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Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ, über den diesjährigen Super Bowl und Social Media.
Was für die Fashion Victims die Oscar-Verleihung ist für Kommunikationsprofis der Super Bowl. Ein Must. Und dies nicht wegen der Hymne (dieses Jahr eher schlecht performt von Christina) oder des Spiels (dieses Jahr bis zum Schluss richtig spannend). Sondern wegen der Halbzeit-Show, in der immer wieder eine spektakuläre Performance geboten wird (dieses Jahr mit den Black Eyed Peas eher durchschnittlich). Und wegen der Werbespots, in denen Firmen mit einer Portokasse von circa 2,5 Millionen USD für 30 Sekunden um die Gunst der Käufer werben (dieses Jahr abgesehen von VW eher na ja …).
Wie auch immer. Der Super Bowl setzt stets neue Benchmarks. Seit diesem Jahr auch, was Social Media anbelangt: Zum ersten Mal wurde ein Event dieser Grössenordnung simultan live auf Twitter übertragen und kommentiert, denn auf der offiziellen Site hat die National Football League einen eigenen Twitter-Bereich eingebaut (sbtwitter.nfl.com). «Join the conversation» stand da. Also habe ich gejoint.
Die ganze Nacht switchte ich zwischen den Screens: dem kleinen auf dem iPhone, um mitzutwittern, dem mittleren auf dem Laptop, um die Kommentare der Experten zu verfolgen, und dem grossen am TV, um alle Spielzüge live mit verfolgen zu können, um dann wiederum zu twittern, was ich von dem Spielstand, den Spielzügen, den Spielern und sowieso halte. Und wenn ich dann doch einen wichtigen Angriff nicht zu hundert Prozent mitbekommen hatte, konnte ich ihn danach ja gleich nachlesen.
Im Sekundentakt gaben begeisterte Anhänger der beiden Teams (dieses Jahr die «Packers» und die «Steelers») ihre Meinung zu Spielzügen und Spielern bekannt. Viele Ansichten waren witzig und unterhaltsam. Andere waren professionell und fundiert.
In den Tweets, welche die Zuschauer über die offizielle Site posteten, konnten die Spieler gleich getaggt werden, sodass ihre Namen in den Erwähnungen der Fans in bunter Farbe aufleuchteten und die Leser beim Überfliegen sehen konnten, über was der Tweet handelt, und so jeder nach seinem Interesse Tweets lesen oder ignorieren konnte. Selbstverständlich konnte man auch real time verfolgen, welche Topics gerade am meisten diskutiert wurden.
Geordnet nach «Players», die gerade auf dem Feld um den Ring fochten, «Media/Celebs», wo die Leute der Presse ihre Meinungen zum Ausdruck brachten, und «NFL Personnel», wo Werbung für das ganze Ereignis gemacht wurde, hat die NFL jedes Interessengebiet der Fans abgedeckt.
40 Millionen Mal wurde während der knapp fünf Stunden des Endspiels insgesamt zum Thema Super Bowl (#sb45) getwittert. Das zeigte: Die Möglichkeit, dass sich Football-Fans aus aller Welt auf Twitter austauschen konnten war «Social Media at its Best». Denn Sport ist ja bekanntlich eine sehr soziale Angelegenheit und was ist sozialer, als wenn die ganze Welt zusammen ein Football-Spiel nicht nur ansehen, sondern sich auch darüber austauschen kann? Ein globaler Dialog, wie er im Bilderbuch steht.
Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ.
KSB: Jubiläumsanzeige für Coop und WWF realisiert
Die Agentur Krieg Schlupp Bürge hat eine Anzeige realisiert, mit der sich Coop bei der Umweltorganisation WWF für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken will.
Der WWF feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag. Als langjähriger Partner bedankt sich Coop bei der grössten Schweizer Umweltorganisation für ihren unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen die globalen Bedrohungen unserer Umwelt und für ihr erfolgreiches Engagement beim Artenschutz. In der Gratulationsanzeige bedanken sich deshalb auch diejenigen, die von der Arbeit des WWF nachweislich profitieren: vom Aussterben bedrohte Tiere. Liebevoll illustriert beschenken sie den WWF-Panda.
Verantwortlich bei Coop: Jürg Peritz (Leiter Direktion Marketing/Beschaffung), Thomas Schwetje (Leiter Marketing/Services), Christof Braun (Projektleitung). Verantwortlich bei KSB: Flo Wacker (CD), Susanne Weeber (AD), Nicole Maczko (Text), Dany Kielholz (Beratungsleitung), Andrea Braschler (Beratungsleitung), Bettina Beyeler (DTP). Illustration: Nick Price. Bildbearbeitung/Litho: Detail. Media: Coop Media, Karin Heliopoulos sowie The whole Media.
Zur Sache: Blamage
Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist nach den massiven Plagiatsvorwürfen zurückgetreten, dies nachdem er seinen scheinbar erschlichenen Doktortitel zwar zurückgab, aber dennoch weiter im Amt bleiben wollte.
Seinem Rücktritt vorangegangen war eine mediale Schlammschlacht. Nur gerade noch die Bild-Zeitung hielt am adeligen Polit-Shootingstar fest. Was mich an der ganzen Sache erstaunt, ist, dass zwar überall lautstark und zum Teil polemisch über das Schummeln von Guttenberg berichtet wurde, aber eines eigentlich immer ausser Acht gelassen wurde. Seine Doktorarbeit wurde abgenommen, sie wurde nicht einfach durchgewinkt, sondern mit dem Prädikat «summa cum laude» ausgezeichnet, was immerhin «mit höchstem Lob» bedeutet. Eine Auszeichnung, die im Nachhinein grotesk ist und nicht gerade für die Glaubwürdigkeit einer Universität spricht. Aber es kommt noch schlimmer. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Bayreuther Jura- Professor Peter Häberle, Guttenbergs Doktorvater, der Bild-Zeitung noch gesagt: «Die Arbeit ist kein Plagiat.» Später dann änderte der Professor seine Meinung. Mit sehr grossem Bedauern habe er zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umstände der von ihm betreuten Promotion geeignet seien, «den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen», teilte Häberle in einer schriftlichen Erklärung mit, die der Zeitung Die Welt vorliegt. Eine mickrige Entschuldigung. Mir scheint, dass hier einiges schiefgelaufen ist. Auf der einen Seite ein Shootingstar der Politik, dem neben Minister- und Adelstitel noch ein Doktortitel fehlte, was in Deutschland nicht ganz unwichtig ist, und auf der anderen Seite ein altersmilder Professor – Häberle ist immerhin schon 76 Jahre alt – der sich vom forschen Auftreten Guttenbergs vielleicht blenden liess. Oder hat das keine Rolle gespielt? Hätte ein Doktorand Hans Mustermann auch ein «summa cum laude» gekriegt? Wahrscheinlich schon. Und was las man in der Presse zu diesem Thema? Nichts. Alles hackte auf Guttenberg rum. Zweifelsohne hat dieser schwerwiegende Fehler begangen, doch dass die unzähligen Plagiatsstellen in seiner Doktorarbeit nicht bemerkt wurden, ist ein mindestens ebenso grosser Skandal und eine Blamage für die Wissenschaft und die Universität. Zur Erinnerung: Im Jahre 2000 erschienen in diversen Zeitungen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Magazin gefakte Interviews mit Hollywood-Stars von Tom Kummer. Einige leitende Redaktoren, die Kummers Texte eingekauft hatten, verloren dabei ihre Jobs.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
Community Manager braucht das Land
Soziale Netze gewinnen zunehmend an Bedeutung und verdrängen konventionelle Medien. Glaubt man denen, die es schon machen, wird Werbung auf Facebook auch in der Schweiz zum Höhenflug ansetzen.
Wie schon beim Aufkommen des Suchmaschinenmarketings ist allerdings auch das Social-Media-Marketing eine neue Spielwiese, auf der althergebrachtes Werbewissen oft nicht weiter hilft. Sagt etwa Markus Gabriel, Inhaber und Creative Director der auf Online- und Social-Media-Marketing spezialisierten Crossover-Agentur Angelink AG: «Die Betrachtung von Facebook als klassischen Werbeträger ist etwa so relevant wie die eines Fernsehers als Tonträger. Unternehmen sollten Facebook primär als eine vertrauensbildende Dialog- und eine virale Promotionsplattform begreifen und nicht als Parkplatz für Werbebotschaften.»
Der Hype um Social Media erfasst immer mehr Unternehmen, und es darf nicht vergessen werden, dass der professionelle Social-Media-Einsatz noch in den Kinderschuhen steckt. Immerhin ist schon klar geworden, dass, wer bei Facebook und anderen Sozialen Netzwerken mit herkömmlichem Werbeverständnis zuerst die Reichweiten sieht und entsprechend Anzeigen schaltet, oft rasch enttäuscht wird. Denn wer auf Facebook unterwegs ist, will mit Freunden kommunizieren, und da ist unpersönliche Push-Werbung etwa so verpönt wie wenn der Staubsaugerverkäufer bei der Stammtischrunde auftauchen würde.
Unternehmen müssen also danach streben, Teil des sozialen Umfelds der angestrebten Zielgruppe zu werden. Erster Schritt und Basis dazu ist eine eigne Fan Page, die auf einer Social-Network-Plattform wie eine Homepage funktioniert. Einer Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Nielsen vom April 2010 zufolge sind Kaufabsichten beim Einsatz einer Homepage viermal grösser (8 %), als wenn dies nicht der Fall ist (2 %). Doch eine eigene Präsenz in einem Sozialen Netzwerk darf nicht statisch sein, sondern muss die Interaktion fördern. Hier kommt die neue Disziplin des Community-Managements ins Spiel, das nicht einfach mit der Moderation von Foren gleichzustellen ist. Hier sind noch viel Erfahrung und entsprechende Kompetenz aufzubauen (entsprechende Kursangebote spriessen derzeit allenthalben). Fehlen diese, haben selbst grosse Marken zwar eine Präsenz, erreichen damit aber nur eine verhältnismässig dürftige Fan-Basis. Auf dieser Basis können nun Werbekampagnen aufsetzen und sind dann oft sehr erfolgreich. Wer nun mit Werbung in einem Sozialen Netz seine Fan-Basis vergrössern will, wird von solcher Zahlenbolzerei allerdings auch wieder enttäuscht werden. Denn mit (wenigen) echten Fans kann besser interagiert werden als mit vielen gekauften. Im Online-Marketing sind Reichweiten zunehmend weniger relevant, dafür sind qualitative Kennzahlen gefragt. Diese sind gerade bei Sozialen Netzen erst im Entstehen begriffen. So wie im Geschäftsleben vor allem Stammkunden wichtig sind, geht es bei Sozialen Netzen um starke Verbindungen, die etwa an häufigen und regelmässigen Besuchen der Fans auf der Facebook-Seite erkennbar sind.
Christoph J. Walther
Experten sind sich sicher: Facebook wird den klassischen Medien das Wasser abgraben
Die Werbewoche hat sich bei Social-Media-PraktikerInnen in der Schweiz nach deren Erfahrungen mit Werbung auf Facebook und den entsprechenden Zukunftsperspektiven erkundigt: Regula Fecker (Rod Kommunikation AG, Zürich), Sven Beichler (mySwissChocolate AG), Markus Gabriel (Angelink AG Crossover Agentur, Zürich), Andrea Iltgen (xeit gmbh), Sandra Albisser (SocialCom GmbH) und Stefania Misteli (Valora Management AG).
Hier geht es zu den Antworten.
Facelifting und neuer Inhalt
Pünktlich zum Automobilsalon schaltet die Auto-Illustrierte in einen grösseren Gang.
Die Auto-Illustrierte ist das einzige monatlich erscheinende Auto-Magazin der Schweiz, das nicht aus der Perspektive der deutschen Titel über den Schweizer Automarkt berichtet. Seit vielen Jahren erfolgreich am Markt, stellt die «ai» aufgrund ihrer Kompetenz und ihrer Marktkenntnisse auch die beliebteste Werbeplattform für die Markenkommunikation der Schweizer Importeure dar. Pünktlich zum Genfer Automobilsalon ist das Heft nun neu gestylt worden. Unter der Leitung von Chefredaktor Ulrich Saffering und Art Director Silvio Lötscher hat die Redaktion Optik und Konzept optimiert. Inhaltlich steht die Publikation nun auf vier Säulen: Panorama, Test, Magazin und Faszination.
Alle Inhalte sind noch mehr als bisher auf das automobile Geschehen in der Schweiz fokussiert. Auto- und Zubehör-Neuheiten werden gezielt auf ihre Schweiz-Tauglichkeit untersucht und die Tests erfolgen mithilfe unabhängiger Schweizer Prüf-Experten. Neu wird auch eine opulentere Bildsprache sowie klarere Leserführung versprochen. «Mit den optimierten Aggregaten unter der Karosserie und dem neuen Design wird die Auto-Illlustrierte mehr denn je der Auto-Navigator der Schweiz für die Schweiz sein», sagt Ulrich Saffering. Ab Mitte März wird auch die Website www.auto-illustrierte.ch «so aktuell und umfassend wie kein anderes Medium der Schweiz das Thema Auto redaktionell und werblich publizieren», meint Michael Kleinjohann, CEO Motor-Presse Schweiz.
pan

Kreativpreise sind Selbstverarschung
Amir Kassaei ist zum neuen Chief Creative Officer von DDB Worldwide ernannt worden. Dominik Imseng hat ihn interviewt.

Herr Kassaei: Sie behaupten, einer der «wenigen Wahrhaftigen in einer Branche von Scheinheiligen» zu sein.
Das behaupte ich nicht nur – ich versuche, es zu leben. Ein Riesenunterschied.
Dann verraten Sie uns bitte die Wahrheit über die Werbung im Jahr 2011.
Die unterscheidet sich nicht grundlegend von der Wahrheit über die Werbung im Jahr 1961: Wir sind in einer Branche, in der es darum geht, Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen für das Leben der Menschen relevant zu machen. Das haben wir in den letzten Dekaden allerdings vernachlässigt.
Warum?
Quantitatives Wachstum und mit ihm verbunden quantitativer Konsum waren lange Zeit Selbstläufer. Man konnte ohne viel Grips und Aufwand auch für Sinnloses Nachfrage schaffen. Mit der Digitalisierung der Welt und einem allmählichen Wertewandel ist damit jedoch langsam Schluss. Aber die Werbe-branche hat noch ein weiteres Problem: Jeden Tag erzählen wir unseren Auftraggebern, dass sie den Mut haben sollen, Neuland zu betreten. Tatsächlich ist die letzte Innovation in der Werbung 60 Jahre alt: die kreative Revolution von Bill Bernbach.
Werbung ist eine der strukturkonservativsten Branchen überhaupt.
Danke schön! Darum haben wir bei DDB Deutschland die gesamte alte Struktur aufgebrochen. Die klassische Situation, dass ein Texter und ein Art Director über dem Briefing eines Kundenberaters brüten und eine Werbeidee suchen, wurde bei uns komplett auf den Kopf gestellt.
Sie wollten auch den ADC Deutschland reformieren, haben aber nach einem Jahr das Handtuch geworfen.
Ich war zu wenig diplomatisch – und auch zu blauäugig. Als Trost bleibt mir, dass in den zehn Monaten meiner Amtszeit die grössten Veränderungen der ADC-Historie angeschoben wurden und mein 10-Punkte-Programm vom neuen Vorstand vorbehaltlos weiterverfolgt wird.
Sie wollten das traditionelle Kreativ-Ranking abschaffen.
Ich wollte es durch ein Ranking mit zehn verschiedenen Kriterien ersetzen, um die Leistungsfähigkeit einer Agentur zu beurteilen. Die Agentur mit den meisten Kreativpreisen ist noch nicht per se die innovativste. Man muss Kreativität viel umfassender verstehen: als Kompetenz, ein Problem so zu lösen, wie es noch niemand gemacht hat. Das einzige, was das Gewinnen von Kreativpreisen beweist, ist, dass man gut im Gewinnen von Kreativpreisen ist.
…sagt einer der meistausgezeichneten Werber der Welt.
Die Verhältnismässigkeit stimmt einfach nicht mehr. Das System der Kreativpreise ist ein System der Selbstverarschung, das mit den realen Problemen der Auftraggeber fast nichts zu tun hat. Das ist, als würden die Automobilhersteller schlechte Serienautos bauen und ihren Prototypen Preise verleihen. Und da wundern wir uns Werber, dass Auftraggeber uns nicht mehr ernst nehmen? Dass wir in der Gesellschaft einen schlechten Status haben? Dass wir immer weniger Geld verdienen? Dass wir immer mehr Probleme mit dem Nachwuchs haben? Warum sollte jemand auch in diese teils sehr verlogene Branche wollen?
Warum «verlogen»?
Unsere Branche produziert immer seltener nachweisbaren Mehrwert für unsere Auftraggeber. Unsere Aufgabe und Verantwortung ist es aber, mit unserer Kreativität die Marketing- und Business-Probleme unserer Kunden zu lösen. Nur das führt zu einem besseren Ruf unserer Branche, zu einer innovativen Definition von Kreativität und zu einem Geschäftsmodell, bei dem wir für unsere Ideen bezahlt werden statt für unsere Stunden.
Ist das die Philosophie Ihrer kreativen Unternehmensberatung Hubble?
Hubble ist keine Unternehmensberatung. Hubble ist, wie der Name schon sagt, unser Teleskop in die neue Welt. Ein globales Open-Source-Netzwerk, das mit Innovationen das Leben der Menschen einfacher, besser und effizienter machen will. Ein moderner Think Tank, der proaktiv die Welt, die technologischen Trends und die Bedürfnisse der Menschen analysiert, um substanzielle Lösungen zu produzieren.
Was soll den Menschen in 50 Jahren einfallen, wenn sie an Amir Kassaei denken?
Wenn sie mich als Beispiel für die Tatsache nennen, dass man mit Leidenschaft, Wille und Mut trotz nicht vorhandener Voraussetzungen aus seinem Leben etwas Besonderes machen kann, wäre ich zufrieden.

In Kürze
Amir Kassaei – 1968 in Teheran geboren – war Marketingassistent bei L’Oréal in Paris und danach in Wiener Werbeagenturen Buchhalter, Berater, Reinzeichner, Art Director, Mediaplaner, Texter und Agentur-Mitgründer. 1997 wechselte er zu Springer & Jacoby in Hamburg, wo er bis zum Executive Creative Director aufstieg. Seit 2003 war Kassaei als Kreativchef und geschäftsführender Gesellschafter für den Turnaround von DDB Deutschland mitverantwortlich. Im New Yorker Headquarter von DDB blieb dies nicht unbemerkt: Soeben wurde Kassaei zum neuen Chief Creative Officer von DDB Worldwide ernannt.
Goldbach Group mit 5,1 Millionen Gewinn
Neben Affichage, Ringier und Edipresse hat sich auch die Goldbach Group in Rumänien die Finger verbrannt. Nun will man sich noch dieses Jahr vom dortigen Printgeschäft trennen. Das Kerngeschäft selbst legte 2010 jedoch um 13 Prozent zu – und für das laufende Jahr werden erneut zweistellige Zuwachsraten erwartet.
Die Jahresrechnung 2010 der Goldbach Group ist nicht einfach zu lesen, denn das Unternehmen operiert mit zweierlei Zahlen. Das hat damit zu tun, dass Goldbach 2008 bei der deutschen Firma ARBOmedia eingestiegen ist, die neben diversen osteuropäischen Aktivitäten im Werbeverkauf (TV, Radio, Online, Print) auch ein Druck- und Zeitungsgeschäft in Rumänien betreibt. Da die Printsparte nicht zu Goldbachs Kerngeschäft gehört, hätte man sie schon lange gerne abgestossen, doch wegen der Krise und mangels Nachfrage blieb die Gruppe bisher darauf sitzen (Ausnahme: 2009 konnten zwei Zeitungen verkauft werden). Aus diesem Grund präsentiert die Goldbach Group nun Zahlen auf zwei Ebenen: Zum einen jene der Gesamtgruppe (mit Print), zweitens jene des Kerngeschäfts (ohne Print). Offiziell ist nun der Gruppen-Umsatz 2010 um 5,2 Prozent auf 334,5 Millionen Franken gestiegen, das Kernbusiness allein legte gar um 6,8 Prozent auf 327,2 Prozent zu. Entsprechend wäre der Gewinn ohne Print-Geschäft um 13,1 Prozent auf 9 Millionen Franken gestiegen, effektiv wuchs er nun aber «bloss» um 6,7 Prozent auf 5,1 Millionen Franken.
EU macht Goldbach einen Strich durch die Rechung
Die Goldbach Group, die dieses Jahr ihr 10jähriges Bestehen feiert, hätte deshalb die rumänische Printsparte gerne buchhalterisch ausgegliedert, was nach aktuellem deutschem Recht möglich wäre. Doch im Januar wurde dies von der EU untersagt. Fest steht jedenfalls, dass der Umsatz 2010 des rumänischen Printgeschäfts wegen der Krise und dem Verkauf zweier Zeitungen um 36,5 Prozent auf 7,3 Millionen Franken sank und ein Verlust von 1,6 Millionen Franken resultierte. Goldbach-CEO Klaus Kappeler bestätigte, dass das Printgeschäft für die Goldbach Group ein Klotz am Bein darstellt. Gemäss Goldbach-Finanzchef Mario Hrastnig hatte man deshalb bereits 2009 eine Wertberichtigung von 5,7 Millionen Franken vorgenommen. Aktuell stehe man wieder in lockeren Verkaufsgesprächen, sagte Kappeler. Bis Ende Jahr will er die Sache auf alle Fälle bereinigen – wenn nötig auch über Liquidationen.
Zurück zum Kerngeschäft: Dieses entwickelte sich gruppenweit positiv. Der Nettoumsatz im Online-Segment betrug 119,6 Millionen Franken (+4,5 Prozent), jener im Offline-Bereich 208,6 Millionen Franken (+8 Prozent). Das Ausland trägt zum Gesamtumsatz der Goldbach Group weiterhin rund 20 Prozent bei.
12 Prozent Zuwachs im Schweizer TV-Business
In der Schweiz allein steigerte Goldbach seinen Nettoerlös auf 278 Millionen Franken (13,9 Prozent), wobei der Netto-Verkaufserlös aus Radiowerbung gerade auf dem Vorjahresniveau von 34 Millionen Franken verharrte, jener aus TV-Werbung steigerte sich um 12 Prozent auf 166 Millionen Franken und im Onlinebereich wuchs der Nettoerlös gar um 28 Prozent auf 73 Millionen Franken.
Zum Resultat im TV-Business trug zweifellos eine deutliche Preiserhöhung bei den meisten TV-Werbefenstern per Oktober 2010 bei. Für 2011 erwartet Kappeler nun in diesem Bereich ein weiteres Wachstum von rund 30 Prozent, weil Goldbach ja seit Beginn dieses Jahres auch die deutschen Werbefenster von Sat.1 (Schweiz) und kabel eins sowie den Schweizer Privatsender 3+ vermarktet. Zudem hat es die Preise der Werbefenster per 2011 ein weiteres Mal um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht.
Mit Wilmaa auf Erfolgskurs
Aufgrund der ersten Zuschauerzahlen im Januar geht Kappeler übrigens davon aus, dass sich mit den nunmehr 16 von Goldbach vermarkteten Sendern in der Schweiz 34 Prozent der Bevölkerung in der Hauptzielgruppe 15/49 erreichen lässt, mit den 7 Kanälen der SRG sind es 24 Prozent und mit den 17 Privatsendern bloss 2 Prozent. Der Rest (41 Prozent) konsumiere (ausländische) TV-Programme ohne Schweizer Werbung.
Gemäss Kommtechstudie 2011 nutzen 40 Prozent der 15-24jährigen Internet-TV. Kappeler ist deshalb überzeugt, dass Goldbach mit der Plattform Wilmaa genau diese Zielgruppe erreicht. Das Internet-TV-Angebot weise bereits mehr als 700 000 Nutzer aus und sei zwei Jahre nach dem Start profitabel.
Für 2011 erwartet Kappeler eine weitere Steigerung der Profitabilität. Im Offline-Segment geht er gruppenweit von einem (organischen) Umsatzwachstum von 30 Prozent aus, im Onlinebereich, in dem man kürzlich eine Zusammenarbeit mit der Adconion Media Group einging, erwartet er einen Zuwachs von 20 Prozent.
Markus Knöpfli

Der Impact-Check der Werbewoche: Die detaillierten Ergebnisse
Top der Woche
Axel Springer mit Rekordzahlen
AdWords lieben Banner
Banner erzielen nicht nur einen Branding-Effekt, sie erhöhen auch den Suchmaschinen-Traffic.
Das Marketing ist gefordert, seine Gelder messbar zur Umsatzsteigerung einzusetzen. Da im Internet attraktive Instrumente für die effiziente Neukunden- Akquisition zur Verfügung stehen, werden Jahr für Jahr mehr Mittel aus der klassischen Werbung abgezogen und in Suchmaschinen- und Display-Werbung investiert. Jedes dieser beiden Online-Instrumente ist für sich alleine effizient, ihre volle Wirkung entfalten sie aber erst im Zusammenspiel.
Im Jahr 2010 flossen gemäss Media Focus sieben Prozent der Schweizer Werbeausgaben oder 450 Millionen Franken in die Online-Werbung: 159 Millionen in die Display-Werbung und 125 Millionen in die Suchmaschinenwerbung (AdWords); die übrigen Gelder fliessen in Anzeigen auf Portalen und sowie in Affiliate-Programme. Wobei eine AdWords-Kampagne unumstritten das effizienteste Instrument für die Neukundengewinnung ist. Bei der Informationssuche werden AdWords nicht als Werbung, sondern als hilfreiche Unterstützung gesehen.
Allerdings werden AdWords-Kampagnen sehr oft als Stand-alone-Massnahme gesehen, obwohl die Informationssuche an letzter Stelle der Akquisitionskette (Aufmerksamkeit – Interesse – Informationssuche) steht. AdWords schaffen bei der Informationssuche Beachtung für das Angebot. Auf Grund der intensiven Suchmaschinennutzung generieren AdWords per se Conversions. Sie können aber beim potenziellen Neukunden weder Aufmerksamkeit noch Interesse für das Angebot auslösen. Dies bleibt den Display-Ads vorbehalten.
Der Erfolg der Suchmaschinenwerbung wird auf Grund der Kosten pro Conversion gemessen: Was hat ein Lead oder ein Kauf im Verhältnis zu den Ausgaben gekostet? Verschiedene Studien, wie zum Beispiel die «brand to perform!»-Studie von Tomorrow Focus AG belegen, dass Display-Ads einen Impact auf den ROI der Suchmaschinenwerbung haben: Sie erzielen nicht nur einen Branding-Effekt, sie erhöhen auch die direkten Website-Zugriffe sowie den Suchmaschinen-Traffic. Und dies nicht nur unmittelbar, sondern auch mit zeitlicher Verzögerung. Display-Ads sorgen also dafür, dass Konsumenten, die sich durch die Werbung angesprochen fühlen, früher oder später auch in den Suchmaschinen nach dem Angebot suchen. Je mehr Personen gezielt in den Suchmaschinen nach einem Angebot oder einem Brand suchen, desto attraktiver werden die Kosten pro Conversion. Das Multi-Channel-Tracking erlaubt, die Werbewirkung über die verschiedenen Kanäle zu analysieren, um ihre Effizienz zu optimieren.
Wir sehen Jahr für Jahr steigende CPC-Preise (Cost per Click) für AdWords. Geschickt aufgesetzt, erreichen Display-Ads einen lukrativen Seiteneffekt. Ist der Text auf möglichst spezifischen Schlüsselbegriffen aufgebaut, wird das Interesse des Konsumenten auf kostengünstige Keywords gelenkt. Was wiederum einen positiven Einfluss auf die Kosten pro Conversion hat.
Imre Sinka, Dotpulse Webagentur,www.dotpulse.ch
Erneuerbare Energien
Metzgerlehner zeigt, wie sich die Schweiz stark macht für Alpiq.
In der aktuellen Kampagne für das führende Energieunternehmen Alpiq und den Energiedienstleister Alpiq In Tec lässt Metzgerlehner Stromkonsumenten und Partner dieser Unternehmen zu Wort kommen. Die Schweizerinnen und Schweizer äussern sich zu den Themen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, neue Grosskraftwerke und Versorgungssicherheit. Sie machen sich stark für Projekte und Leistungen von Alpiq und Alpic In Tec. Als visuelles Symbol für ihre Haltung und ihren Bedarf an Energie präsentieren die Protagonisten Schilder mit relevanten Energiebildern. Kampagnenziel ist es, die Aktivitäten und Ziele des Unternehmens in der ganzen Schweiz bekannt zu machen, wie Head of Strategy Marco Lehner erklärt. Zu den Sujet-Highlights zählen die Bilder mit Swiss-Ski-Athleten sowie das erste Werbesujet, welches im neuen Gotthard- Basistunnel realisiert wurde. Die Kampagne ist in Print- und Online-Medien sowie mit einem Spot von Shining Pictures und Marco Lutz am TV zu sehen. CD Felix Dammann und Patrick Meyer.


