Stellenabbau bei der SDA: Redaktion verlangt Verhandlungen

Nach der Ankündigung der SDA-Geschäftsleitung, 13 Vollstellen der insgesamt 140-köpfigen Redaktion zu streichen, hat sich die empörte Redaktion zu einer ausserordentlichen Versammlung in Bern getroffen. Sie fordert die Geschäftsleitung auf, Verhandlungen mit der Redaktionskommission aufzunehmen.

Die Redaktionsversammlung hat ohne Gegenstimme (49 Anwesende plus 34 Vertretene dafür, eine Enthaltung) eine Resolution verabschiedet, die mit Nachdruck den Verzicht auf Entlassungen verlangt. Die Geschäftsleitung solle echte Verhandlungen mit der Redaktionskommission (ReKo) aufnehmen innert zehn Tagen, sonst sehe sich diese zur Vorbereitung von Kampfmassnahmen veranlasst, heisst es in einem Mediencommuniqué.
Die Redaktionsversammlung fordert insbesondere die Streckung der Restrukturierung auf mehr als das vorgesehene Jahr, um Entlassungen mit der Fluktuation zu vermeiden, einen Sozialplan, der unter anderem auch Übergangszahlungen für freiwillige Pensenreduktionen und Abgänge umfasst, Verhandlungen über die Finanzierung von Frühpensionierungen aus den Reserven sowie über Kurzarbeitsmöglichkeiten sowie volle Transparenz zum künftigen Angebot der SDA (die bereits schlanke Redaktion könne nach diesem Abbau unmöglich das bisherige Volumen liefern). Auch die «Sprachensolidarität», der gleichwertige Dienst in und aus allen drei Sprachregionen, dürfe nicht geopfert werden. Dies sei eine zentrale Funktion der einzigen nationalen Nachrichtenagentur der Schweiz, wie es weiter heisst.

Werbewirkung kontrollieren

Welches Potenzial haben Ihre Werbemassnahmen?

Werbeerfolg objektiv beurteilen
Werbeerfolg ist, wenn Werbeziele erreicht werden. Damit ein Sujet wirken kann, muss die Zielgruppe seine Botschaft schnell und fehlerfrei wahrnehmen. Der Werbewirkungsforscher Patrik Zwahlen beurteilt jeden Monat exklusiv für die Werbewoche das Überzeugungspotenzial und die Visualisierungsqualität von fünf ausgewählten Anzeigensujets – und liefert damit eine objektive Beurteilung ihres Werbeerfolgs.
Analyse mit Methode
Diese Kurzanalyse beurteilt die Kommunikationsleistung von Anzeigen mit Hilfe der beiden Messgrössen «Überzeugungspotenzial» und «Visualisierungsqualität». Zur Erhebung des Überzeugungspotenzials formuliert Zwahlen zuerst messbare Ziele wie zum Beispiel «mehr verkaufen», «bekannter werden» oder «die Unfallhäufigkeit reduzieren». Damit solche Ziele erreicht werden können, benötigt das Sujet einen glaubwürdigen Wirkungsgrund, der der Botschaft entspricht. Nach der Definition eines plausiblen Ziels für jede Anzeige wird die Botschaft unverschlüsselt und schriftlich festgehalten. Ein grüner Pfeil bedeutet, dass das Sujet überzeugt, ein roter Pfeil bedeutet, dass es das nicht tut.
Mit der Visualisierungsqualität liefert Zwahlen eine Einschätzung, ob die Botschaft schnell und ohne Streuverlust wahrgenommen wird. Ein grüner Pfeil zeigt an, dass die Anzeige rasch und fehlerfrei kommuniziert. Ist das Sujet mit einem roten Pfeil gekennzeichnet, sind viele Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu erwarten.
> Aufmerksamkeit gewinnen für einen guten Zweck
> Detaillierte Analyse aller fünf Sujets (Webcode 4009DetailsWerbewirkung)
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Dr. Patrick Zwahlen, Geschäftsführer
BildKom GmbH Forschungsinstitut für
visuelle Kommunikation.
Telefon: 044 380 78 88.
Internet: www.bildkom.com

bsw-Ranking 2009: Vieles bleibt beim Alten – Agenturen im Sog der Krise

Der Verband der führenden Werbe- und Spezialagenturen der Schweiz, bsw leading swiss agencies, hat am alljährlichen Medienfrühstück das Ranking 2009 präsentiert. Dieses zeigt ein ähnliches Bild wie 2008. In den vorderen Positionen haben nur ganz wenige Verschiebungen stattgefunden. Alle Top-10-Agenturen sind dabei. Zu schaffen macht den Agenturen die Krise: Für 2009 wird mit einem Ertragseinbruch von zehn Prozent gerechnet.

Die 54 Werbe- und Spezialagenturen im bsw, der 2010 sein 75-jähriges Bestehen feiert, erarbeiteten 2008 insgesamt rund 334 Millionen Franken Bruttobetriebserträge (BBE), etwas mehr als 2007 mit 331 Millionen. Sie verantworteten 2008 für ihre Kunden Werbegelder im Betrag von circa zwei Milliarden Franken. Dies entspricht etwa zwei Dritteln aller Werbeinvestitionen, welche in der Schweiz über Agenturen getätigt werden. Dabei gilt es zu bedenken, dass nur etwa sieben Prozent aller in der Schweiz ansässigen Werbeagenturen bsw-Mitglieder sind.

>Zum Ranking Werbe- und Spezialagenturen

Zum zweiten Mal nach 2008 publizieren auch die Mediaagenturen im bsw ein eigenes Ranking. Mediaagenturen haben ein anderes Geschäftsmodell als Werbeagenturen (nebst Beratungsleistungen/Strategie auch Mediaplanung und Mediaeinkauf) und sind deshalb nicht direkt mit ihnen vergleichbar. Die zehn Mediaagenturen im bsw erwirtschafteten 2008 45,8 Millionen Franken Bruttobetriebserträge. Sie investierten im Auftrag ihrer Kunden Mediagelder im Wert von ungefähr 1,1 Milliarden Franken und sind damit ein bedeutendes Glied in der Wertschöpfungskette der Kommunikationsbranche.

>Zum Ranking Mediaagenturen

Erfreuliches erstes Halbjahr 2008, unerfreuliche Entwicklung für 2009
Dank einem starken ersten Halbjahr konnten die Mitgliedsagenturen von bsw leading swiss agencies das Jahr 2008 auf dem gleichen Niveau abschliessen wie 2007. Wie die gesamte Wirtschaft litten auch die Kommunikationsagenturen unter der im dritten Quartal einsetzenden weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. 2009 brachte keine merkliche Verbesserung der Situation und die bsw-Agenturen rechnen für das laufende Jahr denn auch mit einem Rückgang ihrer Erträge um bis zu zehn Prozent.
Die Agenturen mögen trotz Zeichen und Prognosen der Erholung noch nicht so recht an ein Ende der Krise glauben. Werbe-Auftraggeber seien noch zurückhaltend und verstärkten ihre Werbeinvestitionen nur zögernd. In einer Umfrage sagte die überwiegende Mehrheit der Agenturchefs eine Stagnation wenn nicht gar nochmals einen leichten Rückgang der Erträge voraus. Zudem seien die Agenturen gefordert, noch schneller und noch flexibler zu agieren. Die Herausforderungen der nahen Zukunft seien im Wesentlichen die sich in immer kürzeren Abständen verändernde Konjunktur, die Globalisierung der Marken und Märkte, Kostendruck und Rentabilität sowie damit verbunden strukturelle Anpassungen und Investitionen, wie es weiter heisst.

Werbung als Investition betrachten, nicht als Kostenfaktor
Das Geschäftsgebaren und die Verhaltenskultur seitens vieler Auftraggeber habe sich in der Krise dramatisch verschlechtert. Der Kostendruck auf die Agenturen nehme noch nie da gewesene Dimensionen an. Dies nicht zuletzt deshalb, weil anstelle der Marketing- mehr und mehr die Finanz- und Einkaufsabteilungen die Regeln diktierten und «Werbung einkaufen». Damit werde die Marketingkommunikation von einem strategischen Instrument des Unternehmens zu einem Aufwandposten in der Betriebsrechnung degradiert. Erfolgreiche Unternehmen betrachteten Werbung jedoch nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition.
Negatives Zeichen der gegenwärtigen Situation seien die oft sinnlosen Wettbewerbspräsentationen (Pitches), bei denen es nur um «Kostenoptimierung» geht (internationale Media-Pitches werden neuerdings sogar im Stil einer Auktion über Internet durchgeführt). Auch, dass viele Auftraggeber fälschlicherweise glauben, ohne Kostenfolge sämtliche Rechte von den Agenturen fordern zu können, sei eine unerfreuliche Begleiterscheinung.
In diesem Kontext stehen auch die Diskussionen zwischen bsw leading swiss agencies und dem Werbe-Auftraggeberverband SWA in Bezug auf die vertraglichen Rahmenbedingungen, bei denen die beiden Spitzenverbände der Branche auf gutem Weg sind. Gute Qualität müsse gut honoriert werden – eingeschlossen die Urheber- und Nutzungsrechte. Dumpingpreise seien nicht dazu angetan, die Qualität der Werbung zu fördern. Erfolgreiche Werbung sei nicht Massenware, sondern auf die individuellen Faktoren und Bedürfnisse der Kunden abgestimmte strategische Fachkompetenz.

Globalisierung der Märkte und Marken
Die Globalisierung der Märkte hat leider auch den negativen Effekt, dass die Entscheidungen für ehemals Schweizerische Marken oft nicht mehr in der Schweiz getroffen werden. In dieser Situation sei es erfreulich, dass einige Schweizer Grossagenturen auch erfolgreich im internationalen Markt bestehen können, so der Verband. Die Schweizer Kommunikationsbranche würde es allerdings begrüssen, wenn Schweizer Konzerne wieder vermehrt Schweizer Agenturen beiziehen würden.

Crossmediale Kommunikationsstrategien und weiteres Wachstum der Online-Medien
Die Gegenwart ist crossmedial und die höchsten Wachstumsraten verzeichnen die Onlinemedien. In der Schweiz beherrschen digitale Medien laut einer neuen Studie die Bevölkerung zu 33 Prozent. Die Krise der Printmedien sei zu einem wesentlichen Teil sicher auch durch das veränderte Medienverhalten des Publikums entstanden. Die klassischen Medien bildeten weiterhin ein unverzichtbares und starkes Element für crossmediale Kampagnen. Auch die Agenturen haben den Wandel zu Crossmedia-Agenturen vollzogen. Die sogenannt «klassischen» Agenturen gibt es in dieser Form nicht mehr.

Goldbach Media: Kooperation mit Online-Werbenetzwerk Adconion

Die Goldbach Media Gruppe hat mit der Adconion Media Group, dem weltweit grössten unabhängigen Online-Werbenetzwerk, eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung geschlossen. Die Kooperation ermöglicht Goldbach Media die exklusive Nutzung proprietärer Targeting- und Optimierungstechnologie für das Performancemarketing.

Damit wird gleichzeitig die Einführung von netzwerkzentrischen Online- Vermarktungsmodellen in der Schweiz, Österreich und im gesamten osteuropäischen Raum geebnet. Die Kooperationsvereinbarung ist strategisch und langfristig, eine Kapitalbeteiligung ist nicht vorgesehen. Goldbach Media will mit einer Dualstrategie die klassische Plattform-Vermarktung für Display- und Bannerwerbung mit dem weiteren Ausbau von performanceorientierten netzwerkzentrischen Vermarktungsmodellen im kontinuierlich wachsenden Markt für Online-Marketing mit höheren Margen ergänzen.

Über Adconion Media Group
Die amerikanisch-europäische Adconion Media Group ist mit 16 Niederlassungen in den USA, Australien und fünf weiteren europäischen Ländern das grösste unabhängige globale Werbe-Onlinenetzwerk. Adconion erreicht mit ihrer im firmeneigenen Technologiezentrum in Kalifornien entwickelten Targeting- und Optimierungstechnologie weltweit monatlich über 300 Millionen oder einen Drittel aller globalen Internet-Nutzer. Damit verfügt Adconion gemäss comScore weltweit über die grösste Reichweite hinter Google. Durch die Partnerschaft entsteht ein Vermarktungsnetzwerk mit einer Reichweite von gegen 400 Millionen Internetnutzer mit monatlich über 20 Milliarden vermittelten Werbeeinblendungen.

Print wird billiger

Der Trend bei den Anzeigentarifen 2010 ist klar: Viele Zeitungen und Zeitschriften senken den Tausendleserpreis. Offenbar hoffen sie, auf diese Art wieder mehr vom Werbekuchen zu ergattern.

Fast schon eine Nullrunde – so betitelte die Werbewoche ihren Artikel zu den Printtarifen vor einem Jahr. Diesmal aber kommt die Gattung Print ihren Kunden so stark entgegen wie noch nie, seitdem die Werbewoche die Entwicklung der Anzeigenpreise beobachtet. Denn erstmals ist eine breite Tendenz zu echten Tarifsenkungen auszumachen. Generell kann man sagen: Titel, die dieses Jahr einen signifikanten Reichweitengewinn verzeichneten, schlagen zwar auf, in der Regel bleibt aber die Tariferhöhung prozentual deutlich unter dem Leistungszuwachs. Ein Paradebeispiel dafür ist die Sonntagsausgabe der Südostschweiz, die 26 Prozent mehr Leser ausweist, aber bloss 10 Prozent teurer wird. NZZ am Sonntag, SonntagsZeitung oder Schweizer Familie machen es ähnlich. Und TV2, Glückspost und Bilan schlagen – trotz zweistelligem Reichweitengewinn – gar nicht erst auf. Noch bescheidener ist die Finanz und Wirtschaft, die trotz 14,8 Prozent mehr Lesern den Vierfarben-Preis um 26 Prozent senkt – und so auch gleich den Einheitstarif einführt. Auch bei Le Temps entschied man sich für den Einheitstarif, allerdings indem man den Vierfarbentarif nur leicht senkte und gleichzeitig den Schwarz-weiss-Tarif auf dasselbe Niveau anhob. Doch weil der Titel 11,4 Prozent mehr Leser ausweist als vor einem Jahr, resultiert für die meisten Kunden dennoch ein günstigerer Tausendleserpreises (TLP).
Ein tieferer TLP ergibt sich auch dann, wenn Preise stärker purzeln als die Reichweiten. Dies ist diesmal bei den Edipresse-Titeln Matin orange und Matin Dimanche der Fall.
Trotz Krise und Werbeflaute bleiben einige Titel selbstbewusst: Sie fordern das ein, was ihrer Zusatzleistung zusteht. So etwa 20 Minuten Deutschschweiz, dessen Preisaufschlag mit 9,3 Prozent genau gleich stark ausfällt wie der letzte Leistungszuwachs. In der Westschweiz verlangt der Titel gleich 45 Prozent mehr, natürlich weil man hofft, dort die Lücke des Matin bleu (selig) füllen zu können. Ob die Tariferhöhung in diesem Umfang berechtigt ist, bleibt abzuwarten. Bei Magazin, NZZ Folio und Blick am Abend bezahlen Kunden 2010 ebenfalls mehr – weil diese ihr Verteilgebiet ausgeweitet haben: So liegt das Magazin neu auch dem Bund bei, während Blick am Abend und NZZ Folio in die Ost- und die Zentralschweiz expandierten.
Wie jedes Jahr gibt es unter den Printtiteln auch einige schwarze Schafe. Diese suggerieren zwar eine Nullrunde, tatsächlich werden sie aber massiv teurer, weil sich ihre Reichweite gegenüber dem Vorjahr signifikant reduziert hat. Zu den Titeln mit schlechterem Preis-Leistungs-Verhältnis gehören Tele, TVStar, Beobachter, Weltwoche und Femina. Besonders frech verhält sich Terre et Nature, das den diesjährigen Tarif trotz 17-prozentigem Reichweitenverlust beibehält. Ähnlich der Berner Bär: Sein Preis gab nur 1,5 Prozent nach, obwohl seine Leserschaft um 13,1 Prozent eingebrochen ist.
Und schliesslich gibt es einige wenige Titel, die ihre Seitentarife auf dem bisherigem Niveau belassen, gleichzeitig aber ihren Millimetertarif anheben. Die zweite Spielart: Sie senken zwar den Seitentarif, reduzieren aber den Millimetertarif nicht im selben Ausmass. In beiden Fällen werden sie für jene Kunden teurer, die keine ganzseitigen Anzeigen schalten. Solche versteckten Tariferhöhungen findet man bei den Freiburger Nachrichten, beim Journal du Jura, beim Bieler Tagblatt und bei La Liberté.
Markus Knöpfli
> Zu den Tarifen
> Korrigendum

Einige Grosse fehlen
Noch haben nicht alle Verlage ihre Tarife publiziert. So fehlten bis Redaktionsschluss die neuen Preise der Basler Zeitung, des Baslerstabs, der Bilanz, der Solothurner Zeitung, von Reader’s Digest und der Kinozeitschriften. (mk)

Die Umerziehung hat begonnen

Mehrwert schaffen: Frankreichs Zeitungen proben die Zukunft, specken ab und rüsten auf. Auch mit Staatshilfe. Von Jürg Altwegg, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Genf und Buchautor.

Sind es die Relaunchs der letzten Chance? Libération und Le Figaro haben in diesem Herbst das inhaltliche Konzept und die Aufmachung stark verändert. Le Monde legt ein Wochenendmagazin bei – die Tageszeitung wurde bereits vor ein paar Monaten mit Erfolg geliftet. In den Redaktionen herrscht Aufbruchstimmung. Die Zeitungen sind dünner, aber keineswegs schlechter geworden. Verzweifelt suchen sie die Abstimmung mit dem Internet: Was gehört gedruckt, was kommt ins Netz?
Wer durch das Portal von Libération surft, stösst neuerdings bei jedem zweiten oder dritten Klick an die Grenzen von gratis: Sie verlassen den frei zugänglichen Bereich, dieser Artikel ist nur für Abonnenten oder gegen Einzelbezahlung zugänglich. Das ist eine für den Online-Nutzer dieser einst von Maoisten um Jean-Paul Sartre gegründeten Zeitung völlig neue und frustrierende Erfahrung. Da ist man schnell einmal versucht, die Kreditkarte zu zücken. Pro Monat kostet der Zugang zu den Inhalten sechs oder zwölf Euro. Auch die teurere Variante ist bedeutend billiger als ein halbes Jahresabonnement der gedruckten Zeitung und wird von jenen, die überhaupt zum Zahlen bereit sind, ganz offensichtlich bevorzugt. Sie erschliesst eine enge Bindung an die Zeitung – die man auch viele Stunden bevor sie in den Kiosken oder Briefkästen liegt, als E-Paper lesen kann.
Gedruckt ist die neue Libération eine attraktive und gediegene Zeitung. Die Zahl der aufgegriffenen Themen wurde deutlich reduziert, dafür wird ihnen mehr Raum und mehr redaktioneller Aufwand gewidmet. Mehr Tiefe und mehr Hintergrund, mehr Meinung und mehr Distanz lautet die Devise. Jeden Tag analysiert die Zeitung ein Ereignis unter dem Aspekt der Medienkritik – Titel der Rubrik: «Desintox». Wie kam die Geschichte in die Welt, wer hat sie lanciert, was wurde von wem und wo dazu gesagt? Das ist ein neuer Ansatz und ein sehr zeitgemässer Umgang mit der Aktualität im Medienzeitalter – ganz besonders im Reiche von Sarkozy, der die Manipulation der öffentlichen Meinung auf die Spitze treibt.
Die Zahl der legendären Meinungsseiten wurde auf täglich drei erhöht. Zwar ist das Echo auf eine Veröffentlichung im Internet oftmals grösser, doch die Autoren wollen gedruckt werden. Das gilt auch für die Redaktoren und Journalisten. Sie stöhnen zwar unter dem insgesamt eingeschränkten Platzangebot, freuen sich aber, dass die Artikel auch wieder länger sein dürfen.
Nach mehreren Entlassungswellen arbeiten die Redaktoren mehr denn je, aber die Motivation ist gross wie schon lange nicht mehr und die Stimmung, die in Richtung Selbst- und Weltuntergang tendierte, wieder zuversichtlicher.
«Viele Zeitungen werden sterben», erklärt der Chef des Figaro, Etienne Mougeotte. Auch die konservative Zeitung des Flugzeugbauers Serge Dassault erscheint in neuer Aufmachung. Wie anderswo ist von «Mehrwert» die Rede. Mougeotte legt ein flammendes Bekenntnis zum gedruckten Wort ab: Die gedruckte Ausgabe soll das Flaggschiff bleiben. Das Format wurde leicht reduziert und der Umfang: Zehn Prozent weniger Stoff wird geboten. Doch gleichzeitig wird die literarische Tradition herausgestrichen: Die Feder als Logo des Figaro ist auf den Zeitungskopf zurückgekehrt.
Das Portal wird in ein paar Monaten verändert – noch weiss man nicht genau, welche Bereiche nur noch gegen Bezahlung eingesehen werden können. Mehr als jeder anderen Zeitung geht es dem Figaro darum, die meisten Zugriffe ausweisen zu können. Am weitesten ist Le Monde: Das Blatt hat mehrere zehntausend Online-Abonnenten. Für 6 Euro pro Monat gibt es die Zeitung im Netz, und darin ist auch der Zugang zum Archiv eingeschlossen – das E-Paper allerdings kostet sehr viel mehr.
Die Lage in Frankreich ist für die meist kapitalschwachen Zeitungen sehr viel schwieriger als in Deutschland und auch in der Schweiz: Es gibt eine starke Gratispresse und mehrere durchaus ernstzunehmende Informationsportale, meist von renommierten Journalisten begründet, die sich bei den Entlassungswellen für die hohen Abgangsentschädigungen entschieden. Vor einem Jahr organisierte die Regierung «Generalstände der Presse». Die Zahl der Verkaufsstellen soll erhöht, die Zustellung nach Haus muss verbessert werden. Eine der vielen Massnahmen, die inzwischen eingeführt wurden, hat stark eingeschlagen: Die Gratisabonnements für Jugendliche – der Staat zahlt mit – sind ein Riesenerfolg. Das Kontingent wurde rasch ausgeschöpft, zum Teil machen die Verlage mit ausschliesslich selbstfinanzierten Aktionen weiter. Zwar bekommen die Jungen die Zeitung nur an einem Tag in der Woche, aber es gibt die Hoffnung, dass sie auf den Geschmack kommen. Die Redaktionen haben weniger den Eindruck, an der jungen Generation vorbei zu schreiben. Es ist der Herbst, in dem in Paris die Blätter blühen – auch wenn niemand weiss, ob dereinst die Früchte spriessen werden.

Europa-Zertifikat: Sind noch Fragen?

Laufend treffen neue Bestellungen ein für das Europa-Zertifikat von Swiss Marketing. Dieser Ausweis wird sicher zum Longseller werden.

Kaum war die Meldung online, am 9. Oktober 2009 gepostet, ging der Sprint los. «Noch gleichentags», erinnert sich Claude Dubois, Bereichsleiter Prüfungswesen bei Swiss Marketing, «kamen die ersten Bestellungen rein.» Als erstes habe sich ein Marketingleiter gemeldet, um an eines der begehrten Europa-Zertifikate und somit zu seinem kontinental verbrieften Titel eines Marketing Directors zu kommen. Demnächst wird dieser Early Bird seinen persönlichen Europa-Ausweis erhalten. Neben all den Sprintern und Anmeldern der ersten Stunde werden aber wohl auch noch viele Starterinnen und Starter aus der zweiten Reihe zum begehrten Papier gelangen.
Mittlerweile sind es über 250 Bestellungen, die von Marketing- und Verkaufsleitern, von Verkaufs- und Marketingfachleuten eingegangen sind. Und natürlich auch von ehemaligen Marketingplanern und Verkaufskoordinatoren, wie die heutigen Fachleute früher betitelt wurden. Bis auf zehn Jahre zurück sind Abschlüsse europatauglich. Was uns zu einer Frage bringt, die oft gestellt wird von Berufsleuten, die gerne ein Europa-Zertifikat erlangen möchten: Warum bloss zehn Jahre und nicht länger? Eigentlich nur folgerichtig, dass sich auch reifere Semester, deren Abschlüsse möglicherweise noch von den Marketing-Urzeiten in den siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrtausends datieren, für die Europatauglichkeit interessieren. Man sei, so Dubois, derzeit in Verhandlung, ob die Rückdatierung allenfalls auch ausgeweitet werden kann. Sollte dies der Fall sein, wird hier entsprechend informiert. Derzeit jedenfalls gilt noch die zehnjährige Retro-Frist.
Eine zweite Frage, die immer wieder gestellt wird, dreht sich um die Verbandszugehörigkeit. Genügt es, wollen Applikanten wissen, wenn meine Firma Mitglied in der Gesellschaft für Marketing GfM ist? Die Antwort: Nein. Eine Zugehörigkeit einer juristischen Person reicht noch nicht aus für die Bestellung eines Europa-Zertifikats. Es braucht eine persönliche Einzelmitgliedschaft in einer dieser Organisationen: Swiss Marketing, Verkauf Schweiz, Schweizer Werbung, Schweizer Direktmarketingverband SDV, KV Schweiz oder GfM. Wobei zu sagen ist: Eine Mitgliedschaft lohnt sich ohnehin. Und quasi als Zückerchen daraus ergibt sich dann ein Ticket zum Europa-Zertifikat. Haben Sie Ihres schon gelöst?
www.marketingplus.ch

Nur ans Web-Design gedacht und den Relaunch verbockt

Beim Relaunch einer Website werden Fehler gemacht. Nicht nur die heiss diskutierten im Design und bei der Usability. Sondern auch Fehler, die erfolgskritisch sind. Welches sind diese und wie lassen sie sich vermeiden? Von Imre Sinka, DotPulse Web-Agentur.

Web Analytics auswerten
Die Analyse des Besucherhaltens und der Besucherquellen mit Web-Analytics-Daten deckt Stärken und Schwächen der Website auf. Die Erkenntnisse müssen in die Konzeption der neuen Website einfliessen, sonst werden Fehler eins zu eins auf die neue Website übertragen.
Suchmaschinenfreundliches CMS einsetzen
Ein CMS (Content-Management-System) ist auch auf seine Suchmaschinenfreundlichkeit zu beurteilen. Das CMS muss für die Suchmaschinen-Robots offen sein, damit diese die Website indexieren können. Auch soll es sprechende URLs ausgeben und die freie Überarbeitung von Pagetitles, Meta Tags sowie Alt-Attributen zulassen. Ist dies nicht gewährleistet, erreicht die Website keine Spitzenpositionen in den Suchresultaten.
Ignorieren von Suchmaschinen-Positionen
URLs/Pages, die Top-Positionen erreicht haben und nach dem Relaunch nicht mehr aktiv sind, bleiben weiterhin in den Suchresultaten stehen. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen! Damit ein Klick auf ein solches Resultat nicht ins Leere führt, sind diese URLs mit einem «301 Redirect» auf entsprechende Pages umzuleiten, damit diese den Traffic und das Vertrauen erben.
Links, die ins Leere führen
Externe Websites verweisen die Besucher über Links auf die Website. Nach dem Relaunch ist sicherzustellen, dass interne und externe Links nicht ins Leere zeigen, sonst werden die Besucher und Suchmaschinen verärgert.
Kein «Error Handling» vorhanden
Beim Relaunch wird ein Teil der URLs einer Site gelöscht. Besucher, die z. B. über Bookmarks eine solche URL aufrufen, landen auf unansehnlichen «404 page not found»-Page. Ein Error Handling fängt den Besucher ab und verweist ihn auf eine Page mit Links zu den wichtigsten Informationen auf der Site. Das verhindert, dass Besucher abspringen.
Streichen von Texten
Für ein elegantes Design wird oft relevanter Text geopfert. Leider herrscht die Meinung vor, dass Website-Besucher keine detaillierten Informationen wünschen. Dem ist nicht so! Wer ein Produkt evaluiert, sucht Informationen. Ausführliche, fokussierte Texte haben auch einen positiven Einfluss auf die Suchmaschinen-Positionen.
Tracking Codes nicht eingefügt
Wird der Tracking Code für Web-Analytics-Instrumente nicht in die neue Website übernommen, gehen bis zur Entdeckung des Fehlers wichtige Informationen zur Akzeptanz und der Wirkung des Relaunchs verloren.
Dies sind einige wichtige Punkte, die beim Relaunch einer Website zu beachten sind. Um Fehler zu vermeiden, lohnt es sich, beim Relaunch einer Website nicht nur für das Design und die Programmierung Spezialisten beizuziehen, sondern auch für Web Analytics und Suchmaschinenmarketing. Die Aufbereitung der Analytics-Daten bringt wichtige Erkenntnisse zur Maximierung des Website-Erfolges. Die Sicherung der Suchmaschinenfreundlichkeit der Website verhindert einen abrupten Abbruch des Besucherstroms von den Suchmaschinen.

Quereinsteiger

Urs Benz, Stephan Brunner und Javier Gonzalez sind BBG Werbung in Thalwil und werden immer mehr zu Überfliegern aus der Provinz. Was aber nur noch wenig mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit in der Tourismusbranche zu tun hat.

Two is a company. Three’s a crowd», hat der Filmkomiker Groucho Marx einmal gewitzelt. Die Weisheit hat es auch bis zum Titel für eine amerikanische Sitcom geschafft. Aber was in einer amourösen Beziehung wohl seine Berechtigung hat, muss im Geschäftsleben noch lange nicht stimmen. Zumindest BBG Werbung beweist seit 1999 das Gegenteil. Das Trio von Urs Benz, Stephan Brunner und Javier Gonzalez findet es eine ideale Form, dass die drei Kreativen in ihrer Agentur alle Pläne, Probleme und Projekte nicht nur zu zweit, sondern in einer «crowd» besprechen. «Das kann zwar manchmal einen sozialen Unfrieden in den Arbeitsalltag bringen. Entscheide müssen ausdiskutiert werden. Was bei drei Alphatieren nicht einfach ist – dafür umso spannender», meinen die drei Inhaber von BBG.
Corporate Identity und Design, klassische Werbung, Marketing, Public Relations, Internet-Lösungen, Messeauftritte und Events machen BBG zu einer Fullservice-Agentur. Neben den drei Partnern sind in Thalwil aktuell drei Mitarbeitende beschäftigt. Diese sollen demnächst mit einem Webprogrammierer verstärkt werden. «Das haben wir bisher extern geregelt. Wir sind aber überzeugt, dass eine eigene Online-Kompetenz heute unbedingt zu einer klassischen Agentur gehört, genauso wie bisher die Grafik», meint Javier Gonzalez. Zu einem ansonsten breiten Netzwerk an Freien meint BBG: «Wir nehmen nicht in Anspruch, alles zu können. Aber wir wissen, wer was am besten kann.»
Auch wenn viele Projekte gemeinsam aufgestartet werden, sind die Verantwortungsbereiche klar strukturiert. Javier Gonzalez ist der geschäftsführende Partner oder MD. Urs Benz führt als AD die visuelle Gestaltung weiter. Stephan Brunner übernimmt als CD die Koordination der vielschichtigen Prozesse und ist für New Business zuständig. «Jeder hat aber jederzeit den Überblick und bleibt auch selber mit den Kunden in Kontakt», meint das eingespielte Team und witzelt: «Da wir alle den gleichen Jahrgang 63 haben, hat bei uns keiner den Anspruch, als Ältester die Führung zu übernehmen.»
Eine weitere Gemeinsamkeit der drei Partner ist ihre berufliche Vergangenheit in der Tourismus-Branche. «Ein Zufall, der uns zusammengebracht hat. Heute allerdings bildet diese Branche bei BBG kein Klumpenrisiko mehr», meint der «Firmensprecher» Stephan Brunner. Das Portfolio und damit auch die Kompetenzen haben sich in die verschiedensten Richtungen erweitert mit Kunden wie Meteo Schweiz, Swiss Caution, Gehörlosenbund, Olympus, Bernina, ZyXEL oder Docu Media. Eine Kernkompetenz ist im Bereich B2B zu orten. Deshalb bleibe man offen für Projekte verschiedenster Branchen. «Die Mechanismen des Marketings sind ja im Grunde für alle Kommunikationsaufgaben ähnlich», weiss Javier Gonzalez.
Der eigentliche Gründer von BBG erlebte seinen beruflichen Start am Schalter von Traveller Reisen. Von dort ging der Trip bei Jelmoli und TUI weiter. Weil Gonzalez aber sah, dass das Verkaufen von Reisen ihn selber nur wenig weiterbringt, wechselte er in die Unternehmensberatung zu Roland Bischofberger. Er bildete sich weiter in Testpsychologie und machte auch noch einen Abschluss als Betriebswirt. Mit diesen Diplomen und seiner touristischen Erfahrung im Gepäck eröffnete sich die Chance, bei Travac Fernreisen eine neue Abteilung für das Marketing aufzubauen. Gonzalez durfte Promotions-Aktionen mit Geldern verschiedener Destinationen wie zum Beispiel USA organisieren. Dazu hat er auch neue Ideen für das Handelsmarketing rund um Hotels, Fluggesellschaften und anderen Leistungsträgern lanciert. «Wir haben die ganze Werbung inhouse gestaltet», erklärt Gonzalez den fliessenden Einstieg in seinen heutigen Job. Vorher wurde er aber noch in die Geschäftsleitung von Imholz berufen. Nach der Übernahme durch TUI wurde er dort Marketing-Chef. In dieser Zeit hat er mit verschiedenen Werbeagenturen zusammengearbeitet. Weil er deren Aufgaben bald spannender als seine eigenen empfunden hat, fragte er sich schliesslich: Wieso müssen wir die Aufträge extern vergeben? Gonzalez kreierte ein Konzept für eine Inhouse-Werbeagentur mit 15 Leuten. Als TUI bei der weiteren Expansion mit Kuoni noch einmal anders organisiert wurde, hat sich die Idee zerschlagen. Gonzalez wollte aber sein Traumziel nicht aufgeben und wagte 1999 den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Werbeagentur hiess zu Beginn noch Emch, Gonzalez & Partner. Bereits im ersten Jahr ist Urs Benz als Art Director dazugekommen.
Urs Benz hat mit einer technischen Kehre in einer kleinen Druckerei begonnen. Als Reprograph entdeckte er bald sein Flair für grafische Arbeiten. «Das wurde von meinem damaligen Chef sehr stark gefördert», erinnert er sich. So konnte das kreative Talent als Quereinsteiger zum damaligen Schweizerischen Studentenreisedienst (SSR) wechseln. Dort habe er in der Werbeabteilung von sehr erfahrenen Grafikerinnen viel lernen können. «Das war alles noch in einer Zeit vor der Computerisierung», schmunzelt Benz. Als diese Technik aber immer sichtbarer wurde, war Benz einer der ersten, der sein Pult mit dem Desktop vertauschen wollte. Dazu machte er auch noch eine Ausbildung als technischer Farbgestalter. Nach der Übernahme von SSR durch STA Travel konnte Benz einen Grossauftrag für die Destinationswerbung der neuen Marke «an Land ziehen». Weil er den Job nicht alleine durchziehen konnte, ist er damit zu Gonzalez gegangen. So sind die beiden Partner geworden.
Stephan Brunner als dritter im Trio ist nach fünf Jahren dazugekommen. Wie es sich für einen BBG-Partner gehört, startete auch er im Tourismus als Product Manager bei Hotelplan. Später folgten fünf Jahre im Verlagsmarketing bei IVA und Senger Annoncen. Dann machte sich der Betriebswirt bereits in den 90er-Jahren ebenfalls selbstständig als «One-Man-Werbeagentur». Der Umzug in ein neues Büro an die Seestrasse in Thalwil brachte Brunner zuerst physisch dank der gleichen Adresse und bald auch organisatorisch mit Gonzalez und Benz zusammen. Seither reisen die Werber im Trio.
Um auch für die Zukunft weiter gerüstet zu sein, geht BBG Werbung in diesen Tagen in eine Klausur und schnallt sich hierfür einen externen Berater an. «Man kann nicht nur seinen Kunden sagen, es brauche eine externe Beratung – und dann selber alles allein machen wollen.»
Dank der «privilegierten und genialen Lage» direkt am Zürichsee wird trotz Strategie-Prüfung ein Ortswechsel nach Zürich kein Thema sein. Denn die Kreativität kann sich auch in der Region «Zürich Park Side» bestens entfalten. Eine solche Einsicht scheint doppelt logisch bei drei Kreativen, von denen keiner seine Sporen in einer grossen Agentur abverdienen durfte oder musste. Ihren Aufstieg schafften alle von BBG als Quereinsteiger.
Andreas Panzeri
> Arbeiten
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Urs Benz, Javier Gonzalez, Stephan Brunner (v.l.).

Gemi: Internet im Oktober im Hoch

Gemäss Goldbach Index (Gemi) wächst der Werbedruck von Internet im Oktober wiederum mit 13 Indexpunkten. Die E-Medien erhöhen den Werbedruck um 7 Indexpunkte.

Im Oktober 2009 weist der Goldbach Index (Gemi) über die E-Medien einen markanten Zuwachs des Werbedrucks um 7 Indexpunkte auf 448 (441) aus. Auch TV steigert sich mit 7 Indexpunkten auf 453 (446). Radio rundet die Oktober-Bilanz beim Werbedruck der Offline-Medien mit einem erheblichen Zuwachs von 4 Indexpunkten auf 257 (253) ab. Während Teletext die 145 Indexpunkte halten kann, verlieren die digitalen Werbeflächen weitere 3 Indexpunkte auf 184 (187). Internet weiss dagegen wiederum mit einem Zuwachs von 13 Indexpunkten auf 543 (530) zu glänzen. Alle durch Media Focus publizierten Medien verlieren einen Indexpunkt auf 183. Bei der Beurteilung des Index ist zu beachten, dass in der Kurzzeitbetrachtung jeweils die 12 vergangenen Monate saisonal geglättet werden.

Klassik und Moderne intelligent kombiniert

Mit der intelligenten Verknüpfung von klassischen und neuen Medien können Unternehmen ihre Zielgruppen multimedial ansprechen.

Die Online-Technologie eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, verschiedene Zielgruppen individuell anzusprechen. Mit der richtigen Orchestrierung klassischer und digitaler Medien gelingt es, auch im Corporate Publishing eigentliche Medienmarken zu etablieren. Deren Ziel ist es, Kunden mittels Online-, Mobile- und Printmedien glaubwürdig zu erreichen und umfassend zu binden. Ein gelungenes multimediales Corporate-Publishing-Konzept ist energie&wasser, das Kundenmagazin der Industriellen Werke Basel (IWB).
Am Anfang stand das klassische Magazin
Energie&wasser ist seit rund zwanzig Jahren nach Zeitungen, Radio und Fernsehen die wichtigste Informationsquelle für Energiefragen im Kanton Basel-Stadt. Die Leserinnen und Leser erwarten in erster Linie Hintergrundinformationen, praktische Tipps und Ratschläge zum Thema Energie. Aus der Sicht der IWB sind zusätzlich auch Kundenbindung, Vertrauensaufbau sowie Imagepflege wichtige Funktionen des Magazins. Um diese Erwartungen zu erfüllen, werden die Inhalte für die breite Öffentlichkeit gut verständlich und nachvollziehbar vermittelt.
Eine Befragung der Leserinnen und Leser im Jahre 2006 bestätigte, dass die Akzeptanz des Magazins sehr hoch ist. Das Nutzungspotenzial ist aber noch ausbaubar, insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe. Nach einem Relaunch mit neuen inhaltlichen und gestalterischen Impulsen wirkt das Magazin frischer, emotionaler und jugendlicher. Zusätzliche Rubriken, die sich mit der Energieerzeugung der Zukunft beschäftigen, sowie Infos über Trend-Spots in Basel sollen gezielt das jüngere Publikum ansprechen. Bei der Neukonzipierung wurde auch die koordinierte Kommunikation berücksichtigt, die die Inhalte des Magazins energie&wasser mit anderen Kommunikationskanälen, wie etwa der Website der IWB, aufeinander abstimmt.
Das Leserportal www.energie-und-wasser.ch
Auf der Website www.iwb.ch präsentieren die IWB ihre Produkte und Dienstleistungen. Mit der gut nachvollziehbaren Navigationsstruktur kommt man schnell und gezielt zu den gewünschten Informationen, bzw. es lässt sich leicht durch die IWB-Welt surfen. Bislang wurden aber das Magazin und der Internetauftritt nur rudimentär in Verbindung gebracht. Für den Magazinleser war daher nicht immer nachvollziehbar, wo er zum Artikel im Heft die entsprechenden Produkt- oder Fachinformationen sowie Kontaktadressen auf der IWB-Website findet. Um die Synergien zwischen den Kundeninformationen im Magazin und dem Produktemarketing auf der Website besser nutzen zu können, hat Medianovis das Leserportal www.energie-und-wasser.ch entwickelt, welches 2007 im bestehenden Webauftritt der IWB integriert wurde.
Im Leserportal findet man eine Kurzfassung des jeweiligen Magazinartikels sowie weiterführende Informationen, hauptsächlich in Form von Links, die zu den einzelnen Webseiten der Produkte und den Dienstleistungen führen. Checklisten oder Merkblätter stehen thematisch geordnet übersichtlich als Download zur Verfügung. Ebenso kann der Artikel als PDF heruntergeladen und elektronisch weitergeleitet werden. Da die Magazininhalte mittel- bis langfristigen Charakter haben, stehen auch die älteren Ausgaben von energie&wasser zum Download zur Verfügung. Der Kunde oder interessierte Leser wird dazu eingeladen, sich länger in der IWB-Welt aufzuhalten. Das Bedürfnis nach einem solchen Medium war gross: Seit seiner Aufschaltung im Winter 2007 belegt das Leserportal den 3. Platz der meist besuchten Webseiten der IWB hinter der Homepage und den Jobangeboten.
Crossmediale Synergien noch stärker nutzen
Das jüngste Instrument im Medienorchester energie&wasser ist ein elektronischer Newsletter, der erstmals im September 2009 erschienen ist. Er kann kostenlos über das Leserportal abonniert werden.
Der Newsletter energie&wasser online wird als elektronische Version des gedruckten Magazins alle drei Monate verschickt. Er liefert den Abonnenten einen raschen Überblick über die aktuelle Ausgabe und führt sie mit dem entsprechendem Link auf das Leserportal. «Ziel ist es, den Crossmedia-Effekt zu erhöhen und mehr Printinhalte zu den Online-Nutzern zu bringen», so Erik Rummer, PR-Projektleiter bei den IWB. «Wir wollen zuerst testen, wie der Newsletter ankommt. Langfristig möchten wir aber den regelmässigen Dialog mit unseren Kunden über das Internet ausbauen. Der Newsletter ist hierfür eine kostengünstige Möglichkeit, Informationen über unsere Produkte und Dienstleistungen schnell, gezielt und persönlich an unsere Kunden zu streuen.»
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So holt man die Mitarbeiter ab!

Mitarbeiterkommunikation: PostFinance setzt auf Online-Journal von Infel.

Mit einem neuartigen Online-Magazin sind die Mitarbeitenden von PostFinance über ihr Unternehmen immer auf dem Laufenden. Alle zwei Monate erhalten sie das elektronische PF-Journal – via Intranet direkt auf den Bildschirm. Nach der ersten Ausgabe zum Schwerpunktthema «Berufliche Entwicklung» ist jetzt bereits das zweite PF-Journal aufgeschaltet. In spannend strukturierten Beiträgen, Videos und multimedialen Animationen finden die rund 3‘500 Mitarbeitenden interessante und nützliche Informationen für ihren beruflichen Alltag, wie Hintergründe zu Strategie, zu Produkten und Projekten. Spielerische Elemente laden ausserdem zum Mitmachen und gegenseitigen Kennenlernen ein. Die Mitarbeiter können sich mit Wettbewerben, Kommentaren und Fragen direkt beteiligen.
Realisiert wird das PF-Journal von der Infel AG, dem führenden Corporate Publisher in der Schweiz. Es erscheint in drei Sprachversionen: Deutsch, Französisch und Italienisch. «Das PF-Journal ist ein innovatives Tool, geradezu ideal für ein dynamisch wachsendes Unternehmen wie PostFinance», betont Sabine Zeilinger, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit von PostFinance. Blätterbare E-Journals verbinden die Vorteile der Printwelt mit einer attraktiven digitalen Inszenierung. «Für die Mitarbeiterkommunikation eröffnen sie damit ganz neue Perspektiven – und das ohne aufwändigen Vertrieb», so Infel-Verlagsleiter Elmar zur Bonsen. Produziert und redaktionell mitbetreut wird das elektronische Magazin von New- Business-Direktorin Julia Dieziger und dem Digital-Team der Infel AG, in enger Zusammenarbeit mit der internen Kommunikation von PostFinance.
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