Sprache verrät Gedanken, Einstellungen und Haltungen: Wer von «Asylant» spricht, stellt sich in eine politisch rechte Ecke. Und Sprache prägt Gedanken, Einstellungen und Haltungen: Sprachverwendung wirkt sich auf unsere Bewusstseinsstrukturen aus. Genau da wird sprachliche Manipulation gefährlich: Was oft genug wiederholt wird, halten wir irgendwann für wahr. Das Wort «Asylant» wurde so oft repetiert, dass sich der politisch gefärbte Begriff umhüllt vom Mäntelchen der Korrektheit in der Alltagssprache einnisten konnte. Das erklärt, warum auch gut gebildete, politisch neutrale Menschen den Begriff «Asylant» verwenden. Weder bemerken sie, dass sie sprachlich manipuliert wurden, noch, dass sie durch die Verwendung des Wortes selbst ihre Gesprächspartner manipulieren. «Das ist genau das Problem», sagt Korte. «Es ist schwer, in der Handhabung von Sprache den Punkt auszumachen, an dem ein Sprecher versucht, das Bewusstsein seiner Hörer so zu manipulieren, dass diese nicht mehr mitbekommen, was er ihnen sagt. Eigentlich könnte man von erwachsenen, mündigen Hörern erwarten, dass sie die Begriffe, die ihr Ohr erreichen, überprüfen. Sie tun es aber nicht.»
Worte haben Ausstrahlung
Auch «Krise» ist ein Beispiel für sprachliche Manipulation. «Grosse Veränderungsprozesse gibt es seit Menschengedenken, immer mal wieder brechen die Ordnungssysteme unserer Gesellschaft zusammen. Wir wissen das», sagt Korte. «Trotzdem sprechen wir von Jahrhundert- und Jahrtausendkrise und beschwören das Problem damit erst herauf. Zu Beginn der Rezession verwendeten Tageszeitungen den Begriff bis zu 50 mal, allein auf der Titelseite.» Das ist unheimlich. Denn die blosse Nennung des Wortes «Krise» löst in unseren Köpfen einen Alarm aus, der wiederum in unserem Innern eine Krise erzeugt. Die Krise macht eine Krise macht eine Krise. Unsere negative Befindlichkeit lähmt uns dann so sehr, dass wir keine Kräfte mehr mobilisieren können, um uns aus der wirtschaftlichen Flaute herauszuarbeiten. Bis wir merken, dass alles gar nicht so schlimm ist. Wenn die Zeitungen schreiben, dass es wieder aufwärts geht, fühlen wir uns schon besser. Und dann vergessen wir in unserer Erleichterung, dass die Folgen der Entwicklung erst noch auf uns zukommen. «Dieser Leichtsinn kann auch wieder böse ausgehen», betont Korte. Ein beeindruckender Beweis für die Wechselwirkungen zwischen der mentalen Verfassung einer Kultur und ihrer Sprache.
Sprache geniessen
Ein umsichtiger Umgang mit Worten hat eine hohe Bedeutung, jenseits sprachpflegerischer Ambitionen. Das gilt für Privatpersonen, in höherem Masse aber noch für Multiplikatoren und Personen mit Vorbildfunktion, zum Beispiel für Presseleute und Politiker. Auch Marketern und Werbern ist ein sensibler Einsatz von Sprache zuzumuten. Allerdings sind heute immer weniger Menschen umsichtig im alltäglichen Umgang mit ihrer Sprache. Schönes Sprechen und Rhetorik haben an Stellenwert verloren, Fremdsprachen werden nicht aus Freude an Klang und Wortbildern erlernt, sondern zur schlichten Verständigung, meist mit Geschäftspartnern. Auch bei der Diskussion um Migranten, die die Sprache ihrer neuen Heimat erlernen sollen, geht es nicht um die Vermittlung des kulturellen Konstituens, sondern um das schlichte Sich-verständlich-Machen im Alltag. «Der spielerisch-kreative, sensible Einsatz von Sprache kann sich schon in der Schule im Umgang mit Literatur, in der Auseinandersetzung mit Metaphern, Mehrdeutigkeiten, Metren herausbilden», sagt Korte. «Leider werden musische Fächer immer mehr entwertet. So entwickelt sich natürlich keine Sensibilität für die Feinheiten der Sprache.» Die zunehmende Bedeutung technischer Kommunikationsmittel forciert diese Entwicklung: In E-Mails gehört das Fehlen von Anrede und Grussformel fast schon zum guten Ton, und bei SMS heisst es knapp «da» statt «ich bin jetzt da», «lol» statt «das bringt mich zum Lachen» oder «HDL» statt «ich habe Dich lieb». Auch präzise Ausdrucksweise ist nicht mehr nötig: Wer fürchtet, falsch verstanden zu werden, platziert einfach einen Smiley. So kann nichts schiefgehen.
«Weil das Bewusstsein für Sprache heute so sehr zurückgenommen ist, ist es auch viel einfacher, mit Sprache zu manipulieren», warnt Korte. «Denn wenn die Mehrheit der Menschen unbewusst mit Sprache umgeht, können diejenigen, die sie bewusst einsetzen, leicht Einfluss nehmen. Wir sollten genau hinhören und lernen, uns im Alltag über die Art, wie wir miteinander reden, auszutauschen. Wir dürfen unserem Gegenüber durchaus sagen, dass uns seine Wortwahl irritiert oder dass wir nicht wünschen, dass so mit uns geredet wird. Wer sich eine kritische, demokratische Öffentlichkeit wünscht, muss auch seine Sprache überprüfen.»
Anne-Friederike Wilhelm
1290581267_img091120_sprache

BMB: Für Stöckli erneut Berge sprechen lassen

Die BMB Werbeagentur führt die TV-Kampagne für Stöckli Outdoor Sports weiter. Die beiden sprechenden Berge sind zum Start der Wintersaison in zahlreichen Spotblöcken zu sehen.

In jedem belegten Werbeblock erscheinen gleich drei Kurzspots. Die Spotreihe mit einer Gesamtdauer von 30 Sekunden wird jeweils unterbrochen von Fremdspots anderer Werbetreibender. Die Kampagne läuft ab sofort auf SF1, SF2 und SFinfo.

1290581265_img091120_stoeckli
> Zum Spot

Verantwortlich bei Stöckli Swiss Sports: Beni Stöckli (CEO) und Adrian Albrecht (Leiter Marketing). Verantwortlich bei BMB: Flavio Meroni und Markus Rottmann (Kreation), Christian Baertschi und Marion Schwager (Beratung). Produktion: Heinrich Reinacher (Markenfilm Schweiz). Animation: Animationsfabrik, Hamburg. Regie: Kay Woitas. Media: Caroline Nünlist und Andreas Leuzinger (ZipMedia GmbH, Zürich).

Scholz & Friends: International für Emmi

Die Zürcher Friends konnten sich im Pitch um den internationalen Etat von Emmi gegen drei Konkurrenten durchsetzen. Die Agentur verantwortet künftig die internationale Markenkommunikation des führenden Schweizer Anbieters für Molkereiprodukte.

Im Zentrum der europaweiten Marketing- und Kommunikationsaufgaben für die Agentur wird die strategische und kreative Unterstützung beim Relaunch einer Emmi- Marke stehen. Die Kommunikationsmassnahmen sollen im Laufe des Jahres 2010 sukzessive in europäischen Kernmärkten zum Einsatz kommen.

Star TV und die Werbewoche: Making Of von Sony Ericsson

Star TV zeigt diesen Samstag und Sonntag im Magazin «Die Werbewoche» das Making Of von Sony Ericsson «Satio». Nächstes Wochenende wird das Making Of von der Migrolino-Kampagne präsentiert.

Mit dem Sendegefäss «Die Werbewoche» bietet Star TV in Zusammenarbeit mit der Werbewoche den Schweizer Kreativen seit Ende September eine neue Plattform. Jeweils auf das Wochenende hin werden die «Spots der Woche» in moderierten Beiträgen vorgestellt. Dazu gibt es «Making-of»-Reportagen von aktuellen Produktionen, Seitenblicke auf die internationale Szene, Rückblicke in die Geschichte sowie Interviews mit Studiogästen.
Sendezeiten:
Samstag 9:30 Uhr und 18:30 Uhr
Sonntag 9:30 Uhr und 18:30 Uhr

1290581264_img090922_werbewoche

Basel West realisiert neues Swissbau-Magazin

Neues Magazin als Appetizer für die grösste Schweizer Bau- und Immobilienmesse.

Die Swissbau will die Kommunikation mit ihren Messebesuchern verstärken und gibt ein eigenes Magazin heraus, das Anfang November erstmals erschienen ist. Als wichtigste Schweizer Messe der Bau- und Immobilienwirtschaft will die Swissbau ihre Themenführerschaft dokumentieren und gleichzeitig auf ein paar Highlights und Premieren hinweisen, welche die Attraktivität der Messe weiter erhöhen. Das Magazin greift aktuelle Themen der Branche unter dem Fokus der Nachhaltigkeit auf und zeigt Zukunftstendenzen der Bereiche Planung, Klima-Architektur, Lebenszyklus von Immobilien, Energie, Innenausbau, Stadtentwicklung und Berufsbildung. Zur Illustration dient ein Porträt des Vitra Campus. Der Trendforscher Matthias Horx zeigt in einem Interview auf, welche Anforderungen die wachsende Mobilität an die Architektur stellt.
Markus Siegenthaler
1290581265_img091120_swissbau1
1290581265_img091120_swissbau2

Aufgefallen

Aufgefallen ist der Werbewoche diesmal ein Werbegag des kleinen Unternehmens Smeyers sowie die aktuelle Pro Juventute-Kampagne.

Wo Werbung nicht wurst ist
Acht Köpfe, vier Filialen und zig Ideen – das ist Smeyers. Das kleine Unternehmen für Immobilienmanagement fiel am KMU-Tag in St. Gallen mit einem würzigen Werbegag auf: Einer Tube Senf, garniert mit dem Sätzchen «Wenn Ihnen Ihr Immobilienbestand nicht Wurst ist, geben wir gerne unseren Senf dazu.» Das sitzt. Bekanntlich verstehen St. Galler in Sachen Senf keinen Spass, zumindest nicht in der Nähe ihrer Bratwurst. Die bissige Aktion dürfte ihnen deshalb noch besser im Gedächtnis bleiben als dem durchschnittlichen Bratwurstesser. www.smeyers.ch
1290581263_img091120_senf

Sammelaktion und plakative Hilfe bei jugendlichen Problemen
Zeitgemässe Problemsituationen von Kindern und Jugendlichen werden visualisiert in der aktuellen Kampagne für Pro Juventute. Realisiert hat sie die Agentur Effac für Kommunikation. Dabei werden Mobbing, Computersucht oder Sex am Ort ihres Geschehens mit einer eingängigen Bildsprache in Szene gesetzt. Die jeweils aufgeworfene Frage, als direkte Ansprache des Beobachters, wird durch den Claim «Für dich da!» aufgelöst.

1290581263_img091120_projuventute2
1290581263_img091120_projuventute1

Media Trend Journal: So hat die gedruckte Tagespresse Zukunft

Die Presse steht sowohl im Nutzer- als auch im Werbemarkt unter Druck. Und der ist nur zum Teil in der Wirtschaftskrise begründet. Während diese (hoffentlich) vorübergeht, wird sich die strukturelle Krise in beiden Teilmärkten verschärfen. Ueli Custer

Rose d’Or: Rolf Probala wird neuer Festivaldirektor

Rolf Probala wird neuer Direktor der Rose d’Or. Der Luzerner übernimmt die Funktion als Festivaldirektor von Urban Frye, welcher die Leitung nach drei Jahren Arbeit abgibt.

Rolf Probala war während neun Jahren für das Schweizer Fernsehen SF aktiv, zuletzt als Chef der «Tagesschau», danach hat er für die ETH Zürich die Kommunikation geleitet. 2008 hat er für Ringier das 175?Jahre?Jubiläum mit über 30 Veranstaltungen in zehn Ländern geleitet, darunter zwei Grossanlässe im KKL Luzern. In den letzten beiden Jahren hat Probala für Ringier eine konzernweite Academy aufgebaut.
Die Rose d’Or Awards gehören zu den renommiertesten Preisen im Fernsehbereich. 2010 feiert das Festival in Luzern sein 50?Jahre?Jubiläum. Es findet neu im Herbst vom 18. bis zum 22. September statt, die Awards werden am 22. September im KKL Luzern vergeben. Die Preise werden weiterhin vom Beirat unter dem Vorsitz des BBC-Beauftragten David Liddiment begleitet sowie operativ vom bisherigen Kernteam mit Nora Kradolfer, Séghira Farhi und Dina Baenninger unterstützt. Letztere betreut als Competition Manager weiterhin den internationalen Wettbewerb, welcher anfangs Dezember mit dem «Call for Entries» lanciert wird.

Bärenstarkes Charisma

Der Kursaal Bern wirbt mit einer neuen Markenstrategie von cR Basel.

Der Kursaal Bern steht vor einem Jahrhundert-Projekt. Mit dem Umbau der 50-jährigen Arena wird die Stadt Bern wieder «das attraktivste Kongresszentrum der Schweiz erhalten», wie Direktor Patrik Scherrer verspricht. Auch die Logistik und die Küche werden auf den neuesten Stand gebracht. «Damit lancieren wir einen massgeblichen Entwicklungsschritt für unsere Unternehmung – mit einer prägenden Architektur und einem erneuerten Erscheinungsbild des Kursaals Bern im Stadtbild.» Das Unternehmen ist bereit, dafür 30 Millionen Franken zu investieren. Damit wird die Arena an die heutigen Anforderungen für internationale Kongresse und Events angepasst. Die Foyers werden um die dreifache Fläche vergrössert und neu gegen die Stadt und die Berner Alpen ausgerichtet. Damit werden gleichzeitig kreuzungsfreie Wege für täglich 2000 Kongress- und Casino-Besucher realisiert.
Im Rahmen dieser Weiterentwicklung will der Kursaal auch mit der Markenführung einen Schritt nach vorne tun. Neue Werte wurden definiert und eine neue Markenstrategie entwickelt. Dabei hat man sich für die Dachmarke «Kursaal Bern» entschieden, eine Marke für alle angebotenen Dienstleistungen.
Die Kommunikation für den Kursaal wird seit vier Jahren von der cR Basel betreut. Das Mandat startete strategisch mit der Neuausrichtung der Markenarchitektur und wurde immer umfassender, wie Senior Account Director Thomas Fux sich freut. Als übergeordnete Botschaft wurde der Claim «Kursaal Bern: Da ist der Bär los» entwickelt. Das von der Tradition geprägte Wappentier soll aber weder ein kuscheliger Teddy noch ein profaner Tanzbär oder gar eine reisserische Bestie sein. «Er ist eine charismatische Persönlichkeit, welche die Werte des Kursaals Bern wie Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Offenheit, aber auch Dynamik repräsentiert», meint Patrik Scherrer. Strategic Director Daniel Bürgi von cR ist zuversichtlich, «dass sich dieser Bär zum Kult entwickelt».
Als Botschafter soll der neue Bär sowohl die Gäste aus der nahen Umgebung wie auch aus dem weiten Feld des Incentive-Tourismus in den Kursaal locken. Frauen und Männer müssen vom brummigen Maskottchen gleichwohl angesprochen werden. Wer genauer hinschaut, wird dabei entdecken, dass der noch namenlose Urs zumindest um die Augenpartie eine gewisse Ähnlichkeit mit George Clooney oder Daniel Craig nicht verleugnen kann.
Andreas Panzeri
Der Kursaal ist ein Berner Traditionsunternehmen und gehört zu Bern wie das Bundeshaus, das Münster oder die Aare. Genauso ist es mit dem Bären. Deshalb ist das Berner Wappentier der neue Botschafter des Kursaals Bern. Ob Gastronomie, Casino, Hotel oder Kongress – der Bär repräsentiert die ganze Vielfalt des Angebots.
1290581267_img091120_kursaal1
1290581267_img091120_kursaal2
1290581267_img091120_kursaal3
1290581267_img091120_kursaal4

Lidl lässt Mitarbeiter zu Wort kommen

Lidl Schweiz hat eine Kampagne lanciert, bei der die Mitarbeitenden des Discounters zu Wort kommen. Die Anzeigenkampagne ist ab kommendem Sonntag zu sehen.

Die Mitarbeiterkampagne startet am Sonntag, 22. November 2009, in verschiedenen Schweizer Sonntagszeitungen und einer Gratiszeitung. Darin bringen die Beschäftigten in selbst verfassten Statements ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke beim Discounter zum Ausdruck. Konzipiert wurde die Kampagne überwiegend inhouse. Bei der Realisation erhielt die Ladenkette Unterstützung von der Aarauer Agentur Baldinger & Baldinger, wie Paloma Martino von Lidl Schweiz auf Anfrage der Werbewoche sagte.

Verantwortlich bei Lidl Schweiz: Andreas Pohl (Geschäftsleitungsvorsitzender), Silja Drack (Personalleiterin), Viviane Artho und Gisela Schoch (Beauftragte Mitarbeiter & Soziales), Michael Schneider (Leiter Werbung). Verantwortlich bei Baldinger & Baldinger: Vital Baldinger (CD), Asha Husmann (Grafik), Roland Perrelet (Beratung), Christian Herzog (Produktion), Samuel Wimmer (Foto).

1290581264_img091120_lidl1
1290581264_img091120_lidl2
1290581264_img091120_lidl3
img091120_lidl4

Die verfluchte Öffentlichkeit

Die Landesregierung torpediert die Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips. Gastkommentar von Hans Stutz, freier Journalist.

Was Blocher Christoph kann, will Maurer Ueli auch können: die öffentliche Beschimpfung der Verleger, Redaktoren und Journalistinnen. Vorgetragen im besten Luxushotel vor Ort, dort, wo der Kongress der Schweizer Verleger jeweils stattzufinden pflegt. Vor fünf Jahren behauptete Blocher, als Bundesrat und Unternehmer wisse er, wie sehr wir «auf eine ungeschminkte Berichterstattung angewiesen» seien. In der Folge skizzierter er dann, quasi im Stile einer Programmskizze, welche Themen (zu hohe Staatsausgaben, Migration) die Medien wie (gemäss SVP-Programm, allenfalls Weltwoche) zu behandeln hätten. Blocher hält sich zwischenzeitlich einen Günstling als Mikrofonhalter, Maurer Ueli hingegen rennt immer noch Berufes halber zu jedem Mikrofon, das ihm hingestellt wird. Die Medien würden pfuschen, klagte er vor einigen Wochen den Verlegern. Vor allem aber auch würden sie nicht die «Mächtigen und die Macht» kontrollieren. Es tönte so, als ob ein Linker oder ein bürgerlicher Radikaldemokrat das Loblied von Transparenz und Machtkontrolle singen würde. Aber war es auch wirklich so gemeint?
Herr Bundesrat hat gut reden. Er steht – zusammen mit seinen sechs Kolleginnen und Kollegen – an der Spitze eines Apparates, in dem mehrere hundert Leute täglich die Öffentlichkeit bearbeiten, sei es durch Medienmitteilungen, sei es durch gezieltes Streuen von Indiskretionen, sei es durch Nichtbeachtung oder verzögerter Beantwortung unerwünschter Fragen. Zwar gilt seit über drei Jahren das Öffentlichkeitsprinzip: Jede Person hat das Recht, amtliche Dokumente einzusehen und von den Behörden Auskünfte über den Inhalt amtlicher Dokumente zu erhalten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber insgesamt – so macht es zumindest den Anschein – wäre es ein brauchbares Werkzeug, auch für Medienschaffende.
Wie aber sieht die Realität aus? Beispielsweise wenn ein Medienschaffender bei Maurers (vormals Schmids) Departement VBS Informationen über den militärischen Rang einiger Männer haben will, die wegen Gewaltdelikten verurteilt worden sind. Fragen nach dem militärischen Rang von Angehörigen der Armee hat das VBS vorher jahrelang jeweils prompt und schnell beantwortet. Aber diesmal, heisst es unvermittelt, Datenschutz, keine Auskunft. Der Abgewiesene beruft sich auf das Öffentlichkeitsprinzip und erhebt – wie gesetzlich vorgezeichnet – eine Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten. Dieser sollte – so steht es im Gesetz – innerhalb von dreissig Tagen entscheiden, damit nicht durch lange Dauer die Aktualität der angeforderten Information hinfällig wird. Doch neun Monate später liegt noch immer kein Entscheid vor. Grund: Der Bundesrat hat dem Datenschutzbeauftragten das notwendige Personal (gemäss Botschaft 300 bis 350 Stellenprozente) nicht bewilligt, eine einzige Person muss – zurzeit – den ganzen Beschwerdeladen schmeissen. Im Klartext: Die Landesregierung torpediert die Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips. Und, so hört man aus der Bundesverwaltung – selbstverständlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit –, man wünsche auch nicht, dass das Öffentlichkeitsprinzip bei den Staatsbürgern oder bei den Medienschaffenden besser bekannt würde.
Nach dem Verlegerkongress konnte Maurer Ueli anderntags getrost in die Zeitungen schauen. Ohne Widerrede publizierten sie die Medienschelte des VBS-Chefs. Von Peter Wanners Sonntag zu seiner Kritik befragt, behauptete Maurer gar, er sei in den ersten neun Monaten seiner Regierungszeit noch nie wirklich kritisiert worden. Und fügte dann an: «Kritik hilft immer, sich zu verbessern.» Herr Bundesrat, wir wüssten auch, wo! Und die Kosten blieben vergleichsweise gering, nicht einmal ein Prozent eines Kampfjets!
get_footer();