Neue kreative Leitung bei Advico Young&Rubicam

Die beiden langjährigen Mitarbeiter übernehmen ab sofort die Kreative Leitung von Advico Young&Rubicam und Exxtra: Dominik Oberwiler als Executive Creative Director und Martin Stulz als Creative Director.

Die beiden Kreativen zählen zu den meistausgezeichneten Werbern des Landes und sind beide Mitglieder des Art Director Clubs der Schweiz.
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Dominik Oberwiler und Martin Stulz

Heads: Leistungsranking der Agenturen

Am Dienstag ist das BSW-Umsatzranking erschienen. Der Geschäftsführer von Heads Corporate Communication BSW, Ralph Hermann, hat aus den Zahlen des BSW-Umsatzrankings ein Leistungsrating gemacht.

Denn der Umsatz alleine sage wenig aus über die Leistungsfähigkeit einer Agentur. Wenn man davon ausgehe, dass in unserer personalintensiven Branche die Personalkosten rund 60 bis 70 Prozent der Agentur-Gesamtkosten ausmachten, so sei die Ertragskraft pro Mitarbeitenden die wirklich interessante Vergleichsgrösse. Setzt man nun den BBE in Relation zur erhobenen Anzahl Mitarbeitende pro Agentur, wird aus einem Umsatzranking ein Leistungsrating.
Ralph Hermann hat dieses Rating ganz nach der alten Regel der Unternehmensführung aufgestellt: Menschen vor Sachen, Gewinn vor Umsatz, Liquidität vor Rentabilität, Bestandessicherung vor Expansion. Und er kam auf ein Rating, das eine komplett veränderte Platzierung der Agenturen darstellt.
Leistungsrating

Think global, write local

Die Neue Lgk lanciert eine Imagekampagne für die Berner Zeitung.

Die Berner Zeitung sowie die zugehörigen Titel Thuner Tagblatt und Berner Oberländer erscheinen am Freitag dieser Woche in einem neuen Layout. Damit ändert sich allerdings nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt. Im neuen Konzept der Zeitung ist der Fokus noch stärker als bisher konsequent auf die Region ausgerichtet. «Neu denkt man auf der Redaktion immer zuerst an Bern, Thun und das Berner Oberland», erklärt Sandra Locher, Leiterin Marketing & Kommunikation bei Espace Media. Diese strikte Priorisierung der Lokalberichterstattung wird von der Werbeagentur Neue Lgk in einer breit angelegten Imagekampagne mit einer augenzwinkernden Bildsprache kommuniziert. Je näher das Geschehen, desto weiter vorne wird in der neuen Zeitung darüber berichtet. Das freut natürlich lokale Politiker, Wirtschaftsgrössen sowie Sportler und Kulturschaffende. Weniger Freude dürften daran global agierende Figuren wie ein Obama und andere haben – ausser der US Präsident hat wieder einmal Probleme mit seinem Senat. In der plakativen Kampagne der Neuen Lgk dramatisieren André Benker und Hans Tanner mit ihren Teams, was diese neue Positionierung der lokalen News bei den Betroffenen von nah und fern für Reaktionen auslösen wird. Im Teaser freut man sich noch allgemein auf die neue Berner Zeitung. Am Tag der Wahrheit wird auch ein Barack Obama einsehen müssen, was den Bernern echt wichtig ist. Die Kampagne umfasst neben Plakaten und Anzeigen auch TV-Spots, Radiospots, Online-Banner, ein Mailing und natürlich eine Zeitungsbeilage. Pan
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Korruption bekämpfen – durch Pressefreiheit

Eine auch wirtschaftlich unabhängige Presse ist die beste Prävention gegen Bestechung und Bestechlichkeit. Die werbefinanzierte Recherchekapazität des Journalismus ist aber in vielen Ländern in Gefahr. Gastbeitrag von Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus-Observatoriums an der Universität Lugano.

Ein Grund, stolz zu sein? Im «Corruption Perception Index», einem Ranking von Transparency International, gehört die Schweiz zu den zehn weltweit am wenigsten von Korruption gefährdeten Nationen – zusammen mit Dänemark, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Norwegen als weiteren europäischen Ländern. Canada, Australien, Neuseeland und Singapur sind ebenfalls unter den Top Ten.
Bei einem weiteren globalen Ranking, das Reporters sans Frontières jährlich zur Pressefreiheit erstellt, rangiert die Schweiz neuerdings sogar wieder auf dem ersten Platz – zusammen mit Finnland, Island, den Niederlanden, Norwegen und Schweden. Estland hat es als einziges Land aus dem früheren Ostblock unter die ersten zehn geschafft; Österreich und Irland gehören auch zur Spitzengruppe, und als einzige nicht europäische Nation ist Neuseeland mit dabei.
Analysiert man die beiden Rankings genauer, so ist festzuhalten:
– Sowohl bei der Korruptionseindämmung als auch in puncto Pressefreiheit haben Europa, Nord-Amerika und Ozeanien starke Positionen. Singapur ist offenbar weltweit das einzige Land, das ohne Pressefreiheit erfolgreich Korruption bekämpft.
– Innerhalb Europas gibt es ein dramatisches Nord-Süd- und weiterhin auch ein starkes West-Ost-Gefälle. Die drei grossen Nachbarn der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien schneiden entsprechend unterschiedlich ab: Im Antikorruptionsranking belegen Deutschland Rang 15 und Frankreich Platz 25. Italien fällt dagegen weit ab und rangiert auf Platz 67 – hinter Ruanda und gerade noch vor Georgien. Bei der Pressefreiheit landet Deutschland auf Platz 17, Frankreich auf Rang 44 und Italien auf Platz 49.
– Die Schlusslichter bei der Korruption sind der Sudan, Turkmenistan, Usbekistan, Myanmar und Somalia sowie die beiden seit Jahren vom Krieg heimgesuchten Länder Afghanistan und Irak. Am wenigsten Pressefreiheit gewähren Syrien, Myanmar, Iran, Turkmenistan, Nord-Korea und ¬Eritrea.
Den beiden Rankings zufolge korreliert ein hohes Mass an Pressefreiheit eindrucksvoll mit geringer Korruptionsanfälligkeit. Damit liegt als Folgerung nahe, Pressefreiheit helfe, Korruption nachhaltig einzudämmen. Beim Schluss von einer Korrelation auf Kausalität gilt es allerdings sehr vorsichtig zu sein: Wenn die Zahl der Geburten drastisch abnimmt und die der Störche auch, so lässt sich daraus keineswegs zwingend folgern, dass die Klapperstörche die Kinder auf die Welt bringen.
Korruptionsanfälligkeit ist wohl zuvörderst eine Frage des Ethos – und somit der Sozialisation und der Sozio-Kultur. Aber vermutlich haben auch diejenigen Ökonomen nicht ganz unrecht, die meinen, Bestechlichkeit breite sich vorzugsweise dort aus, wo sie sich «rechnet». Ob sie sich lohnt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie wahrscheinlich es ist, erwischt zu werden, wenn man sich auf Korruption einlässt, und welche Sanktionen dann folgen.
Wenn die Mächtigen wissen, dass eine unabhängige Presse sie ertappen und skandalisieren könnte, ist das vermutlich noch immer die beste Prävention gegen Bestechung und Bestechlichkeit. Um diese Wirkung zu entfalten, bedarf es freilich nicht nur der rechtsstaatlich garantierten Pressefreiheit – sondern auch eines Journalismus, der finanziell unabhängig und hinreichend mit Recherchekapazität ausgestattet ist. Letztere wurde jahrzehntelang von der werbetreibenden Wirtschaft «quersubventioniert». Weil sich heute billiger und zielgruppengerechter in sozialen Netzwerken und mithilfe von Suchmaschinen werben lässt, bricht diese werbefinanzierte Recherchekapazität des Journalismus in den westlichen Demokratien Europas und Nordamerikas zurzeit in atemberaubendem Tempo weg. Damit ist die Pressefreiheit nur noch halb so viel wert wie zuvor. Der Siegerlorbeer für die Schweiz wird also leider bereits welk, bevor wir so richtig zur Kenntnis genommen haben, dass er uns gebührt.

Flop der Woche: Nulltoleranz für SRG-Weinwerbung

Wegen eines vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beanstandeten Werbespots gelangt die SRG ans Bundesverwaltungsgericht. Sie hält es für unverhältnismässig, dass sie die gesamten Nettoeinnahmen von 160'000 Franken aus dem Spot dem Bund abliefern soll.

Der Spot, welchen das Bakom beanstandete, enthielt ein unzulässiges Verkaufsangebot: Zeitweise wurden die Internet-Adresse der Weinkellerei und eine Telefonnummer zum Bestellen eingeblendet. Zudem wies der Film auf ein limitiertes Sonderangebot samt Preis hin. Dass dies gegen das Verbot von Verkaufsangeboten verstösst, hat die SRG jedoch schnell festgestellt. So sei der Film in Absprache mit dem Bakom angepasst und korrekt ausgestrahlt worden, wie Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erläutert. Gemäss Steiner habe die Wein-Werbung das Verbot von Verkaufsangeboten nur wenige Sekunden lang verletzt. Ausserdem habe es sich um die erste von einem SRG-Sender ausgestrahlte Alkoholwerbung gehandelt, nachdem der SRG am 1. Februar 2010 Werbung für Bier und Wein erlaubt worden war. Die SRG hofft nun, dass sich die Summe mit dem Gang vor das Bundesverwaltungsgericht massgeblich reduziert.

Swiss Star Award 2010 prämiert Sarogold-Verpackung von Dachcom.ch

Der neuen Abreissbox für die Sarogold-Frischhaltefolie der Firma Saropack wurde vom Schweizerischen Verpackungsinstitut SVI der Swiss Star Award 2010 verliehen. In Zusammenarbeit mit der Saropack gestaltete und realisierte Dachcom.ch die neue Verpackungslösung.

Das neu entwickelte, patentierte Abreissmesser ist mit einer speziellen Zahnung versehen. Diese garantiert mit ihrer leicht V-förmigen Zahnung ein tadelloses Abreissen. Auch das Nachfassen der Folien wurde verbessert. Das Abrollen und Abreissen, das sich bei herkömmlichen Folien immer wieder als störungsanfällig erwies, erfolgt nun problemlos. Das Rückrutschen der Folie wird durch eine glatte Folieneinlage verhindert. Dank zwei kleinen seitlichen Führungen kann die Rolle nicht mehr herausspringen.
Verantwortlich bei Saropack: Urs Stillhard (Marketingleiter), Christian Castelberg (Projektleiter). Verantwortlich bei Dachcom.ch: René Frommelt (Beratung), Hubert Stemer (Grafik/Design), Othmar Ulmi (Text).
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Neue Kontrolle für Le Monde

Das schwer in Finanznot geratene Traditionsblatt Le Monde wird künftig von Investoren rund um den linken Kulturmäzen Pierre Bergé kontrolliert. Der Rettungsplan ist somit unter Dach und Fach.

Künftig wird die von Pierre Bergé, Xavier Niel und Matthieu Pigasse gegründete Gesellschaft Le Monde Libre rund 60 Prozent der Anteile an der Gruppe halten. Das Trio investiert schätzungsweise 110 Millionen Euro. Die Hauptversammlung habe der dafür vorgesehenen Kapitalerhöhung zugestimmt, teilte die Zeitung am Dienstagabend mit.
Der Einstieg der Investoren bedeutet für die Journalisten eine einschneidende Veränderung. Über die Redakteurgesellschaft SRM und ihre Partner übten sie bislang die Macht im Unternehmen aus. Der Kapitalanteil der Journalisten wird mit dem Einstieg von Bergé und seinen Partnern nun verwässert. Erstmals verliert die Redaktion die Kontrolle über die Zeitung. Allerdings will Bergé, der gemeinsam mit dem Bankier Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Niel, antritt, den Redakteuren ihre Freiheiten garantieren.
Die Gruppe musste sich im vergangenen Jahr 25 Millionen Euro leihen. Bereits 2005 hatte sie sich knapp 70 Millionen Euro gepumpt.

Sujets wirklich wirken lassen

Informationsreihe zur Werbewirkung
Das hier vorgestellte Analyseverfahren der Zürcher BildKom GmbH misst die Werbewirkung im engeren und weiteren Sinn, beurteilt sie und ermöglicht damit ihre Steuerung. Der Ansatz unterscheidet sich fundamental vom bekannten Vorgehen: Konventionell wird heute zuerst ein Werbespot oder ein Werbesujet produziert – und anschliessend versucht man herauszufinden, ob Spot und Sujet auch wirken. Hier drehen wir den Spiess um: Wir suchen zuerst die Strategie mit dem überzeugendsten Wirkungsgrund und sichern anschliessend eine hoch qualitative Umsetzung. Die Frage nach der Wirkung soll nicht ein Pretest, sondern die Buchhaltung beantworten.
Bei der Werbewirkung ist die Botschaft der Verursacher der Wirkung, das Werbeziel ist ihr Effekt. Wird das Werbeziel durch die Botschaft beeinflusst, sprechen wir von Werbewirkung. Da uns das Werbeziel der analysierten Werbesujets jeweils nicht bekannt ist, leiten wir dieses ebenso wie die Strategie aus der vorliegenden Anzeige ab. Um dieses Vorgehen besser verständlich zu machen, richten wir den Fokus in den nächsten sechs Folgen dieser Analyse auf die Qualitätssicherung, genau genommen auf die Visualisierungsqualität.
In den beiden bereits erschienenen Teilen haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie Botschaften gesehen (15/2010) und verstanden (17/2010) werden. Es folgen die Schwerpunkte «Verschiedene Zielgruppen in der Werbewirkungsmessung» (Ausgabe 21/2010), «Botschaften medienübergreifend integrieren» (1/2011) sowie «Rechtzeitig messen» (Ausgabe 3/2011). Die Analyse erklärt dabei jeweils kurz, worum es bei dem Schwerpunktthema geht, und wendet die Grundgedanken anschliessend auf eine konkrete Anzeige an.
Teil 3: Wahrnehmungssituation und Medienplanung
Die Botschaft ist schicksalshaft mit dem Werbeträger und seiner Leistungsfähigkeit verknüpft: Ein Plakat wird anders betrachtet als eine Anzeige. Der Abstand zwischen dem Betrachter und einer Anzeige beträgt etwa 30 Zentimeter, beim Plakat sind es zwischen einem und fünfzehn Metern (Betrachtungsabstand). Einmal blättern wir sorgfältig, ein anderes Mal überfliegen wir einfach die vielen Seiten einer Pflichtlektüre (Zielstrebigkeit). Dann wieder fahren wir mit 50 km/h an einem Plakat vorbei (Zeitbegrenzung).
Wie viele Botschaften gibt es in einer Kampagne? Und unterscheiden sich die Botschaften von Werbeträgergattung zu Werbeträgergattung? Sollte eine Botschaft an die spezifischen Transportqualitäten angepasst werden, oder hat die Botschaft nichts mit der Ausgestaltung zu tun? Die Antwort ist einfach, wenn wir eine Botschaft mit einem Kommunikationsinhalt verbinden. Soll zum Beispiel ein Staubsauger mit dem Nutzenargument «lautlos» verkauft werden, eignen sich nicht alle Werbeträger gleich gut für eine Umsetzung. Auf einem Plakat kann ich die Lautlosigkeit und das passende Gefühl schlechter darstellen. Mit einem tonlosen Werbeträger andererseits könnte die notwendige Reichweite günstiger eingekauft werden.
Das bedeutet aber, dass es für jeden Kommunikationsinhalt so viele Teilbotschaften wie Werbeträger und Gestaltungsvarianten gibt – und ebenso viele Botschaftsverständnisse. Soll nun jede Teilbotschaft selbstständig wirken, oder sollen diese so verteilt werden, dass sie erst gemeinsam die Gesamtbotschaft preisgeben? Diese Frage kann man beantworten, wenn man die Leistungsfähigkeit der Teilbotschaften mit dem Werbedruck und den Leistungszielen vergleicht. Einfach gesagt, muss genügend Geld zur Verfügung stehen, damit alle Teilbotschaften von der Zielgruppe wahrgenommen und zur Gesamtbotschaft integriert werden können. Fehlt der dazu notwendige Werbedruck, ist es sinnvoll, jede Teilbotschaft so «selbstständig» zu gestalten, dass sie nicht auf andere Teilbotschaften angewiesen ist.
> Zu den detaillierten Ergebnissen (pdf)
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Zofinger Tagblatt übernimmt Solothurner Woche von Espace Media

Ab dem 1. Januar 2011 übernimmt das Medienhaus Zofinger Tagblatt die Wochenzeitung Solothurner Woche von der Espace Media Groupe. Allen 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Redaktion und Verlag wird eine Weiterbeschäftigung angeboten.

Der Geschäftssitz in Solothurn bleibt bestehen. Bis Ende Jahr wird der bisherige Geschäftsführer Paul Galli die Leitung der Geschäfte fortführen. Dies teilte das Medienhaus in einer Mitteilung vom Mittwoch mit. Mit der Übernahme der traditionsreichsten Solothurner Woche erweitere das Zofinger Tagblatt ihr Portfolio im Bereich Gratiszeitungen.
Das Medienhaus verlegt mit dem «Wiggertaler», dem «Wuchedonner», dem «Wuchedonner Oberaargau» und dem «Landanzeiger» bereits vier Anzeiger im Suhren- und Wiggertal sowie im angrenzenden Kanton Solothurn. Die «Solothurner Woche» ergänze dieses bestehende Angebot in den Kantonen Aargau und Solothurn sowohl inhaltlich als auch geografisch optimal, heisst es in einer Mitteilung des Medienhauses Zofinger Tagblatt. Das Gratisblatt hat eine Auflage von 80’000 Exemplaren.
Mit diesem Schritt wolle sich die Espace Media Groupe auf ihre Zeitungs, Radio- und TV- Engagements im Kanton Bern konzentrieren. Die Gruppe hatte im März 2010 bereits die Titel «Der Murtenbieter» sowie «Anzeiger von Kerzers» an die Freiburger Nachrichten verkauft.

Wer ist der richtige Berater?

In kleineren Betrieben ist es oft am günstigsten, wenn ein mitarbeitendes Familienmitglied die Buchhaltung übernimmt. Ab wann sich der Beizug von externen Fachleuten lohnt und welche Kriterien dabei massgebend sein können. Von Nathalie Garny, lic. iur., Rechtsanwältin und Fachfrau für Geld- und Konsumfragen, Juristin und Redaktorin beim Beobachter-Beratungszentrum.

Reicht Ihr Buchhaltungskurs noch, um die Finanzen Ihres Unternehmens optimal im Griff zu haben? Sobald Ihre Firma so gross ist, dass Sie nicht mehr nur zwei oder drei Mitarbeiter haben, wird die Buchhaltung und Steuererklärung komplizierter. In der Tat ist das der richtige Zeitpunkt zu überlegen, ob man externe Fachleute beiziehen soll.
Entscheiden Sie sich dafür, holen Sie am besten mehrere Offerten bei verschiedenen Beratern ein. Es lohnt sich, genügend Zeit dafür aufzuwenden. Schliesslich legen Sie einen wesentlichen Bereich Ihres Unternehmens in fremde Hände.
Wie findet man die richtige Fachperson?
Auf den Internetseiten der beiden Branchenverbände sind deren Mitglieder verzeichnet: Bei Treuhand Suisse sind eher kleinere und mittlere Treuhandfirmen angeschlossen, bei der Treuhand-Kammer sind die Grossen der Branche dabei.
Der Weg über die Verbände bietet einige Vorteile: «Man kann sicher sein, dass das betreffende Mitglied eine qualifizierte Ausbildung und aktuelles Know-how hat, da es zur regelmässigen Weiterbildung verpflichtet ist. Zudem muss der Berater oder die Beraterin die Standesregeln des Verbandes einhalten», sagt ¬Raoul Egeli, Zentralpräsident von Treuhand ¬Suisse, und ergänzt: «Wenn man sich an ein Nichtmitglied wendet, kann man an einen Nichtfachmann gelangen, der sich zwar Steuerexperte nennt, in diesem Bereich aber keine qualifizierte Ausbildung hat.» Die Titel «Steuerberater», «Treuhänder» und «Steuerexperte» sind nämlich nicht geschützt. In Streitfällen kann man sich an die Standeskommission des Verbandes wenden.
Wie bereitet man sich auf das Gespräch vor?
Diese Punkte sollten Sie bei Ihrem ersten Termin abklären:
– Ausbildung: Haken Sie auch nach, welche Ausbildung er durchlaufen hat und wie er sich weiterbildet.
– Praxiserfahrung: Hat er schon mit Kunden Ihrer Grösse und allenfalls sogar Ihrer Branche zusammengearbeitet? Fragen Sie nach Referenzen.
– Persönlicher Eindruck: Ist dieser positiv? Vereinbaren Sie ruhig einen Termin an seinem Arbeitsort, um einen Eindruck über seine Ordnung, vorhandene Fachliteratur und EDV-Ausstattung zu gewinnen.
– Honorar: Haken Sie nach, ob er bestimmte Arbeiten zu einem Fixpreis abrechnet. Vereinbaren Sie für Arbeiten, die nach Aufwand abgerechnet werden, ein Kostendach und verlangen Sie eine monatliche Abrechnung.
Für sich selbst sollten Sie folgende Fragen klären:
– Wollen Sie ihn mit dem Jahresabschluss und der Steuererklärung inklusive Buchhaltung und Mehrwertsteuerabrechnung beauftragen oder erfassen Sie die Buchhaltung weiterhin selbst (zum Beispiel mit dem System des Treuhänders)?
– Brauchen Sie eine Beratung bezüglich der Finanzplanung (zum Beispiel was Kapitalbeschaffung, Personalvorsorge oder Nachfolgeregelung anbelangt)?
– Soll er auch Ihre private Steuererklärung übernehmen?
Adressen: Treuhand Suisse, Telefon 031 380 64 30
www.treuhandsuisse.ch
Treuhand-Kammer, Telefon 044 267 75 75
www.treuhand-kammer.ch
Benötigen Sie eine Rechtsberatung?
Das Beobachter-Beratungszentrum bietet Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine telefonische Expertenberatung zu Rechtsfragen Ihrer Firma an – 6 Monate für nur Fr. 99.–. Bestellen Sie das Beratungs-Package für KMU unter
Beobachter.ch/kmu/ oder 0800 83 0800.
Buchtipp
Steuern leicht gemacht
Praktisches Handbuch für Angestellte, Selbständige und Eigenheimbesitzer
Der Beobachter-Ratgeber bietet Unterstützung für alle, die bald ihre Steuererklärung ausfüllen müssen. Ob Berufsauslagen, Kinderabzug oder der Unterhalt der eigenen vier Wände: Das Buch gibt wertvolle Tipps für Angestellte, Selbständige, Ehepaare, Familien und Eigenheimbesitzer. Zudem stehen übersichtliche Tabellen zu den kantonalen Abzügen, ein nützliches Glossar sowie viele praktische Tipps, Adressen und Links zur Verfügung.
6. Auflage 2010, Beobachter-Buchverlag, ISBN 978-3-85569-427-3, 240 Seiten, broschiert, Fr. 36.–.

Personelle Veränderungen bei der NZZ

Markus Ehrle, Leiter Werbemarkt, und Daniel Strobel, Leiter Marketing Zeitschriften & Specials, haben sich entschlossen, die NZZ zu verlassen und sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen.

Der Zeitpunkt ihres Austritts ist noch nicht festgelegt. Die Nachfolge wird in Absprache mit Markus Spillmann, Leiter Medien Zürich, und Marius Hagger, Leiter NZZ-Verlagsprodukte, so rasch als möglich geregelt, wie es in einer NZZ-Mitteilung heisst.
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Markus Ehrle

Ins Ziel im zweiten Anlauf

Repetieren, investieren, reüssieren: Wer beim ersten Mal die Prüfung nicht schafft, hat immer eine zweite Chance. Verkaufsleiter erzählen, wie sie beim zweiten Mal Erfolg hatten. Und welches grundsätzliche Wissen unabdingbar ist, um es nach dem ersten Versuch dann wirklich zu packen.

Bald ist es wieder soweit. In einer der schillerndsten Hotelperlen der Schweiz, im Victoria Jungfrau zu Interlaken, können sich die erfolgreichen Verkaufsleiterinnen und Verkaufsleiter, die «Class of 2010» mit Recht einen guten Schluck gönnen. Das Datum ist in den Agenden vieler Verkaufsprofis in diesem Lande schon lange rot eingetragen: 27. November, Diplomfeier! Alle allerdings, die eine harte Zeit der Entbehrung auf sich genommen haben, die neben Beruf und Privatleben zur Schule gingen und viele Stunden in Fallstudien, Aufgaben und Gruppenarbeit steckten, werden nicht reüssieren. «Im Durchschnitt sind es 70 bis 75 Prozent der Kandidaten, die beim ersten Versuch bestehen», sagt Jean-Paul Zürcher, der Präsident der Verkaufsleiter-Prüfungskommission. Die unglücklichen 20 bis 25 Prozent, die es beim ersten Mal nicht schaffen, werden im Schreiben, das sie erhalten, explizit ermuntert, sich der Prüfung noch einmal zu stellen.
Was eine grosse Mehrheit dann auch wirklich tut. Die Quote jener, die sich nicht entmutigen lassen und ihre zweite Chance packen wollen, ist hoch: «Rund 80 Prozent derjenigen, die nicht bestanden haben, versuchen es ein zweites Mal», weiss Zürcher. Vielen gelingt der Zieleinlauf im zweiten Durchgang: «62 Prozent der Repetenten kamen 2007 durch, 2008 waren es 58 Prozent und 2009 gar 92 Prozent», berichtet Zürcher. Rein theoretisch hätten Repetenten auch Anrecht auf einen dritten Anlauf, das aber, sagt der Prüfungskommissions-Präsident, werde «extrem selten» gemacht. Zürchers Ratschlag an all jene, denen es beim ersten Antritt noch nicht gereicht hat: «Unbedingt ein zweites Mal versuchen! Je nach Institut ist es sogar möglich, die betreffenden Fächer noch einmal separat zu belegen.» Sukkurs erhält Zürcher von Claude Dubois, Bereichsleiter Prüfungswesen bei Swiss Marketing: «An diesen Prüfungen müssen Höchstleistungen abgerufen werden können, was auch bei bestmöglicher Vorbereitung nicht immer möglich ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, ein weiteres Mal anzutreten, denn der Stoff ist ja intus, Zeit und Geld sind investiert, alle haben bereits Prüfungsluft geschnuppert.»
Zuerst einmal Reset-Taste gedrückt
Wie es beim zweiten Mal gelingen kann, weiss Susanna Kupferschmied. Mit einer Durchschnittsnote von 3,9 schrammte die Berner Oberländerin bei ihrer ersten Prüfung nur ganz knapp am Ziel vorbei und verpasste so die Diplomfeier 2008. Zu viele Tiefnoten zogen ihr den Schnitt knapp unter die magische 4. Dazu beigetragen hatte auch eine grosse berufliche Belastung während der Schulzeit. Ein Arbeitspensum von hundert Prozent während der Ausbildung, dazu ein neuer Job, der volle Aufmerksamkeit erforderte – das wirkte sich wohl auf negative Art aus. Ausser einem Fach, in welchem sie eine 5 erreichte, musste alles noch einmal wiederholt werden. Eine happige Sache. Zwar war für die Pharma-Spezialistin klar, dass sie repetieren würde: «Man hat sich ja ein Ziel gesteckt und sich für diesen Abschluss entschieden. Da wäre es schade um all die Zeit und Energie, wenn man es nicht noch einmal versuchen würde.» Und doch: eine Pause musste erst einmal sein. «Ich drückte sozusagen zunächst einmal die Reset-Taste, nahm mir Zeit für Freunde und Familie.» Erst als die Batterien nach rund drei Monaten wieder geladen waren, gings erneut ans Werk. An zwei Abenden pro Woche waren fortan zwei Stunden fürs Studium reserviert, ein Pensum, das Kupferschmied auf die mündlichen Prüfungen hin dann noch intensivierte. Mit einem Kollegen zusammen paukte sie ihr persönliches Problemfach Rechnungswesen. Ihr Tipp: «Man muss schon sehr diszipliniert sein und quasi im Training bleiben. Wer nicht regelmässig Fallstudien löst, kann aus dem Tritt fallen.» Ihr kam zugute, dass sie einem Dozenten gelöste Fallstudien einschicken und bewerten lassen konnte. Es war viel Einsatz verbunden mit dem zweiten Anlauf. Wobei eben auch hier alles eine Frage des richtigen Masses sei: «Allzu verbissen rangehen, ist natürlich auch nicht gut.» Beim zweiten Mal stimmte das Mass, und der Ausflug zur Verkaufsleiter-Diplomfeier ins Victoria Jungfrau konnte im November 2009 wie geplant stattfinden: «Ich schaffte eine 4,1 – das war natürlich wie Weihnachten und Ostern zusammen.»
Am siebten Tage sollst du büffeln
Auch Christian Löpfe musste eine Ehrenrunde drehen. Mit einer Durchschnittsnote von 3,9 reichte es beim ersten Mal knapp nicht. Der Notenfächer öffnete sich zwischen 3,5 und 4,5, mit einer Schwäche beim Rechnungswesen, «was ja aber das Problem fast aller war», wie der Zürcher Unterländer IT-Spezialist heute schmunzelt. Dass er repetieren würde, war nicht von Beginn weg klar: «Nach dem Tiefschlag überlegte ich natürlich schon, ob ich mir das alles ein zweites Mal antun wollte. Aber dann wusste ich relativ bald, dass ich es noch einmal anpacken wollte.» Ganz nach dem Prinzip: Was man anfängt, das bringt man auch zu Ende.
Fortan setzte Löpfe jeden Sonntagvormittag fürs Lernen ein, knöpfte sich jeweils ein Fach vor, löste eine Fallstudie. Auch wenn, wie der Repetent heute sagt, eigentlich eine Lerngruppe besser gewesen wäre. Aber der zeitliche und organisatorische Rahmen sprach bei ihm in jener Phase für ein Pauken alleine. Ein Lern-Marathon, der gegen das Prüfungsdatum hin zum veritablen Sprint wurde: «Der entscheidende Punkt war bei mir, dass ich vor den Prüfungen eine Woche lang frei nahm und jeden Tag ein Fach durchgespielt habe.» Vormittags stand grundsätzliches Auffrischen auf dem Menu, am Nachmittag eine Fallstudie: «So konnte ich mein Kurzzeitgedächtnis regelrecht aufladen, was mir sehr geholfen hat.» Beim zweiten Mal klappte es dann besser, Löpfe kam «genau im Zielkorridor» an. Seine Tipps an alle anderen Repetenten: «Der Schlussspurt ist wichtig. Und besser noch wäre es, wenn man sich im Vorfeld mit einer privaten Lerngruppe austauschen könnte.»
Wie man es am besten macht, kommt wohl immer auch aufs individuelle Lernverhalten an. Dass man aber nach einem persönlichen Investment beim zweiten Mal reüssieren kann, beweisen nicht nur Susanna Kupferschmied und Christian Löpfe, sondern auch alle anderen Repetenten, die es beim zweiten Mal ins Ziel geschafft haben. Ein Aufwand, der sich bestimmt lohnt und dabei auch die eigene Frustrations-Toleranz, das Durchsetzungsvermögen und die persönliche Persistenz stählt. Claude Dubois jedenfalls zollt allen Respekt, die einen zweiten Anlauf wagen: Der Bereichsleiter Prüfungswesen bei Swiss Marketing sagt es so: «Es sind dies willensstarke Leute, die etwas erreichen wollen. Ich habe grosse Achtung vor ihnen und bin davon überzeugt, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt bestens bewähren werden.»
Repetieren – was man wissen muss
Natürlich tut es weh, natürlich ist die Stimmung gleich nach Bekanntwerden des Misserfolgs einmal auf Ground Zero. Aber angesichts all des Wissens, das man schon beisammen hat, angesichts der Tatsache, dass man die strengen Aufnahmekriterien überhaupt erfüllt, liegt bei einem Nicht-Bestehen beim ersten Mal eigentlich nur ein Schluss nahe: Noch einmal ran ans Gerät. Häufige Fragen zum Thema – und was Experten dazu sagen.
Habe ich mit Durchschnittsnote 4,0 auf jeden Fall bestanden?
Nein. Die Gesamtnote muss zwar mindestens 4,0 betragen, es dürfen aber nicht mehr als zwei Prüfungsteilnoten unter 4,0 und keine der Prüfungsteilnoten unter 3,0 liegen.
Ich habe nicht bestanden. Muss ich alle Fächer wiederholen?
Nein. Wiederholungsprüfungen beziehen sich nur auf Prüfungsteile, in denen nicht mindestens die Note 5,0 erzielt worden ist.
Ich habe nicht bestanden. Wie oft kann ich repetieren? Zweimal.
Kann ich gleich im Folgejahr repetieren? Ja.
Und wenn ich dann wieder nicht bestehen sollte?
Dann kann man es noch einmal versuchen. Früher musste zwischen der zweiten und der dritten Prüfung ein Jahr liegen, das ist heute nicht mehr so.
Muss ich beim Repetieren noch einmal die volle Prüfungsgebühr bezahlen?
Nein. Pro Fach, das nicht repetiert werden muss, reduziert sich die Prüfungsgebühr um 75 Franken.
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