Online-Marketing: Vom Aussenseiter zum Trendfaktor
Im Jahr 2007 war sich die Werbe- und Marketing-Branche über den Sinn von Social Networks und Kampagnen auf solchen Netzwerken noch nicht einig. Nur drei Jahre später ist das Online-Marketing zum Trendfaktor geworden. Dies zeigt eine Analyse der Artikel in den Magazinen Persönlich, Marketing & Kommunikation und Werbewoche.
Die Studie mit dem Titel «Berichterstattung über Onlinemarketing» wurde im Rahmen einer Gruppensemesterarbeit von fünf Studentinnen und Studenten an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich durchgeführt. Es wurde untersucht, in welchen Bereichen der digitalen Werbung zwischen 2007 und 2010 sichtbare Entwicklungen geschehen sind. Dazu wurde die Berichterstattung in den Publikationen Persönlich, Marketing & Kommunikation und Werbewoche analysiert.
Erste Online-Strategie über Online-Shops
Das Hauptziel der Arbeit war es, so die Autoren, einen Über- und Einblick in die neue Generation des Internets, Web 2.0, zu schaffen. Dabei hat sich gezeigt, dass im Jahr 2007 die Marketing- und Werbebranche dem Web 2.0 noch skeptisch entgegen sah und sich fragte, wie sie das veränderte Internet für sich nutzen solle. Die Branche war sich über den Sinn und Unsinn von Social Networks und entsprechenden Werbekampagnen auf solchen Netzwerken nicht einig. Am Anfang wurde teilweise davon ausgegangen, dass dies Spielereien seien und wieder vom Markt verschwinden würden. Trotzdem war damals bereits die Rede davon, dass die Online-Shops boomten. Die Autoren schliessen daraus, dass die erste erfolgreiche Online-Marketingstrategie über die Online-Shops lief.
2007 war gemäss der Analyse das Jahr der Berichterstattung über Google. Die Dienstleistungen und das Unternehmen wurden in den Fachmagazinen gründlich unter die Lupe genommen. An den Werbe-Kennzahlen von Google wurden alle anderen Suchmaschinen gemessen.
Ein weiteres Thema waren 2007 die Werbe-E-Mails. Die Werbewoche sei diesbezüglich eher kritisch eingestellt gewesen, schreiben die Autoren. Sie habe die Frage gestellt, ob diese Mails wirklich legal seien. Andere wichtige Themen in der Werbewoche waren die Finanzierung der Printmedien und die Steigerung der Print-Auflagenzahlen via Onlineaktivitäten.
Im Jahr 2008 stellte man sich in den Fachmagazinen ausführlich die Frage nach der Effizienz und der Effektivität sowie deren Messung bei Online-Marketing. Seit diesem Jahr ist die Klickrate ein ständiger Begriff.
Aus Skepsis wird Aufgeschlossenheit
2009 wurde in der Fachpresse über das stetige Wachstum der Social Networks berichtet, wie die Studie weiter aufzeigt. Das Bloggen wurde zu Twittern und somit wieder zur Trendtätigkeit erklärt. Im Sommer 2009 häuften sich die Berichte, dass Facebook und Twitter das klassische Marketing blass aussehen lassen würden. Gleichzeitig war die Bedeutung des CRM (Customer Relation Management) ein Thema. Ab diesem Zeitpunkt drehte sich die Berichterstattung weg von der Skepsis hin zur Aufgeschlossenheit für neue Möglichkeiten.
In der Werbewoche wurde die Online-Werbung kritisch hinterfragt und man stellte sich die Frage, was bei schlechter Online-Werbung mit der Reputation passiere. 2009 war bei der Werbewoche laut der Studie generell das Jahr der kritischen Töne bezüglich Online-Marketing. Die Berichterstattung im Jahr 2010 drehte sich dann im Bereich Online-Marketing in allen drei Magazien vor allem um Google und Social Networks.
Zusammenfassend kommen die Autoren zum Schluss, dass «sich das Magazin Marketing & Kommunikation am stärksten mit dem Online-Thema beschäftigt hat», Persönlich hat sich «sehr sporadisch» damit auseinandergesetzt, und die Berichte in der Werbewoche «setzten mehr auf die Werbung für als auf die Berichterstattung über das Online-Marketing».


Quelle: Berichterstattung über Onlinemarketing. Eine empirische Berichtsanalyse in den Magazinen: «Persönlich», «Werbewoche» und «Marketing & Kommunikation» im Zeitraum 2007 bis 2010. Gruppensemesterarbeit, eingereicht bei Prof. Dr. Rödiger Voss, Zürcher Fachhochschule HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Autoren: Askim Eroglu, Cornelia Meyer, Özlem Sahin, Serdar Gülseker, Ny Chung Lor. Die Grafiken wurden der Semesterarbeit entnommen.
(Foto: Keystone)


