One» for all

Ein gedrucktes Mitarbeitermagazin, das die Bedürfnisse und Erwartungen von Mitarbeitenden erfüllt und auch den Corporate-Publishing-Experten gefällt. Gibt es das im Zeitalter von Web 2.0 und Online-Medien? Ja, es heisst «one» und wird von Zürich aus in die ganze Welt hinaus geschickt. Es ist das Mitarbeitermagazin der Credit Suisse.

Noch vor zehn Jahren war «one», die heutige Mitarbeiterzeitschrift der Credit Suisse, eine von vielen. Die Grossbank produzierte damals Publikationen für verschiedene Gruppen von Mitarbeitenden. Sie hiess auch noch nicht «one», sondern «more». Der neue Name steht seit 2001 also klar für ein neues Verständnis des Mitarbeitermediums. Die Credit Suisse hat sich für ein gedrucktes Mitarbeitermedium für alle Mitarbeitenden weltweit entschieden: eine globale Mitarbeiterzeitschrift für ein globales Unternehmen. Die gleichen Botschaften, Ziele, Werte, Impressionen werden an alle gleich kommuniziert, sei es in Zürich, Bangalore, Rio de Janeiro oder New York.
Mit Preisen überhäuft
Diesen Weg der Konsolidierung ihrer Mitarbeitermagazine hat die Credit Suisse 2001 mit der Corporate-Design-Agentur Process in Zürich gestartet. Eine Zusammenarbeit, die sich über dieJahre bewährt hat. Das Heft wurde seither mit insgesamt 34 nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Darunter auch ein «Red dot design award». Sowohl die redaktionelle Arbeit wie auch das Design überzeugen die Expertenrunden. Letztes Jahr nahm BCP Best of Corporate Publishing das Magazin in seine Hall of Fame der besten Firmenpublikationen auf. «‹one› stellt den Mitarbeiter konsequent in den Mittelpunkt und ist State of the Art, wenn es um Inhouse-Kommunikation geht», so die Würdigung der Juroren.
Information und Emotion
«Das Magazin vermittelt den Mitarbeitenden auf leicht verständliche Weise Informationen zur Strategie und den Geschäftszielen des Unternehmens», erklärt Urs Schwarz, Private Banking, Staff Publication bei der Credit Suisse. «Es dient aber auch der Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls und transportiert gemeinsame Werte und Emotionen.»
Das vierköpfige Redaktionsteam um Chefredaktor Urs Schwarz nutzt die enge Vernetzung mit den Kommunikationsverantwortlichen der Credit Suisse in der ganzen Welt, um einen möglichst spannenden und repräsentativen Themenmix anzubieten. «one» versteht sich als komplementäres Ergänzungsmedium zum Intranet und bietet Raum für Geschichten mit Human Touch. Wichtig ist, dass Mitarbeitende sämtlicher Länder und Kulturen sich darin wieder finden. Das Magazin versucht unterschiedliche Ansprüche, Gewohnheiten und Empfindlichkeiten unter einen Hut zu bringen. Was nicht immer leicht ist.
Qualität über alles
«Das Redaktionsteam fühlt sich höchsten journalistischen Standards verpflichtet und bemüht sich um eine klare, verständliche Sprache», erklärt Urs Schwarz. Um die Qualität zu gewährleisten, werden zum Beispiel die Leserschaft befragt oder Blattkritiken von Persönlichkeiten aus Journalismus und Kommunikation eingeholt. Die regelmässige Teilnahme an internationalen Corporate-Publishing-Wettbewerben zeigt ausserdem, wie das Magazin im Vergleich mit den Publikationen anderer Unternehmen einzuschätzen ist, und gibt neue Impulse in Bezug auf Verbesserungsmöglichkeiten.
Ein Bild sagt mehr
Das unverkennbare Erscheinungsbild des Magazins ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. «Die Farbpalette der Credit Suisse beinhaltet auch viele erdige und warme Töne und bricht das eher kühle Bild des Unternehmens auf», erläutert Bärbel Fritz, geschäftsleitende Partnerin und Designverantwortliche für Process. «Die Farben und eine lebhafte Bildsprache strahlen Wärme und Emotionalität aus und unterstreichen die Nähe zu den Mitarbeitenden.» Susana Lamas

«one» in Kürze
«one» ist das mehrfach ausgezeichnete internationale Mitarbeitermagazin der Credit Suisse.
Die Publikation erscheint fünfmal im Jahr in einer Auflage von 39 390 Exemplaren in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Sie wird von der Zürcher Corporate-Design-Agentur Process gestaltet.

1292852072_img101117_one1
1292852072_img101117_one2
1292852072_img101117_one3
img101117_one4

Eurobest 2010: Ikea ist Werbetreiberin des Jahres

Die Organisatoren des europäischen Werbefestivals Eurobest haben Ikea zur Werbetreiberin des Jahres 2010 ausgezeichnet. Das schwedische Einrichtungshaus erhält den Titel «Advertiser of the year».

Die Auszeichnung gebührt denjenigen Werbetreibenden, die sich durch innovatives Marketing ihrer Produkte hervorheben und die kreative Arbeit ihrer Agenturen begrüssen und fördern. Ikea ist es in Zusammenarbeit mit weltweit verschiedenen Werbeagenturen gelungen, ihre Geschäftsidee umzusetzen: erschwingliche Design- und Funktionsmöbel einem möglichst breiten Publikum anzubieten und zugänglich zu machen, wie Publicitas Cinecm in einem Mediencommuniqué schreibt. Die kulturellen Unterschiede der verschiedenen Märkte seien stets berücksichtigt und in die Kampagnen eingebunden worden.
Die Trophäe wird Claudia Willvonseder, Global Marketing Manager von Ikea anlässlich der Eurobest Award Ceremony am Mittwoch, 8. Dezember 2010 überreicht. Insgesamt hat Ikea bisher 31 Eurobest-Trophäen in sämtlichen Kategorien gewonnen. Auch im internationalen Werbewettbewerb tat sich das Einrichtungshaus hervor, wie zum Beispiel 2003, als Ikea den Grand Prix für die Kampagne «Lamp» in Cannes erhielt.
Publicitas Cinecom ist Schweizer Repräsentantin des Internationalen Werbefestivals in Cannes und in diesem Rahmen auch Partnerin des europäischen Werbefestivals Eurobest. Cinecom unterstützt die Veranstalter und Festival-Teilnehmer während den Vorbereitungen und in der Umsetzung. Die Eurobest finden vom 7. bis 8. Dezember 2010 in Hamburg statt. Registrationen sind noch unter Eurobest.com möglich.

Doppeljubiläum im Anrollen

Republica hat zwei Mailings der britischen Art verschickt.

Gleich ein doppeltes Jubiläum durfte die Berner Republica kommunikativ begleiten. Zum 75-Jahre-Namensjubiläum von Jaguar hat das Team um CD Chris Morgan und CEO Bala Trachsel ein für diesen britischen Autoklassiker «standesgemässes» Mailing realisiert. Zusammen mit einer edlen Teedose, gefüllt mit bestem «Afternoon-Tea», erhielten 12’000 potenzielle Jaguar-Kunden ein Booklet mit der Aufforderung, sich Zeit zu nehmen – für echten britischen Genuss und eine Probefahrt mit einem der neuen Jaguar-Modelle. Das 28-seitige Booklet nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise von 1935 bis heute und erzählt die Geschichte und die Werte der britischen «Raubkatze». Protagonist des Booklets ist der neue Jaguar XJ.
Republica hatte sich im Sommer gegen zwei Agenturen durchsetzen und das Below-the-line-Budget von Jaguar Land Rover Schweiz einfahren können. Für diesen zweiten Brand galt es, das Jubiläum «40 Jahre Range Rover» zu feiern. 1970 lief der erste Range Rover vom Band und begründete damit die Klasse der Luxus-Allradfahrzeuge. «Seit 40 Jahren schreibt Range Rover also Geschichte – und Zukunft», meint Managing Director Stephan Vögeli. Um das Schreiben dreht sich denn auch das Mailing für 14‘000 Interessenten. Im Zentrum steht ein edler Federkiel, der beim Öffnen der Box automatisch emporragt und sich dem Empfänger griffbereit präsentiert. So wird der Kunde aufgefordert, «die Zukunft von Range Rover mitzuschreiben», indem er die Antwortkarte ausfüllt und sich zu einer Probefahrt anmeldet. Das beigelegte Jubiläums-Booklet erzählt die Markengeschichte und gibt einen Überblick über die jüngsten Modelle. pan
1292852071_img101117_republica1
1292852071_img101117_republica2
1292852071_img101117_republica3
img101117_republica4

Stahelpartner: Zürich kauft bei Zett Meyer ein

Categories

Allgemein

Wie erkläre ich Kunst?

Ungewöhnliche Werbeaktion von Publicis für einen ungewöhnlichen Kulturanspruch.

Aus dem Seedamm-Kulturzentrum ist nach einer Umbauphase das Vögele-Kultur-Zentrum geworden. Im Zuge dessen hat sich auch die Ausrichtung geändert. Das von einer privaten Stiftung getragene Kultur-Zentrum versteht sich nun als eigentliche «Beobachtungsstation für Gegenwartskultur», wie Stiftungsratspräsidentin Monica Vögele erklärt.
Den Auftakt bildet die von Heller Enterprises konzipierte Ausstellung «Wir Manager! Alles im Griff?». Diese ist noch bis Ende Februar 2011 zu sehen.
Publicis Communications entwickelte Werbeaktionen über zahlreiche Kanäle hinweg, welche die Ausstellung und speziell auch den Eröffnungsevent am 7. November bewarben. Das Ziel war es, nicht nur Kunstinteressierte anzusprechen, sondern vor allem bei einem breiten Publikum Neugier zu wecken. Den Auftakt bildete eine Stretchlimo als mobiles Plakat, passend zum Ausstellungskonzept. Flyer sowie Post-its, die über Nacht von Putzkolonnen in Büros verteilt wurden, sorgten neben Anzeigen für weitere Aufmerksamkeit. pan
1292852071_img101117_publicis1
1292852071_img101117_publicis2
img101117_publicis3

Rheintalische Volkszeitung und Der Rheintaler gehen zusammen

Die Rheintalische Volkszeitung, herausgegeben von der RVA Druck und Medien AG in Altstätten, erscheint im 155. Jahrgang. Nun wird sie im nächsten Jahr mit der Zeitung Der Rheintaler zusammengelegt. Dabei gehen sechs bis acht Stellen verloren.

Am Dienstagabend hat die Generalversammlung der RVA Druck und Medien AG der Zusammenlegung der beiden Regionalzeitungen 1833 zu 111 Aktienstimmen zugestimmt. Dies meldete die Rheintalische Volkszeitung am Mittwoch. Damit ist der Weg frei, die zwei Regionalzeitungen unter einem Verlags-Dach erscheinen zu lassen. Als ausschlaggebender Grund werden Strukturelle Veränderungen in der Medienlandschaft genannt. Auch wenn der Rheintaler dank der Kooperation mit dem St. Galler Tagblatt wirtschaftlich rentabel dasteht, hat die Rheintalische Volkszeitung – mit einem kleineren Verbreitungsgebiet – unter sinkenden Inserate- und Abonnements-Einnahmen zu leiden.
Gegenwärtig produziert die Redaktion der Rheintalischen Volkszeitung sechs Mal pro Woche einen ausführlichen Regionalteil. Die Ausland-, Inland- und einen Teil der Sportseiten werden bei der Südostschweiz eingekauft.Gedruckt wird das Blatt im Druckzentrum der Südostschweiz Partner in Haag SG. Die Auflage liegt heute bei rund 6‘000 Exemplaren. Der Rheintale dagegen weist eine Auflage von etwas über 11’000 Exemplaren auf.
Neu ist vorgesehen, dass Der Rheintaler wie bisher erscheint. Die Rheintaler Druckerei und Verlag RDV, welche den Rheintaler druckt, wird in der neu zu gründenden Rheintal Verlag die Mehrheit besitzen. Zwar wird die Rheintalische Volkszeitung weiterhin als eigenständiger Titel herausgegeben, der lokale Text- und Anzeigenteil wird ab 2011 jedoch identisch mit dem Text- und Anzeigenteil des Rheintalers sein.
Die Zusammenlegung der Zeitungsaktivitäten hat auch Auswirkungen auf das Personal. Insgesamt gehen sieben bis acht Vollzeitstellen verloren.

Auf die alten Tage noch ein bisschen Journalismus!

Vom Alters-Hobby über Selbstverwirklichung bis hin zur Service-Orientierung reicht die Palette der neuen Schweizer Online-Magazine. Ein tragfähiges Geschäftsmodell findet sich bei keinem. Gastkommentar von Hans Stutz, freier Journalist.

Dass es bereits ein Trend ist, dies wollen wir noch nicht behaupten! Aber bemerkenswert ist es schon: Innert kurzer Zeit sind in der Deutschschweiz drei Online-Magazine ins Netz gegangen: Journal 21, Clack und als letztes Neuland. Alle werden sie betrieben von (ehemals lohnabhängigen) Medienschaffenden, viele von ihnen bekannte Journalistinnen und Journalisten, von Heiner Hug und Claudia Kühner, über Ralph Pöhner bis zu Anita Hugi und Judith Stofer. Einige wenige Werbebanner deuten geringe Einnahmen an. Alle agieren ausserhalb der von Ämtern, Parteien, Organisationen und Unternehmen diktierten Medienagenda. Soweit erfreulich. Nur: Immer ist der Qualitätsjournalismus gratis, nur Neuland – ansonsten werbefrei – bietet die Möglichkeit eines «freiwilligen Abo-Beitrages». (Wer bezahlt, erhält Zugang zum Archiv. Was aber bis anhin noch nicht wichtig ist, da bis anhin nur eine Nummer erschienen ist.)
Ansonsten gehört die Gratis-Mentalität bei Neuland explizit zum Geschäftsmodell. Das Online-Magazin sei, so die erhellende Ankündigung, «eine Plattform für freie Medienschaffende, die in den angestammten Medien für ihre Arbeit keine Abnehmer mehr finden. Oder bloss noch Abnehmer, die für gute Arbeit kein Geld mehr zahlen». Mit Verlaub: Eine überraschende Argumentation – weil die Redaktionen kaum noch Aufträge vergeben und kaum noch Honorare bezahlen, machen die gebeutelten Medienschaffenden ihre Qualitätsarbeit gleich gratis zugänglich? Mit Verlaub, solche Angebote beschleunigen den ökonomischen Wertzerfall für jour¬na¬lis-tische Arbeiten.
Ähnlich das Geschäftsmodell von Journal 21, ein Nostalgieprodukt von Journalisten und Journalis¬tinnen, die ihre beruflichen Wurzeln in vor-elektronischen Medienzeiten hatten. Das Journal verbreitet klassischen Polit-Journalismus mit ausgiebiger Auslandsberichterstattung: viele Texte, lange Texte, kaum Bilder, die Rubriken heissen Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Kaum selbstrecherchierte Neuigkeiten, aber viel aktueller Hintergrund. Der Anspruch: «Wir werden überflutet mit News und Kurznachrichten. Doch um die News zu verstehen, braucht es vertiefte Analysen, Kommentare und Hintergrundberichte.» Nur: Die Texte erwecken den Anschein, als trauerten die SchreiberInnen alten Print-Titeln nach. Oder anders ausgedrückt: Journal 21 bringt das Comeback der Bleiwüste im Internet. Anregend ist die Lektüre trotzdem. Es sind Elderly Journalists, sie gönnen sich auf ihre alten Tage weiterhin ein bisschen Journalismus. Journalismus als Altershobby, gestützt auf die Einkünfte von AHV und Pensionskasse. Auch dies kein Geschäftsmodell für einen Journalismus, der die gesellschaftliche und politische Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft sicherstellen soll.
Internettauglicher das dritte Projekt, Clack, es berücksichtigt Themen zum (täglichen?) Geschlechternahkampf, charakteristisch ein Titel «Wenn das Ei springt, hüpfen auch die Hormone». Die Site hat eine auffällige Service-Orientierung, bis hin zu den Last-Minute-Rezepten. Ansonsten hat Clack die gesellschaftliche Relevanz einer Frauenzeitschrift, wird also einige Beachtung finden.
Fazit. Die drei Online-Portale betreiben Journalismus aus Verzweiflung, in der Hoffnung, dass für die Macherinnen und Macher irgendwann noch etwas Geld abfällt, beispielsweise durch Übernahme in einem Print-Produkt. Auch dies kein taugliches Geschäftsmodell: In Friedrich Dürrenmatts «Ein Engel kommt nach Babylon» sind es die Bettler, die den Dichtern den Lebensunterhalt sichern. Noch ist offen, wer im 21. Jahrhundert an die Stelle der Bettler tritt!
Für diejenigen, die sich selbst ein Bild machen wollen, hier die entsprechenden Links: www.journal21.ch; www.neuland-mag.net; www.clack.ch.

Baz: Redaktion und Verleger suchen Gespräch

In den Turbulenzen um das Beratermandat von Christoph Blochers Firma Robinvest für die Basler Zeitung Medien suchen Redaktion und Verleger das Gespräch. In der Basler Zeitung Baz nahm am Mittwoch Chefredaktor Markus Somm Stellung zu den Vorwürfen der letzten Tage.

Wagner will nun auf die Redaktionsforderung vom Dienstag nach einem Rückzug des Beratungsmandats an Blochers Robinvest antworten. Hierfür habe die Redaktionskommission der Baz-Redaktion und Baz-Verleger Martin Wagner ein Treffen für kommenden Freitag vereinbart, sagte ein Sprecher der Redaktionskommission auf Anfrage der SDA.
Bei dem an Christoph Blochers Robinvest erteilten Mandat gehe es im Wesentlichen darum, die Rentabilität des Konzerns Basler Zeitung Medien zu sichern, schrieb derweil Somm in der Baz vom Mittwoch. Von einem publizistischen Beratungsmandat hingegen «war nie die Rede und wird nie die Rede sein». Es sei zwar kein Geheimnis, dass er Blocher gut kenne und in manchen politischen Fragen mit ihm übereinstimme. Es gehe aber darum, dass der Konzern Probleme habe und verständlicherweise externe Hilfe hole. Der Berater sei Blocher, da er den Eigentümern seit Langem vertraut sei: Wo solle da der Skandal sein? Er habe indes Verständnis dafür, dass eine Region wie Basel, die sich – zu Recht – für weltoffen und liberal ansieht, mit Unbehagen die Vorgänge bei der BaZ verfolgt, wie Somm ausführte. Doch man mache sich Sorgen aus dem falschen Grund: Auf den Inhalt der Baz habe Blocher noch nie Einfluss genommen. Die ‚Basler Zeitung sei und bleibe unabhängig von jedem Politiker und jeder Partei.
Zum Schluss meint Somm: Wenn gute und kritische Journalisten, wie sie bei der Baz tätig seien, ihn hinterfragten und sich um die Zukunft der Zeitung Sorgen machten, spreche das für die Redaktion.
Die Redaktionsversammlung hatte Gesprächsbereitschaft schon am Dienstag
Signalisiert. Sie beurteile das Vertrauensverhältnis zu Somm als gestört, werde aber das Gespräch mit ihm suchen, teilte sie mit. Beim gestörten Vertrauen gehe es vor allem darum, dass Somm das Blocher-Mandat, anders als die Redaktion, nicht als Imageproblem für die BaZ sehe, sagte ein Sprecher.

Die emotionalste Weihnacht, welche die Migros je erlebt hat»

Wirz inszeniert crossmediale Weihnachtsvorfreude für die Migros. Mit einer eigenen Weihnachtsfamilie, einem Star-Regisseur und neun hochwertigen Spots.

Eine grössere Inszenierung der Festvorfreude hat die Schweiz kaum schon erlebt. «Die emotionalste Weihnacht, welche die Migros je erlebt hat»: Das war die Erwartung und das damit verbundene Briefing von Migros an Wirz zu Beginn des Jahres. Vorausgegangen waren weitreichende strategische Analysen der Agentur zum umsatzstärksten Familienfest des Jahres, belegt mit zahlreichen Fallstudien zu den Marketingstrategien vergleichbarer Unternehmen in aller Welt. Herausgekommen ist dabei die schon lange bekannte – aber jetzt mit Forschung unterlegte Erwartung: «An Weihnachten suchen die Menschen familiäre Nähe.» Im Zentrum der Kampagne steht deshalb die vierköpfige Familie Felix: Modern und aufgeschlossen in Rollenverteilung und Ansichten, bekennt sie sich klar zu traditionellen Werten. Auch zum Weihnachtsbrauch.
Familie Felix führt den Zuschauer durch die verschiedenen Phasen der Festvorfreude. Dazu gehört das Dekorieren mit Lichterketten genauso wie das Basteln, das Backen, das Geschenkekaufen und -einpacken, das Baumschmücken – und last but not least das Planen und das Vorbereiten der Festmenüs.
CD Hanspeter Schweizer bei Wirz war sich dabei bewusst, dass die Kampagne nur tatsächlich schöne Vorfreude wecken und nicht bereits im November zu einem «Overkill» mit Weihnachten führen soll. Die Kreativen wollten sich offen zu den Traditionen und Emotionen der Weihnacht bekennen. Auf keinen Fall sollte aber die Migros «zu einem amerikanischen Kitsch-Unternehmen» aufgeplustert werden.
In diesem Sinne entwickelt sich die Kampagne synchron zum echten Aufkommen der Vorfreude und steigert sich immer mehr bis zum Höhepunkt mit dem Heiligen Abend. Bei den eingesetzten Werbemitteln spiegelt sich diese Idee zum Beispiel mit einem ersten Magazin, «Zeit der Vorfreude». Dieses wird in einer Auflage von 2,8 Millionen in der ganzen Schweiz verteilt. Darin finden sich Anregungen rund um die Planung und die Vorbereitung des Festes. Ein zweites Magazin kurz vor Weihnachten trägt dann den Titel «Zeit des Geniessens» und bringt konkrete Vorschläge vor allem auch rund um Kulinarisches.
Allerdings hört die Weihnachtsstimmung am Tag des grossen Festes noch nicht auf. Viele machen zwischen Weihnachten und Neujahr «die Brücke» und sind in dieser Zeit besonders offen zum Schlemmen und zum Geniessen. Deshalb ist der traditionelle Adventskalender mit seinen täglichen Aktionen bis Silvester verlängert worden. Neu beim Migros-Kalender ist auch, dass man die Türchen nicht mehr täglich öffnen muss. Im Sinne einer «Angebotsfairness» soll der Kunde seine Einkäufe längerfristig planen können und wissen, an welchem Tag welche Aktionen am POS laufen. Dort sind die Angebote unübersehbar golden mit dem durch die ganze Kampagne führenden Keyvisual des Sternschweifs markiert. Diese temporäre Umstellung vom traditionellen Orange der Migros-Aktionen auf Gold erfolgt mit dieser Kampagne «erstmals in der Geschichte» des Grossverteilers, wie Marc Engelhard beim MGB erklärt.
Auch das crossmediale Zusammenspiel übertrifft alles bisher Gesehene und setzt mit einem über alle Kanäle hinweg einheitlichen Auftritt neue Massstäbe in der Kategorie. Das bedeutete zunächst viel Netzwerk- und Überzeugungsarbeit und etliche Workshops, u. a. mit Spezialisten aus Verkauf und Dekoration. Unterschiedlichste Disziplinen, Medien und Absatzkanäle mussten koordiniert und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden: diverse Werbemassnahmen (TV-, Print- und Aussenwerbung, Dialog- und Direktwerbung, Online-Plattform, Events, interne Kommunikation), die Migros-Medien wie Saisonküche und Migros-Magazin sowie die Kommunikation der Verbraucher- und Fach¬märkte auf ¬deren Verkaufsflächen und darum herum.
Emotionen lassen sich mit filmischen Mitteln am besten wecken. In den ab 1. November bis nach Weihnachten eingesetzten TV-Spots erlebt unsere Familie Felix das Crescendo von der Vor- bis zur eigentlichen Festfreude in neun Episoden, erzählt aus der Sicht des siebenjährigen Nesthäkchens Anna und zum Teil sogar von ihr «selber» gefilmt. Die Spots tragen massgeblich die Handschrift des Regisseurs Arne Feldhusen, der sich mit seiner Pro7-Kultserie «Stromberg» auch hierzulande eine grosse Fangemeinde erobert hat. Für die Wahl dieses Regisseurs hat die Agentur aus vierzig möglichen Namen fünf auf eine Shortlist gesetzt und dann mit ihren Stilkonzepten pitchen lassen. «Ein absoluter Glücksfall» war für Projektleiter Roman Reichelt von der Migros auch das Nesthäkchen der Familie. Die erst sechsjährige Anna bringt mit ihrer Natürlichkeit genau diesen gewünschten Effekt einer modernen Stimmung ohne peinliche Sentimentalitäten. Die neun Filme sind in einem alten Schulhaus mit einer Crew von 45 Spezialisten gedreht worden. An der 35-mm-Kamera wirkte Pascal Walder («Sennentuntschi»).
Die Kampagne will aber nicht nur Stimmung verbreiten. Eng mit den Geschichten der Familie Felix verbunden, wird jede Woche ein Rabattangebot mitkommuniziert, als Impuls für mehr Frequenz und Umsatz in den Filialen. Darüber hinaus wird eine gross angelegte Weihnachtslospromotion ihren Teil zur Absatzförderung beitragen.
Eine für die Schweiz völlig neue Aktion lanciert die Migros im Internet. Hier kann man beim grössten Online-Weihnachtschor der Schweiz mitmachen. Auf www.weihnachtschor.ch kann man «Stille Nacht» aufnehmen und hochladen. Der eigene Beitrag und die Aufnahmen von drei Freunden kann man mixen und damit als Mini-Chor am Wettbewerb um den schönsten Chor teilnehmen. Zu gewinnen sind 200 Musical-Weekends in London. Wer Lust hat, kann seinen Songbeitrag auch als E-Card verschicken. Dies sogar im Duett zum Beispiel mit Familienmitgliedern am anderen Ende der Welt. Andreas Panzeri

Goldklasse
Die Kampagne arbeitet mit einem grossen Werbedruck. Ein Magazin von 2,8 und eines von 2,4 Millionen Auflage, 9 Filme mit 9 Wochen «heavy Rotation». 3,8 Millionen Adventskalender. 27,5 Millionen Lose, 6,8 Millionen Zimtsterne zum gratis Verteilen am POS.

1292852070_img101117_top1_1
1292852070_img101117_top1_2
1292852070_img101117_top1_4

US-Stars twittern gegen Cash

In den USA breitet sich eine neue Werbeform rapide aus: Celebrity Micro Endorsement über Twitter.

Über Plattformen wie SponsoredTweets.com oder Ad.ly können Prominente gebucht werden, die über Twitter Micro Endorsements (Empfehlungen) für Produkte oder Dienstleistungen absetzen. In England hat Range Rover kürzlich 40 Celebrities rekrutiert, die über den neuen Range Rover Evoque 4×4 twittern.
Die Firma Ad.Ly (http://ad.ly) hat 5’000 US-Celebrities unter Vertrag, die bereit sind, gegen Entgelt Micro Endorsements zu tweeten. Die kleinen Werbebotschaften sind ein lukrativer Nebenverdienst, der Stars wie 50cent, Snoop Dogg, Linkin Park oder Lindsay Lohan bis zu 50’000 Dollar pro Monat einbringt. Die Dienstleistungen von Ad.Ly werden in den USA bereits von Marken wie Microsoft, Toyota, Sony oder Kia genutzt. Snoop Dogg empfiehlt zum Beispiel die Suchmaschine Bing, um die Biografie seines Freundes Jay-Z zu finden. Jetzt macht Ad.Ly den Schritt nach Europa und nimmt in England nicht nur Superstars und Stars unter Vertrag, sondern auch Sportler oder Teilnehmer von Casting Shows. Ihnen bietet Ad.Ly die Möglichkeit, ihre Brand Life zu verlängern und lukrativer zu gestalten.
Ad.Ly macht es den Prominenten einfach, die Werbebotschaften zu tweeten. Sie erhalten von Ad.Ly eine Botschaft und haben 24 Stunden Zeit, um diese abzulehnen oder zu publizieren. Die wirklichen Stars verdienen bis zu 5‘000 USD pro Tweet. In den USA sind die Celebrity Micro Endorsements mit #ad oder #spon gekennzeichnet. So können die Followers erkennen, dass es sich um Werbung handelt. In Europa sind noch keine entsprechenden Regelungen in Kraft getreten. Das Celebrity Micro Endorsement von Range Rover hat in England die Diskussionen losgelöst, ob Twitter für «versteckte» Werbung mit Prominenten missbraucht werden darf. Die Diskussion ist nicht nachvollziehbar, da Celebrity Endorsements nichts Neues sind. Für Lux Seife haben Prominente in den 50er-Jahren geworben, heute tun sie es für L‘Oréal. Damals taten sie es in einem deklarierten Werbeumfeld, heute tun sie es über ihre eigenen Kommunikationskanäle wie z. B. Twitter. Es stellt sich lediglich die Frage, ob sie das offen oder versteckt tun.
Für Puristen soll Twitter werbefrei und ausschliesslich für die Kommunikation zwischen dem Benutzer und seinen Followers da sein. Sie befürchten unter anderem, dass Empfehlungen ohne Werbedeklaration das Vertrauen der Fans in ihr Idol erschüttern können. Wer eine solche Meinung vertritt, glaubt nicht an den mündigen Konsumenten. Bernhard Russi und Roger Federer würden das Vertrauen ihrer Fans kaum erschüttern, wenn sie Micro Endorsements für Subaru oder Credit Suisse absetzen würden. Imre Sinka

Kosten wegen Ticketcorner-Übernahme bremsen CTS-Gewinn

Aufgrund hoher Kosten für Übernahmen und Rechtsstreitigkeiten wurde der Gewinn des Ticketvermarkters CTS Eventim ausgebremst. Ohne die Sondereffekte wäre der Gewinn um ein Fünftel nach oben gegangen.

Sonderaufwendungen verursachte die Übernahme des Ticketanbieters Ticketcorner gemeinsam mit dem Medienkonzern Ringier. Zudem kaufte CTS Eventim «See Tickets Germany», und es streitet sich mit dem US-Konzern Live Nation über eine geplatzte Kooperation.
Der operative Gewinn EBIT legte in den ersten neun Monaten nur minimal auf 44.2 Millionen Euro zu, wie das deutsche Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Zeitraum Januar bis September kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf 372.4 Millionen Euro. Der margenstarke Verkauf über das Internet erhöhte sich um 30 Prozent auf 10.7 Millionen Tickets für Konzerte oder Sportveranstaltungen. Hier will CTS weiter investieren. Ausserdem soll die Auslandsexpansion im Fokus stehen.

Etat: Lesch + Frei Zürich überzeugt die Rega

Lesch + Frei Zürich erhält den Werbeetat der schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. Das Unternehmen konnte sich in einer Konkurrenzpräsentation gegen zwei weitere Werbeagenturen durchsetzen.

Die Rega verfügt über rund 2,2 Millionen Gönner. Um diese Zahl noch weiter zu steigern, hat die Organisation ihren Werbeetat neu ausgeschrieben und drei Agenturen zum Pitch eingeladen. Gewonnen hat Lesch + Frei Zürich mit einem Ansatz, der auf positive Emotionen durch sympathischen Humor setzt. Die Kampagne wird ab Ende März zu sehen sein.

get_footer();