SR DRS: Nachfrage nach Podcasts mehr als verdoppelt

Immer mehr Menschen konsumieren Radiosendungen als Podcasts. Schweizer Radio DRS verzeichnete 2009 insgesamt rund 35 Millionen Downloads von Sendungen im mp3-Format, das sind 130 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt 74 Podcasts bietet SR DRS auf seiner Homepage zum Gratis-Download an. Der mit Abstand erfolgreichste Radio-Podcast war die Nachrichtensendung «Echo der Zeit», die im Schnitt täglich rund 9’600 Mal herunter geladen wurde. Die erfolgreichste Wochensendung war «DRS 3 Digital» mit durchschnittlich rund 14‘500 Downloads, gefolgt von den DRS 3-Sendungen «Input» mit 14‘300 und «Focus» mit 11‘300 Downloads.
Das Kultur- und Wissensprogramm DRS 2 vermochte seine Podcast-Nutzung 2009 zu verdoppeln. Der meistgenutzte Podcast war «Kontext» mit 7’400 Downloads pro Sendung. Den grössten prozentualen Zuwachs mit über 300 Prozent verzeichnete «100 Sekunden Wissen». Beim «Musikmagazin» lag die Steigerung bei über 230 Prozent, beim DRS 2-Filmpodcast bei 198 Prozent. Bei DRS 1 gehören «Doppelpunkt», «Persönlich» und «Espresso» zu den am meisten heruntergeladenen Sendungen.

Auch Musiksendungen im Angebot
Seit rund einem Jahr bietet SR DRS auch Musiksendungen als Podcasts an – momentan sind es deren 19. Möglich geworden ist dies aufgrund einer Urheberrechts-Vereinbarung mit der IFPI (International Federation Of Producers Of Phonograms and Videograms), wie es in einer Mitteilung von SR DRS heisst.

Kunst aus dem Automaten

Inhalt & Form hat für die Keller-Ziegeleien eine kunstvolle Kampagne für einen praktischen Roboter gestaltet.

An der Architektur-Biennale in Venedig 2008 hatte das Projekt seinen ersten grossen Auftritt. Gramazio & Kohler, Architektur und Digitale Fabrikation, sowie ETH Zürich und Keller-Ziegeleien entwickelten gemeinsam einen Roboter, der mit Klinker- und Sichtsteinen mobil frei wählbare Motive mauern kann. Wie kommunizieren wir eine solche neue Möglichkeit? Das wurde in der Folge zur kniffligen Frage für die Werbeagentur Inhalt & Form. Gelöst wurde die Aufgabe mit zwei Künstlern. Diese wurden beauftragt, ein Kunstwerk zu bauen, mit welchem sich in der Fachwelt internationales Aufsehen generieren lässt. Seither steht der Agentur diverses Bildmaterial zur Verfügung. Auch ein Film wurde realisiert, «weil sich die Arbeitsweise des Industrieroboters R-O-B und die Dimension seiner Arbeit nur schwer in Worte fassen liess», wie die Werber meinen. Zu sehen war dieser Film an der letzten Swissbau sowie weiterhin im Internet. Die Musik dazu hat Richard Dorfmeister von Kruder, Dorfmeister geschaffen. Ergänzt wird die Kommunikation im Herbst 2010 durch einen Bildband mit viel Kunst und Fotos. pan
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Werbedruck gesunken

Media Focus Der Werbedruck ist 2009 um 4,3 Prozent zurückgegangen. Gegenüber 2008 resultierte in den Printmedien ein Minus von 10,1 Prozent bezüglich des Bruttowerbedrucks.

Dies entspricht einem Minus von über 230 Millionen Franken. Ein Plus im Vorjahresvergleich erreichten die Mediengruppe «TV, Radio» und allen voran die «Online-Werbung». Besonders stark unter den Vorjahreswerten war der Werbedruck in den Monaten April (-13,3 Prozent) und Mai (-17 Prozent). Dass der Werbedruck fürs Gesamtjahr «nur» 4,3 Prozent tiefer lag als 2008, ist unter anderem dem leichten Plus von 2,2 Prozent im Monat Dezember zu verdanken. Auch in den Monaten März (+1,6 Prozent) und August (+1,4 Prozent) wurde ein kleiner Zuwachs verbucht. Ansonsten war der Werbedruck in allen Monaten rückläufig. 2009 besonders zulegen konnte der Schlüsselmarkt «Energie» (+16,3 Prozent; +4,2 Millionen Franken). «Tabakwaren» verzeichnete das prozentual deutlichste Minus (-41,4 Prozent; -6,1 Millionen Franken).
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Serbischer Drogenboss besticht Medien und Parteien

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Drogenboss Darko Saric soll in Serbien Teile der Medien und einige Parteien bestochen haben. Das sagte der Staatssekretär im serbischen Justizministerium, Slobodan Homen, der Belgrader Zeitung Press vom Freitag.

Nach übereinstimmenden Berichten heimischer Medien hatte Saric, der als serbischer Staatsbürger im benachbarten Montenegro untergetaucht sein soll, mit Drogen viele Hundert Millionen Euro verdient. Dieses Geld habe er in zahlreichen Balkanländern in den Kauf von Firmen und riesiger Ackerflächen gesteckt. Jetzt müsse der Staatsanwalt für die Organisierte Kriminalität an Darko Saric ein Exempel statuieren, verlangte der Staatssekretär. «Es muss die Verbindung der Drogenkriminalität mit dem Grosskapital, den politischen Strukturen, den Parteien und einzelnen Medien in Serbien und in der Region unterbrochen werden.»
«Totaler Krieg gegen die Organisierte Kriminalität»
Die Belgrader Zeitung Blic veröffentlichte am Freitag auf ihrer Titelseite einen Bericht, wonach es zwischen dem Kabinettschef des serbischen Innenministers und dem Drogenboss Saric eine Verbindung gebe. Der serbische Staatspräsident Boris Tadic hatte in dieser Woche der Organisierten Kriminalität im Land erneut den «totalen Krieg» erklärt.

Neues Anzeigenkombi im Aargau

Die fünf Aargauer Wochenzeitungen General-Anzeiger, Der Landanzeiger, Rundschau Nord, Rundschau Süd und Wiggertaler haben sich zu einem Inseratepool zusammengeschlossen.

Das Kombi «AaragauCitys+» decke den Raum südlich und nördlich der A1 ab, heisst es in einer Mitteilung. Das neue Produkt richte sich an alle, die ihre Kommunikationsbotschaft grossräumig, wirkungsvoll und zu einem attraktiven Preis platzieren möchten.
Die Inseratenregie übernehmen die Verlage selbst. «AaragauCitys+»-Inserate können ab sofort beim Zofinger Tagblatt, bei Effingerhof oder bei jeder Publicitas-Filiale aufgegeben werden.

Top der Woche

Top der Woche 1: Kommunikator des Monats, Top der Woche 2: Sendestart für Tele 1.

Top der Woche 1: Kommunikator des Monats
Hanspeter Lebrument, Präsident Schweizer Presse und Verleger der Südostschweiz, ist von der Schweizer Werbung (SW) zum Kommunikator des Monats Januar ernannt worden. Verdient habe Lebrument sich die Auszeichnung aufgrund seiner Rede an der Dreikönigstagung vom 5. Januar. Hanspeter Lebrument habe endlich einmal eine präsidiale Ansprache hingelegt. Und dies, nachdem er die letzten Jahre unverständlicherweise jeweils die Rolle als Unternehmer eingenommen und über Befindlichkeiten in seinem Unternehmen gesprochen habe. Was die Zuhörer natürlich nicht interessiert, ja sogar befremdet und immer wieder Kopfschütteln ausgelöst habe, so der Verband in einem Communiqué. Es sei eben nicht die Aufgabe des Verlegerpräsidenten, auf seine ureigenen Bedürfnisse hinzuweisen, sondern «für seine Klientel», die Presse, zu sprechen. Und dies habe er dieses Jahr klar und deutlich getan. Er habe den Masochismus der Verleger gegeisselt, die an ihrem Jahreskongress einem Bundesrat oder einer Bundesrätin zujubelten, nachdem diese ihnen zuvor an den Kopf geworfen hat, wie unsäglich unprofessionell doch die Schweizer Medien seien.
Top der Woche 2: Sendestart für Tele 1
Seit Montagabend ist das neue Zentralschweizer Regionalfernsehen Tele 1, der zur LZ-Gruppe gehört, auf Sendung. Tele 1 setzt in seinem Programm die Schwerpunkte in den Bereichen Information und Kultur sowie in regionalen Reportagen. Chefredaktor des neuen Senders ist Oliver Kuhn. Einmal in der Woche wird er die Sendung «Kontrovers» moderieren und mit Gästen über Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren. Insgesamt arbeiten 53 Mitarbeiter für Tele 1, 40 davon sind beim Zentralschweizer Fernsehen fest angestellt. Um den Leistungsauftrag des Bakom zu erfüllen, lege Tele 1 viel Gewicht auf die Ausbildung der Mitarbeiter, schreibt der Sender in einer Mitteilung. So werden diese von Fachleuten begleitet. Partnerin in Sachen Ausbildung und Nachwuchs ist das MAZ. 5 Millionen Franken wurden in die Technik und weitere 4 Millionen Franken in den Bau des Zentralschweizer Fernsehsenders investiert. Das Jahresbudget des Senders beläuft sich auf gut 8 Millionen Franken. Davon sind 2,3 Millionen Franken Konzessionsgelder, der Rest muss über Werbegelder erarbeitet werden, wie Geschäftsführer Bruno Hollenweger betont.

Hopp Schwiiz!!!

Republica an der Olympiade.

Am 12. Februar geht es los mit der Winter-Olympiade in Vancouver. Für Republica in Bern hat es bereits im Spätsommer 2009 einen ersten Sieg gegeben. Im Pitch hat die Agentur das Budget von Swiss Olympic gewonnen. Seither hat sich das Team in Hochform gebracht. «Jetzt drehen wir auf!» steht auch hinter der Idee für die Kampagne. Die¬se soll grosse Vorfreude auf möglichst viele Medaillen wecken. Die Kommunikation wird crossmedial geführt. Im Zentrum steht die Informations- und Wettbewerbsplattform www.olympory.ch. Diese wird von Bannern, Inseraten, Postkarten und einem neuen Spiel begleitet. Dieses Legekartenspiel funktioniert nach dem System von Memory und wurde aktuell als «Olympory» adaptiert. Gespielt werden kann sowohl online wie mit physischen Legekarten. Bei einem Wettbewerb gilt: Wer die passenden Bildpaare der Athletinnen und Athleten per Mausklick aufdecken kann, nimmt an der Verlosung von Preisen im Gesamtwert von 90 000 Franken teil. Bereits haben weit über 100 000 Supporter mitspielen wollen, und auch auf Facebook wächst die Fangemeinde. Eingebunden sind auch die Swiss Olympic Leading Partners.
Andreas Panzeri
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«The Good Corporate Citizen» – demnächst in dieser Gemeinde

Die Rolle des Unternehmens in der Gemeinschaft wird immer wichtiger – Sponsoring hilft bei der nachhaltigen Positionierung.

Von den Nachbeben der globalen Krise blieb im vergangenen Jahr kein Wirtschaftszweig verschont, auch die Sponsoring-Branche wurde gebeutelt: «Der Sponsoring-Report der IEG-International Event Group, der seit 25 Jahren immer zum Jahresbeginn einen Überblick zur Branche veröffentlicht, musste zum ersten Mal über einen Rückgang der Sponsoring-Ausgaben in den USA und in Kanada berichten (-$100 Millionen auf $16,51 Mia.). Dies ist für eine Branche, die in den letzten Jahren immer zweistellige Zuwachsraten verzeichnen konnte, bemerkenswert», erklärt Sponsoring-Spezialistin Elisa Bortoluzzi (siehe «Klare Botschaften sind wichtiger denn je»). Für das laufende Jahr wird aber gemäss IEG weltweit wieder mit einem Anstieg der Gesamtausgaben auf 46 Milliarden Dollar gerechnet.
Und was geschah in der Schweiz? Kam das Sponsoring-Geschäft ebenfalls unter die Räder? Negativ war die Stimmung auf alle Fälle. In fetten Schlagzeilen wurden die prominenten Rückzüge von namhaften Sponsoren wie der UBS, Carlsberg, Swisscom und der Credit Suisse, die alleine rund 110 Millionen Franken an Beiträgen im 2009 strichen, ausgeschlachtet. Dass die Bank Bär die Förderung des Festivals in Verbier von der UBS übernommen hat oder neuerdings Axpo den SAC unterstützt, war bestenfalls eine News-Notiz unter ferner liefen wert. Darum hält Remo Rusca (siehe «Sponsoring muss Teil der Gesamtplanung sein»), stellvertretender Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Felten & Compagnie, fest: «Im Gegensatz zur klassischen Werbung und wohl auch dem Event-Marketing hat sich der Schweizer Sponsoring-Markt durchaus positiv entwickelt. 2009 konnten im heimischen Sponsoring-Markt mehr neue Vertragsabschlüsse als -kündigungen vermeldet werden.»
Profis haben keine Probleme
Unverändert zeigte sich die Situation für erfolgreiche und professionell geführte Events. Diese hatten und haben weiter keine Probleme Sponsoren zu finden, wie zum Beispiel das Arosa Humor-Festival, das seit elf Jahren Axa Winterthur als Hauptsponsor führt. Für Tom Markwalder (siehe «Die Events müssen unsere Grundwerte wiedergeben»), Leiter Event Marketing & Promotion bei Axa Winterthur, gilt: «Das Arosa Humor-Festival hat sich zur bekanntesten Comedy-Veranstaltung der Schweiz entwickelt und ist auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Im Vordergrund stehen für uns die guten Hospitality-Möglichkeiten, bei denen wir für verschiedene Vertriebskanäle individuelle Programme anbieten können.» Doch das Engagement der Versicherungsgesellschaft endet nicht mit der finanziellen Unterstützung. Markwalder: «Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Veranstalter versuchen wir gemeinsam das Festival stetig weiter zu entwickeln, so zum Beispiel vor einigen Jahren mit einem neuen Zelt oder im 2009 mit der neuen Axa Outdoor Lounge.»
Der Trend im laufenden Jahr weist in Richtung verstärkte Integration von Sponsoring-Aktivitäten in die gesamte Unternehmensstrategie. Vorbei sind die Zeiten, als sich die Chefs zweier Firmen bei einem netten Glas Wein auf Grund ihrer persönlichen Vorlieben einig wurden. Natürlich sind gute persönliche Kontakte nach wie vor das A und O in der Geschäftswelt, aber im Jahr 2010 wird das Community Marketing und die Rolle der Unternehmen als «Good Corporate Citizen» im Vordergrund stehen. Nur wenn das Sponsoring eines Events auch auf einer strategischen Ebene Sinn macht und insbesondere für Firmen intern nachvollziehbar ist, dann wird es auch in Zukunft Bestand haben.
Marc Bodmer

Die Kette der Erlebnisse professionalisieren

René Allemann entwickelt mit seiner Agentur Branders die Basis für weiterführende Kommunikationsaufgaben und sucht für die Marken das richtige Profil.

Marken und Marktanteile verlangen für ihre richtige Pflege immer mehr Spezialisten. Diese machen weder PR noch Werbung. «Branding von A bis Z» ist die Kernkompetenz solcher CI-Agenturen. Eine der jüngeren, aber bereits führenden in der Schweiz nennt sich Branders. Ein starker Name, der im Claim noch mit der perfekten Unterzeile ergänzt wird: «identity works».
Die Branders mit Büros direkt beim Zürcher Bellevue erarbeiten die Grundlagen für alle Disziplinen der später folgenden Markenkommunikation. «Wir positionieren die Marken unserer Kunden im kompetitiven Umfeld», fasst CEO René Allemann zusammen. Was ist einzigartig an einer Marke? Wo sind Differenzierungsfaktoren? Welche dieser Faktoren sind relevant? Welche Marke soll überleben, wenn zwei Unternehmen fusionieren? Wie kann Werbung die Marke schärfen? Auf solche Fragen will Branders im Auftrag seiner Kunden nach Antworten und damit auch Botschaften für die verschiedensten Medien suchen.
Kommunikation und Medien sind schon seit jungen Jahren eine Leidenschaft von René Allemann. Bereits in der Mittelschule hat er die Öffentlichkeit gesucht, so zum Beispiel mit dem Organisieren von Benefiz-Veranstaltungen für die Entwicklungshilfe. Bei einem solchen Sponsorenlauf für Bangladesh unter dem Patronat der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit hat Allemann erste Erfahrungen mit PR gesammelt. Dazu konnte er sein Taschengeld als freischaffender Journalist aufbessern.
Später hat der heutige CEO von Branders in Zürich Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und Kommunikation studiert. Um noch breiter aufgestellt zu sein, hat Allemann das Spektrum mit Psychologie, Soziologie und Kunstgeschichte ergänzt. Weil er sich in jener Zeit beim Schreiben am besten kreativ entfalten konnte, folgte naheliegend ein erster Job in der PR-Branche.
Bei Loepfe & Partner, einem Büro, das später mit Büttikofer fusionierte, fand Allemann den idealen Einstieg in einem kleinen Team. «Ich wurde frisch von der Schule ins kalte Wasser geworfen.» Schon an einem seiner ersten Tage musste er die damalige Sat.1-Chefin für ein Interview mit der «Tagesschau» coachen. Später wurden ihm Unilever und andere grosse Marken anvertraut. «In einer kleinen Agentur sind die Aufgaben nicht so stark gesplittet, und man kann schnell Verantwortung übernehmen», blickt Allemann auf seine ersten fünf Jahre als «ein super Lehrstück» zurück. Er durfte innerhalb der PR-Agentur das Thema Corporate Identity aufbauen. Die ers¬ten CI-Projekte waren für öffentliche Institutionen. «In den 80er-Jahren wollten sich Gemeinden erstmals ein professionelles Erscheinungsbild geben.»
Die spezialisierten Erfahrungen führten Allemann weiter zu Interbrand Zintzmeyer & Lux. Beim damaligen Trendsetter für Corporate Identity wirkte er sechs Jahre lang in verschiedenen Funktionen bis zum Leiter einer Unit. Neben den interessanten Kunden und internationalen Kontakten denkt Allemann heute gerne an seine persönliche Zusammenarbeit mit Jörg Zintzmeyer zurück. «Eine charismatische Persönlichkeit, von der ich sehr viel lernen durfte.»
Im Verlauf seiner vielseitigen Arbeit entwickelte René Allemann immer mehr eigene Ideen, die wiederum sein ganz eigenes Verständnis von Branding weckten. Er wollte das Thema in der Beratung noch persönlicher und dazu auch «ganzheitlicher» angehen. Nach fünf Jahren in einer stetig wachsenden Agentur war er überzeugt, seine Vorstellungen am besten wieder in einer kleinen, aber eigenen Agentur zur Reife und zur Wirkung bringen zu müssen. So hat er die Branders Group gegründet. Ein Büro im Zürcher Seefeld. Mit fünf Arbeitsplätzen, aber noch ohne Mitarbeiter und vor allem auch ohne Kunden. Die Alternative, als Einzelberater seinen neuen Weg zu suchen, hat den Jungunternehmer aber nie interessiert. «Für gutes Markendesign und eine umfassende strategische Beratung braucht es ein interdisziplinäres Team. Aus einer Diskussion heraus können viel bessere Lösungen wachsen.»
Der Mut zum grosszügigen Denken hat sich gelohnt. Nach zwei Wochen war der erste Kunde im Bausektor akquiriert. Kurz darauf hat sich Novartis gemeldet. Der Pharmakonzern ist auch heute noch eine wichtige Stütze im Portfolio der Branders. Dazu kamen bald weitere namhafte Kunden wie die Schweizerische Post, die Bernischen Kraftwerke, die Basellandschaftliche Kantonalbank, Energie Wasser Bern, NZZ, Frutiger, PostAuto und PostFinance oder die dänisch-deutsche Nycomed.
Bald mussten die Branders vom Seefeld in grössere Büros an die Rämistrasse umziehen. Hier wirken heute 15 Mitarbeitende, von denen auffällig viele weiblich sind. «Frauen hatten einfach sehr oft die besseren Qualifikationen», meint der CEO. Mit 50 Prozent Anteil beschäftigt Branders auch auffallend mehr Berater als klassische Werbe- und CI-Agenturen. Einige davon haben bereits Erfahrungen in internationalen Agenturen zum Beispiel in New York gesammelt. Andere kommen wie Allemann aus dem Bereich der Unternehmenskommunikation oder aber aus der Psychologie oder der Kunstwissenschaft.
Die Büros der Agentur ziehen sich über drei Stockwerke im Gebäudekomplex der legendären «Kronenhalle». Zur hausinternen «Kantine» ist das Stammlokal vieler Werber trotzdem nicht geworden. Für allzu üppige Mittagspausen fehlte den Branders bisher die Zeit, denn die international tätigen Kunden müssen auch zeitverschoben bedient werden können. Für Novartis mit Niederlassungen in 140 Ländern betreuen die Branders beispielsweise eine Hotline, wo rund um die Uhr Anfragen zum Markenauftritt sowie zur Gestaltung und Strategie der Marke beantwortet werden. «Als Leadagentur kümmern wir uns gemeinsam mit unseren Kunden um alle Fragen rund ums Branding.» So entwickelt Branders für die meisten seiner Kunden nicht nur strategische Markenkonzepte, sondern auch neue Markenauftritte, Guidelines und Templates für Printmedien, Illustrationen, Bildwelten und anderes.
Branders ist aber nicht nur für grosse Marken tätig. Viele Kunden zählen zur Kategorie der KMU. Aber auch hier kann es internationale Dimensionen annehmen. Eine kleine Uhrenmarke aus Grenchen hat in China Kultstatus erreicht, vielleicht auch deshalb, weil die Branders aus Zürich das umfassende visuelle Erscheinungsbild mit Logo, POS und – ausnahmsweise – auch einer ganzen Kampagne neu gestaltet haben.
Für die Neue Zürcher Zeitung hat Branders während des Redesigns der Zeitung zusammen mit einer Partner-Agentur und der Geschäftsleitung die Positionierung der Dachmarke analysiert. Für was soll die Marke NZZ in Zukunft stehen? Welche Produkte aus dem breiten Portfolio des Verlags sollen zur ¬Marke NZZ gelinkt werden? Bei diesem Auftrag hat Bran¬ders den Claim «Freude an Qualität» entwickelt und dazu die Strategie und die Idee für eine neue -Marke «NZZ Mediengruppe» geschaffen.
Branding muss nach innen und nach aussen wirken. Employer Branding steht für die Wirkung der Marke auf potenzielle Arbeitnehmer. Hier hat Branders beispielsweise für die Schweizerische Post ein umfassendes Konzept realisiert. Dieses soll die zweitgrösste Arbeitgeberin der Schweiz von ihrem etwas «verstaubten Image als Monopolist» wegführen und neu im Arbeitsmarkt positionieren. Gleichzeitig umfasst das Mandat die Kommunikation gegen innen. Wie werden die Markeninhalte intern erlebbar gemacht? Für dieses Thema sieht René Allemann bei vielen Brands noch sehr viel Potenzial. «Man hat realisiert, dass bei vielen Unternehmen noch viel zu wenig verstanden wird, wofür eine Firma und damit die Marke eigentlich steht.»
Und wofür will Branders in Zukunft stehen? René Allemann plant vor allem das qualitative und weniger ein quantitatives Wachstum. «Wir wollen eine Boutique bleiben.» Dazu sollen aber neue Gebiete wie Social Media und Kommunikation mit Bewegtbild ausgebaut werden. «Branders will die gesamte Erlebniskette professionalisieren.» Dazu erklärt es sich mit den bisherigen Erfolgen wie von selbst, dass Branders in Zukunft auch international etwas mehr unterwegs sein will.
Andreas Panzeri

Zur Sache: Wir gratulieren

Schon zum 33. Mal verleiht die Werbewoche die Auszeichnung «Werber des Jahres». Gewählt haben die Abonnentinnen und Abonnenten der Werbewoche. Nominiert waren fünf Persönlichkeiten aus der Schweizer Werbeszene, ausgewählt von einem prominenten Wahlgremium, bestehend aus den ehemaligen Werbern und Werberinnen des Jahres.

Dieses Jahr schafften es endlich sogar zwei Frauen unter die Nominierten. Nach der männerlastigen Auswahl des letzten Jahres eine angenehme Überraschung.
Die Werberin des Jahres 2010 heisst Regula Fecker von der Rod Kommunikation. Regula Fecker konnte im Zürcher Lake-Side die vom Schweizer Künstler Max Grüter gestaltete Trophäe namens Egon entgegennehmen. Es war ein klarer Sieg: Knapp 26 Prozent aller Stimmen entfielen auf Regula Fecker, der Partnerin und Mitgründerin von Rod Kommunikation. 2007 gründete sie mit dem Art Director Oliver Fennel und dem PR-Berater David Schärer die Agentur Rod Kommunikation. 2008 wurde Rod Kommunikation vom Jahrbuch der Werbung als Newcomer-Agentur des Jahres gewählt, heute stellt Rod die Werberin des Jahres. So schnell geht das.
Mit knapp 21 Prozent der Stimmen landete Alexander Jaggy auf Platz zwei. Der Executive Creative Director von Jung von Matt/Limmat und frischgebackene MBA ist nicht zum ersten Mal nominiert. Seit 2004 leitet er die kreative Arbeit der Zürcher Agentur. Er ist Präsidiumsmitglied im ADC Schweiz.
Den dritten Rang mit knapp 20 Prozent der Stimmen belegte Markus Gut, der Chief Creative Officer der Young-&-Rubicam-Gruppe. Auch er ist nicht zum ersten Mal nominiert. Im letzten Jahr belegte die Y&R-Gruppe, wie schon 2008, den Platz 1 im Kreativ-Ranking der Werbewoche. Gut produziert auf seinem Gut eigenen Wein und einen preisgekrönten Grappa. Auch er ist Präsidiumsmitglied des ADC Schweiz.
Zum elften Mal verleiht eine breite Jury die Auszeichnung «Kampagne des Jahres». Zur Auswahl standen zwölf wichtige Arbeiten von zwölf Agenturen. Neben der Leserschaft der Werbewoche konnten sich dieses Jahr auch die Zuschauer von StarTV an der Wahl beteiligen. Das Verdikt der Jury war eindeutig: Claudio Zuccolini als Küchenfee Margrit war der Publikumsliebling: Mit 42 Prozent aller Stimmen wählte die Jury die Kampagne von Maggi zum Sieger. Konzipiert und realisiert hat sie die Werbeagentur Publicis. Auf Platz zwei mit 21 Prozent der Stimmen liegt die Kampagne für den Obstverband der Werbeagentur Unikat. Mit 9 Prozent schafften es die Zoo-Plakate der Y&R-Gruppe auf den dritten Platz. Welche Favoriten die Fachjury innerhalb der Gesamtjury hatten, lesen Sie im Heft auf Seite 5.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Berner Amtsanzeiger werden unterhaltender

In den Amtsanzeigern im Kanton Bern sollen künftig unterhaltende Beiträge wie Kochrezepte oder Kreuzworträtsel erlaubt sein. Damit hat die vorberatende Grossratskommission einen unglücklich formulierten Gesetzesartikel entschärft.

Das Gemeindegesetz, in dem unter anderem das Anzeigerwesen geregelt wird, war bereits in der Januarsession Thema im Berner Kantonsparlament. Dieses tat sich schwer mit der Frage, ob die Amtsanzeiger künftig redaktionelle Beiträge publizieren dürfen. Schliesslich blieb es beim Verbot. Allerdings müsse die entsprechende Gesetzespassage neu formuliert werden, verlangte das Parlament. Die Formulierung schiesse nämlich weit über das Ziel hinaus, so dass selbst Kreuzworträtsel oder ähnliche unterhaltende Beiträge künftig nicht mehr erlaubt wären.
Dieser Neuformulierung hat sich nun die Kommission angenommen, wie aus einer Mitteilung des Kantonsparlaments vom Freitag hervorgeht. Für die zweite Lesung des Gesetzes im März schlägt sie nun vor, dass redaktionell aufbereitete, meinungsbildende Texte und Kommentare im nichtamtlichen Teil der Anzeiger unzulässig sind. Verboten seien auch übrige Textbeiträge und Inserate, die die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdeten sowie diskriminierend oder unsittlich sind. Ausdrücklich zulässig sind im nichtamtlichen Teil unterhaltende Beiträge, wie Kreuzworträtsel, Cartoons, Veranstaltungshinweise, Freizeittipps oder Publireportagen.

Apple schränkt ortsbezogene Werbung auf dem iPhone ein

Apple schränkt die Möglichkeit für Entwickler ein, ihre kostenlosen iPhone-Anwendungen durch Anzeigen zu finanzieren.

Wer den aktuellen Standort des iPhone-Benutzers verwendet, darf dies in Zukunft nur noch für «nützliche» (beneficial) Zwecke tun, wie Heise online am Freitag meldete. Anwendungen, die ortsbezogene Informationen vorrangig für das Ausliefern von Anzeigen benutzen, werden nicht mehr zum Appstore zugelassen.
Apple hatte vor kurzem für 275 Millionen US-Dollar die Firma Quattro übernommen, die auf das mobile Anzeigengeschäft spezialisiert ist. Einige iPhone-Kenner vermuteten deshalb, dass das jetzige Verbot der erste Schritt in Richtung auf einen von Apple selbst betriebenen mobilen Werbedienst ist.
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