Die Migros ist die stärkste Marke der Schweiz

Die Young & Rubicam Gruppe hat den neuen BrandAsset Valuator vorgestellt. In der grössten Markenstudie der Schweiz wird mit der Migros erstmals auch «die stärkste Marke der Schweiz» publik gemacht. Dazu kommt an den Tag: In der Krise besinnen sich die Schweizer auf ihre traditionellen Werte und Tugenden. Aber Internet ist bei allen Generation zum wichtigsten Medium geworden.

Die grösste Markenstudie der Schweiz baut auf eine Datenbank von über 1100 Marken und führt über das Marktforschungsinstitut GfK rund 1000 intensive Befragungen durch. Gescannt werden Konsumenten zwischen 18 und 74 Jahren. Analysiert werden in der Abfrage 128 verschiedene Werte. Die Studie gibt es seit 1995. Seit 2006 wird sie jährlich durchgeführt. Erstmals – auf Grund der modernen Neugier heutiger Medien – wird in diesem Jahr auch «die stärkste Marke der Schweiz» errechnet. Migros hat es geschafft. Sie ist in drei von vier Dimensionen –wie zum Beispiel „Sympathie“- zur stärksten Marke gereift. Nur im Bereich «Differenzierung» hat das – extrem vielschichtig cumulierte – Unternehmen keine Superpunkte sammeln können.
Die Konkurrenten Coop und Denner finden sich nicht unter den Top 20. Coop holt aber seit der Führung durch Hansueli Loosli jährlich um rund 10 Plätze auf, wie Caspar Coppetti, Chief Strategy Officer Y&R Gruppe, als Studienleiter des Valuators erklären konnte. Zudem werden bei der Migros viel mehr Produkte unter der orangen Eigenmarke verkauft, während sich bei Coop die Gunst der Konsumenten auf eine kaum mehr überblickbare Zahl von Markenartikeln in den Regalen verteilen muss.
Vor der Migros in der aktuellen Studie waren bei der letzten Forschung noch Nespresso und Google die grossen Aufsteiger. Tilsiter fiel damals raus und ist jetzt wieder drin. Eine «Jojo»-Marke sei Swatch, die im letzten Jahr drin und jetzt wieder draussen ist. Aktuell nicht mehr dabei sind auch Ragusa, Lego und Kellog’s. Gegenüber den helvetischen Powerbrands können sich nur wenige ausländische Marken wie Coca Cola, Ikea oder Nivea behaupten. Neu eingewandert sind Knorr und Magnum. Aus der Schweiz schaffte es unter die 20 stärksten Marken neu auch die Traditionsmarke Lindt.
«Alle Marken in den Top 100 sind sehr starke Marken. Wer es unter die Top 20 schafft, gilt in der Schweiz als Superbrand», meinte Urs Krucker, Projektleiter Customer Insight. Auffallend ist, dass 15 der 20 Top-Marken Brands für Lebensmittel sind. Logisch erklärbar, da wir beim Einkaufen täglich damit in Berührung kommen. Im Aufwind sind auch wieder die Banken-Logos. Hier schneiden die Regionalbanken als Marken besser ab als die global tätigen. Deutlich am Zulegen ist PostFinance.
Wie effizient antizyklisch werben tatsächlich wirken kann, konnte CCO Markus Gut am Beispiel Axa Winterthur aus der Studie heraus lesen. Die Versicherung hat in der vergangenen Krise ihre Budgets um 33 Prozent hochgefahren und als Gewinn ein Drittel an Markenstärke zulegen können.
Weit entfern von ihrem Stellenwert, den sie «in den guten alten Zeiten» noch hatten, werden heute die Marken von Autos bewertet. Moderne Zeitbürger definieren sich nicht mehr über einen Mercedes oder BMW. Attraktiver bewertete Marken sind SBB oder Mobility.
Rückbesinnung auf Schweizer Tugenden
Bei der Studie läuft ein Trend synchron: Nicht nur Schweizer Marken sind bei den Schweizer Konsumenten hoch im Kurs. Auch schweizerische Werte sind mehr denn je gefragt. «Das Bedürfnis nach Sicherheit ist gestiegen und die Bereitschaft zum Risiko gesunken», weiss Coppetti. Bei den Werthaltungen der Schweizer zeigt sich eine Rückbesinnung auf traditionell schweizerische Tugenden wie Pflicht, Fleiss und Zuverlässigkeit sowie gemeinschaftliche und familiäre Werte. Dem Typ «Mainstream» gibt man aktuell die besten Chancen. Der «Reformer» hat es momentan schwer. Dieser kritische Menschentyp hat in der aktuellen Studie die tiefsten Werte seit der Einführung des Valuators. Zur Beruhigung kann aber angemerkt werden, dass Umweltbewusstsein und eine nachhaltige Verantwortung beim Konsumieren heute bereits allgemein verlangter «Mainstream» geworden sind.
Die Finanzkrise und politische Angriffe aus dem Ausland sorgten im letzten Jahr für turbulente Zeiten. Als Reaktion darauf scheinen sich die Schweizer auf helvetische Werte und Tugenden zu besinnen. So gewinnt gemäss Valuator gegenüber den Vorjahren die Sicherheit in der Gemeinschaft an Bedeutung. Familie, Sicherheit und Heim sind wieder zentralere Anliegen der Schweizer. Die Zustimmung, dass verheiratete Paare Kinder haben sollten, steigt ebenso (+ 5 Prozent Zustimmung), wie diejenige, dass eine Frau «nur dann glücklich und erfüllt ist», wenn sie ihrer Familie ein harmonisches zu Hause geben kann (+ 8 Prozent Zustimmung). Auch Pflicht, Fleiss und Zuverlässigkeit sind Werte und Tugenden, welche in der Schweizer Bevölkerung an Bedeutung zulegen.
Mit der Rückbesinnung auf diese Werte lässt sich auch ein Teil des Erfolgs der Migros erklären. Das orange M steht für gemeinschaftliche Werte, führt viele einheimische Produkte im Sortiment und bietet auch ein krisenresistentes Preis/Leistungs-Verhältnis.
Im Trend ist wie erwartet auch das Downaging. Die wichtigsten Marken für Leute über 50 sind in ihren jeweiligen Kategorien die ansonsten jugendlich eingestuften Mini, Ikea und Danone.
Das Internet wie erwartet wichtigstes Medium
Das wichtigste Medium der Schweizer ist das Internet, gefolgt von Mobiltelefon, TV und Radio. Dies zeigen die Resultate der grössten Schweizer Markenstudie, BrandAsset Valuator der Young & Rubicam Gruppe. In der Schweiz bewerten 44,6 Prozent der befragten Personen das Internet aus persönlicher Sicht als «sehr wichtig», dicht gefolgt vom Mobiltelefon (44,0), TV (35,6) und Radio (29,9). Mit der rasanten Verbreitung des Mobilen Internets findet zusehends eine Verschmelzung der beiden Medien statt: Immer mehr Schweizer sind ständig online.
In der Internetnutzung herrscht jedoch ein deutlicher Generationenkonflikt. Während 61,3 Prozent der 18-34 Jährigen das Internet als sehr wichtig erachten, sind es bei den 34-64 Jährigen 36,4. Im Segment der über 64 Jährigen ist das Internet nur noch für 26,0 Prozent sehr wichtig. Zu sagen ist dazu auch, dass im Internet immer mehr alle Funktionen der anderen Medien gebündelt werden. Man kann über den Computer online seine Zeitung lesen, TV gucken oder Musik hören.
Die Krise ruft nach relevanter Information. Infotainment verliert etwas an Stellenwert. Von der Krise profitiert haben deshalb die Medienmarken, die für journalistische Qualität stehen wie Tages-Anzeiger, NZZ am Sonntag, SonntagsZeitung oder Finanz und Wirtschaft. Blick oder 20 Minuten werden als «weniger wichtig» wahrgenommen oder stagnieren. Mehrere digitale Brands laufen etablierten Marken den Rang ab. Die Portale Google und Bluewin aber auch die Social Media Plattformen Youtube und Facebook sowie das iPhone etablieren sich endgültig als generationenübergreifende digitale Powermarken.
Andreas Panzeri

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Startbahnwest lädt für Carlsberg zur Football-Beach-Party

Die Biermarke Carlsberg nutzt das Fussballfieber zur WM, um Ihr Engagement für die Schweizer Nationalmannschaft zu kommunizieren. Gemeint sind damit jedoch nicht die Ballkünstler auf dem Rasen, sondern jene im Sand: die Schweizer Beach-Soccer-Nati.

Startbahnwest entwickelte dazu für Carlsberg eine Promotion, die sich rund um Spiel und Spass im Sand dreht.Im Zentrum der Promotion steht die Carlsberg Football-Beach-Party, die am 20. August im City Beach in Basel stattfinden wird. An der Strandparty haben die Gäste auch die Gelegenheit, ihre Soccer-Künste mit jenen von Stephan Meier und Dejan Stankovic zu messen. Die beiden Beach-Soccer-Nationalspieler standen für die Promotion auch als Models vor der Kamera.
Startbahnwest konzipierte für die Schweiz Gastro-Promotion Plakate, Thekensteller und Glückslose, welche in über 1000 Carlsberg-Bars eingesetzt werden. Zudem war die Agentur verantwortlich für die Gestaltung der Promotionswebseite. Auf dieser findet man neben Informationen zur Promotion auch Beach-Soccer-Videos, Hinweise zu den Schweizer CityBeaches und ein unterhaltsames Online-Game. Sowohl über die Gastronomie als auch über die Webseite werden Tickets für die Carlsberg Football-Beach-Party verlost. Das Event wird im Sommer im Rahmen einer Medienkooperation mit Blick am Abend noch weiter beworben.
Verantwortlich bei Carlsberg: Esther Stalder (Brandmanagerin), Lukas Porro (Brandmanager). Verantwortlich bei Startbahnwest: Branka Vodopija, Chantal Weibel (Beratung), Gesine Dittrich (Art Direction), Christian Baur (Grafik), Natasa Maricic, Dominique Wirz (Text). Foto: Alex Colle. Hair und Make-up: Michèle Oberholzer. Web: Onemotion, Martin Hochuli.
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Die Migros ist die stärkste Marke der Schweiz

Die Young-&-Rubicam-Gruppe hat den neusten Brand-Asset-Valuator vorgestellt.

Schweizer Marken und schweizerische Werte sind bei den Schweizer Konsumenten hoch im Kurs. Unter den 20 stärksten Marken befinden sich neu die Schweizer Traditionsmarken Lindt und Tilsiter. Bei den Werthaltungen der Schweizer zeigt sich eine Rückbesinnung auf traditionell schweizerische Tugenden wie Pflicht, Fleiss und Zuverlässigkeit sowie gemeinschaftliche und familiäre Werte. Das wichtigste Medium der Schweizer ist das Internet, gefolgt von Mobiltelefon, TV und Radio. Dies zeigen die Resultate der grössten Schweizer Markenstudie, Brand-Asset-Valuator der Young-&-Rubicam-Gruppe.
Die Migros ist zum ersten Mal die stärkste Marke der Schweiz. Im letzten Jahr waren noch Nespresso und Google die grossen Aufsteiger. Tilsiter fiel damals raus und ist jetzt wieder drin. Gegenüber den helvetischen Powerbrands können sich nur wenige ausländische Marken wie Coca-Cola, Ikea oder Nivea behaupten.
Rückbesinnung auf Schweizer Tugenden
Die Finanzkrise und politische Angriffe aus dem Ausland sorgten im letzten Jahr für turbulente Zeiten. Als Reaktion darauf scheinen sich die Schweizer auf helvetische Werte und Tugenden zu besinnen, wie Caspar Coppetti, Chief Strategy Officer bei der Young-&-Rubicam-Gruppe meint. So gewinnt gemäss Valuator gegenüber den Vorjahren die Sicherheit in der Gemeinschaft an Bedeutung. Familie, Sicherheit und Heim sind wieder zentralere Anliegen der Schweizer. Die Zustimmung, dass verheiratete Paare Kinder haben sollten, steigt ebenso (+ 5 Prozent Zustimmung) wie diejenige, dass eine Frau «nur dann glücklich und erfüllt ist», wenn sie ihrer Familie ein harmonisches Zuhause geben kann (+ 8 Prozent Zustimmung). Auch Pflicht, Fleiss und Zuverlässigkeit sind Werte und Tugenden, welche in der Schweizer Bevölkerung an Bedeutung zulegen.
Das Internet ist das wichtigste Medium
In der Schweiz bewerten 44,6 Prozent der befragten Personen das Internet aus persönlicher Sicht als «sehr wichtig», dicht gefolgt von Mobiltelefon (44,0), TV (35,6) und Radio (29,9). Mit der rasanten Verbreitung des mobilen Internets findet zusehends eine Verschmelzung der beiden Medien statt: Immer mehr Schweizer sind ständig online.
In der Internetnutzung herrscht jedoch ein deutlicher Generationenkonflikt. Während 61,3 Prozent der 18–34-Jährigen das Internet als sehr wichtig erachten, sind es bei den 34–64-Jährigen 36,4. Im Segment der über 64-Jährigen ist das Internet nur noch für 26,0 Prozent sehr wichtig.
Von der Krise profitiert haben die Medienmarken, die für journalistische Qualität stehen wie Tages-Anzeiger, NZZ am Sonntag, SonntagsZeitung oder Finanz und Wirtschaft. Blick oder 20 Minuten werden als «weniger wichtig» wahrgenommen oder stagnieren. Mehrere digitale Brands laufen etablierten Marken den Rang ab. Die Portale Google und Bluewin aber auch die Social-Media-Plattformen Youtube und Facebook sowie das iPhone etablieren sich endgültig als generationenübergreifende digitale Powermarken. pan
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Typografie schafft Markenwert

Nur auf der Grundlage einer charakterstarken Schrift kann die konsequent eingesetzte und individuelle Typografie eine beabsichtigte Wirkung erzielen. Dies hat eine Diplomarbeit an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich, Studiengang Kommunikation, gezeigt.

Wie kann ein Medium, welches zwingend unauffällig gestaltet sein soll, ein grosses Potenzial als Branding-Element aufweisen? Dieser Frage ging Stefan Lieberherr – gelernter und gegautschter Typograf – in seiner Diplomarbeit «Branding durch Typografie – Das Potenzial der Schriftwahl zur Profilierung einer Marke» nach, die er vergangenes Jahr an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) verfasst hat. Die Diplomarbeit erläutert und belegt das Potenzial der Typografie und der Schriftwahl zur Profilierung einer Marke.
Gerade weil sich eine gute Schrift über ihre Unauffälligkeit definiert, kommt sie häufig zu kurz. In einigen Projekten von Corporate Design, an denen der Autor mitgewirkt hat, wurde der Wert einer individuellen Schrift zwar erkannt, aber nicht umgesetzt. In antrainiertem Marketingslang wurde von Einzigartigkeit und Differenzierung gesprochen, doch die Schriftwahl orientierte sich dann trotzdem an Helvetica, Frutiger, Times oder gar Arial. Hauptsächlich deswegen, weil diese Fonts bereits auf sämtlichen Computern vorinstalliert sind. Mit dieser Entscheidung wird ein zentrales Element des Brandings missachtet und dessen Wirkung verschenkt.
Jeder, der bereits in London war, kennt das Gefühl, wenn er die erste Signalisation der Tube, also der U-Bahn, erblickt. Während der Flughafen noch durch eine internationale Ausstrahlung besticht, wirkt die Schrift der Tube wie ein Zeichen des Ankommens oder Nachhausekommens. Anfänglich markierte die London Underground ihre Stationen mit riesigen Beschriftungen an den Fassaden. Erst 1908 entwickelte der Geschäftsführer Frank Pick mit dem Designer Harold Stabler ein erstes visuelles Konzept. Dabei entstand das Logo mit Kreis und Querbalken. 1916 trat Edward Johnston zur ersten Überarbeitung an, ebenfalls im Auftrag von Pick. Johnston kreierte zusätzlich die serifenlose Schrift Johnston RailwaySans, die, wie das Logo auch, mit wenig Modifizierungen bis heute im Einsatz ist.
Von der Tube über die Londoner Times bis hin zu Kuoni Reisen, dem Arbeitgeber des Autors, gilt: Schrift wirkt. Und Typografie wirkt. Dass dies nur im Unterbewusstsein des Lesers vonstatten geht, wird nicht grundsätzlich angezweifelt. Aber der Autor plädiert für eine differenziertere Betrachtungsweise.
Er vertritt die Meinung, dass dem Konsumenten Schriften auffallen, die gezielt zu Branding-Zwecken eingesetzt werden, und er sich wieder an die ihn ansprechende Firma erinnern wird. «Vorausgesetzt, die verwendete Schrift – oder wenigstens deren Anwendung – lässt sich memorieren», schreibt der Autor. «Es erstaunt daher, dass Schriften oftmals nicht bewusst ausgewählt und eingesetzt werden.»
Diese Feststellung wird indirekt von der Tatsache gestützt, dass in Werken zum Thema Branding die Grundelemente der Kommunikation, Schrift und Typografie, ein Schattendasein fristen. Warum werden beim Branding ein derart wichtiger Bestandteil und dessen Wirkung schlicht verschenkt? Diese Frage beschäftigt auch die zahlreichen für die Diplomarbeit interviewten Experten im In- und Ausland.
Selbstverständlich kann der Erfolg einer Marke nicht ausschliesslich auf die verwendeten Schriften zurückgeführt werden, trotzdem gibt es etliche Beispiele, die dafür sprechen. Glaubt man mehreren Studien, die internationale Kosmetikanzeigen untersucht haben, so wurde beinahe ohne Ausnahme die Schrift Optima verwendet. Einerseits ist es schade, dass immer von derselben Schrift Gebrauch gemacht wird, andererseits bestätigt es, dass es auf die Schrift ankommt, mit der kommuniziert wird, und dass gewisse Schriften zu gewissen Branchen passen. Wäre dem nicht so, fände man auch bei Kosmetikwerbung den gewöhnlichen Schriftenmix von Helvetica, Futura, Times oder Courier. Wenn nun aber eine ganze Industriesparte auf dieses eine Typeface setzt, ist es für den Konsumenten nahezu unmöglich, einen Brand zu finden, der sich differenziert. Der bekannteste Kosmetik-Brand stellt zugleich die Ausnahme dar und bestätigt das Potenzial der eigenen Schrift: Nivea. Ein Erfolg, der zu einem grossen Teil auf der Schrift beruht. 1930 fungierte die Metroblack als Inspiration für das Logo von Nivea, und 1992 entwickelte sich daraus ein gesamter Schriftschnitt, die Nivea Bold. Wie kein anderer Brand hat Nivea seit den 30er-Jahren auf die Aussagekraft von fünf Buchstaben gesetzt. Möglich wurde dies nur, weil Nivea es ohne Ausnahme vermied, den Werbetrends zu folgen, und konsequent darauf achtete, dass ihre Typografie international wiedererkannt wurde.
Das Erscheinungsbild von Mercedes Daimler-Benz ist seit bald 12 Jahren mehr oder weniger unverändert, was einen konsequenten und stabilen Effekt hervorruft und Vertrauen schafft. Auch in der Schrift spiegelt sich eine noble und wertkonservative Haltung. Kurt Weidemann konnte die Geschäftsführung schon 1985 überzeugen, dass eine Schrift mit ein paar Schnitten nicht genüge. Bei der Corporate ASE steht A für die Antiqua, S für die Sans und E für Egyptienne. Innerhalb der Schriftsippe ASE weist jede der drei Familien mit ihren Schnitten einen spezifischen Verwendungsbereich auf: die klassische Corporate A für den Fliesstext, die S für Headlines, kurze Werbebotschaften oder klein gedruckte Informationstexte sowie die E mit einer technischen Anmutung, die für die Sparte der Nutzfahrzeuge gedacht ist. Mittlerweile bereuen die Verantwortlichen von damals, dass sie die Schrift nicht exklusiv für sich lizenziert haben. Folglich kann sich jedes Unternehmen diese Schriften zu eigen machen, was den Wert eines Corporate Fonts natürlich minimiert.
Bei manchen Brands steht jedoch der ideelle Wert vor dem monetären. Im Zeitalter der Globalisierung weisen Sprachvarianten eine grosse Nachfrage auf. Die Zeichen einer Schrift sollen auch in kyrillischen, arabischen oder chinesischen Anwendungen die gleichen Werte ausstrahlen. Porsche Design achtet darauf, dass auch eine kyrillische Anzeige die gewohnte Anmutung der Schrift beibehält. Bei einem weltweit einheitlichen Auftritt eines Unternehmens ist dies von zentraler Bedeutung.
«Brands benötigen Charakter, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Dieser kann natürlich durch die Schriftwahl angeeignet resp. unterstützt werden», bemerkt der begleitende Dozent, Max Meister. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass Konkurrenten zwar verschiedene Farben, Logos und Bildsprache einsetzen, aber gleichzeitig dieselben oder zumindest sehr ähnlich anmutende Schriften verwenden.
«Kommunikation ist Sprache, Sprache ist Schrift und Schrift ist Typografie. Genauso, wie man mit Worten nicht den richtigen Ton treffen kann, funktioniert die typografische Gestaltung nicht, wenn sie nicht mit der Aussage eines Textes oder dem Image eines Unternehmens harmoniert», führt der Autor in seiner Arbeit aus. Typografie kann gezielt eingesetzt werden und dient als Träger von Botschaften jeglicher Art: von AHV-Nummern über Liebesbriefe bis hin zu Werbetexten und Kernwerten von Unternehmensstrategien. Und dies nicht nur durch die Aussage der Buchstaben allein, sondern auch ganz konkret durch die Auswahl, Anordnung und Gestaltung, mit anderen Worten mittels Typografie und Schrift. Denn Schriften haben «Gefühle» und können diese auch vermitteln.
Offenbar beherrschen nur wenige Agenturen die Kunst der Typografie: Als Referenz untersuchte der Autor die SonntagsZeitung vom 15. Februar 2009 und fand 13 grössere Inserate, doch nur gerade 5 unterschieden sich bei den Schriftarten. Ähnliches lässt sich beim Magazin vom 14. Februar 2009 feststellen: neun Inserate mit ebenfalls nur fünf voneinander unterscheidbaren Schriften. Anzumerken ist hier, dass selbst das typografisch geschulte Auge des Autors zweimal hinsehen musste, um diese Unterschiede zu erkennen. Mit einer Helvetica oder zumindest sehr ähnlichen Schriftart buhlen in besagten Inseraten Audi, BMW, Jeep, Hyundai, Teleclub, Cablecom und Orange um die Aufmerksamkeit des Lesers. Ob jener einen Unterschied zur Univers, Frutiger oder Gill feststellen kann, die bei Peugeot, SwissLife, Raiffeisen, AXA Bank, Sunrise und der Schweizer Berghilfe verwendet werden, ist stark zu bezweifeln. Daher muss vermutet werden, dass sich diese Inserate dem Laien so präsentieren, als wären sie mit derselben Schrift gestaltet.
Dies wird in der täglichen Arbeit allzu oft ignoriert. Dabei ist die praktische Umsetzung dieser Erkenntnis, die in der Diplomarbeit anhand der Theorie, zahlreicher Beispiele aus der Wirtschaft sowie eines historischen Exkurses belegt wird, sowohl für Auftraggeber als auch Branding-Agenturen von grossem Interesse. Für Letztere mit Sicherheit auch lukrativ.
Stefan Lieberherr und Max Meister

In Kürze
Stefan Lieberherr hat an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich die Ausbildung Bachelor for Business Communications erfolgreich abgeschlossen. Heute arbeitet er in Zürich bei Kuoni Reisen AG sowohl als Gestalter als auch als Koordinator im Global Design Team. Das Bachelor-Studium ergänzt seine langjährige Gestaltungserfahrung mit strategischem Wissen, das die tägliche Arbeit bereichert und fundiert.
Max Meister ist Dozent für Strategische Kommunikation sowie Diplomarbeitsexperte an der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ sowie Managing Partner der Branding-Institute AG.

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SF: Mediensprecher wechselt zum Amt für Wirtschaft des Kantons Schwyz

Der Mediensprecher beim Schweizer Fernsehen SF, Urs Durrer, wird neuer Leiter des Amtes für Wirtschaft des Kantons Schwyz. Er löst Joana Filippi ab, die zum Flughafen Zürich wechselt.

Durrer ist Kommunikationswissenschaftler und Jurist und derzeit Leiter Media und Public Relations beim Schweizer Fernsehen. Mit seiner Führungserfahrung und seinen Kompetenzen in der Öffentlichkeitsarbeit verfüge er über wichtige Voraussetzungen, um den Wirtschaftsstandort Schwyz zu bewerben und weiter zu entwickeln, wie die Staatskanzlei am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt.

Un Poquito de Havana

Numéro 10 hat für den Rum von Havana Club ein eigenes Webradio mit Cuban-Feeling lanciert.

Ein Webradio verbreitet Kuba-Feeling über das Netz. Numéro 10 «sendet» über das neue Medium attraktiv aufgemachte Image-Werbung für ihren Kunden Havana Club. Auf www.un-poquito.ch waren bis zum 3. Juni die besten Sounds aus Kuba sowie kurze Reportagen aus Havanna zu hören.
Das temporäre Webradio verbreitete «Hot Salsa Sound für echten Cuban Spirit». Numéro 10 hat mit dem trendigen Medium einen kreativen Weg gefunden, um Werbung für ihren Kunden Havana Club und damit alkoholische Drinks zu machen. Auf dem Web¬radio konnten auf einem Livestream gleich drei Musikrichtungen angeklickt werden: «Fiesta Cuba Clubbing», «Fiesta Cuba Salsa» sowie «Fiesta Cuba Reggaeton». Die Playlisten sind von professionellen Radiomachern zusammengestellt worden, wie Gilles Aeby von Numéro 10 erklärt. Durchmixt wurden die Sounds mit kurzen Reportagen und Stimmungen aus dem Kuba von heute. Zu finden auf der Site waren auch Rezepte zum Mixen von Drinks rund um dem Rum von Havana Club. Wie bei einem «richtigen» Radio gab es natürlich auch einen Wettbewerb. Mehrmals pro Tag konnten über ein Telefonspiel 100 Franken gewonnen werden. Mit einem Casting-Wettbewerb wurden zudem fünf Salsa-Tänzerinnen gesucht. Wie die Videos auf der Radio-Site zeigten, wurden diese intensiv trainiert von einem Choreographen aus Kuba. Die Truppe ist jetzt eine der Attraktionen bei der Abschluss-Fiesta des Webradios am 3. Juni in der Zürcher Kanzleiturnhalle. Zur Aktion gehören auch diverse Massnahmen am POS. In ausgewählten Bars wurden 10‘000 kubanisch-nostalgische Singles aus Vinyl mit einem exklusiven Hit von Tony Martinez «aufgelegt».
Andreas Panzeri
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Grossen Kommunikation: Stadt Zürich fragt Eltern «OK oder KO?»

Die Mütter- und Väterberatung der Stadt Zürich soll bei Eltern von bis zu 5-Jährigen bekannter werden. Mit einer Kampagne der Agentur Grossen Kommunikation soll nun diese Ziel erreicht werden.

Das Angebot der Sozialen Dienste Sie leistet einen Beitrag zur Sicherstellung des Kindswohls und zur Prävention. Die Beraterinnen sind die professionelle Anlaufstelle bei allen Fragen zu Erziehung, Ernährung, Pflege und Entwicklung von Kindern bis zu 5 Jahren. In jedem Quartier, ohne Voranmeldung –
und erst noch kostenlos. Die Wahrnehmung der Mütter- und Väterberatung weist jedoch in der Öffentlichkeit Defizite auf: So ist das Angebot ausserhalb der verankerten «Klassiker», dem Wägen und Messen von Babys, zu wenig bekannt, schreibt die Berner Agentur Grossen Kommunikation in einer Mitteilung. Die Informationskampagne sollte daher alle Mütter und Väter der Stadt Zürich mit Kindern bis zu 5 Jahren ansprechen.
Der Slogan der Kampagne lautet dementsprechend: «OK oder KO?». In zwei Sujets werden augenzwinkernd Alltagssituationen dramatisiert, welche Eltern von Kleinkindern bekannt vorkommen dürften. Die Antwort auf den Sujets liefert die Beratung gleich selber: «Für Sie da: ihre Mütter- und Väter-Beratung»
Die Kampagne umfasst die Kommunikationsmittel Falzflyer (mit Kurzinfo in Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Albanisch, Kroatisch, Portugiesisch, Tamilisch), Tram-/Bushänger mit Dispenser für Falzflyer, Plakate sowie Thekensteller mit Dispenser für Sozialzentren, Krippen, Spitäler etc.
Die Massnahmen wurden durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich mit Medienarbeit, Website-Updates und internen Informationen unterstützt.
Verantwortlich bei Stadt Zürich, Soziale Dienste: Guido Schwarz (Leiter Kommunikation), Sibylle Mathis (Projektleiterin Kommunikation). Verantwortlich bei Grossen Kommunikation: Daniel Ehrensperger (Kreation), Karin Grossen (Beratung, Text); Fotografie: Dominic Fischer.
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Die doppelte Website

Fünfstern in Basel hat für SwissExpress ein neues Portal zum Buchen geöffnet.

Die neue Website von SwissExpress «hat einen Zwilling», erklärt Marcel Krebs von der neuen Werbeagentur Fünfstern in Basel. Konkret liegt die Raffinesse dieses Auftritts in der Struktur. Auf der gleichen Basis laufen nämlich zwei Websites parallel – die von Swissexpress.travel für Businesskunden sowie die von Ferieninsel.travel für die Privatkunden. Der Hintergrund ist der gleiche, aber die Oberfläche richtet sich mit dem Auftritt an die jeweilige Zielgruppe.
Mit dieser neuen Internetpräsenz setzt SwissExpress auf noch mehr Kundennutzen und auf ein zentrales Instrument für die Organisation der eigenen Strukturen. Die neue Website ist ein eigentliches Buchungsportal für alle grossen Touroperators, Airlines und Mietwagenanbieter.
Buchen konnte man schon früher auf der Website von SwissExpress/Ferieninsel. Allerdings wurden die unterschiedlichen ¬Frames von den verschiedenen Anbietern einfach übernommen. Revolutionär an diesen neuen Websites ist nun, dass die Anbieter nur die jeweiligen Daten übernehmen und selbst aufbereitet im eigenen Look abbilden. «Das mag zwar nur als Detail erscheinen, ist aber bei der Benutzerführung und bei der Handhabung der Suchmaschinen und Masken von entscheidender Bedeutung», wissen die Kreativen bei Fünfstern.
Um den SwissExpress/Ferieninsel-Kunden diesen bedeutungsvollen Vorteil zu verschaffen, mussten bei der Programmierung neue Wege beschritten und einige Hindernisse überwunden werden. «Es steckt viel Pionierarbeit drin – aber es hat sich für alle Beteiligten gelohnt.» Nicht zuletzt weil die neue Internetpräsenz heute auch als zentrales Bindeglied zwischen den verschiedenen Filialen fungiert. Wo früher die verschiedenen Reisebüros dezentral von den Kunden aufgesucht werden mussten, bietet die neue Website eine zentrale Oberfläche.
Ebenfalls als zentral verbindendes Element dient ein Callcenter, welche die Anrufe aufgrund der Nummernerkennung an das geografisch betroffene Reisebüro automatisch vermittelt. Zusammen mit der Neuaufschaltung erfolgte auch die regelmässige Versendung eines Newsletters sowie eine Kampagne in 20 Minuten, um die Frequenz markant zu steigern.
Alle diese Massnahmen verstärken den Auftritt nach aussen und nach innen – und sollen damit eine gänzlich neue Dynamik schaffen, die Kunden und Mitarbeitende mitreisst.
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Neuer General Manager des Basel_Karlsruhe Forum

Urban Frye wird neuer General Manager des Basel_Karlsruhe Forum. Die Trägerschaft des Forums ist eine in Basel domizilierte Stiftung, die vom Kanton Basel-Stadt, der Stadt Karlsruhe, der SRG und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza im EDA getragen wird.

Als Nachfolger des langjährigen General Manager Robert Ruoff hat der Stiftungsrat Urban Frye gewählt. Er wird seine neue Funktion als General Manager des BaKaFORUM am 01. Juli 2010 übernehmen. Frye ist ein Kenner der internationalen TV-Industrie und erfahrener Fernsehproduzent, wie es in einer Forum-Mitteilung heisst. In seiner Funktion als Redaktor und Produzent für die Sendereihe Klanghotel beim Schweizer Fernsehen betreute Frye den internationalen Einkauf von Programmen und viele eigene Produktionen, unter anderem eine 14-stündige Livesendung zum Thema Wilhelm Tell oder eine grosse Live-Show zum 40-jährigen Jubiläum des Jazz Festival Montreux. Bei der European Broadcast Union EBU war er Mitglied von Expertengruppen und betreute unter anderem auch die internationalen Formate Young Musicians und Young Dancers, die klassischen Pendants zum Eurovision Song Contest. Vor vier Jahren übernahm er den Wiederaufbau des Fernsehfestivals Rose D‘Or für Unterhaltungsformate. Er war massgeblich daran beteiligt, dass die neue Schweizer Tatort-Serie in Luzern produziert wird und ist zur Zeit damit beauftragt, für die Zentralschweiz das Büro «Filmlocation Lucerne-Switzerland» aufzubauen.
Das Forum wurde vor 48 Jahren von der SRG gemeinsam mit der European Broadcast Union EBU gegründet, und gilt heute als bedeutendste Fachtagung in Europa für aktuelle internationale Entwicklungen bei Fernseh- und Medienprogrammen mit bildenden, wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zielsetzungen. Rund 200 Medienschaffende aus verschiedenen Ländern Afrikas, Amerikas, Asiens und Europas arbeiten beim BaKaFORUM zusammen in einem globalen Netzwerk.

Teil.ch ist Feuer und Flamme für den Migros Sprint

Die Zürcher Agentur Teil.ch hat zum vierten Mal in Folge die Werbemittel für den Migros Sprint realisiert. Um den sportlichen Grossanlass Kinder und Jugendlichen schmackhaft zu machen, wurde ein dynamisches Key-Visual entwickelt.

Gestaltet wurden Plakate, Folder, diverse Templates, Diplome und die Website. Der Migros Sprint, welcher von Swiss Athletics in Zusammenarbeit mit den Kantonalverbänden organisiert wird, gehört zu den grössten Nachwuchssport-Projekten der Schweiz und bietet alljährlich über 50’000 Kindern im Alter von 7 bis 15 die Gelegenheit, Wettkampf-Atmosphäre zu schnuppern.
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Verantwortlich bei Migros-Genossenschafts-Bund: André Bucher, Caesar Keller (Sponsoring und Eventmarketing). Verantwortlich bei Swiss Athletics: Ulrich Maurer (Projektleiter Nachwuchs). Verantwortlich bei Teil.ch: Martin Zeiter, Alain Zeiter, Marie-Sophie Pascher (Konzept, Design, Realisation), Erwin Züger (Fotografie).
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CR Kommunikation realisiert Homepage Safeatwork.ch

Innert kürzester Zeit hat CR Kommunikation die neue Website Safeatwork.ch für die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS realisiert. Von der Auftragserteilung bis zur Aufschaltung verging weniger als ein Monat.

Für die Programmierung in Typo3 arbeitete die Agentur mit Internezzo zusammen. Die Weitseite ist Informationsdrehscheibe für alle Präventionsaktivitäten zum Thema Arbeitssicherheit, welche in die Zuständigkeit des Bundes und der Kantone fallen. Die Website informiert regelmässig über laufende Präventionskampagnen und will damit Arbeitgeber zu neuen,innovativen Massnahmen anregen.
Die im ersten Release vorgestellten Kampagnen betreffen die Branchen Landwirtschaft, Gebäudetechnik, Hotellerie und Fleischwirtschaft. So erfährt man zum Beispiel, dass für Landwirte ein «Überschlags-Simulator» besteht: In ihm können die Teilnehmenden direkt erfahren, wie ein Traktorsturz auf den Körper wirkt und welchen Nutzen die Sicherheitsgurte bringen. Der Simulator steht an Fachmessen zur Verfügung.
Die Agentur CR Kommunikation zeichnete verantwortlich für das gesamte Projektmanagement inklusive Inhaltskonzept, Grafik und Redaktion der Webseite sowie die Koordination mit Internezzo. Die Agentur unterstützt das Projektteam von «Safe at work» weiterhin in der gesamten kommunikativen Begleitung des Labels und der Präventionskampagnen – von Medienarbeit über Werbemittel bis hin zu Social Media-Aktivitäten.

Alles steht still

Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier hat Zeit zum Kolumne-Schreiben.

Nur gerade drei Tage nachdem die iPad-Begeisterung hohe Wellen geschlagen hat und einzelne Unentwegte sich eine ganze Nacht um die Ohren schlugen, nur um unter den Ersten zu sein, die eines der begehrten elektronischen Spielzeuge kaufen konnten, geht bei uns in der Redaktion gar nichts mehr. Ausgerechnet am Montag, wo normalerweise die Produktion der aktuellen Werbewoche ihren ersten Höhepunkt erlebt, beginnt das Desas¬ter. Zuerst steigt der Zugriff ins Internet aus, kurz darauf verabschiedet sich auch das E-Mail. Der GAU ist da!
Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, die nötigen Massnahmen getroffen respektive initiiert sind, bleibt nicht nur Zeit zur Reflexion, sondern auch zum Schreiben dieser Kolumne.
Die Situation ist schon paradox: Auf der einen Seite der iPad-Hype, der zu einem wesentlichen Teil von der ständigen Anbindung an das allumfassende und allwissende Web lebt, und daneben gleichzeitig das archaische Notfallszenario einer Redaktion, die wie in längst vergessen geglaubten Zeiten Texte per Fax erhält oder zur Autorisierung versendet, per Telefon einzelne Statements absegnen und sich Bilder per Kurier liefern lässt. Pressemeldungen gibt es keine, was in der Welt passiert, erfährt man nur durch das persönliche Smartphone, und die Website Werbewoche.ch verharrt auf dem Stand von Sonntagabend. Mittels eines Kniffes konnte we¬nigs¬tens noch eine Pannenmeldung auf der Site veröffentlicht werden.
Unser privates und berufliches Leben ist schon so stark auf das Netz ausgerichtet, dass wir erst dann merken, wie uns das Internet das Leben einfacher macht, wenn wir es nicht mehr haben. Wehe dem, der für eine Recherche eine Telefonnummer braucht: Das gute alte Telefonbuch ist schon lange im Altpapier gelandet, also bemüht man halt die Telefonauskunft oder nervt alle Kollegen. Doch im Gegensatz zu Google muss sowohl bei der Auskunft wie auch bei den Kollegen die Frage absolut korrekt gestellt sein, sonst gibt es keine Antwort. Nichts da vom vertrauten Google-Satz «Meinten Sie blabla». Zu schon lange vergessen geglaubten Ehren kommen gedruckte Lexika und Wörterbücher. Auch Fachbücher werden im hintersten Regal gesucht und erstmals wieder zu Rate gezogen.
Alles dauert länger, viel länger. Gar nicht daran denken will man, wie am nächsten Tag die Abschlussproduktion erfolgen soll. Müssen wir vielleicht sogar die fertigen Druckdaten per Kurier an die Druckerei ausliefern? Rasch ein Stossgebet an den Schutzpatron des Internets, Isidor von Sevilla, dass morgen wieder alles läuft, wie es sollte. Das mit dem Schutzpatron ist abgesehen davon kein Witz. Der gute Bischof Isidor (*560, †636) galt zu seiner Zeit als einer der gelehrtesten Menschen der westlichen Welt. In seiner Enzyklopädie «Etymologiarum sive originum libri XX» kompilierte er das gegen Ende des 6. Jahrhunderts noch vorhandene Wissen der Antike. Isidor gilt als Schutzpatron des Internets, der Programmierer und Computerbenutzer. Wikipedia via iPhone sei Dank!
Wer hat da was von iPad gesagt?
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