Zur Sache: Rohrkrepierer

Blocher sorgt wieder mal für Schlagzeilen. Was ist denn passiert? Die NZZ am Sonntag hat es ans Tageslicht gebracht: Die Firma Robinvest hat vom Basler-Zeitung-Mehrheitseigner Tito Tettamanti und dem Minderheitseigner und VR-Präsidenten Martin Wagner einen Beratungsauftrag erhalten.

Ziel ist es, das heute defizitäre Unternehmen nächstes Jahr auf eine Rendite von zehn Prozent zu bringen. So weit ein normaler Vorgang. Aber VR-Präsident der Robinvest ist halt niemand anders als Christoph Blocher.
Das Ganze war nicht gerade ein geschickter Schachzug. Die beiden Hauptaktionäre können noch lange in einer Pressemitteilung erklären, dass «sie beschlossen hätten, den Rat von Personen mit ausreichender Industrieerfahrung einzuholen. Vor diesem Hintergrund hat Dr. Tito Tettamanti die Robinvest als Beraterin empfohlen. Dr. Tettamanti hat mit Christoph Blocher ausgezeichnete Erfahrungen bei industriellen Investments gemacht». Auch die Aussage «dass sich die BZM in einer Turn-around-Phase befindet und es völlig üblich ist, dass externe Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der strategischen und operationellen Führung des Industrieportfolios bezogen werden» verhallt ungehört. Das Reizwort Blocher übertönt alles. Jetzt herrscht Empörung im Konkurrenz-Blätterwald.
«Neue Strategie: Blocher übernimmt Macht bei der «BaZ» titelt 20 Minuten online, «Blocher bestimmt Kurs der «Basler Zeitung» schreibt NZZ online. Auch Politiker empören sich. Christine Wirz-von Planta, Grossrätin in Basel, befürchtet, dass die Zeitung «ferngesteuert» werde und «Basel seine hier beheimatete Zeitung verlieren könnte». FDP-Nationalrat Peter Malama meint, dass die BaZ zu einer täglichen Weltwoche mutieren könnte. Aber auch die Volksseele kocht: Auf Bazonline.ch wurden bis Montagabend über 400 Kommentare gezählt, Ansteckbuttons «Blocher Zeitung Nein Danke!» werden in Basel verkauft und die Facebook-Gruppe «Eine neue Zeitung für Basel – ohne Tettamanti, Wagner, Somm und Blocher» hat auch schon 980 Mitglieder.
Auch die Redaktion reagierte: In einem offenen Brief schrieb sie, die in der NZZ am Sonntag angedeutete «politische Einflussnahme» auf die BaZ gefährde die Glaubwürdigkeit und die journalistische Unabhängigkeit und damit das höchste Gut einer Zeitung. Der Protest der Redaktion richtet sich aber auch gegen den ungeliebten Chefredaktor Markus Somm. In einem Gespräch mit der Redaktion garantierte Wagner die journalistische Unabhängigkeit.
Das Chaos ist angerichtet. Ob das dem angestrebten Renditeziel förderlich ist, kann bezweifelt werden. Und noch etwas: Blocher mag ein guter Unternehmer sein, ob er hingegen was von Medien versteht ist fraglich: 1996 endete sein Versuch mit dem Bündner Tagblatt nach hohen Verlusten im Schulterschluss mit dem Konkurrenten Bündner Zeitung.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Keine Siesta in der Sonnenstube

Mit ihrer Zeitschrift Piazza Riforma geht die Stadt Lugano neue Wege in der Kommunikation.

Die Ziele sind ambitiös, der Gestaltungswille bemerkenswert – trotz aller Widerstände: Mit den so genannten Grandi Progetti macht sich Lugano, Wirtschaftsmotor des Tessins und drittgrösster Finanzplatz der Schweiz, fit für die Zukunft. Gross-projekte wie Eingemeindungen, das Kulturzentrum LAC, ein modernes Mobilitätskonzept rund um den neuen nördlichen Zugangstunnel und die Pläne für ein neues, zentrumsnahes Quartier mit Messe- und Kongresszentrum sind dabei, die Stadt zu verändern. Piazza Riforma begleitet diesen Wandel, schaut genau hin, nimmt Ängste und macht Zusammenhänge klar. Seit knapp einem Jahr geht sie im Zweimonatsrhythmus an alle Haushalte der Stadt, Gesamtauflage: 42‘000 Exemplare.
Mit Piazza Riforma betritt Lugano Neuland: Kommunikatives Change Management, das Teilhabe und Konsens durch einen speziellen Mix an Themen und Angeboten schafft, gehört meist nicht zum Standardrepertoire einer Gemeinde. Berichte über die Inbetriebnahme neuer Fahrkartenautomaten oder Impressionen der Reise einer Wirtschaftsdelegation nach Moskau, wie sie in der Selbstdarstellung der Kommunen oft auftauchen, wird man in Piazza Riforma nicht finden. Die Zeitschrift will Themen setzen, andere Themen. Eine Reportage über die Nachtschicht der kommunalen Polizei interessiert ebenso wie die Fragen, wie man sich in der Stadt am besten zu Fuss bewegt oder warum es ökonomisch Sinn macht, 180 Millionen Franken in ein neues Kulturzentrum zu investieren. Ein Themenschwerpunkt zum neuen regionalen Entwicklungsbüro, ein Interview mit einer bekannten Trendforscherin über den Städtetourismus der Zukunft und ein Porträt eines an Schlaflosigkeit leidenden Mitbürgers, der seine Nächte seit Jahren mit Lesen verbringt, stehen in Piazza Riforma in lockerer Folge nebeneinander. Und weil Lugano sein menschliches Mass noch nicht verloren hat (und auch nicht verlieren will), entdeckt man so manches Gesicht, das man gerade noch gut fotografiert in der Zeitschrift gesehen hat, auf der wirklichen Piazza della Riforma wieder, dem Rathausplatz mit seinen vielen Cafés.
In den journalistisch aufbereiteten Texten, den Bildern der (lokalen) Fotografen und den Arbeiten der (lokalen) Illustratoren lassen sich die Stadt und ihre Menschen neu entdecken. Offenheit und Bereitschaft zum Dialog zeichnen die Zeitschrift aus, sie bindet die Dynamik des Wandels immer wieder zurück an die konkreten Probleme und Fragen der Menschen. Eingebettet in ein hochwertiges, glaubwürdiges und gleichzeitig frisches Medium wird Information nachvollziehbar und durch eine breite Kontextualisierung als Identifikationsangebot erlebbar. Plakataktionen, Radiosendungen zu den Magazinthemen und demnächst eine interaktive Online-Plattform unter anderem mit Audiotexten sorgen für zielgruppenspezifische Folgekommunikation. Piazza Riforma trägt so dazu bei, Fliehkräfte in einem so kapillaren, hoch differenzierten und heterogenen System wie einer Stadt wieder ans Zentrum zurückzubinden und die Akzeptanz von Veränderungen nachhaltig zu erhöhen.
Herausgegeben wird Piazza Riforma vom Luganer Stadtrat. Das Konzept wurde vom Tessiner CP-Dienstleister comunicAzione entwickelt, bei ihm liegt auch die Projektleitung. Die Chefredaktion hat die Kommunikationsverantwortliche der Stadt, Eleonora Bourgoin, übernommen, grafisch gestaltet wird Piazza Riforma vom Studio Ackermann dal Ben.
Eckhard Sohns
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Die Werbewoche auf Star TV: «Clipsendung der extraklasse.»

Am Donnerstag um 19:45 Uhr strapaziert Star TV die Lachmuskeln. Die 30- Sekunden- Werbespots haben es in sich und bestätigen somit das Sprichwort: In der Kürze liegt die Würze.

Ohne grosse Dialoge, dafür mit doppelter Wirkung, verfehlen die preisgekrönten Clips ihre Rezipienten keineswegs, denn nach dieser Sendung will Mann und Frau nur eins: Frisch geduscht ein Käsesandwich essen und dazu ein Bud Light Bier geniessen.
Die exklusive Clipsendung mit Werbeknallern 2010, sehen Sie aktuell in «Die Werbewoche» auf Star TV am Donnerstag um 19:45 Uhr, in den Wiederholungen oder als Stream auf www.startv.ch.
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Der Impact Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Beim Kriterium Awareness liegt die Ausbildungs-Kampagne für Coop der Werbe-agentur Valencia an der Spitze, gefolgt von der Aldi-Anzeige von Contexta und derjenigen für Snickers der Werbeagentur Wirz. Snickers trumpft auch beim Kriterium Uniqueness, gefolgt von der Anzeige für den Flughafen Zürich von Jung von Matt und der VBZ-Anzeige von Ruf Lanz. Beim Kriterium Brand Fit liegt die Anzeige für den Flughafen Zürich an der Spitze, gefolgt von der VBZ-Anzeige und der Anzeige für den Suzuki Vitara der Werbeagentur Metzgerlehner. Bei der Likeability siegt die Anzeige für den Flughafen Zürich, dichtauf gefolgt vom Sujet VBZ und der Anzeige für Snickers.
> Ergebnisse im Überblick
> Detaillierte Ergebnisse

Fragestellung und Methodik
Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI).
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform.
Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 59 Jahren.
Sample-Grösse: n = 500 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten.
Erhebungszeitraum: 3. 11. 2010 – 11. 11. 2010.
Fragen:
– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt.
An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)
– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt
sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness)
– Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)
– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von
1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability)
Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».
Verfasserin der repräsentativen Studie «Werbelieblinge der Schweiz» ist die auf Online-Marktforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein registriertes Panel von 20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH GmbH und der Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media AG.

Q-Award 2010: Wirtschaftlicher Druck steigert die Qualität

Dreizehn Dossiers, doppelt so viele wie im Vorjahr sind für den 7. Q-Award eingereicht worden. Diesen Titel vergibt der Verband Schweizer Medien alljährlich für hervorragende Titel aus dem Bereich der Fach- und Spezialmedien.

Die Qualität ist, verglichen mit früheren Jahren, überdurchschnittlich ausgefallen. Deshalb hat die Jury zwei Awards vergeben: an die wöchentliche Fachzeitschrift Baublatt und an den Newcomer, die Schwinger-Zeitung Schlussgang. Weitere fünf Projekte erhalten eine ehrende Erwähnung. Damit dankt die Jury der Branche für die deutliche Leistungssteigerung, die auch den Online-Bereich betrifft.
Die eingereichten Dossiers waren gehaltvoller und vollständiger als auch schon; der Markt scheint die Ernsthaftigkeit des Awards definitiv erkannt zu haben und würdigt sie mit sorgfältigen Dokumentationen, wie es in einer Medienmitteilung des Verbands Schweizer Medien heisst. Fast scheine es, als hätte der an manchen Orten offenkundige wirtschaftliche Druck die Kreativität angestachelt und die Leistungsbereitschaft erhöht. Als bedeutenden Fortschritt sah die aus Praktikern bestehende Jury kreative und nutzenorientierte Online-Lösungen und intelligente Crossmedia-Ansätze.
Die Gewinner
Das Baublatt sei eine Institution mit einem aussergewöhnlichen, tagesaktuellem Serviceteil, heisst es in einer Medienmitteilung des Verbands Schweizer Medien. Und Schlussgang sei das Kontrastprogamm: ein nachweislich erfolgreicher Newcomer-Titel in einem ausgesprochen konservativen, aber wachstumsstarken Markt, nämlich bei den Schwingern und Nationalturnern.
Beim Baublatt – der Wochenzeitung des boomenden und wettbewerbsintensiven Bauwesens – dominiere der direkte Nutzwert für die Bezieher (Handwerker, Bauunternehmer, Generalunternehmer, Lieferanten, Architekten und andere Dienstleister), heisst eis in der Mitteilung weiter. Das Internet-Angebot überzeuge mit einem tagesaktuellen Zugriff auf die aktuellen News. Ein Newsletter für die registrierten Abonnenten schaffe zusätzlichen Mehrwert. Die Website überzeugt durch schöne, weil übersichtliche und schnörkellose Gestaltung und durch sichtbare Investitionen in den Inhalt. Die Nutzerzahlen im Print wie im Online weisen deutlich nach oben.
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Schlussgang – die Schwingerzeitung mit Nationalturnen, die im Erscheinungsrhythmus dem Festgeschehen folgt, ist seit 2004 auf dem Markt und verkauft 6’480 beglaubigte Abos, wobei der an anderen Orten stark genutzte «Zielversand» an Gratisadressen extrem zurückhaltend eingesetzt wird. Die umfassende und detaillierte Berichterstattung durch den verlegerischen Aussenseiter mache selbstbewusst: Man wisse, dass man etwas wert sei und etwas verlangen kann, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Das Blatt komme im Layout reichlich handgestrickt, aber eben zielgruppengerecht als Zeitung mit grobem Papier daher – sozusagen eine «Tierwelt» für rustikale Athleten und deren Fangemeinde. Die Vielfalt und Fülle der Inserenten quittiere die Akzeptanz des Blattes in der Szene.
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Fünf weitere Nominationen
Im Gegensatz zu früheren Austragungen war die Jury dieses Jahr zufrieden mit der niveaumässigen «Reiseflughöhe» sämtlicher eingereichter Projekte. Kein einziges sie wirklich abgefallen; mehr als eins scheine dagegen über das Potenzial für künftige Awards zu verfügen. Hier die fünf ehrenden Erwähnungen; man darf sie auch als Nominationen für folgende Jahre auffassen:
Bei der Schweizer ICT-Plattform Computerworld konnte trotz stark ausgebauten Crossmedia-Aktivitäten auch die Printauflage gesteigert werden. Mit Sonderheften, Studien und weiterem wird die Themenführerschaft untermauert. Kompetenz, Aktualität und Vertiefung sind unbestreitbar, heisste es in der Mitteilung des Verbandes Schweizer Medien.
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Curaviva, der Verband Heime & Institutionen Schweiz, fokussiere auf die Kader von Heimen, setze sie in einem eng begrenzten Fachbereich überraschend starke journalistische Akzente, wirke aber im Online-Auftritt noch etwas zögernd.
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Das Schweizer Fachmagazin für Hotellerie und Gastronomie, Hotellier, stelle eine sinnliche Branche attraktiv, das heisst üppig und bilderreich dar. Konsequentes Stilmittel der Redaktion ist seit dem Relaunch die Personalisierung, wobei originelle journalistische Darstellungsformen und starke Meinungen hohen Stellenwert besitzen.
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Der Award-Gewinner von 2009, HRT Hotel Revue, die Schweizer Fachzeitung für Tourismus, halte die hohe inhaltliche und formale Qualität unter populären Gestaltungskriterien souverän durch und überzeugt durch tagesaktuelle Online-News und eine clevere Nutzung der Social Media.
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Annemarie Wildeisen’s Kochen wird von der Jury als überzeugende Mediaplattform beurteilt, mit sehr gelungenem Relaunch der Website.
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Die Q-Awards
Nach wie vor orientiert sich der Award am einigermassen plausiblen und über längere Zeit ausgewiesenen Markterfolg. Es zählen die Resultate, weswegen überzeugende Konzepte wie dasjenige von Hotelier und Computerworld noch etwas warten müssen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Award für Fach- und Spezialtitel ist ein Teil der permanenten Qualitäts-Offensive zugunsten der Druckmedien, die der Verband Schweizer Medien seit vielen Jahren führt. Vor dem gleichen Hintergrund und mit den gleichen Motiven verleiht der Verlegerverband ja auch schon seit längerer Zeit das Q-Gütesiegel. Derzeit wird es von 102 Spezial- und Fachzeitschriften geführt, die in deutscher und französischer Sprache erscheinen.
Die Jury 2010
Die Jury für die Q-Awards 2010 war gegenüber den Vorjahren unverändert. Sie bestand aus Pepi Burch, Verlagsberater (Zürich), Dr. René Grossenbacher, Geschäftsführer Publicom (Kilchberg), Josefa Haas, Leiterin des Medieninstituts des Verbandes Schweizer Medien, Karl Lüönd, Publizist und Buchautor (Elsau), Urs Schneider, Inhaber der Mediaagentur Mediaschneider (Zürich) und Jürg Siegrist, Geschäftsführer des SWA (Zürich).

Flop der Woche: Anthrazit künftig nicht mehr in gedruckter Form

Die Printausgabe der Schweizer Zeitschrift Anthrazit wird eingestellt. Nach sieben Jahren gibt die Herausgeberin Anthrazit AG das Magazin für digitalen Lifestyle in gedruckter Form auf und konzentriert sich auf Inhalte und Produkte für das mobile Internet.

Die Septembernummer von Anthrazit, in einer Auflage von 65 000 Exemplaren erschienen, ist die letzte regulär gedruckte Ausgabe, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Anthrazit werde den digitalen Lifestyle weiterhin erklären, dies allerdings digital: zum einen auf Anthrazit.org, zum anderen mit iPhone- und iPad-Applikationen, die kostenlos im App-Store heruntergeladen werden können. Ob Anthrazit die Auszeichnungen «Die 200 besten Websites der Schweiz» und «Die 100 nützlichsten E-Shops der Schweiz» weiterhin in gedruckter Form verleihen wird, ist noch unklar. Im Moment verhandle man mit verschiedenen Verlagen. Mit dem Schritt vom Verlag zum Softwarehaus scheidet Verlagsleiterin Gabriela Benz, die den Verlag mit Christian Schwengeler auf- und ausgebaut hat, aus der Anthrazit AG aus. Schwengeler will künftig sein Know-how Verlagen, Firmen in Form von Applikationen und Daten anbieten.

AZ Medien: Abschluss der Konsolidierungsmassnahmen, Abbau von 9 Stellen

Die im Frühjahr angekündigten Konsolidierungsmassnahmen der AZ Medien werden mit einem Abbau von 9 Stellen in redaktions- und verlagsunterstützenden Bereichen abgeschlossen.

Insgesamt sind 15 Mitarbeitende betroffen. Für sie kommt der Sozialplan der AZ Medien zur Anwendung, so eine AZ Medien-Mitteilung vom Mittwoch. Nicht betroffen von diesen Massnahmen sind die Verkaufsabteilungen und Redaktionen. Man habe mit dem in den letzten Monaten realisierten Massnahmenpaket die Voraussetzungen für eine nachhaltige positive Entwicklung sichergestellt, heisst es abschliessend.

Schoch&sonders: Fitte dich glücklich mit Vif Fitness Club

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Allgemein

Eine Agentur ist immer nur so gut wie ihre Mitarbeiter.»

Die beiden langjährigen Mitarbeiter Dominik Oberwiler und Martin Stulz haben innerhalb der Y&R-Gruppe die kreative Leitung von Advico und Exxtra übernommen.

Werbung ist immer Teamarbeit. «Zwar muss man sich als Einzelner mit seiner Idee durchsetzen können. Zum guten Ende geführt werden kann sie aber nur gemeinsam.» Mit dieser Überzeugung wollte die neue kreative Leitung von Advico und Exxtra in diesem Portrait nicht alleine auftreten. «Das ist eine gute Gelegenheit, um unser Team vorzustellen. Als CDs stehen wir für den kreativen Output der Agentur. Aber das tut auch jeder unserer Mitarbeiter und unserer Mitarbeiterinnen. Tag für Tag. Ohne sie würde hier gar nichts laufen», meinen Dominik Oberwiler und Martin Stulz. «Wir sind gut aufgestellt. Eine erste Generation hat die Y&R-Gruppe zusammengeführt. Inzwischen sind viele neue, junge Leute dazugekommen. Mit diesen wollen wir die kreative Werbung in die Zukunft tragen.» Dominik Oberwiler hat dazu ab sofort den Job des Executive Creative Director übernommen. Martin Stulz ist zum Creative Director befördert worden. Im Alltag wollen die beiden gemeinsam auftreten. «Das garantiert die Qualitätssicherung. Gleichzeitig kann man damit vermeiden, dass es innerhalb der Agentur plötzlich zwei Lager gibt.»
Ebenso wollen die beiden neuen Chefs möglichst konstruktiv mit der Beratung arbeiten können. Ein Graben zwischen Beratung und Kreation kann man sich in Zeiten, wo die Budgets ständig noch strenger kontrolliert werden, schlicht nicht leisten. Der Titel «Creative Director» hat somit für Stulz und Oberwiler auch nichts mit einer Eitelkeit zu tun. Sie sehen ihn mehr als Wertschätzung und leiten davon eine Funktion ab: «Wir sind beide schon lange da und kennen die Agentur. Wir wissen, wo ihr Herz und ihre Stärken liegen und wie man diese zur Geltung bringen kann.» Den guten Leuten den Rücken freihalten und «neuen Ideen eine Plattform bieten» ist das Ziel von Dominik Oberwiler. Martin Stulz möchte «die Leute einfach mal arbeiten lassen. Damit sie sich möglichst frei entfalten können.» Das hätte bei ihm selber früher auch am meisten gebracht.
Martin Stulz hat mit einer Grafiker-Lehre angefangen. Danach widmete er sich seiner Band «Sitting on a Cornflake». Um dem Ziel «Plattenvertrag» näher zu kommen, «mussten wir aber ständig enger werdende Erwartungen bedienen, Kompromisse machen. Dabei blieb der Spass an der Sache auf der Strecke», erinnert sich Stulz. Eine Gefahr, «die auch in der Werbung ständig besteht» – trotzdem hat er schliesslich auf diese Branche gesetzt. Allerdings nicht mehr als Grafiker. «Als Texter konnte ich mich auf die Ideen konzentrieren.» Den Einstieg fand er als Junior bei Publicis. Dann folgte ein «Agenturkreislauf» bei Euro RSCG, WHS, Lowe – und jetzt seit fünf Jahren Advico.
Dominik Oberwiler hat ebenfalls mit einer Grafikerlehre angefangen. Weil er die Arbeit in den kleineren Design-Ateliers rund um St. Gallen etwas «zu einsam» empfand, wollte er mit 23 in eine grössere Agentur nach Zürich wechseln. «Mir fehlte der Austausch und die kreative Interaktion. Ich wollte breiter kommunizieren und Geschichten erzählen.» Die Möglichkeit dazu hat Oberwiler bei Guy & Partner gefunden. Dort wirkten zu jener Zeit auch Danielle Lanz und Markus Ruf. Oberwiler als AD bildete ein Team zusammen mit der Texterin Petra Bottignole. Später tourten die beiden zu WHS, Publicis und Euro RSCG. Oberwiler wurde zum CD befördert und später von Y&R abgeworben. Inzwischen ist er auch im Rat der Kreativschule engagiert.
Andreas Panzeri
> Zum Team (pdf)
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Kooabaisierung unserer Printartikel: Mit Bilderkennungstechnologie interaktive Funktionen nutzen

Die Zusammenarbeit mit Kooaba – einem ETH-Spin-off – ermöglicht es Ihnen, auf einfachste Art und Weise jeden Artikel aus der Printausgabe zu twittern, ihn mit Ihren Facebook-Freunden zu teilen oder ihn einem Kollegen zu mailen.

So funktioniert es: Wenn Sie ein Smartphone (iPhone oder Android) besitzen, laden Sie einfach die App Kooaba-Paperboy auf Ihr Handy und fotografieren dann die gewünschte Seite. Die App erkennt sie und schickt Ihnen ein digitales Abbild aufs Handy. Und schon können Sie von allen interaktiven Funktionen profitieren. Und zwar kostenlos. Daneben besteht auch die Möglichkeit, den entsprechenden Artikel als digitale Kopie im persönlichen Archiv abzulegen.
Falls zu einem Artikel zusätzliches Material vorhanden ist (Filme, Bilder, Studien), erscheinen in der gedruckten Ausgabe der Werbewoche das Shutter-Icon, das Facebook- und das Twitter-Icon neben dem Artikel. Die zusätzlichen Informationen lassen sich dann direkt aus der App Paperboy aufrufen. Für diejenigen, die noch nicht über ein kompatibles Smartphone verfügen, bleibt unser altbewährter Webcode selbstverständlich noch eine Weile bestehen. Tragen Sie einfach wie bisher den entsprechenden Webcode auf Werbewoche.ch ein und schon haben Sie Zugang zu den entsprechenden zusätzlichen Informationen. Ein kleiner Nachteil: Eine direkte Weitergabe auf Twitter oder Facebook ist so nicht automatisch möglich. Es braucht also noch einen zusätzlichen Aufwand von Ihnen!
Wir sind überzeugt, dass mit der Paperboy-App eine neue Art der Printmediennutzung beginnt, die dem heutigen Informationsverhalten besser entspricht. Print und Online wachsen ohne Medienbruch zusammen. Artikel können nicht nur im stillen Kämmerlein gelesen werden, sondern man kann sie mitnehmen, mit seinen Kollegen teilen, kommentieren, loben oder kritisieren. Zusätzliche Informationen sind auf Knopfdruck verfügbar und das persönliche Archiv wird plötzlich überschaubar und klar gegliedert.
Immer mehr Zeitungen setzen auf die Software von Kooaba, da wollten wir als Fachzeitung der Kommunikationsbranche nicht hinten anstehen. Wir wollen, dass auch Sie von den neuen faszinierenden Möglichkeiten profitieren können.

Condor produziert neuen Imagefilm für Völkl

Condor hat einen neuen Imagefilm mit dem Titel «Passion - Precision Drives Emotion» produziert. Der Film präsentiert die neuste und modernste Ski- Technologie und Bekleidung von Völkl.

Ausserdem wird die präzise Handarbeit aus dem Fabrikationsprozess und die traditionsreiche Völkl-Geschichte im Film thematisiert. Dies schreibt Condorfilms in einer Mitteilung vom Mittwoch. Gedreht wurde vor Ort bei Völkl in Straubing, Deutschland und in Saas Fee auf dem Allalin-Gletscher.
Condor setzt mit dem Imagefilm die seit 2004 dauernde Zusammenarbeit mit dem international tätigen Ski-, Tennis und Snowboard- Hersteller Völkl fort.

Neue Stiftung zur Kulturförderung im Radio

Eine neue Stiftung fördert Kultur im Radio. Die Stiftung für Radio und Kultur Schweiz SRKS unterstützt mit rund 650'000 Franken pro Jahr Sendungen, Produktionen, kulturelle Anlässe oder Aus- und Weiterbildungen, die einen Bezug zum Radio haben.

Wie viele Projekte pro Jahr unterstützt werden, ist laut Stiftungsratspräsident Frederik Stucki offen. Man wolle keiner kreativen Idee im Weg stehen, bevor man sie kenne, sagte er auf Anfrage der SDA. Es sei aber wahrscheinlich, dass der Stiftungsrat bei der Gewährung von Beiträgen eine möglichst grosse Vielfalt anstrebe. So unterstützt die Stiftung denn auch Projekt ein allen Landessprachen. Auf der Website der Stiftung werden die Bedingungen, welche die Gesuche erfüllen müssen, erläutert.
Gestiftet und alimentiert wird die SRKS von der Verwertungsgesellschaft Swissperform, welche die Leistungsschutzrechte von ausübenden Künstlern, Audiovisions- und Phonogrammproduzenten und Sendeunternehmen vertritt. 10 Prozent ihrer Einnahmen fliessen in unabhängige Kultur- und Sozialinstitutionen.
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