6. Award Corporate Communications: Regula Fecker neu in der Jury

Die 6. Runde für den Award Corporate Communications ist eingeläutet. Gesucht werden auch dieses Jahr innovative Kommunikationskonzepte und deren Umsetzungen.

Die 2010 realisierten Kommunikationsleistungen müssen dabei mindestens drei Disziplinen im Sinne von Corporate Communications integrieren. Der «Preis für integrierte Kommunikation» zeichnet Kommunikationsmanagers aus Agenturen, Unternehmen/KMU und anderen Organisationen aus, die strategisch integriert, kreativ sowie innovativ kommunizieren und dadurch eine nachhaltige Wirkung bei verschiedenen Dialoggruppen auslösen. Die begehrten Trophäen, die «Communicators», werden dieses Jahr Mitte September in Zürich vergeben. Das Projektteam des Award-CC konnte als neuen Bildungspartner die Zürcher Hochschule für Wirtschaft HWZ gewinnen, heisst es in einer Mitteilung. Publicitas Publimedia, Traductor, Ticketino und Schellenberg Druck engagieren sich neu für den Award-CC.
Neu wird auch die aktuelle Werberin des Jahres 2010, Regula Fecker in der Fachjury sitzen. Zudem wird neu Cyril Meier, Hochschule für Wirtschaft HWZ Zürich, die Dossiers mitbewerten.
Die Bewertungskriterien der Jury, die Vorgaben zu den einzureichenden Konzepte sowie die weiteren Teilnahmebestimmungen finden sich auf der Website des Award- CC. Award-Bewerbungen können ab sofort online angemeldet werden. Die Kommunikationsdossiers sind dann bis Ende Juli 2010 einzureichen. Die Preisverleihung findet am 15. September statt. Award-cc.ch.

Maxomedia gibt Gleis7.ch ein neues Gesicht

Vier Jahre nach dem letzten Relaunch erblickt Version 3.0 von Gleis7.ch das Licht der virtuellen Welt. Verantwortlich für Konzept und Umsetzung der neuen Website ist die Agentur Maxomedia.

Die neu lancierte Plattform steht dieses Mal ganz im Zeichen des beliebtesten Themas der 16- bis 25- jährigen Seitenbesucher: der Freiheit. Der abstrakte Begriff wurde gemäss Mitteilung der Agentur zielgruppengerecht interpretiert: als kreativer Aufhänger dient die neu geschaffene Gleis7.ch-Wohngemeinschaft. Bewohnt wird sie von 7Frank, den man schon von der alten Plattform kennt, und seinen zwei neuen Mitbewohnerinnen Gabi Junior und Hannah Freestyle. Die drei Testimonials führen den Besucher durch die verschiedenen Rubriken der Seite: Orte an denen etwas erlebt und profitiert werden kann. Die Einbindung von Facebook-Connect führt zudem zu einer vereinfachten Registrierung und Wettbewerbsteilnahme.
Gleis7.ch wurde im Jahr 2003 als Online-Jugenplattform zum ÖV-Abonnement «Gleis 7» ins Leben gerufen. Heute bilden jugendliche Gleis7-, Halbtax- und Generalabokunden sowie zukünftige Bahnfahrer eine Community mit über 300’000 registrierten Membern. Maxomedia ist seit dem Beginn vollumfänglich für die Entwicklung und Umsetzung der Seite verantwortlich.
1290580957_img100422_gleis1
1290580957_img100422_gleis2
1290580958_img100422_gleis3
1290580958_img100422_gleis4
1290580958_img100422_gleis5

Zu guter Letzt: Wenn der Quotenerfolg die Freiheit raubt

Am 7. Juni hätten sie eigentlich in die Freiheit entlassen werden sollen, die verbliebenen Kandidaten der auf RTL 2 ausgestrahlten zehnten «Big Brother»-Staffel.

Das Leben hätte endlich wieder seinen gewohnten Lauf nehmen können, vorbei wäre sie gewesen, die Zeit im Container mit 24-Stunden-Überwachung und Zickenalarm. Doch es kam alles anders: Wegen des Quotenerfolges hat RTL das Finale der Staffel kurzerhand 63 Tage nach vorne verschoben. Damit müssen die Kandidaten nun wohl oder übel ungefähr zwei Monate länger in der TV-WG hausen. Und dies nur, weil in dieser Staffel einfach alles zusammenpasst: Die Bewohner, ihre Geschichten und das diesjährige Konzept. Meint jedenfalls Endemol Deutschland-Geschäftsführer Marcus Wolter. Fakt ist jedoch, dass die aktuelle deutsche Staffel – weshalb auch immer – überdurchschnittlich viele Menschen vor den Fernseher lockt, während die Sendung in vielen anderen Ländern bereits vor kürzerer oder längerer Zeit abgesetzt worden ist. Pech für die Kandidaten der RTL-Sendung. Doch irgendwie hält sich das Mitleid in Grenzen. Da macht man ja schliesslich auch nicht mit.

Weko untersagt Fusion von Orange und Sunrise

Die Wettbewerbskommission untersagt den Zusammenschluss der Telekommunikationsunternehmen France Télécom (Orange) und Sunrise Communications. Zusammen mit Swisscom hätte das fusionierte Unternehmen eine kollektiv marktbeherrschende Stellung im Mobilfunkmarkt begründet. Zudem wäre der im Markt aktivste Netzbetreiber aus dem Markt ausgeschieden.

Im Rahmen des Zusammenschlussvorhabens sollte Sunrise in France Télécom (Orange) integriert werden. Die vertiefte Prüfung in den Mobilfunkmärkten habe ergeben, dass durch den Unternehmenszusammenschluss nur noch zwei Mobilfunkunternehmen mit eigenem Netz in der Schweiz verbleiben würden, schreibt die Weko in einer Mitteilung vom Donnerstag. «Dadurch würden diese eine kollektiv marktbeherrschende Stellung erlangen, die den wirksamen Wettbewerb beseitigen kann und würden durch keine Markteintritte diszipliniert.», heisst es. Dies hätte zur Folge, dass das fusionierte Unternehmen und Swisscom sich nicht mehr wirksam konkurrieren würden: für beide Unternehmen wäre es vorteilhafter, ein relativ hohes Preisniveau beizubehalten als die Position des Konkurrenten anzugreifen, um Marktanteile zu gewinnen.
Auch die Synergien, welche dem Endkunden zugutekommen sollten, seien nicht bedeutend genug, um die zu erwartenden Wettbewerbsnachteile aufzuwiegen. Die Untersuchung habe keine Synergien ergeben, die den Wettbewerb fördern und von denen die Konsumenten profitieren würden. Zudem hätten keine zielführenden Auflagen identifiziert werden können, welche die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Weko hätten ausräumen können.
«Zwar würde durch den Zusammenschluss ein gegenüber Swisscom grösseres Unternehmen entstehen, aber gleichzeitig würde eine Situation geschaffen, in welcher für keines der beiden Unternehmen mehr ausreichende Anreize für Wettbewerb bestünden.» Da ausserdem nach dem Zusammenschluss der Markteintritt eines weiteren Mobilfunkunternehmens mit eigenem Netz von der Weko als sehr unwahrscheinlich beurteilt werde, hätte es in der Schweiz nur noch zwei flächendeckende Netzbetreiber gegeben. Mit drei Anbietern bleibt hingegen im schweizerische Mobilfunkmarkt noch eine gewisse Wettbewerbsdynamik bestehen und er bleibt offen für Innovationen.
Aus diesen Gründen untersagt die Weko das Zusammenschlussvorhaben. France Telecom und TDC werden die verschiedenen Optionen für die nächsten Schritte nun prüfen, künden die Unternehmen in einer Mitteilung an.

Katholische Kirche startet Imagekampagne mit einer Woche Verspätung

Die Imagekampagne der katholischen Kirche startet mit einer Woche Verspätung, nachdem sie massiv in die Kritik geraten und überarbeitet worden ist. Sie setzt - aller Missbrauchsfälle zum Trotz - auf «Mehr good news».

Die Plakate und Unterlagen seien am Dienstag an die rund 2‘000 katholischen Pfarreien der Schweiz verschickt worden, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Simon Spengler, zur Nachrichtenagentur SDA. Sie hätten bereits eine Woche früher auf die Post gehen sollen, wurden aber überarbeitet, weil die «Good news» für die Kirche in Zeiten von «Bad news» über Missbrauchsfälle zur denkbar schlechtesten Zeit kamen.
Laut Spengler wurden folgende Punkte verändert: die Predigt des ehemaligen Weihbischofs Peter Henrici, die Fürbitten und der Begleitbrief des Einsiedler Abts Martin Werlen. Sie alle wurden mit Aussagen und Bezügen zu den Missbrauchsfällen ergänzt. Ein Begleitbrief legt zudem dar, weshalb die Kirche trotz dieser Umstände an der Kampagne festhält.
Wie die Bischofskonferenz in einer Mitteilung schreibt, soll die Kampagne im Rahmen des jährlichen Mediensonntags vom 16. Mai «zu einem kritischen Nachdenken über die Medien anregen und sich auch selbst der Kritik stellen». Sie erschöpfe sich aber nicht in Plakaten und Gottesdiensten – schliesslich gehe es nicht ums Image, sondern um Taten. Auf der Website zur Kampagne will die Kirche deshalb gute Nachrichten von guten Taten sammeln «und so ein kleines Gegengewicht zur Medienwelt setzen, welche den Wert von News an Konflikten und Skandalen misst».

Eurovision TV Summit: Deltenre plädiert für Service-Public-TV mit Profil

Ingrid Deltenre hat am Mittwoch mit einem engagierten Plädoyer für das öffentlich-rechtliche Fernsehen den Eurovision TV Summit in Luzern eröffnet. Um das Vertrauen zu gewinnen, seien Investitionen in Qualität, Innovation und ein Dialog mit dem Publikum nötig.

Für die Generaldirektorin der European Broadcasting Union EBU braucht es den Service Public bei den Medien auch in Zukunft. Er spiele eine wichtige Rolle, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, sagte Deltenre zum Auftakt des Treffens der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Die grössere TV-Auswahl für Zuschauer sowie die zunehmend unter Duck kommende Finanzierung und Unabhängigkeit der Fernsehstationen seien eine Herausforderung. Daher stelle sich für das öffentlich-rechtliche Fernsehen die Frag, wie das Vertrauen des Publikums gewonnen werden könne.
Für Deltenre bedarf es dazu eines profilierten, unverwechselbaren Programms. Das heisst konkret: Investitionen in die Qualität, Innovation und Aufbau eines Dialoges mit dem Publikum. Die einzelnen Sendestationen könnten sich darauf verlassen, dass die EBU sie unterstütze, sagte Deltenre weiter. Sie sei zuversichtlich, dass es durch Zusammenarbeit möglich sei, «das Gute populär und das Populäre gut» zu machen und so das Vertrauen der TV-Publikums auf eine gute Basis für die Zukunft zu stellen.

Der iPad und die Werbung

Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier zum neuen Medien-Liebling iPad.

Der iPad ist in aller Munde. Das neue Must-Have von Apple fasziniert nicht nur die Technik-Freaks – die sind sogar eher kritisch und mosern, dass beim neuen Wunderapfel keine USB-Schnittstelle vorhanden sei, eine Kamera fehle und dass man damit nicht telefonieren könne. Wie wenn irgendjemand einen iPad zum Fotografieren oder Telefonieren brauchen würde. Sähe auch ziemlich doof aus, sich ein knapp A4 grosses und 600 Gramm schweres Ding ans Ohr zu halten oder damit Schnappschüsse fürs digitale Fotoalbum zu machen. Begeistert hingegen sind die Apple-Fan-Gemeinde und die Verlagsmanager. Hoffen diese doch, dass das neue Gerät den Durchbruch bei Bezahlinhalten für die gedruckte Presse schafft. Dass dies gelingen könnte, ist sehr wohl möglich, denn die Integration von Text, Bild, Film, Ton und Interaktivität ist schon sehr verlockend.
Jeder, der schon mal mit einer der neuen Apps von Paris-Match oder Sports Illustrated rumgespielt hat, ist begeistert und merkt, dass eine neue faszinierende Dimension des Medienkonsums auf uns zukommt. Neben dem nostalgischen Papierrascheln der gedruckten Zeitung oder Zeitschrift tritt nun die Faszination einer neuen Medienwirklichkeit. Mit einem gestylten Gadget, das nicht nur unterwegs, sondern auch auf dem Designer-Sofa eine gute Figur macht, jederzeit und überall auf attraktive Medieninhalte zugreifen zu können, macht schon Spass. Das dürfte vielen Mediennutzern auch etwas wert sein.
Auch für die Werbung eröffnen die Media-Apps neue Möglichkeiten. Der Weg von der klassischen Anzeige über zusätzliche Produktinformationen bis hin zum Film und zur Anmeldung für eine Probefahrt ist zum Beispiel für eine Automobilwerbung nur noch ein Fingerschnipsen weit. Je attraktiver die Medieninhalte in Zukunft aufbereitet werden, desto attraktiver muss auch die Werbung sein, denn sonst fällt sie ab und wird nicht mehr beachtet. Es ist also zu hoffen, dass sich die Werbeagenturen schon sehr rasch mit den Möglichkeiten des neuen Mediums vertraut machen. Falls nicht, würde das passieren, was schon bei vielen damals neuen Medien passierte: Vor lauter Abwarten und Bedenken äussernd wurden die Agenturen von neuen spezialisierten Anbietern rechts überholt und verpassten das Geschäft. Das war so bei der Direktwerbung und setzte sich fort bei der Online-Werbung. Vielleicht sind sie heute klüger. Es wäre zu hoffen.

Südostschweiz Medien schreiben positives Ergebnis

Die Südostschweiz Medien in Chur haben das schwierige Jahr 2009 mit einem knapp positiven Ergebnis abgeschlossen. Das Bündner Medienunternehmen weist einen Jahresgewinn von 300'000 Franken aus.

Das Medienjahr 2009 sei geprägt gewesen von sinkenden Anzeigeeinnahmen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank um 5.1 Millionen auf 127 Millionen Franken, der Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern Ebita um 1.3 Millionen auf 5.1 Millionen Franken, Die Südostschweiz Presse und Print sowie die Südostschweiz Publicitas hätten mit einem insgesamt um 3.4 Millionen Franken schlechteren Betriebsergebnis abgeschlossen.
Das letzte Jahr stand laut Firmenangaben im Zeichen der Vorbereitungsarbeit für das neue Medienhaus. Das neue Gebäude wird in Chur gebaut und voraussichtlich Mitte 2012 bezogen. Darin umgesetzt werden soll die so genannte Medienkonvergenz, die Zusammenarbeit von Print, Online, Radio und Fernsehen. Auf Chur wurde in den letzten zwei Jahren auch das Druckgeschäft ausgerichtet, die Filialen Samedan, Arosa, Maienfeld und Bonaduz geschlossen. Neu in die Südostschweiz Medien integriert wurden die Zeitschrift Terra Grischuna, eine Beteiligung an der Ergo Use Swiss und ein Medizinzeitschriftenverlag mit 26 Mitarbeitenden. Aufgelöst wurde die Beteiligung am nationalen Online-Netz News 1.
Die Südostschweiz Medien haben die Beschäftigung seit drei Jahren mit rund 1‘000 Arbeitsverhältnissen halten können. Zum Teil seien alte Arbeitsplätze verloren gegangen. Sie seien durch neue Stellen im Bereich der digitalen Welt kompensiert worden, hiess es.

«… möchten es nicht versäumen, Ihnen hiermit mitzuteilen, dass …»

Ewiggestrige Formulierungen und trockene Floskeln verwandeln jeden Brief in ein unpersönliches Standardschreiben. Tipps, wie Sie bei Ihren Kunden garantiert punkten. Von Gabriela Baumgartner, lic. iur., LL. M., Redaktorin und Arbeitsrechtsspezialistin beim Beobachter- Beratungszentrum.

Floskeln sind ein Ärgernis. Für Ihre Kunden und für Sie. Ihren Kunden stehlen diese nichtssagenden, sperrigen Formulierungen Zeit, denn sie vermitteln keinerlei wichtige Informationen. Ob Sie etwas «nicht versäumen möchten», interessiert Ihren Kunden ebenso wenig, wie dass Sie sich durch Rücksendung bestimmter Unterlagen «entlastet» fühlen. Sie müssen Ihrem Geschäftspartner auch nicht zu Beginn eines Briefes mitteilen, dass Sie ihm gleich etwas mitteilen werden («Hierzu teilen wir Ihnen nachstehend mit, dass …»). Wenn Ihr Empfänger Ihr Mail vor Augen hat oder Ihren Brief in den Händen hält, will er vor allem wissen, was Sie ihm mitzuteilen haben. Solange Sie in Ihren Briefen solche Floskeln statt eigener, frischer Formulierungen verwenden, werden Ihre Mitteilungen unbeachtet im Papierkorb landen oder im schlimmsten Fall beim Kunden den Eindruck hinterlassen, er werde mit ein paar Standardphrasen abgespeist statt als Kunde umworben.
Kommen Sie zur Sache!
Die schriftliche Ausdrucksweise hat sich seit Aufkommen der elektronischen Kommunikationsmittel stark verändert. Heute wird mehr geschrieben denn je. Damit sich Ihre Mitteilungen aus der Masse herausheben und vom Empfänger beachtet werden, müssen sie kurz, direkt und ohne Floskeln formuliert sein. Ihr Kunde soll Ihre Botschaft nicht aus sperrigen Formulierungen, ellenlangen Schachtelsätzen und unverständlichen Fachausdrücken herauslesen müssen. Dazu ist ihm die Zeit zu kostbar. Verzichten sie auf komplizierte, bürokratische Einleitungen. Kommen Sie zur Sache. Und zwar so rasch als möglich. Betonen Sie nicht Ihre Vorgehensweise («In Beantwortung Ihres Schreibens …»), sondern stellen Sie Ihren Kunden ins Zentrum, indem Sie ihn direkt ansprechen («Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort»). Bitten Sie am Schluss des Briefes nicht distanziert um «Kenntnisnahme», sondern verabschieden Sie sich mit einer klaren Aussage («Danke, dass Sie uns bis Ende Woche Bescheid geben»). Und haben Sie keine Angst, dass Ihre Direktheit unhöflich wirken könnte. Mit einer persönlichen Grussformel hinterlassen Sie bei Ihrem Kunden einen sympathischen Eindruck. Vielleicht beenden Sie Ihren nächsten Brief statt mit «Freundlichen Grüssen» mit «Beste Grüsse aus dem nebligen Zürich» oder mit «frühsommerlichen ¬Grüssen»?
Diese Formulierungen können Sie aus Ihrem Wortschatz streichen:
– Wir hoffen, Ihnen mit diesen Unterlagen gedient zu haben, und verbleiben. Besser: Haben Sie Fragen zu unserem Angebot? Sie erreichen unsere Beratungsabteilung …
– Wir möchten Ihnen mitteilen … Besser: Ihre Bestellung ist eingetroffen. Bitte lassen Sie uns wissen, wann wir sie ausliefern dürfen.
– Bezüglich Ihres Anrufes können wir Ihnen mitteilen … Besser: Wir kommen zurück auf unser Telefongespräch. Ihre Bestellung werden wir …
– Wir möchten es nicht versäumen, Ihnen zu danken. Besser: Für die angenehme Zusammenarbeit danken wir Ihnen.
– Für Ihre Bemühungen danken wir Ihnen. Besser: Haben Sie vielen Dank, dass Sie diese Nachlieferung so rasch wie möglich ausführen.
– Wir erlauben uns, Sie daran zu erinnern, dass … Besser: Danke, dass Sie uns bis Freitag Bescheid geben. Oder: Vielleicht haben Sie übersehen, dass Ihre Antwort noch aussteht.
– Zu Ihrer Kenntnisnahme erhalten Sie … Besser: Als Beilage erhalten Sie den gewünschten …
Buchtipp
«Professioneller schreiben», 180 Brief- und Vertragsvorlagen für den Schweizer Geschäftsalltag, Beobachter-Ratgeber, 315 Seiten, CHF 58.–, ISBN 978 3 85569 421 1.
Die Autorin: Gabriela Baum­gartner ist Juristin und Redaktorin beim Beobachter-Beratungszentrum und Autorin verschiedener Sachbücher zum Thema Schreiben. Neben ihrer Tätigkeit beim Beobachter leitet sie Schreibseminare, unter anderem für den Kaufmännischen Verband.
1290580962_img100421_beobachter
Benötigen Sie eine Rechtsberatung?
Das Beobachter-Beratungszentrum bietet Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine telefonische Expertenberatung zu Rechtsfragen Ihrer Firma an – 6 Monate für nur Fr. 99.–. Bestellen Sie das Beratungs-Package für KMU unter
www.beobachter.ch/kmu oder 0800 83 0800.

Journalismus als «Ökosystem»

Ein Grossteil der Werbeerlöse, die bisher Redaktionen finanziert haben, fliessen künftig absehbar entweder zu Suchmaschinen wie Google und in soziale Netzwerke wie Facebook oder Youtube. Andere einst einträgliche Werbemärkte lösen sich ganz und gar in Luft auf, weil beispielsweise Kleinanzeigen online längst gratis zu haben sind. Gastkommentar von Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus-Observatoriums an der Universität Lugano.

Von Wunschdenken war deshalb mehrfach die Rede, als sich Medienexperten bei einer internationalen Konferenz in Wien über die Zukunft des Journalismus die Köpfe heiss redeten. Der Workshop wurde vom Medienhaus Wien gemeinsam mit der Schweizer Journalistenschule MAZ und dem European Journalism Observatory der Universität Lugano veranstaltet.
Phil Meyer, der Grandseigneur der US-amerikanischen Journalismusforschung, hofft auf die Spendenbereitschaft seiner Landsleute und auf philanthropische Aktivitäten, wie sie sich etwa mit Pro Publica entfalten, einer Mäzenateninitiative, die für ihre journalitisch-investigativen Leistungen soeben ihren ersten Pulitzer-Preis einheimsen konnte. Alan Rusbridger, der als Chefredakteur des Guardian zu den Wegbereitern eines hochwertigen Online-Journalismus zählt, verspricht sich dagegen von Subventionen als Ultima Ratio die Rettung des Journalismus – wobei offen blieb, ob der Staat den ohnehin unter hohen Steuer- und Schuldenlasten stöhnenden Bürgern direkt in die leeren Taschen greifen oder die Gebührengelder für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk umverteilen soll, wenn die traditionellen Einkünfte der Verlage aus ihren Printmedien weiter versiegen.
Derweil hat das Project for Excellence in Journalism in seinem neuen Jahresbericht vorgerechnet, dass allein in den USA die Zeitungsredaktionen in den letzten drei Jahren um 15 000 Journalisten geschrumpft sind – das sind mehr als ein Viertel aller Jobs, die es 2007 noch gab. 1,6 Milliarden Dollar haben die Verlage seither an ihren Redaktionen Personalkosten eingespart. Machen wir uns nichts vor: Das «Ökosystem» Journalismus ist existenzgefährdet, denn auch die besten Redaktionen sind auf die Vorleistungen von tausendundein anderen Newsrooms angewiesen.
Solch massive Einschnitte lassen sich weder durch Citizen «journalism» (welch absurde Wortschöpfung: Würden Sie sich einem dahergelaufenen Citizen-Rechtsanwalt oder einem Citizen-Arzt anvertrauen?) noch durch Spenden, noch durch Subventionen auffangen. Was die Spenden anlangt, genügt ein kurzer Blick in die Statistiken. Der Anteil milder Gaben am Sozialprodukt westlicher Industrieländer bewegt sich eher im Promillebereich. Lediglich in den USA erreichte er knapp zwei Prozent – das war allerdings noch vor der Krise. Dass die Spendenbereitschaft drastisch zunehmen wird, nur weil der Journalismus ausblutet, ist eher unwahrscheinlich. Und aus vielfachen Gründen dürften Mäzene wie Bill Gates, aber auch Durchschnittsverdiener ihre karitativen und philanthropischen Aktivitäten kaum in nennenswerter Weise umschichten, um notleidende Journalisten zu unterstützen, statt – sagen wir einmal – Malariaforschung zu fördern oder den Erdbebenopfern auf Haiti zu helfen.
Staatliche Subventionen wiederum würden die Probleme des Journalismus eher verschärfen als sie lösen. Wer am Tropf hängt, verliert seine Unabhängigkeit. Und wer die vergleichsweise schlanken Redaktionen von NZZ, FAZ, Guardian oder CNN mit denen der SRG, der ARD oder der BBC vergleicht, sollte zumindest ahnen, dass staatlich geförderter Qualitätsjournalismus nicht gerade billig zu haben ist.
Weshalb ich Meyer und Rusbridger nur mein eigenes Wunschdenken entgegenzusetzen vermag: Mögen die Verlage, statt alles gratis ins Netz zu stellen, was sie gedruckt noch verkaufen möchten, endlich – wie es jetzt Le Monde, Le Figaro, Times und demnächst auch die New York Times ausprobieren – ihre Online-Leserinnen und -Leser davon überzeugen, dass journalistische Qualität und Unabhängigkeit auf Dauer nicht gratis zu haben sind. (Ein weiteres Unwort: Der «Paywall» – kein Chocolatier und kein Uhrenfabrikant käme auf die Idee, von einer «Bezahlschranke», gar von einer «Mauer» zu reden, nur weil er von seinen Kunden für die Ware, die er liefert, eine faire, angemessene Gegenleistung erwartet).
Wie wird es um den Journalismus im Jahr 2020 bestellt sein? Die Antwort wird letztlich davon abhängen, ob es den Medienschaffenden gelingt, die Zahlungsbereitschaft der Publika zu verändern – aber, bitte schön, schon um das Selbstbewusstsein der Redaktionen zu stärken, in Form von Flatrates, Online-Subskriptionen oder Micropayments und nicht von Spenden, um die zu betteln wäre und deren Aufkommen in Krisenzeiten ähnlich volatil ist wie der Anzeigenmarkt.
Da es beim anspruchsvollen, rechercheintensiven Journalismus «nur» um ein kleines Marktsegment geht, stehen die Chancen nicht so schlecht, dass dies mit geschickter, kreativer und entschlossener Überzeugungsarbeit gelingen könnte. Dafür fehlt es in der Schweiz inzwischen allerdings an Plattformen, um das Nötige zu kommunizieren – «journalistisch» und nicht nur in Form von PR und Werbung, die weit weniger glaubwürdig sind. Die New York Times macht das anders, ja geradezu vorbildlich: Durch kontinuierliche, ausführliche Berichterstattung im redaktionellen Teil zur Krise der Zeitungen hat sie ihre Leserinnen und Leser darauf vorbereitet, dass hochwertiger Journalismus nicht mehr gratis zu haben sein wird.
(PS «Medienschaffende»: Auch dieses abscheuliche, geschlechtsneutrale und in der Schweiz populäre Wortungeheuer habe ich bewusst gewählt, weil es in diesem Fall um eine kommunikative «Gemeinschaftsaufgabe» von Journalisten und Medienmanagern geht – sozusagen über die ohnehin einsturzgefährdete «Chinesische Mauer» hinweg, die eigentlich Redaktion und Verlag trennen sollte. Selbst PR-Leute und Werbetreibende sollten mittun und begreifen, dass glaubwürdiger Journalismus auch für ihren Kommunikationserfolg massgeblich ist – sei es als Sparring-Partner, sei es als Werbeumfeld.)

Aufgefallen

Aufgefallen sind der Werbewoche diesmal die Absolventen des Kurses Medienmanager des Medieninstituts der Schweizer Presse sowie ein Ideenwettbewerb, der das Eidgenössische Musikfest in St. Gallen bekannt machen soll.

Beste Note für Festland
Im Juni 2011 findet das Eidgenössische Musikfest in St. Gallen statt. Mit einem öffentlichen Ideenwettbewerb wollen die Organisatoren den Event bekannt machen. Den grössten Anklang fand bei der Jury das Konzept «Auftakt»: Zwei enorme Achtelsnoten, errichtet aus einem alten Doppel-Gastank in der Nähe der Musikbühne. Komponiert wurde die siegreiche Idee von der Agentur Festland in St. Gallen.
1290580961_img100421_festland
Medienmanager 2010
Den Kurs Medienmanager des Medieninstituts der Schweizer Presse erfolgreich abgeschlossen haben: Andrea Bütler-Hufschmid, Neue Luzerner Zeitung AG, Roman Häring, Publicitas Publimedia AG, Christian Hug, Pfister AG, Henrik Jasek, Publicitas AG, André Dummermuth, Publicitas Publimag AG, Tanja Laube, AZ Medien AG, Roman Spirig, Radio Central, Sabrina Wägli, Axel Springer Schweiz AG (v. l.). Nicht auf dem Bild: Ruedi Minger, Verlag Finanz und Wirtschaft AG, Harry Stöckler, rva Druck und Medien AG. Die Werbewoche gratuliert!
1290580961_img100421_gruppe

Ringier 2009 mit massivem Gewinneinbruch

Ringier hat im Jahr 2009 einen massiven Einbruch beim Jahresgewinn verzeichnet. Der Jahresgewinn nach Steuern sank um 72,4 Prozent auf 17,2 Millionen Franken. 2009 erwirtschaftete der Medienkonzern einen Umsatz von 1,3 Milliarden Franken. Gegenüber dem Rekordjahr 2008 bedeutet dies einen Rückgang von 15,6 Prozent.

Zwar sanken die digitalen Erlöse von 130,5 Millionen Franken im Vorjahr auf 112,3 Millionen. Die Erlöse der einzelnen Produkte konnten jedoch fast durchwegs gesteigert werden. So generierte beispielsweise das Nachrichtenportal Blick.ch einen Gewinn. Der Anteil der digitalen Erlöse am Gesamtumsatz nahm auf 8,7 Prozent zu.
Auf dem Schweizer Markt musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 9,5 Prozent hinnehmen. In Osteuropa ging der Umsatz um 20,5 Prozent, in Asien um 25,9 Prozent zurück.
Einen zusätzlichen negativen Einfluss hatten in Osteuropa – insbesondere in Tschechien und der Slowakei – die schwachen Währungen. Besonders schlecht lief das Geschäft in Rumänien, am besten in Serbien.
Trotz Gewinneinbruch ist Konzernchef Christian Unger «hoch zufrieden». Nicht viele Unternehmen verkrafteten einen solchen Umsatzrückgang, so Unger. Dank frühzeitig eingeleiteter Sparprogramme – die Aufwendungen gingen um 13,4 Prozent zurück – sei die Gewinnschwelle gehalten worden. Weltweit hat Ringier 681 Stellen abgebaut, allein in der Schweiz deren 328. Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch 7448 Mitarbeitende, 3082 davon in der Schweiz.
In den grossen Märkten gibt es laut Unger im laufenden Jahr noch keine Anzeichen für eine Erholung. Im kleinen asiatischen Markt sieht er zwar erste Hoffnungsschimmer. Insgesamt rechnet der Konzernchef allerdings frühestens Ende Jahr mit einem Aufwärtstrend.
Laut Verwaltungsratspräsident Michael Ringier wird auch die Zahl der journalistischen Arbeitsplätze eher wieder steigen. Die grossen Investitionen von 97 Millionen Franken – unter anderem in den Newsroom – zeigten zudem, dass der Konzern an die Zukunft der Printmedien glaube. Investiert werde auch in die Qualität des Journalismus, versicherte Ringier. imp
get_footer();