Google stoppt Selbstzensur in China – Behörden zensieren weiter

Google hat die Selbstzensierung in China gestoppt. Besucher von Google China werden nach Hongkong umgeleitet, wo der Internetriese bereits unzensierte Inhalte in vereinfachtem Chinesisch auslieferte. Die Suche bleibt aber weiterhin eingeschränkt. Chinas Behörden scheinen die Selbstzensur Googles weiterzuführen.

Man sei sich bewusst, dass China jederzeit den Zugriff blockieren könne, schreibt Googles Justitiar David Drummond im Firmenblog. Genau dies geschah denn auch. Bestimmte Suchbegriffe würden von der chinesischen Firewall bereits geblockt, wie es auf Netzwoche.ch heisst. Deshalb habe man eine Informationsseite aufgeschaltet, welche die Verfügbarkeit der einzelnen Dienste anzeigt. Die chinesischen Behörden kritisierten die Entscheidung von Google scharf, wie die NZZ berichtet. Wenn Google damit die Filterung der Suchergebnisse einstelle, verletze es schriftliche Zusagen, die das Unternehmen beim Einstieg auf dem chinesischen Markt gemacht habe, sagte ein Beamter der Internetbehörde nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Google hatte am 12. Januar angekündigt, sich nicht länger den Zensurvorgaben der chinesischen Behörden bei der Internetsuche beugen zu wollen.

Contexta: Nach dem Tod in bester Erinnerung bleiben

Contexta hat für den Verein My Happy End eine Kampagne realisiert. Diese soll den Schweizern ans Herz legen, beim Testament auch an den guten Zweck zu denken.

Der Verein My Happy End ist ein Zusammenschluss zehn gemeinnütziger Organisationen: Amnesty International, Greenpeace Schweiz, Heilsarmee, Médecins Sans Frontières, Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz, Schweizerische Rettungsflugwacht Rega, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Terre des hommes – Kinderhilfe, Welt ohne Minen und WWF Schweiz.
Die von Contexta realisierte Kampagne dramatisiert den Tod als eigentliches Happy End – mit einer Zusammenkunft aller Organisationen und der zahlreichen Begünstigten am Grab des Spenders. Gezeigt werden soll, dass wer in seinem Testament eine gemeinnützige Organisation berücksichtigt, über seinen Tod hinaus etwas Gutes tut und damit bei einer Vielzahl von Menschen (und Tieren) in bester Erinnerung bleibt. Sämtliche Massnahmen verweisen auf die Internetplattform Myhappyend.org. Diese bietet Orientierungshilfe für alle, die in ihrem Nachlass gemeinnützige Organisationen berücksichtigen möchten.

Kampagnenspot myhappyend.org – 60s Variante DE from myhappyend.org on Vimeo.

Verantwortlich beim Verein My Happy End: Beatrice Gallin (Geschäftsführung). Verantwortlich auf Agenturseite: Gesamtverantwortung: Contexta AG Werbeagentur bsw, Bern. Online: Atfront ag, Zürich. Media: MediaPlus, Bern. Medienarbeit: Maurer Partner Communications AG, Bern. Film-Produktion: Solid&Hallerfilm, Zürich. Regie: Rainer Binz. Fotografie: Jonathan Heyer. Bildbearbeitung: Patrik Rohner.

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Condor Corporate: Jubiläumsfilm für KPMG Schweiz

Zum 100. Geburtstag von KPMG in der Schweiz produzierte Condor Corporate einen Jubiläumsfilm. Dieser soll auf frische Weise die Geschichte der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma illustrieren.

Im Rahmen des Jubiläumsjahrs sind zudem weitere audiovisuelle Aktivitäten geplant, die Condor Corporate umsetzen wird.

> Zum Film

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Verantwortlich bei KPMG: Dominique Morel (Brand & Communication), Valentina Rota (CEO Office). Verantwortlich bei Condor Corporate: Olivier Egli (Konzept/Regie).

Zu guter Letzt: Werbeverbote als Allerweltsrezept

In Zusammenhang mit dem neuen Präventionsgesetz wird auch – wie könnte es anders sein – über Werbeverbote debattiert. Beeinflusst Alkoholwerbung den Konsum von Jugendlichen? Wirkt Werbung überhaupt? Und falls ja, muss sie dann verboten werden? An dieser Frage scheiden sich bekanntlich die Geister…

Übliches Vorgehen: Sowohl Befürworter als auch Gegner von Werbeverboten fahren mit Studien auf. Lässt sich doch immer eine Untersuchung finden, die den eigenen Standpunkt untermauert. Unabhängig davon, ob Alkoholwerbung einen Einfluss auf den Konsum hat, stellt sich aber folgende Frage: Das beworbene Produkt, die Alkoholika, sind für unter 16- beziehungsweise unter 18-Jährige bereits verboten. Die Effektivität des Verbots ist – vorsichtig formuliert – begrenzt. Weshalb also auch noch auf die Werbung abzielen? Hoffnung, dass ein Werbeverbot mehr bewirken würde? Ist nicht vielmehr das Umfeld der Jugendlichen für den Konsum entscheidend? Nur, Werbeverbote zu erlassen ist halt um einiges einfacher.

Google Adwords: Kauf von Markennamen EU-rechtskonform

Im Streit um die Verwendung von Markennamen hat der Internetgigant einen Teilerfolg erzielt. Der Europäische Gerichtshof urteilte, Google dürfe es Unternehmen erlauben, mittels des Kaufs von Markennamen bei Suchanfragen in der Anzeigenspalte zu erscheinen.

Der Internetnutzer müsse jedoch klar den Hersteller oder Anbieter der angepriesenen Ware beziehungsweise Dienstleistung erkennen können – also beispielsweise ob es sich um Werbung des Herstellers des vom Internetnutzer eingegebenen Markenprodukts handelt oder nicht, urteilten die EU-Richter am Dienstag in Luxemburg.
Die Google-Suchfunktion zeigt bei einer Suche nach einem oder mehreren Suchworten die Internetseiten an, die den Worten am ehesten zu entsprechen scheinen. Daneben bietet Google gegen Entgelt einen «AdWords» genannten Referenzierungsdienst an. Damit kann beispielsweise ein Kaufhaus Google dafür bezahlen, dass seine Werbung bei der Suche nach einem Markennamen im Anzeigenbereich erscheint.
Dagegen hatten in Frankreich grosse Markenhersteller wie Louis Vuitton oder Thonet geklagt und darauf verwiesen, dass auch Fälscher ihre Billigware dank der Benutzung der bekannten Markennamen anbieten könnten. Die obersten EU-Richter betonten indes, dass Vuitton als nächsten Schritt den Anbieter der Fälscherware verklagen könne. Es sei dann Sache der französischen Justiz, zu klären, ob Google bewusst Anzeigen von Herstellern von Plagiaten zugelassen habe.

Parlamentskommissionen wollen neues Modell zur Presseförderung

Die Staatspolitischen Kommissionen (SPK) von National- und Ständerat möchten, dass die Presse mit andern Mitteln gefördert wird als – wie bisher – mittels der Verbilligung der Posttaxen. Nun soll ein neues Modell ausgearbeitet werden.

In der Ständeratskommission gab es zwar grosse Zweifel daran, ob sich ein besseres Modell finden lässt, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Die Kommission erachte es jedoch aufgrund der herrschenden Krise im Pressemarkt als sinnvoll, wenn das Parlament am Ball bleibe. Nach dem heute geltenden Modell übernimmt der Bund einen Teil der Kosten, die der Post durch die verbilligte Zustellung von abonnierten Zeitungen entstehen. 2007 hatte das Parlament beschlossen, dass der Bund jährlich insgesamt 30 Millionen beitragen soll.

Etat: Scholz & Friends gewinnt Fressnapf

Scholz & Friends Basel hat den Kommunikationsetat von Fressnapf in der Schweiz gewonnen. Die Agentur konnte sich im Rahmen eines Pitches durchsetzen.

Mit dem künftigen Kommunikationskonzept soll Fressnapf noch mehr als Tierbedarfsanbieter mit kompetenter und fachgerechter Beratung positioniert sowie das Image weg vom Discounter hin zum kompetenten Fachmarkt gestärkt werden. Das Kommunikationskonzept wird gemeinsam mit der Agentur und den Mediaspezialisten von Initiative in den nächsten Monaten umgesetzt.

Sichtbar hören

Aus der Schweiz rund um die Welt: Metzgerlehner hat für Phonak eine Kampagne mit der idealen Mischung von Kunst, Aufklärung und Werbung entwickelt.

Die Hear-the-World-Initiative ist soeben mit der Marketing-Trophy 2010 ausgezeichnet worden. Die von Metzgerlehner worldwide partners für die Initiative entwickelte Kampagne basiert auf Portraits weltberühmter Stars, die von Bryan Adams fotografiert wurden.
Mehr zur Weiterführung der Kampagne lesen Sie in der nächsten Printausgabe der Werbewoche, die am Donnerstag erscheint.

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Zu guter Letzt: Tally bleibt sexy

Tally Weijl ist bekannt für sexy Werbung. Manchmal ist diese sogar so reizvoll, dass sie verboten wird. Nun verabschiedet sich das Modelabel nach sieben Jahren von seinem bisherigen Claim. Aus «totally sexy» wird «totally tally». Das Tally-Girl liebt aber weiterhin den grossen Auftritt!

«Jedem ist klar, dass Tally Weijl für sexy Mode steht. Dies explizit zu nennen, ist nicht mehr nötig», begründet ein Mediensprecher den Strategiewechsel. Dass Tally Weijl seine Mode weiterhin mit knackigen Sujets bewerben wird, bestätigt das neuste Motiv. Es zeigt das Tally-Girl auf einem Flugzeugflügel. Die Tragfläche des Flügels hat sie zu ihrer exklusiven Sonnenterrasse erklärt. Sie geniesst es eben, die Blicke auf sich zu ziehen und bewundert zu werden. «Da liegt sie und sonnt sich, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt», ist einer entsprechenden Medienmitteilung zu entnehmen. Mit dabei ihr bester Freund und treuer Begleiter, der Bunny. Kreiert wurde das Werk von der Pariser Agentur BETC Luxe. Ab sofort versprüht das Tally-Girl auch hierzulande in allen grossen Städten seinen unwiderstehlichen Charme – «totally tally» eben.

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(Bild: Tally Weijl)

Prime: Neue Gesichter in der Beratung

Die Agentur Prime baut ihre Beratungskompetenz in den Bereichen Editorial Services und Corporate Publishing aus. Catharina Bujnoch und Martina Peyer ergänzen das Corporate-Communications-Team als Redaktorinnen und Beraterinnen.

Catharina Bujnoch wird als Projektleiterin verschiedene Unternehmen aus Informationstechnologie und Energiewirtschaft betreuen. Zuvor hat die 46-Jährige als Senior Consultant Corporate Communications in der Swisscom Group gearbeitet. Vor dem Einstieg in die PR hat sie mehr als zehn Jahre als Redaktorin, Journalistin und Ghostwriterin über IT-Themen sowie Wissenschaft und Forschung geschrieben. Catharina Bujnoch besitzt einen Abschluss als M.A. in Amerikanistik, Romanistik und Linguistik und hat sich berufsbegleitend am Maz weitergebildet.

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Martina Peyer ist als Redaktorin und Beraterin vor allem für Kunden aus der Industrie und der Energiewirtschaft tätig. Vor ihrem Engagement bei Prime war die 34-Jährige für die interne Kommunikation Corporate & Institutional Banking Schweiz bei der UBS verantwortlich. Erfahrung in PR und Werbung hatte sie zuvor während mehrerer Jahre in verschiedenen Agenturen gesammelt. Seit rund zehn Jahren und bis heute ist Martina Peyer als freischaffende Journalistin und Fotografin aktiv. Martina Peyer ist lic. phil. I in Publizistikwissenschaft, Filmwissenschaft und Kunstgeschichte und hat ihre Ausbildung mit einem Diplom als PR-Redaktorin SPRI ergänzt.

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Neuer Auftritt für Basler ProgrammZeitung

Die ProgrammZeitung feiert ihre 250. Ausgabe mit einem neuen Design und zusätzlichen Inhalten. Andere Schriften, Spaltenbreiten und Weissräume sowie durchgehende Vierfarbigkeit sollen dem Aprilheft des Kulturmagazins eine luftig-frühlingshafte Note verleihen.

Zusätzliche redaktionelle Gefässe geben zudem Einblick in Kulturpolitik, Stadtentwicklung und Literatur sowie das Kulturleben im Elsass. Schwerpunktthema im April ist die Kulturzeitschrift Du mit ihren aktuellen Bezügen zu Basel. Der Neuauftritt wird am Freitag, 26. März, mit einem öffentlichen Apéro in den Redaktionsräumen gefeiert. Für das neue Layout verantwortlich zeichnet Urs Dillier.
Seit 23 Jahren versorgt das unabhängige Kulturmagazin die Region Basel mit Informationen zum Kulturgeschehen zwischen Aarau und Freiburg i.Br. Die ProgrammZeitung beleuchtet und fördert das Kulturschaffen vor und hinter den Kulissen, stellt Veranstaltenden eine Plattform zur Verfügung und bietet Kulturinteressierten Übersicht und Orientierung im reichen Kulturangebot der Region.

Gratisbäume gekappt

Wegen der Einstellung von Le Matin bleu ist der Gratisanteil erstmals zurückgegangen. Die Kontaktsumme der insgesamt vom Media Trend Journal analysierten Titel hat trotzdem nur marginal abgenommen.

Dass auch die Gratisbäume nicht in den Himmel wachsen, hat 2009 drastisch klar gemacht. Nicht weniger als vier Gratis-Tageszeitungen (Cash, .ch, Le Matin bleu und News) wurden eingestellt. Auf die Entwicklung der Kontaktsummen haben aber nur die Einstellungen von Cash und Le Matin bleu Einfluss. Denn die beiden anderen Titel wurden nur je einmal ausgewiesen. Da bei der Publikation der entsprechenden Zahlen das Konzept jeweils bereits wieder überholt war, wurden diese Kurzzeitblüten im helvetischen Blätterwald gleich wieder ganz gestrichen und bleiben in der Langzeitbetrachtung unberücksichtigt.
Wie die Grafik «Anteile Gratiskontakte» zeigt, ist der Gratisanteil gegenüber 2009-1 über alle Titelgruppen auch nur sehr marginal (von 34,9% auf 34,5%) gesunken. Denn bei der Spezialpresse wächst der Gratisanteil weiter und hat inzwischen den Rekordwert von 44,6 Prozent erreicht. Den grössten Beitrag dazu leisten die Publikationen der beiden Grossverteiler Migros und Coop. Deutlich rückläufig ist der Gratisanteil nur bei der Tagespresse, wo er von 34,7 auf 31 Prozent zurückgegangen ist (mehr dazu im Artikel «Verluste sind gratis» ab Seite 8). Und natürlich auch bei der Wirtschaftspresse, wo er nach der Einstellung von Cash jetzt wieder bei 0 steht.

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>Zur Übersicht: Das Wichtigste auf einen Blick

Weniger bezahlte Kontakte
Der oben erwähnte Anstieg des Gratisanteils bei der Spezialpresse kommt allerdings nur dadurch zustande, dass die gratis erzielte Kontaktsumme seit 2004 weniger stark abgenommen hat als die bezahlte (siehe Grafik «Veränderung Kontaktsummen nach Bezugsart»). Derselbe Effekt spielt auch bei der Publikumspresse. Insgesamt hat die durch gratis verteilte Titel erzielte Kontaktsumme (ohne regionale Gratis-Wochenzeitungen) seit 2004 um 2,6 Prozent zugenommen während die bezahlten Kontakte um 11,2 Prozent abgenommen haben. Praktisch genau gleich zurückgegangen sind auch die bezahlten Kontakte der Tages- und Publikumspresse. Die Gratiskontakte haben sich bei der Tagespresse dagegen seit 2004 praktisch verdoppelt. Demgegenüber hat die Wirtschaftspresse im gleichen Zeitraum 36,9 Prozent ihrer (bezahlten) Kontakte verloren. Dies in erster Linie wegen der Einstellung der Wochenzeitung Cash. Bei der Sonntagspresse spielen Gratiskontakte nur im Tessin eine Rolle. Durch die neuen, regionalen Titel hat die Zahl der bezahlten Kontakte seit 2004 um immerhin 13,6 Prozent zugenommen.

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Nur noch ein Lesermillionär
Die im Lesermarkt starke Stellung der Gratispublikationen stellt die bezahlten Titel etwas in den Schatten. Um eine Übersicht über das Gesamtangebot zu haben, sind in der Grafik «Top-Titel bezahlt» diejenigen Einzeltitel aufgeführt, die im Abo oder im Einzelverkauf abgesetzt werden und trotzdem mindestens auf eine Reichweite von 20 Prozent kommen. Es sind immer noch die gleichen Titel wie vor einem halben Jahr. Allerdings ist der SonntagsBlick kurz davor, aus der Übersicht zu kippen. Gut ersichtlich ist auch der massive und durchwegs signifikante Reichweitenverlust
aller Titel im Vergleich zu 2004. Beachtlich auch die starke Stellung der beiden Titel der Konsumenteninfo, die (nicht zuletzt dank des tiefen Abopreises) im jeweiligen Sprachgebiet Spitzenreiter sind. Der KTipp erreicht dabei zum zweiten Mal nacheinander als einziger abonnierter Titel der Schweiz mehr als eine Million Leser. Bis vor zwei Jahren war dies allerdings noch der Normalfall. Damals erreichten auch Titel wie der SonntagsBlick oder die Schweizer Illustrierte über eine Million Leserinnen und Leser.

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Bezahlte Tagespresse hält ihre Kontaktsumme
Lässt man die Bezugsart unberücksichtigt, ist die Sonntagspresse im Langfristvergleich mit einem Plus von 12,8 Prozent eine der beiden Siegerinnen (siehe Grafik «Veränderung Kontaktsummen im Zeitverlauf»). Bei der Sonntagspresse hat sich allerdings gezeigt, dass das System der rein telefonischen Befragung an seine Grenzen stösst. Denn in der Zentralschweiz konnten die Befragten die Zentralschweiz am Sonntag und die SonntagsZeitung nicht wirklich unterscheiden. Deshalb soll in der neuen MACH 3 die telefonische Befragung durch entsprechendes Zeigematerial unterstützt werden.

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Mit 13,4 Prozent hat die Tagespresse noch etwas stärker als die Sonntagspresse zugelegt – aber eben nur, wenn man die Gratistitel einbezieht. Abgesehen von der bereits erwähnten Wirtschaftspresse haben auch die Spezial- und die Publikumspresse gegenüber 2004 deutliche Verluste erlitten. Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass die Tagespresse insgesamt 5,4 Prozent verloren hat, die bezahlte Tagespresse ihre Kontaktsumme aber exakt halten konnte. Der hohe Verlust der Wirtschaftspresse ist einzig dem Wegfall des täglichen Cash zuzuschreiben. Die weiterhin erscheinenden Titel haben ihre Kontaktsumme dagegen um 0,7 Prozent erhöht. Und wenn man im Langfristvergleich auch die Wochenzeitung Cash ausklammert, verringert sich der Verlust der Wirtschaftspresse immerhin auf 18,8 Prozent, der im Wesentlichen durch die methodischen Verluste von Bilanz/Bilan bedingt ist. Klammert man auch noch diese Titel aus, zeigt sich, dass die übrigen Titel gegenüber 2004 sogar um 6,4 Prozent zugelegt haben. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, bei Langzeitvergleichen auch die Details zu beachten (siehe auch Basisinformationen, unten).

Grossverteiler dominieren nur in der Deutschschweiz
Einen Überblick über alle reichweitenstarken Angebote in allen Titelkategorien vermitteln die Grafiken «Reichweitenjäger Deutschschweiz» und «Reichweitenjäger Westschweiz». Sie zeigen zwei völlig unterschiedliche Bilder. Während in der deutschen Schweiz die beiden Titel der Grossverteiler Migros und Coop einsam die Ränge eins und zwei belegen, stehen in der Westschweiz Kombinationen auf den drei Spitzenplätzen. Erst dahinter können sich die beiden Titel der Grossverteiler platzieren. Dabei erreicht Coopération als fünftplatziertes Angebot die 40-Prozent-Marke knapp nicht. In der deutschen Schweiz übertreffen dagegen nur die beiden Grossverteilertitel die 40-Prozent-Marke.

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Ueli Custer

Basisinformationen
Grundsätzlich werden in der Berichterstattung über die MACH Basic nur signifikante Veränderungen kommentiert, Gewinne und Verluste innerhalb des Vertrauensbereiches sind also kein Thema. Die Signifikanz wird von der Wemf mit dem t-Test berechnet. Den Auswertungen liegen die Kontaktzahlen aller mindestens fünfmal wöchentlich erscheinenden Tageszeitungen (ohne Grossauflagen), aller Titel der Publikums-, Finanz- und Wirtschafts- sowie der Spezialpresse zugrunde. Die lokalen und regionalen Wochentitel sind nicht enthalten. Für die Vergleiche von Gruppenwerten gelten folgende Voraussetzungen:

  • Basis bilden die Kontaktsummen.
  • Erstmals ausgewiesene Titel werden nur dann in den Vergleich einbezogen, wenn sie auch neu auf den Markt gekommen sind.
  • Die Werte früherer Jahre von eingestellten Titeln werden mit einbezogen.
  • Werte von Titeln, die weiter erscheinen, aber nicht mehr (oder nicht vollständig) ausgewiesen werden, sind nicht einbezogen.

Basis für die Langzeitvergleiche ist das Jahr 2004. Denn ab der MACH Basic 2004 basieren die Hochrechnungen auf der Volkszählung 2000. Die Werte 2005, 2006-2, 2007-2, 2008-2 und 2009-2 wurden jeweils an die Fortschreibung der Volkszählung angepasst. Dadurch erhöht sich in den betreffenden Auswertungen die Grundgesamtheit jeweils entsprechend. Bei gleich bleibender Leserzahl sinkt die Reichweite dadurch. Gegenüber 2004 ist die Grundgesamtheit um immerhin 5,7 Prozent gewachsen. Um also nur schon mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, muss die Leserzahl gegenüber 2004 um mindestens 5,7 Prozent gestiegen sein. Um diesen Tücken aus dem Weg zu gehen, berechnet das MTJ alle relativen Abweichungen von Einzeltiteln auf Grund der Reichweitenwerte, die direkt aus der Stichprobe errechnet sind. Kontaktsummen werden im Allgemeinen nur für Gruppenauswertungen verwendet.

(Bild: Keystone)

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