Häufiger Fehltritt

Ruf Lanz warnt vor dem Stolpern für Suva.

Man könnte einen Unfall auf der Strasse erwarten. Doch dann entpuppt sich das Auto als ein Modell und jemand stolpert über das Spielzeug. Mit ihrem neusten Spot für die Suva verfilmt Ruf Lanz mit vielsagenden Bildern die Statistik, dass in der Schweiz jährlich 295’000 Leute einen Unfall mit Stolpern oder Stürzen erleiden. Dieses Pech ist somit die häufigste Unfallursache in diesem Land. Allein am Arbeitsplatz ereignen sich jedes Jahr 55’000 Sturzunfälle. Weitere 100‘000 kommen im Haushalt sowie in der Freizeit dazu. Weitere 140’000 werden bei Nicht-UVG-Versicherten geschätzt. Und schliesslich sind auch 40 Prozent aller Invalidenrenten auf solche Stolper- und Sturzunfälle zurückzuführen. Ein Fakt also, über den die Versicherungen nicht so einfach hinwegstolpern können.
In der eben angelaufenen Kampagne will die Suva sensibilisieren, dass solche Stolpergeschichten zu Unrecht bagatellisiert werden – schliesslich kosten deren Folgen pro Jahr rund 950 Millionen Franken.
Die Kampagne ist auf mehrere Jahre angelegt. Ruf Lanz zeigt neben dem Spot auch im Print noch einmal am Beispiel von auffällig gecrashten Schuhen, dass in der Schweiz jedes Jahr mehr Menschen durch Stolpern und Stürzen verunfallen als bei Autounfällen. Die Sujets kommen landesweit auf Postkarten, Anzeigen und Plakaten zum Einsatz. In den Betrieben werden zudem Anleitungen für Aktionen, Checklisten sowie ein Faltprospekt mit Spiel und Tipps zur Unfallverhütung abgegeben. Alle Werbemittel verweisen auf die Microsite Stolpern.ch. Diese überrascht mit immer wieder neuen interaktiven Elementen mit weiterführenden Informationen. Die Online-Massnahmen sind von Eyekon Intermedia umgesetzt worden, wie die unten stehenden Artikel weiter ausführen.
Andreas Panzeri

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/Department erweckt Aschenbecher zum Leben

Er ist einer der ältesten und treuesten Mitarbeiter des Hallenstadions Zürich. 70 Jahre lang hat er alles eingesteckt und Dreck gefressen. «Äschi» ist das Aschenbecher-Maskottchen, das /DEPARTMENT für die Rauchfrei-Kampagne der Hallenstadion AG kreiert hat.

Mit seiner hemdsärmelig-charmanten Art macht er auf Grossleinwand und Screens sowie mittels Plakaten und Klebern im Hallenstadion darauf aufmerksam, dass er einen neuen Job braucht – und rauchende Gäste eine Exit-Strategie. Ab 1. Mai 2010 sind seine Dienste jedoch nicht mehr erwünscht. Dann wird das ganze Hallenstadion nämlich rauchfrei.
Die Kampagne läuft ab sofort bis im Sommer.
Zum Spot
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Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Beim Kriterium Awareness liegt die Kampagne für die ZKB von SFLB an der Spitze, gefolgt von der ÖKK-Anzeige von Advico Y&R und der Post-it-Anzeige für 3M der Werbeagentur Noise. Die Anzeige für die Apotheke Stadelhofen von Advico Y&R liegt beim Kriterium Uniqueness an der Spitze, knapp gefolgt vom Sujet Post-it für 3M und der Kabelnetz-Kampagne von Euro RSCG. Beim Kriterium Brand Fit belegt die Kunsthaus-Anzeige von Hesskiss den ersten Platz vor dem Sujet Post-it und der Anzeige für den SZB der Werbeagentur Spinas Gemperle. Bei der Likeability gewinnt die Post-it-Anzeige vor der Anzeige für die Apotheke Stadelhofen und der Kabelnetz-Kampagne.

Fragestellung und Methodik:
Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI).
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform.
Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 59 Jahren.
Sample-Grösse: n = 500 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten.
Erhebungszeitraum: 5. 03. 2010 –18. 03. 2010.
Fragen:
– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt.
An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)
– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt
sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness)
– Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)
– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von
1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability)
Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».
> Zu den Ergebnissen im Überblick
> Zu den detaillierten Ergebnissen
Die Verfasserin der repräsentativen Studie «Impact-Check» ist die auf Online-Markt- und Meinungsforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein ISO-zertifiziertes Panel von 20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH GmbH und der Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media AG.

SGC gewinnt den nationalen und den internationalen Pitch «Swiss Health»

«Swiss Health» ist die eidgenössische Marketingplattform im stark wachsenden internationalen Markt für Patiententourismus. Die Basiskommunikation wurde nun im Rahmen eines national orientierten Pitches an Suter Global Communication vergeben.

In einem zweiten, international orientierten Pitch wurde die Kommunikation in den Zielmärkten ausgeschrieben. Im Fokus stehen die Märkte der Golfstaaten und die Märkte der ehemaligen Mitgliedstaaten der Sowjetunion mit Schwergewicht Moskau. Ziel ist es, einen erheblichen Teil der Patientenströme in die Schweiz zu lenken.
Vor einem Jahr haben die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung Osec und Schweiz Tourismus den Verein Swiss Health gegründet. Die Dachmarke Swiss Health öffnet Spitälern, Kliniken und Rehakliniken die Märkte dieser Welt. Als Sonden im Markt dienen die internationalen Hubs der Osec und von Schweiz Tourismus sowie die Schweizer Botschaften. Aufgrund der Marktkenntnisse, der Analysenqualität und der vorgeschlagenen Strategie zur Penetration der Märkte wurde auch dieses Mandat an Suter Global Communication mit Sitz in Zürich vergeben.

www.s-g-c.com

TBS Identity verschärft Markenauftritt für Nationale Suisse

Der Schweizer Versicherer Nationale Suisse hat TBS Identity mit der Vertiefung und Weiterentwicklung des bestehenden Markenauftritts beauftragt.

Brand II definiert unter anderem eine neue Bildwelt und eine erweiterte Farbwelt. Seit Anfang 2010 werden sämtliche Medien nun schrittweise umgesetzt. In 12 Corporate Manuals sind nun die Richtlinien für den Umgang mit der Marke Nationale Suisse definiert. Brand II bringt zudem eine Harmonisierung der Unternehmens- und Produktstruktur über alle Länderniederlassungen mit sich. Zusammen mit den klaren Vorgaben für Print- und Werbemittel ermögliche dies mittelfristig nachhaltige ökonomische Optimierungen für Nationale Suisse, so die Agentur in einer Mitteilung.
Verantwortlich bei Nationale Suisse, Basel: Patrik Graas (Leiter Brand Management/Corporate Publishing). Verantwortlich bei TBS Identity: Jürg Neuenschwander (Kommunikationsberatung), Daniel Leber, Christian Tobler, (CD), Danny Rafaniello (AD), Yvonne Pfister/Flavia Papi (Projektmanagement), Sandra Aeberhard/Michael Schädelin (Text).
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Startbahnwest berechnet Koordinaten für Architekturbüro

Startbahnwest hat den Auftritt des neuen Architekturbüros 47 7 aus Basel entwickelt. Dazu gehören der Name, das Logo, der Internetauftritt sowie die Briefschaften.

Die Idee zum Namen 47 7 entstand aus den Koordinaten von Basel – Breitengrad: 47.33, Längengrad: 7.35. Der Name «47 7» spiegelt sich auch auf der Website wieder. Dort verändern sich die Zahlen aus dem Logo in Symbole für den jeweiligen Navigationspunkt. So bildet sich zum Beispiel unter dem Navigationspunkt Afrika, aus den Zahlen, der Kontinent Afrika. Das Architekturbüro baut dort im Rahmen eines Hilfsprojekts.
Verantwortlich bei 47 7: Mauro Filoni (dipl. Architekt ETH SIA). Verantwortlich bei Startbahnwest: Rüdiger Flothmann (CD), Denise Heusser (Beratung), Gesine Dittrich (AD), Maria-Sol Burgener, Milana Herendi (Grafik), Natasa Maricic (Text), Nina Calderone (DTP).

www.47-7.ch
www.startbahnwest.ch

Herzog Emil im Land des Lachens

Emil Herzog war Marketingmanager bei Nestlé, Unilever, den VBZ und Globus. Dann wollte er Spass und machte sich als Kabarettist und Humortrainer selbstständig. Mit seinem Theaterspiel hat er in den letzten zwanzig Jahren viele Unternehmen aufgemischt. Nun will er vor allem Führungskräfte das Lachen lehren.

Im Witze-Erzählen bin ich schlecht», sagt Humorexperte Emil Herzog (70). Und das meint er ernst. «Witze haben nichts mit Humor zu tun. Humor ist, nach den Buchstaben des Wortes: Heiterkeit, Unterhaltung, Menschlichkeit, Originalität und Respekt. Humor ist eine Quelle für Gelassenheit und Lebensfreude, ein optischer Aufheller, eine innere Goldrandbrille.» Das ist in der Tat mehr als ein fader Joke.
Herzog beherrscht den Angriff auf die Lachmuskeln seiner Zuschauer aus dem Eff-Eff. Er verzieht das Gesicht, fährt mit seinen Händen durch die Luft, imitiert Gang und Tonfall seiner Mitmenschen, serviert ihnen Schräges, Eigen-Artiges und Komisches. Und wenn sein Publikum einen etwas steifen und eingerosteten Eindruck macht, lockert Herzog es rasch auf: mit dem Crazy-Dance, einem selbst erdachten Mitmach-Formationstanz für alle Gliedmassen. Mit seinen Parodien will Herzog aber nicht plattes Gelächter erzeugen, sondern seinem Publikum den Spiegel vorhalten, es schmunzelnd zum Nachdenken bringen. Denn seine Auftraggeber buchen den Herzog des Humors nicht als Pausenclown, sondern weil sie in ihrem Unternehmen etwas verändern wollen: zum Beispiel Nähe zwischen Teamkollegen herstellen, Potenziale aufzeigen, Konflikte lösen, Leitbilder und Ziele für die Zukunft lebendig machen, Mitarbeitern Bestätigung und neue Energie geben oder Aufbruchstimmung erzeugen. «So bleiben Firmenveranstaltungen auch besser im Gedächtnis», sagt Herzog. «Das ist Power ohne Point.»
Gratwanderung Humor
Einen passenden Spruch hat Herzog für jede Situation auf Lager. Zu Beginn jedes Auftritts enteist er die Stimmung mit einem gezielt platzierten Lacher. Lachen fördert die Kooperationsbereitschaft des Publikums. Auf diesem Nährboden kann Herzogs scharf-komischer Blick auf die oft unerfreulichen Tatsachen gut fruchten. Welchen Knackpunkt der Kabarettist mit seinem Spiel zur Sprache bringen soll, ermittelt er durch Fragebögen: «Meinem jeweiligen Ansprechpartner in einem Unternehmen sende ich einen Fragebogen mit der Bitte, ihn an neun weitere Mitarbeiter der Firma weiterzuleiten, möglichst breit gestreut. Die zehn anonymisierten Rückantworten verraten mir dann schnell, wo es in dem Unternehmen klemmen könnte.» Ein geschulter Blick für Menschen und eine grosse Portion Einfühlungsvermögen helfen Herzog, das richtige Thema und den richtigen Ton zu treffen. Mit Sarkasmus, Ironie oder heiklen Themen ist er vorsichtig. Denn Humor und Humor ist mehr als zweierlei. «Trotzdem gehe ich auch gerne mal ein Risiköli ein», betont Herzog. «Natürlich darf ich nicht schlauer sein als der CEO oder Mitarbeiter lächerlich machen. Aber ich darf meinem Publikum mit Charme und Kompetenz den Spiegel vorhalten und es zum Lachen und Nachdenken bringen.»
Was Lachen bei einer Veranstaltung bewirkt, schafft es auch im Arbeitsalltag: Humor entschärft Konflikte, baut Stress ab, verbindet Menschen und fördert den Teamgeist. In Unternehmen mit guter Humorkultur arbeiten Mitarbeiter motivierter, sie sind kreativer und flexibler. Das Meckern in der Kaffeepause dagegen bindet Kräfte und führt oft auf breiter Front zur inneren Kündigung. Mit Spass am Arbeitsplatz ist das Schnee von gestern. Wirklich clevere Führungskräfte setzen Humor deshalb gezielt und treffsicher als Werkzeug ein. Sie leisten sich gelassene Heiterkeit, geben ihren Mitarbeitern Narrenfreiheit und können Fünfe auch mal gerade sein lassen. Damit de-blockieren sie Prozesse, und alles läuft wie geschmiert. Das lehrt Herzog in seinen Humorseminaren für Kadermitarbeiter. Topleute nehmen sich selber nicht so ernst, davon ist der Humorexperte überzeugt. Er hat Recht: Wahre Profis sind
meistens sehr entspannt.
Lach mal wieder
Natürlich ist nicht jeder Mensch zum Entertainer geboren. Herzog will aber auch nicht aus allen einen Emil machen. Und das ist gut so. Denn Personen, die permanent ein flottes Sprüchlein auf den Lippen haben, können ihren Mitmenschen den letzten Nerv rauben. Herzog will vielmehr erreichen, dass jeder die komische Seite seines Alltags und seiner eigenen Persönlichkeit erkennen lernt – und sie mehr zulässt. Dann löst sich vieles in einem Schmunzeln auf, noch bevor es sich zum Konflikt entwickeln kann. «Humor ist Kreativität, ein perfektes Beziehungsschmiermittel und ein Entstresser», fasst Herzog zusammen. «Wenn Sie als Chef nur diese drei Dinge beherzigen und dafür darauf verzichten, sich aufzuspielen, sind Sie schon sehr weit.»
Wenn es gut läuft, hebt Herzog mit seinen Parodien nicht nur die Stimmung während einer Veranstaltung, sondern prägt auch den weiteren Arbeitsalltag und die Lebenseinstellung der Anwesenden positiv. «Humor ist eine Lebens- und Produktivkraft, die noch nicht wirklich entdeckt ist», betont Herzog. Für die Entdeckungsreise zahlen Herzogs Auftraggeber zwischen 5000 und 7000 Franken, für einen Anlass für rund 300 Mitarbeiter mit ein bis zwei Vorbereitungstagen und dem Auftritt. Non-Profit-Organisationen berappen 40 Prozent weniger. Angesichts der breiten Wirkung von Herzogs Spiel ein echtes Schnäppchen.
Seine sichere Hand für Pointen und seinen Sinn für freundliche Provokationen schulte Herzog zu Beginn seiner Kabarettistenlaufbahn mit Ausbildungen an der Mimenschule Ilg in Zürich, an der Pariser «École Lecoq» bei Philippe Gaulier sowie bei den durch einen Film von Federico Fellini bekannt gewordenen Clowns «I Colombaioni» in Rom. Zwei Theatertourneen und 280 Soloauftritte in der Schweiz, Deutschland und Österreich brachten ihm ordentlich Bühnenroutine. Doch auch seine Berufserfahrung im Marketing kann Herzog gut in seine Spielpraxis einbringen: «Ich bin Manager und Verkäufer. Ich weiss, wie die Realwirtschaft funktioniert, und kann mich in Unternehmen, Prozesse und Menschen hineindenken. Man kann sich nur über etwas amüsieren, das man auch durchschaut hat. Sonst wirkt es leicht überheblich, und die Wirkung verpufft. Aber ich bin fachlich und als Komiker kompetent und habe dadurch einen guten Draht zu meinem Publikum.»
Herzog tritt nicht nur in Unternehmen und sozialen Institutionen auf, er wird auch als Regisseur engagiert, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens bei Firmenveranstaltungen Theater spielen. Dann coacht er die Spieler bei der Vorbereitung ihres Auftritts. Ein weiteres wichtiges Standbein des Humortrainers ist seit 1999 die jährliche Ausbildung von Trainern, Projekt- und Teamleitern zum «Manager of Business Entertainment MBE». In dieser Ausbildung lernen Trainer, ihre Seminare zu Events zu machen, statt staubtrocken Wissen zu vermitteln.
Leidenschaft für Vogelfänger
Zwischen 1939 und 1946 wächst Emil Herzog bei seinen Grosseltern in Luzern auf. Schon als Kind zieht es ihn zur Bühne: Der Bub ist fasziniert von Mozarts Zauberflöte, besonders von den beiden Figuren Sarastro und Papageno. «Sie sind wie der ernste Weissclown und der fröhliche, aber etwas dümmliche August», sagt Herzog. «Ich habe beide geliebt.» Nach sieben Jahren zieht Herzog zu seinen Eltern nach Zürich. Dort geht er zur Schule und absolviert eine Lehre als Verkäufer in einer Eisenwarenhandlung. «Das war vielseitig und hat Spass gemacht, war mir schliesslich aber doch zu einfach», erinnert er sich. Deshalb holt Herzog am Abendgymnasium seine Matura nach und startet ein Wirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen. Nach Abschluss des Studiums geht Herzog nach Amerika und England – und bringt als Souvenir viel trockenen, britischen Humor mit.
Wieder in der Schweiz steigt Herzog bei Nestlé ein und kümmert sich um das Marketing für Nescafé, Nesquik und neue Produkte. So ist er beispielsweise mitverantwortlich für die Entwicklung der Marke Nestea. 1970 bis 1972 arbeitet Herzog als Vertreter für medizinische Geräte im Unternehmen seines Schwiegervaters, dann geht er zurück ins Marketing: «Bei Unilever war ich Marketing-Mann für Waschmittel. Dann wollte ich etwas Sinnvolles machen und ging zu den Zürcher Verkehrsbetrieben VBZ», berichtet Herzog augenzwinkernd. Bei den VBZ gibt er Gas: Er entwickelt die neue Identity «VBZ Züri Linie». «Das war unglaublich spannend, aber wegen der ausgeprägten Bürokratie damals auch sehr hart. Ein Stalingrad des Marketings.» Die letzte Station als Angestellter macht Herzog beim Globus. Dort ist er für das Stammkundenmarketing verantwortlich.
Stetes Lachmuskeltraining
Egal, womit Herzog hauptberuflich beschäftigt war und ist – ohne Theaterspiel geht es bei ihm nie:
weder in der Schule, noch im Militär, noch als Angestellter. Bei Unilever ist er nicht nur als Marketer, sondern auch als Kabarettist und Entertainer bei Firmenanlässen gefragt. «Ich habe gemerkt, dass ich Resonanz bekomme, wenn ich lustig bin», sagt Herzog. «Und ich hatte das Gefühl, dass da mehr drin liegt, als nur ab und zu aufzutreten. Also begann ich, nach meiner Urrolle zu suchen. Ich fragte mich: ‹Wer bin ich eigentlich? Und wenn ja, wie viele?›.»
Mit 35 Jahren stösst Herzog auf die Mimenschule Ilg in Zürich. «Ich besuchte diese Schule mit der Vorstellung: ‹In sieben Jahren stehst du auf dem Hechtplatz!›.» Tatsächlich tritt Herzog sieben Jahre später mit einem Soloprogramm unter anderem im Zürcher Theater am Hechtplatz auf. Er spielt zwei Programme, doch schon bei der Vorbereitung des dritten stört er sich daran, dass sich einiges wiederholt. «So kam ich darauf, Spielkultur und Business-Know-how zum Businesstheater zu kombinieren und in grossen Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzutreten. Das war 1988.» Am Anfang parodiert und karikiert Herzog noch parallel zum Job, 1990 macht er sich schliesslich mit «Emil Herzog live» selbstständig. Mit 50 Jahren. Damit bleibt Herzog seinem Lebensmotto, einem Spruch von T. S. Eliot, treu: «Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.»
Herzog hat mit seinem Businesstheater Erfolg. Bis heute stand er für etliche klingende Namen auf der Bühne, unter anderem für BMW, Coop, Credit Suisse, Hewlett-Packard, McKinsey, die Migros, den Otto-Versand, Pro Infirmis, den SV-Service, die Universität St. Gallen, die Winterthur- und Zürich-Versicherungen, die Deutsche und Schweizer Post, Siemens und die Stadt Zürich. Auch die ehemaligen Arbeitgeber Unilever und Nestlé engagierten den Komiker. Es geschieht, dass ein CEO Herzog nach einer Veranstaltung voller Enthusiasmus umarmt, weil ihm sein Auftritt so gut gefallen hat. «Das sind meine schönsten Momente», sagt Herzog. Sein Erfolg sei eigentlich erstaunlich, findet er selbst: «Als ich mit dem Unternehmenstheater begann, war es noch nicht so akzeptiert wie heute. Eher ein bisschen seltsam.»
Humor als Betriebssystem der Führung
Emil Herzog ist 70 Jahre alt und blickt auf ein erfülltes Familien- und Berufsleben zurück. Vor allem aber blickt er nach vorn: «Ich plane Wanderungen und Reisen mit meiner Frau und träume davon, ein Drittel des Jahres in Stäfa, ein Drittel in San Francisco und ein Drittel an der englischen Südküste zu leben.» Und da Herzog ohne Clownerei nicht kann, feilt er ausserdem noch an seinem Konzept für humorvolles Führen. «Ich setze mich schon seit zwei, drei Jahren mit Humor in der Führung, mit dem genussvollen Dominanzverzicht, auseinander», erzählt er. «Meine Seminare für Kadermitglieder kommen gut an und werden in meinem Portfolio immer wichtiger. Darum möchte ich dieses Angebot weiter ausbauen. Ich bin selbst ein guter Klimaschaffer und kann Führungskräften zeigen, was eine gute Atmosphäre im Betrieb bewirken kann – und wie man sie herstellt. Die meisten CEOs und Manager können einen Humorschrittmacher für etwas mehr Gelassenheit gut gebrauchen.»

Anne-Friederike Wilhelm

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Die «boutiq» kreiert eine neue Welt für WWF

Zürcher Animationen auf internationalem Niveau: Der neue Boutiq-Film für Spinas Gemperle über Biodiversität.

Mit einem spektakulär schönen Film wird uns in den nächsten Tagen der WWF Schweiz in den Frühling begleiten. Das kunstvoll präsentierte Thema ist «Biodiversität». Seit 110 Millionen Jahren arbeiten 30 000 Tierarten von nur 1,3 mm bis knapp 3 cm Grösse Tag und Nacht daran, dass unsere Erde überhaupt leben kann. Umgesetzt wird diese Erkenntnis in einem Animationsfilm, der auf wundersame Weise die Aquarell-Malerei mit 3D-Technik kombiniert und so die schöpferische Arbeit der Lebewesen ausdrückt. Der Clip ist im Auftrag der Produktion Rosas ’n’ Co mit dem Regieduo Mike Huber und Philipp Zünd produziert worden. Für Design und Animation ist die Zürcher Firma Boutiq verantwortlich.
Die Idee zum Film wurde bei Spinas Gemperle entwickelt. Die «Werbeagentur für eine bessere Welt» arbeitet schon seit über fünf Jahren für den WWF und wird die Aktion Biodiversität auch mit einer grösseren Kampagne begleiten. Aufgerufen sind wir alle, einen Beitrag zu mehr Biodiversität zu leisten. Das kann vom Säen einheimischer Wildblumen im Garten bis zum Gestalten eines grossen Teiches reichen. Erstmals in der Geschichte vergibt der WWF auch einen Preis für vorbildliche Aktionen. Für die «nachhaltigsten» Ideen winkt eine Preissumme von insgesamt 50‘000 Franken. Die Arbeiten müssen bis zum 30. September auf www.wwf.ch/biodiversität angemeldet werden.
Für Boutiq ist dieser Film, der auch als Basis für zusätzliche Sujets der Kampagne dient, ein weiterer kreativer Höhepunkt in ihrer Geschichte. Vor vier Jahren haben Daniel Wyss, Mike Huber, Philipp Zünd und Puneet Lal die Zürcher VFX-Produktion gegründet. Daniel Wyss ist Head of Production. Er war über zehn Jahre Editor bei verschiedensten Produktionen in der Werbefilmbranche. Mike Huber arbeitet als freischaffender Regisseur und hat nach Abschluss der New York University neben zahlreichen Werbefilmen auch die Spielfilme «Birdseye», «Liebe und Wahn» sowie «Heldin der Lüfte» mit Melanie Winiger realisiert. Philipp Zünd ist Regisseur und Motion Designer. Er hat sein Designstudium in Los Angeles abgeschlossen. Das war 1998, zu einer Zeit, wo in Hollywood neben den grossen Studios die unabhängigen «Garage»-Shops neue Trends gesetzt haben.
Inzwischen sind beim Zürcher Hot-Shop bereits neun Spezialisten fulltime beschäftigt. Die Kernkompetenz des Studios ist die Verbindung von Film und Animation – gute Geschichten auf eine kreative Art zu erzählen, bei der Live-Action mit den neusten Trends der Computergrafik kombiniert werden. Das Team bei Boutiq besteht aus Designern bzw. Animatoren aus dem In- und Ausland, deren Liebe zu Storytelling und Grafik in einer breiten gestalterischen Vielfalt resultiert. So konnten in den vier Jahren seit der Gründung der Firma bereits zahlreiche Spots für namhafte Brands kreiert werden. Die Herausforderung ist dabei, in enger Zusammenarbeit mit der Agentur möglichst neue und eigenständige Looks zu kreieren, die die Aussage der Filme unterstützen.
Andreas Panzeri

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Vorbeugen ist besser als heilen

Wenn ein lukrativer Auftrag winkt, vergessen viele Unternehmer die elementarsten Sicherheitsvorkehrungen – und fallen aus allen Wolken, wenn die Rechnung später nicht bezahlt wird. Nehmen Sie sich Zeit, die Bonität Ihres neuen Kunden abzuklären.

Die Bonität Ihres zukünftigen Kunden prüfen Sie am einfachsten und schnellsten mit einem Betreibungsregisterauszug, den Sie sich am Wohnsitz bzw. am Geschäftssitz des Kunden beschaffen. Für das Gesuch können Sie das Formular auf www.betreibungsschalter.ch verwenden. Der Auszug kostet rund 20 Franken. Sie erhalten ihn, wenn Sie einen Interessennachweis beibringen. Gemeint ist ein Dokument, das belegt, dass Sie mit dem Kunden in Vertragsverhandlungen stehen – zum Beispiel eine Bestellung oder Offerte.
Dem Betreibungsregisterauszug können Sie entnehmen, ob gegen Ihren Kunden Betreibungen vorliegen oder vorlagen. Bei folgenden Einträgen sollten Sie vorsichtig sein:
– Im Auszug befinden sich viele Betreibungen von verschiedenen Gläubigern mit kleinen Beträgen.
– Bei einer Betreibung oder bei mehreren ist vermerkt, dass der Zahlungsbefehl nicht zugestellt werden konnte.
– Ihr Kunde wurde schon für Steuern, Mehrwertsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge betrieben.
– Bei einer Betreibung oder bei mehreren wurde das Pfändungsbegehren gestellt oder der Konkurs angedroht.
Genügen Ihnen die Angaben im Betreibungsregister nicht, telefonieren Sie mit den Gläubigern, die Ihren Kunden bereits früher betrieben haben und somit im Auszug erscheinen. So erhalten Sie sicher wertvolle Zusatzinformationen über die finanzielle Situation Ihres Kunden.
Neben dem Betreibungsregister gibt es noch weitere Informationsquellen:
– Werfen Sie einen Blick ins Handelsregister – am schnellsten geht das online via www.zefix.ch. Kein gutes Zeichen sind häufige Wechsel in der Geschäftsführung oder im Verwaltungsrat, frühere Liquidationen, eine c/o-Adresse oder ein sehr weit gefasster Firmenzweck.
– Schauen Sie sich die Homepage des Unternehmens an. Ist diese professionell gestaltet und gibt sie Ihnen einen Einblick in die Tätigkeit der Firma?
– «Googlen» Sie nach dem Firmennamen Ihres Kunden im Internet. Vielleicht erhalten Sie Informationen, die Sie besser vor Abschluss des Vertrages haben.
– Bei grossen Aufträgen kann es nicht schaden, wenn Sie sich das Geschäft des potenziellen neuen Kunden vor Vertragsabschluss einmal selber anschauen.
Haben Sie nichts Verdächtiges über Ihren Kunden gefunden, können Sie den Auftrag annehmen. Verlangen Sie aber bei grösseren Aufträgen, dass Ihr Kunde die schriftliche Auftragsbestätigung oder Offerte unterzeichnet. Und fordern Sie eine Anzahlung von einem Drittel des offerierten Preises.

Buchtipp
Professioneller schreiben
180 Brief- und Vertragsvorlagen für den Schweizer Geschäftsalltag
Das neue Business-Nachschlagewerk «Professioneller schreiben» enthält 180 gebrauchsfertige Vorlagen, die in keinem KMU fehlen dürfen. Ob Bonitätsprüfung, Inkasso und Betreibung oder Bestellwesen – diese praktische Mustersammlung wird ergänzt durch Beispiele und rechtliche Empfehlungen aus der Beobachter-Beratungspraxis.
1. Auflage 2010, Beobachter-Buchverlag, ISBN 978-3-85569-421-1, 320 Seiten inkl.
CD-ROM, gebunden, Fr. 58.-

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Benötigen Sie eine Rechtsberatung?
Das Beobachter-Beratungszentrum bietet Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine telefonische Expertenberatung zu Rechtsfragen Ihrer Firma an – 6 Monate für nur Fr. 99.–. Bestellen Sie das Beratungs-Package für KMU unter
www.beobachter.ch/kmu oder 0800 83 0800.

ComCom und Weko: Zeitgleicher Entscheid zu Orange-Sunrise-Fusion

Die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom will bei der Fusion von Orange und Sunrise möglichst zeitgleich mit der Wettbewerbskommission Weko entscheiden,

Bei der Fusion von Orange und Sunrise sollen bis Ende April alle wichtigen Weichen gestellt sein, wie ihr Präsident Marc Furrer im Gespräch mit der Wirtschafts- und Finanznachrichtenagentur AWP erklärt. Dies hänge aber auch davon ab, wie schnell die Unternehmen ihre Pläne zur Netzzusammenlegung konkretisieren. In den nächsten Jahren sei am Schweizer Telekommarkt Platz für drei grosse Anbieter – darunter die Swisscom. Dies die Einschätzung des ComCom-Chefs.
Die Dominanz der früheren Monopolistin macht Furrer derzeit Sorgen. Grössenvorteile und Internationalität könnten künftig eine wichtigere Rolle spielen bei Investitionen und im Wettbewerb, wie er meint. Eine Privatisierung des Blauen Riesen sei wünschenswert, aber erst mittelfristig in Sicht.

Orange und Sunrise fusionieren
wwwsda.ch

Facebook & Co. gehören in den Marketing-Mix

Das Wachstum der Social Networks wie Facebook und Xing ist in der Schweiz ungebrochen. Grund genug für jedes Unternehmen, sich mit dem Social-Media-Marketing auseinanderzusetzen.

Zurzeit sind die Suchmaschinen für die meisten Un¬ternehmen das wichtigste Instrument zur Neukundengewinnung. Das könnte sich schon bald än¬dern: Gemäss einer Untersuchung des US-Instituts Hitwise sinken die Benutzerzahlen der Suchmaschinen, während sie bei den sozialen Netzwerken steigen. Kein Wunder: Facebook & Co. sind bereits für zahlreiche Internetbenutzer die Startseite und die zentrale Kommunikationsplattform, auf der u. a. interessante Informationen publiziert werden. Hier bewerten Freunde und Kontakte Produkte und Angebote und filtern die entsprechenden Informationen. Das macht die Mitglieder der sozialen Netzwerke zu den neuen Such-Robots und Trend-Scouts.
Die Zeit, welche in den sozialen Netzwerken ver¬bracht wird, und ihre Rolle bei der Meinungsbil¬dung sind Grund genug, diese in den Online-Marketing-Mix mit einzubeziehen. Social-Media-Marketing lässt sich nicht mit einen Banner in Social Communities abhacken. Beachtung wird über einen echten Mehrwert erreicht. Der Mehrwert ist die Tür für eine authentische Beziehung zwischen dem Konsumenten und dem Produkt, so wie es Unternehmen wie Dell, Victorias Secret oder Starbucks bereits vormachen.
Die richtigen Plattformen kennen
Social-Media-Marketing setzt die Interaktion mit der Zielgruppe voraus. Doch auf welcher Plattform hält sich die Zielgruppe auf? Erst wenn das bekannt ist, lassen sich Botschaften gezielt platzieren, damit sie sich multiplizieren. Ein richtig aufgesetztes Social-Media-Marketing ist die Chance, Kundenbedürfnisse im Reality-Check zu erkennen, auf sie zu reagieren und so die Abverkäufe nachhaltig zu verbessern.
Keine Angst vor Kontrollverlust
Die klassische Werbung ist gewohnt, ihre Botschaften gezielt, kontrolliert und unveränderlich zu platzieren. In den sozialen Netzwerken wird über Marketingbotschaften und Produkte diskutiert. Aus Diskussionen entstehen Meinungen sowie Lob und Kritik. Beide können sich unkontrolliert ausbreiten. Bis anhin fanden solche Diskussionen im persönlichen Gespräch statt, heute sind sie öffentlich und werden auch in den Suchresultaten angezeigt!
Social-Media-Marketing wird in der Schweiz wachsen
Das US-Marktforschungsinstitut Forrester prophezeit dem Social-Media-Marketing in den USA in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum von 34 Prozent. Da die Schweizer Konsumenten die sozialen Netz¬werke intensiv nutzen, gehört das Social-Media-Mar¬keting für die meisten Produkte und Dienstleistungen schon heute in den Online-Marketing-Mix.
Imre Sinka, dotpulse Web-Agentur
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