Lauterkeitskommission: Vermehrt «aggressive Verkaufsmethoden»

Im vergangenen Jahr gab es 339 Anfragen bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission und es wurden 326 Beschwerdeverfahren durchgeführt. Der Tatbestand der «aggressiven Verkaufsmethoden« hat erheblich zugenommen, Beanstandungen wegen sexistischer Werbung gingen dagegen zurück.

Blickt man in die Jahresstatistik 2009 der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK), sticht die rekordhohe Anzahl Beschwerdeverfahren ins Auge: 326 Verfahren (gegenüber 311 im 2008) hatte die SLK 2009 zu bewältigen, wie die Schweizerische Lauterkeitskommission am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt. Mehr Fälle habe es nie in der Geschichte der Lauterkeitskommission noch nie gegeben.
Die auffälligsten Veränderungen betreffen dabei die Tatbestände «aggressive Verkaufsmethoden» sowie «sexistische Werbung». Im Jahr 2008 machten erstere noch 19 Prozent der Fälle aus. 2009 waren es 34 Prozent der Beanstandungen, die im Zusammenhang mit «aggressiven Verkaufsmethoden» gemacht wurden. Eine rückgängige Entwicklung zeigt sich bei der sexistischen Werbung, diese ging von 13, 5 Prozent im 2008 um fast die Hälfte zurück, und lag 2009 bei noch 7 Prozent.
Bei den weiteren Tatbeständen gibt es deren vier, bei denen laut Mitteilung auffällige Veränderungen zu rapportieren sind: So ist beim Tatbestand «unrichtige Angaben» eine Zunahme von 8,6 Prozent (2008) auf 11,1 Prozent im vergangen Jahr auszumachen. Im Bereich «Gewinnspiele» sind weniger Beanstandungen eingegangen. Hier ging der Prozentanteil an allen Fällen von 10,9 Prozent im 2008 auf 7,7 Prozent (2009) zurück. Erfreulich ist die Entwicklung beim «Kinder-/Jugendschutz», wo ein Rückgang um 2,7 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent im Jahr 2009 zu verzeichnen ist. Schliesslich haben die Beanstandungen beim Tatbestand «Verwechslungsgefahr» zugenommen und sind von 0,3 (2008) auf 1,2 Prozent im 2009 angestiegen. Bei den weiteren Tatbeständen sind lediglich unbedeutende Veränderungen auszumachen, sie bewegen sich im Bereich zwischen 0,1 und einem Prozentpunkt.
Fälle via Telefon stark angestiegen
Was die Kanäle angeht, über welche die beanstandete Werbung gestreut wurde, sind mit zwei Ausnahmen alle prozentual zurückgegangen. Eine erhebliche Zunahme von 23,1 Prozentpunkten ist dagegen bei «Telefon/Fax» zu verzeichnen. Während im 2008 16,4 Prozent der beanstandeten kommerziellen Kommunikation per Anruf erfolgte; waren es 2009 39,5 Prozent der Fälle. Dies ist durchaus kongruent mit der Entwicklung der Tatbestände selber. Wie erwähnt, sind dies die «aggressiven Verkaufsmethoden», welche in den allermeisten Fällen via Telefon erfolgen. Ebenfalls zugenommen haben Beschwerden gegen Flyer, welche unter «Verteilt, aufgelegt» fallen. Diese sind von zwei Prozent 2008 auf 8,1 Prozent im Jahr 2009 angestiegen. Das «sauberste» Medium war 2009 das Kino. Bezüglich Werbung, die in Lichtspielhäusern gezeigt wurde, gingen keine Beanstandungen ein.

Gourmetzeitschrift Marmite in neuem Kleid

Die vor gut 50 Jahren ins Leben gerufene Schweizer Gourmetzeitschrift Marmite wurde neu lanciert.

Neu sind die Gliederung der Zeitschrift und der Fokus auf einen Schwerpunkt. Im Mittelpunkt steht laut Mitteilung eine monothematische Titelgeschichte, die mit einer anspruchsvollen Rezeptestrecke ergänzt wird. Die Rezepte stammen aus der Feder der Jeunes Restaurateurs d’Europe en Suisse. Ebenfalls neu werden wieder Themen aus der Weinwelt aufgegriffen. Degustationen, Reportagen, Interviews und ein Weinwettbewerb sorgen für den genussvollen Ausgleich. In der Rubrik «entdeckt» berichtet der bekannte Foodhunter Richard Kägi, Angebotsplaner bei Globus, über neue Produkte und Lebensmittel.
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E,T&H: Kampagne für Radisson Blu Hotel realisiert

Die E,T&H Werbeagentur hat für das Restaurant des St. Galler Viereinhalb-Sterne-Hauses Radisson Blu eine Kampagne entwickelt.

Star der Sujets ist einer der Spitzenköche der Region, Olivé-Küchenchef Jan Brosinski. Nach einer ersten Kommunikationswelle zur offiziellen Eröffnung des Restaurants und der Bar sind derzeit weitere Massnahmen in Planung.
Verantwortlich beim Radisson Blu Hotel, St. Gallen: Dany Lützel (Resident Manager), Karin Krawczyk (Sales & Marketing Co-Ordinator). Verantwortlich bei E,T&H Werbeagentur AG BSW: Projektteam «Radisson Blu Hotel». Fotos: Alex Bayer, Vision Studios, Balgach.
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Zu guter Letzt: Wie die grausame Werbeindustrie Lindsays Vergangenheit nicht ruhen lässt

Lindsay Lohan macht seit Jahren mit Drogen- und Alkoholexzessen Schlagzeilen. Kürzlich beichtete sie in einem Zeitungsinterview, sie habe wiederholt übermässig Alkohol sowie Kokain konsumiert. Ein gefundenes Fressen für die Werbeindustrie.

Sie habe aber nun aus ihren Fehlern gelernt und bereue ihre Taten, so die 23-jährige Schauspielerin. Reue hin oder her, die Werbeindustrie zeigt kein Erbarmen und macht sich in einem Werbespot über sie lustig. Das Filmchen wirbt laut Welt Online für das Finanzunternehmen E-Trade und zeigt Babies beim Chatten: Ein kleines Mädchen fragt einen Jungen, ob «milkaholic Lindsay» bei ihm zu Besuch gewesen sei. «Lindsay?», fragt der Junge. «Milk-a-what?», so ein anderes Baby. Lohan ist ob diesem Dialog empört, sie hat eine Anwältin eingeschaltet. Diese meint, dass das Wortspiel mit dem Alkoholbezug klar auf ihre Mandantin abziele. Der Vorname Lindsay sei so bekannt wie beispielsweise Madonna, das Unternehmen hätte ja auch einen Namen wie Susan nehmen können. Ja klar, hätte es. Nur, wo wäre dann der Witz geblieben? Obwohl ein Sprecher der Werbeagentur beteuerte, sie hätten einfach nur einen beliebigen beliebten Namen gewählt. Na ja… Wie dem auch sei, dem Schauspiel-Sternchen ists ernst, sie hat E-Trade auf eine stolze Entschädigung von 100 Millionen Dollar verklagt.
Passend dazu der Kommentar eines Lesers von Welt Online, Paris Hilton verklage dann wahrscheinlich demnächst den französischen Staat, weil dieser seine schäbige Hauptstadt mit ihrem schönen Namen schmückt…

Twitter: Nur 21 Prozent aktive User

Der Kurznachrichtendienst Twitter wird zwar häufig in eine Reihe mit den schnell wachsenden Social Networks gestellt und in einem Atemzug mit Facebook oder Myspace genannt. Den Sicherheitsspezialisten der Barracuda Networks zufolge entwickelt sich das Portal aber vielmehr zu einem globalen Newsfeed.

Nur 21 Prozent der Nutzer seien «wahre Twitter-User» und machen von ihrem Account regelmäßig Gebrauch. Der überwiegende Großteil sei hingegen nur Teil der Plattform, um die Kurznachrichten anderer User zu lesen, statt selbst welche zu schreiben.
«Twitter ist ein Beschleuniger der Kommunikation», meint Branchenkenner Klaus Eck, Inhaber von Eck Kommunikation, im Gespräch mit Pressetext. Ein Social Network setzt dem Fachmann zufolge voraus, dass User auch längere Dialoge führen können, was in anderen Netzwerken wie Facebook oder Google Buzz besser funktioniere. Zwar eigne sich Twitter als Transportmittel von Nachrichten. Nutzer müssten jedoch zusätzlich mit Links versorgt und zu externen Quellen geführt werden. Zudem könnten User ohnehin nur Ausschnitte der Nachrichtenflut verfolgen.
Bei Twitter sind mittlerweile rund 75 Millionen Benutzerkonten registriert. Die Mehrheit ihrer Inhaber zeigt sich jedoch kaum engagiert. 34 Prozent der User haben Barracuda zufolge noch nie «gezwitschert», seit sie ihren Account haben. Zwar ist die Zahl seit Mitte 2009 um drei Prozent gesunken, was auf eine höhere Nutzer-Aktivität hinweise. Dennoch überwiegt der Anteil der Nachrichtenkonsumenten gegenüber den -produzenten weiterhin deutlich. 61 Prozent der User haben weniger als fünf Follower. Schwer überwindbar scheint zudem die Hürde von zehn Followern zu sein. 74 Prozent der Accounts liegen nach Barracuda-Angaben darunter.
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Blick-Gruppe: Integrierter Newsroom gestartet

Nach gut zweijähriger Planungs- und zehnmonatiger Bauphase hat der Integrierte Newsroom der Blick-Gruppe planmässig in der zweiten Märzwoche den Betrieb aufgenommen. Die Redaktionen von Blick, Sonntagsblick, Blick am Abend und Blick.ch bilden zusammen mit dem Web-TV-Center die grösste Redaktion der Schweiz.

Als Reaktion auf das veränderte Mediennutzungsverhalten und Vorbereitung auf zukünftige Entwicklungen hat Ringier Schweiz die vier Redaktionen von Blick, Sonntagsblick, Blick am Abend und Blick.ch in einem Integrierten Newsroom
zusammengeführt. Ziel dieser neuen Organisationsform sei es, dem Medienkonsumenten rund um die Uhr Informationen und Unterhaltung auf dem jeweils am besten geeigneten Kanal bieten zu können, schreibt Ringier in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Auf die Erhaltung des individuellen Charakters der einzelnen Titel werde grösster Wert Gelegt, heisst es weiter. Gewährleistet werden soll dies von den vier Chefredaktoren Ralph Grosse-Bley (Blick, ad interim), Hannes Britschgi (Sonntagsblick), Peter Röthlisberger (Blick am Abend) und Rolf Cavalli (Blick.ch). Zusammen mit den Ressortleitern Andrea Bleicher (Nachrichten), Hannes Britschgi (Politik), Daniel Meier (Wirtschaft), Dominik Hug (People), Ilja Kaenzig (Sport) und Roland Grüter (Lifestyle) leiten sie die grösste Redaktion der Schweiz mit rund 200 Mitarbeitenden.
Der Newsroom bietet die publizistischen und technischen Möglichkeiten, die Angebote von Blick, Sonntagsblick, Blick am Abend und Blick.ch optimal aufeinander abzustimmen und weiter zu entwickeln. Insbesondere im Bereich des Internets und der immer beliebteren mobilen Anwendungen, wird das Angebot beispielsweise an Bewegtbildern gezielt ausgebaut. Aus diesem Grund ist eines der modernsten Web TV-Studios der Schweiz integrierender Bestandteil des Newsroomsder Blick-Gruppe.
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Matter & Gretener: Kampagne für Erdgas fortgesetzt

Nach dem erfolgreichen Start im 2008 mit dem Schwerpunkt auf TV und Publireportagen geht der von Matter & Gretener konzipierte Neuauftritt für Erdgas ins dritte Jahr.

Dabei setze die Agentur einmal mehr auf die Kraft guter Argumente, um die zahlreichen Vorteile von Erdgas zu verdeutlichen, heisst es in einer Mitteilung. Zum Einsatz kommen Anzeigen, Plakaten und Banners – neu auch im B2C-Bereich. Es soll klar gemacht werden, wie problemlos sich immer neue gute Gründe für Erdgas umsetzen lassen. Sogar eine zusätzliche Anwendung (Mobilität) sowie ein weiterer Absender (Biogas) liessen sich integrieren. Der thematische Schwerpunkt der Kampagne: die Umweltvorteile von Erd- und Biogas.
Verantwortlich beim Verband der Schweizerischen Gasindustrie: Urs Zeller (Leiter Marketing), Daniel Bissig (Leiter Werbung). Verantwortlich bei Matter & Gretener: Daniel Matter (Creative Direction), Dominik Imseng (Text), Urs Hartmann (Art Direction), Marcus Gretener, Nicole Liebermann (Beratung); Photographie: Stefan Minder; Banner-Programmierung: Hausheer AG.
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Das Kreuz mit dem Paradies

Das Museum für Gestaltung Zürich will den Mythos Schweiz ergründen.

Die Schweiz als Paradies ist eine Projektionsfläche von Sehnsüchten. Schon die ersten Reisenden, die ab dem 18. Jahrhundert unser Land besuchten, sprechen in ihren Aufzeichnungen vom «Entdecken eines Garten Eden». Seither verkörpern das Matterhorn, eine Kuh oder auch die Fahne mit dem weissen Kreuz typische Schweizer Werte wie Natürlichkeit, Tradition oder Qualität. Die Wirkung dieser Sujets wird auch immer wieder in Plakaten für Tourismus, Schokolade oder Käse in den verschiedensten Formen ausgeschöpft. Die Ausstellung «Paradies Schweiz» will nun diesen Mythos quer durch die Epochen noch einmal entdecken. Im ersten Bereich der Ausstellung steht das Bergmotiv im Mittelpunkt. Ein zweiter Teil widmet sich den Trachten als ein möglicher Identifikationsraum für Heimat. Der dritte Abschnitt zeigt einen Blick in die Geschichte der Schweizer Fahne. Die Ausstellung ist geöffnet vom 17. März bis 25. Juli. Pan
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Die Werbewoche auf Star TV zum «Making-of – Red Bull Mobile»

Am Donnerstag, ab 19:00 Uhr entführt Sie Star TV in die einzigartige Welt von Red Bull und zeigt, wie sich Formel 1 – Crack Sebastian Vettel als Werbeträger des aktuellen Red Bull Mobile Spots in Szene setzt.

Dies, die aktuellsten TV-Spots und ein Highlight aus der Cannes-Rolle sehen Sie exklusiv auf Star TV oder jederzeit als Stream auf Startv.ch.
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Die Werbewoche auf Star TV: Neu jeden Donnerstag um 19:00 Uhr auf Star TV und als Stream auf www.startv.ch.

Ammarkt verstärkt sein Team

Nachdem Ammarkt im vergangenen Jahr das 10-jährige Jubiläum feierte, hat sich die Ostschweizer Agentur für Strategie, Marketing und Werbung nun auch personell weiter verstärkt.

Das Jahr 2009 war der Wirtschaftskrise zum Trotz ein gutes Jahr für Ammarkt. Neben dem Agenturjubiläum konnten die St.Galler Werber auf über zehn neue Kunden anstossen. Darunter auch Etats wie Lumimart, Krebsliga, Lungenliga oder Shopping Arena St.Gallen. Im Januar 2010 gelang es zudem, Swica in einer Konkurrenzpräsentation gegen namhafte Kreativ-Agenturen zu gewinnen.
Um das gewachsene Portfolio optimal betreuen zu können, hat die Agentur Verstärkung für Kreation und Beratung geholt. Nicole Bernhardsgrütter agiert neu als Art Director. Zudem unterstützt Jan Walser seit Februar 2010 die 10-köpfige Grafikabteilung. Im März stösst mit Fabian Bucher ein weiterer, Kundenberater zum Team. Und in Petra Moser gelang es, eine agenturerfahrene Junior Beraterin zu verpflichten.
Neu beschäftigt Ammarkt ein Team mit 26 Mitarbeitenden und betreut neben regionalen Kunden auch viele nationale Marken.
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Nicole Bernhardsgrütter und Fabian Bucher
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Jan Walser und Petra Moser

Lauterkeitskommission: Verdruss mit Gewinnspielen

Immer wieder nutzen Firmen die Freude am Gewinnen aus, indem sie in ihrer Werbung Gewinne versprechen. Einige unter ihnen, wie etwa das Unternehmen Möven-Touristik, locken die Empfänger damit aber nur zu einer Werbeveranstaltung.

Die Aussagen auf dem Flyer waren unzweideutig: «Letzter Termin zur Entgegennahme Ihres Gewinnes», steht auf dem Prospekt, der mit «Gewinnspiel 2007/2008» überschrieben ist. Ein Konsument aus Ebertswil im Kanton Zürich wunderte sich über die postalische Sendung, denn er war eben erst hierher gezogen und hatte nie an einem Spiel teilgenommen. Wie konnte man ihm da einen Preis versprechen? Und die zu gewinnenden aber nicht näher definierten Preise waren durchaus verlockend: Es wurden bis zu 10’000 Franken in Aussicht gestellt. Dem Angeschriebenen war die Sache suspekt, da er keinen der erwähnten «glücklichen Gewinner» im Internet finden konnte, und die Firma nicht im Handelsregister registriert ist. Er beschloss, eine Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission SLK einzureichen.
Die Dritte Kammer prüfte die Werbeaussagen und kam aufgrund des Grundsatzes Nr. 3.9 Ziff.2 zum Schluss, dass «Gewinnversprechen, die schlagwortartig angepriesen und nur an untergeordneter Stelle relativiert werden, unlauter sind». Weiter meint die Kommission: «Im Text wird eine Auszahlung versprochen. Ob und was genau der Adressat gewonnen hat, bleibt unklar. Das vorliegende Gewinnspiel ist daher unlauter.»
Obschon dieser Entscheid Möven-Touristik in Baar mitgeteilt wurde, reagierte die Firma nicht. Trotz Verurteilung versandte sie im Gegenteil ihre unlautere Werbung weiterhin. Mit praktisch demselben Text und sogar denselben Druckfehlern.
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Corporate Publishing: Sein statt Schein

Ein internationales Update aus acht Ländern zum Zeitalter der journalistischen Unternehmens-kommunikation.

Immer mehr Unternehmungen wählen Corporate Publishing als zeitgemässe Form der Kommunikation und bieten dabei reale und nützliche Inhalte statt Werbeversprechungen. Die Zielgruppen – Kunden, Mitarbeitende und Partner – werden vermehrt mit Produkten aus dem Bereich des Corporate Publishing, auch Customer Publishing genannt, angesprochen. Es handelt sich dabei um journalistisch aufbereitete Kommunikationsmittel von Unternehmungen. Anstelle von klassischer Werbung wird verstärkt, und zwar in allen Branchen, Corporate Publishing eingesetzt: in den Printmedien, online und zusehends auch im Bewegtbild. In der internationalen Dachorganisation «International Customer Publishing Forum» haben sich Fachverbände und Branchenspezialisten aus bald zwanzig Ländern zusammengeschlossen.
USA: Der Triumphzug des Branded Content
Das Aufkommen neuer digitaler Vertriebswege und fortgeschrittener Mobiltechnologie sowie die Flut von sozialen Medien wie Twitter, Facebook oder LinkedIn haben zum Wachstum des Branded Content in den USA beigetragen. Kurz gesagt heisst dies: Mit mehr Medienkanälen werden mehr Inhalte produziert.
Dennoch stellen die Printmedien weiterhin das dominante Format dar, und 51% der Ausgaben werden für diese Medien aufgewendet. Die durchschnittliche US-Firma gibt US$1,8 Millionen im Jahr für Branded Content aus, und diese Zahl wird voraussichtlich noch zunehmen. Während traditionelle Medienformate immer noch mit erheblichen Herausforderungen und schrumpfenden Budgets konfrontiert sind, stellt Branded Content eine positive Ausnahme in der Medienlandschaft dar, da seine Marktanteile jährlich zunehmen. Darüber hinaus hat die wachsende Bedeutung von benutzergenerierten Inhalten auf Webseiten wie Wikipedia, Yelp! und YouTube die Marketingindustrie weiter in Richtung der Unternehmensmedien (Custom Media) gedrängt, wo Firmen ihre eigenen Inhalte effektiv mit innovativen Medienprogrammen kontrollieren können.
Grossbritannien: Konsumentenvertrauen in journalistische Inhalte
In Grossbritannien wurde das Konsumentenvertrauen im Jahr 2009 durch Finanz- und Politskandale nachhaltig erschüttert und sank auf ein historisches Tief. Dies führte dazu, dass britische Konsumenten bei der Meinungsbildung vor allem die Ansichten ihnen nahe stehender Personen und die eigene Einschätzung berücksichtigten. Dies kommt den Stärken der Corporate-Publishing-Branche entgegen, da redaktionelle Markeninhalte einen vertrauensbildenden Effekt haben, wie die Advantage-Studie des britischen Werbeverbandes Association of Publishing Agencies (APA) belegte. Vermehrt wird in die britische Customer-Publishing-Branche investiert, neben «alteingesessenen» Firmen wie John Lewis und Virgin gibt es neue Branchenakteure wie Chestertons, Heals, Grant Thornton, Morrisons, Fiat und Fujitsu. Marken, die sich die Mühe machen, ihre Kunden und den Markt zu verstehen, und sich darauf konzentrieren, mit ihnen in einen ehrlichen und sachbezogenen Dialog zu treten, ernten nun die entsprechenden Erfolge. Der Schlüssel ist die Relevanz der Kommunikation, was die Inhalte betrifft, und auch hinsichtlich der Kanäle. In den letzten vergangenen zwölf Monaten lässt sich ein zunehmendes Interesse der Klienten nicht nur am Print, sondern auch an alternativen Vertriebswegen feststellen, so zum Beispiel an e-Commerce-Lösungen, e-Zines, Podcasts, Videos, Websites und redaktionellen Fernsehinhalten (vgl. auch eine Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der APA).
Spanien: Online-Management der Kundenpflege
In der spanischen Wirtschaft geht der Corporate-Publishing-Sektor neue Wege, mit vielversprechenden Ergebnissen. In der Welt der digitalen Medien wird das Spektrum der Inhalte erweitert. Relevante Botschaften an den Kunden können nun über vielfältige Kanäle, Geräte und Formate weitergegeben werden. Spiele, audiovisuelle Inhalte und Tools gehören zu den neuen Kanälen, über die ein Dialog mit der Zielgruppe und ein Bezug zur Marke aufgebaut werden kann; damit können Bindungen geschaffen und Begeisterung jenseits von Firmengrenzen erzeugt werden. In diesem neuen Zeitalter ist das Corporate Publishing wichtiger denn je als Mittel zum Aufbau von Marken und Loyalität und zur Gewinnung neuer Kunden.
Aber vor allem geht es in der spanischen Unternehmenskommunikation um eine Plattform für die Kundenpflege, das so genannte Customer Relations Management. Branded Content kann zu diesem Zweck eingesetzt werden, indem mit spezifischen Marketingmethoden Erkenntnisse zu den Kundenverhalten gesammelt werden, die einen personalisierten Austausch mit dem Kunden ermöglichen.
China: Ein Wachstumsmarkt
Die Wirtschaftskrise hat sich spürbar auf die Corporate-Publishing-Branche in China ausgewirkt. Viele entsprechende Kommunikationsaufträge wurden storniert oder die Budgets reduziert; Inhalte und Erscheinungsformen von weniger guter Qualität werden dabei in Kauf genommen. Obwohl der Markt für Corporate Publishing in China insgesamt wächst, konzentriert er sich immer noch vor allem auf die vier grossen urbanen Zentren Shanghai, Beijing, Guangzhou und Shenzhen.
In China wurden im vergangenen Jahr viele interessante und vielversprechende Projekte lanciert. Zum Beispiel startete der Konzern Proctor & Gamble im Mai sein neues Klubmagazin Living Artist, und die grösste Business-to-Customer-Website des Landes, Taobao.com, stellte im September das Markenmagazin Taobao World Weekly vor. Der Demonstrationseffekt dieser Projekte trägt dazu bei, dass weitere Unternehmungen zum Aufbau eigener Corporate-Publishing-Projekte animiert werden. Aber es herrscht ein harter Wettbewerb. Chinesische Corporate-Publishing-Dienstleister sehen sich zunehmender Konkurrenz ausgesetzt, und die Klienten verhalten sich äusserst preisbewusst.
Russland: Neue Trends
In Russland haben die Ausgaben für journalistische Unternehmensmedien im Jahr 2009 erheblich zugenommen. Weiteres Wachstum wird für diesen Sektor vorhergesagt, der somit gegenüber anderen Kanälen wie Fernsehwerbung, Werbesendungen oder traditionellen Public-Relations-Methoden an Boden gewinnt. Die Anfänge des Corporate-Publishing-Sektors in Russland gehen auf die Rundbriefe für Fabrikarbeiter im Sozialismus zurück. Davon ist die Branche heute weit entfernt; sie stellt inzwischen einen eigenständigen Sektor innerhalb der Medienindustrie dar. Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahre haben in einigen Fällen sogar das Wachstum in dieser Branche angekurbelt, da die neuen Medienformate hinsichtlich Inhalt, Kostenkalkulation und Zugänglichkeit für die Zielgruppe viele Vorteile gegenüber den herkömmlichen Kundenmagazinen bieten. Die Tatsache, dass immer mehr russische Konsumenten Zugang zum Internet haben, hat zu mehr Interaktivität, Kundenbindung und Kontrolle über die Markenpositionierung geführt. Gleichzeitig hat der Corporate-Publishing-Sektor einen spektakulären Wachtumsschub erlebt, was die Kreativität und das Experimentieren mit neuen Formaten angeht. Die Verbreitung von digitalen, webbasierten und mobilen Technologien hat neue Kommunikationswege durch soziale Netzwerke, Spiele oder firmeneigene Videoplattformen eröffnet, um nur einige Beispiele zu nennen. Während Online-Medien früher als Ergänzungen von Printmedien gesehen wurden, werden sie heute als die wichtigste Sparte innerhalb der Unternehmenskommunikation wahrgenommen.
Niederlande: Kundenmedien immer noch gut in Form
In den Niederlanden ist das Corporate Publishing nach wie vor eine wachsende und kreative Branche, die schätzungsweise 7500 Arbeitnehmer beschäftigt und jährliche Gewinne von über 800 Millionen Euro verbuchen kann. Jedes Jahr investieren neue Firmen in diese Kommunikationsform. Jeder Einwohner der Niederlande erhält pro Jahr durchschnittlich 40 verschiedene Kundenzeitschriften. Innerhalb dieses Spektrums spielen Online-Medien eine immer wichtigere Rolle. Ende 2009 liess sich anhand der Marktuntersuchung des Verbands Sponsored Media in Netherlands (SMiN) nachweisen, dass der Branchenumsatz gegenüber dem Vorjahresergebnis leicht angestiegen war. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage und im Vergleich mit der Kommunikationsbranche insgesamt ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis. Über längere Sicht ist die Prognose für dieses Medium günstig. Die Studie zeigte, dass 79% der Befragten der Meinung waren, der Umsatz werde in den kommenden Jahren steigen. Dieses Wachstum wird sich wohl vor allem bei den Print- und Digitalmagazinen bemerkbar machen. In den Marktsegmenten Einzelhandel, öffentliche Behörden und Business-to-Business werden zurzeit vermehrt Investitionen getätigt. In den Sparten Automobilindustrie, Bau, Tourismus und Flugverkehr sind die Budgets im vergangenen Jahr geschrumpft.
Belgien: Im Dienste der Effizienz
Die Finanzkrise hat in Belgien die Popularität des Corporate Publishing nicht beeinträchtigt. Neue Distributionskanäle halten zudem stark Einzug im belgischen Corporate Publishing. Der belgische Corprorate-Pulishing-Verband Custo und ihre elf Mitglieder erwarten weiteres Wachstum in diesem Jahr. Die Wirksamkeit des Corporate Publishing untersucht Custo in Belgien mit einer neuen Methode, Custo-metre genannt: Methodisch wird analysiert, wie die Leser ein Magazin interaktiv nutzen, was sie anzieht an einem Magazin. Das Ziel ist, mindestens zehn Kundenstudien pro Jahr zu machen und so bereits noch in diesem Jahr auf Grund der gesammelten Daten die ersten Benchmarks auszuarbeiten.
Schweiz: Stabiles, kontinuierliches Business
Die Wirtschaftskrise hat in der Schweiz zu einer Bereinigung der zersplitterten und überfrachteten Kommunikationslandschaft beigetragen. Übertriebene Budgets, namentlich in der Werbung, sind geschwunden. Corporate Publishing als zeitgemässe und vernünftige Kommunikationsdisziplin hat ernsthaft an Terrain gewonnen. Dabei ist allerdings festzustellen, dass verlegerisch untermauertes Corporate Publishing, das für die Marke der Herausgeber und den Nutzwert der Adressaten wenig gezielt gesteuert ist, auch in der Schweiz zurückgegangen ist. Hingegen hat sich Corporate Publishing im Dienst der Strategie der Unternehmenskommunikation – bei aller Preissensibilisierung – ausgedehnt, und dies in praktisch allen Branchen und zusehends auch mehr und mehr im Bereich der Konsumgüter. Die Schweiz hat im internationalen Vergleich infolge des kleinen Heimmarktes eine eher zurückhaltende, aber stabile Corporate-Publishing-Szene, was die nationalen Projekte anbelangt; internationale und interkulturelle Projekte werden aus der Schweiz heraus auf wettbewerbsfähigem Niveau getätigt. Corporate Publishing erstreckt sich heute auf diverse Medienträger, immer mehr ins Online-Publishing und vor allem auch ins Bewegtbild. Exemplarisch für diese Entwicklung ist der namhafte schweizerische Filmpreis Edi für den Auftragsfilm, der 2009 erstmals in der Kategorie Corporate Film in Unterkategorien differenziert juriert wurde.
Diese aktuelle Übersicht wurde auf Initiative der Schweiz/Primafila AG von acht ihre Länder vertretenden Mitgliedern der Dachorganisation «International Customer Publishing Forum» verfasst, für die Schweiz / für den Verband Forum Corporate Publishing von Viviane Egli, Primafila AG
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